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JHK 2025

»Antifaschistische Traditionsbildung« als demokratische Praxis

Kommunistische Überlebende und die Gedenkstättenbewegung im Emsland

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 165-202 | Metropol Verlag

Autor/in: Corinna Bittner

Im Archiv des Aktionskomitees für ein Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager e. V. sind 16 prall gefüllte Ordner und zwei Kisten unsortiertes Papier – Broschüren, Briefe, Karteikarten, Notizen, ein Manuskript – in den Regalen verstaut: der Nachlass von Günter Daus, »Schutzhäftling« im Konzentrationslager Börgermoor, Widerstandskämpfer, nach 1945 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und bis zu seinem Tod aktiv im »Komitee der Moorsoldaten«. Günter Daus bewahrte aus seinem Leben und seinen Tätigkeiten umfangreiches Material auf. Die schwer zu überblickenden Dokumente geben nicht nur Aufschluss über die Lebensgeschichte von Günter Daus. Sie zeigen auch, wie kommunistische Überlebende der Emslandlager ab Ende der 1970er-Jahre gemeinsam mit jungen Linken Vorkämpfer für das waren, was heute als zentraler Bestandteil der liberalen Demokratie der Bundesrepublik verstanden wird: die Erinnerungskultur an die Verbrechen der Nationalsozialisten.

Dieser Beitrag widmet sich der Sammlungsgeschichte der frühen Gedenkstättenbewegung im Emsland. In der Sammlungstätigkeit des Aktionskomitees traf kommunistische Widerstandsgeschichte auf zeitgenössische Demokratievorstellungen und -praktiken. Die heutige Sammlung des Aktionskomitees entstand um 1976 als Bewegungsarchiv. Sie bildete eine Gegenüberlieferung zu staatlichen Archiven und dokumentierte dabei gleichzeitig die eigene Entstehungsgeschichte.[1] Die Provenienzen und die innere Struktur der heutigen Sammlung geben Aufschluss darüber, wie und mit welchen Zielen junge und alte Linke seit Ende der 1970er-Jahre zusammenarbeiteten. Zu den jungen Menschen in der Bewegung gehörten Studierende und junge Berufstätige, die »links« waren, aber nicht im engeren Sinne der »Neuen Linken« zugerechnet werden können. Zu den Älteren zählten die kommunistischen Mitglieder des Moorsoldatenkomitees, aber auch ehemalige Trotzkisten und Sozialdemokraten. Mit einem Fokus auf kommunistische Überlebende als Akteure, auf die Sammlung und demokratische Praktiken ergänze und differenziere ich Forschungen zur Gedenkstättenbewegung als Teil der bundesrepublikanischen Demokratiegeschichte.[2] Inwiefern waren, erstens, kommunistische und demokratische Werte und Praktiken für die gemeinsame Arbeit von jungen und alten Linken an und mit der Sammlung maßgeblich?[3] Inwieweit wurden im Rahmen dieser Arbeit, zweitens, dezidiert kommunistische Erinnerungen und Ideale ausgehandelt und wie entwickelten sich in der emsländischen Gedenkstättenbewegung Dynamiken zwischen Kommunismus, Antifaschismus und Demokratie? Drittens möchte ich nachvollziehen, wie die Allianz aus jungen und alten Linken das Versprechen der Ära Brandt, mehr Demokratie zu wagen, unter komplexen Bedingungen vor Ort mit Leben füllte.[4] Wie brachten sie in Zeiten des linken Terrorismus im »Roten Jahrzehnt«, dann im Zeichen der konservativen Wende unter der Regierung Kohl den »Kommunismus« ins konservative, von der CDU dominierte Emsland?

Wie auch andere »Neue Soziale Bewegungen« nahm die Gedenkstättenbewegung in Oldenburg und dem Emsland die Demokratie in der Bundesrepublik als von rechts gefährdet und defizitär wahr.[5] Im Unterschied zu diesen grenzten sich die Gedenkstättenaktivist:innen[6] aber nicht von den »alten« sozialen Bewegungen ab. Im Gegenteil, die wechselseitige Solidarisierung zwischen den Überlebenden und jungen Akteuren bildete die Basis der Arbeit.[7] Die Überlebenden erlebten so einerseits erstmals breitere Unterstützung und eine tiefere gesellschaftliche Anerkennung als Verfolgte des Nationalsozialismus, als Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und als Teil der demokratischen Gesellschaft der Bundesrepublik. Die jungen Menschen fanden in den Überlebenden andererseits zum einen Mitstreiter für eine partizipativere Gesellschaft und gegen Neofaschismus und zum anderen Unterstützung in ihren Bemühungen, die Universität Oldenburg nach Carl von Ossietzky zu benennen. Diese Ziele waren für die Gedenkstättenbewegung untrennbar mit einem emanzipativen Konzept von politischer Bildung verknüpft, das humanistische Werte und basisdemokratische Praktiken berücksichtigen sollte. Ausgangspunkt einer solchen geschichtlichen Bildungsarbeit sollten die Erinnerungen und Selbstzeugnisse einzelner, zunächst überwiegend kommunistischer Überlebender der Emslandlager sein. Die gesammelten Zeugnisse dienten dabei nicht nur als Medium, sondern das Sammeln selbst war eine Praxis, die demokratische Überzeugungen mit kommunistischen Traditionen verband. Die Beziehung von Kommunismus und Demokratie drückte sich im einenden Begriff des Antifaschismus aus. Dieser erlaubte es, die politische Pluralität der Akteure wahrzunehmen und zugleich eine gemeinsame Agenda mit dem Ziel der Demokratisierung zu entwickeln.

 

I. »Den Moorsoldaten populärer machen«? Veranstaltungen an der Universität Oldenburg

Die kollektive Erinnerung von Überlebenden der Emslandlager wurde von Beginn an von politischen und überwiegend kommunistischen Verfolgten geprägt. Unmittelbar nach Einrichtung der Konzentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum verliehen politische Häftlinge der Emslandlager ihren Erfahrungen künstlerische, narrative und materielle Form – auch, um nach der Haft davon berichten zu können. Im August 1933 schufen Häftlinge im Konzentrationslager Börgermoor das Lied der Moorsoldaten, das bald weltbekannt wurde.[8] Nach 1945 organisierten sich Überlebende in unterschiedlichen Konstellationen und kämpften für eine Anerkennung ihres Leidens und ihres Widerstands in der Bundesrepublik.[9] Dazu sammelten sie Berichte, künstlerische Zeugnisse und andere Formen der Erinnerung. Zunächst gab es aber keinen festen Ort und keine feste Organisation, um Überlieferungen zu sammeln; oft bewahrten Überlebende Erinnerungsstücke zu Hause auf. Mitte der 1970er-Jahre nahmen Historiker:innen aus Oldenburg, vermittelt durch die Tochter von Carl von Ossietzky, Rosalinde von Ossietzky-Palm, Kontakt zum Moorsoldatenkomitee auf.[10] Oldenburg war nicht nur aufgrund der räumlichen Nähe zum Emsland der erste Ort der Begegnung zwischen jungen und alten Linken. Der Streit darum, die Universität nach Carl von Ossietzky zu benennen, hatte auch eine seiner Haftstätten während des Nationalsozialismus in Erinnerung gerufen: das nahe gelegene, ehemalige Konzentrationslager Esterwegen.[11] Die gesammelten Erinnerungen von Überlebenden standen im Mittelpunkt der ersten großen Veranstaltung zu den Emslandlagern, die 1977 unter dem Titel »Hölle im Moor – Schule des antifaschistischen Widerstandes« an der Universität Oldenburg stattfand. Das Moorsoldatenkomitee, der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) der Universität Oldenburg, der Bund der demokratischen Wissenschaftler, der Jugendverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Oldenburg und der Stadtschülerrat Oldenburg organisierten die Veranstaltung gemeinsam.[12] Der Oldenburger Geschichtsdidaktiker Werner Boldt deutete sie als Auftakt für eine »antifaschistische Traditionsbildung«.[13] Aus dem Kreis der Überlebenden nahmen an dieser ersten Veranstaltung nur (ehemalige) Kommunisten teil.

Im Untertitel wird die zentrale Idee der Veranstaltung deutlich: Die Emslandlager – die »Hölle im Moor« – galten als »Schule« für den Widerstand der Inhaftierten zwischen 1933 und 1945 und waren zugleich das Symbol für eine antifaschistische Haltung in der Gegenwart. Für das Moorsoldatenkomitee war die Tagung mehr als nur eine Gelegenheit, »den Moorsoldaten populärer zu machen«.[14] Seine Mitglieder verstanden sich als Vorbilder für die »junge Generation«.[15] Ihnen lag daran, »[ihre] antifaschistischen Erfahrungen auf den politischen Kampf« der Gegenwart zu übertragen.[16] Um dazu beizutragen, leiteten die Mitglieder des Moorsoldatenkomitees, die Kommunisten Karl Schabrod, August Baumgarte, Günter Daus und Hermann Bogdal im Rahmen der Veranstaltungswoche selbst Seminare; ebenso Berthold Kruse, der sich jedoch nicht mehr als Kommunist, wohl aber als Antifaschist verstand. Sie »diskutierten« laut Ankündigung mit den Teilnehmer:innen über Lageralltag, »Bewacher und Bevölkerung«, kulturelles Schaffen, Lagergemeinschaft und »Solidarität« sowie den Umgang mit der Erinnerung in Bundesrepublik und DDR.[17] Das Ziel der Veranstaltung war keine einseitige Vermittlung, die sich der Autorität von Zeitzeugen bediente, sondern eine Diskussion als Instrument der demokratischen Praxis.[18]

Werner Boldt reflektierte über die Veranstaltung und ihre Außenwirkung im Nachgang bei einer Konferenz zur Geschichtsdidaktik in Osnabrück 1979. Er verstand das Moorsoldatenkomitee als »Traditionsverband« der antifaschistischen Arbeiterbewegung. Dabei ginge es jedoch nicht um partikulare Interessen, denn »[d]as Interesse, Erfahrungen antifaschistischen Kampfes zu tradieren, ist in einer Demokratie ein allgemeines, öffentliches.«[19] Dieser Behauptung stellte Boldt die »tabuisierte« nationalsozialistische Vergangenheit in der Region gegenüber.[20] Boldt verstand die öffentlichen Veranstaltungen im Januar 1977 analog zu den ausgestellten künstlerischen Werken als Ausdruck von Widerstand gegen die »Vernichtung von Öffentlichkeit überhaupt« im Nationalsozialismus.[21] Diese Interpretation fußte dabei auf Schriften des Habermas-Schülers Oskar Negt, der in der »bürgerlichen Öffentlichkeit« das Potenzial sah, die »proletarische Öffentlichkeit« zu unterdrücken.[22] Hier schwingt deutlich die von der »Neuen Linken« vertretene These mit, zwischen Faschismus und »bürgerlichen Gesellschaften« bestehe ein Zusammenhang.[23]

Tatsächlich verließen sich die Überlebenden im Rahmen ihrer Arbeit auf ihre jahrzehntelange Erfahrung in der gemeinsamen Organisation politischer Öffentlichkeitsarbeit. Neben ihrer Sozialisation in sozialistischen und kommunistischen Parteien und Gruppierungen, zählte dazu insbesondere die Arbeit für die Organisation der Überlebenden seit den 1960er-Jahren. Das Moorsoldatenkomitee organisierte seine Arbeit im Vorfeld seiner ersten großen Veranstaltung 1977 kollektiv und unbürokratisch.[24] Dies lässt sich auch am Nachlass von Günter Daus ablesen: Baumgarte, Schabrod, Daus und Bodgal betrieben einen beachtlichen kommunikativen Aufwand, schrieben zahlreiche Briefe, vereinbarten und protokollierten Telefonate und Treffen. Die kollektive Arbeit war ihr Ideal. Wie Daus trotz erheblicher Belastungen in einem Brief betonte: »Kollektiv gelingt alles.«[25] War das nicht der Fall, kritisierten die Mitglieder des Moorsoldatenkomitees dies, forderten mehr gegenseitige Unterstützung ein und drohten bisweilen mit ihrem Rücktritt aus dem Komitee.[26] Gleichzeitig waren sie aber auch bereit, Belastungen der anderen Mitglieder anzuerkennen und Rücksicht zu nehmen.[27]

Für die Ausstellung, die das Programm begleitete, nutzten die Veranstalter:innen originale und reproduzierte künstlerische Werke zu den Emslandlagern und »Materialien aus der Geschichte des Moorkomitees«.[28] Darunter beispielsweise eine Kopie des Holzschnitts »Mensch – wie stolz das klingt« des kommunistischen Künstlers und Börgermoor-Überlebenden Hanns Kralik von 1934, der im November 1976 bereits als Titelbild für das Magazin Der Moorsoldat verwendet worden war.[29] Das gleiche Werk war auf einem Plakat zur Ausstellung und im Magazin SSR-Zeitung des Stadtschülerrats Oldenburg abgedruckt.[30] Die Überlebenden hatten mit der Reproduktion der Kunstwerke kein Problem. Ihre Wiederverwendung in den 1970er-Jahren entsprach ihrem Charakter und ihrer Verwendungsabsicht als politische Kunst der 1930er-Jahre. Die Reproduktion vollzog damit die angestrebte Übertragung des vergangenen auf einen gegenwärtigen Antifaschismus. In den Unterlagen des Moorsoldatenkomitees finden sich keinerlei kulturpolitische oder ästhetische Reflexionen über dieses Vorgehens. Die Praxis der Überlebenden folgte aber, wie Boldt beschreibt, ihren Erfahrungen aus der Öffentlichkeitsarbeit um 1933 und entspricht auch Walter Benjamins Interpretation der Reproduktion von Kunst als kommunistisch-emanzipatorische Praxis, als »Politisierung der Kunst«.[31]

Die Veranstaltung in Oldenburg war von basisdemokratischen und kommunistischen Praktiken und Idealen geprägt und regte konkret die Diskussionen um einen Gedenkort in Esterwegen wieder an. Somit kann sie als Ursprungsort der Idee für ein DIZ am historischen Ort in Esterwegen gelten.[32] Es ging hier jedoch nicht um Opfergedenken.[33] Überlebende und junge Akteure wollten diejenigen, die schon 1933 gegen die Nationalsozialisten Widerstand geleistet hatten, als Vorbilder und wichtige Stimmen der bundesrepublikanischen Demokratie herausstellen. Die Widerstandskämpfer sollten in ihrem Wirken in der Vergangenheit und in ihren politischen Positionen in der Gegenwart ernst genommen werden.

 

II. Verborgene Lebensgeschichten. Interviews und Berichte

Ein wichtiger Baustein für das DIZ und seine Sammlung sind die Berichte und Interviews von Überlebenden. Die Oldenburger Studentinnen Oriana Sieling und Elke Suhr kontaktierten das Moorsoldatenkomitee im Jahr 1977 mit einer Interviewbitte.[34] Ab 1978 führten sie mehr als zwei Dutzend Gespräche und sammelten zahlreiche schriftliche Berichte, die Bestandteil ihrer Staatsexamensarbeit und Elke Suhrs Dissertation über die Emslandlager wurden.[35] Die Interviews sollten »subjektiv nachvollziehbare Erfahrungs- und Verhaltensmuster« aufzeigen und »das Lernen aus der Geschichte« erleichtern.[36] Mithilfe der Oral History, die in den 1970er-Jahren im Kontext der »Geschichte von unten« und von Geschichtswerkstätten als neue, alltagsgeschichtliche Methode eingebracht wurde,[37] wollten Sieling und Suhr marginalisierten Akteuren der Vergangenheit Gehör verschaffen.[38] Die Kombination von Methode, Inhalt und Zielsetzung entsprach zeitgenössischen Bestrebungen, wissenschaftliche Legitimation für alltagsgeschichtliche Fragen mit besonderem Interesse an der Verbindung zwischen der Arbeiterbewegung und dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu demonstrieren.[39]

Der Fragenkatalog von Suhr und Sieling war biografisch angelegt und bot Raum für kommunistische Lebensgeschichten. So berichteten Daus und Bogdal von ihrer Sozialisation im Kommunistischen Jugendverband (KJVD) und in kommunistischen Arbeiterfamilien. In Erzählungen über die frühe KZ-Phase in Börgermoor gaben Schabrod und Daus an, dass Inhaftierte ebenso wie der illegale Widerstand im Lager kommunistisch geprägt gewesen seien. Wie Baumgarte teilten auch Bogdal, Daus und Schabrod mit, nach ihrer jeweiligen Entlassung illegal für die KPD tätig gewesen zu sein. Für die Zeit nach 1945 liegen nur von Berthold Kruse und Schabrod einzelne Informationen vor. Demnach war Kruse nach 1945 zwar Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), engagierte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr für die KPD.[40]

Gleichzeitig wird in den Interviews ein ambivalentes Verhältnis der Kommunisten zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) deutlich. Baumgarte schildert im Interview seine »antikapitalistische Prägung«, die sich für ihn aus der Zugehörigkeit zur Arbeiterschaft ergab. Dazu gehörten Erfahrungen in der SPD und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Später trat er als proletarische »Randfigur« in den intellektuell geprägten Internationalen Sozialistischen Kampfbund ein, dann in den KJVD und in die Gewerkschaftsbewegung.[41] Schabrod berichtet von seiner Mitgliedschaft in der SPD 1922 und seinem 1923 erfolgten Bruch mit der Partei, in dessen Folge er sich der KPD angenähert habe.[42] Die kommunistische Biografie von Kruse wirkt hingegen wie die eines Renegaten: In den Gesprächen berichtet er, dass er der KPD erst ab 1933 angehört habe.[43] In einem 1977 erschienenen Band zum Widerstand in Ostfriesland von Onno Poppinga gibt er auch an, bereits nach seiner Flucht in die Niederlande 1939 »mit der KPD in Unordnung gekommen« zu sein, wofür der Hitler-Stalin-Pakt ausschlaggebend gewesen sei.[44] Auch im Interview mit Suhr und Sieling wollte sich Kruse in erster Linie als »Antifaschist« verstanden wissen und entsprach damit dem in der Begegnung zwischen jungen und alten Linken dominanten Sprachgebrauch.

Das Verhältnis zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten in den Emslandlagern wurde in der Retrospektive und in den Details unterschiedlich dargestellt. Dominant wirkt aber die Interpretation, Kommunisten – »wir« – und Sozialdemokraten seien sich zwar nicht einig gewesen, hätten aber miteinander diskutiert.[45] Man habe sich, so Baumgarte, im Lager nicht von den Nationalsozialisten gegeneinander ausspielen lassen.[46] Das Narrativ einer überparteilichen Solidarität war dabei eine der ältesten Deutungen der Hafterfahrung durch Überlebende.[47] Der Begriff des Antifaschismus wurde hier nicht im Sinne der Sozialfaschismusthese verwendet – auch von einem »bürgerlichen Antifaschismus« grenzte man sich nicht ab.[48] Die Frage nach dem Verhältnis von Sozialdemokraten, Gewerkschaftern und Kommunisten unter dem Dach von Antifaschismus und antifaschistischem Widerstandskampf hatte eine zentrale Funktion für die frühe Gedenkstättenbewegung. Die erinnerte Solidarität mit den Sozialdemokraten während der Haft spiegelte sich auch in der Annäherung des Moorsoldatenkomitees an sozialdemokratische und sozialistische Gruppen und Personen in den 1970er-Jahren wider. Vor dem Hintergrund des verbindenden Antifaschismus und dem Selbstverständnis als »politische Gefangene« traten Erinnerungen an die historisch prägenden Gräben zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten – insbesondere vor 1933 und nach 1949 – in den Hintergrund. Über einen Besuch bei einem niedersächsischen SPD-Ortsverband hieß es 1978 in der Komitee-Zeitschrift Der Moorsoldat entsprechend: »Die Republik von Weimar und ihr Untergang in die Terrorflut des Faschismus vermittelt die Lehre, dass gemeinsames Handeln aller antifaschistischen Kräfte unabdingbare Voraussetzung für die Sicherheit von Frieden und Demokratie auch in der heutigen Zeit ist.«[49] Die SPD hielt zwar bundesweit weiterhin an den Unvereinbarkeitsbeschlüssen mit der VVN-BdA und der Deutschen Kommunistischen Partei fest. Die Jungsozialisten (Jusos) hatten sich in den 1970er-Jahren aber der Idee einer sozialistischen Demokratie (wieder) angenähert.[50]

Einer breiteren Öffentlichkeit wurden die von Sieling und Suhr gesammelten Berichte über kommunistische Vergangenheiten zunächst nicht zugänglich. In ihrer Dissertation wertete Suhr sie im Sinne ihres eigenen Forschungsgegenstands, der »politischen und wirtschaftlichen Bedeutung« der Lager, aus.[51] Die Überlebenden selbst erwähnten die Interviews weder in ihrer Zeitschrift noch in ihren Korrespondenzen untereinander. Diese Dimension der biografischen Erinnerung blieb somit zumindest vorerst auf den Raum der einerseits privaten und andererseits wissenschaftlichen Begegnung zwischen den Interviewpartner:innen beschränkt. 1985 gingen die Interviews in die Sammlung des Aktionskomitees über, die seit 1984 einen ersten provisorischen Ort im Emsland gefunden hatte.[52] Die Akteure der Gedenkstättenbewegung sprachen diesen Erinnerungen dadurch eine Bedeutung zu, die sonst historischen Quellen in klassischen Archiven vorbehalten war.

 

III. »… die jetzige bundesdeutsche Demokratie zu verteidigen«. Verortung der Erinnerung im Emsland

Forderungen der Überlebenden und einzelner Akteure aus der Region nach einer kritischen Auseinandersetzung mit den Emslandlagern und nach einer entsprechenden partizipativen Gedenkpraxis stießen in der Öffentlichkeit des Emslands lange Zeit auf Ignoranz, wenn nicht heftige Ablehnung.[53] In den 1960er-Jahren hatten die Lokaljournalisten Gerhard Kromschröder und Hermann Vinke mit Artikeln zu den Emslandlagern für Unmut – mit antikommunistischen Untertönen – gesorgt und in der Folge das Emsland verlassen.[54] Ein Grund für diese Ablehnung lag in der konservativen und katholischen Prägung des Emslandes.[55] Ende der 1970er-Jahre gab es auch hier eine konservative Sorge um die Demokratie.[56] Der in Papenburg geborene niedersächsische Kultusminister Werner Remmers (CDU) legte seine Sicht auf die »Gefährdungen der Demokratie« im April 1979 dar.[57] Er war der Ansicht, dass neben den »Marxisten«[58] und »Terrorist[en]«[59] die »totale Demokratisierung«[60] der Gesellschaft die größte Gefahr für die liberale Demokratie darstelle. Auch im Emsland verschaffte sich etwa zur gleichen Zeit zunehmend die Einsicht Raum, sich der Aufarbeitung und Erinnerung an die Emslandlager nicht völlig entziehen zu können:[61] Die Praktiken, Inhalte und Ziele der Gedenkstättenbewegung im Emsland wurden 1979 in der regionalen CDU und darüber hinaus jedoch nicht geteilt.

Junge Menschen, die im neu gebildeten Arbeitskreis Carl von Ossietzky Emsland/Ostfriesland die in Oldenburg begonnene Arbeit weiterführten, befanden sich daher in einer schwierigen Situation; zu ihnen gehörten auch Suhr und Sieling sowie die Jusos aus Rhauderfehn, die 1978 gemeinsam mit dem Moorsoldatenkomitee eine Gedenkveranstaltung organisiert hatten.[62] Weitere Mitglieder stammten aus linken Kreisen aus dem Emsland und Ostfriesland.[63] Sie arbeiteten eng mit dem Moorsoldatenkomitee zusammen. Ihr Arbeitskreis erregte bereits im September 1979 Aufmerksamkeit, als er bei einer Gedenkveranstaltung eine Informationstafel auf dem Friedhof Bockhorst-Esterwegen errichtete und sich damit über eine Entscheidung der Bezirksregierung hinwegsetzte.[64] Daraufhin führte der Arbeitskreis ein Gespräch mit dem niedersächsischen Innenminister Egbert Möcklinghoff (CDU), der die Informationstafel am Friedhof Esterwegen nachträglich genehmigte und die Finanzierung einer Gedenkstätte zusagte.[65] Ein Konzept dafür legte der Arbeitskreis Ende 1979 auf Aufforderung in Form eines dreiseitigen Textes vor, der in Teilen auch im Moorsoldat abgedruckt wurde, ohne dass die Überlebenden jedoch nachweislich an der Formulierung beteiligt waren. Das Konzept war insgesamt als Kompromissangebot an die emsländische Bevölkerung und Politik zu verstehen. Es nahm die Region aus der Verantwortung für die Emslandlager und betonte regionale Bedeutung und Nutzen einer Gedenkstätte. Auf Begriffe wie Faschismus oder Demokratisierung, die sich in einer Broschüre des Arbeitskreises von Februar 1980 weiterhin fanden, verzichteten die Autor:innen.[66] Der Vorschlag stieß bei der CDU dennoch auf Ablehnung: Innenminister Möcklinghoff und der CDU-Landtagsabgeordnete Walter Remmers – der Bruder von Kultusminister Werner Remmers – beurteilten die Idee eines umfänglich ausgestatteten DIZ Emslandlager als zu weitgehend.[67]

Dies bedeutete zwar einen Rückschlag, nicht aber das Ende des Arbeitskreises. Wie zuvor in Oldenburg führten die Mitglieder gemeinsam mit Überlebenden die Öffentlichkeitsarbeit für ein DIZ als probates Mittel fort. Vom 11. bis zum 16. Februar 1980 organisierte der Arbeitskreis eine Ausstellung von Kunst aus den Emslandlagern im DGB-Heim in Papenburg. Damit wollte der Arbeitskreis zeigen, wie die Häftlinge der Emslandlager »moralischen Halt«, »Hoffnung auf eine freie Zukunft«, »Widerstandswille[n] gegen die faschistische Barbarei und die Solidarität« durch Kunst im Lager festigten.[68] Ausgestellt wurden Werke der Überlebenden Adolf Bender und Ernst Walsken – beide hatten ihre Werke in unterschiedlichen Zusammenhängen auch schon 1977 in Oldenburg präsentiert. Bender erklärte in der Begleitbroschüre, mit seiner Beteiligung dem Vergessen der »Leiden und Opfer Tausender Demokraten« auch nach 1945 etwas entgegensetzen zu wollen. Nicht »um das eigene Nest zu beschmutzen«, sondern um »über die Ursache des Niederganges der ersten Republik nachzudenken und einer erneuten Diktatur vorzubeugen«.[69] Walsken mahnte vor der Gefahr einer Wiederholung der Vergangenheit und forderte, »die Fragen der jungen Generation über unsere unselige Vergangenheit zu beantworten«.[70] Das Moorsoldatenkomitee beteiligte sich nicht an der Veranstaltung. Seine Mitglieder hatten sich aber 1977 im Kontext der Tagung in Oldenburg darüber ausgetauscht, ob Walsken »nur gegen den Stalinismus« etwas habe – oder darüber hinaus auch gegen den Kommunismus. Sie betrachteten dies jedoch als nebensächlich, schätzten Walsken vielmehr als einen, »der politisch bereit ist, Seitenhiebe auszuteilen«.[71] Weder Walsken noch Bender waren Parteikommunisten.

Die Presse im Emsland berichtete ausführlich über die Ausstellung, setzte jedoch andere Schwerpunkte als die Aktivist:innen. In der Ems-Zeitung heißt es am 13. Februar 1980: »Ernst Walsken […] hat die emsländische Bevölkerung nachdrücklich vor dem Verdacht in Schutz genommen, sie hätte sich an den Vorgängen in den Internierungslagern mitschuldig gemacht«, was Bürgermeister Heinrich Hövelmann (CDU) sehr begrüßt habe. Walsken habe gefordert, »die jetzige bundesdeutsche Demokratie zu verteidigen […], die Verwirklichung des ›Sozialismus‹ sei dagegen sekundär«.[72] Während der Gegenwartsbezug als Agenda auch hier hervorgehoben wird, ging es diesen Zitaten zufolge in der Ausstellung nicht um den Ausbau von Demokratie als partizipatives Projekt, sondern darum, den Status quo der liberalen Demokratie zu erhalten.[73] Weder in der Presse noch in der Broschüre des Arbeitskreises wurde konkret erklärt, wovor die Demokratie zu schützen sei bzw. worin die Gefahr einer Wiederholung des Nationalsozialismus konkret bestand. Die Antwort war zwischen den Zeilen in den Worten des DGB-Kreisvorsitzenden Ossowski versteckt: »›Unsere Solidarität gebührt all denen, die gegen Faschismus und jegliche Form von Totalitarismus gekämpft haben und noch kämpfen.‹«[74] Mit dem Begriff des Totalitarismus verschob Ossowski die zuvor antifaschistische Deutung der Kunst aus den Emslandlagern in Richtung konservativer Diskurse.

Angesichts der medialen Resonanz und dieser Deutungsverschiebung erklärt sich, warum die Ausstellung von Walsken und Bender vom 25. Februar bis 1. März 1980 ein zweites Mal, nun im Rathaussaal in Papenburg, gezeigt wurde. Auf dem Deckblatt der Handreichung heißt es, »Stadtdirektor Post und Bürgermeister Hövelmann [seien] so beeindruckt« von der Ausstellung gewesen, dass sie sie auch im Rathaus zeigen wollten. Die in der Broschüre zur ersten Ausstellung formulierten Absichten des Arbeitskreises sind nicht abgedruckt, ebenso fehlen die programmatischen Worte Benders. Überwiegend finden sich Zitate von Walsken und aus einem Buch Vinkes über Carl von Ossietzky. Vinke war als »aus Rhede stammende[r] NdR-Redakteur [sic!]« für einen Vortrag eingeladen, womit dieser vormalige »Nestbeschmutzer« nun als Emsländer und Journalist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgestellt wurde.[75] Walsken, Bender oder der Arbeitskreis scheinen bei dieser Ausstellung nicht anwesend gewesen zu sein. Die Integration der Erinnerungen der ehemaligen Häftlinge der Emslandlager in die konservative Kulturpolitik der Region erfolgte unter Ausschluss nicht nur der antifaschistischen, sondern auch der basisdemokratischen Agenda.

Die Arbeit der Gedenkstättenbewegung richtete sich hingegen weiter an dem Ziel der Demokratisierung aus. Ab 1981 trieben die Mitglieder ihre immer wieder gescheiterten Bemühungen um ein DIZ verstärkt im Aktionskomitee unter dem Vorsitz von Werner Boldt voran. Neben der Errichtung und dem Betrieb eines eigenständigen DIZ Emslandlager war die »Auseinandersetzung mit undemokratischen Entwicklungen oder neofaschistischen Gefahren der Gegenwart« die erklärte Aufgabe.[76] An dem hohen Stellenwert aller Opfer und Überlebenden der Emslandlager, ihrer Selbstzeugnisse und individuellen Erfahrungen hielt der Verein als leitendes Ideal fest.[77] Im Bericht eines internationalen, antifaschistischen Workcamps 1981 wies das Aktionskomitee auf die fehlende Würdigung »wegen krimineller Delikte« Inhaftierter, »Militärstrafgefangene[r]« und »Kriegsgefangene[r]« hin.[78] Auch die im Emsland gescheiterte Anerkennung von kommunistischen Überlebenden blieb weiterhin ein Thema. Boldt und Suhr forderten im gleichen Jahr – allerdings in einer Publikation, die nicht mit dem Aktionskomitee erstellt worden war – »einen vorurteilsfreien, kritischen Umgang mit Kommunisten […], wie er in allen anderen westeuropäischen Demokratien üblich ist«.[79]

 

IV. Fazit 

Die Gedenkstättenbewegung im Emsland sammelte Zeugnisse der Überlebenden der Emslandlager aus der Zeit ab 1933, ihre danach dokumentierten Lebenserinnerungen und die kulturellen Ausdrucksformen, in denen diese Zeugnisse für die Gegenwart neu interpretiert wurden. Die Sammlung war jedoch nicht Ziel, sondern ein Modus der Arbeit der Gedenkstättenbewegung. Präsentation und Produktion von kulturellen Ausdrucksformen gingen der Aufbewahrung an einem konkreten Ort voraus. Zunächst folgte die Kulturproduktion alten kommunistischen und neuen basisdemokratischen Praktiken, wie beispielsweise der Reproduktion von Kunstwerken oder der Oral History. Unterschiedliche Zeitebenen und Kulturpraktiken wurden miteinander verflochten und in ein Ideal einer antifaschistischen und demokratischeren Gesellschaft überführt. Das Ziel der Anerkennung der zunächst überwiegend kommunistischen Überlebenden als Verfolgte und Widerstandskämpfer war in dieser Vorstellung untrennbar mit ihrer Anerkennung als Teil der bundesrepublikanischen Gesellschaft verbunden.

Von Beginn an bemühte sich die Gedenkstättenbewegung, kommunistische und andere ehemalige Häftlinge der Emslandlager als eine zwar nicht homogene, aber in ihren Idealen doch geeinte Gruppe darzustellen. Unter dem Begriff des Antifaschismus fanden so Überlebende und junge Akteure als linke Demokrat:innen zusammen. Sie forderten einen gemeinsamen Antifaschismus, wie ihn Kommunisten und Sozialdemokraten 1933 noch überwiegend abgelehnt hatten, was viele Überlebende retrospektiv als zentralen Fehler der Widerstandsbewegung deuteten. Ihrer eigenen Heterogenität begegnete die Bewegung mit Idealen wie Solidarität und Anerkennung. Das Sammeln individueller Zeugnisse gab Raum, heterogene und veränderliche politische Einstellungen zu erzählen, und sprach ganz unterschiedlichen Erinnerungen durch ihre Aufbewahrung einen Wert zu. Der Begriff des Antifaschismus einte dieses breite linke Spektrum eine Zeit lang. Die Arbeit im Emsland, aber auch die hinsichtlich der Verfolgungsgründe diverser werdende Gruppe von Überlebenden, erforderte jedoch einen teilweisen Abschied von der Interpretation dieses Begriffs. Erst als die Ausstellung der künstlerischen Werke der ehemaligen Häftlinge Bender und Walsken öffentlich als Akt gegen den »Totalitarismus« gedeutet wurde, konnte sie von der Kommunalpolitik öffentlich als demokratisch anerkannt werden. Kommunisten traten jedoch sowohl öffentlich als auch im Kontext einer Pluralisierung der gesammelten Geschichten und Zeugnisse in der Gedenkstättenbewegung von ihrer prominenten Position zunehmend zurück. Als Teil des Ganzen blieben sie aber auch im Zuge der Institutionalisierung des DIZ Emslandlager ab Mitte der 1980er-Jahre Bestandteil der Arbeit und Sammlung.

Stand in den 1970er-Jahren noch das Ziel einer Demokratisierung durch eine »antifaschistische Traditionsbildung« auf der Agenda der Bewegung, wich dies bald dem alleinigen Fokus auf eine »Demokratisierung«. Diese sollte durch Bildungsarbeit mit den bereits gesammelten Zeugnissen und Geschichten erreicht werden. Auf konservative Politiker im Emsland wirkte auch das noch zu radikal. In der lokalen CDU wurden die Ideale der Gedenkstättenbewegung als Gefahr für die bundesrepublikanische Demokratie betrachtet. Als Türöffner dienten im Emsland schließlich Kunstwerke von nicht kommunistischen Überlebenden, die zwar zum Erhalt der Demokratie mahnten, ihrer Ausweitung jedoch keine Priorität beimaßen.

 


[1] Jürgen Bacia/Cornelia Wenzel: Bewegung bewahren. Freie Archive und die Geschichte von unten, Berlin 2013.

[2] Cornelia Siebeck: From counter-hegemonic projects to state-sponsored institutions. Memorial sites to the Nazi crimes and the politics of memory in the Federal Republic of Germany, in: Journal of Social Policy Studies 14 (2016), H. 2, S. 261–274; Jenny Wüstenberg: Zivilgesellschaft und Erinnerungspolitik in Deutschland seit 1945, Berlin 2020; zum Emsland siehe Fabian Schwanzar: Gedenkstätten im Wandel? Erinnerungsakteurinnen und -akteure und staatliche Geschichtspolitik in den 1980er Jahren, in: Herbert Diercks (Hg.): Gedenkstätten und Geschichtspolitik (= Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, Bd. 16), Bremen 2015, S. 42–52; Ann Katrin Düben: Die Emslandlager in den Erinnerungskulturen 1945–2011. Akteure, Deutungen und Formen, Göttingen 2022; Habbo Knoch: Performanz in der Provinz. Partizipatorischer Aufbruch und demokratische Erinnerungskultur in der sozialliberalen Ära, in: Stefanie Coché/Hedwig Richter (Hg.): Legitimierung staatlicher Herrschaft in Demokratien und Diktaturen. Festschrift für Ralph Jessen (= Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Bd. 110), Bonn 2020, S. 139–183; Henning Harpel: Die Emslandlager des Dritten Reichs. Formen und Probleme der aktiven Geschichtserinnerung im nördlichen Emsland 1955–1993, in: Emsländische Geschichte 12 (2005), S. 134–239.

[3] Mit »junge Linke« sind Menschen der Geburtsjahrgänge ab 1935 gemeint, mit »alte Linke« jene, die zwischen 1899 und 1909 geboren wurden.

[4] Axel Schildt/Wolfgang Schmidt: Einleitung, in: dies. (Hg.): »Wir wollen mehr Demokratie wagen«. Antriebskräfte, Realität und Mythos eines Versprechens (= Willy-Brandt-Studien, Bd. 6), Bonn 2019, S. 11–23, hier S. 15.

[5] Knoch: Performanz (Anm. 2), S. 141; Wüstenberg: Zivilgesellschaft (Anm. 2), S. 145.

[6] Da ich keine Aussage darüber treffen kann, wie sich die beteiligten Personen hinsichtlich einer geschlechtlichen Identität verorteten, verwende ich in meinem Text eine genderinklusive Sprache. Gleichsam kann ich darauf verweisen, dass in den Emslandlagern auch queere Personen inhaftiert waren, siehe Harry Pauly: Moorlager Neusustrum, in: Hans-Georg Stümke/Rudi Finkler: Rosa Winkel, Rosa Listen. Homosexuelle und »Gesundes Volksempfinden« von Auschwitz bis heute, Reinbek bei Hamburg 1981, S. 298 f.; ferner gibt es zumindest einen Beleg, dass Akteure aus dem Umfeld der Oldenburger Aktivist:innen genderinklusive, wenn auch eventuell nicht nonbinäre, Schreibweisen, wie beispielsweise »Student/inn/enbewegung« nutzten, siehe [ohne Titel], in: Zeitschrift aus der Studierendenschaft Oldenburg [unvollständig] [ca. 1986], S. 3, Archiv des Aktionskomitees für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager e.V., Papenburg (im Folgenden: Archiv AK DIZ), NL GD 20.

[7] Philipp Gassert: Bewegte Geschichte. Deutsche Protestgeschichte seit 1945, Stuttgart 2018, S. 172; Dominik Rigoll: Erfahrene Alte und entradikalisierte 68er. Menschenrechte im ›roten Jahrzehnt‹, in: Norbert Frei/Anette Weinke (Hg.): Toward a New Moral World Order? Menschenrechtspolitik und Völkerrecht seit 1945 (= Jena-Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Bd. 15), Göttingen 2013, S. 182–193; zu Solidarität siehe Dominik Rigoll: Kommunistische Solidaritätspolitik im demokratischen, nationalistischen und kolonialen Frankreich 1920–2010, in: Archiv für Sozialgeschichte 60 (2020), S. 147–181, hier S. 151; Henning Fischer: »Unvergessliche Namen«. Die Lagergemeinschaften Ravensbrück in DDR und BRD: Biografische Erfahrung im Kampf um die Erinnerung, in: Philipp Neumann-Thein/Daniel Schuch/Markus Wegewitz (Hg.): Organisiertes Gedächtnis. Kollektive Aktivitäten von Überlebenden der nationalsozialistischen Verbrechen (= Buchenwald und Mittelbau-Dora, Forschungen und Reflexionen, Bd. 3), Göttingen 2022, S. 101–133, hier S. 111.

[8] Fietje Ausländer: Streifzüge durch die Wirkungsgeschichte eines KZ-Lieds, in: Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager (Hg.): Das Lied der Moorsoldaten, 1933 bis 2000. Bearbeitungen, Nutzungen, Nachwirkungen. In Kooperation mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv, Papenburg 2002, S. 3–8.

[9] Düben: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 164.

[10] Ebd., S. 232.

[11] Ebd., S. 235.

[12] Werner Boldt: Über einen Versuch, Erinnerung zu organisieren. Projekt: Emslandlager, in: Wilhelm van Kampen (Hg.): Geschichte in der Öffentlichkeit. Tagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik vom 5.–8. Oktober 1977 in Osnabrück (= Anmerkungen und Argumente zur historischen und politischen Bildung, Bd. 23), Stuttgart 1979, S. 41–54, hier S. 42; Der Moorsoldat Nr. 2 vom März 1977, S. 4 f., AK DIZ), NL GD 19; Der Moorsoldat Nr. 1 vom Januar 1977, S. 3, Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[13] Boldt: Über einen Versuch (Anm. 12), S. 43; ders. u. a.: Emslandlager – Zur »Kriegsgräberstätte«, zum Bundeswehrdepot, zur Justizvollzugsanstalt, zum Kartoffelacker …, in: Detlef Garbe (Hg.): Die vergessenen KZs? Gedenkstätten für die Opfer des NS-Terrors in der Bundesrepublik, Bornheim-Merten 1983, S. 69–92, hier S. 84.

[14] Bericht zum Vortrag »Hölle im Moor« bei der SPD-Versammlung Linden-Limmer am 28. März 1977, Archiv der Vereinigung der Verfolgten-Bund der Antifaschisten Niedersachsen (im Folgenden: Archiv VVN Nds.), AugBau 46.

[15] Der Moorsoldat Nr. 3 vom August 1977, S. 1 f., Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[16] Der Moorsoldat Nr. 3 vom November 1976, S. 2 f., Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[17] Der Moorsoldat Nr. 1 vom Januar 1977, S. 3; Der Moorsoldat Nr. 2 vom März 1977, S. 5, beide: Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[18] Dass es hier auch um den Antikommunismus der frühen Bundesrepublik und die Anerkennung von kommunistischen Widerstandskämpfern in der DDR ging, liegt nahe, kann aber aus den Quellen nicht belegt werden.

[19] Boldt: Über einen Versuch (Anm. 12), S. 46.

[20] Ebd., S. 42; Knoch: Performanz (Anm. 2), S. 169.

[21] Boldt: Über einen Versuch (Anm. 12), S. 48.

[22] Ebd.

[23] Michael Schmidtke: The German New Left and National Socialism, in: Philipp Gassert/Alan E. Steinweis (Hg.): Coping With The Nazi Past. West German Debates on Nazism and Generational Conflict, 1955–1975, New York 2013, S. 176–193.

[24] Schreiben von Günter Daus an Karl Schabrod und Hermann Bogdal vom 15.12.1976, Archiv AK DIZ, NL GD 12.

[25] Schreiben von Günter Daus an Büromitglieder vom 24.12.1976, Archiv AK DIZ, NL GD 12.

[26] Schreiben von Günter Daus an August Baumgarte 7.8.1977, Archiv VVN Nds., Aug Bau 104.

[27] Schreiben August Baumgarte an Günter Daus 9.2.1977, Archiv VVN Nds., Aug Bau 104.

[28] Der Moorsoldat Nr. 1 vom März 1977, S. 3 (Anm. 17).

[29] Der Moorsoldat Nr. 3 vom November 1976, S. 1, Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[30] Plakat »Die Hölle im Moor – Schule d. Widerstandes«; Die Emsland-KZʼs/Carl von Ossietzky, in: Stadtschülerrat Oldenburg (Hg.): SSR-Zeitung 1977, S. 7 f., beide: Archiv AK DIZ, NL GD 69.

[31] Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Dritte Fassung, in: Rolf Tiedemann/Hermann Schweppenhäuser (Hg.): Walter Benjamin: Gesammelte Schriften. Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem, Frankfurt a. M. 1991, S. 435–508, S. 508.

[32] Düben: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 233.

[33] Siehe den Beitrag von Yves Müller und Benet Lehmann in diesem Band.

[34] Der Moorsoldat Nr. 3 vom August 1977, S. 2, Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[35] Oriana Sieling/Elke Suhr: Die Geschichte der Emslandlager, unveröffentlichte Seminararbeit, Universität Oldenburg 1979.

[36] Elke Suhr: Die Emslandlager. Die politische und wirtschaftliche Bedeutung der emsländischen Konzentrations- und Strafgefangenenlager 1933–1945, Bremen 1985, S. 18.

[37] Dorothee Wierling: Fünfundzwanzig Jahre: Oral History, in: WerkstattGeschichte (2017), H. 75, S. 83–88, hier S. 83.

[38] Onno Poppinga/Martin Barth/Hiltraut Roth: Ostfriesland. Biographien aus dem Widerstand, Frankfurt a. M. 1977, S. 8; Suhr: Die Emslandlager (Anm. 36), S. 19.

[39] Düben: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 232 u. 243; Lutz Niethammer (Hg.): Arbeiterinitiative 1945. Antifaschistische Ausschüsse und Reorganisation der Arbeiterbewegung in Deutschland, Wuppertal 1976.

[40] Interview Berthold Kruse, Archiv AK DIZ, AV.EL_Int. 107.

[41] Interview August Baumgarte 1978, Archiv AK DIZ, AV.EL_Int. 108.

[42] Interview Karl Schabrod, Archiv AK DIZ, ohne Signatur.

[43] Poppinga/Barth/Roth: Ostfriesland (Anm. 38), S. 142.

[44] Ebd., S. 164.

[45] Interview Karl Schabrod Archiv 1978, Archiv AK DIZ, ohne Signatur; Interview Hermann Bogdal Archiv AK DIZ, ohne Signatur.

[46] Interview August Baumgarte 1978, Archiv AK DIZ, AV.EL_Int. 108.

[47] Der Moorsoldat Nr. 2 vom 15. November 1956, S. 1, Archiv AK DIZ, NL GD 19; Wolfgang Langhoff: Die Moorsoldaten. 13 Monate Konzentrationslager, Stuttgart 1978 [1935], S. 141 f.

[48] Richard Rohrmoser: Antifa. Portrait einer linksradikalen Bewegung, von den 1920er Jahren bis heute, München 2022, S. 70; René Lehmann: Das politische Leben und Wirken des KPD/DKP-Politikers Karl Schabrod in der Bundesrepublik, Dissertation Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2021, S. 30–33.

[49] Der Moorsoldat Nr. 1 vom Februar 1978, S. 8, Archiv AK DIZ, NL GD 19.

[50] Dietmar Süß: Die neue Lust am Streit. »Demokratie wagen« in der sozialdemokratischen Erfahrungswelt der Ära Brandt, in: Axel Schildt/Wolfgang Schmidt (Hg.): »Wir wollen mehr Demokratie wagen«. Antriebskräfte, Realität und Mythos eines Versprechens (= Willy-Brandt-Studien, Bd. 6), Bonn 2019, S. 125–141, hier S. 133; Geoff Eley: Forging democracy. The history of the left in Europe, 1850–2000, Oxford/New York 2002, S. 417.

[51] Suhr: Die Emslandlager (Anm. 36).

[52] Ebd., S. 14 f.

[53] Bernd Faulenbach: Die Emslandlager in der deutschen Erinnerungskultur, in: ders./Andrea Kaltofen (Hg.): Hölle im Moor. Die Emslandlager 1933–1945, (= Schriftenreihe der Gedenkstätte Esterwegen, Bd. 1), S. 287–292, hier S. 288. Einen – stark zugespitzten und polemisierenden – Einblick in die Unwilligkeit der lokalen Bevölkerung gab am 15. November 1966 die ARD-Sendung »Report« mit zahlreichen Bildern und Interviews aus der Region, siehe Knoch: Performanz (Anm. 2), S. 156.

[54] Harpel: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 135; Knoch: Performanz (Anm. 2), S. 159.

[55] Ebd., S. 30 f.

[56] Gassert: Bewegte Gesellschaft (Anm. 7), S. 170.

[57] Werner Remmers: Gefährdungen der Demokratie (= Gesellschaftspolitische Vortragsreihe, H. 3), hrsg. vom Industriellen Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland, Osnabrück 1979.

[58] Ebd., S. 9.

[59] Ebd., S. 10.

[60] Ebd., S. 17.

[61] Faulenbach: Die Emslandlager (Anm. 53), S. 289 f.; zu den Parallelitäten und Verstrickungen der Erinnerungsarbeit der Gedenkstättenbewegung und des Landkreises Emsland in den 1980er-Jahren siehe Joscha Hollmann: Der Kampf um Erinnerung in einem regionalen Memory Regime. Aushandlungen von Modi und Orten des Erinnerns und Gedenkens an die »Emslandlager« im Emsland der 1980er Jahre, unveröffentlichte Masterarbeit Universität Osnabrück 2023.

[62] Arbeitskreis Carl von Ossietzky Emsland/Ostfriesland: Emslandlager. … hinter Stacheldraht … gequält, gefoltert … auf der Flucht erschossen … ist der Rest Schweigen? Eine Dokumentation, Papenburg 1980, Archiv AK DIZ, Sammlung Burkhard Kinzner.

[63] Düben: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 198.

[64] Knoch: Performanz (Anm. 2), S. 173; Harpel: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 205.

[65] Ebd.

[66] Arbeitskreis Carl von Ossietzky Emsland/Ostfriesland: Emslandlager (Anm. 62).

[67] Harpel: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 205; Düben: Die Emslandlager (Anm. 2), S. 237.

[68] Die Moorsoldaten – Ausstellung: Bilder aus dem KZ Esterwegen, Archiv AK DIZ, Sammlung Burkhard Kinzner.

[69] Ebd.

[70] Ebd.

[71] Schreiben August Baumgarte an Günter Daus, 23. Januar 1977, Archiv VVN Nds., AugBau 104.

[72] Ems-Zeitung vom 13.2.1980, Archiv AK DIZ, Presseausschnittsammlung 1980.

[73] Gassert: Bewegte Gesellschaft (Anm. 7), S. 170.

[74] Ems-Zeitung (Anm. 72).

[75] » Moorsoldaten«. Ausstellung von Bildern, die im KZ Esterwegen entstanden, Archiv AK DIZ, Sammlung Burkhard Kinzner.

[76] Satzung des Aktionskomitees für ein Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager e.V., Papenburg, §2, Archiv AK DIZ, NL GD 1.

[77] Knoch: Performanz (Anm. 2), S. 181.

[78] Bericht über das Workcamp 1981 in Esterwegen, Archiv AK DIZ, ohne Signatur, S. 6.

[79] Elke Suhr/Werner Boldt: Lager im Emsland 1933–1945. Geschichte und Gedenken (= Kooperation Gewerkschaften-Hochschulen, Bd. 6), Oldenburg 1985, S. 71.

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