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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Ensikat, Peter

* 27.4.1941 – ✝ 18.3.2013

Geb. in Finsterwalde; Vater Mechaniker, Mutter Verkäuferin, Bruder  Klaus E.; OS; 1959 Abitur; 1959 – 62 Studium an der Theater-HS Leipzig; seit 1962 Autordes Kabaretts »Herkuleskeule« in Dresden; 1962 – 65 Schauspieler am Theater der Jungen Generation in Dresden; 1962 – 84 Mitgl. FDGB, Gewerkschaft Kunst; 1965 – 74 Schauspieler u. Regisseur am Theater der Freundschaft in Berlin; schreibt auch Stücke für Kinder, Märchenadaptionen, Lieder, Szenen u. Monologe; 1969 – 84 Autor des Berliner…

dissidenten.eu

Eppelmann, Rainer

* 1943

Rainer Eppelmann wurde 1943 in Berlin geboren, sein Vater war Zimmermann, seine Mutter Schneiderin. Der Vater war bis 1945 Mitglied der SS, unter anderem als Kraftfahrer im Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Nach 1945 fand er eine Ärztin, die ihm seine eintätowierte SS-Kennzeichnung wegoperierte. Eppelmanns Mutter arbeitete bis Kriegsende als Postbeamtin und war NSDAP-Mitglied. Von den Verbrechen des Nationalsozialismus wurde – wie in fast allen deutschen Familien – auch in der Familie…

Wer war wer in der DDR

Erdmann, Bruno

* 7.5.1914 – ✝ 15.1.2006

Geb. in Pasewalk; Vater Eisenbahnarb.; Volksschule; 1928 – 32 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1932 KJVD; 1933 / 34 Reichswehr; 1935 – 38 Monteur u. Fräser; 1938 / 39 Einrichter; 1939 – 42 Wehrmacht; am 9.9.1942 Übertritt zur Roten Armee; bis 1945 in sowj. Kriegsgef., Besuch einer Antifa-Schule; 1943 NKFD, in dessen Auftrag Lautsprecherprop. an der Front u. Arbeit im gegnerischen Hinterland. 1945 / 46 KPD / SED; 1946 – 48 VP-Wachtmeister in Erfurt; 1948 – 50 Arbeit als Fräser; 1950 Besuch…

Wer war wer in der DDR

Ernst, Wilhelm

* 9.10.1927 – ✝ 1.8.2001

Geb. in Boneburg (Niedersachsen); 1955 Priesterweihe in Magdeburg; Vikar in Halle; 1959 Assistent am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt; Dr. theol. mit der Arbeit: »Die Tugendlehre des Franz Suarez« (Leipzig 1964); 1962 Vikar in Buckau (Magdeburg); 1962 Studentenpfarrer in Magdeburg; Habil.; 1963 Doz. für Moraltheol. u. Ethik; 1971 ord. Prof. für Moraltheol. u. Ethik am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt, mehrfach Rektor; Gastvorlesungen an der Pontificia Universitas Gregoriana in Rom;…

Wer war wer in der DDR

Ertinger, Werner

* 26.3.1915 – ✝ 16.6.1965

Geb. in Bremen; Vater KPD-Funktionär Karl E.; bis 1930 Volksschule in Merseburg; 1930 – 32 höhere kfm. Handelsschule in Halle, Handlungsgehilfe; 1930 KJVD; bis 1938 als Volontär, Reisender bzw. Buchhalter tätig; 1936 RAD; dann Arbeit im Kaffeevertrieb; Nov. 1938 – 45 Wehrmacht, 1943 Sanitätsofw. Mai 1945 ehrenamtl. Arbeit bei der KPÖ-LL Tirol; Okt. 1945 Rückkehr nach Dtl. (Berlin); Febr. 1946 Instrukteur der KPD, dann der SED-KL Eisleben sowie des Mansfelder See- u. Gebirgskrs.; Anf. 1947 Aufbau…

Wer war wer in der DDR

Esche, Eberhard

* 25.10.1933 – ✝ 15.5.2006

Geb. in Leipzig; 1952 – 55 Studium an der Theater-HS Leipzig; erste Engagements in Meiningen (1955), Erfurt (1958) u. Karl-Marx-Stadt (1960); seit 1961 am Dt. Theater Berlin; dazwischen 1969 – 71 Engagement an der Volksbühne Berlin, wohin er  Benno Besson gefolgt war; daneben immer wieder Rollen beim Film; Durchbruch 1965 mit der Rolle des Lanzelot in Jewgeni Schwarz’ »Der Drache« (R: B. Besson), andere wichtige Theaterrollen: 1966 Angelo in Shakespeares »Maß für Maß« (R:  Adolf Dresen), 1971…

Wer war wer in der DDR

Eser, Adolf

* 24.6.1936

Geb. in Halle / Saale; Vater Angest.; Grund- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1950 FDJ, 1954 SED; 1954 – 56 KVP (Unteroffz.); 1956 / 57 Rundfunkmechaniker im VEB Chem. Werke Buna; 1957 – 60 Abiturausbildung an der ABF, Fernstudium an der TH für Chemie Leuna-Merseburg, Dipl.-Ing. für Verfahrenstechnik, später Prom. zum Dr.-Ing.; 1960 – 75 BMSR-Mechaniker, techn. Angest., Gruppenltr. u. Abt.-Ltr. im VE Chemiekombinat Bitterfeld (CKB); 1972 / 73 Lehrgang an der SED-BPS; 1975…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Esser, Barbara

* 17.2.1902 – ✝ 2.6.1952

Geboren als Barbara Kunz am 17. Februar 1902 in Marpingen, Buchbindearbeiterin in Essen. 1928/29 besuchte sie einen Kurs in Moskau und wurde Gauführerin des RFMB. Im September 1930 im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt, dem sie bis 1932 angehörte. Sie war die Frau von Joseph Esser, lebte aber getrennt von ihm. 1931 gehörte sie zum Vorstand der RGO-Ruhr. 1933/34 war Barbara Esser in einem Verfahren wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« angeklagt, wurde aber am 4. Juni 1934 vom 4. Senat des VGH »mangels Beweisen« freigesprochen. Wieder Betriebsarbeiterin, lebte sie seit 1938 mit dem früheren Gewerkschaftsangestellten Hermann Braun zusammen. Politisch trat sie nicht mehr hervor. Barbara Esser starb am 2. Juni 1952 in Berlin-Wittenau.

Wer war wer in der DDR

Ewald, Georg

* 30.10.1926 – ✝ 14.9.1973

Geb. in Buchholz (Krs. Stralsund); Vater Landwirt; Volksschule, Landw.-Schule; 1941 – 43 tätig in der elterl. Landw.; Wehrmacht. 1946 – 49 Landarb.; 1946 FDJ, SED; 1949/50 Bürgermstr. in Buchholz; 1950 – 53 Krs.-Rat für Landw. u. Abg. des Krs.-Tags Stralsund; Mitgl. der SED-KL; 1953/54 PHS; 1954/55 1. Sekr. der KL Bad Doberan; Abg. des Krs.-Tags; 1955 – 60 1. Sekr. der SED-KL Rügen; Mitgl. der BL Rostock; Abg. des Krs.-Tags Rügen; 1960 – 63 1. Sekr. der SED-BL Neubrandenb. (Nachf. von  Max…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ewert, Alma

* 4.10.1894 – ✝ 16.1.1968

Geboren am 4. Oktober 1894 in Neu-Miltzow/Kreis Grimmen in Pommern, Tochter eines Schmieds. Zunächst Kochmamsell, kam sie Ende 1909 nach Hamburg und arbeitete in einer Röntgenröhrenfabrik, später als Stenotypistin. Sie trat 1911 der SPD und 1920 der KPD bei, nahm am Hamburger Aufstand teil. Seit 1924 Stenotypistin im Parteibüro der KPD und zugleich Frauenleiterin der BL Wasserkante. 1925 gehörte sie zur ersten deutschen Arbeiterdelegation, die in die Sowjetunion reiste. Vom X. KPD-Parteitag 1925 in die Gewerkschaftskommission gewählt, führte sie 1925/26 das Kinderheim der Roten Hilfe in Worpswede. In den Jahren von 1925 bis 1929 Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft, leitete sie als Mitglied der KPD-BL Wasserkante auch den Roten Frauen- und Mädchenbund, gab diese Funktion allerdings 1928 wegen Schwierigkeiten mit der Partei auf. 1928 Delegierte des 6. RGI-Kongresses in Moskau, trat sie dann wenig in Erscheinung. Alma Ewert besuchte im November 1931 einen Lehrgang der kommunistischen Parteischule in Berlin-Fichtenau und übte dann kleinere Funktionen aus. Im Juli 1933 von den Nazis festgenommen, saß sie bis März 1934 im Zuchthaus Lauenhof, wurde 1937 und 1938/39 von der Gestapo erneut verhaftet und mehrere Monate im Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel festgehalten. Alma Ewert, später verheiratete Soltau, verlor im Krieg ihren Mann und ihren Sohn. Nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Hamburg wieder Mitglied der KPD und der VVN. Zeitweise beim Hamburger Arbeitsamt beschäftigt, trat sie öffentlich nicht mehr auf. Alma Ewert(-Soltau) starb am 16. Januar 1968.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fabian, Otto

* 13.1.1907

Geboren am 13. Januar 1907 in Leipzig, Sohn eines Oberpostschaffners. Maschinenschlosser und Bauarbeiter, bis 1928 Mitglied in der monistischen Jugend, anschließend im Bund der Freidenkerjugend, nach Spaltung in der KPD-nahen proletarischen Freidenkerjugend organisiert. Ab 1925 KPD-Mitglied, Fabian war Agitpropleiter eines Stadtteils in Leipzig und gehörte ab 1931 dem AM-Apparat der BL Sachsen an (Ressort Beobachtung der Rechtsorganisationen). Im Januar 1932 nach Berlin beordert und nach Moskau entsandt, wo er unter dem Namen Paul Römer an der M-Schule der Komintern einen Lehrgang absolvierte. Im Sommer 1932 Rückkehr nach Deutschland, hier unter Michael Kaczmierczak Mitarbeiter des AM-Apparates der BL Sachsen, übernahm Ende 1932 die Leitung des Ressorts Reichswehr, dann ab 1933 enge Zusammenarbeit mit Karl Plesse. Er wurde 1935 festgenommen und am 27. Januar 1937 vom VGH zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Aus dem Zuchthaus Waldheim am 18. September 1940 in das KZ Sachsenhausen überführt, wo sich Otto Fabians Spur verliert.

Wer war wer in der DDR

Fahrenkrog, Heinz

* 16.5.1926 – ✝ 26.12.2004

Geb. in Wernigerode; Vater Gewerbetreibender; Volks-, Mittel- u. Handelsschule; 1942/43 Ausbildung zum Kfm.; 1945/46 SPD/ SED; 1945 – 50 Verkaufsstellenltr., Lagerltr. u. Einkäufer im Verb. Dt. Konsumgenossenschaft (VDK) Oschersleben; 1950 – 61 Ref. u. Abt.-Ltr. im VDK Berlin; 1961 – 64 PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1965 – 67 GD des Handelsunternehmens »Konsument« Karl-Marx-Stadt; 1967 – 91 Präs. der VDK (Nachf. von  Hilmar Weiß), ab 1968 VdK der DDR; 1967 – 90 Abg. der Volkskammer; 1967 – 71 Vors.…

Wer war wer in der DDR

Enzmann, Christian

* 20.7.1951

Geb. in Leipzig; Eltern Akademiker; 1969 Abitur; 1969 – 71 NVA; 1971 – 75 Architekturstudium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1975 – 84 wiss. Mitarb. der DBA, Inst. für Städtebau u. Architektur; gem. mit  Bernd Ettel Teiln. an mehreren Architekturwettbewerben: 1980 Friedrichstraße-Süd (2. Preis), 1983/84 Prinz-Albrecht-Gelände Berlin (West) u. »Wohnen morgen« (internat.), 1984 Bersarinplatz Berlin; Juni 1984 verhaftet u. für die drei zul. genannten Wettbewerbsarbeiten, in denen mittels…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eppstein, Eugen

* 25.6.1878 – ✝ 4.3.1943

Geboren am 25. Juni 1878 in Simmern/Rheinland, Sohn jüdischer Kaufleute. Lernte Kaufmann und wurde kaufmännischer Angestellter. In jungen Jahren übersiedelte er nach Köln, schloß sich 1897 der SPD an, auf deren linkem Flügel er stand. Während des Krieges Mitglied der Spartakusgruppe, für die er im Ruhrgebiet aktiv war. Nach Gründung der KPD in Essen hauptamtlicher Sekretär der Partei. Mitte 1919 verhaftet, gelang ihm in Berlin im November 1919 die Flucht. Wegen seiner Arbeit für den Spartakusbund steckbrieflich gesucht, ging er nicht mehr ins Ruhrgebiet, sondern nach Köln, wo er in den folgenden Jahren Führer der KPD wurde. Eppstein, der als einer der besten Parteiorganisatoren galt, gehörte seit 1920 als Vertreter des Bezirks Mittelrhein dem ZA der KPD an. Seit dem IV. Parteitag 1920 immer Parteitagsdelegierter, bis 1925 Mitglied des ZA. Zugleich war er Sekretär und Polleiter des KPD-Bezirks Mittelrhein, der unter seiner Führung seit 1921 (ebenso wie Berlin und Wasserkante) zur linken Opposition gehörte. Sein Vorgänger Franz Dahlem war 1921 abgelöst worden, weil er rechts stand. Im Februar 1923 wurde Eppstein erneut zum Polleiter gewählt, jedoch kurze Zeit danach von der Zentrale abgesetzt. Als die Linken die Oberhand gewannen, wurde er jedoch auf dem Bezirksparteitag im Februar 1924 wieder zum Sekretär berufen. Im Mai 1924 zog er im Wahlkreis Düsseldorf-West als Abgeordneter in den Reichstag ein. Im gleichen Monat als Polleiter in den rechten Bezirk Nordwest (Bremen) geschickt, wo er in wenigen Monaten die Rechten ausbootete und mit »militärischer Disziplin« den Bezirk auf die Linie der linken Zentrale brachte. Nach der Reichstagsauflösung im Oktober 1924 verhaftet, jedoch wieder freigelassen, als er im Dezember 1924 in den Preußischen Landtag gewählt wurde. In den Parlamenten fiel er durch sein heftiges Agieren auf. (Als bei einer seiner Reden Unruhe herrschte, rief er: »Ich kann nicht gegen die Esel anschreien. Das ist ein Stall voller Esel.«) Auf dem X. Parteitag stand Eppstein hinter der Ruth-Fischer-Führung und trat besonders scharf gegen die Rechten auf, distanzierte sich aber zugleich von den Ultralinken. Nach dem »Offenen Brief« 1925 wurde in Bremen sofort versucht, Eppstein abzulösen, da er aber zunächst dem »Offenen Brief« zustimmte, blieb er dort noch bis Januar 1926 als Polleiter. Danach wurde er von der Thälmann-Zentrale abberufen, da er sich inzwischen der Opposition um Ruth Fischer fest angeschlossen hatte. Noch als Abgeordneter für die KPD tätig, versuchte er vor allem im Ruhrgebiet für die linke Opposition zu werben, unterschrieb alle Aufrufe der linken Opposition und trat am 13.Januar 1928 aus der KPD aus. Eppstein war einer der Mitbegründer des Leninbundes, zusammen mit Ruth Fischer und Arkadi Maslow verließ er jedoch den Leninbund bereits vor der Wahl 1928. In den folgenden Jahren in verschiedenen Berufen tätig, gehörte er politisch zum Kreis um Ruth Fischer. Sein Antrag an den XII. Parteitag 1929, wieder in die KPD aufgenommen zu werden (»doch recht gehabt«), wurde abgelehnt. 1933 emigrierten die Eppsteins zusammen mit Arkadi Maslow und Ruth Fischer nach Frankreich. Er wirkte in verschiedenen linken Emigrantengruppen. Im August 1933 war Eppstein als einem der ersten Emigranten die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden. Eppstein und seiner Frau ging es sehr schlecht. Sie wurden bei Kriegsausbruch interniert. Nach der Besetzung Frankreichs von der Gestapo verhaftet, denn sein Visum war wegen fehlerhafter Arbeit eines USA-Komitees zu spät eingetroffen. Am 4.März 1943 kam Eugen Eppstein von Drancy ins KZ Lublin-Majdanek, wo er wahrscheinlich sofort ermordet wurde.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Erdmann, Joseph

* 4.12.1900 – ✝ 11.9.1941

Geboren am 4. Dezember 1900 in Labischin/ Posen. Hilfsarbeiter, Heizer und Schlosser in Bromberg, dann in Essen, seit 1922 in Berlin. 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1926 Bezirksverordneter in Berlin-Neukölln, wegen seiner Aktivitäten für die linke Opposition im Mai 1927 aus der KPD ausgeschlossen, im Mai 1928 nach »Selbstkritik« wieder aufgenommen. Von 1929 bis 1933 Stadtverordneter der KPD in Berlin sowie Funktionen im AM-Apparat. Erdmann wurde in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet und kam in das KZ Sonnenburg. Nach seiner Freilassung lebte er illegal, emigrierte 1935 in die âSR und war als Instrukteur für die KPD tätig. Er organisierte u. a. einen Gegenprozeß unabhängiger Prager Juristen zum Richardstraße-Prozeß in Berlin, den die Nationalsozialisten groß inszeniert hatten. Denn im Oktober 1931 waren bei einem kommunistischen Überfall auf ein SA-Vereinslokal in der Neuköllner Richardstraße zwei Personen getötet worden. Deshalb wurde Joseph Erdmann im Berliner Prozeß in Abwesenheit als »intellektueller Urheber« angeklagt. 1936 ging er in die UdSSR, wurde dort Anfang November im Beisein seiner Tochter Annemarie (* 28. 10. 1924 – † 5. 3. 2004) im Moskauer Emigrantenhotel »Baltschuk« verhaftet. Alle Erkundigungen seiner Frau Margarethe Erdmann (* 16. 8. 1906 – † 13. 1. 1976) nach seinem Schicksal blieben zunächst ergebnislos. Etwa ein halbes Jahr nach seiner Festnahme erhielt Margarethe Erdmann einen Brief ihres Mannes mit Absender Halbinsel Kola (Polarkreis/Uranbergbau). Frieda Schimanski, mit der sie seit ihrer Berliner Zeit befreundet war und die selber in NKWD-Haft saß, berichtete später, daß sie während ihrer Haft zufällig Joseph Erdmann in einem Raum kauernd, zusammengesunken und apathisch gesehen und ihm zugerufen hatte, »nichts zu sagen. Alles sei erlogen«, er reagierte aber nicht. Margarethe Erdmann ließ sich 1937 auf Druck der Partei scheiden. Sie lernte 1940 in Moskau den deutschen Emigranten Erich Dollwetzel kennen, der fünf Jahre Arbeitslager verbüßt hatte. Der wurde nach der Heirat mit ihr erneut verhaftet und in den Norden der SU verbannt. Sie selbst wurde im Januar 1941 nach Alexandrow verbannt, kam im November 1942 in die »Arbeitsarmee« und verrichtete schwere körperliche Arbeit in verschiedenen Waldsiedlungen. 1954 wurde Margarethe Erdmanns Verbannung aufgehoben, sie durfte 1955 in die DDR, aber erst ab 1964 in Ost-Berlin wohnen. 1954 erhielt sie ein offizielles Schreiben mit der Information, daß ihr erster Mann, Joseph Erdmann, 1936 wegen »Verdachts auf Spionage für Deutschland« zu zehn Jahren Lager verurteilt worden war. Er sei zur Zeit in keinem der Lager registriert. Später wurde ihr eine Sterbeurkunde übermittelt, nach der Joseph Erdmann angeblich am 7.August 1942 gestorben sein soll. In Wahrheit wurde Joseph Erdmann am 8.9.1941 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR wegen antisowjetischer Propaganda nach §58-10 zur Höchststrafe verurteilt und am 11. September 1941 in Orjol erschossen.

Wer war wer in der DDR

Erpenbeck, Fritz

* 6.4.1897 – ✝ 7.1.1975

Geb. in Mainz; Vater Uhrmacher u. Ing.; Volksschule u. Realgymnasium in Mannheim u. Osnabrück; April 1914/15 Ausbildung zum Schlosser in Osnabrück; 1915 – 18 Militärdienst (Freiw.), Kanonier; 1918/19 Forts. der Schlosserausbildung in Osnabrück, dann im Beruf tätig; gleichz. Besuch der dortigen Schauspielschule; 1914 DMV; 1920/21 erstes Engagement in Ingolstadt, dann Schauspieler am Stadttheater Esslingen, an der Württembergischen Volksbühne in Stuttgart, in Bad Dürkheim, in Wilhelmshaven, am…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ertinger, Karl

* 1892 – ✝ 24.4.1945

Geboren 1892 in Bremen; kaufmännische Lehre, Handlungsgehilfe. Als Angestellter der Bremer Konsumgenossenschaft 1912 Mitglied der SPD. Im Krieg Anschluß an die Bremer Linksradikalen und Mitbegründer der Zeitschrift »Arbeiterpolitik«. Auf dem Gründungsparteitag der KPD in die Programmkommission gewählt, 1919 wurde er Mitglied des Vollzugsrates der Bremer Räterepublik und Vorsitzender des Volkskommissariats für Finanzfragen. Ab 1920 war Ertinger für die KPD leitend in der Genossenschaftsbewegung tätig, 1923 Geschäftsführer des Konsumvereins Weimar und anderen Orten, zuletzt in Halle. Er wurde Anfang der dreißiger Jahre Mitarbeiter in der Genossenschaftsabteilung des ZK der KPD. Gemeinsam mit Paul Zobel und Reinhold Dörbeck leistete er unter dem Deckmantel der Kaffeevertriebsagentur Columbus-Kaffee (Rösterei und Vertrieb) ab 1933 in Berlin illegale Arbeit. Karl Ertinger kam am 24. April 1945 beim Versuch, deutsche Soldaten zur Kapitulation zu bewegen, in der Badstraße in Berlin-Wedding ums Leben. Sein Sohn Werner Ertinger (*26. 3. 1915 – † 16. 6. 1965) wurde 1930 Mitglied des KJVD, bis zur Einberufung zur Wehrmacht half er dem Vater bei der illegalen Arbeit. Ab 1946 SED-Funktionär, zuletzt Polizeioffizier in der Stadtkommandantur von Ost-Berlin. Werner Ertinger wurde am 14. Juni 1965 wegen »falscher Angaben zu seiner illegalen Arbeit« aus der SED ausgeschlossen, er starb zwei Tage später.

Wer war wer in der DDR

Eschert, Jürgen

* 24.8.1941

Geb. in Magdeburg; Ausbildung zum Modelltischler; 1950 – 54 Schwimmer in Magdeburg; seit 1955 Training im Kanu-Slalom beim ASK Vorwärts Potsdam; 1962 – 74 SED; 1964 Olympiasieger u. 1965 EM-Dritter im C 1; 1965 Beendigung der sportl. Laufbahn; Studium an der Pädagog. HS Potsdam u. Trainer beim ASK Vorwärts Potsdam; NVA, Hptm.; 1975 wegen »unerlaubter Kontakte zu Bürgern der Bundesrep. Dtl.« aus dem ASK ausgeschl. u. Berufsverbot als Trainer; Dipl.-Lehrer an der Ing.-Schule für Bauwesen in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Esser, Joseph

* 21.3.1893 – ✝ 21.6.1938

Geboren am 21. März 1893 in St. Wendel/Saar als Sohn eines Schuhmachers. Er kam bereits 1907 als Bergarbeiter in eine Kohlenzeche. Von 1915 bis 1918 Soldat (Gefreiter), danach wieder Bergarbeiter, 1919 im Ruhrgebiet, 1920/21 im Saarbergbau. Er war mit der späteren Reichstagsabgeordneten Barbara Esser verheiratet. Von 1910 bis 1913 noch im katholischen Zentrum organisiert, trat er 1917 der SPD bei, ging im Oktober 1919 zur USPD und gehörte von 1920 bis 1923 zur linksradikalen KAPD. Im März 1923 trat er zur KPD über. Esser hatte 1920 in der Roten Ruhrarmee Funktionen ausgeübt und war auch im Militärapparat der KPD aktiv. Im März 1924 wegen Waffen- und Dynamitbesitzes zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, anschließend wurde er in den hauptamtlichen Apparat der KPD aufgenommen. Esser war u. a. UB-Leiter in Essen und Recklinghausen, aber auch im AM-Apparat und führend im RFB Ruhr tätig. Nachdem er seit 1929 deutsche Bergarbeiter für die Arbeit in der Sowjetunion angeworben hatte, übersiedelte er im November 1930 selbst in die UdSSR. Von März 1932 bis 1935 Studium an der KUNMS in Moskau. Dort wurde Joseph Esser 1937 als angeblicher Anhänger Heinz Neumanns vom NKWD verhaftet, am 26. Mai 1938 durch Beschluß der NKWD-Kommission und des Staatsanwaltes der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt und am 21. Juni 1938 erschossen. Am 5. Januar 1957 hob das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR den Beschluß auf und rehabilitierte Esser postum.

Wer war wer in der DDR

Ettel, Bernd

* 31.7.1949

Geb. in Köthen; 1968 Abitur; NVA; 1970 – 74 Architekturstudium an der HAB Weimar, Abschluß als Dipl.-Ing.; anschl. dort Forschungsstudium; 1978 – 84 Arbeit als wiss. Mitarb. der DBA, Inst. für Städtebau u. Architektur; 1980 Prom., Dr.-Ing.; gem. mit  Christian Enzmann Teiln. an mehreren Architekturwettbewerben: 1980 Friedrichstraße-Süd (2. Preis), 1983/84 Prinz-Albrecht-Gelände Berlin (West) u. »Wohnen morgen« (internat.), 1984 Bersarinplatz Berlin; Juni 1984 verhaftet u. für die drei…

Wer war wer in der DDR

Ewald, Manfred

* 17.5.1926 – ✝ 21.10.2002

Geb. in Podejuch (Krs. Randow, Vorpomm./ Podjuchy, Polen); Vater Schneider; Nationalpol. Erziehungsanstalt, Volksschule; 1940 – 43 Ausbildung zum Verw.-Angest. in Stettin, anschl. im Beruf tätig; illeg. pol. Arbeit in der Gruppe Empacher-Krause; 1944 in deren Auftrag NSDAP-Eintritt; Juni 1944 – Febr. 1945 Wehrmacht, verwundet; sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1946 FDGB; KPD-Mitbegr. in Podejuch, Stettin u. Löcknitz; Aussiedl. nach Greifswald; dort Ltr. des antifa. Jugendaussch.; 1946…

Wer war wer in der DDR

Exner, Gerhard

* 12.11.1919 – ✝ 26.3.1989

Geb. in Stolzenberg (Krs. Lauban, Niederschles./Wyręba, Polen); Vater Bauer; Volksschule- u. ländliche Fortbildungsschule; Landarb. u. landw. Gehilfe; 1939 – 45 Wehrmacht; April – Juni 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 Landarb. in Krippehne (Krs. Eilenburg); 1945/46 SPD/SED; 1.9.1945 Eintritt in die DVP; 1945 – 47 Schutzpolizist im VPKA Eilenburg; 1947/48 Ltr. des Polizeiamtes in Kahla; 1948 Abt. Ltr. Schutzpolizei im VPKA Stadtroda; 1948/49 Ltr. des VP-Reviers in Suhl; 1949/50 Lehrgang…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fabisch, Ernst

* 12.11.1910 – ✝ 1943

Geboren am 12. November 1910 in Breslau; Ingenieur. Mitglied der deutsch-jüdischen bündischen Jugend, trat um 1930 der KJO, der KPO-Jugendorganisation, in Breslau bei. Dann arbeitete er bei Siemens in Berlin und finanzierte so sein Studium für Hoch- und Tiefbau an der TH. Nach 1933 illegale Arbeit als führender Funktionär der KJO. Er entging 1934 der ersten Verhaftungswelle und floh in die âSR, von dort weiter in die Sowjetunion, wo er am Bau eines Kraftwerks bei Stalinsk beteiligt war. 1937 geriet Fabisch in die Säuberungswelle und wurde nach sechs Monaten Haft in Moskau nach Deutschland abgeschoben. Sein letztes Lebenszeichen kam aus Warschau, datiert vom 13. Januar 1938 an eine Genossin in der Emigration: »Hoffentlich erreicht Dich dieser Brief noch, ich habe ja keine Ahnung, wo Du jetzt bist. Hinter mir habe ich sechs Monate Untersuchungshaft in Moskau – sechs Monate, in denen ich Dinge durchgemacht und miterlebt habe, die sich nicht beschreiben lassen. Jetzt bin ich abgeschoben ?wegen konterrevolutionärer Tätigkeit?, gleich mir eine Unmasse Deutscher, die ebensowenig auf dem Kerbholz haben. Mit Walross konnte ich keine Verbindung bekommen, auch über Hans Beck weiß ich nicht Bescheid. Weiß nur, daß er bis zum 10.September noch in Untersuchung saß. Befürchte das Schlimmste. Auch für seine Frau, die die russische Staatsbürgerschaft annahm, wobei man ihr sagte, daß auch Hans sie bekommt (während des Arrestes!). Ich fahre morgen nach Deutschland, obwohl ich nicht weiß, wie das ausläuft, aber zu allem anderen habe ich keine Neigung. Versuche irgendwie vorsichtig mit Br. [Breslau] Fühlung zu bekommen und zu erfahren, wo ich bin! Was in der SU vorgeht, ist ungeheuerlich. Alles, was nur halbwegs einen Kopf hat, sitzt. Die Untersuchungsmethoden lassen sich nicht beschreiben. Ich bin ohne jede Nachricht, und vieles, vieles fehlt mir zum Verständnis alles Vorgefallenen.« Fabisch wurde an der deutschen Grenze verhaftet, in einem Prozeß zu längerer Zuchthausstrafe verurteilt und kam später in ein KZ. Tuberkulosekrank wurde er nach Auschwitz transportiert. Dort wurde Ernst Fabisch nach einigen Wochen 1943 ermordet.

Wer war wer in der DDR

Falcke, Heino

* 12.5.1929

Geb. in Riesenburg (Westpr./Prabuty, Polen); Vater Oberstudienrat; Gymnasium in Königsberg. 1946 Abitur in Seehausen (Altmark); ab 1946 Studium der Theol. in Göttingen, Berlin u. Basel; dort ab 1950 Assistent bei Karl Barth u. Mitarb. an dessen »Kirchl. Dogmatik«; 1956 Assistent bei Heinrich Benkert an der Univ. Rostock; 1958 Prom. mit der Arbeit »Die Gesellschaftslehre des jungen Friedrich Schleiermacher«; 1958 – 63 Pfarrer in Wegeleben (Krs. Halberstadt), hervorgetreten im Streit um die…

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Epe, Heinz

* 25.12.1910 – ✝ 28.10.1942

Geboren am 25. Dezember 1910 in Remscheid; studierte 1928/29 in Köln und in Wien. Kurze Zeit später war Epe führender Funktionär der Kostufra, schloß sich 1931 der trotzkistischen Bewegung an und war unter dem Namen Walter Held Leiter des Internationalen Jugendsekretariats der internationalen linken Opposition. Nach dem Reichstagsbrand flüchtete er nach Prag und über Frankreich nach Oslo. Dort arbeitete er zeitweilig mit Willy Brandt zusammen. Er gehörte zu den Organisatoren der Einreise Leo Trotzkis nach Norwegen und galt als »Sekretär Trotzkis«. Epe veröffentlichte im Oktober 1938 in der Zeitschrift »Unser Wort« einen Artikel über »Stalins deutsche Opfer und die Volksfront«, in der er bereits auf die Ermordung der im Moskauer Exil lebenden deutschen Kommunisten Heinz Neumann, Hermann Remmele, Hermann Schubert, Werner Hirsch, Heinrich Süßkind, Erich Birkenhauer, Felix Halle sowie der Schauspielerin Carola Neher hinwies. Die Haltung der Kommunisten und der »Volksfront« gegenüber dem Schicksal der Stalin-Opfer nannte er »das traurigste und beschämendste Kapitel in dieser blutigen Tragödie«. Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen flüchtete er nach Schweden. Die Gestapo suchte ihn und bemerkte, »Heinz Epe gilt als Kommunist« und sei als »Spitzenfunktionär der Trotzki-Bewegung anzusehen«. Als Epe in die USA flüchten wollte, versuchte er im Mai 1941 mit seiner Frau Sinnöve, geb. Rosendal-Jensen, die er in Oslo geheiratet hatte, und seinem Sohn Ivar über die UdSSR nach Amerika zu kommen. Er wurde aber sofort im Mai 1941 in der Sowjetunion vom NKWD verhaftet und wegen »konterrevolutionärer protrotzkistischer Tätigkeit« zum Tode verurteilt. Heinz Epe wurde am 28.Oktober 1942 erschossen. Willy Brandt erkundigte sich 1989 in Moskau nach dem Schicksal von Epe und bekam als erster dessen Todesdatum sowie die offizielle »Rehabilitierung« vom 16. Januar 1989 durch sowjetische Gerichtsbehörden mitgeteilt. Epes Frau Sinnöve und sein Sohn Ivar sind verschollen.

Wer war wer in der DDR

Erb, Elke

* 18.2.1938 – ✝ 22.1.2024

Geb. in Scherbach (Eifel); Vater seit 1947 Lit.-Wiss. an der Univ. Halle; 1949 Übersiedlung der Familie in die DDR; 1957 Abitur; 1957/58 Studium der Pädagogik, Geschichte u. Dt. an der Univ. Halle; 1958/59 Landarbeit im Rahmen des FDJ-Meliorationsprojekts Altmärk. Wische; 1959 – 63 Studium der Pädagogik, Dt. u. Russ. an der Univ. Halle; 1963 – 66 Volontärin u. Lektorin beim Mitteldt. Verlag Halle; seit 1966 freiberufl.; löste mit der Rezension der Anthologie »In diesem besseren Land« (Hrsg.…

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Ermisch, Luise

* 20.5.1916 – ✝ 17.1.2001

Geb. in Halle (Saale), Vater Fleischermstr.; Volksschule; 1930 – 33 Ausbildung zur Damenschneiderin, danach arbeitslos; ab 1937 als Schneiderin beschäftigt, 1939 – 45 als Autogenschweißerin dienstverpfl. 1946 Näherin im VEB Hallesche Kleiderwerke; 1947 Mitgl. des FDGB; 1949 Besuch der FDGB-Krs.-Schule in Halle; 1949 Mitinitiator des Wettbewerbs um den Titel »Brigade der ausgezeichneten Qualität«; Ltr. der ersten »Qualitätsbrigade« in der DDR-Konfektionsindustrie; als Aktivistin ausgezeichnet;…

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Errath, Christine

* 29.12.1956

Geb. in Berlin; begann 1964 mit dem Eiskunstlauf; KJS, SC Dynamo Berlin (Trainerin Inge Wischnewski); Spartakiade: 1966 Bronze, 1968 u. 1970 Gold; 1971 u. 1972 Richmond-Cup; Olymp. Winterspiele: 1972 8. Platz, 1976 Bronze; WM: 1973 u. 1975 Bronze, 1974 WM, 1976 Vize-WM; EM 1973 – 75, 1976 EM-Bronze; DDR-Meisterschaften: 1969 u. 1970 3. Platz, 1971 – 73 2. Platz, 1974 u. 1975 DDR-Mstr.; 1974 DDR-Sportlerin des Jahres; Abitur mit Auszeichnung; 1978/79 Volontärin beim DFF; 1979 – 83 Studium der…

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Erxleben, Günter

* 15.4.1909 – ✝ 29.3.2005

Geb. in Berlin; Vater Eisenbahnbetriebsass., Mutter Dienstmädchen; Volks- u. Aufbauschule; kaufm. Lehre; Bauhilfsarb. u. Filmkopierer; 1924 Naturfreunde, 1925 ZdA u. KJVD, 1930 KPD: Mitarb. u. Instrukteur, zuletzt Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenburg; 1933 illeg. Tätigkeit (Deckname »Harry«); Okt. 1933 verhaftet, Jan. 1934 wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt (Papenburger Moor, Oberlangen); Mai 1936 entlassen; 1936 – 42 zunächst Bauarbeiter, dann…

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Eschke, Siegfried

* 11.10.1933

Geb. in Chemnitz; Vater Angest.; Grundschule; 1949 FDJ; Lehre u. Arbeit als Fernmeldemonteur; 1952 Studium an der Ingenieurschule Mittweida; 1952 – 54 Kursant an der Offiziersschule Kamenz, 1954/55 Ing. für Funk in der VP-Dienststelle Bautzen; 1955 SED; 1955 – 61 Offiziershörer an der Militärakad. »Shukowski« in der UdSSR, Dipl.-Ing. für Elektro- nik; 1961 – 63 Oberoffizier Funk / Funkmeß der 3. Luftverteidigungsdiv.; 1963/64 Stellv. bzw. Ltr. der Reparatur-Abt. u. 1964 – 69 Ltr. des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Esser, Fritz

* 24.8.1886 – ✝ 27.8.1961

Am 24. August 1886 in Peine geboren; verbrachte seine Jugend in Sachsen, lernte Modelltischler. 1904 Eintritt in die SPD. Während des Krieges als Frontsoldat schwer verwundet, konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben. 1920 kam er über die USPD zur KPD. Von 1921 bis 1924 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Esser arbeitete als Fürsorgeangestellter und war führend im Internationalen Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit. Obwohl er beim Hamburger Aufstand 1923 eine leitende Rolle spielte, wurde er später vom Gericht freigesprochen. Im Mai 1924 zog er im Wahlkreis Hamburg als Abgeordneter in den Reichstag ein (Mai bis Dezember 1924). Esser gehörte 1925/26 zur linken Opposition und wurde deswegen 1926 aus der KPD ausgeschlossen. Da er sich noch im gleichen Jahr von der Opposition trennte, wieder in die Partei aufgenommen. 1927 erneut in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, in der er bis 1933 blieb. 1926/27 leitete er die Rote Hilfe im Bezirk Wasserkante, dann wieder den Internationalen Bund. Esser wurde am 6. November 1933 von der Gestapo verhaftet und am 12. April 1934 vom Hanseatischen OLG zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, er saß bis 30. November 1935 im KZ Fuhlsbüttel (irrtümlich wurde mehrfach die Meldung verbreitet, Fritz Esser sei im KZ umgebracht worden, tatsächlich handelte es sich aber um seinen Sohn Alwin [*7.3. 1912 – † 10. 3. 1933], der ermordet wurde). Nach 1945 ist er politisch nicht mehr hervorgetreten. Fritz Esser starb am 27. August 1961 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eulert, Karl Louis

* 22.9.1884 – ✝ 21.10.1967

Geboren am 22. September 1884 in Göttingen. Nach dem Studium Mitglied der SPD, schloß er sich im Krieg der Spartakusgruppe an und nahm als Delegierter Göttingens am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil. Als Redakteur der Hamburger »Kommunistischen Arbeiterzeitung« wandte er sich bei den Auseinandersetzungen 1919 gegen die Hamburger linke Opposition, die spätere KAPD. Er war Delegierter des III. und IV. Parteitages der KPD 1920. Nach heftigen Meinungsverschiedenheiten wurde Eulert im Herbst 1920 vom Bezirk Nord seiner Funktion enthoben, dann ausgeschlossen. Der V. Parteitag im November bestätigte seinen Ausschluß u. a., weil Eulert erklärt hatte, der Kapitalismus könne die Krise überwinden. Später spielte er in der aktiven Politik keine Rolle mehr, hielt aber weiterhin Verbindung zu linken Kreisen. Karl Louis Eulert starb am 21.Oktober 1967 in Göttingen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ewert, Olga

* 11.7.1898 – ✝ 14.12.1978

Geboren am 11. Juli 1898 in Königsberg/Ostpreußen als Olga Hallervorden, Tochter eines Nervenarztes. Sie studierte sechs Semester moderne Sprachen, schloß sich dem Sozialistischen Studentenbund an und arbeitete als Bibliothekarin, Säuglingsschwester und Übersetzerin. Ab 1928 Beamtin, zuletzt Bibliotheksobersekretärin in Berlin-Wilmersdorf. Seit 1925 Mitglied der KPD, nach ihrer Verbeamtung jedoch illegales Mitglied unter dem Namen Alma Loos. Aktiv im Frauensekretariat des ZK der KPD und im BPRS, schrieb sie die Broschüre »Die Arbeiterin in Deutschland«. Ab Februar 1933 illegale Arbeit in Berlin, im Mai 1933 wegen »staatsfeindlicher Gesinnung« entlassen, emigrierte sie im Juli 1933 nach Dänemark, bis 1937 Stenotypistin und Übersetzerin im Nordisk Pressbüro in Kopenhagen. Von 1937 bis 1939 als Angehörige der Internationalen Brigaden in Spanien, Sekretärin von Gustav Gundelach. Anfang 1939 in Frankreich interniert, konnte Olga Ewert das Land im Mai 1941 verlassen und nach Mexiko ausreisen. Dort Mitglied der Parteigruppe im Vorstand des Bundes Freies Deutschland und Sekretärin der Demokratischen Deutschen Frauenbewegung. Im Mai 1952 Rückkehr aus Mexiko, in der DDR wurde sie im Zusammenhang mit der Verhaftung von Paul Merker nach Zeitz abgeschoben, später Partei- und Gewerkschaftsveteranin in Bernau bei Berlin. Olga Ewert starb am 14. Dezember 1978. Seit 1936 lebte sie mit dem Sattlermeister und Tapezierer Andreas Ewert (*23.10.1893 – †10.4.1979), einem jüngeren Bruder von Arthur Ewert, zusammen. Seit 1909 in der Arbeiterjugend, nahm er ab Juni 1915 als Sanitäter und Armierungssoldat am Ersten Weltkrieg teil. Bis 1925 Aufenthalt und Arbeit in Norwegen, Mitglied der Norwegischen Arbeiterpartei und Gewerkschaftsfunktionär. Nach Rückkehr in Deutschland Mitglied der KPD, bis April 1933 Angestellter der Derop (deutsch-russische Handelsgesellschaft). Nach 1933 illegale Arbeit, emigrierte im Juni 1936 nach Dänemark, Ende 1936 in Spanien Angehöriger der Internationalen Brigaden. Er war 1939/40 in Frankreich interniert, konnte ausreisen und kam Ende 1941 mit Olga Ewert nach Mexiko. Zuletzt arbeitete Andreas Ewert im Hermann Duncker-Archiv an der FDGB-Hochschule in Bernau.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eyermann, Richard

* 6.2.1898 – ✝ 29.7.1971

Geboren am 6. Februar 1898 in Salzungen; Metallschleifer, dann Eisenbahn- und Rangierarbeiter. 1916 Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitglied der USPD und Mitbegründer der USPD-Ortsgruppe Bad Salzungen, 1920 Mitglied der KPD, 1922 Betriebsratsvorsitzender. Er saß von November 1923 bis Februar 1924 in »Schutzhaft« in Eisenach. Im Herbst 1924 kam Eyermann als Listennachrücker für Theodor Neubauer in den Thüringer Landtag, dem er bis 1932 angehörte. Von 1925 bis 1933 war er Sekretär des UBL Bad Salzungen, Jena und Erfurt, ab 1924 Mitglied der BL Groß-Thüringen. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten schloß sich Eyermann zunächst diesen an, vertrat dann aber zusammen mit Richard Zimmermann die Linie des ZK. Von acht KPD-Abgeordneten im Thüringer Landtag gingen sechs zur KPO, nur Eyermann und Zimmermann blieben in der KPD. Nach Übersiedlung der BL von Jena nach Erfurt 1930 wurde er zunächst Agitpropsekretär, 1931 Orgleiter. Ab Februar 1933 illegale Arbeit. Das ZK entsandte ihn und Walter Duddins Anfang März 1933 nach Sachsen, wo Eyermann als Orgleiter die Partei neu aufbauen sollte. Im April 1933 verhaftet, kam er bis Dezember 1934 ins KZ. Im Januar 1937 erneut festgenommen und im Mai 1937 zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, bis August 1938 im Gefängnis. Von 1939 bis 1944 Verladearbeiter, hatte Verbindung zur Thüringer kommunistischen Neubauer-Poser-Gruppe. Im September 1944 wieder festgenommen und bis April 1945 im KZ Buchenwald. Eyermann gehörte 1945/46 zur KPD-BL Thüringen, wurde im Herbst 1946 MdL und Vorsitzender der SED-Fraktion. Im Januar 1949 Vorsitzender der LPKK in Thüringen, und von 1950 bis 1969 Kandidat der ZPKK. Zum 70. Geburtstag erhielt er den Karl-Marx-Orden. Richard Eyermann starb am 29.Juli 1971.

Wer war wer in der DDR

Faensen, Hubert

* 29.12.1928 – ✝ 23.1.2019

Geb. in Sandau (Krs. Böhmisch Leipa, Nordböhmen / Žandov, Tschechien); OS, Abitur; 1943 – 45 Luftwaffenhelfer. 1946 CDU; 1947 – 49 Studium der Sozialwiss. an der Univ. Rostock; 1949 – 52 Volontär bzw. Red. der CDU-Ztg. »Der Demokrat« (Schwerin); 1952 – 55 Studium der Philos. u. Kunstgeschichte an der HU Berlin, Dipl.-Phil.; zugl. bis 1960 Mitarb. des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit« u. wiss. Mitarb. des CDU-HV; Aspirantur an der HU Berlin; 1959 Prom. zum Dr. phil. mit der Diss. »Der Formbegriff bei…

Wer war wer in der DDR

Falkenhagen, Hans

* 13.5.1895 – ✝ 26.6.1971

Geb. in Wernigerode; Vater Holzschnitzer; Abitur; 1913 – 21 Studium der Naturwiss. in Heidelberg, München u. Göttingen; hier 1921 Prom. mit einer Arbeit auf dem Gebiet der Physik; seit 1922 an der Univ. Köln; 1924 Habil.; 1930 a. o. Prof.; 1936 Übersiedl. nach Dresden; ab 1936 Dir. des Inst. für Theoret. Physik; mehrere Forschungsaufenthalte in den USA; 1933 NSDAP; 1939/40 Wehrmacht. Bis 1948 als freier Schriftst. tätig, u. a. Publ. mit physikhist. Studien; 1948 Berufung zum Lehrbeauftr., 1949…

Wer war wer in der DDR

Eppelmann, Rainer

* 12.2.1943

Geb. in Berlin; Vater Zimmermann, Mutter Schneiderin; bis 1961 Johannes-Kepler-Gymnasium in Berlin (West); 1961/62 Dachdeckerhilfsarb., 1962 – 64 Ausbildung zum Maurer, anschl. im Beruf tätig; 1966 Verweigerung des Wehrdienstes mit der Waffe u. des Fahneneids, acht Mon. Haft; dann Bausoldat; 1969 – 75 Studium der Theol. an der Predigerschule Paulinum in Berlin, 1975 Ordina- tion; 1974 – 89 Hilfsprediger bzw. Pfarrer in der Berliner Samaritergemeinde, zugl. Krs.-Jugendpfarrer in…

Wer war wer in der DDR

Erbach, Günter

* 22.1.1928 – ✝ 4.6.2013

Geb. in Klempin (Krs. Saatzig, Pomm./Klępino, Polen) in einer Arbeiterfamilie; Volksschule; 1942 – 45 Lehrerbildungsanstalt; Febr. – Mai 1945 Militärdienst (Matrose). 1945/46 Landarb.; 1946 KPD/SED; 1946 – 49 Pädagogikstudium an der EMAU Greifswald; Staatsexamen; 1949 – 53 Aspirantur an der HU Berlin, danach an der Univ. u. der DHfK Leipzig, dort 1956 Prom. zum Dr. paed.; 1953 – 55 Dir. der Zentralen Sportschule in Strausberg; 1955/56 Ltr. der Abt. Wiss. im Staatl. Komitee für Körperkultur u.…

Wer war wer in der DDR

Ernst, Hans

* 18.2.1921 – ✝ 25.8.2000

Geb. in Celle (Westfalen); Vater Weber; Volksschule; Lehre als Konditor; 1938 – 45 Wehrmacht, 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft in der ČSR. 1945 SPD; Eintritt in die DVP, 1945 – 47 Reiterstaffel-Führer in der Polizeidirektion Erfurt; 1946 SED; 1947/48 Sachbearb. in der Landespolizeibehörde Weimar, 1948/49 Ltr. der VP-Bereitschaft Ilmenau, 1949/50 Ltr. der VP-Bereitschaft Mühlhausen, 1950 VP-Oberrat, 1951/52 Ltr. der VP-Bereitschaft Kochstedt, 1952 Oberst der KVP; 1952/53 Sonderlehrgang in der…

Wer war wer in der DDR

Ertel, Hans Richard Max

* 24.3.1904 – ✝ 2.7.1971

Geb. in Berlin; Vater Drechsler; 1910 – 22 Seminarschule u. Lehrerseminar, abgebrochen; anschl. Bankangest., Maschinenarb., Eintritt ins Preuß. Meteorolog. Inst. als Rechner u. Bibliotheksaushilfskraft; über Begabtenförderung ohne Reifezeugnis 1929 – 32 Studium der Mathematik, Naturwiss. u. Philos. an der Univ. Berlin, hier 1932 Prom.; 1932 – 34 wiss. Angest. im meteorolog.-magnet. Observatorium Potsdam; 1934 – 42 Assistent bzw. Observator am Meteorol. Inst. der Univ. Berlin; 1938 Privatdoz.,…

Wer war wer in der DDR

Esch, Arno

* 6.2.1928 – ✝ 24.7.1951

Geb. in Memel (Litauen/Klaipeda); Vater Spediteur; 1934 – 44 Friedrich-Städtische Grundschule, dann Altstädtische Knabenmittelschule in Memel; 1938 – 44 HJ; 1944/45 Kriegshilfsdienst als Marinehelfer in Memel u. Swinemünde. 1945/46 OS in Grevesmühlen; 1946 – 49 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Rostock; 1946 FDJ; LDPD Rostock; 2. Vors. der LDPD-Hochschulgr.; 2. Vors. des Landesjugendbeirates; 1947 Landesjugendref.; 1948 Mitgl. des Geschäftsf. LV; Mitarb. am Parteiprogramm; 1949 Mitgl. des…

Wer war wer in der DDR

Eschwege, Helmut

* 10.7.1913 – ✝ 19.10.1992

Geb. in Hannover; Vater Lehrer u. Sekr. der Jüd. Gemeinde; 1918 nach Hamburg; dort Talmud-Thora-Schule; Realschule; 1929 – 31 kfm. Ausbildung; 1932/33 Wanderschaft; 1929 – 33 heimliche Mitgliedschaft im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold u. der SPD; 1934 Besuch einer Siedlerschule der Jüd. Gemeinde als Vorber. zur Auswanderung nach Palästina; 1934 Emigr. nach Dänemark; Ausweisung u. Weiterreise nach Riga; 1937 Einreise nach Palästina; Transportarb. u. Arbeiter auf einer Obstplantage; Mitgl. der KP…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Esser, Engelbert

* 11.8.1885 – ✝ 8.11.1947

Geboren am 11. August 1885 in Köln, Sohn einer Näherin und eines Schreiners; Eisendreher. Esser trat erstmals 1928 als Kandidat der KPD für den Preußischen Landtag hervor, im März 1929 wurde er Mitglied der BL Mittelrhein. Zunächst Betriebsratsvorsitzender in einer Kölner Lackfabrik, dort Anfang Januar 1932 entlassen. Ab 1929 war Esser Stadtverordneter in Köln. Im August 1931 als Nachrücker für Anton Krzikalla im Wahlkreis Köln-Aachen in den Reichstag entsandt, dem er bis 1932 angehörte. Er war im RGO-Bezirkskomitee aktiv und wurde nach 1933 in »Schutzhaft« genommen. Am 12. November 1935 vom OLG Hamm zu 14 Monaten Gefängns verurteilt. Esser wurde im Juni 1941 erneut verhaftet, ins KZ Sachsenhausen überführt und Mitte Februar 1945 ins KZ Mauthausen verlegt. Hier von amerikanischen Truppen am 5. Mai 1945 befreit. Wieder Mitglied der KPD, starb Engelbert Esser am 8.November 1947 in Bingen/Rhein während der 1. Landestagung der VVN. 2005 veröffentlichte Marion Goers eine biographische Skizze über Engelbert Esser.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Evers, Heinrich

* 24.3.1887 – ✝ 22.12.1968

Geboren am 24. März 1887 in Berlin-Lichtenberg, Sohn eines Tischlers. Er belegte Kurse über Stil- und Kunstrichtungen und war als Kunstbildhauer tätig. 1907 Eintritt in die SPD. 1917 zum Militär eingezogen, war er bis zum Kriegsende als Infanterist an der Front und trat der USPD bei. Im November 1918 Vorsitzender des kommunalen Arbeiterrats in Berlin-Friedrichsfelde und Vorsitzender der USPD-Ortsgruppe, 1920 Mitglied der KPD. Evers arbeitete offiziell als Reisender für Linoleumfabriken, war aber seit 1924 von der KPD mit der Emigrantenfürsorge der Roten Hilfe betraut. Er hatte als Adolf flüchtige Kommunisten zu unterstützen und ihre Flucht nach Rußland zu organisieren. Wegen dieser Tätigkeit am 8. Juni 1926 verhaftet, wurde er am 3. Mai 1927 vom Reichsgericht zu drei Jahren und sieben Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Amnestie 1928 aus der Haft entlassen, kam Evers 1929 in die Gewerkschaftsabteilung des ZK und im gleichen Jahr ins Reichskomitee der RGO. Ab 1931 arbeitete er für das Exekutivkomitee der RGI in verschiedenen europäischen Ländern. Anfang April 1933 emigrierte Evers in die âSR, dann zur illegalen Arbeit nach Rumänien und nach Dänemark entsandt, bis er 1937 nach Moskau kam. Dort war er bis 1940 bei der Staatlichen Bauverwaltung als Holzbildhauer. 1940/41 Lehrer für deutsche Sprache an der Militärschule, 1941 Politinstrukteur in sowjetischen Kriegsgefangenenlagern. Von 1943 bis 1947 Lehrer an der Antifaschule 165. Ende September 1947 Rückkehr nach Berlin, Mitglied der SED, Instrukteur beim FDGB-Bundesvorstand. Bis 1953 als Lehrer an der FDGB-Schule in Bernau tätig, zuletzt Parteiveteran in Ost-Berlin. Heinrich Evers starb am 22. Dezember 1968 in Ost-Berlin. Er war seit 1927 mit Berta, geborene Thomas (* 29. 5. 1887 – † 16. 12. 1965), verheiratet. Sie war von 1922 bis 1924 als Archivarin bei der »Roten Fahne«, 1924/25 Mitarbeiterin im Archiv des ZK der KPD. Im Juni 1933 in die UdSSR emigriert, arbeitete sie zunächst wie ihr Mann bei der RGI in Moskau, war von 1935 bis 1941 Übersetzerin beim Verlag für fremdsprachige Literatur. 1947 kehrte Berta Evers nach Deutschland zurück.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ewert, Arthur

* 13.11.1890 – ✝ 3.7.1959

Geboren am 13. November 1890 in Heinrichswalde bei Tilsit, Sohn armer Kleinbauern. Der wißbegierige Vater erregte im Dorf Aufsehen, als er das Lexikon von Brockhaus abonnierte. Bildungshunger kennzeichnete auch den Sohn, der nur die einklassige Dorfschule besuchen konnte. Arthur Ewert, schon als Junge ungewöhnlich groß und stark, aber auch jähzornig, verprügelte als 12jähriger seinen Lehrer, weil dieser einem anderen Kind Unrecht angetan hatte. Mit 14 Jahren ging er zu seinem Onkel nach Berlin, um das Sattlerhandwerk zu erlernen. Er las nicht nur viel, sondern besuchte Versammlungen von Sekten, Gesundbetern, Sterndeutern usw. Als Ewert eine sozialistische Versammlung, in der Frida Rubiner referierte, mit heftigen Zwischenrufen unterbrach, drohte sie aufzufliegen. Frida Rubiner interessierte sich für den stiernakkigen Hitzkopf und überzeugte ihn für den Sozialismus. Er trat 1908 der Gewerkschaft und der SPD bei. Vor dem Weltkrieg wanderte Ewert nach Kanada aus und schloß sich dort sozialistischen Gruppen an. Während des Krieges wurde er aus politischen Gründen verhaftet und kam für ein Jahr ins Gefängnis. Ewert kehrte 1920 nach Deutschland zurück und trat der KPD bei, in der er – zunächst in Berlin – führende Positionen innehatte. 1922/23 war er Sekretär und Bezirksleiter der KPD Hessen. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 wurde Ewert in die Zentrale der KPD gewählt. Als Polleiter des linken Bezirks Hessen gehörte er zwar dem linken Flügel an, wurde aber von der Brandler-Zentrale mit einigen anderen Linken für die Wahl in dieses Parteigremium vorgeschlagen. Kurze Zeit nach dem Parteitag (im April 1923) trennte er sich gemeinsam mit Heinz Neumann, Gerhart Eisler und Hugo Pfeiffer von der linken Opposition. Als militärischer Leiter des Oberbezirks West 1923 aktiv an den Vorbereitungen des Aufstandes beteiligt. Nach dem Verbot der KPD im November 1923 als Angehöriger der Zentrale gesucht, dem Steckbrief war zu entnehmen, daß der »grobe und breitschultrige« Mann blond war, mit hoher Stirn und breitem Mund. Da Ewert zur Mittelgruppe gehörte, wurde er nach der Übernahme der Parteileitung durch die Linken ausgebootet und hielt sich längere Zeit in Moskau auf. Der X. Parteitag 1925 wählte ihn als Kandidat ins ZK, die Parteikonferenz im Oktober 1925 zum Mitglied des ZK, des Polbüros und des Sekretariats. Er kam im Oktober 1926 in den Sächsischen Landtag, doch seine Wahl wurde im März 1927 annulliert, weil er sich nur pro forma in Sachsen angemeldet hatte. Noch immer polizeilich gesucht – als Zentralemitglied von 1923 –, wurde er am 2.November 1926 verhaftet, im Dezember jedoch wieder freigelassen. Bis zur Reichstagswahl 1928 lebte er unter dem Namen Braun illegal. Vom XI. Parteitag 1927 wieder ins ZK gewählt, kam er ins Polbüro und ins Politsekretariat und war einer der Spitzenfunktionäre der KPD. Ewert schloß sich politisch eng an Ernst Meyer an und war 1928 – da Meyer durch seine Krankheit behindert war – neben Ernst Thälmann der entscheidende KPD-Führer, vorübergehend hatte er in der Partei mehr Macht als Thälmann. Im Mai 1928 wurde er im Wahlkreis Potsdam II in den Reichstag gewählt. Der VI. Weltkongreß der Komintern 1928 berief ihn als Kandidat ins Präsidium des EKKI. In der Wittorf-Affäre 1928 Hauptgegner Ernst Thälmanns im Polbüro, wurde er nach Stalins Eingreifen nach Moskau abgeschoben. Als er Anfang 1929 zurückkam, war die Versöhnler-Gruppe, die er neben Ernst Meyer und Gerhart Eisler leitete, bereits geschwächt. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 nicht mehr ins ZK gewählt, begann gegen ihn, wie gegen alle Versöhnler, ein Kesseltreiben. Kurz nach dem Tode Ernst Meyers (Februar 1930) kapitulierte er vor dem ZK und löste die Gruppe der Versöhnler offiziell auf. Ewert schied ganz aus der deutschen Parteiarbeit aus und wirkte nur mehr für die Komintern. Er war von 1932 bis 1934 EKKI-Vertreter beim ZK der KP Chinas. 1934 nach Brasilien geschickt, sollte er (Deckname Harry Berger) die KP-Brasiliens anleiten. Nach dem kommunistischen Aufstand vom November 1935 wurde Ewert zusammen mit seiner Frau Elise Saborowski (* 14. 11. 1886 – †1939), Sabo genannt, in Rio de Janeiro verhaftet. Beide wurden brutal gefoltert, um von ihnen das Versteck des Kommunistenführers Carlos Prestes zu erfahren. Der kräftige Ewert verlor in elf Monaten 50kg Gewicht. Selbst als die brasilianische Polizei Prestes im März 1936 verhaften konnte, endeten die Torturen nicht. Das Martyrium mit scheußlichsten Polizeimethoden gegen ihn und seine Frau brachten ihn an den Rand des Irrsinns. Am 8. Mai 1937 wurde Ewert, bereits geisteskrank, zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Frau (Sabo) wurde der Gestapo ausgeliefert, sie kam 1939 im KZ Ravensbrück ums Leben. Ewert wurde am 1. Mai 1945 amnestiert, er kam in eine Heilanstalt. Seine Schwester Minna erhielt im Mai 1947 die Einreiseerlaubnis nach Brasilien, um ihren Bruder nach Deutschland zurückzuholen. Im August 1947 traf Ewert in Deutschland ein und kam in ständige stationäre Behandlung zunächst in die Berliner Charité, ab August 1950 in ein Sanatorium in Eberswalde. Jede ärztliche Hilfe kam zu spät. Den inzwischen geistig Umnachteten erreichten die Beschuldigungen gegen die Versöhnler und die Tatsache, daß er in SED-Publikationen noch 1956 als »Agent« verunglimpft wurde, nicht mehr. Arthur Ewert starb am 3. Juli 1959 in Eberswalde. Von der SED hielt sein früherer enger Mitarbeiter Gerhart Eisler die Grabrede.

Wer war wer in der DDR

Faber, Elmar

* 1.4.1934 – ✝ 3.2.2017

Geb. in Deesbach (Thür.); Ausbildung im Postdienst; 1954 Abitur an der ABF Jena; 1954 – 59 Studium der Germanistik, Kunst- u. Philos.-Geschichte in Leipzig; 1956 SED; 1959 – 68 Red. u. Chefred. der Wiss. Ztschr. der KMU Leipzig; 1968 – 70 Lektor für Lit. u. Sprachwiss. u. Verlegervolontär im Bibliograph. Inst. Leipzig; 1970 – 75 Cheflektor, 1975 – 83 Ltr. des Verlags Edition Leipzig (exportorientiertes Unternehmen, Bildbände, Reprints, Faksimiledrucke); 1983 – 92 Ltr. des Aufbau-Verlags Berlin…

Wer war wer in der DDR

Fahl, Ulrich

* 26.6.1933 – ✝ 1.10.2004

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater kfm. Angest.; OS in Mecklenb.; 1948 CDU u. FDGB; 1948 – 50 Ausbildung zum Verw.-Angest. beim Rat der Stadt Schwerin; 1950 – 52 Angest., Bez.-Amtsltr. in Schwerin; 1952 Vors. des Krs.-Verb. Schwerin der CDU; 1952/53 stellv. Vors. des Bez.-Verb. Rostock; 1953 – 60 Abt.-Ltr. beim Sekr. des CDU-HV (Ref. von  Gerald Götting); ab 1954 Mitgl. des HV; 1960 – 71 Vors. des CDU-Bez.-Verb. Magdeburg; Mitgl. des Bez.-Aussch. Magdeburg der NF; 1961 – 71 dort…

Wer war wer in der DDR

Fallada, Hans

* 21.7.1893 – ✝ 5.2.1947

Geb. in Greifswald; Vater Landrichter; 1899 Umzug der Fam. nach Berlin, 1909 nach Leipzig; 1909 – 11 Königin-Carola-Gymn.; schwerer Unfall; 1911 Fürstl. Gymn. Rudolstadt; Doppel-Suizidversuch, bei dem H. F. den Freund erschoß u. schwerverletzt überlebte; Verhaftung u. 1912 Einweisung in die geschloss. Anstalt Tannenfeld (b. Gera); erste liter. Versuche; 1913 – 14 Lehre in Posterstein (Krs. Schmölln); 1914 Militärdienst (Freiw.) elf Tage; Okt. 1915 – Feb. 1916 Rendant in Heydebreck (Hinterpomm.),…