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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Taubert, Heinrich

* 31.1.1929 – ✝ 18.5.2007

Geb. in Großensee (Krs. Eisenach); Vater Bergmann; Volksschule; Bauhilfsarbeiter; 1945 – 47 OS, Abitur; 1947 / 48 Fördermann u. Praktikant im VEB Steinkohlenwerk Deutschland in Oelsnitz, im Kaliwerk Heiligenrode sowie in Dorndorf u. im Werk Wintershall; 1948 – 53 Studium an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Berging.; 1949 SED; 1953 / 54 Ass., 1955 – 58 Techn. Ltr. des VEB Eisenerzgruben Saalfeld; 1958 – 60 Techn. Ltr. u. stellv. Grubendir. im VEB Maxhütte Unterwellenborn; 1960 – 63 Abt.-Ltr. Prod.…

Wer war wer in der DDR

Tegtmeier, Adolf

* 25.10.1894 – ✝ 14.3.1975

Geb. in Bielefeld; Studium der Med., Prom. zum Dr. med.; 1924 – 34 Oberarzt in Bad Berka; ab 1934 Chefarzt u. Ärztl. Dir. der Tbc-Heilstätten Bad Berka; 1954 – 57 Ärztl. Dir. u. Chefarzt an der Tbc-Heilstätte Bad Berka; ab 1954 Prof. u. zugl. Mitgl. der Med. Akad. Erfurt (Lungentuberkulose); 1957 – 59 Präs. der Tbc-Ges. der DDR; 1961 Obermedizinalrat; Mitgl. der LDPD; 1964 NP; 1956 VVO.

Wer war wer in der DDR

Tembrock, Günter

* 7.6.1918 – ✝ 26.1.2011

Geb. in Berlin; Vater Lehrer; 1928 – 37 Reform-Realgymnasium; 1937 – 41 Studium der Paläontol., Zool. u. Anthropol. an der Univ. Berlin; 1941 Prom. an der Univ. Berlin; 1941 – 44 Hilfsassistent am Zoolog. Inst. Herbst 1945 Gründer des Arbeitskrs. Mensch u. Natur an der noch nicht eröffneten Berliner Univ.; 1946 erster Assistent am Zoolog. Inst. der Univ.; Lehrtätigkeit u. seit 1947 verhaltensbiolog. Untersuchungen; 1948 Gründung der Forschungsstätte für Tierpsychol. am Inst. mit Unterstützung…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tenner, Albin

* 27.2.1885 – ✝ 20.1.1967

Geboren am 27. Februar 1885 in Rauenstein/ Thüringen; aus Armut schon als Kind Porzellanmaler, dann Lehre als Porzellanarbeiter. Als er eine Freistelle im Lehrerseminar Hildburghausen bekam, konnte er 1905 Volksschullehrer werden. In Sonneberg holte er das Abitur nach und studierte bis 1915 Naturwissenschaften. Später Soldat, zunächst Dolmetscher in Ohrdruf/Thüringen, dann bis 1918 Leiter der Materialprüfstelle der Flugzeugwerft Gotha. 1918 trat Tenner der USPD bei und wurde bei Ausbruch der Revolution in die Regierung von Sachsen-Meiningen berufen. Anschließend Volksbeauftragter in Gotha und bis 1920 Mitglied der Gothaer Regierung, Landtagsabgeordneter der USPD. Mit der linken USPD kam er 1920 zur KPD. Wieder Lehrer, wurde er vom Schulreformer Greil als Kreisschulrat nach Weimar geholt. Er war führend in der Thüringer KPD, der VIII. Leipziger Parteitag 1923 wählte ihn in den ZA. Im Oktober 1923 wurde Tenner in der sozialdemokratisch-kommunistischen Regierung Thüringens Wirtschaftsminister, dann Vorsitzender der Landtagsfraktion der KPD. Auf dem rechten Flügel stehend, wurde er während der linken Politik 1924/25 zurückgedrängt, im Januar 1925 legte er den Fraktionsvorsitz nieder. Er wurde aus der KPD ausgeschlossen, aber im Oktober 1925 wieder aufgenommen und 1926 erneut in den Landtag gewählt. Tenner war Schulrat in Gotha. Bei den Auseinandersetzungen zwischen dem ZK und den Rechten 1928/29 stellte er sich auf die Seite der Opposition. Am 1. März 1929 aus der Partei ausgeschlossen, ging er zur KPO, die er bis Ende 1929 im Landtag vertrat. Nach dem Ende der Legislaturperiode ausgeschieden, da die KPO kein Mandat erringen konnte. Er übersiedelte nach Birkenwerder bei Berlin in das Haus von Frieda Winkelmann. Mit der Minderheit der KPO trat er 1932 zur SAP über. Tenner befaßte sich weniger mit aktueller Politik, sondern hielt vor allem naturwissenschaftliche Vorträge und machte biologische Studien. 1933 festgenommen, nach einigen Monaten aus dem KZ entlassen, noch bevor das Thüringer Fahndungsersuchen bekannt war. Er entkam Ende 1933 nach Amsterdam, wohin ihm seine Frau Elly Janisch-Tenner mit dem Sohn 1934 folgte. In Amsterdam eröffnete Tenner eine Fabrik für kosmetische Artikel, seine Frau wirkte als Lehrerin und übersetzte u. a. das Buch von Henriette Roland-Holst über Rosa Luxemburg ins Deutsche. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande mußte Tenner illegal leben und sein Unternehmen aufgeben, das er nach dem Krieg nur schwer wieder einrichten konnte. 1952 setzte er sich wegen einer Herzkrankheit zur Ruhe. Sein Sohn wurde Physik-Professor in Amsterdam. Nicht mehr nach Deutschland zurückgekehrt, starb Albin Tenner am 20. Januar 1967 in Amsterdam.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Teschner, Anton

* 15.7.1899 – ✝ 22.9.1985

Geboren am 15. Juli 1899 in Kolbornow/Krs. Allenstein in Ostpreußen, Sohn einer Landarbeiterfamilie, 1908 nach Essen umgezogen; bis 1931 Bergmann (zuletzt Zimmerhauer). Von 1920 bis 1924 Mitglied der USPD/KPD, ab 1928 erneut Mitglied der KPD. Er wurde Anfang 1931 Mitarbeiter des AM-Apparates der BL Ruhr. Ende 1932 Kursant an der M-Schule der Komintern, Schuldeckname Friedrich. Nach Rückkehr im Sommer 1933 illegale Arbeit im Ruhrgebiet. Von November bis Dezember 1933 inhaftiert, am 23. Januar 1934 erneut festgenommen und am 21. Dezember 1934 vom OLG Hamm wegen »Vorbereitung zum Hochverrat und Sprengstoffverbrechen« zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt, danach von Juli 1943 bis April 1945 in den KZs Dachau und Flossenbürg. Durch die US-Armee am 23. April 1945 befreit, trat er wieder in die KPD ein und war ab März 1946 Expedient beim KPD-Organ »Westdeutsches Volksecho«. Anton Teschner starb am 22.September 1985 in Bonn-Duisdorf. Sein älterer Bruder Bernhard (* 1. 5. 1897 – †4.10.1967) war ebenfalls Bergmann, seit Januar 1920 in der USPD, wurde nach dem Kapp-Putsch vom Reichsgericht zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, jedoch im Oktober 1920 durch Amnestie entlassen. KPD-Funktionär der BL Ruhr, im AM-Apparat, zeitweise Leiter des AM-Apparates der BL Ruhrgebiet. 1935 im KZ Esterwegen, wurde er im Juli 1937 erneut festgenommen und 1938 vom OLG Hamm zu 21 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach Freilassung Angestellter einer Essener Maschinenfabrik, zog er später nach Ballenstedt, trat 1945/46 in die KPD/SED ein und wurde Angehöriger der Polizei.

Wer war wer in der DDR

Teubner, Hans

* 25.4.1902 – ✝ 11.9.1992

Geb. in Aue (Sachsen); Vater Bergarb., Metallarb., später Bildhauer, Mutter Textil- u. Heimarb.; 1908 – 16 Volksschule; 1916 – 19 Zeichenschule für Textilindustrie u. Kunstgewerbe in Schneeberg; Glasmaler; 1919 KJVD; KPD; 1919 – 24 bei der Bahnpost u. als Kalkulator in Chemnitz, Aue u. Leipzig tätig, meist arbeitslos; Mitbegr. des KJVD im Erzgeb., Mitgl. der BL u. des Reichsaussch. der Jugend; 1922/23 KPD-Stadtverordn.; 1923 Arbeit für den Militär. Nachrichtendienst der KPD, zus. mit Ernst… Geboren am 25. April 1902 in Aue/Sachsen, Sohn eines Metallarbeiters und Holzbildhauers; war bis 1923 Glasmaler und Angestellter. 1919 trat er in die KJD und die KPD ein, wurde 1923 im Bezirk Sachsen unter Ernst Schneller Mitarbeiter im Nachrichtendienst der KPD und war dort an der Aufstellung bewaffneter Proletarischer Hundertschaften beteiligt. Seit 1924 Redakteur der Chemnitzer KPD-Zeitung »Kämpfer«, als Anhänger der Mittelgruppe dann der »Freiheit« in Düsseldorf, 1927 Mitarbeiter der ZK-Abteilung Agitation und Propaganda. Ende 1927 Kursant der Internationalen Leninschule Moskau, zusätzlich führte er bis Mitte 1930 auch illegale Aufträge für die Komintern aus. 1931/32 in Berlin Agitpropleiter in der Reichsleitung der RGO, anschließend Redakteur der »Internationalen Gewerkschafts-Korrespondenz«. Bis Ende 1933 illegal in Berlin, hier wurde er durch Verrat von Helmuth Lass verhaftet, nach brutalen Verhören am 8. November 1934 zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung im November 1935 Wohlfahrtsarbeiter in Berlin, im Juni 1936 emigrierte er nach Prag, dann nach Amsterdam. Bis Januar 1939 Mitarbeiter von Franz Dahlem in Spanien, dort Redakteur am Sender 29,8 in Valencia, später in Barcelona. Ab März 1939 in der Schweiz, wo er bis Mai 1945 in verschiedenen Lagern interniert war. Teubner gehörte zur illegalen Leitung der KPD-Gruppe und hatte 1944/45 engen Kontakt mit dem Vertreter des »Unitarien Service Committee«, Noel H. Field. Im Juli 1945 kam Teubner nach Berlin, wurde Chefredakteur der »Deutschen Volkszeitung«, ab März 1946 Chefredakteur der »Sächsischen Volkszeitung« in Dresden. Von Ende September 1947 bis August 1950 war er Lehrer und Leiter der Lehrmittelabteilung der Parteihochschule »Karl Marx« in Kleinmachnow. Das Sekretariat des SED-PV erteilte ihm am 23. März 1949 eine »Verwarnung wegen mangelnder ideologischer Wachsamkeit«. Teubner hatte es versäumt, im »Neuen Deutschland« den Namen Leo Trotzki aus einem Artikel der Kursantin des Zwei-Jahreslehrgangs der PHS, Erna Stracke, über den Brest-Litowsker Friedensvertrag zu entfernen. Im August 1950 im Zusammenhang mit dem ZK-Beschluß zu den Verbindungen deutscher Emigranten zu Noel H. Field aller Funktionen enthoben und zur »Bewährung« als Statistiker in den VEB Buntweberei nach Seifhennersdorf geschickt. Später Dozent an der Fachschule für Energie in Zittau, 1957 Professor an der Fakultät für Journalistik der Universität Leipzig. Nach Aufhebung der Funktionssperre ab September 1959 Chefredakteur der »Leipziger Volkszeitung«, zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter am IML. 1975 veröffentlichte er sein Buch: »Exilland Schweiz«. Seit 1973 Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Aue, er erhielt 1977 den Karl-Marx-Orden. Hans Teubner starb am 11.September 1992 in Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Thalheim, Hans-Günther

* 5.5.1924 – ✝ 3.12.2018

Geb. in Chemnitz; Vater Beamter; OS, 1943 Abitur; 1944 Studium der Germanistik, Geschichte, Philos. u. Pädag. an der Univ. Freiburg i. Br.; Wehrdienst; Kriegsgefangenschaft. 1946 – 48 Neulehrer; 1948 – 51 Forts. des Studiums in Leipzig; gleichz. Lehrtätigkeit an der ABF; 1951 – 53 Oberassistent am Goethe-Schiller-Archiv in Weimar u. bis 1957 wiss. Aspirant an der FSU Jena; 1954 Dr. phil. mit einer Diss. über Johann J. Winckelmanns Griechenbild; 1961 Habil. über Friedrich Schiller; 1954 Mitbegr.…

Wer war wer in der DDR

Thälmann, Rosa

* 27.3.1890 – ✝ 21.9.1962

Geb. in Bargfeld (Krs. Stormarn); Vater Schuhmacher; Volksschule, anschl. Haus- u. Landarb.; 1909 – 15 Arbeit in einem Wäschereibetrieb in Hamburg, danach in einer Gärtnerei; 1915 Eheschließung mit dem späteren KPD-Vors. Ernst Thälmann (1944 ermordet im KZ Buchenwald); ab 1919 Hausfrau; 1919 USPD; 1920 KPD; RH; IAH; auf Ortsebene aktiv; nach 1935 als Kurierin zum inhaftierten Ehemann; arbeitslos; am 5.5.1944 verhaftet, Haft zunächst im Polizeigefängnis Berlin Alexanderplatz, dann bis April 1945…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Theissen, Karl Franz

* 12.10.1884 – ✝ 3.5.1972

Geboren am 12. Oktober 1884 in Höfen/Nordeifel, Sohn eines Landwirts, aufgewachsen in einer streng katholischen und kaisertreuen Familie; besuchte nach dem Gymnasium eine Landwirtschaftsschule. Er begann im Landratsamt von Malmedy und war ab 1910 bei der Stadtverwaltung von Essen beschäftigt. 1914 Mitglied der SPD, Theissen desertierte bei Kriegsausbruch, stellte sich dann und wurde zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Nach einem halben Jahr wegen guter Führung entlassen, kam er bis Kriegsende zur Marineküstenartillerie auf Wangerooge. Ab 1917 Mitglied der USPD, nahm er am Matrosenaufstand in Kiel teil und wurde 1920 Mitglied der KPD. Im August 1921 Delegierter des VII. Parteitages in Jena, zählte bald zu den führenden Funktionären seiner Partei in Essen. Im Mai 1924 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und dort ab 1925 Fraktionsvorsitzender, er gehörte der erweiterten BL Ruhr an. Von 1924 bis 1928 Redakteur beim »Ruhr-Echo«, Ende 1927 Chefredakteur der Zeitung »Der Abend« bzw. ab Mai 1928 der »Welt am Abend«. Da er den ultralinken RGO-Kurs ablehnte, wurde er Ende 1928 als Versöhnler entlassen, schloß sich der KPO an und wurde nach einjähriger Erwerbslosigkeit Redakteur bzw. Geschäftsführer des »Allgemeinen Bauvereins«, einer Wohnungsbaugenossenschaft. Nach 1933 entzog er sich der politischen Verfolgung, übersiedelte nach Breitbrunn in Bayern und lebte von den Einkünften seiner zweiten Frau. Theissen befaßte sich als Autodidakt auf naturwissenschaftlichem Gebiet mit der Abstammungslehre des Menschen, gegen Ende des Krieges wurde er von der Gestapo gesucht und tauchte in München unter. Nach 1945 nicht mehr parteipolitisch aktiv, starb Karl Theissen am 3. Mai 1972.

Wer war wer in der DDR

Thiel, Wolfgang

* 14.3.1948

Geb. in Felchta (Thür.); 1962 – 66 Abitur mit Berufsausb. zum Betriebsschlosser; 1966 – 69 Studium der Physik an der Staatl. Univ. Leningrad; Dipl.-Ing. für Kraftwerkstechnik; 1967 SED; 1969 – 71 Studium an der KMU Leipzig; 1971 – 81 FS-Lehrer u. Doz. an der Ing.-Schule für Bergbau u. Energetik »Ernst Thälmann« in Senftenberg; 1981 – 85 Parteisekr. an der Ing.-Schule; 1985 – 87 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1987 – 89 Mitarb. der SED-BL Cottbus, 1988 Abt.-Ltr. Volksbildung; Nov. 1989/90…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Thielemann, Karl

* 14.4.1901 – ✝ 26.12.1937

Geboren am 14. April 1901 in Limburg, Sohn eines Landgerichtsdirektors; studierte nach dem Abitur an verschiedenen Universitäten Philologie. Er trat 1928 in die KPD ein und war seit 1930 in der Kostufra-Führung aktiv. Thielemann kam als Redakteur zu KPD-nahen Zeitungen und ging im November 1932 in die Sowjetunion, um bei der VAA in Moskau zu arbeiten. Im September 1937 vom NKWD verhaftet, als »parteifremdes Element« aus der KPD ausgeschlossen, wurde Karl Thielemann am 26.Dezember 1937 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts in Moskau zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen.

Wer war wer in der DDR

Thieme, Herbert

* 7.4.1932 – ✝ 10.11.2015

Geb. in Schmalkalden (Thür.); Vater Kellner; Volksschule; Ausbildung zum Bäcker; 1949 FDJ; 1950 Eintritt in die DVP, Wachtmeister; 1951 / 52 Instrukteur der FDJ-LL Thüringen, 1952 – 55 Sektoren- bzw. Abt.-Ltr. der FDJ-BL Suhl; 1954 SED; 1955 / 56 Studium an der SED-BPS in Meiningen; 1957 – 61 Sekr. der FDJ-BL Suhl u. 1961 – 63 Vors. der Pionierorg. »Ernst Thälmann« im Bez. Suhl; 1963 – 67 Chefred. der Ztschr. »Der Pionierleiter«; 1967 – 70 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1970…

Wer war wer in der DDR

Tauchert, Heinrich

* 24.1.1934 – ✝ 4.9.2017

Geb. in Dauerthal; Vater Melker; Volksschule; 1948 Landarb.; 1951/52 Besuch der Jugend-HS Bogensee; 1952 SED; 1952 1. Sekr. der FDJ-KL Lübben; 1953 1. Sekr. der FDJ-KL Senftenberg; 1954 erneut 1. Sekr. der FDJ-KL Lübben; 1955/56 Besuch der Komsomol-HS in Moskau; 1959 2. Sekr., 1961 1. Sekr. der FDJ-BL Cottbus; 1965 Einstellung beim MfS, HV A; 1973 stellv. Abt.-Ltr., 1983 Ltr. der Abt. IV (Militärspionage); 1987 stellv. Ltr. der HV A; 1989 Gen.-Major; 1990 Entlassung.Jens Gieseke

Wer war wer in der DDR

Telemann, Joachim

* 27.7.1942

Geb. in Königsberg (Ostpr. / Kaliningrad, Rußland); Vater Bäcker, Mutter Maschinenstrik-kerin; OS, Abitur; 1961 – 63 NVA; 1963 / 64 Volontär bei den Zeitungen »Volkswacht« in Gera u. »Das Volk« in Erfurt; 1964 SED; 1964 – 68 Studium an der Sektion Journalistik der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1968 – 74 Red. bei der SED-Bezirksztg. »Lausitzer Rundschau« in Cottbus; 1974 – 77 SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1977 / 78 stellv. Abt.-Ltr. bei der »Lausitzer Rundschau«; 1979 / 80 pol. Mitarb. der…

Wer war wer in der DDR

Templin, Wolfgang

* 25.11.1948

Geb. in Jena; Mutter Raumpflegerin; 1965/66 Lehre als Buchdrucker (abgebrochen); 1966 –68 Ausbildung zum Bibliotheksfacharbeiter; 1968 – 70 Studium an der FS für Bibliothekswesen in Berlin; ab 1970 Philosophiestudium an der HU Berlin; SED; 1971 – 75 inoffiz. Tätigkeit für das MfS, beendet durch vorsätzl. Dekonspiration; 1974 – 77 Forschungsstudent; Teiln. an einem illeg. trotzkist. Studentenzirkel; 1976/77 Studienaufenthalt an der Univ. Warschau; seitdem Kontakte zur poln. Opp.; 1977 – 83 wiss.…

Wer war wer in der DDR

Tenner, Günther Fritz

* 25.2.1907 – ✝ 11.4.1989

Geb. in Berlin; Vater Bäcker u. Metallarb., Mutter Dienstmädchen; 1914 – 21 Volksschule in Berlin; ab 1921 Berliner Fabrikarbeiterverb.; 1921 – 25 Bürobote, danach Arbeiter in Berlin; 1925 Berliner DMV; 1927 KJVD; Jan. 1928 KPD in Berlin; Pol.-Ltr. des KJVD-UB Berlin-Zentrum, anschl. von den Antifa. Jungen Garden Berlin; Mitarb. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1930 verhafet u. U-Haft wegen »Fortführung einer illeg. Org.«, mangels Beweisen freigesprochen; 1930 – 32 Instrukteur des ZK der KJVD in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tetens, Fritz

* 19.2.1900

Geboren am 19. Februar 1900 in Berlin; Schmied. Bis 1917 in der sozialistischen Jugend in Berlin aktiv, er übersiedelte zunächst nach Süddeutschland und kam in Verbindung zu den Linksradikalen. 1918 schloß er sich in Wilhelmshaven den Internationalen Kommunisten Deutschlands an und war als deren Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin. Er kritisierte die Führung und in einer persönlichen Erklärung wandte er sich gegen Hugo Eberlein, von dem er sich wegen seiner Kritik an der Zentrale zu Unrecht angegriffen fühlte. Denn Eberlein hatte Tetens, »diesen jungen Genossen«, gefragt: »Was habt ihr geleistet in diesen vier Jahren?« Tetens verwies auf seine Aktivität in der Jugendorganisation. Im Januar 1919 war Tetens an einem Putsch in Wilhelmshaven beteiligt, wurde zu fünf Jahren Festung verurteilt, konnte aber nach Dänemark fliehen. Danach gab es Gerüchte, er habe im Herbst 1919 den Reichsbehörden seine Dienste gegen die KPD angeboten (was diese aber ablehnten). Daraufhin kehrte er nach Deutschland zurück und trat seine Strafe an, von der ihm später zwei Jahre erlassen wurden. Tetens soll 1927 Redakteur in Eberswalde gewesen sein. Es ließ sich nicht ermitteln, ob er noch für die KPD tätig war, denn politisch trat er nicht mehr hervor. Weitere Lebensdaten Fritz Tetens sind nicht bekannt.

Wer war wer in der DDR

Tews, Andreas

* 11.09.1968

Geb. in Rostock; begann 1978 mit dem Boxsport bei der BSG Fischkombinat Rostock; KJS Schwerin; Lehre als Maschinen- u. Anlagenmonteur; ab 1984 beim SC Traktor Schwerin; 1985 Spartakiadesieger u. DDR-Juniorenmstr.; DDR-Mstr. 1985 im Halbfliegengewicht, 1987 im Fliegengewicht u. 1989 im Bantamgewicht, 1986 Silber im Halbfliegengewicht; 1986 Vize-EM der Junioren im Halbfliegengewicht; 1987 EM u. 2. Platz beim Weltcup im Fliegengewicht; 1988 Olympiazweiter im Fliegengewicht. 1990 – 93 Schweriner SC…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Thalheimer, August

* 18.3.1884 – ✝ 19.9.1948

(* 1884 – † 1948) Über seine Jugend schrieb Thalheimer selbst: »Geb. am 18. März 1884 als Sohn des Moritz Thalheimer, Kaufmannes zu Affaltrach, Oberamt Weinsberg, Württemberg und im jüdischen Glauben erzogen, bezog ich nach Absolvierung des Realgymnasiums Stuttgart WS 1902/03 die Universität München, zunächst als Angehöriger der medizinischen Fakultät; vom 2. Semester (Sommersemester 1903) ab aber trat ich zur philosophischen Fakultät über, um mich der allgemeinen Sprachwissenschaft, der Völkerkunde und den neueren Sprachen zu widmen. Anfang August 1903 bis Ende März 1904 war ich in Oxford und London. Vom SS 1904 bis SS 1905 besuchte ich die Universität Berlin, wo ich am Kgl. Museum für Völkerkunde unter Leitung von Herrn Geheimrat Prof. Dr. von Luschan praktischen ethnographischen Übungen oblag und ethnographische und anthropologische Vorlesungen hörte, auch bei Herrn Privatdozent Dr. N. Finck, Steinthals Nachfolger, der in der allgemeinen Sprachwissenschaft beflissen war. Von SS 1905/06 bis WS 1906/07 besuchte ich die Universität Straßburg i. E.« Thalheimer promovierte 1907 zum Dr. phil. mit einem Beitrag zur »Kenntnis der Pronomina personalia und possessiva der Sprachen Mikronesiens«. 1904 Mitglied der SPD, 1909 Chefredakteur am radikalen Organ der SPD, der Göppinger »Freien Volkszeitung«. Danach kam er in Verbindung mit Karl Radek, der Mitarbeiter seiner Zeitung wurde. 1912 Austritt aus der Redaktion, da eine Zusammenlegung mit revisionistischen Zeitungen erfolgte. Dann gehörte er zum linksradikalen Flügel der SPD, er war nicht nur mit den Württemberger Linken ( Clara Zetkin, Friedrich Westmeyer usw.), sondern auch mit den Berlinern Rosa Luxemburg, Franz Mehring und Karl Liebknecht u. a. politisch und persönlich eng befreundet. Am 20. März 1914 verschickte er einen Brief (Absender Dr. A. Thalheimer, Berlin NW 87, Wullenweberstraße 7) mit der Offerte, ab April »eine regelmäßige Korrespondenz über auswärtige Politik zu beziehen«. Er bot monatlich zwei Artikel »mit besonderer Berücksichtigung der sozialen und politischen Hintergründe« an, Abonnement »monatlich M 35,-«. Bei Kriegsausbruch schloß sich Thalheimer sofort der Gruppe Internationale an, arbeitete an der ersten Nummer der »Internationale« mit und war Teilnehmer der I. Reichskonferenz der Linken im Januar 1916 in Berlin. Ganz im Sinne der Spartakusgruppe leitete er 1915/16 als Chefredakteur das Braunschweiger SPD-Organ »Volksfreund«. Als Liebknecht zur Zuchthausstrafe verurteilt wurde und sein Reichstagsmandat verlor, erklärte dieser, als Nachfolger kämen nur Franz Mehring oder Thalheimer in Frage. Nach dem großen Streik im Mai 1916 wurde Thalheimer zum Militär eingezogen. Er kam an die Front, wurde verwundet und kehrte 1918 nach Stuttgart zurück. Kurz vor Kriegsende noch verhaftet, doch durch die Revolution befreit, übersiedelte er nach Berlin, wurde in die Zentrale des Spartakusbundes aufgenommen und auf dem Gründungsparteitag der KPD in die erste Zentrale der Partei gewählt. Dort für die theoretische Arbeit der Partei verantwortlich, wurde Thalheimer auf allen folgenden Parteitagen bis 1923 ununterbrochen in die Zentrale berufen. Nach der Ermordung Rosa Luxemburgs galt er (zunächst neben Paul Levi) als der theoretische Kopf der KPD, war Redakteur des Organs »Internationale« und zeitweise Chefredakteur der »Roten Fahne«. Thalheimer war 1921 einer der Begründer der »Offensivtheorie«, die von Lenin getadelt wurde. Nach dieser linken »Entgleisung« blieb er immer auf dem rechten Flügel der Partei. 1922 verfaßte er den Entwurf des Parteiprogramms der KPD, ging im Juni/Juli des gleichen Jahres als politischer Berater der KPF nach Frankreich. 1922/23 traten Heinrich Brandler als politischer und Thalheimer als theoretischer Kopf der KPD auf, so daß immer von der Brandler-Thalheimer-Führung gesprochen wird. Nach der Oktoberniederlage 1923 verteidigten beide die Taktik der Zentrale und Thalheimer rückte an die Spitze der Rechten, die auf dem IX. Parteitag 1924 keinen Anhang mehr hatten. Von der Polizei 1924 gesucht (Steckbrief: »1,70-1,75 groß, hohe Stirn, graue Augen, schwäbische Mundart«), mußte er wie Brandler nach Moskau, wo sie bis 1927 in einer Art »Verbannung« lebten. Thalheimer arbeitete am Marx-Engels-Institut, war Professor an der Sun Yat-sen Universität und veröffentlichte damals das Buch »Einführung in den dialektischen Materialismus« (Wien-Berlin 1928), eine Zusammenfassung von Vorträgen. Im gleichen Jahr erschien: Thalheimer-Deborin »Spinozas Stellung in der Vorgeschichte des dialektischen Materialismus«. Thalheimers Frau Cläre, geboren 1892 in Idar-Oberstein, Tochter eines reichen Juweliers, begleitete ihren Mann in das Moskauer Zwangsexil. Ende 1927 erkrankt, reiste sie zur Behandlung nach Deutschland. Da das ZK der KPD der Rückkehr Brandlers und Thalheimers nach Deutschland grundsätzlich zugestimmt hatte, durfte auch er im Mai 1928 nach Berlin. Schon zuvor hatte er insgeheim mit Bucharin ausgemacht, nicht mehr in die Sowjetunion zurückzukommen. In Deutschland sammelte Thalheimer wieder die rechte Gruppe in der KPD um sich und war vor allem nach der Wittorf-Affäre aktiv. Im Januar 1929 aus der Komintern und der KPdSU, der er seit 1924 angehörte, ausgeschlossen. 1928/29 Mitbegründer der KPO, in deren Reichsleitung er führend tätig war und für die er verschiedene Schriften, darunter »Das Jahr 1923«, herausgab. Zusammen mit Brandler leitete er die KPO auch, nachdem sich eine Minderheit unter Paul Frölich und Jacob Walcher von ihr getrennt hatte und zur SAP gegangen war. Nach der Machtübernahme Hitlers emigrier- te Thalheimer auf Beschluß der KPO-Leitung, von Robert Siewert noch mit Geld ausgestattet, nach Frankreich. Bis Kriegsausbruch leitete er mit Brandler die KPO in der französischen Emigration und in der deutschen Illegalität. Von den französischen Behörden 1939 interniert, konnte er 1941 nach Kuba entkommen. Er lebte in Havanna und verfaßte mehrere politische Werke. Die alliierten Besatzungsbehörden verweigerten ihm nach 1945 die Einreise nach Westdeutschland. Von Kuba aus gab Thalheimer der deutschen Gruppe Arbeiterpolitik, der Nachfolgeorganisation der KPO, in den »Briefen aus der Ferne« politische Empfehlungen. 1946 verbreiteten seine Anhänger in Deutschland eine Broschüre, in der er (unter dem Pseudonym Aldebaran) das Potsdamer Abkommen kritisch beleuchtete. August Thalheimer starb am 19.September 1948 in Havanna. Zu seinem 100. Geburtstag 1984 veröffentlichte die »Arbeiterpolitik« (Bremen) eine Sondernummer mit einer knappen Biographie. Thalheimers Anhänger hatten bereits 1982 das Grab auf dem jüdischen Friedhof bei Havanna restaurieren lassen. Cläre Thalheimer, 1933 nach Straßburg und Paris emigriert, wurde wie ihr Mann nach Kriegsausbruch interniert, gelangte 1941 ebenfalls nach Kuba. Nach Thalheimers Tod zog sie 1949 zu ihrem Sohn nach Australien, lebte in dem Bergarbeiterstädtchen Wandiligong und arbeitete als Lehrerin im nahen Bright (Ovens Valley, Victoria), wo sie am 6.Februar 1990 starb.

Wer war wer in der DDR

Thate, Hilmar

* 17.4.1931 – ✝ 14.9.2016

Geb. in Dölau (b. Halle); Vater Maschinenschlosser; nach Abschl. der 10. Kl.; 1947 – 49 Ausbildung an der Staatl. HS für Theater u. Musik Halle; 1949 – 52 Engagement am Stadttheater Cottbus; 1952 am Theater der Freundschaft in Berlin; 1953 – 58 am Maxim-Gorki-Theater; 1958 – 70 am Berliner Ensemble (BE), herausragende Bühnenrollen in  Bertolt Brechts »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui«, »Die Mutter« u. »Coriolan«; 1970/71 Volksbühne Berlin; 1971 – 79 am Dt. Theater, hier u. a. in »Richard…

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Theissing, Heinrich

* 11.12.1917 – ✝ 11.11.1988

Geb. in Neisse (Oberschlesien/Nysa, Polen); Vater Rechtsanwalt u. Zentrumspolitiker; Besuch des Gymnasiums Carolinum in Neisse; Studium der Theol. in Breslau u. Wien; 1940 Priesterweihe; Kaplan in Glogau (Schles.). Juli 1945 Umsiedl. nach Görlitz; 1946 – 55 Diozösanjugendseelsorger; 1951 Ordinariatsassessor; 1953 Ordinariatsrat; 1957 Vizeoffizial; 1960 Domkapitular; 1963 Weihbischof in Berlin; Titularbischof von Mina; 1967 Gen.-Vikar; 1970 Adjutorbischof; Commissarius in Schwerin; 1973…

Wer war wer in der DDR

Thiele, Ilse

* 4.11.1920 – ✝ 10.1.2010

Geb. in Berlin-Lichtenberg; Vater Lagerarb., später Angest., Mutter Putzmacherin, Bruder  Heinz N.; 1927 – 31 Grund- u. 1931 – 37 Mittelschule in Berlin-Lichtenberg; 1930 Arbeiter- u. Sportverein Fichte; 1937/38 Steno-Ausbildung; 1938 – 45 u. 1946 Stenokontoristin in Berlin; 1937 – 45 DAF. 1945/46 KPD/SED; 1945/46 Hausfrau; 1945/ 46 Mitgl. der KPD-Ortsltg. Wietze (Krs. Celle); 1946 – 48 Mitgl. des Antifa-Frauenaussch. u. des Krs.-Frauenaktivs der SED-KL Berlin-Lichtenberg; 1946 – 52 Mitgl. der…

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Thielen, Nikolaus

* 22.11.1901 – ✝ 6.1.1944

Geboren am 22. November 1901 in St. Sebastian bei Koblenz; lernte Maschinist in Vallendar, trat 1918 in die Gewerkschaft und 1919 in die SPD ein. Anfang 1924 wurde Thielen, seit 1923 KPD-Mitglied, 1. Bevollmächtigter des DMV in Bendorf/Rhein, seine Wahl war nach Darstellung der SPD-Presse unter zweifelhaften Umständen erfolgt. 1927 Delegierter zum XI. Parteitag der KPD, gehörte er ab Ende 1927 zur engeren BL Mittelrhein. Er kam 1929 in den Kreistag Koblenz, wurde im Juli 1932 im Wahlkreis Köln-Aachen in den Reichstag gewählt und blieb auch nach den Novemberwahlen Reichstagsabgeordneter. Thielen flüchtete 1933 nach Lothringen und wirkte ab April 1934 im Saargebiet. Nach Berlin geschickt, sollte er Oberberater in der Pfalz werden, wurde aber am 21. September 1934 bei seiner Ankunft in Berlin erkannt und festgenommen. Die Gestapo brachte ihn so weit, einen Treff preiszugeben, den er am Bahnhof in Weinheim mit Kurt Müller, dem Bezirksleiter Baden-Pfalz, und Fritz Bischoff, dem Oberinstrukteur, verabredet hatte. Thielen fuhr am 23.September nach Weinheim und diente der Gestapo dort als Lockvogel. Bereits vorher hatte er eine Zusammenkunft in Berlin, u. a. mit Georg Handke, hochgehen lassen. Er wurde am 2. Juli 1935 dennoch vom 1. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, saß mehrere Jahre im Zuchthaus Siegburg und Waldheim, schließlich am 18. November 1943 ins KZ Mauthausen gebracht, wo Nikolaus Thielen am 6. Januar 1944 ums Leben kam.

Wer war wer in der DDR

Thieme, Kurt

* 6.8.1922

Geb. in Berlin; Vater Maurer; Volksschule; 1937 – 39 Ausbildung zum Maurer in Berlin; bis 1941 im Beruf tätig; 1941/42 RAD, Untertruppführer; 1942 – 9.5.1945 Wehrmacht; bis Nov. 1949 sowj. Kriegsgefangenschaft; Dez. 1948 – März 1949 Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949/50 techn. Sekr. im Bez.-Amt Berlin-Lichtenberg; 1950 SED; 1950 1. Vors. des Krs.-Vorst. der IG Bau in Berlin-Lichtenberg; 1950 Instrukteur, 1950/51 Mitarb. der SED-LL Berlin; 1951 2. Sekr., 1952/53 1. Sekr. der SED-KL…

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Tautenhahn, Gerhard

* 2.12.1929 – ✝ 2018

Geb. in Vielau (Krs. Zwickau); Vater Kupferschmied; Volksschule; 1944 HJ; 1944 – 49 Ausbildung zum techn. Zeichner in Crimmitschau, danach im Beruf tätig; 1945/46 KPD/ SED; 1946 FDJ; 1949 – 52 Studium an der FS für Maschinen- u. Kraftfahrzeugbau Zwickau, Ing.; 1952/53 Instrukteur in der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1953 PHS; 1954 – 56 Instrukteur, danach bis 1964 Sektorenltr., 1964 – 86 Ltr. der Abt. Maschinenbau u. Metallurgie des ZK der SED (Nachf. von  Fritz Brock); 1971/76 Verdienstmedaille der…

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Teller, Günther

* 24.11.1925 – ✝ 28.6.1982

Geb. in Halle; Vater Salzsieder; Volksschule; Ausbildung zum Schlosser in den Siebel-Flugzeugwerken; 1943/44 RAD; 1944/45 Wehrmacht (Infanterie); 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 Kraftfahrer; 1945 Mitbegr. der Antifa-Jugend in Halle; 1945/46 LDPD; 1946/47 Org.-Ltr. bzw. Vors. des FDJ-Krs.-Vorst. Halle; 1947 SED; 1949/50 Sekr. für Org. beim FDJ-Landesvorst. Sachsen-Anh.; 1.9.1949 Angeh. der HV für Ausbildung; Mitarb. der HA Polit-Kultur für Jugendarbeit; 1950/51 PHS; 1953 – 57 Ltr. der…

dissidenten.eu

Templin, Wolfgang

* 1948

Geboren wurde Wolfgang Templin am 25. November 1948 in Jena. Seine Mutter, die 1944 als Luftwaffenhelferin aus Polen nach Jena kam und dort blieb, arbeitete als Raumpflegerin. Sein Vater war sowjetischer Offizier und musste 1950 in die Sowjetunion zurückkehren. Wolfgang Templin lernte ihn nie kennen. Als „Flüchtlings-“ und „Russenkind“ wurde er in der Schule zum Einzelgänger. Eine 1965 begonnene Lehre als Buchdrucker musste er aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Auf die früh erfahrene…

dissidenten.eu

Terleckas, Antanas

* 1928 – ✝ 2023

Antanas Terleckas wurde 1928 in dem heute zur Rajongemeinde Ignalina gehörenden Dorf Krivasalis in einer armen Bauernfamilie geboren. Bereits als Schüler des Progymnasiums wurde er verhaftet, als ihm im Juli 1945 die Mitgliedschaft in der Untergrundorganisation „Geležinis vilkas“ (Eiserner Wolf) vorgeworfen wurde. Während der Ermittlungen wurde er geschlagen und eingeschüchtert, erst nach zwei Monaten kam er frei. 1946 ging er nach Wilna, schloss hier 1948 die Schule ab und begann an der…

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Tetzner, Gerti

* 29.11.1936

Geb. in Wiegleben (Thür.); 1951 – 55 Besuch der Oberschule in Gotha; 1955 – 59 Stud. der Rechtswiss. in Leipzig; arbeitete bis 1962 als Notarin, seitdem freiberufl. Schriftstellerin; Nebentätigkeiten in einer Spinnerei u. bei der Post; ab 1966 am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig, 1968 zwangsweise exmatrikuliert; Überwachung durch das MfS in der OPK »Karen«; bekannt durch den Roman »Karen W.« (1974), an dem sie seit Mitte der 1960er Jahre gearbeitet hatte, ähnlich wie zeitgleich …

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Thalbach, Katharina

* 19.01.1954

Geb. in Berlin; Tochter von Sabine T. (Schauspielerin am Berliner Ensemble/BE) u. Benno Besson; Abitur; Elevinnenvertrag am Berliner Ensemble unter Helene Weigel; 1970 Debüt als Polly (»Die Dreigroschenoper«) u. Eva (»Herr Puntila u. sein Knecht Matti«); 1969 – 75 Vertrag an der Volksbühne Berlin (VB), u. a. 1972 Desdemona (»Othello«, R: Manfred Karge/ Thomas Langhoff) u. Helena (»Die schöne Helena«, R: Benno Besson); 1971 – 76 Mitw. in DEFA-Filmen u. a. von Lothar Warneke (1972 »Es ist eine…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Thalheimer, Bertha

* 17.3.1883 – ✝ 23.4.1959

Geboren am 17. März 1883 in Affaltrach/ Württemberg, Tochter des jüdischen Kaufmanns Moritz Thalheimer, Schwester von August Thalheimer. Nach Absolvierung eines Realgymnasiums für Knaben in Cannstatt studierte sie Nationalökonomie in Berlin. Als Mitglied der SPD trat sie aus der jüdischen Gemeinde aus und stand auf dem linken Flügel, war befreundet mit Rosa Luxemburg, Clara Zetkin, Franz und Eva Mehring, und hatte zu ihrem Bruder zeitlebens ein enges politisches Verhältnis. Mitarbeiterin an der von Clara Zetkin redigierten Frauenzeitschrift »Gleichheit« und an der Göppinger »Freien Volkszeitung«. Vor 1914 bereits Mitglied des SPD-Landesvorstandes, gehörte sie zur Linken um Friedrich Westmeyer, dann zur Spartakusgruppe. Als Vertreterin dieser Gruppe nahm Bertha Thalheimer mit Ernst Meyer im September 1915 und im April 1916 an den Konferenzen der Kriegsgegner im Schweizer Zimmerwald und Kienthal teil, ebenso an der 1.Spartakuskonferenz im Januar 1916 in Berlin, die sie organisatorisch vorbereitet hatte. Mit Lenin trat sie auf den Schweizer Tagungen für die Gründung einer neuen Internationale ein und wurde Mitglied des ständigen Ausschusses der Zimmerwalder Bewegung. Bertha und ihre Schwägerin Cläre Thalheimer waren enge Mitarbeiterinnen von Leo Jogiches. 1917 wegen antimilitaristischer Tätigkeit festgenommen und wegen Hochverrats in Stuttgart zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie bis zur Novemberrevolution in Delitzsch verbüßte. Ende 1918 nahm sie am Gründungsparteitag der KPD in Berlin teil und leitete in deren Zentrale die Frauenarbeit. Bertha Thalheimer hat 1920 den Mechaniker Karl Wilhelm Schöttle geheiratet, ihre Ehe wurde 1933 geschieden. 1925 war sie Mitbegründerin des RFMB, wurde Anfang 1929 aus der KPD ausgeschlossen und arbeitete bis 1933 aktiv in der KPO. Nach 1933 als Kommunistin und Jüdin gefährdet; zwar von Freunden unterstützt, mußte sie ihren Lebensunterhalt durch Hausverkauf von Kaffee verdienen. 1941 in einem »Judenhaus« interniert, wurde sie 1943 ins KZ Theresienstadt deportiert. Dort 1945 von der Roten Armee befreit, kehrte Bertha Thalheimer nach Stuttgart zurück, trat zunächst der KPD bei, die sie 1948 wieder verließ. Sie unterstützte die Gruppe Arbeiterpolitik, zeichnete ab 1952 für deren Zeitschrift verantwortlich. Lange, aber vergeblich bemühte sie sich um ein Einreisevisum für ihren Bruder August. Bertha Schöttle-Thalheimer starb am 23. April 1959 in Stuttgart.

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Theek, Peter

* 28.10.1924 – ✝ 3.10.2002

Geb. in Berlin; Vater Jugendfürsorger; Volksschule, Realgymnasium; 1942 RAD; NSDAP; 1943 Wehrmacht, Ltn.; 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 Mitarb. der Abt. Jugendgerichtshilfe in Berlin-Reinickendorf; Mitgl. im antifa. Jugendaussch.; 1946 KPD/SED; 1946 – 48 Jura- u. Philosophiestudium an der HU Berlin; zugl. Chefred. der Jugendztschr. »Junges Leben« (frz. Sektor); 1949 – 55 Red. u. Reporter am Berliner Rundfunk u. bei der Ztg. »Tägl. Rundschau«; 1955 – 57 stellv. Chefred. der Ztg. »BZ am…

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Thesen, Matthias

* 29.4.1891 – ✝ 11.10.1944

Geboren am 29. April 1891 in Ehrang bei Trier, Sohn einer katholischen Arbeiterfamilie; lernte Dreher. 1910 wurde er Mitglied der SPD. Während des Krieges Soldat, trat er 1917 zur USPD über. Danach übersiedelte er ins Ruhrgebiet und war in verschiedenen Großbetrieben beschäftigt. Mit dem linken Flügel der USPD kam Thesen 1920 zur KPD. Ab 1924 hauptamtlicher UB-Sekretär in Duisburg-Hamborn, von 1924 bis 1928 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Hamborn. Im Mai 1928 zog Thesen im Wahlkreis Düsseldorf-West, im Juli 1932 im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Reichstag ein, dessen Abgeordneter er bis 1933 blieb. 1929 übernahm er die Leitung des UB Bochum und später des UB Essen. In der illegalen KPD 1933 Oberberater für den Bezirk Wasserkante. Am 14.September 1933 in Hamburg festgenommen, gefoltert, und am 26. Februar 1935 zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Als er nach der Haftzeit in Oslebshausen/Bremen und Brandenburg erklärte, daß er seine Weltanschauung nicht geändert habe, wurde er im April 1937 ins KZ gebracht, zuerst nach Papenburg, dann nach Sachsenhausen. Im Mai 1939 verurteilte ihn das Hanseatische OLG nochmals zu vier Jahren Zuchthaus, nach deren Verbüßung in Vechta und Hamburg-Fuhlsbüttel kam er wieder ins KZ Sachsenhausen. Zusammen mit 26 anderen Häftlingen, darunter Ernst Schneller und Augustin Sandtner, wurde Matthias Thesen am 11. Oktober 1944 von der SS erschossen.

Wer war wer in der DDR

Thiele, Siegfried

* 28.3.1934

Geb. in Chemnitz; Vater Handwerker; 1952 Abitur; 1953 – 58 Studium der Fächer Komposition u. Dirigieren an der HS für Musik in Leipzig; 1958 – 62 Musiklehrer in Radeberg u. Wurzen; 1960 – 62 Mstr.-Schüler der DAK; 1962 Oberassistent für Musiktheorie u. Beginn der Lehrtätigkeit an der Leipziger HS für Musik »Felix Mendelssohn Bartholdy«, 1971 – 99 dort Doz., ab 1984 Prof. für Kompos.; 1963 – 78 Ltr. des Leipziger Jugendsinfonieorchester; 1979 Kunstpreis der Stadt Leipzig; 1983 Kunstpreis der DDR;…

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Thielmann, Klaus

* 29.10.1933

Geb. in Pulsnitz (Krs. Kamenz) in einer Arztfamilie; Grund- u. Oberschule, 1952 Abitur; 1950 Mitgl. der Domowina; 1952 – 57 Studium der Med. an der Univ. bzw. KMU Leipzig u. der Med. Akad. Erfurt, 1957 Prom.; anschl. Assistenzarzt am Bezirkskrankenhaus in Stralsund; 1958 – 59 Schiffsarzt der DSR; 1959 – 63 wiss. Ass. an der EMAU Greifswald u. der FSU Jena, 1964 Habil.; 1963 – 65 Oberarzt an der Universitätsklinik Jena; 1965 – 73 Doz. an der FSU; 1968 – 71 Gastprof. in Havanna; 1974 ord. Prof.,…

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Thierse, Wolfgang

* 22.10.1943

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Rechtsanwalt, CDU-Krs.-Tagsabg.; Abitur; FDJ; Ausbildung zum Schriftsetzer beim »Thür. Tageblatt« in Weimar; ab 1964 Studium der Kulturwiss. u. Germanistik an der HU Berlin; Mitgl. der kath. Studentengemeinde; bis 1975 Assistent von  Wolfgang Heise an der Sekt. Kulturtheorie / Ästhetik der HU; seit Sept. 1975 Mitarb. der Abt. Bildende Kunst des Min. für Kultur, befaßt mit architekturbezogener Kunst, 1976 Entlassung nach Protest gegen die Ausbürgerung  Wolf…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tebarth, Wilhelm

* 5.8.1902 – ✝ 1945

Geboren am 5. August 1902 in Düsseldorf; Schriftsetzer. Seit 1927 Mitglied der KPD, unter dem Decknamen Schimmel von 1928 bis 1931 Leiter des AM-Apparates im Bezirk Niederrhein. Er kam im März 1931 nach Berlin und arbeitete hier im zentralen AM-Apparat. 1933 unter dem Schulnamen Herrmann Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau, anschließend Leiter des AM-Apparates der illegalen KPD-Landesleitung und bis 1935 u. a. für die Verbindung zu Rosa Thälmann verantwortlich. Tebarth hatte verschiedene Decknamen wie Humbold, Henri, Georg, Fritz, Michalski usw. Ab 1935 in den Niederlanden Instrukteur der AL West in Amsterdam, später in Spanien bei den Internationalen Brigaden Mitarbeiter im Apparat von Franz Dahlem in Valencia (Deckname Fritz Valencia). Bei der Rückkehr nach Frankreich im Juli 1937 in Perpignan zeitweise inhaftiert, kam im Herbst 1938 nach Brüssel, lebte dann in der Schweiz. Nach Aussage des Spanienkämpfers und Angehörigen der Résistance Werner Schwarze (* 24. 2. 1907 - † 3. 7. 1975) hatte Tebarth für den sowjetischen Nachrichtendienst gearbeitet. Anfang 1945 mit gefälschten Wehrmachtspapieren nach Deutschland gefahren, von der Gestapo in München gestellt, soll sich Wilhelm Tebarth selbst erschossen haben.

Wer war wer in der DDR

Teller, Jürgen

* 12.9.1926 – ✝ 10.6.1999

Geb. in Döbeln; Vater Facharzt für HNO, Mutter Krankenschwester; 1937 – 43 Gymnasium in Döbeln ohne Abschluß; 1943/44 RAD, dann als Kriegsfreiwilliger zur Marine, 1945 Einsatz u. Verwundung in Italien, 1946/47 engl. Kriegsgefangenschaft. 1949 Abitur an der Lessing-OS Döbeln; SED; 1949 – 54 Studium der Geschichte, Germanistik u. Philos. an der Univ. Leipzig, u. a. bei  Walter Markov,  Hans Mayer u.  Ernst Bloch, ab 1951 Hilfsassistent bei Bloch; 1954 Dipl.-Phil., anschl. wiss. Assistent bei…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tennenbaum, Edda

* 24.12.1878 – ✝ 24.9.1952

Geboren am 24. Dezember 1878 in Mitau/Kurland (Lettland) als Edda Hirschfeld. Nach einem Buchhalterkurs Umzug nach ¸ód´z, Arbeit als Deutschlehrerin und Haushälterin. Wegen ihrer Zugehörigkeit zum Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbund für Rußland, Polen und Litauen (»Bund«) verhaftet, trat sie 1903 in die Sozialdemokratie des Königreiches Polen und Litauens (SDKPiL) ein und ging 1904 im Auftrag der Partei nach Berlin und Zürich. 1905 wieder in ¸ód´z, dort 1907 als Funktionärin der SDKPiL inhaftiert und zu zwei Jahren Verbannung verurteilt. Aus Sibirien geflohen, kehrte sie nach Warschau zurück und arbeitete später in Berlin und Stuttgart für die SPD, besonders in der Frauen- und Antikriegsbewegung aktiv. Von 1909 bis 1911 Mitarbeit an der von Clara Zetkin redigierten Zeitschrift »Gleichheit«, übersiedelte mit ihrem Mann Jan Tennenbaum nach Paris und wurde Mitglied der Französischen Sozialisten. 1919 in Moskau Funktionärin der Komintern, danach von 1920 bis 1924 in Berlin und Hamburg, Deckname Klara Klarowska, zunächst in der Redaktion der »Roten Fahne« und der Zeitschrift »Kommunistin«, zeitweise in der sowjetischen Botschaft in Berlin beschäftigt sowie ab 1925 wieder im Apparat der Komintern, u. a. im Frauensekretariat. Wegen ihrer Freundschaft mit Heinrich Brandler wurde 1926 ein Parteiverfahren eingeleitet, 1928 wurde sie wegen »rechter Abweichung« aller Funktionen enthoben und zu Archiv- und Bibliotheksarbeiten abgeschoben. Am 3. November 1937 wurde Edda Tennenbaum in Moskau vom NKWD verhaftet und zu acht Jahren Lager verurteilt, im Gulag in Kasachstan zusätzlich mit drei Jahren bestraft. Schon wenige Monate nach ihrer Freilassung kehrte sie 1948 in das kriegszerstörte Warschau zurück. Mit Karl Wloch u. a. organisierte sie auf dem Gelände des ehemaligen Ghettos Erziehungsarbeit unter deutschen Kriegsgefangenen. Dafür hat ihr Hermann Kant in seinem Roman »Der Aufenthalt« ein literarisches Denkmal gesetzt. Edda Tennenbaum starb am 24. September 1952 in Warschau. Ihr Mann Jan Tennenbaum (* 1881 – † 1937), ebenfalls führender Funktionär der SDKPiL bzw. der Kommunistischen Arbeiterpartei Polens, starb 1937 in einem sowjetischen Lager, nachdem er unter den üblichen haltlosen Anschuldigen verhaftet worden war. Ihr gemeinsamer Sohn Kasimir Tennenbaum (* 1909 in Stuttgart) wurde 1922 Mitglied der KJD, studierte an der TH in Berlin, wurde 1928 wegen »Rechtsabweichung« aus dem KJVD ausgeschlossen und trat in die KPO ein. Später Emigration nach Moskau, dort am 4. November 1936 vom NKWD festgenommen und am 27.August 1937 zu acht Jahren (nach anderen Angaben zu zehn Jahren) Lagerhaft verurteilt. Kasimir Tennenbaum wurde am 8.Januar 1938 im Gulag Nordost in Karaganda ermordet. 2002 veröffentlichte Gerd Kaiser die von Stefan und Witold Leder aufgeschriebene Geschichte der Familien Leder, Hirschfeld und Tennenbaum.

Wer war wer in der DDR

Terpe, Frank

* 10.10.1929 – ✝ 8.4.2013

Geb. in Nünchritz (b. Riesa); Vater Kranfahrer; 1936 – 40 Volksschule in Nünchritz, 1942 – 45 Adolf-Hitler-Schule. 1945 – 48 OS in Riesa, Abitur; 1948 – 54 Studium der Math. u. Physik an der EMAU Greifswald; 1954 – 90 Assistent, dann Oberassistent an der EMAU, 1962 Prom. auf dem Gebiet der deskript. Theorie der Integration, 1967 Habil. mit einer Arbeit zur Theorie des maximalen Integrals, 1968/69 Doz., 1969 ord. Prof. für Analysis, 1971 – 80 Dir. der Sekt. Math. an der EMAU; Nov. 1989 SDP, dann…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Teuber, Heinrich

* 23.2.1872 – ✝ 1.9.1927

Geboren am 23. Februar 1872 in Peterwitz/Krs. Frankenstein in Schlesien. Ziegelformer, Erd- und Bergarbeiter. Seit 1900 Mitglied der SPD, er berichtete von 1905 bis 1910 für die »Breslauer Volkswacht« aus Waldenburg. Von 1905 bis 1909 im Bergarbeiterverband in Waldenburg aktiv, von 1906 bis 1910 Vorsitzender der SPD-Wahlkreisorganisation Breslau. Teuber war 1910/11 Angestellter des Bergarbeiterverbandes in Senftenberg und ab Mai 1911 bis 1916 im Hauptbüro des Verbandes in Bochum. 1917 trat er in die USPD ein, war bis 1920 Vorsitzender der USPD in Bochum und 1919 Mitglied des Zentralzechenrates. Im Juni 1920 wurde Teuber im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt, dem er bis 1924 angehörte. Er trat für die Verschmelzung mit der KPD ein und war von Oktober bis Dezember 1920 Mitglied der Kontrollkommission der USPD-Linken. Mit mehreren USPD-Abgeordneten und mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi bildete er im Dezember 1920 die gemein- same VKPD-Reichstagsfraktion. In der VKPD wurde er Sekretär des UB Bochum, Vorsitzen- der des Bezirks westliches Westfalen und Mitglied des ZA. Bereits am 27. Februar 1921 legte er sein Amt als Bezirksvorsitzender nieder und schied aus dem ZA aus. Teuber gehörte zu jenen VKPD-Reichstagsabgeordneten, die mit der Politik der Mehrheit der Zentrale, ihrer Unterwerfung unter die Komintern nicht einverstanden waren. Er schloß sich zunächst der KAG Paul Levis an, ging im April 1922 zur USPD zurück und wurde im Oktober 1922 wieder Mitglied der SPD. Nun lebte er als freier Publizist in Bochum, schrieb für die von Paul Levi redigierte Zeitschrift »Sozialistische Politik und Wirtschaft«, war vertretungsweise Redakteur an der »Leipziger Volkszeitung«. Bis 1927 war er auch Abgeordneter des Provinziallandtages Westfalen und Mitglied des SPD-Kreisvorstandes Bochum. Heinrich Teuber starb am 1. September 1927 in Leipzig.

Wer war wer in der DDR

Thalheim, Barbara

* 5.9.1948

Geb. in Leipzig; Vater Kulturfunktionär; 1955 – 65 POS; 1965 – 67 Lehre als Facharb. für Schreibtechnik; 1967 – 70 Mitarb. in kulturellen Institutionen; 1968 – 71 Mitgl. des Oktoberklubs; 1970 – 73 Studium an der FS für Unterhaltungskunst; Berufsausweis als Sängerin; 1973 – 76 Kompositionslehrgang an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin; 1974 – 81 Zusammenarbeit mit einem Streichquartett; 1974 erstes eigenes Konzertprogr.; 1975 SED; 1976 Programm »Lebenslauf« (1978 als erste LP); Texte bis…

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Thälmann, Ernst

* 16.4.1886 – ✝ 18.8.1944

Geboren am 16. April 1886 in Hamburg. Der Vater Jan, aus Holstein nach Hamburg übergesiedelt, betrieb bei der Geburt seines Sohnes Ernst Fritz Johannes eine Kutscherkneipe, saß aber wegen Hehlerei 1892/93 im Zuchthaus. Ernst Thälmann und seine Schwester Frieda lebten zunächst in einer Pflegefamilie. Als die Eltern Mitte der neunziger Jahre dann einen Kolonialwarenladen eröffneten, wurde er zur Mitarbeit herangezogen, mußte die Pferde versorgen und Waren austragen. Nach der Schulentlassung 1900 blieb Ernst Thälmann noch zwei Jahre als Rollkutscher im Familien-Geschäft. Wegen zahlreicher Streitigkeiten mit dem Vater verließ er das Elternhaus und arbeitete im Hafen. Dann versuchte er sein Glück: Er fuhr auf einem Kohlentrimmer nach Amerika. Das Seemannsleben sagte ihm nicht zu, er verdingte sich bei New York als Landarbeiter, kehrte noch 1907 nach Deutschland zurück und betätigte sich in den verschiedensten Berufen, u. a. als Transportarbeiter und Kutscher. Schon seit Mai 1903 Mitglied der SPD und 1904 des Transportarbeiterverbands. Als Soldat ins 9. Artillerieregiment in Köln eingezogen, wegen Krankheit vorzeitig entlassen, kehrte er nach Hamburg zurück. Seit 1909 ehrenamtlicher Funktionär der Gewerkschaft, stand er mit vielen anderen jungen Sozialisten und Hafenarbeiter-Kollegen auf dem linken Flügel der SPD. Er wurde in die Ortsverwaltung der Transportarbeiter-Gewerkschaft gewählt, protestierte oft in seiner ungehobelten Weise gegen die Saumseligkeit der »Bonzen«. Im Januar 1915 wurde er als Reservist eingezogen, Soldat an der Westfront, kämpfte an der Aisne, Somme und in der Champagne. Obwohl zweimal verwundet, nicht befördert, denn er revoltierte ständig. Einmal kam er vor ein Kriegsgericht, wurde aber freigesprochen. Im Herbst 1918 kehrte er von einem Urlaub in Hamburg nicht mehr zur Truppe zurück, sondern blieb bis zur Revolution in der Hansestadt. Thälmann wurde Arbeiter auf einer Abwrackwerft. Er schloß sich der USPD an, sein Einfluß in der Partei stieg in dieser revolutionären Situation rasch. 1919 wurde Thälmann für die USPD in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Mit seiner Frau Rosa und seiner 1919 geborenen Tochter Irma lebte er in Hamburg, noch immer als Arbeiter beschäftigt. Bald galt er als einer der örtlichen Führer der linken USPD und trat 1920 mit der großen Mehrheit der Hamburger USPD für den Anschluß an die Komintern ein. Er war Delegierter auf dem Spaltungsparteitag und schickte von Halle aus eine für ihn typische Nachricht: »Meine lieben Eltern. Sende Euch die herzlichsten Grüße. Hier in Halle ist gestern die Entscheidung gefallen. Wir sind die Ehrlichen, die Aufrichtigen, die Vorwärtstreibenden! Mit revolutionärem Gruß, Euer Ernst!« Der stimmungs- und gefühlsmäßig radikale Thälmann war auch Delegierter des Vereinigungsparteitags von USPD und KPD. Er stand in der KPD ebenfalls auf dem linken Parteiflügel. Seit 1921 Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Hamburg sowie Mitglied der BL Wasserkante. Als Anhänger der »Offensivtheorie« Delegierter auf dem III. Weltkongreß der Komintern 1921. Dort kritisierte Thälmann Lenin und Trotzki und korrigierte sogar Lenin: »Man kann nicht sagen, wie Lenin gesagt hat, man soll den schärfsten Kampf denen ansagen, die die Abänderungsanträge gegen die russischen Thesen vorgelegt haben. In der Kommunistischen Partei ist es das gute Recht jedes Genossen, nach den ökonomischen Verhältnissen jeden Landes das in die Thesen hineinzubringen, was unbedingt hineingehört.« [Diese im Protokoll enthaltenen Sätze sind 1955 in der Ausgabe von Thälmanns Werken im Ostberliner Dietz Verlag, Bd. I, nicht enthalten.] Als Trotzki auf diesem Komintern-Kongreß bemerkte: »Genosse Thälmann ... muß eine sehr gute Fühlung mit den Massen haben«, bestätigte Thälmann stolz: »Jawohl, ausgezeichnete Fühlung.« In Hamburg populär, wurde Thälmann 1921 in der Hansestadt hauptamtlicher Sekretär. Mitglied der Hamburger Bürgerschaft war er ununterbrochen von 1919 bis 1933. Seit 1921 gehörte er dem ZA der KPD an und stieg 1922/23 neben Ruth Fischer und Arkadi Maslow zu einem Führer der linken Opposition in der KPD auf und vertrat auf dem VIII. Leipziger Parteitag im Januar 1923 die linke Opposition gegen die Brandler-Leitung. Er wurde nicht in die Zentrale gewählt, jedoch nach einem Kompromiß Heinrich Brandlers mit der Opposition im Mai 1923 vom ZA gemeinsam mit Ruth Fischer, Ottomar Geschke und Arthur König in die Zentrale der KPD kooptiert. Mitverantwortlich für den Hamburger Aufstand im Oktober 1923, doch spielte Thälmann bei dieser Revolte keineswegs die Rolle, die ihm später glorifizierend zugeschrieben wurde. Im Januar 1924 stellvertretender Parteivorsitzender unter Hermann Remmele, kam er auf dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 mit den Linken in die Spitze der KPD. In die Zentrale und dann auch ins Polbüro gewählt, berief ihn der V. Weltkongreß der Komintern 1924 als Kandidat ins EKKI und ins EKKI-Präsidium, diese wichtige Funktion behielt er bis 1933. Von 1924 bis 1933 vertrat er die KPD als Abgeordneter im Reichstag. Die sowjetischen Führer umwarben ihn, 1924 nannte Sinowjew die deutschen Kommunisten Thälmann und Remmele »das Gold der Arbeiterklasse«. Als Kandidat der KPD für die Reichspräsidentenwahl 1925 wurde Thälmann überall bekannt, da er Leiter des RFB war, wuchs sein Einfluß in der KPD. Bei der Reichspräsidentenwahl verhalfen freilich die 1,9 Millionen für ihn abgegebenen Stimmen dem Reaktionär Hindenburg (14,6 Millionen) gegen den Demokraten Marx (13,7 Millionen) in den Sattel. Thälmann verkörperte den ultralinken Kurs der KPD, was ein Brief zeigt, in dem er 1924 an Iwan Katz, den damaligen Vertreter der KPD bei der Komintern, schrieb: »Lieber Iwan! Anbei übersende ich Euch ein Memorandum, welches in je einem Exemplar abgeschickt ist an Genosse Sinowjew, Stalin, außerdem ans Sekretariat des EKKI. Hier versuchen die Rechten mit Bestimmtheit einen Laden aufzumachen und ich habe außerordentliches Material geschnappt, was Euch und der Delegation auch nützlich sein wird. Es kommt ferner hinzu, daß hier versucht wird, mit anonymen Briefen führende Persönlichkeiten zu desavouieren. Sowohl in Hamburg über mich wie auch über Dengel in Niederrhein, was mir soeben mitgeteilt wird, sind Beweise dafür. Keine, aber auch keine Konzessionen, sonst heißt es für mich, mit Lumpen, die die Partei zerschlagen wollen, nicht für die Revolution, sondern für die Evolution, arbeite ich nicht zusammen. Haltet Euch gesund und grüßt alle von Euerm immer derselbe bleibenden Teddy.« Teddy, wie Thälmann genannt wurde, war aber inzwischen ganz auf die Komintern eingeschworen und ging trotz solcher Töne im Frühjahr 1925 nicht mit den Ultralinken. Während die anderen »Renommier-Proletarier« in der Parteispitze ( Paul Schlecht, Wilhelm Schwan, Max Schütz) nach der Absetzung Ruth Fischers durch Moskau 1925 weiterhin fest zu ihr hielten, wurde Thälmann als kominterntreuer Linker nun Vorsitzender der KPD. In den folgenden Jahren wurde er auch zum Theoretiker des deutschen Kommunismus stilisiert. Wie Stalin in Rußland, so sollte Thälmann in Deutschland der bedeutende große Führer sein. Das mußte ihm, einem ehrlichen Arbeiter, der gefühlsmäßig zum Radikalismus neigte und der eher als Provinzpolitiker denn als Parteivorsitzender geeignet war, zu Kopfe steigen. Frühere linke Fraktionsfreunde kritisierten ihn nun als Held der linken Phrase, als Opportunist reinsten Wassers, der an einer an Größenwahn grenzenden Einbildung leide, unter Einfluß von Alkohol nicht die geringsten Hemmungen kenne und sich mit einem Stab politischer Chamäleons umgeben habe. Tatsächlich brachten ihn zwielichtige Freunde wie John Wittorf oder Willy Leow ja auch fast zu Fall. Thälmanns Absicht, Wittorfs Unterschlagungen zu vertuschen, führten im September 1928 zu dem ZK-Beschluß, seine Funktion als KPD-Vorsitzender ruhen zu lassen. Einstimmig hatte das ZK seine Absetzung verfügt, und Thälmann willigte in alles ein. Nachdem Stalin ihn im Oktober 1928 aber wieder einsetzte, verstärkte sich sein ehrgeiziger Wunsch, nunmehr der bestimmende Parteichef zu sein. Bis 1933 blieb er an der Spitze der KPD, selbst Heinz Neumann stolperte über den Versuch, gegen ihn zu intrigieren. Auch 1932 trat er wieder als Präsidentschaftskandidat der KPD an und erhielt im ersten Wahlgang 5 Millionen von 37 Millionen Stimmen, im zweiten Wahlgang votierten nur noch 3,7 Millionen Wähler für ihn (für Hindenburg 19,4, für Hitler 13,4 Mio.). Dennoch wurde er weiter als »der Führer« der deutschen Partei herausgestellt. Es war Thälmanns persönliche Tragödie, daß er von der Komintern in eine Funktion gehoben wurde, der er geistig und politisch nicht gewachsen war. Am 3. März 1933 festgenommen, blieb er im Gefängnis standhaft. Ein Plan, Thälmann 1936 aus der Haft in Moabit zu befreien, wurde vom ZK der KPD in letzter Minute abgesagt. Weil er sich entdeckt glaubte, verübte Thälmanns Bewacher Moritz, insgeheim Kommunist, Selbstmord. Nach dem Stalin-Hitler-Pakt 1939 hoffte Thälmann (wie Rákosi in Ungarn), nach Moskau ausgetauscht zu werden, und er schrieb entsprechende Briefe an Stalin, doch dieser ließ seinen getreuen Anhänger im Stich. Zwölf Jahre mußte Thälmann in Einzelhaft verbringen, zuerst in Moabit, dann in Hannover und in Bautzen. Ins KZ Buchenwald gebracht, wurde Ernst Thälmann dort am 18. August 1944 ermordet. Doch sein Märtyrertod kann nicht überdecken, daß Thälmann als Hauptverantwortlicher für die katastrophale ultralinke Politik der KPD von 1929 bis 1933 sowie die völlige Unterwerfung der KPD unter Stalin in der Arbeiterbewegung eine verhängnisvolle Rolle spielte. Inzwischen liegen einige Biographien über ihn vor. Thälmanns Frau Rosa, geb. Koch, am 27. März 1890 in Bargfeld/Kreis Storman als Tochter eines Schuhmachers geboren, war Landarbeiterin und Hausangestellte, von 1908 bis 1915 Arbeiterin in einer Hamburger Wäscherei. 1915 heiratete sie Ernst Thälmann, folgte ihrem Mann Ende 1920 in die KPD, blieb aber in Hamburg wohnhaft. Nach 1933 war sie viele Jahre lang die einzige Verbindung zwischen dem Inhaftierten und der KPD-Führung. 1944 wurden sie und ihre Tochter Irma ins KZ Ravensbrück gesperrt. Nach 1945 im Zentralvorstand der VVN, ab 1950 Volkskammerabgeordnete und nach Auflösung der VVN im Februar 1953 Präsidiumsmitglied der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der DDR, sie erhielt 1952 den Karl-Marx-Orden. Rosa Thälmann starb am 21. September 1962 in Ost-Berlin. Thälmanns Tochter Irma, geboren am 6.November 1919 in Hamburg, wirkte in der DDR für die von der SED-Führung propagierte Thälmannlegende. Sie trennte sich 1990 von der PDS, der sie ein »sozialdemokratisches Programm« vorwarf, Neuinterpretationen der Rolle Ernst Thälmanns nannte sie »verleumderisch«. Zur Bundestagswahl 1998 war sie Kandidatin der DKP in Berlin-Lichtenberg. Irma Thälmann-Gabel starb am 10. Dezember 2000 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Thein, Ulrich

* 7.4.1930 – ✝ 21.6.1995

Geb. in Braunschweig; Vater Kapellmstr.; nach dem Abitur Studium der Musik (Harfe); nebenbei Schauspielunterricht; Engagement am Staatstheater Braunschweig; 1951 Übersiedl. in die DDR; Engagement am Dt. Theater (bis 1963) u. am Theater der Freundschaft in Berlin; dann Darsteller u. Regisseur am Theater der Bergarb. in Senftenberg; spielte vorwiegend in Gegenwartsstücken, seit 1953 auch Rollen in vielen DEFA-Filmen, z. B. 1953 »Geheimakten Solvay« (R:  Martin Hellberg), 1954 »Alarm im Zirkus«,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Thews, Wilhelm Richard Otto

* 10.6.1910 – ✝ 8.2.1943

(* 1910 – † 1943) Geboren am 10. Juni 1910 in Kiel; besuchte Gymnasien in Kiel und Berlin, Lehre als Zimmermann. Studium an der Baugewerbeschule, Tiefbautechniker. Mitglied im Jungnationalen Bund, 1931 des Stahlhelms, 1932 der SA. Thews hatte seit Sommer 1932 intensive Kontakte zu KPD-Mitgliedern, die ihn für den AM-Apparat gewannen. Seit 1933 Mitglied der illegalen KPD, 1934 reiste er nach Moskau und war unter dem Decknamen Friedrich Wehnert Kursant an der M-Schule der Komintern. Anfang Juni 1935 über Skandinavien Rückkehr nach Deutschland, wurde Bauleiter beim Reichsautobahnbau und leistete umfangreiche Arbeit für den Abwehrapparat der KPD. Im August 1936 Flucht über die ?CSR nach Spanien, dort Angehöriger der XI. Internationalen Brigade, später auch Ausbilder an einer Offiziersschule. 1939 Internierung in Frankreich, nach Kriegsausbruch Angehöriger einer Arbeitskompanie, hatte Kontakte zum französischen Nachrichtendienst. Nach dem Waffenstillstand in verschiedenen Lagern interniert, flüchtete Thews nach Spanien, wurde beim Grenzübertritt am 12. Juli 1941 verhaftet und in ein französisches Lager gesperrt. Am 25. Oktober 1941 Auslieferung an Deutschland, hier am 2.November 1942 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Wilhelm Thews am 8. Februar 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Thiele, Paul

* 11.2.1898 – ✝ 3.4.1978

Geboren am 11. Februar 1898 in Leipzig, Sohn einer Weberfamilie; kaufmännische Lehre, seit 1912 in der Arbeiterjugend organisiert, wegen Einberufung zum Kriegsdienst Notreifezeugnis. Bis April 1919 Soldat, gehörte dem Spartakusbund in Leipzig an. Bis 1924 führender Funktionär der KJD und der KPD im Bezirk Leipzig, 1923 wegen »literarischen Hochverrates« zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, kam er nach Amnestie vorzeitig frei. Von 1921 bis 1923 Buchprüfer beim Finanzamt Leipzig, 1924 selbständiger Steuer- und Wirtschaftsberater. Ab 1925 in Berlin in der Geschäftsabteilung des ZK der KPD, Mitarbeiter von Hugo Eberlein. Als Teilhaber von Parteibetrieben der Peuvag mit den Druck- und Verlagsbetrieben sowie den Grundstücksgesellschaften der KPD und des RFB betraut, hatte er Einblick in die geheime Finanzierung der KPD und ihrer Nebenorganisationen durch die Komintern. 1933 vor allem damit beschäftigt, die noch nicht beschlagnahmten Konten der KPD ins Ausland zu transferieren. Er wurde im April 1935 festgenommen und war bis zum 8. Oktober 1936 im KZ Lichtenburg. Bereits im August 1936 war er aus der KPD ausgeschlossen worden, da er sich angeblich »freiwillig als Gestapo-Agent betätigt habe«. Bis 1940 Berufsverbot, dann wieder Wirtschafts- und Steuerberater. Ausgebombt wohnte Thiele in Annaberg/Erzgebirge, schlug sich nach Kriegsende nach Berlin durch. Am 10. August 1945 versuchte er im Sitz des ZK der KPD zum Parteivorsitzenden Wilhelm Pieck vorgelassen zu werden, um gegen sich ein Untersuchungsverfahren einzuleiten, statt dessen wurde er verhaftet und bis 1950 interniert. Am 27. Juni 1950 wurde er in Waldheim zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt, saß zunächst im Zuchthaus Waldheim, dann ab April 1954 in Bautzen. Ende 1955 amnestiert und am 2. Mai 1956 entlassen, übersiedelte er in die Bundesrepublik. Er lebte zunächst in München, zuletzt in Dachau. Paul Thiele starb dort am 3. April 1978. Seit 1926 war Thiele mit Charlotte Starke (*28.8. 1901 – † 25. 8. 1987) verheiratet, in Leipzig geboren, Tochter einer Arbeiterfamilie; Stenotypistin und Sekretärin. Seit 1922 Mitglied der KJD, 1923 der KPD, Stenotypistin bzw. Sekretärin in der Zentrale/ZK der KPD in Berlin, von 1922 bis 1926 im Nachrichtenapparat der KPD. Ab März 1933 an der Herstellung der Dimitroff-Prozeßberichte beteiligt. Im August 1934 in die Sowjetunion übergesiedelt, arbeitete sie unter dem Parteinamen Charlotte Templer in der Nachrichtenabteilung (OMS) der Komintern. Am 31. August 1936 durch die IKK wegen angeblicher Verbindungen zu ihrem Mann Paul Thiele aus der Partei ausgeschlossen. Der Ausschluß wurde im September 1939 aufgehoben und durch eine »Verwarnung« ersetzt. Danach arbeitete sie als Korrektorin bzw. Verlagsredakteurin im Verlag für fremdsprachige Literatur in Moskau. Nach zeitweiliger Evakuierung kehrte sie 1942 nach Moskau zurück und wurde Mitarbeiterin an der Zeitung des NKFD. Im Januar 1954 kam sie mit ihrem Sohn Alfred (* 4. 4. 1926) in die DDR, wurde Mitarbeiterin am IML.

Wer war wer in der DDR

Thieme, Bernhard

* 25.6.1926 – ✝ 20.4.1982

Geb. in Neustadt (Sachsen); Vater kaufm. Angest.; Volks- u. Berufsschule; 1941 – 43 Industriekaufmannslehre bei der AG Hering Maschinenfabrik Neustadt, 1943 / 44 dort Ltr. der Betriebsbuchhaltung, anschl. Ltr. der Abt. Einkauf. 1945 – 48 kaufm. Ltr. der AG Hering; 1945 SPD, 1946 SED; 1948 / 49 kaufm. Ltr. des VEB Kombinat »Fortschritt« Neustadt; 1949 – 51 Betriebsltr., 1951 – 58 Kombinatsdir., 1958 – 63 Hauptdir. bzw. GD der VVB Landmaschinen u. Traktorenbau Leipzig / Neustadt; 1963 – 82 GD des…

Wer war wer in der DDR

Thiessen, Peter Adolf

* 6.4.1899 – ✝ 5.3.1990

Geb. in Schweidnitz (Schles. / Świdnica, Polen); 1919 – 23 Chemiestudium in Breslau, Freiburg i. Br., Greifswald u. Göttingen; hier 1923 Prom.; 1926 Habil.; 1924 Assistent; 1926 Privatdoz. u. 1932 a. o. Prof. für physikal. Chemie; 1925 – 28 u. 1933 – 45 NSDAP; 1933 Abt.-Ltr. am Kaiser-Wilhelm-Inst. für physikal. Chemie; zugl. 1934 – 37 Berater des Reichserziehungsmin.; 1935 – 45 Dir. am Kaiser-Wilhelm-Inst. für physikal. Chemie in Berlin; 1937 Ltr. der Sparte Chemie des Reichsforschungsrats;…