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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR?

Staudte, Wolfgang

* 9.10.1906 ✝ 19.1.1984

Geb. in Saarbrücken, aufgew. in Berlin; Vater u. Mutter Schauspieler; mittlere Reife; Autoschlosser; Motorradrennfahrer; Ing.-Studium; 1926 erste Theatererfahrungen in Schneidemühl; dann Volksbühne Berlin bei Max Reinhardt u. Erwin Piscator; ab 1931 Auftritte im Film; ab 1933 Regie von Kurzfilmen; 1943 erste Spielfilmregie »Akrobat schö-ö-ön«; zeitw. Berufsverbot.

1946 erster dt. Nachkriegsfilm »Die Mörder sind unter uns« (DEFA); weitere DEFA-Filme: 1948 »Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B.«, 1949 »Rotation«; 1951 NP; 1952 »Der Untertan« (nach Heinrich Mann), 1953 »Die Geschichte vom kleinen Muck« (nach Wilhelm Hauff), 1954 »Leuchtfeuer«; ab 1955 Korr. Mitgl. der AdK; 1955 nach Streitigkeiten mit  Bertolt Brecht wegen der Verfilmung von »Mutter Courage u. ihre Kinder« Abbruch der Dreharbeiten u. Weggang von der DEFA; ab 1956 Filme in der Bundesrep. Dtl., wie schon in der DDR häufig zu antifa. Themen, u. a.: 1959 »Rosen für den Staatsanwalt«, 1960 »Kirmes«, 1964 »Herrenpartie«; ab 1968 fast ausschließl. Arbeit fürs Fernsehen, u. a. 1971 »Der Seewolf«, 1979 »Der eiserne Gustav«, 1983 »Der Snob«; zahlr. Folgen des »Tatorts« u. a. Krimiserien; 1975 Filmband der Bundesrep. Dtl.; 1979 Großes Verdienstkreuz der Bundesrep. Dtl.; gest. bei Außenaufnahmen zum TV-Mehrteiler »Der eiserne Weg« in Zigarski (Slowenien).

Seit 1990 wird jährl. auf der Berlinale der W.-St.-Preis im Internat. Forum des Jungen Films vergeben.

Sek.-Lit.: Knietzsch, H.: W. S. Berlin 1966; Orbanz, E. (Hrsg.): W. S. Berlin 1977; Ludin, M.: W. S. Reinbek 1996; Schmidt-Lenhard, U. u. a. (Hrsg.): Courage u. Eigensinn. Zum 100. Geb. von W. S. Berlin 2006.

Ralf Schenk

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten