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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Fleischer, Karl-Heinz

* 5.6.1932

Geb. in Annaberg (Sachsen); Vater Kartonagenarbeiter, Mutter Hausfrau; 1939 – 46 Volksschule; 1946 – 49 Lehre als Kfz-Schlosser, anschl. Geselle in Annaberg; 1951 / 52 Kraftfahrer; 1952 / 53 Mitarb. der Staatl. Kontrolle, 1953 – 58 Mitarb. der Bezirksinspektion Karl-Marx-Stadt; 1954 SED; 1958 Sonderreifeprüfung der Volkshochschule; 1958 / 59 Beauftragter der Staatl. Kontrolle in Schwarzenberg; 1959 – 64 Fernstudium an einer Ingenieurschule für Maschinenbau u. Elektrotechnik, Maschinenbau-Ing.;…

Wer war wer in der DDR

Flierl, Bruno

* 2.2.1927 – ✝ 17.7.2023

Geb. in Bunzlau (Niederschles./Bolesławiec, Polen); Vater Bauing.; Ausbildung zum Maurer; Wehrmacht; frz. Kriegsgefangenschaft. Abitur nach Abendschule; 1948 – 51 Studium an der HS der Künste Berlin-Charlottenburg, 1952/53 HS für Bauwesen Weimar, Dipl.-Ing.; 1952 – 61 wiss. Mitarb. der DBA; 1954 SED; 1955 – 58 Aspirantur; 1958 – 61 Inst. für Theorie u. Geschichte der Baukunst, Mitarb. von Hans Schmidt; erste krit. Auseinandersetzung mit Stadtgestaltungs- u. Raumaneignungsfragen; 1962 – 64…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Flohr, Gustav

* 12.11.1895 – ✝ 18.2.1965

Geboren am 12. November 1895 in Remscheid; Klempner und Schweißer, später auch kaufmännisch tätig. 1910 Mitglied des DMV und der SPD. Von 1914 bis 1918 Militärdienst, Flohr wurde Mitglied der USPD und schloß sich 1920 der KPD an. Er war ab 1926 Remscheider Stadtverordneter und später Leiter der RGO-Ortsgruppe, er gehörte der Reichsleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus an und wurde im November 1932 auf dem Reichswahlvorschlag der KPD in den Reichstag gewählt. Am 16.März 1933 in Düsseldorf verhaftet, kam er in verschiedenen KZs in »Schutzhaft«. Am 20.April 1934 wegen »verbotenen Waffenbesitzes« zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. In weitere Hochverratsverfahren verwickelt, wurde Flohr aber »mangels Beweisen« freigesprochen und im Februar 1935 entlassen. Zunächst Arbeiter in der Eisenindustrie, dann selbständig. Im Januar 1936 emigrierte er in die Niederlande und arbeitete dort unter dem Decknamen Tom in der Propagandaabteilung der illegalen KPD. Im Oktober ging Flohr nach Spanien, wurde als Capitan der Internationalen Brigaden verwundet und im September 1938 nach Frankreich evakuiert, dort wegen öffentlicher Propaganda im Herbst 1938 verhaftet. Er war dann in verschiedenen Lagern interniert und später Zwangsarbeiter am Atlantik-Wall. Mit Gustav Flohr soll es, laut den Memoiren von Alexander Abusch, in Spanien, aber auch schon vor 1933, innerparteiliche Differenzen gegeben haben. Nachdem ihm im Mai 1943 die Flucht gelang, kämpfte Flohr in der Résistance, war 1944 Kommandeur des 8.Bataillons der Maquis-Einheit »Jean Pierson« und zuletzt Operationsoffizier im Divisionsstab im Department Saóne-et-Loire. Am 1. Juni 1945 kehrte Flohr nach Deutschland zurück, wurde im April 1946 zunächst stellvertretender Bürgermeister, von Mai bis November 1946 Oberbürgermeister von Remscheid. Flohr unterhielt nach 1945 zu seinen – vor allem aus Jugoslawien stammenden – Kameraden aus den Internationalen Brigaden weiterhin enge freundschaftliche Beziehungen. Ende der vierziger Jahre lehnte er die Stalinisierung der westdeutschen KPD ebenso ab wie die antititoistischen Kampagnen und trat deshalb 1948 aus der KPD aus. Später war er Betriebsratsvorsitzender der Diehl KG in Remscheid. Gustav Flohr starb am 18. Februar 1965 in seiner Heimatstadt Remscheid.

Wer war wer in der DDR

Foerster, Karl

* 9.3.1874 – ✝ 27.11.1970

Geb. in Berlin; Vater Astronom u. Dir. der Berl. Sternwarte; Gymnasium; 1889 – 91 Ausbildung zum Gärtner in der Schloßgärtnerei Schwerin, anschl. Besuch der Gärtnerlehranstalt Wildpark (b. Potsdam); bis 1903 Gärtnergehilfe in versch. Gärtnereien; 1903 Gründung einer Staudengärtnerei in Berlin-Westend; 1907 erster Angebotskat.; 1910/11 Verlegung der Gärtnerei nach Bornim (b. Potsdam), Züchtung winterharter Blumenstauden; ab 1917 auch publizistisch tätig; 1928 Gründung der Arbeitsgemeinschaft…

Wer war wer in der DDR

Forest, Jean Kurt

* 2.4.1909 – ✝ 3.3.1975

Geb. in Darmstadt; Vater Tapezierer; 1916 – 25 Spangenburgsches Konservatorium Wiesbaden (ohne Abschluß); 1925 Kapellmstr. in Wiesbaden; 1926 – 30 Konzert- u. Filmkapellmstr. in Berlin; 1930 – 33 1. Solobratscher im Rundfunksinfonieorchester Frankfurt (Main), 1934 – 36 im Philharmon. Staatsorchester Hamburg; Dez. 1932 KPD; 1937 Emigr. nach Paris, 1938 Ausweisung nach Dtl.; Kapellmstr. am Stadttheater Neiße, 1939 am Staatstheater Braunschweig; 1939/40 kleinere Engagements; 1940 Einberufung, 1942…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Försterling, Paul

* 1.4.1899 – ✝ 23.2.1949

Geboren am 1. Juni 1891 in Berlin-Reinickendorf, Sohn eines Brauereiarbeiters. Während der Elektrikerlehre wurde Försterling 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, 1918 noch zum Kriegsdienst eingezogen, schloß er sich Ende des Jahres der FSJ, im Januar 1919 der USPD an, im März 1919 der KPD. Von September 1921 bis Oktober 1923 war er Referent im Apparat des EKKI, nach seiner Rückkehr nach Deutschland bis April 1924 in der KPD-Zentrale tätig. Danach reiste er erneut nach Moskau und wurde in die KPdSU übernommen. Zunächst Dreher in einer Autofabrik, arbeitete er von Oktober 1924 bis September 1927 als Sekretär im Agitpropapparat des EKKI bzw. der KJI und war bis September 1929 Referent im Auslandskommissariat des Zentralen Gewerkschaftsrates. Von September 1929 bis September 1932 studierte Försterling an der Hochschule für Elektrotechnik in Moskau, anschließend bis 1937 Ingenieur und gleichzeitig Aspirant und Lehrer an der Hochschule für Elektrotechnik in Moskau. Von September 1937 bis Februar 1939 war er zeitweise unter dem Decknamen Edgar Tallmann als Leutnant bei den Internationalen Brigaden in Spanien. Nach seiner Rückkehr nach Moskau arbeitete Försterling dort in der Kaderabteilung des Auslandsbüros der KPD. Als einer der wichtigsten Kaderreferenten war er (so die polnische Kommunistin Wanda Bronska-Pampuch) für die persönlichen Tragödien zahlreicher deutscher Kommunisten mitverantwortlich. Aus panischer Angst vor dem NKWD soll er, wie andere auch, viele deutsche Kommunisten denunziert haben. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion wurde er nach Ufa evakuiert. Zusammen mit Walter Ulbricht besuchte er deutsche Kriegsgefangene und gehörte ab 1943 einer Arbeitsgruppe der KPD-Führung an, die sich mit organisatorischen Fragen beschäftigte. Ab August 1943 Mitarbeiter für Kaderfragen im Auslandsbüro der KPD in Moskau. Bis zur Auflösung des Auslandsbüros der KPD/SED 1947 blieb Försterling dessen Vertreter in Moskau. Er nahm als Gastdelegierter am Gründungsparteitag der SED im April 1946 in Berlin teil. Schwer nerven- und herzkrank, bat er Grete Keilson um schnelle Rückkehr nach Deutschland. Das ZS der SED beschloß auf seiner Sitzung am 6.Dezember 1948, Försterling für die Arbeit in Deutschland beim ZK der KPdSU anzufordern. Dazu kam es jedoch nicht mehr, Paul Försterling starb am 23.Februar 1949 in Moskau.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frank, Walter

* 27.7.1895 – ✝ 20.1.1971

Geboren am 27. Juli 1895 in Schwedt/Oder; Dreher. Im Weltkrieg geriet er als Soldat in russische Kriegsgefangenschaft und schloß sich nach der Rückkehr nach Deutschland der KPD an. Walter Frank gehörte ab Ende der zwanziger Jahre als Mitglied der BL Ruhr an, war ab 1930 besoldeter Sekretär im KPD-UB Gelsenkirchen und wurde im September 1930 im Wahlkreis Westfalen-Süd als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, in dem er bis 1933 blieb. Nach eigener Auskunft (19.4. 1967) war Frank Mitglied des Jugendausschusses, wo er auch aktiv mitarbeitete. Im März 1933 noch in den Preußischen Landtag gewählt, befand sich Frank aber bereits seit dem 16. März 1933 in »Schutzhaft«, zunächst im KZ Esterwegen, dann im Lager Bögermoor. Seit Mai 1934 in Untersuchungshaft, wurde er am 11. Januar 1935 vom OLG Hamm zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen Strafverbüßung durch U-Haft noch im Januar 1935 entlassen, war er ab März im Eisen- und Hüttenwerk Bochum beschäftigt. Am 12. September 1936 erneut verhaftet und im April 1937 vom OLG Hamm zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis 1. Mai 1945 im Zuchthaus Siegburg verbüßte. Er kehrte wieder nach Bochum zurück, wurde wieder Mitglied der KPD und kandidierte 1949 im Wahlkreis 113 auf der Landesliste der KPD in Nordrhein-Westfalen erfolglos für den ersten deutschen Bundestag. Walter Frank starb am 20. Januar 1971 in Bochum.

Wer war wer in der DDR

Franke, Günter

* 26.3.1935

Geb. in Schweidnitz (Niederschles./Świdnica, Polen); 1950 – 52 Bauzeichner in der VVB(Z) Bau-Union Berlin; 1952/53 techn. Zeichner; 1953 – 56 Bauingenieurstudium an der FS Neustrelitz; seit 1957 als Architekt tätig, 1965 – 67 hauptverantw. Architekt für den Fernseh- u. UKW-Turm der Dt. Post Berlin, 1969 – 83 Chefarchitekt im Bereich Projektierung des Flughafens Berlin-Schönefeld; 1974 Dipl. an der HAB Weimar; 1983 – 90 Chefarchitekt des Kombinats Flughafen Schönefeld. 1990 Chefarchitekt des…

Wer war wer in der DDR

Fränkel, Hans-Joachim

* 31.8.1909 – ✝ 21.12.1996

Geb. in Liegnitz (Niederschles./Legnica, Polen); Vater Studienrat, Mutter Hausfrau; 1916 – 28 Gymn. in Liegnitz; 1928 – 33 Studium der Theol. in Bethel, Breslau u. Tübingen; 1936 Ordination; anschl. versch. Pfarrstellen in Breslau; Mitgl. des Pfarrernotbunds u. der Bekennenden Kirche; wiederholte Verhaftung durch die Gestapo; 1940 – 43 Wehrmacht, schwer verwundet; dann wieder Pfarrer in Breslau, 1945 Oberkonsistorialrat; gem. mit  Ernst Hornig beteiligt an den Verhandlungen mit dem Breslauer…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fränken, Friedrich

* 15.1.1897 – ✝ 3.7.1976

Geboren am 15. Januar 1897 in Herrath/Rheinland, Sohn eines Nachtwächters; lernte Schlosser und arbeitete in seinem Beruf. 1920 Mitglied der KPD, für die er verschiedene Funktionen ausübte. 1925 Abgeordneter des Provinziallandtages, 1927 Sekretär und Leiter des UB der KPD Düsseldorf. 1928 zum Abgeordneten des Preußischen Landtags gewählt, war er seit 1927 auch Leiter und Fraktionsführer der KPD in Rheydt, 1929 UB-Leiter in Krefeld, von 1931 bis 1933 UB-Leiter der KPD Siegen. Fränken wurde auch 1932 wieder in den Preußischen Landtag gewählt. Am 9.März 1933 in Wupptertal verhaftet und bis zum 24. Dezember 1933 im KZ festgehalten. Nach der Haft arbeitete Fränken wieder als Schlosser in Rheydt. Nachdem die Gestapo ihn im April 1934 erneut zu einem Verhör geholt hatte, flüchtete er am 4. Mai 1934 aus Rheydt, lebte illegal und leitete dann zunächst den KPD-Bezirk Wasserkante als Oberberater. Fränken kam im Mai 1935 über Prag nach Moskau, hier gehörte er zum linken Flügel in der Emigrationsleitung unter Hermann Schubert und Fritz Schulte. Er nahm als Delegierter Hamburgs unter dem Decknamen Fritz Goltz an der »Brüsseler Konferenz« teil. Nach der Konferenz reiste er nach Paris und kämpfte während des Spanischen Bürgerkriegs auf seiten der Interbrigaden, dabei verlor er den linken Unterarm. 1937 wurde ihm von der Hitler-Regierung die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Seine Frau, die in Deutschland blieb, ließ sich 1938 von ihm scheiden, weil sie seit 1934 nichts mehr von ihm gehört hatte. 1945 kehrte Fränken nach Westdeutschland zurück und wurde 1. Sekretär der KPD in München-Gladbach, später leitete er in Düsseldorf als Sekretär das Landesfriedenskomitee in Nordrhein-Westfalen. Friedrich Fränken starb am 3. Juli 1976.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franz, Rudolf

* 1.9.1882 – ✝ 25.10.1956

Geboren am 1. September 1882 in Köln; Gymnasium, Abitur, studierte Philosophie, Germanistik und Romanistik und promovierte über »Der Monolog bei Ibsen« an der Universität Marburg. Seit 1910 Mitglied der SPD, war Schriftsteller und Literaturkritiker, veröffentlichte in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften wie z. B. »Neue Zeitung«, »Die Neue Welt«, »Bremer Bürgerzeitung« und »Arbeiter-Jugend«. Er war Verfasser des »Handbuchs der sozialdemokratischen Parteitage«. 1914/15 Feuilletonredakteur des »Vorwärts« (schrieb u. a. unter dem Pseudonym Siegfried Eckart). 1917 wurde er Mitglied der USPD und publizierte von 1918 bis 1921 für die »Leipziger Volkszeitung«. Seit 1920 in der KPD, schrieb er in der »Sächsischen Arbeiter-Zeitung« und auch in der »Roten Fahne« sowie für die »Bergische Arbeiter-Stimme«. 1926 Ausschluß aus der KPD, später Angestellter bei der Sozialfürsorge beim Magistrat der Stadt Leipzig. Dort 1933 entlassen, war er bis 1945 Korrektor in einer Druckerei, ab 1945 Referent im Dezernat Volksbildung (Amt für Kunst und Kunstpflege). 1946 Mitglied der SED, wurde 1949 Gutachter in der Einkaufszentrale der Deutschen Bücherei Leipzig. Rudolf Franz starb am 25. Oktober 1956 in Leipzig.

dissidenten.eu

Frasyniuk, Władysław

* 1954

Władysław Frasyniuk wurde 1954 in Breslau (Wrocław) geboren. Nach dem Abschluss der Berufsschule arbeitete er als Busfahrer. Frasyniuk gehörte zu den Organisatoren des Streiks am 26. August 1980 auf dem VII. Betriebshof der Breslauer Verkehrsbetriebe in der Grabiszyńska-Straße und trat dem dortigen Überbetrieblichen Streikkomitee bei. Im September 1980 wurde er Präsidiumsmitglied des Überbetrieblichen Gründungskomitees (Międzyzakłodowy Komitet Założycielski) der Breslauer *Solidarność sowie…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fleischer, Helene

* 11.6.1899 – ✝ 26.6.1941

Geboren am 11. Juni 1899 in Leumnitz bei Gera als Helene Lätzsch, Tochter eines Arbeiters und langjährigen Sozialisten. 1914 aus der Schule entlassen, arbeitete sie als Stubenmädchen bei dem Rittergutspächter Wauer in Oberpöllnitz bzw. bei der AOK in Niederndorf bei Gera. Als junge Textilarbeiterin schloss sich Helene Lätzsch, später verh. Fleischer der sozialistischen Jugend an, wurde 1921 Mitglied der SPD und trat 1924 zur KPD über. Seit 1926 Betriebsratsvorsitzende der Textilfabrik "Louis Hirsch" Gera, zog sie im Juli 1932 im Wahlkreis Thüringen als Abgeordnete in den Reichstag ein, dem sie bis März 1933 angehörte. Helene Fleischer wurde am 13. Januar 1934 wegen illegaler Arbeit für die KPD in Apolda verhaftet und am 30. Mai d. J. vom OLG Jena zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, die sie in Gräfentonna und anschließend in den KZs Lichtenburg und Moringen verbüßte. 1938 schwerkrank aus der Haft entlassen, anschließend in der Geraer-Greizer Kammgarnspinnerei beschäftigt. Im Februar 1941 erneut festgenommen und im Mai 1941 nach schweren Misshandlungen aus dem Gefängnis Gera in die Heilanstalt Stadtroda überführt. Dort wurde Helene Fleischer am 26. Juni 1941 ermordet.

Wer war wer in der DDR

Flierl, Thomas

* 3.7.1957

Geb. in Berlin-Pankow; Vater Architekturtheoretiker  Bruno Flierl; POS; 1974 – 76 EOS »Carl von Ossietzky«, Abitur; 1976 – 81 Studium der Philos. an der HU Berlin, Dipl.; 1976 – 90 SED; 1981 – 84 Forschungsstudium der Kulturwiss. / Ästhetik an der HU Berlin; 1984 / 85 wiss. Ass.; 1985 Dr. phil.; 1985 / 86 am Zentrum für Kunstausstellungen; 1987 – 90 wiss. Mitarb., Referent bzw. Abt.-Ltr. im Bereich Kulturaustausch des Min. für Kultur; 1989 / 90 Ko-Vors. der Arbeitsgr. Kultur im Regionalaussch.…

Wer war wer in der DDR

Florin, Peter

* 2.10.1921 – ✝ 17.2.2014

Geb. in Köln-Soll; Vater Wilhelm F. KPD-Funktionär u. MdR; 1927 – 33 Volksschule u. Oberrealschule in Essen u. ab 1933 in Berlin; Ende 1933 Emigr. mit den Eltern nach Frankreich; hier teilw. in einem Kinderheim, Besuch der frz. Schule; nach Verhaftung seiner Mutter durch frz. Behörden 1935 durch die RH nach Moskau gebracht; dort Besuch der Karl-Liebknecht-Schule, 1940 Reifeprüfung; 1938 Mitgl. des Komsomol; 1939 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; ab 1940 Studium an der HS für Chemie…

Wer war wer in der DDR

Folk, Heinrich

* 7.7.1919 – ✝ 21.5.1980

Geb. in Hindenburg (Oberschles. / Zabrze, Polen); Vater Bergarb.; Volksschule; 1933 – 39 Ausbildung zum u. Arbeit als techn. Zeichner; 1939/40 Postarb.; 1940 – 44 Wehrmacht; 1943 Desertion zur Roten Armee, mit Auftrag zur illeg. Arbeit zurückgekehrt; 1944 sowj. Kriegsgefangenschaft, Frontschule, Aufklärer in der Roten Armee, schwer verwundet; 1947 Besuch der Schule der Roten Armee in Moskau, dann Mitarb. einer Antifa-Schule. Rückkehr nach Dtl.; 1948 Einstellung bei der VP Berlin, Abt.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Forgbert, Erhard

* 30.9.1898 – ✝ 10.11.1965

Geboren am 30. September 1898 in Berlin, Sohn einer Weberfamilie. Als Bürobursche besuchte er Abendkurse und war ab 1916 Kontorist. Ende 1916 Soldat, wurde im April 1918 als Verwundeter aus dem Heeresdienst entlassen. Seit 1920 KPD-Mitglied, Orgleiter im Bezirk Berlin-Lichtenberg. Arbeiter in der AEG Berlin, dort Mitglied des Angestelltenrats, 1923 aus politischen Gründen entlassen, bis 1926 selbständiger Handelsvertreter, anschließend bei der sowjetischen Handelsvertretung. 1929 besuchte Forgbert die Leninschule in Moskau, war danach hauptamtlicher Sekretär und Buchhalter/Kassierer der KPD-BL Berlin-Brandenburg, ab Ende 1932 Sekretär der IAH Berlin-Brandenburg und Mitglied der IAH-Reichsleitung. Im April 1933 zusammen mit Ewald Blau und Erich Krautter in Berlin-Lichtenberg festgenommen und schwer mißhandelt. Am 21. Februar 1934 vom Reichsgericht in Leipzig zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Danach setzte er die illegale Arbeit fort, hatte später Verbindungen zu Erich Rutha, zur Widerstandsgruppe um Alfred Kowalke und Wilhelm Knöchel. Im Februar 1943 verhaftet, vom Kammergericht Berlin, aus »Mangel an Beweisen« freigesprochen, im März 1944 freigelassen. Im August 1945 vom KPD-ZK nach Schwerin geschickt, dort leitende Funktionen beim Aufbau des Bankwesens u. a. als Direktor der Filiale der Deutschen Notenbank (DNB) in Schwerin. Forgbert, der seit Sommer 1950 der ZRK der SED und seit Oktober 1950 dem Landtag von Mecklenburg angehörte, wurde im Oktober 1951 von seinen Funktionen abberufen und durch die ZPKK ein Parteiverfahren gegen ihn eingeleitet, da er sich kritisch zum Hitler-Stalin-Pakt 1939/40 geäußert hatte. Bis November 1953 »Bewährung« als kaufmännischer Leiter u a. im VEB Hüttenwerk Halsbünde. Ende 1953 Hochschullehrer an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ab 1958 Professor an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin. Erhard Forgbert starb am 10. November 1965 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fraenkl, Victor

* 18.9.1869 – ✝ 1.3.1951

Geboren am 18. September 1869 in Gleiwitz; nach dem Studium und der Promotion Rechtsanwalt in Berlin. Er veröffentlichte bereits 1903 Arbeiten zur Theaterzensur und war von 1911 bis Mitte der 20er Jahre eng mit Franz Pfemfert befreundet, den er in juristischen Fragen beriet, Mitarbeiter an dessen »Aktion« von 1911 bis 1925. In der Weimarer Republik bekannter Verteidiger von angeklagten Funktionären der KAPD und der KPD in wichtigen politischen Prozessen, etwa zusammen mit James Broh im Verfahren gegen Max Hoelz, oder gegen Teilnehmer des Hamburger Aufstands 1923. Als Mitglied der KPD wurde er 1925 ins ZK der Roten Hilfe Deutschlands gewählt. Victor Fraenkl emigrierte 1935 in die Schweiz. Die NS-Behörden bürgerten Fraenkl und seine Frau Nina, geborene Mardon (* 29. 10. 1877 in Sutton/England), am 30. August 1938 aus. Victor Fraenkl starb am 1. März 1951 in Locarno.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frank, Karl

* 31.5.1893 – ✝ 21.5.1969

Als Sohn eines kleinen Fabrikanten am 31. Mai 1893 in Wien geboren; besuchte er von 1905 bis 1909 die Unterrealschule in Wien. Mit 13 Jahren trat er – seine Eltern waren katholisch – aus der Kirche aus. Von 1909 bis 1913 Kadett der Artillerie-Kadettenschule in Traiskirchen/Niederösterreich, wurde Pazifist und verließ die Militärschule nach Abschluß des Abiturs. Von 1913 bis 1918 studierte er an der Wiener Universität Psychologie, Biologie und Philosophie und promovierte 1918 zum Dr. phil. Der Weltkrieg hatte sein Studium unterbrochen, er mußte im Herbst 1914 als Leutnant zum Militär. Nach Fronterlebnissen verweigerte er 1916 den Dienst, deshalb als »krank« entlassen. An der Universität schloß sich Frank der sozialistischen Studentengruppe an und entwarf das erste Antikriegs-Flugblatt. Nach der Revolution Vorsitzender des Studentenkomitees sowie Vertreter im Wiener Arbeiterrat. 1919 Mitglied der KP Österreichs und eine zeitlang Redakteur der Wiener »Roten Fahne«. Nach der Vereinigung von USPD und KPD Ende 1920 Übersiedlung nach Berlin, Redakteur des von August Thalheimer geleiteten theoretischen Organs der KPD »Die Internationale«. 1921 schrieb Karl Frank eine Broschüre gegen Paul Levi (»Der Fall Levi und die Dritte Internationale«). Nach Differenzen mit der KPD gab er 1922 seine hauptamtliche Stellung auf, wurde aber 1923 wieder von der Partei angestellt. Von der Brandler-Zentrale zur Vorbereitung des Aufstandes nach Bayern geschickt mit der Instruktion, »Nürnberg für die Revolution zu gewinnen und in Bayern die Donau-Brücken in die Luft zu sprengen«. Frank wurde auf einer Versammlung der kommunistischen Eisenbahner verhaftet, denn zu dieser hatte die BL auf einer Postkarte eingeladen und gefordert, »Dynamit ist mitzubringen«. Als die Polizei den Tagungsraum besetzte, hatte er sich unter das Podium verkrochen und wäre fast übersehen worden. Nach seiner Festnahme gab er sich als Knecht aus, es dauerte lange, bis die Polizei Franks Identität feststellen konnte. Als ihm der Prozeß gemacht werden sollte (Frank trug zur Finanzierung des Aufstandes größere Geldbeträge bei sich), überlistete er seine Wache auf dem Weg zum Zahnarzt und flüchtete. In einem danach erlassenen Steckbrief hieß es: »1,73 m groß, norddeutsche Mundart, schwarze Haare, braune Augen, am rechten Unterarm Schußnarben.« Bei der Aushebung des bayerischen Bezirksparteitages am 25. Mai 1924 erneut festgenommen, trat er, um freizukommen, am 28. Mai in den Hungerstreik, den er drei Wochen lang durchhielt. Die Zentrale forderte ihn auf, den Hungerstreik zu beenden, weil bereits Lebensgefahr bestand. Im Juli 1924 zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt und nach Österreich abgeschoben, kehrte Frank jedoch nach Berlin zurück und übte in der Zentrale und dann im ZK verschiedene Funktionen aus, zeitweise arbeitete er auch als Redakteur am Chemnitzer »Kämpfer« und »Gothaer Volksblatt«, bis 1928 aber vor allem am KPD-Pressedienst in Berlin, den er vorübergehend auch leitete. Er stand auf dem rechten Flügel der Versöhnler. Bekannt wurde Frank wieder, als er 1928 die gegen den Bau des Panzerkreuzers »A« gerichtete Aktion am Berliner Rundfunk organisierte. Unter seiner Leitung entführte damals eine KPD-Gruppe den »Vorwärts«-Redakteur Wolfgang Schwarz, der im Rundfunk den Bau des Panzerkreuzers »A« befürworten sollte. An dessen Stelle sprach am Abend des 6. Oktober 1928 der KPD-Landtagsabgeordnete Karl Schulz gegen den Panzerkreuzerbau und für ein von der KPD geführtes Volksbegehren. Frank wurde deswegen verhaftet und im Februar 1929 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Freilassung von einer Berliner Funktionärskonferenz, auf der er ein Flugblatt gegen das ZK verteilt hatte, aus der KPD ausgeschlossen. Frank trat der KPO bei und wurde in deren Zentralleitung aufgenommen, hatte Verbindung zu Mitgliedern der SPD und der späteren Miles-Gruppe (»Neu Beginnen«). Er ging mit deren Einverständnis bei der Spaltung der KPO 1932 zur SAP und wurde auf deren Parteitag im März 1932 in den Vorstand (Beirat) der Partei gewählt. 1933 wieder Mitglied der SPD, unternahm er von 1933 bis 1935 als Leiter der Auslandsvertretung der Miles-Gruppe illegale Reisen nach Berlin, München und Schlesien. Im Juni 1935 kam es zur Spaltung der Miles-Gruppe, Frank (Pseudonym Wilhelm Müller) wurde Auslandsvertreter der neuen Gruppe und organisierte die Arbeit von Wien, dann von Prag und schließlich von Paris und London aus. Ende 1938 kam er in die USA, um für die illegale Arbeit gegen Hitler Gelder zu sammeln. Er blieb in den USA, war dort vor allem publizistisch tätig (Veröffentlichungen: »Will Germany Crack?«, »Germany after Hitler«) sowie an der Schaffung verschiedener antifaschistischer deutscher Komitees beteiligt (z. B. Council for a Democratic Germany). Nach 1945 gingen zahlreiche Mitglieder der Gruppe »Neu Beginnen« nach Deutschland zurück und traten der SPD bei. Doch Franks Rückkehr war unerwünscht. Obwohl sich der Berliner Bürgermeister Ernst Reuter für seine Heimkehr einsetzte, kam es nicht dazu, später verzichtete er selbst darauf, da er aus dem politischen Leben ausgeschieden war. Frank blieb in New York, dort besaß er die Lizenz als Psychologe für die Staaten New York und Connecticut, bis er seinen Beruf wegen schwerer Krankheit aufgeben mußte. Nach eigener Aussage Pazifist und Sozialist geblieben, gehörte er keiner bestimmten Richtung an, sondern hielt die Parteien für veraltet und arbeitete an einer Untersuchung über die irrationalen Kräfte in der Politik. Karl Frank starb am 21.Mai 1969 in New York.

Wer war wer in der DDR

Franke, Joachim

* 30.3.1940 – ✝ 19.3.2024

Geb. in Weißwasser; Grundschule; 1954 – 57 Lehre als Elektromonteur; begann 1952 mit Eishockey, 1953 – 68 linker Stürmer bei der SG Dynamo Weißwasser, 1958 – 68 116 Länderspiele; 1957 – 90 Angehöriger der VP (zuletzt Major); 1962 – 64 Sonderreifeprüfung; 1964 – 69 Fernstudium an der DHfK Leipzig, Außenstelle Cottbus; 1968 – 72 Trainer bei Dynamo Weißwasser u. der Eishockey-Nationalmannschaft; ab 1973 Eisschnellauftrainer: 1973 – 78 Damen Mehrkampf, 1979 – 84 Herren Mehrkampf, 1985 – 92…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fränkel, Fritz

* 7.9.1892 – ✝ 21.6.1944

(* 1892 – † 1944) Geboren am 7. September 1892 in Berlin, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Er studierte nach dem Abitur (1910) in Berlin Medizin, u. a. bei Theodor Brugsch. Nach dem Staatsexamen meldete sich Fränkel 1915 freiwillig zum Militär. Zunächst in den Lazaretten von Graudenz tätig, kam er 1916 an die Ostfront und war 20 Monate als Bataillonsarzt bei der Infanterie, ab Januar 1918 leitete er eine Station in der Kriegsneurotiker-Abteilung des I. Armeekorps in Königsberg. Die Schrecken und Folgen der Feldschlachten, mit denen er als Mediziner besonders konfrontiert war, machten aus dem konservativen Kriegsbefürworter einen radikalen Sozialisten und Kriegsgegner. Er schloß sich dem Spartakusbund an und wurde – als guter Redner bekannt – einer der fünf Delegierten, die die Arbeiter- und Soldatenräte des Regierungsbezirks Königsberg im Dezember 1918 zur Reichsversammlung nach Berlin schickten. Zugleich war Fränkel für Königsberg Delegierter des Spartakusbundes beim Gründungsparteitag der KPD. Auf dem Parteitag mehrfacher Diskutant, stellte er zwei Anträge zur Unterstützung der Jugend (er war ja selbst erst 26 Jahre alt) und zum künftigen KPD-Programm. Außerdem begrüßte er die vom Parteitag bekanntgegebene Gründung eines »Bundes kommunistischer Studenten und Akademiker« und forderte eine Hochschulreform. Fränkel blieb 1919 in Berlin und wurde Assistent von Paul Schuster an der Klinik für Neurologie und Psychiatrie der Charité. Im Mai 1919 schloß er seine Promotion (Thema waren die Kriegsneurosen) ab und übersiedelte nach Stuttgart. Am dortigen Bürgerhospital tätig, machte er mit zahlreichen Beiträgen in Fachzeitschriften auf sich aufmerksam. 1920 ging er als Arzt an die Klinik Berlin-Buch, gemeinsam mit seinem Freund Georg Benjamin engagierte er sich im Proletarischen Gesundheitsdienst und wurde 1924 Vorsitzender der Berliner Gruppe. In der Folgezeit im Verein Sozialistischer Ärzte tätig, machten ihn sowohl seine Aktivitäten im Fürsorgebereich als auch die Schriften über Rauschgifte bekannt. Sein mit Ernst Joël verfaßtes Buch »Der Cokainismus« wurde zum Standardwerk. Fränkel wurde im März 1933 verhaftet und von der SA gefoltert. Durch Intervention eines seiner Patienten am 23. März freigelassen, konnte er zusammen mit seiner Frau Ende März 1933 aus Berlin fliehen. Nach Frankreich emigriert, lebte er als Arzt in Paris. 1936 ging er zu den Internationalen Brigaden nach Spanien, war dort im Rang eines Leutnants Chefarzt eines Hospitals an der Madrider Front. Später leitete Fränkel in Barcelona die Versorgung der Interbrigadisten mit Medizin aus Frankreich. Wegen seiner offenen Sympathie für die »trotzkistische« POUM, die von den Stalinisten verfolgt wurde, kam es zum Bruch mit der KPD. Er wurde aus der Partei ausgeschlossen und wie üblich als »Verräter« verleumdet. 1939 wieder in Paris, gehörten zu seinen engen Freunden Gustav Regler, Heinrich Blücher und Hannah Arendt. Bei Franziska und Fritz Fränkel wohnte zeitweise der berühmte Walter Benjamin. Dieser beging nach seiner Flucht 1940 in Spanien Selbstmord, während es den Fränkels gelang, nach Mexiko zu entkommen. Dort nahm Fränkel Verbindung zu antistalinistischen, sozialistischen Kreisen auf, darunter zu Personen, die ebenfalls die KPD mitbegründet hatten wie Otto Rühle und Franz Pfemfert, aber auch zum bekannten Publizisten Victor Serge. 1943 schloß er sich der antistalinistischen und linkssozialistischen Gruppe »Socialismo Y Libertad« an und wirkte an deren Zeitschrift mit. Fritz Fränkel starb überraschend am 21. Juni 1944 in Mexiko. Klaus Täubert veröffentlichte 2005 unter dem Titel: »?Unbekannt verzogen...? Der Lebensweg des Suchtmediziners, Psychologen und KPD-Gründungsmitgliedes Fritz Fränkel« eine ausführliche biographische Skizze mit einer Bibliographie der Werke Fränkels.

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Frankenberg u. Proschlitz, Egbert von

* 20.3.1909 – ✝ 15.3.2000

Geb. in Straßburg (Elsaß/Strasbourg Frankreich); Vater Offz.; Gymnasium, Abitur; 1931/ 32 Teilstudium der Meteorol. an der Univ. Berlin; 1931 – 35 Ausbildung zum Flugzeugführer (Land u. See); April 1931 NSDAP; Nov. 1932 SS; 1935 – 42 Wehrmacht, Major; 1938/39 freiw. zur Legion Condor im span. Bürgerkrieg; ab Jan. 1943 Kommodore des Edelweißgeschwaders der Luftwaffe in der UdSSR; 1943 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, hier Anwerbung als GRU-Agent; 1943 Mitgl. des NKFD u. Gründungsmitgl. des Bunds…

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Franz, Adolf

* 28.2.1901 – ✝ 1943

Geboren am 28. Februar 1901 in Dittmannnsdorf/Krs. Waldenburg; Bergarbeiter, schloß sich 1917 dem Bergarbeiterverband an, 1918 trat er der SPD, 1920 der KPD bei. Da er ab Mitte der zwanziger Jahre für den AM-Apparat der KPD tätig war, wurde er 1928 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« (Verteilung der »Zersetzungsschrift« »Die Reichswehr«) zu 15 Monaten Festungshaft verurteilt. Nach 1933 arbeitete er illegal und war bis April 1935 Agitpropleiter der BL Wasserkante. Franz emigrierte 1935 über Prag in die Sowjetunion. In Moskau war er unter dem Parteinamen Fritz Adolf Singer Kursant an der Leninschule und 1935 Delegierter des VII. Weltkongresses der Komintern und der »Brüsseler Konferenz« der KPD. Als Lektor bzw. Leiter des Parteikabinetts an der Leninschule war er später beim Moskauer Rundfunk tätig. Ab 1942 Politinstrukteur in Kriegsgefangenenlagern. Franz, der in erster Ehe mit der KPD-Funktionärin und Preußischen Landtagsabgeordneten Frieda (Malter) Franz verheiratet war, ließ sich 1938 scheiden und hat in der Sowjetunion mit Hanna Wolf zusammengelebt. Im August 1943 zur Agitation in ein Kriegsgefangenenlager nach Stalingrad entsandt, starb Adolf Franz dort an einer Seuche.

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Fratzscher, Wolfgang

* 11.6.1932

Geb. in Leipzig; Vater Verw.-Angest.; Abi- tur; 1950/51 Ausbildung zum Bauschlosser; 1951 – 56 Studium der Verfahrenstechnik an der TH Dresden; 1956 – 59 Assistent am Lehrstuhl für Thermodynamik der HS für Verkehrswesen Dresden; 1959 Prom. mit der Diss. »Die grundsätzl. Bedeutung der Exergie für die Techn. Thermodynamik«; 1959 – 61 Oberassistent an der Fak. für Kerntechnik der TH Dresden; ab 1961 Abt.-Ltr. im Atomkraftwerk Rheinsberg; 1964 Habil. mit der Arbeit »Der Einfluß der…

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Fleißner, Werner

* 17.6.1922 – ✝ 27.12.1985

Geb. in Chemnitz; Vater Modelltischler; Volksschule; 1936 – 41 Ausbildung zum Modelltischler, danach im Beruf tätig; 1941 – 45 Wehrmacht, Uffz. u. Zugführer; 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Arbeit als Modelltischler; 1946 Eintritt in die Polizei; später Ltr. der Schutzpolizei in Chemnitz, Kfz-Einsatzltr. in Fürstenwalde, VP-Kommissar; SED; 1948 – 50 Kdr. der kasernierten Polizeibereitschaft Großenhain, VP-Oberrat; 1951 – 56 Kdr. der Kfz-Offiziersschule der KVP…

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Fließ, Walter Gustav

* 21.6.1857

Geboren in Berlin am 21. Juni 1857, entstammte einer begüterten Familie und besuchte ein Berliner Gymnasium bis zur Obersekunda. Er erlernte den Apothekerberuf, studierte in den USA Medizin und erhielt dort von der Science of Rochester (New Jersey) den Professorentitel. Nach Weiterbildung in London, Paris und Kopenhagen Rückkehr nach Berlin, war drei Jahre Assistent bei einem Naturarzt und leitete eine Heilanstalt für Epileptiker in Grünau. 1896 übersiedelte er nach Hamburg, wo er eine Heilanstalt gründete. Mitglied der SPD, schloß sich 1917 der USPD an und wurde für diese 1920 zum Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft gewählt. 1921 Mitglied der KPD, war er dann bis 1924 deren Abgeordneter in der Bürgerschaft. 1924 verließ Fließ die KPD, er trat politisch nicht mehr hervor, sein weiterer Lebensweg war nicht zu ermitteln.

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Florin, Wilhelm

* 16.3.1894 – ✝ 5.7.1944

Als Sohn eines streng katholischen Arbeiters am 16. März 1894 in Köln-Poll geboren; lernte Nieter und arbeitete in Waggonfabriken, Kesselschmieden und Werften. Zunächst im katholischen Jungmännerverein organisiert, 1913 Mitglied der Gewerkschaft und einer sozialistischen Jugendorganisation. Von 1914 bis 1918 Soldat, als Infanterist verwundet, abkommandiert in eine Strafkompanie. 1917 trat Florin als Kriegsgegner der USPD bei und kam mit ihrem linken Flügel 1920 zur KPD. Er arbeitete in den Gasmotorenwerken, wo er auch Betriebsrat wurde. Bis 1923 ehrenamtlicher Funktionär, dann von Eugen Eppstein zu hauptamtlicher Tätigkeit herangezogen, Orgleiter im Bezirk Mittelrhein, wo ihn die französische Besatzungsmacht jedoch im Dezember 1923 auswies. Mit der Übernahme der Parteiführung durch die Linken begann der Aufstieg Florins in den zentralen Apparat der KPD. Auf dem IX. Parteitag 1924 in die Zentrale gewählt, zog er im Mai des gleichen Jahres als Abgeordneter des Wahlkreises Köln-Aachen in den Reichstag ein, dem er ununterbrochen bis 1933 angehörte. Florin sollte im Mai 1924 die in Bayern weiterhin illegale KPD aufbauen, wurde verhaftet, aber als MdR nach wenigen Tagen wieder freigelassen. In einem Steckbrief von 1924 hieß es: »Augenbrauen leicht zusammengewachsen, niedrige steile Stirn, kräftige Gestalt, norddeutscher Dialekt.« Er ging nach Berlin zurück und übernahm dann als Polleiter die Führung des KPD-Bezirks Oberschlesien. Im Mai 1925 zur Bekämpfung der Ultralinken nach Gotha geschickt, war er von Juni bis September 1925 Polleiter des Bezirks Thüringen und seit dem X. Parteitag wieder Mitglied des Ruth-Fischer-ZK. Nach dem »Offenen Brief« im September 1925 war Florin einer der linken Führer, die gegen Ruth Fischer und für Ernst Thälmann auftraten. Als Vertrauensperson Thälmanns und des EKKI kam Florin im Dezember 1925 nach Essen, um als Polleiter den zerrütteten Bezirk Ruhr zu übernehmen. Er blieb in dieser Funktion bis Ende 1932. Dort behauptete er sich gegen die ultralinke und linke Opposition und hat 1928/29 die Stalinisierung der KPD an der Ruhr gegen Rechte und Versöhnler durchgesetzt. Bald wurde Florin als der »Führer des Ruhrproletariats« gefeiert. Von den Parteitagen 1927 und 1929 ins ZK gewählt, war er seit 1929 Mitglied des Polbüros, behielt aber weiter seine Funktion in Essen. Ende 1932 nach Berlin gerufen, löste er Walter Ulbricht als Polleiter im Bezirk Berlin-Brandenburg ab. Nunmehr feierte ihn die »Rote Fahne« als »Führer des Berlin-Brandenburger Proletariats«. 1933 arbeitete Florin kurze Zeit illegal, dann emigrierte er und leitete kurz das Nordbüro der KPD (Skandinavien). In den Auseinandersetzungen in der KPD gehörte er zum linken Flügel ( Hermann Schubert, Fritz Schulte, Franz Dahlem), der zunächst die Mehrheit im Polbüro hatte (gegen Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck). Als die Komintern 1935 eine Wendung nach rechts erkennen ließ, schwenkte auch Florin um. Auf der »Brüsseler Konferenz« wieder ins ZK und Politbüro gewählt, wurde er Mitglied des EKKI-Präsidiums und arbeitete von 1935 bis 1943 als Sekretär des EKKI. Zur gleichen Zeit Vorsitzender der Internationalen Kontrollkommission, war er in dieser Funktion stark in die stalinistischen Säuberungen verstrickt. Er wirkte auch noch im Nationalkomitee Freies Deutschland. Florin starb am 5.Juli 1944, wurde aber nicht an der Kremlmauer, sondern auf einem Friedhof in Moskau beigesetzt. Florins Frau Therese, geborene Althammer (*23. 6. 1902 – † 15. 4. 1990), erhielt anläßlich ihres 65. Geburtstages 1967 den VVO in Gold. Sein Sohn Peter Florin (*2. 10. 1921 in Köln) absolvierte 1942 u. a. mit Wolfgang Leonhard und Markus Wolf einen viermonatigen Sonderlehrgang der Komintern in Kuschnarenko, anschließend war er Redakteur beim NKFD in Moskau. Im Mai 1945 als Mitglied der Gruppe Ackermann nach Deutschland zurückgekehrt, machte er in der SBZ/DDR Karriere. Von 1953 bis 1966 leitete er die außenpolitische Abteilung des ZK der SED, 1969 wurde er Staatssekretär, 1973 stellvertretender Außenminister und behielt dieses Amt bis zum Herbst 1989. Peter Florin, der von 1954 bis 1989 dem SED-ZK und ab 1988 dem Staatsrat angehörte, war von 1973 bis 1982 Vertreter der DDR bei den Vereinten Nationen.

Wer war wer in der DDR

Fomferra, Heinrich Karl

* 19.11.1895 – ✝ 31.5.1979

Geb. in Essen-Schonnebeck; Vater Bergarb.; Volksschule in Essen; 1912 – 15 Ziegeleiarb., dann Bergarb. in Essen-Stoppenberg (Ruhr); 1912 SPD; 1915 – 18 Militärdienst; 1919 erneut Bergarbeiter in Stoppenberg; Jan. 1919 USPD; Angeh. der »Roten Ruhrarmee«; 1920 Übertritt zur KAPD, für die er die Kasse des Straßenbahndepots in Essen-Schonnebeck überfiel, woraufhin er 1920 zu 18 Mon. Zuchthaus verurteilt wurde; Haft in Münster u. im Außenkommando Königsmoor (Oldenburg); anschl. Bauarb. in Essen u.… Geboren am 19. November 1895 in Essen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Berg-, Bau- und Druckereiarbeiter. 1912 Mitglied der SPD, von 1918 bis 1920 der USPD, von 1920 bis 1923 der KAPD. Wegen des Überfalls auf die Kasse des Straßenbahndepots in Essen-Schonnebeck zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt. Ab 1923 Mitglied der KPD, Leiter der Proletarischen Hundertschaften im Ruhrgebiet, wegen Sprengstoffvergehens wurde er zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Er arbeitete ab 1929 in der Orgabteilung der BL Ruhrgebiet. 1929/30 Kursant des ersten Lehrgangs an der M-Schule der Komintern in Moskau. Anschließend Mitarbeiter des AM-Apparats der BL Ruhr. Von 1932 bis 1935 erneut Aufenthalt und militärische Ausbildung in der Sowjetunion, gehörte dann der Kurierabteilung der OMS an. 1936/37 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien. Später Einsatz als Funker von Johann Wenzel in Belgien und beim Aufbau von GRU-Residenturen in verschiedenen europäischen Ländern. Von 1940 bis 1942 leitete er eine Sabotagegruppe in der Slowakei, wurde im Februar 1942 gemeinsam mit Hans Schwarz verhaftet, zeitweilig an die Gestapo in Berlin überstellt, wo er und Schwarz umfangreiche Aussagen machten, die u. a. zur Verhaftung von Johann Wenzel in Belgien und zur Zerschlagung des gesamten Organisationsnetzes der »Roten Kapelle« führten. Fomferra und Schwarz wurden im Januar 1944 vom Bezirksgericht Bratislava wegen Sabotage und Spionage zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Aus dem Zuchthaus Ruzomberok befreit, schloß er sich 1944 einer Partisaneneinheit an. 1945 Referent in der Landesverwaltung Brandenburg, ab 1946 in der Deutschen Verwaltung des Innern, später Offizier des MfS, zeitweilig Leiter des Sekretariats von Minister Wilhelm Zaisser. Ab 1952 Vorsitzender der PKK im MfS, im Dezember 1953 wurde Fomferra wegen seiner Aussagen bei der Gestapo 1942 »beurlaubt«. Ab 1954 wieder Offizier der Grenzpolizei und Leiter der PKK. Zuletzt Mitarbeiter einer geheimen Abteilung der NVA, 1959 schied er aus, erhielt 1975 den Karl-Marx-Orden. Heinrich Fomferra starb am 31. Mai 1979 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth / Jens Gieseke

Wer war wer in der DDR

Förster, Wieland

* 12.2.1930

Geb. in Dresden; Vater Kraftfahrer; 1936 – 44 Volksschule; 1944 Ausbildung zum techn. Zeichner. 1946 – 50 verurteilt wegen angebl. Waffenbesitzes zu zehn Jahren Haft in Bautzen, 1950 amnestiert; 1950 – 53 Arbeit als techn. Zeichner u. Rohrleger; 1953 – 58 Studium an der HS für bildende Künste in Dresden (bei  Walter Arnold, Hans Steger, Gerd Jaeger); 1958 freischaff. in Dresden; 1959 – 61 Mstr.-Schüler an der DAK ( Fritz Cremer); ab 1960 lithogr. Arbeiten; 1961 freischaff. in Berlin; ab 1962…

Wer war wer in der DDR

Franck, Hans-Heinrich

* 22.11.1888 – ✝ 21.12.1961

Geb. in Würzburg; Vater Prof. an der Staatl. Kunst-HS; Gymnasium in Berlin; 1907 – 12 Studium der Chemie, Physik u. Nationalökon. an der TH Berlin-Charlottenburg u. der Univ. Berlin, 1912 hier Prom.; 1913 – 18 tätig am Physiolog.-Chem. Inst. der Tierärztl. HS Berlin bzw. Privatdoz. an der TH Karlsruhe; 1917 SPD; 1918 – 20 Chefchemiker der Sunlicht AG Mannheim; 1919 Habil.; ab 1920 Dir. des Forschungslaboratoriums der Stickstoffwerke in Berlin u. zugl. Privatdoz.; ab 1927 Prof. an der TH…

Wer war wer in der DDR

Franke, Arthur

* 5.8.1909 – ✝ 23.10.1992

Geb. in Berlin; Vater Asphaltarbeiter; Volksschule; 1923 – 27 Ausbildung zum Tischler, 1927 – 30 im Beruf tätig; 1928 Dt. Holzarbeiterverb.; 1930 KPD; 1930 – 33 erwerbslos; ab 1933 illeg. pol. Arbeit, zuletzt Polit.-Ltr. in Berlin-Moabit; Okt. 1933 – Jan. 1934 Bautischler bei Ph. Holzmann Berlin; Febr. 1934 Emigr. in die ČSR, illeg. Parteiarbeit in Prag u. Heida; Jan. 1938 als Schweizer Kaufm. über Belgien nach Paris; 1938/39 in Spanien Interbrigadist im Thälmann-Bat. (Infanterist), Einsatz an…

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Franke, Otto

* 15.9.1877 – ✝ 12.12.1953

Geboren am 15. September 1877 in Rixdorf bei Berlin; Maschinenbauer. 1892 Mitglied der SPD und des DMV. 1898 beteiligte sich Franke an der Gründung des Deutschen Transportarbeiterverbandes, dessen Berliner Bezirksleiter er von 1901 bis 1907 war, ab 1907 hauptamtlicher Angestellter des Verbandes. Nach Ausbruch des Weltkrieges schloß sich Franke als Gegner der Burgfriedenspolitik der Spartakusgruppe an und organisierte mit Karl Liebknecht die Antikriegskundgebung am 1. Mai 1916 auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Daraufhin festgenommen, wurde er nach fünfmonatiger Haft an die Ostfront geschickt, wo er im Herbst 1917 desertierte und in Berlin illegal lebte. Er war an der Organisierung des Streiks der Berliner Rüstungsarbeiter im Januar 1918 beteiligt und baute als Mitglied der Revolutionären Obleute deren illegalen Kurier- und Transportdienst auf. Von Oktober 1918 bis Januar 1919 engster Mitarbeiter Karl Liebknechts, ebenso Mitglied des Vollzugsausschusses des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats. Franke nahm am Gründungsparteitag der KPD teil, wurde 1919 Sekretär der ersten Berliner BL und war führend am Aufbau der Berliner KP-Organisation beteiligt, auch Delegierter des III. und IV. Parteitages im Februar bzw. April 1920 in Karlsruhe und Berlin. 1921 zeitweise Leiter der KPD in Ostsachsen. Anfang August 1923 übernahm Franke die Informationsabteilung für Deutschland beim EKKI in Moskau. Nach seiner Rückkehr nach Berlin im Mai 1924 verhaftet, gelang ihm im Oktober 1925 die Flucht in die Sowjetunion. Nach der »Hindenburg-Amnestie« 1928 wieder in Deutschland, leitete er hier bis 1933 die Zentralbibliothek und das Archiv des ZK der KPD. Im Juli 1933 verhaftet, kam er in das KZ Sonnenburg. Nach der Freilassung im Oktober 1936 arbeitete er u. a. beim Autobahnbau. Im November 1937 erneut inhaftiert, emigrierte er nach der Entlassung im Januar 1938 nach Prag. Hier vermittelte Franke bei Kaderschulungen in seiner urberliner, typisch proletarischen Art, auf witzige Weise seine Erfahrungen. Mitte März 1939 Emigration nach Großbritannien, dort im Juni 1940 interniert, dann im März 1941 wegen Krankheit entlassen. Aus London kehrte er im September 1946 nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SED und Angestellter der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde bzw. Kleinmachnow. Otto Franke, der 1953 noch den Karl-Marx-Orden erhielt, starb am 12. Dezember 1953 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franken, Paul

* 27.6.1894 – ✝ 1944

Geboren am 27. Juni 1894 in Höhscheid/Krs. Solingen, Sohn eines Gießereiarbeiters. Formerlehre, nach Wanderschaft verschiedene Berufe. 1911 trat Franken der SPD bei. 1914 zum Kriegsdienst einberufen, schloß er sich 1917 der USPD an. Während der Novemberrevolution Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Solingen, 1919 Bezirkssekretär der USPD, trat bereits vor der Vereinigung mit der KPD 1920 dieser bei und wurde auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in den ZA gewählt. Im Januar 1921 bestätigte ihn die Zentrale als Bezirkssekretär der VKPD-Niederrhein mit Sitz in Solingen, später ging er als Parteisekretär nach Frankfurt/M. Im Februar 1921 wurde Franken im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Preußischen Landtag gewählt. Er verurteilte die März-Aktion und unterstützte Paul Levis Kritik an der Zentrale. Als Vertreter der Opposition auf dem III. Weltkongreß der Komintern im Sommer 1921 in Moskau. Vom VII. Parteitag der KPD im August 1921 in Jena für den Bezirk Rheinland-Westfalen in den ZA gewählt, trennte sich Franken Anfang 1922 von der KPD und schloß sich zunächst der KAG an, behielt aber sein Landtagsmandat. Über die USPD wieder Mitglied der SPD, war Franken von Ende 1924 bis Anfang 1933 Redakteur des »Volksboten« in Zeitz. Bis 1933 gehörte er dem dortigen SPD-Vorstand an und war Vorsitzender des Gewerkschaftskartells sowie Leiter des sozialdemokratischen Bildungswesens. Von 1928 bis 1933 vertrat er die SPD im Preußischen Landtag. Ab Frühjahr 1933 lebte Franken zunächst illegal, bis er über die âSR nach Riga zu seiner Frau emigrierte. Flora Franken, geborene Goldberg (* 23. 8. 1899 – † 12. 3. 1991), Tochter eines jüdischen Angestellten, war von Anfang 1919 bis Ende 1921 Mitglied der KPD und arbeitete bis 1925 als Sekretärin in der Handelsvertretung der UdSSR. 1920 Eheschließung mit Paul Franken, 1925 wurde sie Mitglied der SPD und war bis 1933 Stadtverordnete in Zeitz sowie ab 1932 Provinziallandtagsabgeordnete der Provinz Sachsen. Als Sozialistin und Jüdin doppelt verfolgt, emigrierte Flora Franken nach Riga zu ihrer Mutter. Nach dem Machtantritt der Regierung Ulmanis in Lettland im Mai 1934 mußten die Frankens wieder flüchten, sie hielten sich einige Monate in Schweden auf, bis sie nach Erhalt der Einreiseerlaubnis im August 1934 in die Sowjetunion emigrieren konnten. Sie lebten in Leningrad, Paul Franken arbeitete in den Putilow-Werken, er wurde im Mai 1936 wieder in die KPD aufgenommen. Im November 1937 vom NKWD verhaftet, wurde Paul Franken in ein Lager im Polargebiet verschleppt, wo er im Herbst 1944 qualvoll ums Leben kam. Flora Franken durfte im Mai 1955 mit ihrem Sohn Peter in die DDR und arbeitete zunächst beim Dietz Verlag, später im IML.

Wer war wer in der DDR

Frankenstein, Wolfgang

* 5.5.1918 – ✝ 6.3.2010

Geb. in Berlin; Abitur; 1933 – 37 Abendunterricht im Zeichnen in den Vereinigten Staatsschulen für freie u. angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg bei Max Kaus; 1937 – 39 Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker; 1939 Ablehnung der Bewerbung an der Kunst-HS Berlin aus »rass.« Gründen, Studienverbot; 1939 – 41 Wehrmacht, als »wehrunwürdig« entlassen; 1941/42 Studium an der Kunst-HS Berlin u. a. bei Max Kaus; 1943 erneut Studienverbot u. Verbot künstler. Tätigkeit; 1943/44 Dienstverpflichtung als techn.…

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Franz (Malter), Frieda

* 1.11.1902 – ✝ 12.12.2001

(* 1902 – † 2001) Geboren am 1. November 1902 in Breslau als Frieda Raddünz, Tochter eines Schriftsetzers; Weberin und Hausangestellte in Breslau. Seit 1926 Mitglied der KPD, war sie von 1926 bis 1930 Abgeordnete des Schlesischen Provinziallandtages und des Kreistages Waldenburg. Sie gehörte der KPD-UB-Leitung Waldenburg an und war von 1930 bis 1933 Frauenleiterin der BL Schlesien in Breslau. In erster Ehe mit Adolf Franz verheiratet. 1931 kam sie als Nachrückerin im Wahlkreis Liegnitz in den Preußischen Landtag, dem sie nach der Wahl von 1932 erneut angehörte. Am 14. Juni 1933 wurde sie in Breslau verhaftet und im August 1934 zusammen mit Karl Elgaß zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie in Jauer und im KZ verbringen mußte. 1938/39 bei EDEKA beschäftigt, konnte sie danach bis 1944 als Kontoristin in Breslau arbeiten. Im Zuge der Aktion »Gewitter« wurde sie am 22. August 1944 erneut verhaftet und im KZ Ravensbrück gefangengehalten. Bis April 1945 war Frieda Franz im Außenkommando Auerwerke Oranienburg bzw. im Daimler-Benz-Werk in Genshagen eingesetzt. Nach der Befreiung zunächst Leiterin des Ernährungsamtes in Wittenberge, ging nach Berlin und wurde Leiterin der Frauenabteilung im ZK der KPD, dann bis 1950 Hauptabteilungsleiterin im FDGB-Bundesvorstand, dem sie als Mitglied angehörte. 1950 wurde sie Staatssekretärin bzw. 1. Stellvertreter des DDR-Ministers für Arbeit und Berufsbildung. Aus gesundheitlichen Gründen schied sie 1956 aus. Frieda Franz, die nach dem Krieg die Ehe mit dem Sachsenhausen-Häftling Andreas Malter geschlossen hatte, heiratete 1952 Fritz Apelt. Sie erhielt 1977 den Karl-Marx-Orden. Frieda Franz (Malter) starb am 12.Dezember 2001 in Berlin. 2002 veröffentlichten Katharina Barnstedt und Katja Scheel eine biographische Skizze über Frieda Malter.

Wer war wer in der DDR

Frederic, Dagmar

* 15.4.1945

Geb. in Eberswalde; Ausbildung zur Apothekenhelferin; Gesangsunterricht, erste Auftritte mit dem Orchester Max Reichelt; 1967 Berufsausweis; Musicalausbildung an der Berliner HS für Musik bei Peter Wieland; 1968 im Duett mit Siegfried Uhlenbrock; 1971 Hauptrolle im Musical »Andrea« in Halberstadt; 1971 – 84 in Zusammenarbeit mit Peter Wieland u. 1974 – 89 mit dem Manfred-Ludwig-Oktett unterwegs mit eigenen Showprogrammen (»10 Mann u. ick, die Frederic« u. a.); 1977 LDPD; 1981 NP; ab 1984 stellv.…

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Flieg, Leopold

* 5.11.1893 – ✝ 14.3.1939

Leo Flieg, am 5. November 1893 in Berlin geboren, galt lange Jahre als die »Graue Eminenz« der KPD. Er war der Funktionär, der in der Öffentlichkeit kaum bekannt, als Sekretär des Polbüros die entscheidenden Fäden in der Hand hielt. Flieg entstammte einer jüdischen Familie in Berlin (Mutter, Schwester und viele Verwandte wurden im KZ ermordet). Er wurde nach dem Besuch der Mittelschule kaufmännischer Angestellter bei einer Bank und war bis zum Krieg Bankbeamter. Mit 15 Jahren trat er 1908 der sozialistischen Jugendbewegung bei. Während des Krieges als Soldat Schreiber in der Geheimabteilung des Generalstabes. Flieg war bis 1918 für die Spartakusgruppe aktiv und seit Gründung Mitglied der KPD. Nach dem Krieg arbeitete Flieg, ein kleiner, zierlicher Mann, dessen gemessenes und schweigsames Wesen berühmt war, in der Jugendinternationale. 1918 wurde er als Sekretär von Leo Jogiches mit der Konspiration vertraut gemacht. Gemeinsam mit Willi Münzenberg – mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband – wurde Flieg Organisator der internationalen kommunistischen Jugendbewegung, in deren führenden Gremien er bis 1922 wirkte. Seit dem III. Parteitag 1920 nahm er an allen KPD-Parteitagen teil, von 1922 bis 1932 Sekretär des Polbüros. 1924 Abgeordneter des Preußischen Landtags, dem er ununterbrochen bis 1933 angehörte. 1927 und 1929 wurde Flieg auch als Mitglied ins ZK gewählt. Schließlich auf dem VI. Weltkongreß der Komintern 1928 zum Mitglied der Internationalen Kontrollkommission berufen. Er übte seine Funktionen in allen Parteiführungen, gleich ob unter rechter, linker oder ultralinker Leitung, mit penibler Gewissenhaftigkeit aus. Erst 1932 wurde er als enger Freund Heinz Neumanns von seinen führenden Ämtern entbunden. Damals schrieb eine trotzkistische Zeitung über Flieg, die Mitglieder der KPD würden seinen Namen kaum kennen, aber er wäre der ruhende Pol des ZK gewesen: »... still und unscheinbar, kein hochfahrender Bonze, aber ein absolut zuverlässiger und pünktlicher Beamter, hat Leo Flieg manche Zentrale überlebt. Er hat Brandlers Geheimprotokolle geführt, ohne mit der Wimper zu zucken. Er hat die Rundschreiben von Ruth Fischer und Werner Scholem expediert, und Kenner behaupten, die Ruth-Fischer-Zentrale sei auch die einzige gewesen, mit der Flieg im Grunde einverstanden gewesen sei. Trotzdem hat er auch Ewert überlebt, der ihm wenig getraut hat, und er hat seit 1928 als Personalchef der Thälmann-Zentrale immerhin vier Jahre das Kunststück fertiggebracht, das Büro eines Thälmann zu leiten. Alle Achtung vor solchen diplomatischen Talenten...« Flieg kannte Pjatnitzki, Mirow-Abramow und die anderen Führer des illegalen Apparats der Komintern aus langjähriger Zusammenarbeit gut, er war zeitweise der für Deutschland verantwortliche Verbindungsmann der Geheimabteilung der OMS. Diese holte ihn vorübergehend zur Arbeit nach Moskau. Nach 1933 war er von Paris aus erneut für die KPD aktiv und konnte die wichtige Position eines technischen Sekretärs des Polbüros wieder ausüben. Auf der »Brüsseler Konferenz« der KPD 1935 erstattete Flieg (Pseudonym Alfons) den Kassenbericht und wurde nochmals zum Mitglied des ZK gewählt. Ostern 1937 erhielt er von der Komintern die Aufforderung, nach Moskau zu kommen. Während der Stalinschen Säuberung solcher Einladung Folge zu leisten, war mehr als riskant. Aber obwohl sein und Münzenbergs Freund, der schwedische Bankier Aschberg, ihm dringend riet, in Paris zu bleiben und ihm seine Unterstützung anbot, damit er als Emigrant in Paris leben könne, reiste Flieg nach Moskau. Da er für die Kasse der KPD verantwortlich war, befürchtete er, von der Komintern-Führung der Unterschlagung bezichtigt zu werden, wenn er ihrem Befehl nicht folgen würde. Flieg traf im Juni 1937 in Moskau ein, wo ihn die IKK befragte. Obwohl ihm eine Rüge erteilt wurde, beantragte der deutsche Vertreter beim EKKI, Philipp Dengel, noch Anfang 1938, Flieg ausreisen zu lassen. Statt dessen wurde er jedoch am 20. März 1938 vom NKWD verhaftet und der »Mitgliedschaft in einer rechtstrotzkistischen Spionageorganisation« angeklagt. Nach brutalen Folterungen durch das NKWD beschuldigte Flieg sich selbst und zahlreiche andere. Er bestätigte in seinem erpreßten »Geständnis«, einer kominternfeindlichen Verschwörung anzugehören. Am 14. März 1939 wurde Leo Flieg durch das Militärtribunal des Obersten Gerichts der UdSSR zum Tode verurteilt und erschossen; 1957 posthum »rehabilitiert«.

Wer war wer in der DDR

Flint, Fritz

* 11.3.1917 – ✝ 7.6.1999

Geb. in Bad Doberan (b. Rostock); Vater selbst. Schmiedemstr.; priv. Vorschule u. Gymnasium in Bad Doberan; 1933 – 36 kfm. Ausbildung in Rostock; 1936 Verkäufer; 1937/ 38 Einkäufer u. Korrespondent in einer Werkzeugmaschinengroßhandlung in Braunschweig; 1938 – 45 Wehrmacht; 1945 brit. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 Hilfsarb.; 1946 CDU; 1946 – 49 Buchhalter in einer priv. Weberei in Bad Doberan; 1946 – 51 Stadtverordneter in Bad Doberan u. Abg. des Krs.-Tags Rostock-Land; 1949 – 51 Stadtrat u.…

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Flügge, Matthias

* 5.2.1952

Geb. in Demmin; Vater Publizist, Mutter Lehrerin; ab 1964 aufgew. in Berlin; 1970 Abitur u. Facharb. für techn. Kohle; NVA; 1972 – 76 Studium der Kunstwiss. an der HU Berlin; 1977 – 86 Red. der Ztschr. »Bildende Kunst« in Berlin; 1978 VBK; freischaff. Tätigkeit; Veröff. zur Kunst des 20. Jh., insbes. der Gegenwartskunst; 1985 – 90 Mitgl. u. 1988 – 90 Vors. der Sektionsltg. Kunstwiss. des VBK Berlin. 1990 – 91 Chefred. der Ztschr. »Bildende Kunst«, 1991 – 2000 Chefred. der Ztschr. »neue bildende…

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Forck, Gottfried

* 6.10.1923 – ✝ 24.12.1996

Geb. in Ilmenau; Vater Pfarrer; bis 1937 Gelehrtenschule des Johanneums Hamburg, bis 1942 Internatsschule der Brüdergemeinde in Niesky (Oberlausitz); 1942 – 45 Wehrmacht (Marine), zul. Ltn. zur See; 1945 – 47 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1947 – 51 Studium der Theol. in Bethel, Heidelberg, Basel u. Berlin (West), 1952 1. Theol. Examen; 1952 – 54 Assistent an der Kirchl. HS in Berlin (West) u. Vikar; 1954 Predigerseminar Brandenb.; 1954 2. Theol. Examen u. Ordination; 1956 Dr. theol. an der Univ.…

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Försterling, Paul Albert

* 1.4.1899 – ✝ 23.2.1949

Geb. in Berlin; Vater Brauereiarb.; Volksschule; Ausbildung zum Elektrotechniker; 1913 SAJ; 1918 Militärdienst; 1919 Teiln. an rev. Kämpfen; Jan. – März 1919 USPD, dann KPD; 1921 – 23 Mitarb. im EKKI in Moskau, dann in der Zentr. der KPD in Berlin; April 1924 Emigr. in die Sowjetunion; Mitarb. der KJI; Mitgl. der KPdSU; Dreher in einer Autofabrik; 1924 – 27 Sekr. für Agit.-Prop. im EKKJI u. des EKKI; dann bis 1929 Mitgl. der Internat. Kommission beim ZR der sowj. Gewerkschaften; 1928 zeitw. in…

Wer war wer in der DDR

Franik, Franz

* 2.10.1907 – ✝ 2.10.1975

Geb. in Lona-Lany (Krs. Gleiwitz, Oberschles./Lany Wielkie, Polen) in einer Bergmannsfamilie; nach Abschl. der Volksschule in der Landw. tätig; ab 1925 als Schlepperjunge bzw. Kohlenhäuer in Hindenburg u. ab 1929 im Zwickauer Steinkohlenrevier; 1943 – 45 Wehrmacht; Kriegsgefangenschaft. 1945 Rückkehr nach Dtl.; Brigadier im Zwikkauer Steinkohlenbergwerk »Karl Marx«; 1948 Aktivist; 1952 als Initiator einer rationelleren Form der Arbeitsorg. Begründer der sog. Franik-Bew.; NP (im Koll.); später im…

Wer war wer in der DDR

Franke, Gerhard

* 17.7.1920 – ✝ 19.8.1984

Geb. in Einsiedel (Krs. Chemnitz); Vater Eisenformer; Volksschule; 1935 – 39 Ausbildung zum u. Arbeit als Eisenformer; 1939 – 43 RAD; 1943 Wehrmacht; 1944/45 in sowj. Kriegsgefangenschaft übergelaufen; Mitgl. des NKFD. Aug. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945/46 KPD/ SED; 1945 Einstellung bei der Polizei in Einsiedel; März – Okt. 1948 Kommandierung zur Grenzpolizei, dann stellv. Postenltr. in Einsiedel; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Febr. 1950 Länderverw.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franke, Ernst

* 14.6.1892 – ✝ 1940

Geboren am 14. Juni 1892 in Hamburg; Arbeiter. Im Krieg Soldat, schloß er sich 1917 der USPD an und kam mit ihrem linken Flügel 1920 zur KPD. Im gleichen Jahr wurde er Parteisekretär in Hamburg und vertrat die KPD als Abgeordneter von 1921 bis 1924 in der Hamburger Bürgerschaft. Er übte danach nur kleinere Funktionen aus und übersiedelte 1932 als Arbeiter in die UdSSR. In Charkow tätig, wurde Ernst Franke dort 1937 verhaftet und kam vermutlich 1940 im Gulag ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Franken, Fritz

* 9.1.1897 – ✝ 10.5.1942

Geboren am 9. Januar 1897 in Viersen/Rheinland; Arbeiter, im Weltkrieg Soldat, trat 1919 der KPD bei. Er wurde Leiter der KPD in Viersen und dort Stadtverordneter. Später Redakteur (und kurze Zeit Chefredakteur) der KPD-Zeitungen in Breslau und Frankfurt/M. 1933 emigrierte Franken ins Saargebiet, 1934 in die UdSSR. Er studierte an der KUNMS und wurde 1937 im Staatsverlag in Engels (Wolgarepublik) angestellt. Am 10. Februar 1938 verhaftet, ist Franken am 10. Mai 1942 im Gulag umgekommen. Seine Frau Anna Franken, geb. Feller (* 1900 – † 1980), seit 1923 in der KPD, ging 1934 mit ihm in die UdSSR, wurde ebenfalls in Engels verhaftet und mit der Tochter Maria auf die Halbinsel Taimyr deportiert. Erst nach 20 Jahren Verbannung durften sie 1958 in die DDR ausreisen.

Wer war wer in der DDR

Franz, Horst

* 21.9.1933

Geb. in Braschen (Krs. Crossen, Ostbrandenb./ Brzózka, Polen); Volksschule; 1953 Einstellung beim MfS, Abt. Personenschutz, später Abt. V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund) der BV Cottbus; 1958 – 60 Zweijahreslehrgang an der HS des MfS Potsdam-Eiche; 1960 stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Finsterwalde; 1965 Ltr. der Krs.-Dienststelle Liebenwerda; 1966 – 71 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1970 Ltr. der Abt. VI (Paßkontrolle, Tourismus, Interhotels) der BV Cottbus;…

Wer war wer in der DDR

Franze, Walter

* 12.11.1903 – ✝ 18.1.1971

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Klempner, Installateur u. Metallarb.; 1921 DMV u. SAJ; 1924 KPD; Arbeiterkorresp. der »Schlesischen Arbeiter-Ztg.«; 1929 Ausschluß aus dem DMV; 1931 – 33 Mitarb. der RGO-Reichsltg., Red. der RGO-Ztg. »Der Pionier«; ab Febr. 1933 illeg. Tätigkeit (Bildung von Betriebsgruppen); 1936 – 44 Inh. eines Handwerksbetriebs; 1945 Flucht vor Einberufung zum Volkssturm, Bildung einer bewaffn. illeg. Widerstandsgr. aus russ. u. franz.…

Wer war wer in der DDR

Freiberg, Walter

* 22.4.1922

Geb. in Dresden; Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1936 – 41 Ausbildung zum u. Arbeit als Tischler; 1941 – 45 Wehrmacht (Freiw.); 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 SED, Abt.-Ltr. in der SED-KL Bautzen; dann Sekr. der FDJ-KL Bautzen; 1950 stellv. Ltr. der FDJ-Bez.-Schule Nerchau; 1951 Ltr. des Pionierpalastes Dresden; 1952 Einstellung beim APN (ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS); Besuch der Schule des APN; dann Mitarb. der APN-HA III; 1954 Abt. V (Auswertung) der HA XV…