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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

BioLex - Handbuch Deutsche Kommunisten

Goppelt, Franz

* 26.11.1894 ✝ 7.1.1975

Geboren am 26. November 1894 in Staßfurt, Sohn eines Kellners; Lehre und Arbeit als Motorenschlosser. 1912 Mitglied des DMV, 1913 der SPD. 1914/15 Soldat im Weltkrieg, von 1915 bis 1918 Arbeiter bei Krupp in Oberhausen. 1917 Mitglied der USPD und der Spartakusgruppe, Vorsitzender der USPD-Ortsgruppe in Oberhausen. Im November 1918 wurde Goppelt dort Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates, im Dezember 1918 nahm er als Delegierter am Gründungsparteitag der KPD in Berlin teil. Bis 1923 war er Mitglied des Bezirksausschusses der KPD Rheinland-Westfalen. Im Januar 1920 verurteilte ihn das Militärgericht in Wesel zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Während des Kapp-Putsches wurde er im April 1920 aus dem Gefängnis in Bochum befreit, er flüchtete nach Moers, ins belgisch besetzte Gebiet. Hier vertrat er zeitweilig den UB-Sekretär Arthur König. Im Oktober 1923 von der Zentrale beauftragt, Waffen zu beschaffen und zu lagern, lebte Goppelt bis Mai/Juni 1924 illegal. Anschließend arbeitete er als Taxifahrer und bei der Berliner Verkehrsgesellschaft. 1933 für die illegale KPD in Berlin tätig und hier ab 1936 Schweißer. Im März 1945 Umsiedlung nach Calau, im Juni 1945 trat er in den Polizeidienst und wurde Kriminalrat in Calau. 1946 nach Potsdam versetzt, stellvertretender Leiter des LKA Brandenburg. 1950/51 war Goppelt Kommandeur der MfS-Landesbehörde Mekklenburg, 1953 Offizier der KVP, von 1956 bis 1958 der NVA, zuletzt Stellvertreter des Chefs des Wehrbezirkskommandos Schwerin. Als Major d. R. 1958 ausgeschieden, 1974 erhielt er den VVO in Gold. Franz Goppelt starb am 7.Januar 1975 in Krakow am See/Krs. Güstrow.

Geboren am 6. Juli 1885 in Braunsberg/Ostpreußen, Sohn eines Glasermeisters. Als Student 1914/15 Soldat, als Kriegsbeschädigter entlassen, legte er 1916 seine wissenschaftlichen Prüfungen ab, wurde im April 1919 in Berlin Studienrat, im Oktober 1921 Oberstudiendirektor und Schulleiter des Friedrichsgymnasiums, 1923 Direktor des Köllnischen Gymnasiums, er schuf die erste Aufbauschule Berlins für begabte Volksschüler. 1918 Mitglied der USPD, Ende 1920 der KPD. Seit 1919 Stadtverordneter in Alt-Berlin, blieb er dies bis 1929 – zuerst für die USPD, dann für die KPD – auch in der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Seit ihrer Gründung im Dezember 1918 gehörte Goß der »Vereinigung sozialistischer Lehrer« an und wurde im März 1919 in deren Vorstand gewählt. Ab 1921 unbesoldeter Stadtrat im Bezirk Tiergarten, von der Bezirksversammlung des Bezirks Köpenick 1926 zum besoldeten Bezirksstadtrat (Stadtschulrat) gewählt. Bis 1929 Spitzenkandidat der KPD für Berlin-Tiergarten. Im März 1929 stellvertretendes Mitglied für den verstorbenen Wilhelm Bartz im Preußischen Staatsrat. Kurze Zeit später verließ Goß die KPD aus Protest gegen die ultralinke Politik der Parteiführung. Von den Nazis 1933 als Stadtschulrat ohne Ruhestandsbezüge entlassen. Er zog nach Mecklenburg, schlug sich dort mit Schwarzarbeit als Fischer oder in Gärtnereien durch. 1945 gründete er in Zarrenthin/Mecklenburg die SPD, kehrte dann nach Berlin zurück. Im August 1945 heiratete Goß seine Lebensgefährtin, mit der er seit 1906 zusammengelebt und zwei Töchter hatte. An der Gründung der Gewerkschaft der Lehrer und Erzieher beteiligt, wurde er als Sozialdemokrat zum Zweiten Vorsitzenden gewählt. Die Stadt Berlin stellte ihn wieder im Schuldienst ein, zunächst Schulleiter in Mariendorf, später Bezirksschulrat von Tempelhof und seit Januar 1946 Personaldezernent im Hauptschulamt von Groß-Berlin. Franz Goß starb am 13. September 1950 in Berlin (West).

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten