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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

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Hradílek, Tomáš

* 1945

Tomáš Hradílek wurde 1945 im mährischen Lipník nad Bečvou als Sohn eines Finanzbeamten geboren. Er studierte Zootechnik an der Hochschule für Landwirtschaft in Brünn (Brno) und arbeitete außerdem als Assistent am Lehrstuhl für Genetik. In der Überzeugung, Einfluss auf die politische Entwicklung nehmen zu können, trat er der Kommunistischen Partei bei. Im Sommer 1967 begann er einen einjährigen Militärdienst und war auch zur Zeit des *Einmarsches von Truppen des Warschauer Pakts in die…

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Šabatová, Anna

* 1951

Anna Šabatová wurde 1951 als Tochter von Jaroslav Šabata in Brünn (Brno) geboren. Nach dem Abitur 1969 studierte sie Philologie und Geschichte am Philologischen Institut der Brünner Universität. Vor den Parlamentswahlen im Herbst 1971 wurde sie, wie schon ihr Vater und ihre beiden Brüder, für die Verbreitung von Flugblättern verhaftet, auf denen sie geschrieben hatte, dass Wahlen keine Pflicht, sondern ein Recht seien. Anschließend wurde sie wegen „umstürzlerischen Verhaltens“ zu drei Jahren…

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Malý, Václav

* 1950

Václav Malý wurde 1950 in Prag geboren. 1969 begann er ein Studium an der Kyrill- und Method-Fakultät für Theologie in Leitmeritz (Litoměřice), das er zwischen 1971 und 1973 aufgrund des Grundwehrdienstes unterbrechen musste. Nach Abschluss seines Studiums 1976 wurde er in der Veitskathedrale zu Prag zum Priester geweiht und war danach als Kaplan im mittelböhmischen Vlašim und in Pilsen (Plzeň) tätig. Schon während des Studiums unterhielt Malý Kontakte zu Kreisen sogenannter nonkonformistischer…

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Benda, Václav

* 1946 – ✝ 1999

Václav Benda wurde in Prag geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums im Jahr 1964 begann er ein Studium der Bohemistik und Philosophie an der Prager Karls-Universität. 1968 war er in der Studentenbewegung aktiv, Vorsitzender des Studentenrats an der philosophischen Fakultät sowie Gründer des Klubs der katholischen Jugend. 1970 promivierte er mit einer Arbeit über den Schriftsteller und Philosophen Ladislav Klíma. Václav Benda studierte außerdem an der Fakultät für Mathematik und Physik der…

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Uhl, Petr

* 1941 – ✝ 2021

Petr Uhl wurde 1941 in Prag geboren, wo seine Eltern als Handelsvertreter arbeiteten. 1958 schloss er die Schule mit der mittleren Reife ab und studierte bis 1963 Maschinenbau an einer Technischen Hochschule. Anschließend arbeitete er von 1965 bis 1969 als Konstrukteur und Patent-Sachbearbeiter und unterrichtete berufsbezogene Fächer an einer technischen Oberschule für Elektrotechnik. In den 60er Jahren knüpfte er Kontakte zu linken Intellektuellen aus Westeuropa, vor allem aus Frankreich und…

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Mlynář, Zdeněk

* 1930 – ✝ 1997

Zdeněk Mlynář wurde 1930 im mährischen Vysoké Mýto (Hohenmaut) geboren. Sein Vater Hubert Müller (1945 ließ er den Familiennamen in die tschechische Form Mlynář ändern) war Berufsoffizier. Aus diesem Grund wechselte die Familie häufig den Wohnort und lebte die meiste Zeit in slowakischen Garnisonsstädten. Während des Zweiten Weltkrieges ging Mlynář auf ein Gymnasium im Prager Stadtteil Žižkov, wo er 1949 das Abitur ablegte. 1946 trat er gemeinsam mit der Familie in die Kommunistische Partei der…

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Marvanová, Hana

* 1962

Hana Marvanová wurde 1962 im mährischen Rýmařov geboren. Ihr Vater war Versicherungsvertreter, die Mutter Lehrerin. Sie studierte 1981–86 Jura an der Karls-Universität in Prag und arbeitete anschließend für kurze Zeit am Institut für Informationssysteme der Kultur. 1987–90 war sie als Juristin bei einem Unternehmen der städtischen Wohnungswirtschaft in Prag tätig. Bereits während ihres Studiums hatte sie Kontakt zu Personen der alternativen Kulturszene. Unter dem Einfluss František Stáreks, den…

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Vaculík, Ludvík

* 1926 – ✝ 2015

Ludvík Vaculík wurde 1926 im mährischen Brumov (Brumow) geboren und entstammt einer Zimmermannsfamilie. 1941–46 arbeitete er in den Schuhfabriken von Tomáš Baťa in Zlín und Zruč nad Sázavou (Srutsch an der Sasau). 1943 schloss er seine zweijährige Berufsschulausbildung zum Schuster und 1946 seine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann ab. 1946–50 studierte er am Institut für Politikwissenschaft und Journalismus der Prager Hochschule für Politik- und Sozialwissenschaften. 1948–51 war er als Erzieher…

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Navrátil, Augustin

* 1928 – ✝ 2003

Augustin Navrátil wurde 1928 in Lutopecny (Lutopetz) im mährischen Landkreis Kroměříž geboren, wo er auch durchgehend lebte. Seine Eltern waren Landwirte, er selbst erlernte den Beruf des Tischlers. Navrátil ging auf eine Abendschule für die mittlere Reife, die er jedoch nicht abschloss. In den 50er Jahren lehnten seine Eltern den Beitritt zu einer der staatlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften ab, was ihm später seine Arbeitssuche erschwerte. Er wechselte häufig seine…

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Hejdánek, Ladislav

* 1927 – ✝ 2020

Ladislav Hejdánek wurde 1927 in Prag geboren. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Prager Karls-Universität. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Der Begriff der Wahrheit und einige seiner ontologischen Voraussetzungen“ verteidigter er 1952 beim letzten nichtmarxistischen Professor der Philosophischen Fakultät, Jan Blahoslav Kozák. Aufgrund seiner christlichen Überzeugung wurde Hejdánek die wissenschaftliche Laufbahn verwehrt. Nach mehrmonatigen Arbeitseinsätzen und zweijährigem…

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Šabata, Jaroslav

* 1927 – ✝ 2012

Jaroslav Šabata wurde 1927 im südmährischen Tullnitz (Dolenice) geboren und entstammte einer katholischen Bauernfamilie. Er wuchs in einem deutsch-tschechischen Umfeld auf, seine Mutter war Deutsche. Šabata ging in Brünn (Brno) aufs Gymnasium, musste das letzte Jahr des Zweiten Weltkrieges jedoch Zwangsarbeit leisten. Nach Kriegsende 1945 und Abitur 1946 studierte er Philosophie, Geschichte und Psychologie an der Brünner Masaryk-Universität, wo er 1953–1964 als Dozent am Lehrstuhl für…

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Němcová, Dana

* 1934 – ✝ 2023

Dana Němcová wurde 1934 in Most (Brüx) im Norden der Tschechoslowakei geboren und entstammte einer Lehrerfamilie. Als Kind wurde sie Zeugin der von Tschechen bei der Vertreibung der Deutschen verübten Gewalt. Die öffentliche Kampagne für die Todesstrafe in politischen Prozessen zu Beginn der 50er Jahre war für sie eine ähnlich aufrüttelnde Erfahrung. Eine der damaligen Hauptangeklagten war Milada Horáková. Nach ihrem Abitur 1952 war sie als Grundschullehrerin tätig. Sie studierte 1953–58…

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Hájek, Jiří

* 1913 – ✝ 1993

Jiří Hájek wurde 1913 im mittelböhmischen Krhanice bei Benešov geboren. Sein Vater war Schulleiter, seine Mutter Lehrerin. 1924 zog die Familie nach Prag, dort ging er in Vinohrady auf das Gymnasium. 1932 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Karls-Universität und besuchte gleichzeitig Vorträge des französischen Ernest-Denis-Institutes. Die Weltwirtschaftskrise und der wachsende Einfluss der Nationalsozialisten in Deutschland waren der Grund, warum Hájek sich linken…