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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Vorwerg, Manfred

* 3.4.1933 – ✝ 26.6.1989

Geb. in Primkenau (Krs. Sprottau, Niederschles. / Przemków, Polen); Vater Arbeiter; 1945 Umsiedl. nach Thür.; 1948 Abschluß der Volksschule in Stadtroda; dort 1948 – 50 Verwaltungslehrling, anschl. Sachbearbeiter im Referat Jugendhilfe beim Rat des Landkrs. Jena; 1951 – 53 Abitur an der ABF Jena, anschl. Studium der Psychol. an der KMU Leipzig, 1958 Dipl.-Psychologe, 1958 – 61 dort Aspirantur; 1959 – 60 Zusatzstudium in Tblissi u. Leningrad; 1961 Prom. mit einer »Untersuchung über…

Wer war wer in der DDR

Vrštala, Jiří

* 31.7.1920 – ✝ 10.6.1999

Geb. in (Liberec, ČSR); Abitur; Arbeit in versch. Berufen; Zwangsarbeit in Dtl. 1945 – 55 Theaterschauspieler in Liberec u. Prag; 1955 erste Auftritte als »Clown Ferdinand« (R: Jindřich Polák), in dieser Rolle in zahlr. Kinderfilmen der ČSSR; 1965 Übersiedl. in die DDR; 1966 – 76 verh. mit  Angelica Domröse; versch. Spielfilmrollen, u. a. in »Chronik eines Mordes« (1965), »Flucht ins Schweigen« (1966), »Die Söhne der großen Bärin« (1966), »Die gefrorenen Blitze« (1967), »Als Hitler den Krieg…

Wer war wer in der DDR

Wachholz, Bärbel

* 20.10.1938 – ✝ 13.11.1984

Geb. in Angermünde; Lehre als Fotolaborantin; nebenher Gesangsunterricht; Sängerin beim Tanzorchester Max Reichelt in Eberswalde; 1957 Beginn der Zusammenarbeit mit  Gerd Natschinski; erste Funkprod. (insges. ca. 500) u. Schallplattenaufn. (insges. zwei LP, ca. 40 Singles); Erfolgstitel: »Mama«, »Damals«, »Das wünsch ich mir«, »Treu sein« u. a.; 1962 – 69 mit Tourneeprogrammen (»Musik im Blut«, »Sing für mich«) in der DDR u. osteurop. Ländern unterwegs, Sologastspiele auch in Westeuropa; Teiln.…

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Wachter, Maria

* 21.4.1910 – ✝ 18.8.2010

Geboren am 21. April 1910 in Düsseldorf, Tochter einer sozialdemokratisch orientierten Arbeiterfamilie. Die gelernte Kontoristin wurde Mitglied eines Arbeitersportvereins, als dieser sich spaltete, ging sie zu den Kommunisten, im Parteibüro der Düsseldorfer KPD angestellt, gehörte zur Agitpropgruppe »Nordwest-Ran«. Ab 1933 im Widerstand, 1935 Mitglied der UB-Leitung, sie arbeitete dort eng mit Heinrich Wiatrek und Irene Gärtner ( Elli Schmidt) zusammen. Von Wiatrek für einen Kurs an der Leninschule vorgeschlagen, entkam sie so der Verhaftung durch die Gestapo. Unter dem Decknamen Erna blieb Maria Wachter über zwei Jahre in Moskau und kam im Herbst 1937 nach Deutschland zurück. Sie ging gemeinsam mit Fritz Sperling zunächst nach Paris zur AL West, dann Instrukteurin für Ostwestfalen-Lippe. 1938 reiste sie von Amsterdam nach Bielefeld, betreute dort illegal wirkende Betriebszellen und war anschließend in Paris für das KPD-Auslandssekretariat tätig. Nach Ausbruch des Krieges interniert, an die Gestapo ausgeliefert und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Befreiung 1945 wieder Mitglied der KPD, vor allem für die VVN aktiv, als Sekretärin in einer Düsseldorfer Firma beschäftigt. Nach dem KPD-Verbot 1956 kurzzeitig in Neuss in Untersuchungshaft, sie wurde aber nicht verurteilt. Im Alter von 100 Jahren verstarb Maria Wachter am 18. August 2010 in Düsseldorf.

Wer war wer in der DDR

Wagenbreth, Rolf

* 28.6.1929

Geb. in Breitenbach (Krs. Zeitz); Volksschule; 1943 – 46 Lehre u. Arbeit als landw. Rechnungsführer. 1945/46 KPD/SED; 1946 Angest. beim Rat der Stadt Zeitz; 1949 Einstellung bei der VP, Schüler, dann Lehrer an der VP-Schule Torgau; 1950 Einstellung beim MfS, Abt. VIIa (ab 1951 Abt. I, VP-Bereitschaften); 1952/53 Lehrgang an der LPS Schwerin; 1953 Ltr. der Abt. Politkultur der BV Frankfurt (Oder), dann stellv. Operativ des Ltr. der BV; 1954 Ltr. der Krs.-Dienststelle Beeskow; 1954 – 61…

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Wagner, Heinrich

* 1.2.1886 – ✝ 26.2.1945

Geboren am 1. Februar 1886 in ¸ód´z, Sohn eines Maurers; lernte Schmied, von 1906 bis 1909 Militärdienst beim Jägerregiment in Graudenz. Dann Schmiedegeselle in Tilsit, zog 1912 nach Delmenhorst, arbeitete in einer Wagenfabrik. Seit 1913 schwer lungenkrank, wurde Wagner kein Soldat, sondern 1914 Schmied bei den Atlas-Werken in Bremen. Ab 1919 wieder in Tilsit, dort selbständiger Schmied, 1922 kehrte er nach Delmenhorst zurück und war bis 1925 bei mehreren größeren Firmen in Bremen beschäftigt, dann von 1925 bis 1935 erwerbslos. Seit Oktober 1918 Mitglied der USPD, 1922 leitete er die Delmenhorster Ortsgruppe. Ab 1924 Mitglied der KPD, 1929/30 Vorsitzender der Ortsgruppe Delmenhorst, Wagner gehörte zu den aktivsten KPD-Funktionären im Land Oldenburg. Er war 1931/32 im Oldenburger Stadtrat und wurde im Mai 1931 als Abgeordneter in den Oldenburger Landtag gewählt. Sein Mandat legte er 1932 wegen Differenzen mit der Partei nieder und wurde im November 1932 aus der KPD ausgeschlossen. Im März 1933 in »Schutzhaft« und am 1. Mai 1933 wegen des »Verdachts der illegalen Betätigung für die KPD« erneut für mehrere Wochen inhaftiert. Seit Frühjahr 1935 bei einer Straßenbaufirma in Delmenhorst, danach bei der AG Weser in Bremen beschäftigt, stand Wagner unter Gestapoaufsicht. Er verbrachte zehn Monate in Untersuchungshaft und wurde am 17.Mai 1938 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis Mitte Juli 1940 im Zuchthaus Bremen-Oslebshausen, kam anschließend in das KZ Sachsenhausen, von dort noch nach Bergen-Belsen, wo Heinrich Wagner am 26. Februar 1945 mit Giftgas umgebracht wurde.

Wer war wer in der DDR

Wagner, Bernd

* 30.5.1948

Geb. in Wurzen (Sachsen); Vater Schmied; 1966 Abitur; anschl. bis 1970 Pädagogikstudium in Erfurt; seit 1970 Dorfschullehrer in Schmachtenhagen; ab 1976 freiberufl. Autor in Berlin; Mitunterz. der Petition gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns 1976; 1976 – 84 Mitgl. im DSV; seit 1983 mit  Uwe Kolbe u.  Lothar Trolle Hrsg. der Untergrundztschr. »Mikado«; Überwachung durch das MfS; 1985 Übersiedl. nach Berlin (West); freiberufl. tätig.Ich will nicht nach Österreich. Darmstadt 1987; Mein zu großes…

Wer war wer in der DDR

Wagner, Harald

* 3.3.1950

Geb. in Altenburg (Thür.) in einer Bauernfamilie, aufgew. im Altenburger Land; Ausbildung zum Landmaschinen- u. Traktorenschlosser in Waldenburg u. Abitur in Glauchau; 1968 – 70 Wehrdienst; 1970 – 75 Studium der Sportwiss. an der DHfK Leipzig; anschl. bis 1980 Lehrer im HS-Dienst an der KMU Leipzig; seit 1972 pol. aktiv in versch. opp. Gruppen, Kontakte zur ESG, zu illeg. marxist. u. trotzkist. Zirkeln, Beschaffung verbotener Lit.; seit 1978 intensive Überwachung durch das MfS; 1980 nach § 106…

Wer war wer in der DDR

Wagner, Siegfried

* 3.3.1925 – ✝ 2.8.2002

Geb. in Hildesheim; Vater Orchestermusiker; Volksschule, 1943 Abitur; 1943/44 Wehrmacht; 1944 – 46 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1946 in Hildesheim u. Übersiedl. nach Greiz (Thür.); Bauhilfsarb.; 1946 1. Sekr. der FDJ-KL Greiz; SED; 1947 – 49 Studium der Ges.-Wiss. in Leipzig; zugl. Parteisekr. der Univ. Leipzig; 1950 – 52 Instrukteur für Volksbildung in der Abt. Kultur, Ltr. des Sektors Unterricht u. Erziehung; 1952 – 57 Sekr. für Kultur u. Volksbildung der SED-BL Leipzig; Abg. des Bez.-Tags…

Wer war wer in der DDR

Wahl, Frank-Michael

* 24.8.1956

Geb. in Rostock; 1962 – 72 POS; 1968 – 72 aktiver Schwimmer; 1972 – 90 aktiver Handballspieler beim SC Empor Rostock; 1972 – 74 Lehre als Maschinen- u. Anlagenmonteur; 1974 – 90 in diesem Beruf tätig; 1982 Europacup-Sieger der Pokalsieger; 1982 EM der Klubmannschaften; 313 Länderspiele; dreimal Teiln. an Weltmeisterschaften: 1978 3., 1982 6. u. 1986 3. Platz; zweimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1980 Sieger, 1988 7. Platz; bei Umfragen nach der besten Mannschaft des Jahres 1980 Mitgl. der…

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Waibel, Toni

* 11.3.1889 – ✝ 12.2.1969

Geboren am 11. März 1889 in Dewangen bei Aalen, Sohn einer Handwerkerfamilie, die Eltern starben sehr früh. Er lernte Möbelschreiner, war später kaufmännischer Angestellter. 1906 Mitglied der Gewerkschaft und der Arbeiterjugend, trat 1907 in die SPD ein, Teilnehmer an den Internationalen Sozialisten-Kongressen 1907 und 1912 in Basel und Bern. Während des Weltkrieges zeitweise in der Schweiz. Er nahm dort an der Konferenz der Kriegsgegner in Zimmerwald (September 1915) teil, lernte Lenin kennen und schloß sich dessen »Zimmerwalder Linken« an. Später wegen »Meuterei« des Landes verwiesen und nach Deutschland zurückgeschickt. Seit 1919 Mitglied der KPD, proklamierte er am 7.April 1919 in Würzburg die Räterepublik. Wegen seiner aktiven Beteiligung an den Kämpfen der Bayerischen Räterepublik im Aktionsausschuß und in der Führung der »Roten Armee« zu 15 Jahren Festung verurteilt. Waibel floh 1921 aus der Festung Niederschönenfeld und hielt sich bis 1928 im Ausland auf. Zunächst in Moskau an der KUNMS, dann (als Mitglied der KP Rußlands) für die Komintern im Ausland, u. a. auf dem Balkan. Er nahm am III., IV., V. und VI. Weltkongreß der Komintern teil. Nach der »Hindenburg-Amnestie« 1928 wieder in Deutschland, er wurde Sekretär der RHD (mitverantwortlich für die Zeitschrift »Tribunal«) und Referent auf Parteischulen. Ende 1932 in Württemberg tätig, bereits am 30.Januar 1933 in Stuttgart festgenommen und am 16. Juni 1933 vom 5. Strafsenat des Reichsgerichts zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Zusätzlich erhielt er im Juli 1933 vom Landgericht Stuttgart eine Gefängnisstrafe von einem Jahr wegen »Meuterei«. Waibel saß bis 1945 ununterbrochen in Haft, zuletzt im KZ Buchenwald. Nach der Befreiung bis Juli 1945 schwer erkrankt im Lazarett, ging er nach Berlin und leitete bis 1947 die KPD/SED-Ortsgruppe in Berlin-Hermsdorf. Waibel, ein unorthodoxer Kommunist, wandte sich gegen die Stalinisierung der SED, wurde 1951/52 in einem Parteiverfahren als »Trotzkist« angeklagt und aus der SED ausgeschlossen. Er gehörte in West-Berlin zum Freundeskreis um Max Köhler und blieb ein kritischer, antistalinistischer Kommunist, hielt aber auch Kontakt zu seinen in der DDR lebenden einstigen Buchenwalder Mithäftlingen, wie z. B. zu Walter Bartel. Toni Waibel starb am 12.Februar 1969 in West-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Walden, Herwarth

* 16.9.1878 – ✝ 31.10.1941

Geboren am 16. September 1878 in Berlin als Georg Levin. Er studierte zunächst erfolgreich Musik, wandte sein Interesse jedoch bald der bildenden Kunst und der Literatur zu. Den Namen Herwarth Walden gab ihm Else Lasker-Schüler, mit der er von 1901 bis 1911 verheiratet war. Während seine literarischen Werke heute fast vergessen sind, ist er als bedeutender Kritiker und Kunsttheoretiker weltweit bekannt sowie als Förderer moderner Kunst. 1904 gründete er den Verein für Kunst und begann mit der Unterstützung junger Autoren, die heute zur Weltliteratur zählen, wie Thomas und Heinrich Mann, Alfred Döblin und Gottfried Benn. Mit seinen Schriften (»Expressionismus. Die Kunstwende«, 1918) und vor allem als Herausgeber der Zeitschrift »Der Sturm« (1910 bis 1932) wurde er zu einem Vorkämpfer des Expressionismus, Futurismus und Kubismus in Deutschland. Bis 1931 wirkte er als Galerist, Kunsthändler und Verleger in Berlin. Führendes Mitglied der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußlands, 1932 übersiedelte er mit seiner Frau Ellen, geborene Bork, nach Moskau. Er war dort Lehrer am Fremdspracheninstitut und publizierte Literaturtexte für Schulen. Am 31.März 1941 vom NKWD verhaftet, kam Herwarth Walden am 31. Oktober 1941 in einem Gulag bei Saratow an der Wolga ums Leben. Seine junge Frau Ellen floh mit ihrem Kind in die deutsche Botschaft und kam nach Berlin zurück. Die Tochter erhielt erst nach einem Besuch in Moskau (1966) Informationen über ihren Vater, z. B. das Todesdatum. In einem Zusatz hieß es, daß er »rehabilitiert« sei. Weitere Nachfragen, was es mit dieser Rehabilitation auf sich habe und ob sie Aussicht hätte, das beschlagnahmte Eigentum ihres Vaters, d. h. seine Bibliothek und seinen schriftlichen Nachlaß zu erhalten, blieben unbeantwortet.

Wer war wer in der DDR

Voßke, Heinz

* 8.5.1929

Geb. in Anklam; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre als Verw.-Angest. in Anklam; 1945 Volkssturm; sowj. Kriegsgefangenschaft, Bergmann, Mitgl. eines Antifa-Aktivs. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1950 Studium an der Verw.-Schule der Landesreg. Mecklenb. in Teterow, Abschl. als Verw.-Angest.; anschl. Mitarb. beim RdK Anklam; 1951 – 56 Studium, anschl. Lehrer für Geschichte an der SED-LPS in Wiligrad bei Schwerin; ab 1953 Ltr. des Lehrstuhls Geschichte der dt. Arbeiterbew. an der Zentralschule des ZK…

Wer war wer in der DDR

Waasner, Fritz

* 20.4.1920 – ✝ 30.5.2007

Geb. in Preußlitz (Krs. Köthen); Vater Bergmann; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Buchdrucker; 1940 – 43 Wehrmacht; anschl. arbeitslos, kriegsbeschädigt. 1945 – 46 Maschinensetzer bzw. Volontär bei der Ztg. »Freiheit« in Halle, Kreisred. der »Volkszeitung« in Eisleben; 1946 SED; 1947 Red. der Ztg. »Tribüne« beim FDGB-LV Sachsen-Anhalt; 1947 – 51 Red., Chefred. bzw. Intendant des Landessenders in Halle; 1951 / 52 Intendant des Landessenders in Dresden; 1952 – 54 Chefred. der »Schweriner…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wachner, Arno

* 16.2.1876 – ✝ 1.10.1950

Geboren am 16. Februar 1876 in Hamburg; lernte von 1890 bis 1894 Maler und war anschließend in diesem Beruf tätig. Ab 1919 Angestellter beim Hamburger Arbeitsamt. Mitglied der SPD, der USPD und seit 1920 der KPD. Im März 1919 kam er für die USPD in die Hamburger Bürgerschaft und war von Ende 1920 bis zur Neuwahl am 20. Februar 1921 dort Abgeordneter der KPD. Danach trat er politisch nicht mehr hervor. Arno Wachner starb am 1.Oktober 1950 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Wächter, Erich

* 26.8.1908 – ✝ 10.4.1971

Geb. in Essen, Vater Dreher, Mutter Näherin; 1918 – 24 Besuch der Oberrealschule, 1924/25 der Höheren Handelsschule; 1925 – 27 Volontariat als Feld- u. Industriebahner in Essen; 1927 – 44 Industrie- u. Handelskfm. bei der Dt. Lufthansa in Essen u. Berlin; 1944/45 Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1945 CDU; 1945 – 50 Verw.-Angest.; 1946 Krs.-Rat für Wirtschaft u. stellv. Landrat im Krs. Hagenow; 1950 Landrat im Krs. Usedom; ab März 1950 kurzz. Min. für Industrie u. Aufbau in der Landesreg.…

Wer war wer in der DDR

Wagener, Hermann

* 4.5.1921 – ✝ 30.1.1994

Geb. in Hannover, aufgew. in einer antifasch. Arbeiterfam.; 1928 – 36 Schulbesuch in Hannover, anschl. Lehre als Kupferschmied; 1939 / 40 Industrietätigkeit als techn. Zeichner u. Aufnahme eines techn. Fernstudiums; 1941 zur Wehrmacht eingezogen, gleichzeitig Maschinenbaustudium an der Ingenieurschule Weimar u. Aue, dort 1945 Abschluß; 1945 – 48 sowj. Kriegsgef., Antifaschule. 1949 / 50 Betriebsass. bzw. Fertigungsltr. in der Möbelfabrik Zeulenroda; 1949 SED; Herbst 1950 Aufnahme eines Studiums…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wagner, Josef

* 13.4.1896 – ✝ 6.12.1946

Geboren am 13. April 1896 in Mallersdorf/ Niederbayern, Sohn einer kinderreichen Arbeiterfamilie; Maschinenarbeiter in Augsburg. Soldat im Weltkrieg, 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Im Januar 1924 wegen seiner Aktivitäten im »deutschen Oktober« 1923 verhaftet, anschließend Anklage und Verurteilung vor dem Reichsgericht. 1925 Freilassung durch die »Hindenburg-Amnestie«. Später war er wieder Maschinenarbeiter in Augsburg und Betriebsrat. Im April 1932 wurde Wagner in den Bayerischen Landtag gewählt. Ab Februar 1933 illegal tätig, am 20. April 1933 festgenommen und am 24. Juli 1933 vom OLG München zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt, danach verhängte die Gestapo »Schutzhaft«. Zunächst Häftling im KZ Dachau, ab Ende September 1939 im KZ Flossenbürg, von dort wieder zurück nach Dachau. Im November 1944 »entlassen«, mußte zur SS-Sondereinheit Dirlewanger, Fronteinsätze in Polen und Rumänien. Wagner desertierte am 15. Dezember 1944 zur Roten Armee, wurde Propagandist und Leiter des antifaschistischen Klubs in einem Kriegsgefangenenlager in den östlichen Karpaten. Hier erkrankte er an einer schweren Tbc, trotz einer Operation im Hospital starb Josef Wagner am 6.Dezember 1946 in Focsani.

Wer war wer in der DDR

Wagner, Emil

* 6.12.1921

Geb. in Troppau (ČSR/Opava, Tschechien); Vater Bäcker, Mutter Holzarb.; Mittelschule; 1935 – 39 Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1939 Wehrmacht; 1943/44 Gefangenschaft, Antifa-Schüler; 1944/45 Einsatz in der Partisanengr. Kaiser. 1945/46 KPD/SED; geheimdienstl. Einsatz in Berlin, offiz. Vertreter eines Reisebüros; 1947 Einstellung bei der DVdI, dann Landeskriminalamt Brandenb.; 1948 stellv. Ltr., dann Ltr. des Dezernats K 5 (pol. Polizei); 1949 Ltr. der Abt. Kriminalpolizei im Polizeipräs.…

Wer war wer in der DDR

Wagner, Herbert

* 21.9.1948

Geb. in Neustrelitz; Grund- u. Oberschule; Lehre als Heizungsinstallateur; Stud. an der TU Dresden, 1973 Elektroing.; 1973 – 1990 als Entwicklungsing. in der Dresdener Ind. tätig; ab 9.10.1989 Mitgl. der »Gruppe der 20«, die angesichts brutaler Übergriffe von Sicherheitskräften auf Protestdemonstrationen den friedl. Dialog mit der Dresdner SED-Führung unter dem damaligen OB  Wolfgang Berghofer suchte; ab Nov. 1989 Mitorg. der Montagsdemonstr. in Dresden; ab Jan. 1990 Fraktionsvors. der neugegr.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wagner, Hermann

Geboren am 22. Juni 1905 in Berlin, Sohn des Tiefdruckmaschinenmeisters Theodor Wagner; Arbeiter und kaufmännischer Korrespondent. Ab 1923 Mitglied der KPD, Parteiarbeit im UB Berlin-Steglitz. 1927 Übersiedlung in die Sowjetunion, dort bis 1930 Kursant an der KUNMS und Mitglied der KPdSU. 1930 Rückkehr nach Deutschland, offiziell Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung, wirkte als Agitpropleiter im Berlin UB Südwest, ab 1931 im KgF, zuletzt stellvertretender Leiter für den Bezirk Berlin-Brandenburg. 1933 Emigration in die Tschechoslowakei, 1934 ging er zusammen mit Elisabeth Mommer in die Sowjetunion, Parteiname Hermann Reich, bis 1937 arbeitete er in verschiedenen Betrieben, u. a. in Nowosibirsk. 1938 aus der Sowjetunion ausgewiesen, reiste er über Helsingfors, Kopenhagen und Oslo nach Brüssel zu seinem Schwager Karl Mommer, der sich aber bereits von der KPD getrennt hatte. Hermann Wagner wurde bei seiner Einreise nach Deutschland am 18. Juli 1939 von der Gestapo in Düsseldorf festgenommen und vom OLG Hamm wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« angeklagt, jedoch Anfang 1940 »aus Mangel an Beweisen« freigesprochen. Daraufhin wurde »Schutzhaft« verhängt und Hermann Wagner in das KZ Sachsenhausen überführt, wo er am 23. Mai 1940 verstarb.

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Wahlgreen, Johann Friedolf

* 26.10.1855 – ✝ 15.11.1941

(* 1855 – † 1941) Geboren am 26. Oktober 1855 in Habe/Schweden, wuchs in großer Armut mit zehn Geschwistern auf. Seine Lehre in einer Schiffstisch- lerei in Göteborg führte er nicht zu Ende, sondern arbeitete in einer Zuckerfabrik. Mit 18 Jahren kam Wahlgreen 1873 nach Deutschland, zog mit mehreren Landsleuten nach Geesthacht und war in einer Pulverfabrik beschäftigt. Später gemaßregelt, verdiente er sich als Gelegenheitsarbeiter, Landarbeiter und Kohlenträger seinen Lebensunterhalt. Noch unter dem Sozialistengesetz bildete er 1886 in Geesthacht die erste illegale Organisation der SPD. Er war jahrelang Vorsitzender der örtlichen Partei und zu Beginn des Jahrhunderts auch der Gewerkschaft. 1908 nahm er als Delegierter am Kongreß des Fabrikarbeiterverbandes in München teil. Wahlgreen verlor die schwedische Staatsangehörigkeit, erst nach langem Ringen erhielt er die deutsche. Von seinen sieben Kindern fielen im Weltkrieg zwei Söhne. Nach dem Krieg war er Vorsitzender des ADGB Geesthacht. Er blieb bis 1920 in der SPD, trat nach dem Kapp-Putsch zur USPD über, ging 1921 zur KPD. Von 1924 bis 1933 gehörte er der Stadtvertretung und dem Rat in Geesthacht an und von 1927 bis 1933 saß Wahlgreen für die KPD in der Hamburger Bürgerschaft, 1931 und 1932 deren Alterspräsident. Der fast Achtzigjährige wurde 1933 nicht verhaftet, wohnte als Hitler-Gegner weiter in Geesthacht. Dort starb Johann Wahlgreen am 15.November 1941.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Walcher, Jacob

* 7.5.1887 – ✝ 23.7.1970

Geb. in Bethlehain (b. Wain / Württemb.); Vater Landwirt; 1894 – 1901 Volksschule in Wain; Ausbildung zum u. Arbeit als Dreher; 1906 DMV; SPD; 1911 – 15 Red. des »Schwäb. Tagblattes« (Stuttgart), vom SPD-LV abgesetzt; 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrats in Stuttgart u. Mitgl. der Spartakusggr.; Übersiedl. nach Berlin; Nov. 1918 erneut nach Stuttgart; Mitbegr. der KPD, 2. Vors. des Gründungsparteitags; 1920 Kand., ab 1921 Mitgl. des ZK der KPD, verantw. für Gewerkschaftsfragen; 1924 – 27 in… Geboren am 7. Mai 1887 in Wain/Württemberg, Sohn eines Landwirts; lernte Dreher. Nach der Lehre 1906 in Stuttgart Mitglied der Gewerkschaft und der SPD. Als ehrenamtlicher Funktionär auf dem linken Flügel der SPD aktiv, u.a. Berichterstatter für SPD-Zeitungen. 1910/11 Teilnehmer eines Lehrgangs an der zentralen Parteischule in Berlin. Auf Vorschlag Rosa Luxemburgs kam er am 1.November 1911 in die Redaktion der »Schwäbischen Tagwacht«, des SPD-Organs in Stuttgart, Redakteur für Partei- und Gewerkschaftsfragen. Nach Kriegsausbruch wurden er, Arthur Crispien und Edwin Hoernle vom SPD-Landesvorstand Württemberg (der Ortsvorstand Stuttgart stand hinter den Redakteuren) wegen ihrer internationalistischen Haltung abgesetzt. Sie gaben dann im Auftrag der Stuttgarter Linken ein eigenes Blatt heraus. Walcher und Hoernle wurden Mitglieder der Spartakusgruppe. Nach Berlin übergesiedelt und inzwischen beim Militär ausgemustert, engagierte sich Walcher für die Spartakusgruppe, zeitweise verhaftet. Er erhielt 1916 erneut einen Gestellungsbefehl, konnte sich nach Einsätzen als Armierungssoldat, u. a. vor Verdun, wieder ausmustern lassen. Die Novemberrevolution 1918 erlebte er in Berlin, wurde von Rosa Luxemburg bereits am 10.November 1918 nach Stuttgart entsandt, wo er eine wichtige Rolle bei der Gründung der dortigen KPD übernahm. Ende Dezember 1918 war Walcher Delegierter und (mit Wilhelm Pieck) Vorsitzender des Gründungsparteitages der KPD in Berlin. Auf dem II. KPD-Parteitag im Oktober 1919 wurde er in die Zentrale der Partei gewählt, der er bis 1923 angehörte, verantwortlich für die Gewerkschaftsarbeit der KPD. Auch innerhalb der Gewerkschaften besaß er starke persönliche Sympathien (bei der Urwahl zum Deutschen Metallarbeiterverband 1923 erhielt er die meisten Stimmen). Als Typ eines erfahrenen und beweglichen Arbeiterfunktionärs gehörte Walcher in der Zentrale zu den Anhängern Heinrich Brandlers und blieb nach 1923 weiterhin bei den Rechten. 1924 nicht mehr in die Zentrale gewählt und auch nicht durch eine Abgeordnetenimmunität geschützt, flüchtete er nach Sowjetrußland (Steckbrief: »1,73, englischer Schnurrbart, abstehende Ohren, braune Augen, spricht schwäbische Mundart«). Von Moskau aus agierte er 1925 als einer der Führer der Opposition gegen Ruth Fischer und stand auch 1926 nach der Rückkehr nach Berlin in Opposition zur Parteilinie. 1927 Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung des ZK, leitete gemeinsam mit Robert Siewert die Einheitsbewegung mit der SPD (Zeitschrift »Einheit« usw.). 1928 einer der Führer der Rechten, die besonders nach der Wittorf-Affäre hervortraten. Im Dezember 1928 aus der KPD ausgeschlossen, kam er als Mitbegründer und Führer der KPO in deren Reichsleitung. Bei den Auseinandersetzungen innerhalb der KPO 1931/32 leitete er mit Paul Frölich die Minderheit der KPO, die für eine Verschmelzung mit der SAP plädierte. Mit dieser Minderheit wechselte er 1932 zur SAP und wurde Mitglied des PV und hauptamtlicher Sekretär der SAP. 1933 nach Frankreich emigriert, war Walcher das einzige besoldete Mitglied in deren Auslandsleitung (Pseudonym Jim Schwab). Bei Kriegsausbruch interniert, konnte er 1941 in die USA entkommen, lebte in New York und war Mitarbeiter im »Council for a Democratic Germany«. Ende 1946 kehrte Walcher nach Deutschland zurück, schloß sich der KPD bzw. SED an. Um seine Freunde ebenfalls zu diesem Schritt zu bewegen, hat er sie überall – auch in West-Deutschland – aufgesucht. Ab 1. Juni 1947 Chefredakteur der Gewerkschaftszeitung »Tribüne« in Ost-Berlin, geriet Walcher im Herbst 1950 in das Visier der ZPKK, wurde im Februar 1951 als Chefredakteur entlassen und in das Archiv des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte abgeschoben, im Mai 1951 aus der SED ausgeschlossen. Wie Robert Siewert, Max Seydewitz und Edith Baumann wurde auch Walcher aufgefordert, »selbstkritische« Artikel zu schreiben, doch das Urteil über ihn war längst gefällt, und es gab persönliche Angriffe (»verbrecherische Fraktionen und Cliquen der Brandler, Thalheimer und Walcher«, hieß es z. B. im »Neuen Deutschland« am 13. Januar 1952). Zu Walchers 65. Geburtstag im Mai 1952 fand – wie Zeitzeugen sich erinnern – an seiner Arbeitsstätte noch eine kleine Feier statt. Auf die Frage des Parteisekretärs nach einem besonderen Wunsch soll Walcher gesagt haben, er hätte gern sein Parteibuch zurück. Der Sekretär erwiderte, er habe es Walcher erst am nächsten Tage mitteilen wollen, daß er aus der SED ausgeschlossen bleibe und auch an seinen Arbeitsplatz brauche er nun nicht mehr zu kommen. Drei Jahre lang lebte Walcher von einer kleinen Rente, ständig von einer Verhaftung wegen angeblicher »Agententätigkeit« bedroht. Bertolt Brecht, mit dem die Walchers seit der Emigration in den USA befreundet waren, half ihm in dieser Zeit. Erst 1956 wurde er stillschweigend wieder in die SED aufgenommen. Walcher wehrte sich aber dagegen, daß als Datum seines Parteieintritts (als Mitbegründer der KPD 1918) das Jahr 1947 genannt wurde. 1962 wurde entschieden, daß er seit 1906 der »Partei der Arbeiterklasse« angehörte. Walcher erhielt einen Honorarvertrag am IML, durfte 1959 zu Forschungszwecken sogar nach Stuttgart reisen und schrieb von dort an seine Frau: »Mein altes geliebtes Stuttgart! – nein, es gefällt mir nicht mehr, das Stuttgart von heute.« Er arbeitete an einer Geschichte der Sozialdemokratie Stuttgarts von 1906 bis 1914. Offiziell galt er als »Gewerkschaftsveteran«, erhielt zunächst nur zweitrangige DDR-Auszeichnungen, wie die »Fritz-Heckert-Medaille« oder 1962 den VVO in Bronze. Zu Walchers 75. Geburtstag druckte »Neues Deutschland« auf der zweiten Seite eine nichtssagende Meldung, das wiederholte sich auch zum 80. Geburtstag, allerdings erhielt er am 15. September 1967 dann den VVO in Gold. Jacob Walcher starb am 27. März 1970 in Ost-Berlin. Der Nachruf des ZK war so formuliert, daß unschwer zu erkennen war, Walcher sei aus dem Partei-Gedächtnis zu streichen. Denn nicht nur sein Vorsitz beim Gründungsparteitag, sondern auch seine Wahl zum Mitglied der Zentrale auf dem II. Parteitag 1919 blieben unerwähnt. Gewürdigt wurde Walcher in einem kleinen Artikel in der »Weltbühne«. Walchers Frau Herta, geborene Gordon, am 9.August 1894 in Königsberg geboren, war gelernte Stenotypistin. Seit 1915 in engem Kontakt zu Clara Zetkin, wurde 1917 wegen »pazifistischer Propaganda« verhaftet und im Lager Holzminden interniert. Sie kam erst durch Vermittlung Zetkins und der sowjetrussischen Botschaft in Berlin auf dem Austauschwege frei. Mit einem Brief von Zetkin zu Lenin nach Moskau gereist, kehrte sie nach Ausbruch der Novemberrevolution nach Deutschland zurück. Von 1920 bis 1925 Sekretärin von Clara Zetkin, anschließend in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und im Malik-Verlag tätig. Wie ihr Mann ab 1929 Mitglied der KPO und ab 1932 der SAP, emigrierte sie im Mai 1933 nach Paris und arbeitete bis zum Kriegsausbruch in der SAP-Auslandsleitung. Im Juni 1940 in den unbesetzten Teil Frankreichs geflüchtet, dann im Dezember 1940 Emigration in die USA. Ende 1946 mit ihrem Mann nach Deutschland zurückgekehrt, trat sie 1947 der SED bei und arbeitete überwiegend als freischaffende Übersetzerin. 1958 erhielt sie die Medaille »Kämpfer gegen den Faschismus«, 1963 die »Clara-Zetkin-Medaille«. Sie hatte sich nach Jacob Walchers Tod geweigert, seinen gesamten Nachlaß an das IML zu geben. Herta Walcher starb am 27. Dezember 1990 in Berlin. Jacob Walcher hatte 1925 das Buch »Ford oder Marx« veröffentlicht. Eine Biographie über Jacob Walcher von Ernst Stock und Karl Walcher erschien 1998.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Waldmann, Hans

* 31.10.1928

Geb. in Schilda (Krs. Finsterwalde); Landarb.; Berufsausbildung zum Bergarb.; 1949 – 51 Erwerb der Hochschulreife an der ABF; 1951 – 56 Studium an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Bergbauing.; Tagebaultr. im Braunkohlenbergbau Burghammer u. Welzow; Wirtschaftssekr. der SED-Industrie-KL »Schwarze Pumpe« in Hoyerswerda; Techn. Ltr. im Braunkohlentagebau Spreetal; 1962 – 66 Techn. Dir. der VVB Braunkohle Cottbus; 1966/67 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau; 1970 NP; 1971 – 75 Nachfolgekand. u. ab…

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Voss, Walter

* 31.7.1907 – ✝ 21.3.1983

Geboren am 31. Juli 1907 in Berlin, Sohn eines Schmieds; zunächst Bote und Lagerarbeiter, dann Maschinenbaulehre, später kaufmännischer Angestellter. Seit 1925 Mitglied der SAJ, dann des KJVD und der Roten Jungfront, im Oktober 1927 der KPD. Nach der Ablösung Konrad Blenkles durch Kurt Müller wurde Voss im ZK des KJVD »Gegner-Obmann«. Er absolvierte 1930 einen mehrmonatigen Kurs an der KJI-Schule in Moskau, danach enger Mitarbeiter von Philipp Dengel und zeitweise Büromitglied des ZK des KJVD. Anschließend Jugendleiter der (späteren) Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit unter Ernst Grube. Voss leitete 1931 die deutsche Spartakiade-Delegation nach Moskau zum Drei-Städte-Treffen Moskau, Leningrad und Charkow. Bis Dezember 1931 Jugendsekretär im Verlag der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit, dann Ende 1931 zum Polleiter der KJVD-BL Berlin berufen. Mit Helmut Remmele befreundet, geriet Voss 1932 in die Auseinandersetzungen innerhalb der Parteiführung. Da er Kurt Müller und Alfred Hiller unterstützte, wurde er im Sommer 1932 auf einer Sitzung des erweiterten Jugend-ZK heftig kritisiert und trotz ergebener Selbstkritik abgesetzt. Voss wurde noch im Juli 1932 in den Reichstag gewählt und daher bis Oktober 1932 Instrukteur (weil er als MdR mit einer Freifahrkarte der Bahn reisen konnte), aber im November 1932 nicht mehr als Abgeordneter nominiert und erwerbslos. Im März 1933 kurzzeitig festgenommen, setzte Voss im UB Reinickendorf die illegale Arbeit fort, war von 1935 bis 1942 Mechaniker in Berlin. Im November 1942 zur Wehrmacht eingezogen, desertierte er im Frühjahr 1945 zur Roten Armee, kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft und wurde Angehöriger des NKFD. Am 1. September 1945 wieder in Berlin-Wedding, hier sofort in der KPD-UB-Leitung. Seit Januar 1949 Abteilungsleiter für Arbeit und Sozialfürsorge im SED-LV, von 1954 bis 1956 Sekretär des FDGB von Ost-Berlin und ab März 1957 Leiter der dort angesiedelten Arbeitsschutzinspektion. Er erhielt 1977 den VVO in Gold. Walter Voss starb am 21. März 1983 in Ost-Berlin.

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Wabra, Ernst

* 31.3.1907 – ✝ 4.11.1970

Geb. in Chemnitz; Vater Bauarb.; Volksschule, drei Jahre Fortbildungsschule in Chemnitz; Ausbildung zum Eisenhobler; 1921 Freie Gewerkschaft; 1923 DMV; 1926 Mitgl. u. Funktionär des KJVD-UB Chemnitz; Mitgl. der KJVD-BL Erzgeb. (Vogtl.); ab 1930 Mitgl. der engeren Ltg. des KJVD-UB Chemnitz u. der KPD; 1932 Sonderbeauftr. des KJVD-ZK; 1932/33 kommissar. Ltr. des KJVD Oberschles.; Febr. 1933 Emigr. in die ČSR; Sept. 1933 illeg. Rückkehr nach Dtl.; Instrukteur des KJVD-ZK im Bez. Ruhr-Niederrhein…

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Wachowiak, Jutta

* 13.12.1940

Geb. in Berlin; Ausb. zur Stenotypistin u. Sekretärin; 1961 – 63 Ausb. an der HS für Film u. Fernsehen Potsdam-Babelsberg; 1963 – 68 Engagement am Hans-Otto-Theater Potsdam, 1968 – 70 am Städt. Theater Karl-Marx-Stadt, 1970 – 2004 am Dt. Theater Berlin; 1979 Kunstpreis der DDR; 1980 NP (im Koll.); 1980 Schauspielerpreis der DDR; 1982 Darstellerpreis (Karl-Marx-Stadt); 1983 Mitgl. der AdK; Mitorganisatorin der Kundgebung am 4.11.1989 in Berlin. 1990 Bundesverdienstkreuz, 2004 Verdienstorden des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wackwitz, Marie

* 11.1.1865 – ✝ 23.11.1930

Geboren am 11. Januar 1865 in Löbau/Sachsen als Johanna Marie Louise Zinske, Tochter eines Maurergesellen. Sie absolvierte Fortbildungskurse, trat 1889 in den Arbeiterbildungsverein ein, 1890 wurde sie Mitglied der SPD. 1897 heiratete sie den Arbeiter Adolf Clemens Wackwitz. Seit 1901 Agitatorin im Auftrage des SPD-PV zur Organisierung sozialdemokratischer Frauen in Sachsen, Delegierte der Parteitage 1908 in Nürnberg und 1911 in Jena. 1917 Mitglied der USPD, ab Ende 1919 Kreissekretärin der USPD für das Weißenfelser Gebiet, 1919 nahm sie an den USPD-Parteitagen in Berlin und Leipzig teil, war im USPD-Reichsfrauenausschuß. Marie Wackwitz wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Merseburg-Weißenfels in den Reichstag gewählt. Als Delegierte des USPD-Spaltungsparteitags in Halle stimmte sie für die Annahme der 21 Bedingungen und den Anschluß an die Komintern. Sie gehörte mit den linken USPD-Abgeordneten Wilhelm Bartz, Ernst Däumig, Hermann Remmele u. a. Anfang Oktober 1920 zunächst zur USPD-Fraktion (Linke), danach Anfang Dezember 1920 mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi zur VKPD-Reichstagsfraktion. Im September 1921 aus Protest gegen die Politik der KPD (Putschismus-Vorwurf) aus der Partei ausgetreten, zunächst fraktionslos, im April 1922 schloß sie sich erneut der USPD und im September 1922 der SPD an. Bis April 1924 Reichstagsabgeordnete, sie lebte als Publizistin in Weißenfels, war Vorsitzende der sozialdemokratischen Frauen und Vorsitzende des Bezirksausschusses der Arbeiterwohlfahrt für Halle-Merseburg. Im Mai und Dezember 1924 sowie im Mai 1928 kandidierte sie erfolglos für den Reichstag. Marie Wackwitz starb am 23. November 1930 in Dresden.

Wer war wer in der DDR

Wagenknecht, Egon

* 29.3.1908 – ✝ 19.1.2005

Geb. in Rauen (Krs. Beeskow-Storkow); Vater Revierförster; Realgymnasium; 1928 – 33 Studium der Forstwiss. an der Univ. Berlin u. der Forstl. HS Eberswalde, Forstreferendar; 1936 Forstassessor; 1936 – 39 Assistent im Waldbauinst. der Forstl. HS Eberswalde; Prom. zum Dr. forest. mit einer Diss. über den Einfluß versch. Bodenbearbeitungsverfahren auf das Wachstum von Kiefernkulturen; 1937 NSDAP; 1939 – 44 Wehrmacht, zul. Ltn., verwundet entlassen; 1944 – 48 in versch. Forstämtern tätig. 1948 – 50…

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Wagner, Josef

* 6.5.1897 – ✝ 1.9.1943

Geboren am 6. Mai 1897 in Lockweiler/Bezirk Trier, Sohn einer kinderreichen Arbeiterfamilie. Zunächst in der Landwirtschaft, dann im deutschen und französischen Bergbau tätig. Ab 1917 Soldat, geriet im März 1918 in französische Kriegsgefangenschaft. Aktiver Gewerkschafter, trat 1924 in die KPD ein. 1928 UB-Leiter und seit 1929 Gemeinde- und Kreistagsmitglied. 1932 kandidierte Wagner erfolglos für den Reichstag und den Preußischen Landtag. Ende 1932 nahm er noch an einem Lehrgang an der Reichsparteischule der KPD in Berlin-Fichtenau teil und ging im Frühjahr 1933 wieder in das Saargebiet. Parteiinstrukteur, organisierte den Schmuggel illegaler Druckschriften in das Reichsgebiet. Nach dem Anschluß des Saargebietes an Deutschland emigrierte er nach Frankreich und erhielt vom Auslandssekretariat des ZK in Paris den Auftrag, zusammen mit Otto Niebergall die AL Saargebiet im französischen Grenzort Forbach zu übernehmen, war ab Herbst 1937 Abschnittsleiter. Wagner koordinierte die Nachrichtenbeschaffung durch Kuriere und die Einfuhr von Druckschriften nach Deutschland. 1939 als »feindlicher Ausländer« ins französische Landesinnere abgeschoben, interniert und zeitweilig in Arbeitskompanien. Am 7. Oktober 1941 von der französischen Polizei festgenommen und am 16. Juni 1942 an die Gestapo ausgeliefert. Vom 1. Senat des VGH am 21. April 1943 zum Tode verurteilt, wurde Josef Wagner am 1. September 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Wagner, Hans

* 12.5.1927

Geb. in Neustadt (b. Coburg); Vater Handwerker; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1949 Meister; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 / 46 Kriegsgef. 1946 – 49 Arbeit als Werkzeugmacher bzw. selbst. Unternehmer; 1948 SED; 1949 – 51 Betriebsass. u. Techn. Ltr. im VEB Feinmechanik Sonneberg; 1951 – 53 Obermeister u. Werkltr. im VEB Oschatzer Wagenfabrik; 1953 – 59 Obermeister u. Haupttechnologe im VEB Montan Leipzig; Fernstudium an der Ingenieurschule für Maschinenbau, 1959 Abschluß…

Wer war wer in der DDR

Wagner, Kurt

* 31.7.1904 – ✝ 8.7.1989

Geb. in Chemnitz; Vater Klempner u Gasbeleuchter; Volksschule in Chemnitz, anschl. drei Jahre Fortbildungsschule; Ausbildung zum u. Arbeit als Steinmetz in Chemnitz; 1919/20 Ausbildung zum Elektroinstallateur; 1920 – 22 Metallschleifer, Monteur u. Weber; 1923 Mitgl. der Gewerkschaft; 1925/26 Monteur in Chemnitz; 1926/27 arbeitslos; 1927 – 33 Arbeiter u. Steinsetzer bei der Straßenbahn in Chemnitz; Dez. 1932 KPD; ab April 1933 arbeitslos; illeg. Arbeit als Kurier; dann Pol.-Ltr. der KPD…

Wer war wer in der DDR

Wagner-Régeny, Rudolf

* 28.8.1903 – ✝ 18.9.1969

Geb. in Sächsisch Regen (Siebenbürgen / Reghin, Rumänien); Vater Kfm.; Gymnasium in Sighişoara; 1919/20 Studium am Konservatorium Leipzig, 1920 – 23 an der HS für Musik Berlin; 1923 – 25 Kino- u. Kaffeehauspianist; 1926 – 28 Kapellmstr. u. Komponist bei Rudolf von Laban; Beginn der Zusammenarbeit mit Caspar Neher; 1930 – 43 freischaff.; 1943 – 45 Schreiber u. Musiker in der Wehrmacht. 1946 am Güstrower Theater; 1947 – 50 Rektor der HS für Musik Rostock; 1950 – 67 Prof. für Komposition an der HS…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wahls, Robert Otto

* 4.11.1907 – ✝ 2.4.1990

Geboren am 4. November 1907 in Hamburg, Sohn eines Bäckers; lernte Buchdrucker und trat 1921 zunächst in die SAJ, dann in die KJD ein. Im Oktober 1923 nahm er am Hamburger Aufstand teil, war 1925 Mitbegründer des RFB und deren Roter Jungfront in Hamburg-Barmbek. Von 1925 bis 1927 Gauführer der Roten Jungfront Wasserkante, 1927 auf dem RFB-Bundeskongreß in die Reichsführung gewählt, übernahm er die Leitung der Roten Jungfront in Berlin-Brandenburg und war zeitweise Reichsleiter. Während der Wittorf-Affäre stand Wahls hinter Ernst Thälmann und gegen Werner Jurr und andere kritische Jungfront-Funktionäre. 1929 für ein halbes Jahr Kursant an der Internationalen Leninschule, kehrte Ende des Jahres aus Moskau zurück und wurde Redakteur der Zeitung »Klassenkampf« in Halle, 1930/31 Redakteur am »Ruhr-Echo« in Essen. Im August 1931 wegen »literarischen Hochverrats« zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Ab November 1932 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, gehörte er im Februar 1933 dem illegalen Sekretariat der BL Wasserkante an, kam im September 1933 nach Berlin und wurde Polleiter für Berlin-Brandenburg. Von Anfang 1934 bis März 1935 Chef der Landesleitung der illegalen KPD im Reich in Berlin. Wahls war 1933 in das ZK kooptiert worden. Während der Auseinandersetzungen zwischen Franz Dahlem, Fritz Schulte und der Mehrheit des Politbüros gegen Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck gehörte er zu den »linkssektiererischen Thälmann-Anhängern«. Im März 1935 reiste er (Pseudonym Otto Börner) über Prag nach Moskau, war Delegierter des VII. Weltkongresses und nahm an der »Brüsseler Parteikonferenz« teil. Dort bei den heftigen Gruppenauseinandersetzungen wegen früherer kritischer Berichte über die Lage in Deutschland als Chef der Landesleitung des »Pessimimus« bezichtigt und wie Hermann Schubert und Fritz Schulte angegriffen. Wahls nicht genügend »selbstkritischer« Beitrag auf der Konferenz wurde vor allem von Wilhem Pieck vehement zurückgewiesen und er wurde nicht mehr ins ZK berufen. Anschließend Mitarbeiter bei der deutschen Redaktion von Radio Moskau. Im September 1936 durch die deutsche Vertretung bei der Komintern »überprüft«, seine Überführung in die KPdSU wurde »wegen gruppenmäßiger Tendenzen und Sektierertum vorläufig zurückgestellt«. Er meldete sich als Freiwilliger nach Spanien, durfte ausreisen und entging so der Liquidierung durch das NKWD. Als Angehöriger der Internationalen Brigaden wurde er für den von ihm organisierten Ausbruch von vierhundert eingekesselten Interbrigadisten bei Condezza mit der Medaille »Tapferkeit vor dem Feind« ausgezeichnet. Nach Kriegsausbruch in Frankreich interniert, flüchtete er und erhielt ein Visum für Mexiko, wo er am 16. Dezember 1941 eintraf. Als Otto Börner zunächst Orgleiter der Führungsgruppe der KPD, arbeitete im Bund Freies Deutschland mit. Nach Paul Merkers Ankunft im Juni 1942 wurden Börner/Wahls und Georg Stibi aus ihren Positionen entfernt. Börner gab noch am 6. April 1943 eine schriftliche Erklärung zu seinen »Fehlern« ab, zog sich von der aktiven KPD-Arbeit ohne öffentlichen Bruch zurück. Am 1. November 1945 beschloß dann die Leitung der KPD-Gruppe in Mexiko unter Paul Merker, »Otto Börner wegen gröblicher Vernachlässigung seiner Parteipflichten aus der Partei auszuschließen«. Dem Hamburger Historiker Fritz Pohle gegenüber äußerte Wahls 1977, seine Abkehr vom Kommunismus sei trotz der Erfahrungen in der Sowjetunion und in Spanien langsam erfolgt. Er arbeitete dann als Buchdrucker und Verkäufer, war zuletzt Kassierer in der Farbenfabrik des österreichischen Interbrigadisten Bruno Meier in Mexiko City, wo Otto Wahls am 2.April 1990 starb.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wald, Eduard (Edu)

* 10.3.1905 – ✝ 5.11.1978

Geboren am 10. März 1905 in Kiel; lernte Gärtner. 1924 Mitglied der KPD, zunächst Funktionär der Ortsgruppe, gehörte der BL Niedersachsen an, übernahm die Agitpropleitung und war zusätzlich auch für den RFB zuständig. 1926/27 Bezirkskassierer. Seit 1926 bei der »Niedersächsischen Arbeiterzeitung« als »Sitzredakteur« beschäftigt, (zwischen 1926 und 1929 zwölfmal vorbestraft); 1928/29 in Berlin Redakteur für Betriebs- und Gewerkschaftsfragen. Anfang 1929 wegen einer Lungenerkrankung Kuraufenthalt in der Sowjetunion, wieder in Deutschland zurück, war Wald zunächst Lehrer an Parteischulen. Da er sich gegen die ultralinke Wendung der KPD aussprach, noch 1929 als hauptamtlicher Funktionär entlassen, erhielt lediglich untergeordnete Parteifunktionen. Er war in der reichsweit tätigen Versöhnlergruppe aktiv, ein gegen Wald eingeleitetes Ausschlußverfahren wurde 1930 eingestellt. Bis Ende 1930 erwerbslos, dann bis Mai 1933 Fabrikarbeiter in Hannover. Seit Mai 1933 illegal, sicherte er zusammen mit KPO-, SAP- und ISK-Mitgliedern u. a. mit Otto Brenner die Herausgabe der illegalen Zeitung »Klassenkampf« und gründete in Hannover die bedeutende Widerstandsorganisation »Komitee für proletarische Einheit«. Wald hielt sich ab 1934 illegal in Hamburg auf und hatte dort Verbindung zu Hans Westermann. Ende 1934 zurück in Berlin, bemühte er sich als Reichssekretär der Versöhnlergruppe, das Widerstandsnetz auszubauen. Am 11. Mai 1936 in Berlin verhaftet und am 30. Juni 1937 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, inhaftiert im Emslandlager, zuletzt im Zuchthaus Brandenburg, aus dem er 1945 befreit wurde. 1945 Funktionär der KPD in Hannover, Redakteur am KPD-Organ »Niedersächsische Volksstimme« und 1946 Abgeordneter des damaligen Hannoverschen Landtags. 1948 Austritt aus der KPD, ab 1950 Sekretär und Redakteur beim DGB, Herausgeber des Informationsdienstes »Feinde der Demokratie« (ab 1960 »Für die Demokratie«) und Mitglied der SPD. Er gehörte dem »Zehnerkreis« an, einer Oppositionsgruppe im DGB. Auch nach der Pensionierung gegen Rechts- und Linksradikalismus aktiv. Eduard Wald starb am 5. November 1978 in Lachen bei Dießen am Ammersee. Seine zweite Frau Orli Wald-Reichert, geborene Aurelia Torgau (* 1. 7. 1914 – † 1. 1. 1962), gehörte dem KJVD an, 1936 vom OLG Hamm zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend in den KZs Ravensbrück und Auschwitz. Im Herbst 1942 kam sie in das Außenlager Birkenau, im Häftlingskrankenhaus wurde sie durch ihren selbstlosen Einsatz für ihre Mitgefangenen zur »Heldin von Auschwitz«, von einigen Leidensgenossinnen auch »Engel von Auschwitz« genannt. Sie überlebte, zog nach der Heirat mit Eduard Wald 1947 nach Hannover. Sie konnte die Erlebnisse in der Haftzeit nicht verarbeiten und verbrachte längere Zeit in der Psychiatrischen Anstalt bei Hannover. Ihr Stiefsohn Peter Wald veröffentlichte 1989 Erinnerungen an Orli Wald-Reichert. Die Stadt Hannover ehrte sie 2007 mit einer nach ihr benannten Straße.

dissidenten.eu

Walentynowicz, Anna

* 1929 – ✝ 2010

Anna Walentynowicz wurde 1929 in Równe (heute ukrainisch Riwne) in Wolhynien geboren und verlor bereits im Alter von zehn Jahren beide Eltern. Fremde Leute nahmen sie bei sich auf und zogen mit ihr 1942 in die Nähe von Warschau. Sie besuchte lediglich vier Jahre die Grundschule. Nach dem Krieg arbeitete sie auf einem Bauernhof bei Danzig, dann in einer Bäckerei und in einer Margarinefabrik. Ihre Entscheidung, 1950 eine Arbeit in der Danziger Lenin-Werft aufzunehmen, schilderte sie…

Wer war wer in der DDR

Voss, Torsten

* 24.3.1963

Geb. in Güstrow; begann bei der BSG Einheit Güstrow als Leichtathlet; 1975 KJS Schwerin; Lehre als Kraftfahrzeugschlosser, danach Studium an der DHfK Leipzig; SC Traktor Schwerin (Trainer: Bernd Jahn), 1979 Spartakiadesieger im Weitsprung u. Silber bei der DDR-Juniorenmeisterschaft im Zehnkampf; ab 1980 Zehnkampf; 1981 Vize-EM der Junioren; DDR-Mstr. 1982, 1983, 1987 u. 1990; DDR-Hallenmstr. im Sieben- bzw. Achtkampf 1982 u. 1984 – 87; 4. Platz EM 1986; 1987 WM, DDR-Sportler des Jahres; 1988…

Wer war wer in der DDR

Wach, Curt

* 5.2.1906 – ✝ 18.6.1974

Geb. in Gersdorf / Hainichen (Sachsen); Vater Landarbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser, Arbeiter in einer Papierfabrik, später in einer Ziegelei; 1927 KPD, ab 1928 Instrukteur im KPD-Arbeitsgebiet Hainichen, 1932 Mitgl. des Sekr. der KPD-BL Sachsen u. Ltr. des KPD-Unterbez. Riesa; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit als Instrukteur, Mai 1933 Verhaftung, April 1934 Verurteilung durch den 2. Strafsenat des OLG Dresden zu 21 Monaten Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Waldheim; 1936…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wachtel, Max

* 14.3.1896 – ✝ 15.10.1963

Geboren am 14. März 1896 in Kiel, Sohn eines Büroangestellten. Tischler, 1917 Mitglied der USPD. Im Ersten Weltkrieg Soldat bei der Marine, wurde wegen seiner oppositionellen politischen Aktivitäten zweimal eingekerkert. 1918 Mitglied des Soldatenrates bei der 4. Minenräumflottille in der Ostsee vor Helsinki, 1918/19 Angehöriger der Volksmarinedivision, wurde 1920 Mitglied der KPD. Von 1920 bis 1929 Betriebsratsmitglied bei General-Motors, dann als hauptamtlicher RGO-Funktionär u. a. Leiter der Abteilung Betriebsräte Berlin-Brandenburg und Vorsitzender des Betriebsräteausschusses Berlin. Er gehörte zum engeren Sekretariat der RGO Berlin-Brandenburg und war zusätzlich Instrukteur der BL Berlin-Brandenburg. Das Stadtverordnetenmandat, das er bei den Wahlen im März 1933 errang, durfte er als Kommunist nicht mehr wahrnehmen. 1933/34 Haft im KZ Sonnenburg, setzte nach seiner Freilassung die illegale Arbeit fort. Am 16. Juni 1936 in Berlin festgenommen und am 22. September 1937 vom VGH zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde am 12. April 1938 in 15 Jahre Zuchthaus umgewandelt, bis 1945 in Brandenburg-Görden. Er leitete als KPD- bzw. SED-Mitglied 1945/46 die Polizeiinspektion in Berlin-Charlottenburg, von der britischen Militärregierung des Amtes enthoben. Danach Vorsitzender des ZV der IG Holz und Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes. Von 1950 bis 1952 Hauptgeschäftsführer des HO Möbelhauses in Ost-Berlin, dann bis 1961 Kaderleiter in mehreren volkseigenen Betrieben. Max Wachtel starb am 15. Oktober 1963 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wadle, Anni

* 18.7.1909 – ✝ 9.4.2002

Geboren am 18. Juli 1909 in Itzehoe als Anna Maria Dorothea Kreuzer, Tochter eines Steinmetzes; Lauf- und Dienstmädchen. Mitglied des KJVD und der KPD. Ab April 1929 Schreibhilfe im Büro der KPD in Kiel. Volontärin, dann Redakteurin der »Norddeutschen Zeitung« für Schleswig-Holstein. Ab Herbst 1930 in Hamburg Mitarbeiterin der BL Wasserkante und zeitweise verantwortliche Redakteurin der HVZ in Hamburg. 1933 illegale Arbeit, am 15. September 1933 festgenommen und am 1. November 1934 vom OLG Hamburg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, danach ab April 1937 Arbeit in einem Schuhgeschäft. 1945 wieder Mitglied der KPD, ab 1969 der DKP. 1988 veröffentlichte sie: »Mutti warum lachst Du nie? Erinnerung an Zeiten der Verfolgung und des Krieges«, ihre Memoiren. Anni Wadle starb am 9. April 2002 in Neumünster.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wagner, Georg

* 22.1.1867 – ✝ 30.5.1935

(* 1867 – † 1935) Geboren am 22. Januar 1867 in Militsch/Bezirk Breslau; studierte Medizin und promovierte zum Dr. med. Umzug nach Hanau, als niedergelassener Arzt Vertrauensarzt der gewerkschaftlichen Organisationen in Hanau. Bereits vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, seit 1912 in der Stadtverordnetenversammlung von Hanau. 1917 Wechsel zur USPD und deren Vorsitzender in Hanau. In der Revolutionszeit 1918/19 kommissarischer Landrat und Polizeidirektor für die Stadt und den Landkreis Hanau. Gemeinsam mit Friedrich Schnellbacher organisierte er im April 1919 den Übertritt der großen Mehrheit der Hanauer USPD zur KPD. Wagner war der populärste Kommunist in Hanau und im Umland und dort auch Führer der KPD. Als Anhänger Paul Levis trat er 1921 aus der KPD aus und bildete in Hanau sofort einen eigenen kommunistischen Kreis, die Wagner-Gruppe, für die er bis 1933 in der Stadtverordnetenversammlung blieb und als Stadtrat amtierte. Der Arzt Wagner war kein »Theoretisierer«, sondern, wie der Historiker Hartfried Krause schrieb, »ein Mann der unermüdlichen praktischen Arbeit, der sein Lebenszentrum in der täglichen Sorge um die Tagesnöte der Arbeiter sah«. In der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, zog Georg Wagner später nach Frankfurt/M., wo er am 30. Mai 1935 im Israelitischen Krankenhaus starb. Wagners geisteskranker Sohn Friedrich (* 8. 5. 1898 in Hanau) wurde im Rahmen der »Vernichtung« jüdischer psychischer Kranker aus der Heilanstalt Marburg nach Gießen verlegt und im Oktober 1940 in Cholm II ermordet. Der Sohn Hans Justus (* 25. 5. 1897 in Hanau), der ebenfalls Arzt war, beging 1934 wegen ständiger NS-Verfolgungen gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn Selbstmord.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wagner, Josef

* 8.11.1898 – ✝ 6.8.1967

Geboren am 8. November 1898 in Irmtraut/ Westerwald, Sohn eines Hafenarbeiters, der 1906 nach Hamburg zog. Er besuchte die katholische Schule in Hamburg, anschließend die Jesuitenschule in Sterpenich in der Nähe der belgischen Stadt Arlon bzw. das Jesuitenkloster in Klein-Bettingen in Luxemburg. Dann brach er die Ausbildung ab, kam 1917 zum Militärdienst ins Elsaß, Einsatz an der Westfront. Im November 1919 aus britischer Kriegsgefangenschaft entlassen, besuchte er 1920 das Lehrerseminar in Hamburg. Nach dem Examen noch mehrere Jahre Industriearbeiter, 1925 bekam er eine Anstellung als Lehrer und gehörte von 1927 bis 1933 der Leitung der Allgemeinen Freien Lehrergewerkschaft Deutschlands an und organisierte die kommunistischen Lehrer. An der Hamburger Telemannschule, einer Versuchsschule im Arbeiterviertel Eimsbüttel, war Wagner so beliebt, daß die Elternschaft nach seiner Verhaftung (Beschuldigung des Hochverrats) 1931 einen Schulstreik durchführte. Seit 1928 Mitglied der KPD, engagierte er sich in der Roten Hilfe und gehörte als »SPD-Spezialist« einer Kommission der BL Wasserkante an. Nach schweren Auseinandersetzungen mit nationalsozialistischen Lehrern 1932 wurde er 1933 aus dem Schuldienst entlassen. Der nun in der Abwehrarbeit der KPD eingesetzte Wagner bekam nach Aussagen Herbert Wehners Differenzen mit der Leitung der illegalen BL Wasserkante (»forderte grundlegende Umstellungen, um aus dem Zirkel des Hochgehens herauszukommen«). Daraufhin 1935 nach Dänemark geschickt, im August 1936 übernahm er in Schweden die Emigrationsleitung. Im Februar 1938 dort von Herbert Warnke abgelöst, blieb zunächst in der Emigrationsleitung, reiste dann illegal nach Hamburg. Nach einem Kurs in Paris wurde ihm die Kaderschulung in Stockholm übertragen. Im Sommer 1941 ging Wagner im Auftrag Wehners als Instrukteur nach Deutschland, wurde nach seiner Rückkehr im Oktober 1941 in Schweden verhaftet und bis 1943 interniert. Die von Karl Mewis dominierte KPD-Leitung in Schweden verunglimpfte ihn als »englischen Agenten«. Wagner lebte dann in Uppsala, trennte sich von der KPD und kam 1945 nach Hamburg. Hier trat er in die SPD ein und arbeitete später als außenpolitischer bzw. wirtschaftspolitischer Redakteur am »Hamburger Echo«. Josef Wagner starb am 6. August 1967 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Wagner, Hans

* 22.2.1929 – ✝ 5.7.2012

Geb. in Dresden; Mutter kfm. Angest., Vater Feinmechaniker, Schriftst.; bis zur Schließung durch das NS-Regime Besuch der Waldorfschule, mittlere Reife; 1944 – 46 Maschinenschlosserlehre; anschl. Vorstudienanstalt Berlin, 1948 Abitur; 1945/46 SPD/SED; 1948 – 52 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin; 1952 – 56 wiss. Assistent; 1956 – 60 postgraduales Studium der Wirtschaftsgeschichte bei  Jürgen Kuczynski an der HU Berlin; 1961 Prom. zum Dr. rer. oec. mit der Diss. »Vergleichende Analyse…

Wer war wer in der DDR

Wagner, Kurt

* 5.7.1908 – ✝ 7.9.1965

Geb. in Halle; Vater Tischlermeister; 1914 – 22 Volksschule; 1922 – 26 Malerlehre, anschl. bis 1929 Arbeit als Maler, zeitw. arbeitslos; 1922 KJVD, 1926 KPD; 1929 – 37 Zeitschriftenbote; 1930 – 32 polit. Ltr. der KPD für die Stadtteile Westen u. Zentrum in Halle; 1932 – 33 Instrukteur der KPD-BL Magdeburg; ab Feb. 1933 illeg. Arbeit als Ltr. des Literaturvertriebs für Halle-Merseburg; im Nov. 1937 festgenommen u. im Gefängnis Halle inhaftiert, im Dez. 1938 durch das Kammergericht Berlin wegen…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Wahl, Hugo

* 5.10.1884 – ✝ 2.11.1948

Geboren am 5. Oktober 1884 in Bremen; Maschinenarbeiter und Tischler, 1918/19 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates Bremen, Anfang 1919 besoldeter Parteisekretär der KPD in Bremen und Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft. Er lebte mit Käthe Ahrens (* 4. 11. 1877 in Emden) zusammen. Auch sie war während des Krieges Mitglied der Bremer Linksradikalen, hier verantwortlich für den Vertrieb der »Arbeiterpolitik«, gehörte ebenfalls dem Bremer Arbeiterrat an und war 1919 Parteisekretärin der KPD. Ende 1919/Anfang 1920 traten Hugo Wahl und Käthe Ahrens aus der KPD aus, beide wurden anschließend Mitglieder und Funktionäre der KAPD in Bremen. Hugo Wahl blieb in der KAPD aktiv, er starb am 2. November 1948 in Bremen. Über Käthe Ahrens weiteren Lebensweg ließen sich keine Daten ermitteln.

Wer war wer in der DDR

Wahsner, Renate

* 25.3.1938

Geb. in Lausen (b. Leipzig); Vater Tischler; 1946 – 52 Grundschule in Leipzig u. Berlin, ab 1952 List-OS Berlin, dort 1956 Abitur; 1956 SED; 1956 – 61 Studium der Philos. mit Nebenfach Physik / Math. an der HU Berlin; 1961 – 63 Einsatz im gesellschaftswiss. Grundlagenstudium an der HfÖ Berlin-Karlshorst; 1963 – 66 Aspirantur am Lehrstuhl für philosoph. Probleme der Naturwiss. (Ltr.:  Hermann Ley) am Inst. für Philos. der HU Berlin, dort 1966 Prom. mit der Arbeit »Raum-Zeit-Struktur u.…

Wer war wer in der DDR

Walde, Werner

* 12.2.1926 – ✝ 26.6.2010

Geb. in Döbeln (Sachsen); Vater u. Mutter Arbeiter; 1932 – 40 Volksschule in Döbeln-Großbauchlitz; 1936 – 41 Dt. Jugend, Oberhordenführer; 1940 – 43 Ausbildung zum Verw.-Angest. in Döbeln; 1940 – 43 DAF; 1941 – 43 HJ, Oberrottenführer; 1943 – 45 RAD, Hauptvormann; April – 3.5.1945 Wehrmacht; amerik., Juni/Juli 1945 brit. Kriegsgefangenschaft in Eutin (Schlesw.); Juli/Aug. 1945 Landarb. in Westerode (Krs. Duderstadt). 1945 – 50 Angest. der Sozialversicherungskasse in Döbeln; dort 1946 – 50…

Wer war wer in der DDR

Wales, Dieter

* 20.6.1930

Geb. in Leipzig; Vater Lehrer; Grund- u. OS; 1948 – 51 Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; 1951 – 54 Red. beim Börsenblatt des Buchhandels in Leipzig; 1954 – 64 Red. der Ztg. »Neues Deutschland« in Berlin; 1957 SED; 1964 – 66 Red. der Ztg. »Märkische Volksstimme« in Potsdam; 1966 – 69 Red., dann stellv. Chefred. der Ztg. »Deutsches Sportecho« in Berlin; 1968 Verdienter Meister des Sports; 1975 Dr.-Theodor-Neubauer-Med.; Fernstudium an der DHfK, 1976 Dipl.-Sportlehrer; 1976 u. 1984 VVO; 1980…