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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Freitag, Heinz

* 6.7.1936 – ✝ 12.3.2002

Geb. in Crimmitschau; Vater Arbeiter; Volks- u. Grundschule; Ausb. zum Färber; Färbermstr.; 1950 FDJ; 1955 – 63 Hauer u. Hauerbrigadier im Schachtkombinat Schmichau der SDAG Wismut; 1961 SED; 1963/64 Studium Lehrgang an der PHS; 1964/65 Mitarb. der FDJ-Gebietsltg. Wismut; 1965 – 70 1. Sekr. der FDJ-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von Werner Markus); 1963 – 71 Mitarb. des ZR der FDJ; 1971 – 89 2. Sekr. der SED-Gebietsltg. Wismut (Nachf. von  Alfred Rohde); 1976/77 Studium an der PHS beim ZK der KPdSU…

Wer war wer in der DDR

Freudenberg, Ute

* 12.1.1956

Geb. in Schöndorf (Krs. Weimar); Mutter Bäuerin, Vater Schachtmeister; 1962 – 72 OS, Schulchor; 1970 Mitgl. der Erfurter Folklore-Gr. »Los Iberos«, 1972 nach einem Talenteausscheid erster TV-Auftritt in »Sechs Mädchen u. Musik«; 1972 – 77 Studium der Tanz- u. Unterhaltungsmusik an der Weimarer HS für Musik »Franz Liszt«; 1975 Nachwuchspreis beim DDR-Chansonwettbewerb in Frankfurt (Oder); ab 1976 Sängerin der Gr. »Elefant«, 1981 LP »Jugendliebe«, deren Titelsong in den 1990er Jahren in Ostdtl. zu…

Wer war wer in der DDR

Freyer, Erwin

* 27.12.1914 – ✝ 22.9.1992

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Gärtner, Mutter Floristin; Volksschule u. bis 1934 Gymnasium in Berlin, Abitur; 1932 Mitgl. des Soz. Schülerbundes; ab 1933 illeg. pol. Arbeit für den KJVD; 1935 – 40 Studium allg. Maschinenbau, Spezialisierung Flugzeugbau an der TH Berlin; 1940 – 44 Entwurfs-Ing. für ferngelenkte Bomben in der Sonderabt. bei Prof. Wagner bei den Henschel-Fluzeug-Werken in Berlin-Schönefeld; 1944 Verbindung zur illeg. Widerstandsgr. Anton Saefkow, Franz Jacob u. Bernhard…

Wer war wer in der DDR

Friedensburg, Ferdinand

* 17.11.1886 – ✝ 11.3.1972

Geb. in Schweidnitz (Niederschles./Świdnica, Polen); Vater Richter; Gymnasium in Berlin-Steglitz; Studium an der Preuß. Bergakad. Berlin; Prom. zum Dr. phil.; 1914 Bergassessor; Militärdienst; bis 1917 brit. Kriegsgefangenschaft; 1917/18 in der Schweiz; 1921 DDP; 1921 – 25 Landrat im Krs. Rosenberg (Westpr.); Vizepräs. des Polizeipräs. von Berlin; März 1927 – 33 Reg.-Präs. in Kassel, Amtsenthebung; 1935 mehrere Mon. in Haft; wiss. Forschungsarbeit über den Bergbau. 1945 Mitbegr. der CDU; 1945 –…

Wer war wer in der DDR

Friedman, Perry

* 25.9.1935 – ✝ 16.3.1995

Geb. in Prince Albert (Kanada); Vater Geschäftsmann; 1941 – 53 Grund- u. Oberschule; 1953 – 56 Wanderschaft, Gelegenheitsarbeiten; ab 1956 Folksänger (Vorbild: Pete Seeger); 1959 Übersiedl. in die DDR (Berlin); führte ab 1960 hier Hootenannies durch (amerik. Form eines zwanglosen Konzerts); Tourneen in die Bundesrep. Dtl. (u. a. bei den Ostermärschen der Atomwaffengegner); 1966 LP »Hootenanny mit Perry Friedman«; Mitbegr. des Hootenanny-Klubs Berlin (1967 umbenannt in Oktoberklub); 1971 – 76…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Heike

* 18.4.1970

Geb. in Karl-Marx-Stadt; 1976 Beginn mit dem aktiven Schwimmsport im TZ Fort- schritt Glauchau (Sachsen) (Trainer: Günther Dähne); 1982 KJS Karl-Marx-Stadt u. Mitgl. des SC Karl-Marx-Stadt (Trainer: Joachim Rother); Spezialdisz.: 200 m u. 400 m Freistil; 1985 fünffache EM (100 m u. 200 m, 4 x 100- u. 4 x 200-m-Staffel, 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1986 vierfache WM (200 m u. 400 m, 4 x 100- u. 4 x 200-m-Staffel); 1987 vierfache EM (in den gleichen Disz.); Jugendpreis des IOC; 1988 Olympiasiegerin…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Walter

* 5.10.1929 – ✝ 12.9.2015

Geb. in Neuland (Krs. Löwenberg, Schles./ Niwnice, Polen) in einer Handwerkerfamilie; 1944 Abschluß der Volksschule, anschl. bis 1945 Besuch der Lehrerbildungsanstalt. Aussiedl.; 1948 SED u. bis 1950 Neulehrer im Krs. Grimma; 1950 – 52 Abiturlehrgang an der ABF Leipzig; anschl. bis 1956 Studium der Psychol. an der Univ. Leipzig; 1956/57 wiss. Mitarb. am Pädagog. Inst. Dresden, danach an der DHfK Leipzig; 1958 Assistent, 1964 Wahrnehmungsdoz. am Psycholog. Inst. der KMU Leipzig; 1962 Prom. u.…

Wer war wer in der DDR

Fries, Fritz Rudolf

* 19.5.1935 – ✝ 17.12.2014

Geb. in Bilbao (Spanien); Vater Kfm.; 1942 Übersiedl. nach Leipzig; 1954 – 58 Studium der Romanistik (b.  Werner Krauss) u. Anglistik an der KMU Leipzig; ab 1958 freischaff. Übersetzer u. Dolmetscher für Spanisch u. Französisch; 1960 – 66 wiss. Assistent an der DAW; Entlassung wegen der Publ. seines ersten Romans »Der Weg nach Oobliadooh« in der Bundesrep. Dtl., der in der DDR erst 1989 erscheinen durfte; seit 1966 freischaff. Schriftst.; 1972 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, 1980 – 91 dessen…

Wer war wer in der DDR

Fritsch, Gunter

* 5.10.1942

Geb. in Landsberg (Warthe, Neumark/Gorzów Wielkopolski, Polen); 1945 nach Tabarz (Thür.), 1947 nach Tempelberg (Krs. Fürstenwalde); 1949 – 61 Grund- u. Oberschule in Heinersdorf u. Fürstenwalde; 1961 – 64 Ausb. zum Kfz-Schlosser, 1964 Abitur; 1964 – 67 Bausoldat; 1967 – 74 Fernstudium der Hochfrequenztechnik an der TU Dresden, Dipl.-Ing.; 1967 – 74 Labormechaniker an der TU Dresden; 1974 –90 Entwicklungsing. am ZI für Optik u. Spektroskopie der AdW in Berlin-Adlershof; 1990 SPD. 1990 – 93 Mitgl.…

Wer war wer in der DDR

Frohberg, Fred

* 27.10.1925 – ✝ 1.6.2000

Geb. in Halle; Vater Trompeter; Klavierunterricht, Sängerknabe im Halleschen Stadtsingechor; bis 1945 Kriegsdienst, verwundet; im Lazarett Bekanntschaft mit Swing u. Jazz, erste Auftritte im Raum Halle. 1946/47 Studium am Thür. Landeskonservatorium in Erfurt; daneben Mitwirkung in Programmen u. a. am Steintor-Varieté Halle; 1947 1. Preis beim ersten Schlagerpreissingen in Halle; 1948 – 58 fest angestellt beim Rundfunktanzorchester Leipzig (Ltg. Kurt Henkels); Zusammenarbeit mit den Komponisten…

Wer war wer in der DDR

Frohn, Werner

* 12.4.1929 – ✝ 2.7.2002

Geb. in Zscherndorf (Krs. Bitterfeld); Vater Kesselschmied, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1943 Ausbildung zum Verw.-Angest. bei der Stadtverw. Bitterfeld; 1945 Wehrmacht; Mai – Aug. 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft im Lager Brandenb. 1945 – 52 Verw.-Angest. bei der Stadtverw. Bitterfeld, Abt.-Ltr. für Sozialwesen; 1946 SPD/SED; 1949 – 51 1. Sekr. der FDJ-Stadtverw. Bitterfeld; 52/53 Ltr. der Abt. Parteien u. Massenorg. der SED-KL Bitterfeld; 1953 – 64 Ref.-Ltr. bzw. stellv. Ltr. einer Abt. im…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frommhold, Ernst

* 21.2.1898 – ✝ 23.4.1969

Geboren am 21. Februar 1898 in Altenburg/ Thüringen, Sohn eines Tischlers; Nähmaschinenschlosser. 1912 Mitglied der Arbeiterjugend, 1916 der SPD. Er beteiligte sich am 1. Mai 1916 an der Antikriegsdemonstration in Berlin auf dem Potsdamer Platz. 1917/18 Soldat im Weltkrieg, 1918 USPD, im April 1920 KPD. 1926 Untergauleiter des RFB in Berlin. 1929/30 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Danach Instrukteur bzw. Sekretär für Landwirtschaft in Thüringen, hier war er bis Anfang 1933 Mitglied des Sekretariats der BL. Am 24.November 1933 verhaftet und zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, kam er anschließend in das KZ Buchenwald. Anfang Mai 1940 aus dem KZ entlassen, arbeitete Frommhold bis 1944 als Schlosser in Erfurt und Dresden, 1944 mußte er zur Organisation Todt. Im Frühsommer 1945 Leiter des Zentralbüros im Landesamt für Arbeit in Thüringen, von 1946 bis 1949 war er im Ministerium für Wirtschaft in Thüringen, ab 1951 Abteilungsleiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR. Ernst Frommhold starb am 23. April 1969.

Wer war wer in der DDR

Frenkel, Peter

* 13.5.1939

Geb. in Eckartsberga (Thür.); Ausbildung zum Farb- u. Oberflächengestalter; 1964 – 90 SED; seit 1961 aktiver Leichtathlet, 1961 – 64 Mittelstreckenläufer, anschl. aufgrund einer Achillessehnenverletzung Wechsel zum Gehsport beim ASK Vorwärts Berlin, 1970 ASK Vorwärts Potsdam (Trainer: Hans-Joachim Pathus); Spezialdisz.: 20 km Gehen; mehrmaliger DDR-Mstr.; mit der DDR-Mannschaft dreimal Sieger beim Lugano-Cup; 1968 Olympiateiln.; 1970 u. 1972 WR im 20-km-Bahngehen, WR im 2-Stunden-Gehen u. über…

Wer war wer in der DDR

Freusberg, Joseph

* 18.10.1881 – ✝ 10.4.1964

Geb. in Olpe (Westf.); Studium der Theol. u. Philos. in Paderborn u. Freiburg i. Br.; 1906 Priesterweihe in Paderborn; 1906/07 Ltr. eines Knabenkonvikts in Gelsenkirchen; 1907 – 09 Studium des Kanon. Rechts in Rom (S. Maria dell’Anima); 1909 Dr. iur. can. in Rom; 1909 Vikar in Bielefeld, St. Jodocus; 1916 Pfarrer von St. Severi in Erfurt; 1923 Dompropst u. Dir. des Geistl. Gerichts in Erfurt. Mai – Sept. 1945 Mitgl. d. verfassunggebenden Landesvers. v. Thür.; 1946 Gen.-Vikar f. den in der SBZ…

Wer war wer in der DDR

Freyer, Yvonne Ruth

* 12.9.1921 – ✝ 27.9.2014

Geb. in Berlin; Vater Buchhändler u. Gewerbetreibender; Grund- u. OS in Berlin; 1933 mit den Eltern Emigr. in die Niederlande, 1933 – 35 OS in Amsterdam; 1936 – 38 Handelsschule Glauchau; 1937 – 40 kaufm. Lehre u. Arbeit als Kontoristin in Glauchau u. Luckenwalde; 1941 – 43 Schreibkraft an der Höheren Fliegertechn. Schule Jüterbog; 1943 – 45 Stenotypistin bei der Fa. Märkle & Kniesche in Leipzig. 1945 / 47 Angest. beim Polizeiamt Glauchau; 1945 KPD, 1946 SED; 1945 / 46 Volontärin bzw. Hilfsred.…

Wer war wer in der DDR

Friedländer, Hans-Joachim

* 17.6.1915 – ✝ 14.2.2005

Geb. in Kolberg (Hinterpomm./Kołobrzeg, Polen); Vater Gutsbesitzer in Schulzenhagen (Hinterpomm.); aufgew. in Schulzendorf (Krs. Köslin); 1925 Gymnasium in Kolberg, Abgang in der Unterprima auf Empfehlung der Schulltg. wegen seiner Abstammung; 1934/35 Ausb. an einer Handelsschule; 1936/37 landw. Ausbildung in einem Gutsbetrieb, Landw.-Gehilfe; 1937 – 39 Wehrmachtsausbildung, dann Kriegsdienst, 1940 als »Halbjude« für wehruntüchtig erklärt u. ausgemustert; 1940 – 44 Übernahme der Verw. des…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Claus

* 27.2.1929 – ✝ 21.4.1990

Geb. in Witten (Ruhr); Vater Kaufm.; Volks- u. Mittelschule; 1945 Transportarb., Maurerlehrling; 1946 / 47 Volontär in der Berliner Red. der Ztg. »Abendpost« Weimar; 1947 – 52 Red. bei der FDGB-Ztg. »Tribüne«; 1952 SED; 1952 – 63 Abt.-Ltr. in der Red. der »Tribüne«; 1954 – 60 Fernstud. an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1963 – 66 Stud. an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1966 / 67 Red. u. Mitgl. des Red.-Koll. der »Tribüne«; 1967 – 72 stellv. Chefred., 1972 – 75 amt., 1975 – 81 Chefred.…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Heinz

* 28.6.1914 – ✝ 5.10.1977

Geb. in Reichenhain (b. Chemnitz); Vater Dreher, Mutter Strumpfwirkerin; 1920 – 28 Grund- u. Volksschule in Reichenhain; 1928 Verb. der Dt. Buchdrucker; 1928 – 32 Ausbildung zum Drucker in Chemnitz; dort ab 1932 versch. KJVD-Funktionen; Apr. – Sept. 1932 Rotationsdrucker u. Stereotypeur in Chemnitz, anschl. erwerbslos; März 1933 Ltr. des KJVD-UB Chemnitz; Jan. 1934 über Berlin nach Moskau; 1934/ 35 Lenin-Schule; Juli 1935 KPD; Sept. – Dez. 1935 Krankenhausaufenth. in Moskau; Dez. 1935 – 37 von…

Wer war wer in der DDR

Friedrichs, Rudolf

* 9.3.1892 – ✝ 13.6.1947

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater Kfm.; Volksschule u. Gymnasium in Plauen u. Dresden; ab 1913 Studium der Staats- u. Rechtswiss. sowie der Volkswirtsch. an der Univ. Leipzig; 1914 –18 Militärdienst, zul. Ltn. der Reserve; Anf. 1919 Weiterführung des Studiums; 1920 1., 1923 2. jur. Staatsprüfung, 1920 Prom. zum Dr. jur.; 1922 SPD; 1923 ADGB; 1920 – 22 Referendar am Amtsgericht Freital, ab 1922 am LG Dresden; Mai 1923 Eintritt in den Dienst der sächs. Inneren Verw., Assessor im Polizeipräsidium…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fries, Philipp

* 9.8.1882 – ✝ 7.12.1950

Geboren am 9. August 1882 in Roggendorf/Krs. Schleiden in der Eifel, Sohn eines Zugführers; Schneiderlehre und Wanderschaft, von 1903 bis 1905 Militärdienst. 1900 trat Fries der SPD und der Gewerkschaft bei und arbeitete bis 1919 als Schneidergeselle. 1910 Distriktvorsitzender der SPD in Köln, ab 1914 Mitglied des SPD-Bezirksvorstandes. Von 1914 bis 1918 Kriegsdienst, Fries trat im Juni 1915 als einer von sieben Kölner Unterzeichnern des von Karl Liebknecht entworfenen Protestschreibens oppositioneller Sozialdemokraten an den Parteivorstand hervor. Fries ging 1917 zur USPD und wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Köln-Aachen in den Reichstag gewählt. Er plädierte 1920 für den Anschluß an die Kommunistische Internationale und die Vereinigung mit der KPD. Er nahm sowohl am USPD-Parteitag in Halle als auch am Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in Berlin teil, kam in die Revisionskommission und wurde Vorsitzender der VKPD in Köln. Mit anderen linken USPD-Reichstagsabgeordneten und den beiden KPD-Abgeordneten Paul Levi und Clara Zetkin bildete Fries am 9.Dezember 1920 die VKPD-Reichstagsfraktion. Im Zusammenhang mit der Levi-Krise trennte er sich im Frühjahr 1921 von der VKPD, schloß sich zunächst der KAG an und wechselte im April 1922 zur SPD. Fries war von 1919 bis 1921 und von 1924 bis 1933 Kölner Stadtverordneter. Von 1924 bis 1933 war er SPD-Abgeordneter im Preußischen Landtag. Fries, ein bekannter Volksredner, war seit 1922 heftigen Angriffen seitens der KPD ausgesetzt, die ihn als »Renegaten« attackierte. Im Juni 1933 von den Nazis verhaftet, kam er in das KZ Esterwegen, anschließend in das KZ Lichtenburg, aus dem er im Dezember 1933 entlassen wurde. Im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« wurde Fries nach dem 20. Juli 1944 zeitweilig inhaftiert, gegen Kriegsende konnte er untertauchen. 1945 gehörte er in Köln zu den Mitbegründern der SPD und war bis 1947 Vorsitzender des UB Köln und Vorstandsmitglied des SPD-Bezirks Mittelrhein. Philipp Fries starb am 7.Dezember 1950 in Köln.

Wer war wer in der DDR

Fritsche, Hans

* 6.6.1929

Geb. in Chemnitz; Abitur; Maurerlehre; Studium des Baubetriebswesens an der TH Dresden, 1954 Dipl.-Ing. Architekt, anschl. Ass.; 1957 Prom.; danach tätig in Betrieben des Industriebaus, u. a. für Braunkohlenkraftwerke; 1963 – 66 stellv. Min. für Bauwesen; Doz. für Bautechnik an der Bauhochschule Cottbus; 1964 Banner der Arbeit; 1967 – 77 Vizepräs. u. 1977 – 90 Präs. der DBA; Mitgl. des Forschungsrats der DDR u. internat. Bauorganisationen; 1970 Prof.; 1981 – 86 Stadtverord. von Berlin. 1990 – 99…

Wer war wer in der DDR

Fröhlich, Paul

* 21.3.1913 – ✝ 19.9.1970

Geb. in Niederplanitz (Zwickau); Vater Bergarb.; Volks- u. Berufsschule; 1927 – 29 Ausbildung zum Koch; 1929 – 31 Bergarb. in Oelsnitz, seit 1929 Bergmann u. Industriearb.; 1929 KJVD; 1930 KPD, ehrenamtl. Parteifunktionen; März 1933 wegen illeg. pol. Tätigkeit inhaftiert, Mai – Okt. 1933 zeitw. illeg. gelebt; 1935 – 39 Gelegenheitsarb. beim Autobahnbau; ab 1939 Kriegsdienst, Feldkoch; Nov. 1944 Desertion, Internierung durch Schweizer Grenzpolizei, Febr. – Juni 1945 amerikanische…

Wer war wer in der DDR

Frohriep, Jürgen

* 28.4.1928 – ✝ 13.7.1993

Geb. in Rostock; Volksschule; Flakhelfer; 1945 Gelegenheitsjobs als Bootsarb., Fischer u. in der Landw.; Anschluß an eine Theatergr. der FDJ u. Mitbegr. der Bühne »Studio 48« in Puttbus; 1951 Engagement am Theater der Freundschaft in Berlin; Hauptrolle im Antikriegsfilm »Sterne« (1959, DDR / Bulg., R.  Konrad Wolf), seitdem Mitgl. des DEFA- u. etwas später auch des TV-Ensembles u. oft als zweifelnder dt. Soldat besetzt; Rollen in DEFA-Filmen u. a. »Weißes Blut« (1959), »Die Liebe u. der…

Wer war wer in der DDR

Frost, Gerhard

* 24.9.1920 – ✝ 23.1.1988

Geb. in Deutschstein (Krs. Ohlau / Niederschles. / Ścinawa, Polen); Vater Schiffssteuermann; Volksschule; 1934 – 37 Lehre, 1937 – 44 Arbeit als Schlosser; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 / 46 Kriegsgef. in Italien, England u. Westdtl. 1946 – 49 Berufsfeuerwehrmann, kommissar. Politkultur-Ltr. der Berufsfeuerwehr in Wittenberg u. Brandmeister der VP; 1947 SED; 1950 Lehrgang an der SED-LPS Sachsen-Anh., 1950 – 53 Fernstudium an der SED-PHS; 1950 / 51 Sekr. der SED-BPO Stickstoffwerke Piesteritz; 1951…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frenzel, Max

* 9.4.1891 – ✝ 18.10.1975

Als jüngstes von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie am 9. April 1891 in Nürnberg geboren; lernte Schlosser. 1914 zum Militärdienst eingezogen, 1915 verwundet, nach Ludwigshafen/ Rhein zum Garnisonsdienst abkommandiert und 1916 aus der Armee entlassen, danach arbeitete er in der BASF. Bereits 1909 der SPD und Gewerkschaft beigetreten, gehörte er zum linken Flügel und ging bei Gründung zur USPD. 1918 nahm Frenzel Verbindung mit dem Spartakusbund auf und war seit 1919 in der KPD, die allerdings im linksrheinischen Gebiet nur eine lose Organisation war. Zum Arbeiterrat in der Ludwigshafener Anilinfabrik gewählt, entließ ihn die Werksleitung 1922 zusammen mit zwei weiteren Betriebsräten, die am kommunistischen Betriebsrätekongreß teilgenommen hatten. Da Frenzel ein sehr populärer Arbeitervertreter war, führte die Entlassung zu einem siebenwöchigen wilden Streik des Riesenbetriebs. Die Franzosen wiesen ihn 1923 wegen seines Kampfes gegen den Separatismus aus dem linksrheinischen Gebiet aus. Frenzel arbeitete dann als hauptamtlicher Sekretär für die KPD, zunächst illegal im Saargebiet. Er stand in der KPD auf dem linken Parteiflügel; wegen innerparteilicher Differenzen 1924 von einem Sekretär des Saargebiets denunziert, wurde er von den Franzosen verhaftet. Obwohl fünf Jahre Strafe beantragt worden waren, kam er mit drei Monaten Gefängnis davon. Mitte 1924 zum Orgleiter des KPD-Bezirks Rhein-Saar (ab 1925 Pfalz) berufen. Er wurde auf dem Bezirksparteitag 1927 wiedergewählt, da die Mehrheit der Delegierten der Weddinger Opposition, der sich 1926 die Pfälzer Organisation angeschlossen hatte, angehörte. Ende Dezember 1927 wurde Frenzel vom ZK abgesetzt und aus der KPD ausgeschlossen. Er blieb Hauptorganisator der Weddinger Opposition in der Pfalz; 1930 verantwortlicher Redakteur der Zeitung »Der Pionier«, herausgegeben von den Bolschewisten-Leninisten, einer vereinigten Oppositionsgruppe aus Teilen der ehemaligen Weddinger Opposition und den Trotzkisten, die den Leninbund verlassen hatten. Er gehörte der Reichsleitung der LO an. Diese Gruppe verlor in der Pfalz nach und nach ihre Bedeutung. Frenzel arbeitete nach längerer Erwerbslosigkeit wieder in seinem Beruf als Schlosser. Zwischen 1933 und 1945 dreimal für kürzere Zeit inhaftiert, baute Frenzel nach 1945 in Ludwigshafen die Gewerkschaften mit auf. Die örtliche KPD schlug ihn als stellvertretenden Bürgermeister vor. Frenzel wurde 2. Bürgermeister und wieder Mitglied der KPD in Ludwigshafen. 1949 als Bürgermeister entlassen, danach Sekretär der IG-Metall. 1951 kam es endgültig zum Bruch mit der KPD, die ihn ausschloß. 1957 pensioniert, lebte er mit seiner Familie in Ludwigshafen, er erhielt 1971 den Ehrenring der Stadt. Sein Sohn Waldemar Frenzel (*1926 – † 1996) war ebenfalls ein bekannter Gewerkschafter und Sozialdemokrat (1956 von der KPD übergetreten) in Ludwigshafen. Seine Enkelin Doris Barnett (geb. 1953) ist seit 1994 SPD-MdB. Max Frenzel starb am 18. Oktober 1975.

Wer war wer in der DDR

Freye, Hans-Albrecht

* 28.1.1923 – ✝ 24.5.1994

Geb. in Aschersleben; Vater Lehrer; Gymnasium in Magdeburg, Abitur; 1941 RAD u. Wehrmacht; 1945/46 Kriegsgefangenschaft. 1946 – 50 Studium der Biologie u. Chemie an der MLU Halle, St.-Ex.; anschl. Doz. für Biol. an der ABF Halle; zunächst Aspirant, dann Assistent am Zoolog. Inst. der MLU; 1954 Prom., 1958 Habil.; Arbeitsaufenthalte an der Zoolog. Station Neapel u. am Anatom. Inst. Frankfurt (Main); 1958 Doz. an der MLU Halle; hier 1959 Dir. des Biolog. Inst.; 1961 Prof.; 1964 – 66 Prodekan; 1966…

Wer war wer in der DDR

Frick, Rolf

* 16.9.1936 – ✝ 31.12.2008

Geb. in Chemnitz; Vater Verlagsdir.; Ausbildung zum Schriftsetzer; Maschinenbaustudium an der TH Karl-Marx-Stadt, Dipl.-Ing. für Maschinenbau u. Ing. für Polygrafie; Berufsschullehrer; 1968 LDPD; Ass., Oberass. u. Doz. an der TH Karl-Marx-Stadt, dort 1978 Dr. sc. techn.; 1979 ord. Prof. u. Ltr. des Wissenschaftsbereichs Designmethodik an der HS für Kunst u. Design Halle auf Burg Giebichenstein. Okt. 1990 – 94 MdL Sachsen-Anh., 1990 / 91 Vors. des Aussch. für Kultur u. Medien; 4.7.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Friedländer, Paul

* 2.7.1891 – ✝ 1943

(* 1891 – † 1943) Geboren am 2. Juli 1891 in Baden bei Wien, Sohn eines Rechtsanwalts; Abitur, Studium der Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte in Wien, von 1915 bis 1922 verheiratet mit Elfriede Eisler ( Ruth Fischer). 1917 Promotion zum Dr. phil. Offizier der k. u. k. Armee, gehörte im März 1918 zusammen mit seiner Frau und seinem Schwager Gerhart Eisler zu den führenden Vertretern einer linksradikalen Studentengruppe. Im November 1918 einer der Mitbegründer der KPÖ, Mitglied des ersten dreiköpfigen Sekretariats und zusammen mit Franz Koritschoner Chefredakteur der Zeitung »Weckruf« bzw. »Die soziale Revolution«. Im Februar 1919 auf dem I. Parteitag Wahl in den PV der KPÖ, im Mai 1919 Ablösung. Auf dem 5. Parteitag erneute Wahl in den PV der KPÖ und Ende 1922 KPÖ-Delegierter auf dem IV. Weltkongreß der Komintern. Aufgrund schwerer innerparteilicher Differenzen innerhalb der österreichischen Führung 1925 Übersiedlung nach Berlin und Mitglied der KPD. Er fand nach Vermittlung durch seine ehemalige Frau Ruth Fischer eine Anstellung als Redakteur bei der Zeitschrift »Inprekorr«, außerdem Mitarbeiter an der Zeitung »Welt am Abend«, deren Chefredakteur Friedländer 1933 kurzzeitig war. Im März 1933 Emigration über Wien nach Paris, Mitarbeiter im Auslandssekretariat der KPD und im Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus. Nach Kriegsausbruch im September 1939 in Frankreich interniert, distanzierte er sich im Lager Le Vernet mit einer Erklärung gegen den Hitler-Stalin-Pakt von der Politik der KPD. Er wurde daraufhin aus der Partei ausgeschlossen und eine bevorzugte Visumserteilung zur Weiteremigration verhindert. Paul Friedländer wurde 1942 vom Vichy-Regime an Nazi-Deutschland ausgeliefert. Er kam 1943 in das KZ Auschwitz und wurde dort ermordet.

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Gerd

* 28.10.1928

Geb. in Berlin; 1947 – 50 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; wiss. Assistent; 1955 Prom. zum Dr. oec. mit einer Diss. zur Kooperation zwischen VEB im Automobil- u. Traktorenbau der DDR; anschl. Doz. an der HfÖ Berlin; 1961 Habil. zum Thema »Zur Arbeit der staatl. Ltg.-Organe der soz. Industrie mit Leitbetrieben«; Berufung zum Prof. an der HfÖ Berlin, dort Aufbau des Lehrgebiets Industrieökon.; 1967/68 Dir. des Inst. für soz. Wirtschaftsführung beim Min. für…

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Friedrich, Johannes

* 27.8.1893 – ✝ 12.8.1972

Geb. in Leipzig; Vater Landkartenzeichner; 1904 – 13 Gymnasium in Leipzig; 1913 – 18 Studium der indogerman. Philologie in Leipzig, dort 1916 Prom., 1924 Habilitation; 1924 – 29 Privatdoz., 1929 außerord. Prof., ab 1936 ord. Prof. für oriental. Philologie u. Dir. des Oriental. Inst. der Univ. Leipzig; 1940 Mitgl. der Sächs. AdW; 1944 / 45 Wehrmacht, anschl. amerikan. Kriegsgef. 1947 – 48 Prodekan der historisch-philosoph. Fak., 1948 / 49 Rektor der Univ. Leipzig (Nachf. von  Erwin Jacobi); 1950…

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Friedrichson, Eckart

* 14.1.1930 – ✝ 7.6.1976

Geb. in Wernigerode; Bruder Peter F. (Schauspieler); 1947 Schauspieldebüt am Theater in Wernigerode; 1949 – 51 Schauspielausbildung in Quedlinburg; 1956 – 60 Engagement am Dt. Theater Berlin; seit 1961 freiberufl. Schauspieler, Rollen in versch. Film- u. Fernseh- prod., u. a. in »Carola Lamberti« (1954), »Ein Polterabend« (1955), »Kubinke« (1962), »Egon u. das achte Weltwunder« (1964), »Mitten im kalten Winter« (1968), »Rottenknechte« (1969) u. »Am Ende der Welt« (1974); 1955 – 75 Moderator,…

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Frings, Theodor

* 23.7.1886 – ✝ 6.6.1968

Geb. in Dülken (Rheinl.); Vater Buchbinder; Oberrealschule, Realgymnasium, Abitur; 1906 – 11 Studium der dt. u. neueren Sprachen an den Univ. Marburg u. Leipzig; 1911 Examen für das höhere Lehramt u. Prom. zum Dr. phil. an der Univ. Marburg; 1911 – 17 Schuldienst, zugl. Assistent, später Doz. an der Univ. Bonn; 1915 Habil.; 1917 a. o. Prof., 1919 ord. Prof. für dt. u. niederländ. Philol.; 1922/23 Austauschprof. in Amsterdam; 1927 – 57 ord. Prof. für Germanistik u. Dir. des Inst. für Dt. Sprache…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fritz, Albert

* 19.1.1899 – ✝ 24.2.1943

Geboren am 19. Januar 1899 in Hornberg/ Baden; Lehre und Arbeit als Eisendreher. 1921 Mitglied der KPD. 1926 übersiedelte er nach Heidelberg, wo er für die KPD in den Stadtrat gewählt wurde. Fritz, der zeitweise Betriebsrat bei der Firma Lanz AG in Mannheim war, gehörte ab 1931 als Leiter der Kasse dem Sekretariat der KPD-BL Baden-Pfalz an. 1933 verhaftet, wurde er 14 Monate im KZ Ankenburg festgehalten. 1936 erneut festgenommen und wegen Verteilung illegaler Schriften zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung arbeitete er auf der Schiffswerft in Mannheim und beteiligte sich nach Kriegsausbruch an Aktionen der von Georg Lechleiter geführten Widerstandsgruppe. Deshalb am 26. Februar 1942 verhaftet und am 22. Oktober 1942 durch den ersten Strafsenat des OLG Stuttgart zum Tode verurteilt. Albert Fritz wurde am 24. Februar 1943 in Stuttgart hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fröhlich, Horst

* 19.1.1891 – ✝ 4.1.1943

Geboren am 19. Januar 1891 in Ratibor, Sohn eines Kaufmanns; studierte nach dem Besuch des Gymnasiums und arbeitete als Buchhändler. Er schloß sich während des Krieges den Bremer Linksradikalen an, war auch Mitarbeiter der radikalen »Aktion« Franz Pfemferts und neigte zunächst zum Anarchismus. 1919 Redakteur der Bremer KPD-Zeitung und in den folgenden Jahren an verschiedenen Parteizeitungen tätig, u.a. in Frankfurt/M. Autor des antireligiösen Stückes »Opium«. 1924/25 Chefredakteur der kommunistischen »Arbeiter-Zeitung« in Breslau. Nachdem er einige Zeit in der Sportabteilung des ZK arbeitete, übernahm er 1926/27 die Agitpropabteilung der Berliner BL. Danach technischer Leiter der KPD-Parteischule, anfangs in Hohenstein, dann in Fichtenau bei Berlin. 1929 kam Fröhlich, ein literarisch gebildeter Mann, als Redakteur an die »Rote Fahne«. 1930 wurde er zum Vorsitzenden der IfA (Interessengemeinschaft für Arbeiter-Kultur) gewählt. 1931 verließ er Deutschland und ging mit seiner Frau Golda Fröhlich nach Rußland, wo beide am Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau arbeiteten. Im Dezember 1934 zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurückgekehrt, übernahm Horst Fröhlich (Deckname Dozent, Hans) die Funktion des Orgleiters der illegalen KPD-BL Wasserkante, dort am 7. März 1935 verhaftet, im Dezember 1936 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 gab es Überlegungen, Horst Fröhlich im Zuge eines Gefangenenaustausches aus Deutschland in die Sowjetunion zu holen. Als das Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten bei der Komintern nachfragte, befürwortete die Kaderabteilung und auch der deutsche EKKI-Vertreter Walter Ulbricht eine solche Aktion. Doch eine Befreiung auf dem Wege des Austausches zu fordern, hielt Dimitroff zu diesem Zeitpunkt – Januar 1941 – für unrealistisch. Als Jude wurde Fröhlich im Dezember 1942 ins KZ übergeführt. Horst Fröhlich kam am 4. Januar 1943 im Lager Golleschau, einem Nebenlager des KZ Auschwitz ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frölich, Paul

* 7.8.1884 – ✝ 16.3.1953

Als zweites von elf Kindern einer sozialistischen Arbeiterfamilie am 7. August 1884 in Leipzig geboren, lernte er sowohl die Not wie die sozialistische Gesinnung von Kindheit an kennen. Sein Vater war Maschinenschlosser, die Mutter Fabrikarbeiterin, beide seit ihrer Jugend schon während des Sozialistengesetzes aktiv in der SPD. Besuch der Bürgerschule und mit Hilfe einer Freistelle der zweijährigen Realschule bis zum Einjährigen, aber durch die Verhältnisse gezwungen, zum Unterhalt der Familie beizutragen. Zweijährige kaufmännische Lehre, 1903 und 1904 in Dresden, Neustadt (Posen) und Leipzig als Angestellter tätig. 1902 Eintritt in die SPD. In diesen Jahren intensives Selbststudium, gefördert durch Kurse des Leipziger Arbeiterbildungsvereins. Erste Versuche zu schreiben und zu referieren. Freunde ermöglichten es Paul Frölich, den Beruf aufzugeben und einige Semester das Volkswirtschaftliche Seminar der Leipziger Universität zu besuchen, von der Militärzeit unterbrochen. Nach einjährigem Dienst nahm er ein Angebot von Paul Lensch, Chefredakteur der »Leipziger Volkszeitung« an, in der Redaktion zu volontieren und sich zum Journalisten auszubilden. Er wurde Mitarbeiter von Hermann Duncker im Leipziger Arbeitersekretariat, dann freier Berichterstatter für zahlreiche SPD- und Gewerkschaftsblätter. 1908 kam Paul Frölich als Redakteur an die »Altenburger Volkszeitung« (Kopfblatt der LVZ), am 1. Oktober 1910 übersiedelte er nach Hamburg, um beim »Hamburger Echo« als Lokalredakteur für Altona zu arbeiten, er wurde Stadtverordneter in Altona. Ab Mai 1914 Redakteur der »Bremer Bürgerzeitung«. Frölich war 1914 Gegner der Burgfriedenspolitik. Zum Kriegsdienst einberufen und als Unteroffizier an die Front geschickt, wurde er nach einer Verschüttung und längerem Lazarettaufenthalt als kriegsuntauglich entlassen. Wieder Redakteur, begründete er 1916 gemeinsam mit Johann Knief die »Arbeiterpolitik«, ein Wochenblatt der linksradikalen Opposition. Delegierter der Bremer Linksradikalen auf der Internationalen Konferenz in Kienthal (Schweiz), wo er sich der Zimmerwalder Linken anschloß, die Lenin nahestand. Ende 1916 wieder eingezogen, zuerst an die Ostfront, dann nach Rendsburg, wurde er Mitte 1918 wegen fortgesetzter Antikriegspropaganda in eine Irrenanstalt gesperrt, durch die Novemberrevolution befreit. Zusammen mit Knief leitete er die »Internationalen Kommunisten Deutschlands« (Bremer Linksradikale). Auf dem Gründungsparteitag der KPD wurde Paul Frölich in die erste Zentrale der KPD gewählt. 1919 nahm er an der Bayerischen Räterepublik teil, konnte flüchten und wurde jahrelang polizeilich verfolgt. In seiner Schrift »Die Bayrische Räterepublik. Tatsachen und Kritik« (1920 unter dem Pseudonym P. Werner) analysierte er die Ereignisse und die Politik der KPD. Seine Gedenkschrift »Eugen Leviné« hat er dem standrechtlich erschossenen kommunistischen Führer der Bayerischen Räterepublik gewidmet (1922, unter P. Werner). Frölich nahm auch am II. und III. Parteitag der KPD teil und wurde wieder in die Parteizentrale berufen. Im Februar 1921 zog er (bei einer Nachwahl) in den Reichstag ein, dem er bis Dezember 1924 und von 1928 bis 1930 angehörte. 1921 zusammen mit August Thalheimer Vertreter der »Offensivtheorie«. Er wurde auch vom VIII. Parteitag 1923 in die Zentrale der KPD berufen. Da Frölich zum rechten Flügel zählte, wurde er 1924 nicht mehr Zentrale-Mitglied, er war dann vor allem publizistisch tätig. 1924 veröffentlichte er »10 Jahre Krieg und Bürgerkrieg«, Band 1, »Der Krieg«, 1926 in der Reihe »Redner der Revolution«: »Dantons Reden«, 1928 in der gleichen Reihe: »Rosa Luxemburgs Reden«. 1925 mit den Arbeiten zur Herausgabe der Gesammelten Werke Rosa Luxemburgs betraut, die Clara Zetkin und Adolf Warski leiteten, und deren erste Bände in den folgenden Jahren herauskamen. Als der »Offene Brief« 1925 die ultralinke Periode beendete, spielte Frölich auch wieder als Parteitheoretiker eine Rolle im ZK. Er nahm am XI. Parteitag 1927 teil, kam als Rechter allerdings nicht ins ZK. Wegen der zunehmenden Stalinisierung der kommunistischen Bewegung geriet er in immer schärferen Gegensatz zum Polbüro und wurde Ende 1928 mit den Führern der »Rechten Fraktion« aus der KPD ausgeschlossen. Danach gehörte er zur Reichsleitung der KPO. 1932 ging er mit der Minderheit der KPO zur SAP. Frölich verfaßte die programmatische Schrift »Was will die SAP?« und wurde auf dem Parteitag der SAP im März 1932 in den Vorstand (Beirat) der Partei gewählt. Im März 1933 von einer illegalen Reichskonferenz der SAP beauftragt, zur Auslandsarbeit nach Norwegen zu emigrieren, auf dem Wege dorthin wurde er verhaftet und neun Monate im KZ festgehalten. Durch einen Zufall freigelassen, floh er in die âSR und konnte im Frühjahr 1934 die Auslandsarbeit der SAP in Paris aufnehmen. Bis 1939 war Frölich führender Mitarbeiter an allen Publikationen der SAP (»Neue Front«, »Marxistische Tribüne«) und setzte seine Studien über die Französische Revolution fort. 1939 erschien sein Werk (1940 in englischer Übersetzung) »Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat« (2. Aufl. 1949 in Hamburg, 3. Auflage 1967 Frankfurt/M.) und 1990 im Dietz Verlag Berlin. Nach Kriegsausbruch wurde er in Vernet interniert, kam 1940 ins Camp Bassens. Im Februar 1941 gelangte Paul Frölich zusammen mit Rosi Wolfstein, seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, mit Hilfe eines Emergency Visums von Marseille aus über Martinique nach New York. Dort nahm er seine Studien über Demokratie und Diktatur in der Französischen Revolution wieder auf. Aus Anlaß des hundertjährigen Erscheinens des Kommunistischen Manifests hielt er einen Vortrag, den er 1949 unter dem Titel »Zur Krise des Marxismus« in Hamburg veröffentlichte. Ende 1950 kehrten Paul und Rosi Frölich nach Deutschland zurück, sie ließen sich in Frankfurt/M. nieder und schlossen sich der SPD an. Es folgten zwei Jahre intensiven Wirkens in Kursen, Vorträgen und mit Schriften. Paul Frölich starb am 16. März 1953. Aus seinem Nachlaß herausgegeben: »1789 – Die große Zeitwende. Von der Bürokratie des Absolutismus zum Parlament der Revolution«, Frankfurt/M. 1957.

Wer war wer in der DDR

Fruck, Hans

* 15.8.1911 – ✝ 15.12.1990

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1925 SAJ; 1925 – 30 Ausbildung zum Werkzeugdreher; 1927 – 29 Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1930 KPD; 1930 – 33 Expedient u. Hilfsred. im Verlag des Reichskomitees der RGO; 1933/34 arbeitslos; 1934 – 43 Werkzeugdreher in der Maschinenfabrik »Raboma« Berlin-Borsigwalde; Ltr. einer kommunist. Widerstandsgr. in Berlin, Kontakte zur Widerstandsgr. um Herbert Baum; 1943 Festnahme, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frenzel, Max

* 11.4.1893 – ✝ 11.10.1985

Am 11. April 1893 in Breslau geboren, Sohn eines Schuhmachers; ging nach der Lehre als Lithograph auf Wanderschaft. Im März 1908 Eintritt in die Freie Jugendorganisation in Berlin-Wedding, dort später Vorsitzender der Arbeiterjugend. Im September 1911 Mitglied der SPD. Von 1914 bis 1918 zunächst Armierungssoldat, dann in einem Fliegerersatzbataillon. Im Dezember 1918 kam Frenzel nach Berlin und arbeitete bis März 1923 als Lithograph. Ab Februar 1919 Polleiter der Gruppe IV des Spartakusbundes in Berlin. Nach dem II. Parteitag der KPD 1919 kurzzeitig Mitglied der KAPD, kehrte jedoch zur KPD zurück und war von 1922 bis 1924 in der BL Berlin-Brandenburg. Auf dem VIII. Parteitag 1923 in die Gewerkschaftskommission gewählt, wurde er im März 1923 Sekretär der Zentrale und Mitglied der Gewerkschaftsabteilung. Nach dem IX. Parteitag 1924 schied er als Rechter aus der Berliner BL aus, blieb Redakteur des »Arbeiterrats«, einer von der KPD herausgegebenen Zeitung für die Betriebsräte. Nach dem »Offenen Brief« wurde Frenzel Ende 1925 in die Orgabteilung der Zentrale übernommen, kam 1926 erneut in die Berliner BL und wurde Sekretär der Gewerkschaftsabteilung. Teilnehmer des XI. Parteitages 1927 in Essen, gehörte zu den Versöhnlern. 1928 zog er im Wahlkreis Berlin als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein. 1929 wurde Frenzel auf Beschluß des ZK aus der BL ausgeschlossen und mußte im September auch sein Landtagsmandat niederlegen, blieb jedoch Redakteur in KPD-nahen Zeitungen (»Berlin am Morgen« bzw. »Berlin am Abend«). Am 1. März 1933 kurze Zeit inhaftiert, war Frenzel anschließend bis 1936 Schuhmacher, illegal tätig im Einheitsverband der Berliner Metallarbeiter, hielt als Leiter der illegalen KPD in Berlin-Moabit Verbindung zu den Versöhnlern ( Karl Volk und Edu Wald). Im März 1936 nach Prag emigriert, distanzierte sich Frenzel nach einer Aussprache mit Walter Ulbricht von den Versöhnlern. Ab Juli 1936 Redakteur der »Deutschen Volkszeitung« in Prag, dort verhaftete ihn am 22.März 1939 die Gestapo. Am 24. Mai 1940 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, kam er nach Brandenburg-Görden, am 27. April 1945 befreit. 1945 wieder KPD-Funktionär, bis zur Spaltung Berlins 1948 Leiter der Kraftstoff- und Mineralölstelle des Magistrats, von Februar 1948 bis Februar 1953 leitender Magistratsdirektor, ab 1. März 1953 Leiter der Magistratsabteilung für Verkehr, von 1955 bis 1959 Vorsitzender der Bezirksplankommission von Ost-Berlin. Dann leitete er bis zu seinem Ausscheiden 1961 die Pressestelle des Ostberliner Magistrats. Frenzel war Mitautor des 1976 im Ostberliner Militärverlag erschienenen Buches über Gefangene im NS-Zuchthaus Brandenburg »Gesprengte Fesseln«. Frühere Mithäftlinge kritisierten das Werk wegen seiner SED-konformen Tendenz. Er erhielt 1973 den Karl-Marx-Orden. Max Frenzel starb am 11.Oktober 1985 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Freyer, Achim

* 30.3.1934

Geb. in Berlin; Vater Obertelegrafenwerkführer; 1951 Abitur; anschl. bis 1955 Studium der Gebrauchsgrafik an der FS für Angew. Kunst in Berlin; von  Bertolt Brecht als Meisterschüler für Bühnenbau an die AdK vermittelt; Ende der 1950er Jahre Bühnen- u. Kostümbildner am Staatl. Puppentheater Dresden; 1960/61 als Maler an der Großen Berliner Kunstausstellung beteiligt; seit 1962 Mitwirkung bei DEFA-Puppenfilmen; Arbeit als Bühnenbildner für  Ruth Berghaus,  Adolf Dresen u.  Benno Besson; gerät mit…

Wer war wer in der DDR

Friedeberger, Walter Axel

* 25.9.1898 – ✝ 14.5.1967

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Kaufm.; aufgew. in Berlin, dort 1916 Abitur u. 1916 – 22 Studium der Med., 1923 Prom.; 1921 SPD; 1922 – 33 im Diagnost. Inst. des Verb. der Krankenkassen in Berlin; 1923 – 33 stellv. Chefarzt u. Geschäftsf. bei der Geschäftsstelle der Ambulatorien des Verb.; 1926 – 30 zusätzl. Studium der Volkswirtschaft; 1933 entlassen u. kurzz. inhaftiert; 1935 Emigr. in die Schweiz; Großbrit., Frankreich, ab 1941 USA. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; ltd. Mitarb. der Dt.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Friedländer, Leo

* 7.5.1895 – ✝ 4.8.1937

(* 1895 – † 1937) Geboren am 7. Mai 1895 in Posen, Sohn eines jüdischen Pferdehändlers. Er studierte Medizin und wurde Arzt. Von August 1914 bis Februar 1919 Kriegsfreiwilliger, Nachrichtensoldat. Seit 1920 Mitarbeiter des Proletarischen Gesundheitsdienstes, als Kursuslehrer referierte er über sexuelle Aufklärung. Von 1924 bis 1926 an der Berliner Charité tätig, wo er auch promovierte. Leo Friedländer arbeitete 1926/27 als Arzt in Berlin-Rummelsburg und hatte anschließend bis 1933 eine eigene Praxis. 1925 Mitarbeit im Volksentscheid-Ausschuß zur Fürstenenteignung. 1926 KPD-Mitglied, 1927 im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Dort gehörte er zur kommunistischen Ärztefraktion, war seit 1928 stellvertretender Vorsitzender und gründete nach dem Ausschluß 1929 den Fichte-Samariter-Bund. 1928 Bürgerdeputierter in Berlin-Mitte, war zu den Reichstagswahlen 1932 und im März 1933 als KPD-Kandidat aufgestellt. Im März 1933 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, konnte er sein Mandat wegen der einsetzenden Verfolgung nicht mehr ausüben. Friedländer emigrierte im Mai 1933 über die âSR in die Sowjetunion. Bis Februar 1934 Arzt in der Kremlklinik. Ab April 1934 zunächst Oberarzt, dann Chefarzt am Ambulatorium der KUNMS. Am 22. März 1936 beantragte er die sowjetische Staatsbürgerschaft und wurde im Juni 1936 in die KPdSU(B) übernommen. Der Versuch, mit einer freiwilligen Meldung zu den Interbrigaden in Spanien den »Säuberungen« zu entkommen, scheiterte. Am 4. August 1937 in Moskau vom NKWD festgenommen. Vom Militärkollegium des Obersten Gerichts wurde Leo Friedländer am 3. Oktober 1937 wegen der »Teilnahme an einer konterrevolutionären trotzkistischen Organisation« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Von 1923 bis Anfang der 30er Jahre war er mit Dorothea Ehrlich (* 11. 6. 1894 in Beuthen) verheiratet. Die Tochter einer jüdischen Handwerkerfamilie war Angestellte, Mitglied der KPD und Funktionärin im RFMB, gehörte zur Bezirksversammlung Berlin-Mitte und kandidierte im November 1929 zur Stadtverordnetenwahl. In die Sowjetunion emigriert, war sie Dozentin an der Fachschule für Finanzen und Ökonomie in Moskau. Am 3. Dezember 1937 verhaftet, ebenfalls der »Teilnahme an einer konterrevolutionären Organisation« beschuldigt, wurde Dorothea Friedländer vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR am 25.April 1938 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Friedländers spätere Lebensgefährtin Charlotte Mundt, (* 30. 1. 1910 in Berlin) war Kontoristin, gehörte seit 1930 der KPD an. Sie war Leo Friedländer 1933 in die Sowjetunion gefolgt, arbeitete als Korrektorin an der DZZ in Moskau. Am 6. Oktober 1937 verhaftet, am 4. November 1937 durch ein Sondertribunal »als Familienmitglied eines Vaterlandsverräters« zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Sie soll am 22. Februar 1940 im Lager SewWostLag im Gebiet Magadan ermordet worden sein. Noch 1939 wurden Leo und Dorothea Friedländer von den NS-Behörden ausgebürgert.

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Götz

* 4.8.1930 – ✝ 12.12.2000

Geb. in Freyburg (Unstrut); Vater Rechtsanwalt, Notar; 1949 Abitur am Dom-Gymnasium Naumburg (Saale); 1949 – 53 Studium der Theaterwiss. am Dt. Theaterinst. Weimar, Diplom; Mstr.-Schüler  Walter Felsensteins; 1953 – 72 Komische Oper Berlin; ab 1953 Dramaturg u. Regieassistent; ab 1957 1. Regieassistent u. Wiss. Mitarb. des Intendanten; 1959 Regisseur; Debüt mit Puccinis »La Bohème«; 1968 – 72 Oberspielltr.; Gastspiele u. a. in Bayreuth, 1972 mit »Tannhäuser«; 1954 – 61 Lehrauftrag Dramaturgie,…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Walter

* 25.12.1883 – ✝ 16.10.1968

Geb. in Salbke (Magdeburg); Vater Ing.; Abitur; 1905 – 11 Physikstudium in Genf u. München; hier 1911 Prom. u. bis 1913 Assistent; 1914 Ltr. des Röntgenolog. Inst. der Univ.-Frauenklinik Freiburg i. Br.; dort 1922 a. o. Prof.; 1922 ord. Prof. für med. Physik u. Dir. des Inst. für Strahlenforschung der Univ. Berlin; 1929 Dekan der Med. Fak.; 1943 Verlagerung des Inst. nach Niedersachsen. 1947 Rückkehr nach Berlin u. Wiederaufbau des Inst., zugl. Aufbau u. Ltg. eines Inst. für Biol. u. Med. an der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Friemel, Otto

* 12.12.1896 – ✝ 26.3.1975

Geboren am 12. Dezember 1896 in Gernrode/Harz, Sohn einer Arbeiterfamilie; Arbeiter u. a. im Eisenhüttenwerk AG Thale. Von 1916 bis 1919 Soldat im Ersten Weltkrieg. Von 1919 bis 1922 Arbeiter in einer Streichholzfabrik, von 1922 bis 1933 im Eisenhüttenwerk Thale. Seit 1922 Mitglied der KPD, gehörte Friemel 1932/33 als KPD-Abgeordneter dem Landtag von Anhalt an. Er kam 1933 einige Wochen in »Schutzhaft«, war ab 1936 Forstarbeiter beim Forstamt Gernrode. Im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« nach dem 20. Juli 1944 erneut festgenommen. 1945 Mitglied der KPD, 1946 der SED, war er bis 1954 Bürgermeister, zeitweise auch Leiter des Arbeitsamtes Gernrode und dort zuletzt Kaderleiter im Kreisbaubetrieb. Otto Friemel starb am 26. März 1975 in Gernrode.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frisch, Wilhelm

* 29.3.1891 – ✝ 24.8.1940

Geboren am 29. März 1891 in Wemmetsweiler/Saar, Sohn eines Bergmanns; Hilfsarbeiter, Bergarbeiter. 1913 zum Militärdienst eingezogen, geriet Frisch 1915 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1918 entlassen wurde. Im November 1918 Mitglied des Soldatenrates des Ersatzbataillons 55 in Detmold. Später Bergarbeiter in Lothringen. 1927 Mitglied der KPD und Mitglied der BL Saar. Als RGO-Bezirksleiter Saar wurde er 1932 auch zum Abgeordneten des Landesrats Saar gewählt. Nach der Saarabstimmung flüchtete er im April 1935 nach Frankreich und gehörte bis zu seiner Verhaftung der illegalen KPD-AL Saar an. Frisch war im Mai 1936 Mitbegründer des Arbeitsausschusses freigewerkschaftlicher Bergarbeiter Deutschlands. Gemeinsam mit Wilhelm Knöchel und Franz Vogt nahm er als deutscher Vertreter am Kongreß der Bergarbeiter-Internationale in Luxemburg teil. Nach der Besetzung Frankreichs wurde Frisch am 24. August 1940 verhaftet. Da er in Gestapohaft schwer gefoltert wurde und bereits nach wenigen Tagen völlig entstellt war, wählte Wilhelm Frisch am 20. Oktober 1940 den Freitod.

Wer war wer in der DDR

Fritzsche, Eva

* 4.11.1908 – ✝ 4.5.1986

Geb. in Berlin; Vater Mathematiker u. Gymnasiallehrer, Mutter Lehrerin; 1914 – 24 Lyzeum in Berlin; Praktikantin und Volontärin bei Berl. Theater- und Kunstgewerbefirmen, Gelegenheitsarbeiten; 1927 erster Kontakt zum Film über Erwin Piscator, dem sie assistiert; 1930 KPD, 1936 über  Fritz Cremer Kontakt zur Widerstandsgruppe »Rote Kapelle« um Harro Schulze-Boysen (Verteilen von Flugblättern, Botengänge); 1937 – 44 Studium der Malerei an der HS der Künste Berlin; 1939 Heirat mit dem Maler Rudolf…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fröhlich, Golda

* 7.6.1898 – ✝ 31.12.1942

Geboren am 7. Juni 1898 in Haaren als Golda Hartog, Tochter eines Viehhändlers. Zunächst war sie von 1916 bis Frühjahr 1918 Buchhalterin im Warenhaus »Tietz« in Chemnitz. 1916/17 schloß sie sich dem Spartakusbund an und gehörte 1918 zum Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz. Von Mai 1919 bis 1922 im Apparat der Zentrale der KPD, anschließend besuchte sie die Parteischule und machte Agitationsarbeit in Hannover, Nordbayern und Hessen. Seit 1923 Korrespondentin der Derutra, von Oktober 1925 bis Juli 1928 in der Handelsvertretung der UdSSR in Berlin tätig und später Mitarbeiterin im MOPR-Verlag. Wie ihr Mann Horst Fröhlich bewarb sie sich längere Zeit für eine Mitarbeit am Moskauer Marx-Engels-Lenin-Institut, sie bekamen 1931 eine Anstellung und übersiedelten beide nach Moskau. Golda Fröhlich übte verschiedene Funktionen aus, war von 1931 bis 1933 an der Leninschule. 1932 in die KPdSU (B) übernommen, wurde sie jedoch im November 1936 nach der Verhaftung ihrer Schwestern Selma Gabelin ( Bernward Gabelin) und Johanna Wilke ( Walter Wilke) aus der Partei ausgeschlossen. 1937 Lehrerin, von 1938 bis 1939 Korrektorin in der Druckerei des Verlags für fremdsprachige Literatur, 1940 Bibliothekarin in der Leninbibliothek. Sie soll 1942 in einem Moskauer Hospital an einer Lungenentzündung verstorben sein.  In den Lebenserinnerungen von Gabriele Stammberger „Gut angekommen – Moskau“, heißt es, dass Golda Fröhlich Ende Dezember 1941 mit einem Evakuierungszug aus Moskau in Taschkent eingetroffen sei. Sie wurde auf der Straße aufgelesen, befand sich in einem verwirrten Zustand, war ohne Papiere und anscheinend an Typhus erkrankt. Nach einer Erstversorgung wurde sie an die MOPR übergeben und laut Auskunft in einen Zug Richtung Osch gesetzt, wo sie in einem Emigrantenheim unterkommen sollte. Ihr Todesdatum wurde amtlich auf den 31. Dezember 1942 festgesetzt.

Wer war wer in der DDR

Frommhold, Erhard

* 8.5.1928 – ✝ 17.10.2007

Geb. in Altenburg (Thür.); 1943/44 Ausbildung zum Klempner in Altenburg; Okt. 1944 RAD; 1945 Wehrmacht (Marine); Gefangenschaft, Einsatz bei der Minenräumflotte. Febr. 1946 KPD; 1946 Beendigung der Ausbildung; 1947 Vorstudienanstalt in Keilhau (Krs. Rudolstadt); 1947 – 51 Studium der Soziologie, Kunstgeschichte u. Germanistik in Jena; 1951/52 Ref. im Min. für Volksbildung des Landes Thür. u. der Staatl. Kommission für Kunstangelegenh. des Landes Thür.; 1952 – 91 zunächst Lektor, später…

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Frühauf, Hans

* 4.1.1904 – ✝ 29.10.1991

Geb. in Pforzheim; 1923 Abitur in Stuttgart; nach prakt. Tätigkeit in der Elektroindustrie 1924 – 28 Studium an der TH Stuttgart; 1928 – 33 hier Assistent u. Doz., 1931 Prom.; 1933 NSDAP; 1933 – 38 Laborltr. bei der Firma SABA in Villingen; 1938 – 45 Techn. Dir. der Graetz-AG Berlin. 1945 – 48 Chefing. u. stellv. Dir. bei Stern-Radio in Rochlitz; 1946 SED; 1948 – 50 wiss. Ltr. u. techn. Dir. der VVB RFT in Leipzig; 1950 ord. Prof. für Schwachstromtechnik an der TH Dresden, zugl. Dir. des Inst.…