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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Gereke, Günther

* 6.10.1893 – ✝ 1.5.1970

Geb. auf dem Rittergut Gruna (b. Delitzsch); Studium der Rechts- u. Staatswiss., sowie Nationalökon. an den Univ. Leipzig, München, Würzburg u. Halle; St.-Ex. u. Prom zum Dr. jur. u. Dr. rer. pol.; Regierungsassessor der Landesreg. in Potsdam; Militärdienst (freiw. Teiln. am 1. Weltkrieg); 1917 Reg.-Ref. in Kyritz; Bürgermstr. in Meyenburg (b. Brandenb.); ab 1919 Landrat in Torgau; Abg. der DNVP im sächs. Provinziallandtag; 1922 aus dem Staatsdienst ausgeschieden; Bewirtschaftung seines Gutes…

Wer war wer in der DDR

Gerigk, Hermann

* 8.5.1924 – ✝ 2.2.1960

Geb. in Allenstein (Ostpr./Olsztyn, Polen); Abitur; Abbruch eines Jura-Studiums; Lehrer; Mitgl. der HJ, bis 1942 Stammführer in Lyck (Ostpr.); 1945 Wehrmacht, Strafbat. 1945 CDU, FDJ u. DSF; Neulehrer in Eberswalde-Finow; 1946 – 48 u. 1949/50 Beisitzer u. Abt.-Ltr. des CDU-LV Brandenb.; 1948 Oberref. im Brandenb. Volksbildungsmin.; 1948/49 Mitgl. des ZR der FDJ; 1949/50 Abg. der Volkskammer (CDU); 1948 – 50 Abt.-Ltr. im Min. der Landesreg. Brandenb.; 1950 – 52 Mitgl. des Landtags Brandenb.…

Wer war wer in der DDR

Gersch, Manfred

* 12.8.1909 – ✝ 4.12.1981

Geb. in Dresden; 1916 – 29 Volks- u. Realschule in Dresden, Abitur; Studium der Zoologie, Botanik u. Chemie an der Univ. Leipzig, 1935 dort Prom.; 1935 – 39 Unterrichtsass. am Zoolog. Inst. der Univ. Leipzig, 1938 Habil., Privatdoz.; 1940 – 45 Kriegsdienst, Verwundung, sowj. Kriegsgef. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Ass. am Zool. Inst. der Univ. Leipzig; 1951 Prof. für vgl. Embryologie u. Morphologie an der Univ. Jena, dort ab 1953 Prof. mit Lehrstuhl für Zoologie u. Dir. des Zool. Inst. sowie Ltr.…

Wer war wer in der DDR

Gerstner, Sibylle

* 17.8.1920 – ✝ 25.12.2016

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen) in einer dt.-jüd. Familie; Vater Pelzwarenfabrikant u. Versandhändler (vermutl. im Zuchthaus Öls / Schles. gest.), Mutter Geschäftsfrau; 1926 – 36 Privatschule, Realgymn. in Breslau; ab 1936 Studium an der Textil- u. Modeschule in Berlin, dann Studium der Malerei u. Illustration an der Berliner Kunstakad., Abbruch wg. der NS-Rassegesetzgebung, zeitw. Fortsetzung des Malerei-Studiums an der Kunstgewerbeschule Wien; 1939 / 40 Bekanntschaft mit ihrem späteren Mann…

Wer war wer in der DDR

Geweniger, Ute

* 24.1.1964

Geb. in Karl-Marx-Stadt; 1970 BSG Motor Schönau Karl-Marx-Stadt; 1972 Beginn mit dem aktiven Schwimmsport; 1974 Wechsel zum SC Karl-Marx-Stadt (Trainer: Joachim Rother); 1977 zweifache Spartakiadesiegerin; 1980 erster WR über 100 m Brust (1:10,20 Min.); 1980 Olympiasiegerin über 100 m Brust u. mit der 4 x 100-m-Lagenstaffel; 1981 fünffache EM (100 m u. 200 m Brust, 100 m Delphin, 200 m Lagen, 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1982 dreifache WM (100 m u. 200 m Brust, 4 x 100-m-Lagenstaffel), Vize-WM über…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Geyer, Friedrich

* 12.3.1853 – ✝ 22.1.1937

Geboren am 12. März 1853 in Großenhain/ Sachsen, Sohn eines Fleischermeisters. Zigarrenarbeiter und Wanderschaft, 1868 Eintritt in die Gewerkschaft, 1871 Mitglied der Sozialdemokratie. Er gehörte bis 1874 den Vorständen der Filialen des Zigarrenarbeiterverbandes von Frankenberg in Sachsen, Pirna, Leipzig und Berlin an, war von 1874 bis 1879 Bevollmächtigter des Verbandes in Großenhain. Ab 1882 selbständiger Zigarrenfabrikant in Großenhain, während des Sozialistengesetzes 1882 wurde er zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Von 1890 bis 1894 Redakteur der Zeitung »Der Wähler« in Leipzig, 1894/95 der »Volkszeitung«, hat er von November 1895 bis November 1918 das Verbandsorgan »Tabakarbeiter« mit Sitz in Leipzig redigiert. Friedrich Geyer war von 1898 bis 1902 Vorsitzender der SPD Leipzig, gehörte von 1913 bis 1916 der Zentralen SPD-Kontrollkommission an. Nach Ausbruch des Weltkrieges in Opposition zur Politik der Reichstagsfraktion und des SPD-Vorstandes, wurde 1916 Mitglied der SAG, 1917 der USPD und von 1917 bis 1920 Mitglied der zentralen USPD-Kontrollkommission. Friedrich Geyer gehörte von 1885 bis 1897 dem Sächsischen Landtag, von März 1886 bis Februar 1887 auch dem Reichstag an. Im Februar 1890 wurde er erneut in den Reichstag gewählt und blieb dessen Abgeordneter bis zur Novemberrevolution. Im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates von Leipzig, leitete er vom 15.November 1918 bis 21. Januar 1919 als Volksbeauftragter das Finanzressort in der sächsischen Revolutionsregierung unter Richard Lipinski. Geyer stand wie sein Sohn Curt Geyer und seine Schwiegertochter Anna Geyer auf dem linken Flügel der USPD und trat für die Annahme der 21 Bedingungen der Komintern ein. Im Dezember 1920 Delegierter des Vereinigungsparteitages, wurde Mitglied der zentralen VKPD-Revisionskommission. Im Januar 1919 im Wahlkreis Sachsen in die Deutsche Nationalversammlung gewählt und im Juni 1920 wieder in den Reichstag, dem er bis 1924 angehörte. Zusammen mit den linken USPD-Abgeordneten (u. a. Ernst Däumig, Joseph Herzfeld, Hermann Remmele) sowie seinem Sohn Curt Geyer bildete Friedrich Geyer am 9. Oktober 1920 zunächst die USPD-Fraktion (Linke) und Anfang Dezember 1920 mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi die gemeinsame VKPD-Reichstagsfraktion. Friedrich Geyer, der wie sein Sohn auf seiten Paul Levis stand und dessen Kritik an der VKPD teilte, verließ die VKPD, schloß sich im September 1920 zunächst der KAG an und kehrte über die USPD in seine alte Partei, die SPD, zurück. Friedrich Geyer wohnte seit 1933 in Tharandt in Sachsen, wo er am 22.Januar 1937 hochbetagt starb.

Wer war wer in der DDR

Gibtner, Horst

* 23.8.1940 – ✝ 2.4.2006

Geb. in Hirschberg am See (Krs. Böhm. Leipa/ Doksy u. Máchova Jezera, Tschechien); 1958 Abitur in Quedlinburg; 1958/59 Praktium bei der DR in Magdeburg; 1959 – 64 Studium an der HS für Verkehrswesen »Friedrich List« in Dresden, Dipl.-Ing.; 1964 – 69 Mitarb. im Werk für Signal- u. Sicherungstechnik in Berlin, zeitw. in einer Entw.-Stelle der DR; 1969 – 90 Mitarb. des Min. für Verkehrswesen; 1971 CDU; 1979 – 81 Bezirksstadtrat in Berlin-Friedrichshain; 1981 – 90 Vors. des CDU-KV Berlin-Treptow;…

Wer war wer in der DDR

Gießmann, Ernst-Joachim

* 12.2.1919 – ✝ 17.10.2004

Geb. in Berlin; Vater Lehrer u. Kantor in Friedrichsthal (b. Oranienburg); Reformrealgymnasium in Oranienburg, 1937 Abitur; 1.5. 1937 NSDAP; Studium der Mathematik u. Physik an der TH u. Univ. Berlin, 1943 Dipl.-Phys.; 1943 Wehrdienst; 1943 – 45 Mitarb. am Inst. für techn. Physik an der TH Berlin; Mitgl. der Bekennenden Kirche. 1945 – 48 Lehrer u. Dir. von OS in Oranien- burg u. Frankfurt (Oder); 1945 FDGB, KB; 1946 SED; Prom. zum Dr. rer. nat.; 1948 DSF; 1946 – 48 Stadtverordn. in Oranienburg;…

Wer war wer in der DDR

Gilde, Werner

* 9.6.1920 – ✝ 2.2.1991

Geb. in Horst (Holstein) als Sohn eines Maurers; 1939 Abitur am Realgymnasium; RAD; Studium der Metallkunde, Mineralogie u. Physik in Göttingen; freiw. Kriegsdienst in einem Artillerie-Rgt., zul. Ltn. 1945 Forts. des Studiums u. 1947 Prom.; 1948 Übersiedl. in die SBZ; Ltr. der Gütekontrolle in der Maxhütte Unterwellenborn; SED; Forschung auf dem Gebiet der Schweißmetallurgie, Dipl. als Schweißing. u. Plastanwendungsing.; 1952/53 Abt.-Ltr. im Eisenforschungsinst. Hennigsdorf; 1953 – 85 Dir. des…

Wer war wer in der DDR

Girnus, Wilhelm

* 27.1.1906 – ✝ 10.7.1985

Geb. in Allenstein (Ostpr./Olsztyn, Polen); Vater Gerber; 1912 – 25 Volksschule, Gymnasium, Abitur; 1925 – 32 Werkstudium (Ausbildung zum Kunsttischler u. Studium Malerei/ Kunstgeschichte) an der Akad. für Kunst u. Kunstgewerbe Breslau (frz. Lit. u. a. an der Sorbonne Paris), Examen für Werklehrer u. Kunsterzieher; 1929 KPD; 1931 Reichsltg. »Rote Studenten«; 1932 Mitgl. der erw. KPD-BL Ostpr.; nach dem 2. St.-Ex. höherer Schuldienst; 1932/33 Studienassessor am Gymn. in Hohenstein, entlassen;…

Wer war wer in der DDR

Glaeser, Wolfgang

* 9.7.1940 – ✝ 28.3.2020

Geb. in Brandenburg (Havel); Vater kfm. Angest.; 1946 – 58 Volks- u. Oberschule, Abitur; 1958 – 62 Pädagogikstudium (Sport u. Geographie) an der HU Berlin; St.-Ex., Fachlehrer; 1962 – 73 Schwimmtrainer an einer KJS in Brandenb.; 1973 – 85 Lehrer für Geogr. u. Sport an einer POS in Brandenb.; 1966 NDPD; Vors. eines Wohngebietsverb. in Brandenb., ab 1974 Mitgl. des Krs.-Vorst. Brandenb., 1986 – 90 dort Sekr.; 1974 – 89 Stadtverordneter; 21.1.1990 Vors. der NDPD (Nachf. von  Günter Hartmann),…

Wer war wer in der DDR

Gläser, Georg

* 3.5.1915 – ✝ 23.8.1994

Geb. in Berlin; Vater Kesselschmied; Volksschule; Ausbildung zum Drucker, abgebrochen; mit den Eltern 1931 in die UdSSR; 1933 Ausbildung zum Maschinensetzer; Ltr. der dt. Jugendgr. im Klub ausländ. Arbeiter; Mitgl. des Komsomol; 1934 Vorbereitungskurs für illeg. pol. Arbeit in Dtl. unter  Paul Verner; Okt. 1934 über Prag nach Hannover, Magdeburg u. Berlin, bis Herbst 1935 in Hannover; Teiln. am KJI-Kongreß in Moskau; Lehrgang an der kommunist. Univ. der nat. Minderheiten des Westens bis zur…

dissidenten.eu

Geremek, Bronisław

* 1932 – ✝ 2008

Bronisław Geremek wurde 1932 in Warschau geboren. 1954 schloss er sein Studium an der Historischen Fakultät der Warschauer Universität ab, führte es dann aber an der École Pratiques des Hautes Études in Paris fort. Von 1955 bis 1985 arbeitete er (mit einer Pause in den Jahren 1960–1965) im Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften und leitete 1965–1980 die Arbeitsstelle für mittelalterliche Kulturgeschichte. 1962–1965 hielt er auch Vorlesungen an der Pariser Sorbonne und…

Wer war wer in der DDR

Gerlach, Hans

* 22.12.1919 – ✝ 4.12.1986

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Möbeltischler; 1939 – 45 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Tätigkeit als Arbeitsschutzinspekteur bzw. Sekr. der NF in Löcknitz u. Ueckermünde; 1951 SED; 1951 – 53 Instrukteur, Abt.-Ltr. bzw. Sekr. der SED-KL Ueckermünde; 1954 – 56 1. Sekr. der SED-KL Demmin; 1956 – 59 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1959 / 60 1. Sekr. der SED-KL Ueckermünde; 1960 – 64…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gersoni, Paul

* 24.9.1884 – ✝ 1938

Geboren am 24. September 1884 in Berlin; lernte Schriftsetzer. 1904 trat er der SPD bei und arbeitete bis zum Weltkrieg in seinem Beruf. Nach dem Krieg lebte Gersoni im Saarland, 1919 Mitglied der KPD, bis 1921 war er in der Bezirksleitung Saar als Parteisekretär tätig. Von 1921 an leitete er die KPD-Druckerei in Leipzig, war ab 1927 Geschäftsführer der KPD-Druckereien in Hamburg und Frankfurt/M., danach wieder in Saarbrücken, dort erneut in der BL aktiv. 1935 emigrierte Gersoni nach Paris und von da aus im Juli 1935 in die Sowjetunion, wo er wieder im Druckereiwesen tätig war. Paul Gersoni wurde im Juli 1937 vom NKWD verhaftet, er soll 1938 als Opfer der Stalinschen Säuberungen ermordet worden sein.

Wer war wer in der DDR

Gertz, Karl-Erich

* 18.9.1936

Geb. in Berlin; Vater kaufm. Angest., Mutter Verkäuferin; Grund- u. OS, 1955 Abitur; 1955 /56 Vorpraktikum in versch. Glas- u. Keramikbetrieben; 1956 – 61 Studium an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Ing. für Silikathüttenkunde; 1961 – 64 Ass. u. Bearbeiter für Forsch. u. Entw. im VEB Fliesenwerk Boizenburg; 1964 SED; 1964 – 71 Dir. für Prod., 1967 – 74 Dir. für Forsch. u. Technik, ab 1973 stellv. GD des neu gegr. Kombinats Baukeramik; ab 1974 GD des VEB Kombinat Baukeramik (Nachf. von Werner…

Wer war wer in der DDR

Geyer, Eduard (Ede)

* 7.10.1944

Geb. in Bielitz (Krs. Freystadt, Oberschles./ Bielice Kozuchowskie, Polen); nach Kriegsende Übersiedl. mit der Fam. nach Dresden; beginnt 1954 als Fußballspieler bei der BSG Aufbau Dresden-Mitte, zunächst Torwart, später Verteidiger; 1957 – 68 beim SC Einheit/ FSV Lokomotive Dresden; 1968 – 75 bei Dynamo Dresden, 1969 Aufstieg in die Oberliga, 1991 FDGB-Pokalsieger, 1971 u. 1973 DDR-Mstr., insg. 112 Einsätze u. 12 Tore; ab 1971 beim MfS als IM »Jahn« erf.; Ing.-Studium, dann Ausb. zum…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Geyer, Curt

* 19.11.1891 – ✝ 24.6.1967

Geboren am 19. November 1891 in Leipzig als Sohn des sozialdemokratischen Funktionärs Friedrich Geyer. Nach der Oberrealschule studierte er von 1911 bis 1914 an der Universität Leipzig und promovierte zum Dr. phil. Curt Geyer trat 1911 der SPD bei und fing 1914 als Redaktionsvolontär in Leipzig an, wurde dann Redakteur bei der »Fränkischen Tagespost« in Nürnberg, von 1915 bis 1917 Redakteur des »Fränkischen Volksfreunds« in Würzburg und von 1917 bis 1920 bei der »Leipziger Volkszeitung«. Er ging 1917 zur USPD und war während der Novemberrevolution Mitglied und ab Februar 1919 Vorsitzender des engeren Ausschusses des Arbeiterrates von Leipzig, dann im Dezember 1919 und im April 1920 Delegierter zu den Reichrätekongressen in Berlin. Geyer stand auf dem linken Flügel der USPD, übernahm im Sommer 1920 die Leitung der »Hamburger Volkszeitung«. Auf dem Spaltungsparteitag in Halle im Oktober 1920 wurde er zum Beisitzer in das ZK der USPD-Linke gewählt, schließlich im Dezember 1920 (bis Mai 1921) Mitglied der Zentrale der VKPD. Er hatte bereits der Nationalversammlung angehört und war im Juni 1920 für die USPD als Abgeordneter in den Reichstag gekommen. Da er Paul Levis Kritik an der März-Aktion unterstützte, forderte die Mehrheit im ZA im April 1921 u. a. auch Curt Geyer auf, sein Reichstagsmandat zur Verfügung zu stellen. Geyer weigerte sich, sein Mandat zurückzugeben, was der ZA mißbilligte. Nachdem der III. Weltkongreß der Komintern im Sommer 1921 die Haltung Levis verurteilte, wurde auch Curt Geyer offiziell auf dem VII. Parteitag im August 1921 aus der VKPD ausgeschlossen. Er ging zunächst wie viele andere ausgeschlossene Funktionäre zur KAG, im Februar 1922 zur USPD bzw. im September 1922 zur SPD. 1923 erschien Geyers bekanntestes Buch »Der Radikalismus in der deutschen Arbeiterbewegung. Ein soziologischer Versuch«. Von März 1924 bis Anfang 1933 arbeitete Geyer als Redakteur beim »Vorwärts«, emigrierte im Oktober 1933 in die Tschechoslowakei, wo er als Chefredakteur des »Neuen Vorwärts« unter dem Pseudonym Max Klinger schrieb. 1934 erschien in Karlsbad seine Anti-Nazi-Schrift »Volk in Ketten«. Geyer war ein scharfer Gegner der »Einheitsfront« mit den Kommunisten. Ende 1937 gelangte er nach Frankreich und 1941 über Lissabon nach Großbritannien, er verließ die SPD. Nach 1945 britischer Staatsangehöriger, war er Auslandskorrespondent westdeutscher Zeitungen in London. Während eines Kuraufenthaltes in der Schweiz starb Curt Geyer am 24. Juni 1967 in Lugano. 1976 erschienen posthum seine Erinnerungen »Die revolutionäre Illusion. Zur Geschichte des linken Flügels der USPD«.

Wer war wer in der DDR

Gienke, Horst

* 18.4.1930

Geb. in Schwerin; Vater städt. Beamter; Gymnasium; 1949 – 54 Studium der Theol. in Rostock; 1954 Ordination, erste Pfarrstelle in Blankenhagen (Mecklenb.), dort ab 1957 zunehmend Konflikte mit der restriktiven staatl. Kirchenpol.; 1960 Pfarrer an der Johanneskirche in Rostock; 1964 – 71 Rektor des Predigerseminars der Mecklenb. Ev.-Luth. Landeskirche in Schwerin u. bis 1972 Mitgl. der Landessynode; seit Gründung des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR im Jahr 1969 – 89 Mitgl. der Bundessynode u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Giesselmann, Otto

* 2.4.1904 – ✝ 3.8.1944

Geboren am 2. April 1904 in Schildesche/Krs. Bielefeld, Sohn einer Arbeiterfamilie; kaufmännische Lehre, Metallarbeiter. 1921 Mitglied der kommunistischen Jugend, 1922 der KPD. Giesselmann leitete 1927 die KPD in Bielefeld-Ost und führte die kommunistische Fraktion im DMV Bielefeld. 1928 erwerbslos, meldete er sich beim ZK, um als Facharbeiter in die Sowjetunion zu kommen und konnte 1929 zum Studium an der Internationalen Leninschule nach Moskau reisen. Nach seiner Rückkehr wurde er vom ZK 1931 zum Nachfolger von Eugen Wiedmaier als Polleiter des Bezirks Danzig eingesetzt. Im Februar 1933 in Danzig verhaftet und der Gestapo in Marienburg übergeben, die ihn in ein KZ überführte, aus dem er im Januar 1936 entlassen wurde. Giesselmann ging nach Bielefeld zurück und arbeitete als kaufmännischer Angestellter. Ende 1941 beteiligte er sich in der Gruppe Hermann Kleinewächter u. a. am Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Mit zahlreichen Mitgliedern dieser Gruppe Ende 1943 verhaftet, wurden er und mehrere Mitangeklagte am 3. August 1944 vom 2. Senat des VGH zum Tode verurteilt. Otto Giesselmann wurde am 22. September 1944 in Bielefeld hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gill, Hugo

* 6.2.1897 – ✝ 14.5.1972

Geboren am 6. Februar 1897 in Berlin, Sohn eines Tischlers, 1898 Umzug nach Hamburg; ungelernter Arbeiter. 1915 Eintritt in die SPD. 1917/18 Kriegsdienst. 1920 Mitglied der USPD, 1922 der KPD. Gill wurde Polleiter in einem Hamburger UB und später auch Mitarbeiter der BL Wasserkante bzw. Angestellter bei der sowjetischen Handelsgesellschaft Derutra. Im April 1932 wurde Gill in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, der er bis März 1933 angehörte. Ab Januar 1933 war er Instrukteur und für die Verbindung zur Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit verantwortlich. Am 24. Oktober 1933 verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, im Dezember 1937 zwar entlassen, aber im Februar 1938 erneute Festnahme und Verurteilung zu eineinhalb Jahren Zuchthaus. Anschließend dienstverpflichtet, 1940 kam Gill nach Dänemark, zum Luftgaukommando Aalborg. Im Herbst 1944 zur Wehrmacht einberufen, kehrte er im Sommer 1945 schwer krank nach Hamburg zurück; Gill war bis 1956 hauptamtlicher Mitarbeiter der KPD-Landesleitung Hamburg und 1953 Bürgerschaftsabgeordneter. Nach dem KPD-Verbot zunächst arbeitslos, später Bote bei einer Hamburger Firma. Er gehörte seit 1956 der illegalen KPD-Landesleitung Schleswig-Holstein an und war ab 1968 in Hamburg Mitglied der DKP. Hugo Gill starb am 14. Mai 1972 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Gißke, Ehrhardt

* 2.3.1924 – ✝ 19.7.1993

Geb. in Schönstedt (Krs. Bad Langensalza); Vater Maurer; 1938 – 40 Ausbildung zum Maurer; 1941 – 43 Staatsbauschule Gotha; 1942 NSDAP; 1943 – 45 Wehrmacht. 1945 Ing.-Schule für Bauwesen Gotha, Bauing.; SED; 1945 – 50 Ltr. des volkseigenen Entwurfsbüros in Bad Langensalza; leitete den Wiederaufbau des durch eine Naturkatastrophe zerstörten Ortes Bruchstedt, den Bau von Sportstätten in Oberhof u. Leipzig; 1952 Abt.-Ltr. im thüring. Min. für Wirtschaft u. Arbeit in Erfurt; 1951/52 Sonderbeauftr. im…

Wer war wer in der DDR

Glaß, Harry

* 11.10.1930 – ✝ 14.12.1997

Geb. in Klingenthal (Vogtl.); Vater Schuhmacher; Volksschule; 1946 – 50 Ausbildung zum Schuhmacher, dann Hauer u. 1954 – 56 Schießer bei der SDAG Wismut; zunächst Fußballspieler, ab 1950 Skispringer beim SC Dynamo Klingenthal; 1954 – 58 viermaliger DDR-Mstr.; gewann mit der Bronzemedaille bei den Olymp. Winterspielen 1956 die erste olymp. Medaille für die DDR; ab 1956 Angeh. der DVP, zul. Major; 1960 Beendigung der sportlichen Laufbahn; 1960 – 64 Mitgl. des Präs., dann bis 1988 Mitgl. des BV des…

Wer war wer in der DDR

Gläser, Peter (»Cäsar«)

* 7.1.1949 – ✝ 23.10.2008

Geb. in Leipzig; ab 1956 Volksmusikschule in Leipzig; 1965 Elektromonteurlehre beim VEB Energieversorgung Leipzig; ab 1966 in versch. Bands von  Klaus Renft; 1967 – 89 beim MfS als IM »Klaus Weber« erf.; 1971 erste Erfolge der Klaus-Renft-Combo mit seinen Komp.: »Wer die Rose ehrt« (Text:  Kurt Demmler), »Zwischen Liebe u. Zorn«, 1972 »Cäsars Blues« (Texte:  Gerulf Pannach); 1972 – 75 Abendstudium an der HS für Musik in Leipzig (Gitarre); 1973 »Ketten werden knapper« (Lied zu den X.…

Wer war wer in der DDR

Gerhardt, Horst

* 24.2.1935

Geb. in Magdala (Thür.); Vater Arbeiter; 1953 Abitur, 1954 – 59 Studium der Fächer Bergbau u. Tiefbau an der Bergakad. Freiberg, 1959 Dipl.-Ing.; 1959 – 64 Assistent, Steiger, Technologe u. Ltr. der Bergbautechnol. des VEB Bleierzgruben »Albert Funk« in Freiberg; Honorardoz. an der Berging.-Schule in Eisleben; 1964 Assistent bzw. Oberassistent am Inst. für Bergbaukunde/Tiefbau der Bergakad. Freiberg; 1965 – 67 Abt.-Ltr. im Wiss.-Techn. Zentrum Erzbergbau in Sangerhausen; 1967 SED; 1968 – 72…

Wer war wer in der DDR

Gerlach, Hans-Martin

* 10.12.1940

Geb. in Wimmelburg/Eisleben; Vater Bergmann; ab 1947 Grundschule, 1959 Abitur an der Martin-Luther-OS Eisleben; 1959 – 64 Studium der Philos. mit Nebenfach dt. Lit.-u. Kunstgeschichte an der KMU Leipzig; 1963 SED; 1964 – 69 wiss. Assistent am Inst. für Philos. der MLU Halle, 1968 Prom. mit der Arbeit »Die polit. Philos. Karl Jaspers«, 1979 – 75 wiss. Oberass., 1975 Habil. zum Thema »Von der Existenz zum Sein. Existenzphilosophie v. Jaspers u. Heidegger«; 1976 – 82 Doz. u. 1984 ord. Prof. für…

Wer war wer in der DDR

Gerster, Ottmar

* 29.6.1897 – ✝ 31.8.1969

Geb. in Braunfels (Lahn); Vater Neurologe; Mutter Pianistin; Gymnasium in Wetzlar; Violin- u. Klavierunterricht; 1913 – 20 Besuch des Hochschen Konservatoriums Frankfurt (Main), dort Bekanntschaft mit Paul Hindemith; 1916 – 18 Militärdienst; Konzertmstr. 1920/21 in Bad Homburg u. 1921 – 23 beim Sinfonieorchester Frankfurt (Main); 1923 – 27 dort Solobratscher, zugl. im Lanzewski- bzw. Witek-Quartett; 1927 – 47 Doz. an der Folkwangschule Essen, daneben Ltr. von Chören des Dt. Arbeiter-Sängerbunds;…

Wer war wer in der DDR

Geschke, Ottomar

* 16.11.1882 – ✝ 17.5.1957

Geb. in Fürstenwalde (Spree); Vater Schmied; Mittelschule; Ausbildung zum Schlosser; Arbeit als Monteur; 1910 SPD u. DMV; 1916/17 Militärdienst, entlassen wegen Krankheit, Zuteilung zum RAW in Berlin; 1917 USPD; 1919 KPD; versch. gewerkschaftl. u. Parteifunktionen auf regionaler u. zentr. Ebene; ab Mai 1923 Mitgl. der KPD-Zentr., 1924 – 46 des ZK der KPD; 1925 – 27 Mitgl. des PB, 1925 – 27 Mitgl. u. Sekr. des Org.-Büros des ZK, 1921 – 24 Abg. des Preuß. Landtags; 1923 – 33 Funktionen in der… Geboren am 16. November 1882 in Fürstenwalde/Spree, Sohn eines Schmieds; er besuchte die Knaben-Mittelschule, lernte Schlosser und ging anschließend auf Wanderschaft und war dann bei der Eisenbahn tätig. 1910 Mitglied der SPD, gehörte in Berlin zum linken Flügel. Geschke wurde 1916/17 Soldat, im Januar 1918 wegen Krankheit entlassen, dann Monteur beim Werkstättenamt der Reichsbahndirektion Berlin. Anhänger der Spartakusgruppe, trat 1917 zur USPD über. 1918 Mitglied der Revolutionären Obleute Berlins, ab 10. November 1918 war er im Berliner Arbeiter- und Soldatenrat. Seit Parteigründung 1919 in der KPD, nahm Geschke am sogenannten Spartakusaufstand teil und befand sich von Juni bis November 1919 in »Schutzhaft«. Ab November 1919 Sekretär der Betriebsrätezentrale Berlin, er saß auch in der engeren Leitung der KPD Berlin-Brandenburg, war seit Dezember 1920 2. Orgsekretär und wurde auf dem VII. Parteitag 1921 in den ZA berufen. Von 1921 bis 1924 Abgeordneter des Preußischen Landtags (Wahlkreis Berlin), 1921 wurde er zum Vorsitzenden des Berliner Eisenbahnerverbandes gewählt, aber vom Hauptvorstand nicht bestätigt. In den folgenden Jahren spielte Geschke als einer der Führer der linken Opposition in der KPD eine Rolle. Auf dem VIII. Parteitag 1923 von den Linken als Mitglied der Zentrale vorgeschlagen, aber nicht gewählt, doch im Mai 1923 berief ihn dann der ZA (ebenso wie Ruth Fischer, Ernst Thälmann und Arthur König) in die Zentrale. Während der Vorbereitung des Oktober 1923 gehörte er zum Militärapparat (Pseudonym: Eisbär), in dem er bis 1926 tätig war. Nachdem die Linken 1924 die Parteiführung übernahmen, wurde Geschke auf dem IX. Parteitag in die Zentrale gewählt. Neben Werner Scholem leitete er die Orgarbeit der KPD und führte die Bolschewisierung durch. Unter dem Decknamen Gebhardt berief ihn der V. Weltkongreß der Komintern 1924 zum Mitglied und Sekretär ins EKKI-Präsidium. Da Scholem 1925 die ultralinke Opposition gegen die Fischer-Führung leitete, übernahm Geschke hauptverantwortlich die Orgarbeit. Auf dem X. Parteitag 1925 verteidigte er vehement die Ruth-Fischer-Führung und fuhr den Jugenddelegierten unter Konrad Blenkle grob über den Mund, als diese opponierten. Geschke wurde nunmehr auch ins Polbüro gewählt. Als die Komintern-Führung mit dem »Offenen Brief« 1925 die Fischer-Führung absetzte, rückte Geschke ebenso schnell von dieser ab. Er war neben Thälmann und Philipp Dengel der prominenteste deutsche Linke, den die Komintern zu sich herüberziehen konnte. Im Dezember 1924 im Wahlkreis Potsdam in den Reichstag gewählt, dem er ununterbrochen bis 1932 angehörte. 1927 wieder ins ZK berufen und verantwortlich für die Funktionärszeitschrift »Der Parteiarbeiter«. Da er sich bei der Wittorf-Affäre 1928 von Thälmann distanzierte, wurde er in den Hintergrund gedrängt. Zwar wurde er auch 1929 wieder ins ZK gewählt, bekam aber keine wichtigen Funktionen mehr. Im Juli 1932 auch nicht mehr MdR, abgeschoben als Sekretär der RHD, danach Instrukteur für die Arbeit unter den Erwerbslosen. Am 28. Februar 1933 wurde Geschke verhaftet, kam zunächst ins Zuchthaus, anschließend ins KZ, von 1937 bis 1940 KZ Buchenwald. 1940 unter Auflagen entlassen, arbeitete er unter Polizeiaufsicht als Schlosser in Köslin/Pommern. Im Juli 1944 erneut verhaftet und bis Ende April 1945 im KZ Sachsenhausen. Erst auf dem Evakuierungsmarsch von der Roten Armee befreit, kehrte Geschke nach Berlin zurück und wurde auf Empfehlung Walter Ulbrichts am 19. Mai 1945 durch Befehl des sowjetischen Generalobersten Nikolai Bersarin Stadtrat für Sozialwesen im ersten Berliner Nachkriegsmagistrat. Im Juni 1945 Mitunterzeichner des Aufrufs der KPD, Vorsitzender der ersten BL der KPD Groß-Berlin, aber bereits im Juli von Waldemar Schmidt abgelöst. Bei Gründung der VVN 1947 zum Vorsitzenden dieser Organisation gewählt, trat Geschke in der SED nicht mehr besonders hervor, er wurde auch niemals Mitglied des Parteivorstandes bzw. des ZK der SED. 1947/48 Direktor des Verlages Volk und Welt und von Ende 1948 bis Mai 1950 Hauptreferent in der Abteilung Arbeit und Soziales der DWK bzw. im Ministerium für Arbeit und Gesundheitswesen, ab 1950 Pensionär, erhielt er 1954 den VVO in Silber. Ottomar Geschke starb am 17. Mai 1957 an einem Herzschlag in Ost-Berlin.Andreas Herbst /

Wer war wer in der DDR

Geyer, Fritz

* 30.12.1888 – ✝ 24.6.1966

Geb. in Großenhain; Vater Zigarrenmacher; Volksschule u. Gymnasium; 1908 – 12 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Leipzig, Prom. zum Dr. phil.; 1915 Militärdienst, Ltn. der Reserve; 1919 USPD, 1920 VKPD, 1922 erneut SPD; 1920 – 33 Ministerialrat im sächs. Justizmin., 1933 aus polit. Gründen entlassen; 1933 – 45 Gelegenheitsarbeiter. 1945 SPD, 1946 SED; 1946 – 49 Ltr. des Büros des sächs. Ministerpräs.  Rudolf Friedrichs bzw.  Max Seydewitz; 1949 – 56 Chef der Regierungskanzlei bzw. des Büros…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Geyer, Anna

* 13.3.1893 – ✝ 2.3.1973

Geboren am 13. März 1893 in Frankfurt/M. als Anna Elbert, Tochter eines Bildhauers. Nach Schulbesuch Tätigkeit als Sekretärin und Hausfrau. 1917 heiratete sie den Redakteur der »Leipziger Volkszeitung« Curt Geyer und wurde Mitglied der USPD. Obwohl sie in dieser Zeit nur als Schriftsteller- und Parteiredakteursgattin galt, engagierte sie sich innerhalb der USPD. Sie war Mitglied der USPD-Zentralstelle für Betriebsräte und Herausgeberin eines parteieigenen Informationsdienstes. Ab 1919 Stadtverordnete der USPD in Leipzig, kam sie im Februar d.J. als Abgeordnete in den Sächsischen Landtag. Gemeinsam mit ihrem Mann warb sie für den Anschluß der USPD an die Komintern und trat im Dezember 1920 in die VKPD ein, wo sie Leiterin des Parteipressedienstes wurde. Da Anna Geyer mit Paul Levis Haltung sympathisierte und diesen nach dessen Kritik am putschistischen Kurs der Zentrale auch noch mit internen Dokumenten der Komintern und der VKPD-Zentrale versorgte, wurde sie nach dem VII. Parteitag 1921 gemeinsam mit ihrem Mann aus der VKPD ausgeschlossen. Sie trat erst der KAG, im März 1922 der USPD und im September der SPD bei. Sie ist 1933 in die Tschechoslowakei emigriert, 1937 nach Frankreich und 1940 über Portugal in die USA. Anna Geyer starb am 2.März 1973 in Detroit.

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Gies, Gerd

* 24.5.1943

Geb. in Stendal; 1961 Abitur; 1961/62 Tierpfleger im VEG (Z) Kölitzsch, 1962/63 in der Bez.-Tierklinik Stendal; 1963 – 69 Studium der Veterinärmed. an der KMU Leipzig; 1970 Referent des Kreistierarztes in Osterburg; 1970 – 81 Tierarzt in der staatl. Tierärztl. Gemeinschaftspraxis im Krs. Osterburg; 1973 Prom. an der KMU; 1981 – 84 Tierarzt im Krs. Stendal; 1984 – 90 Obertierarzt im VEB Fleischkombinat Magdeburg, Betriebsteil Stendal; 1987 – 90 Mitgl. des CDU-KV Stendal; Dez. 1989 – Okt. 1990…

Wer war wer in der DDR

Gietzelt, Fritz

* 21.12.1903 – ✝ 29.5.1968

Geb. in Frankenberg (Sachsen); Vater Postbeamter; Fürstenschule (Gymnasium) Grimma; 1925 – 33 Med.-Studium in Leipzig, Graz u. Düsseldorf; 1933 – 39 Assistenzarzt an der Inneren Klinik des Krankenhauses St. Georg in Leipzig; hier 1935 Prom. über »Diabetes mellitus bei Zwillingen«; 1939 – 44 private Praxis für Magen- u. Darmkrankheiten in Leipzig; Juni 1944 Verhaftung wegen Widerstands gegen das NS-Regime, Dez. 1944 vom VGH zum Tode verurteilt, Jan. 1945 zur Urteilsvollstreckung nach Dresden…

Wer war wer in der DDR

Gilsenbach, Reimar

* 16.9.1925 – ✝ 22.11.2001

Geb. in einer Anarchistensiedlung bei Vörde (Niederrhein); 1932 Freie Schule Duisburg, 1933 Volks-, 1938 Aufbauschule in Dresden; nach Tod des Vaters ab 1935 Pflegeeltern in Fördergersdorf b. Tharandt; 1943/44 RAD, Wehrmacht; 1944 bei Narva zur Roten Armee übergelaufen; 1944 – 47 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1947 Rückkehr nach Dtl.; Heimkehrerabitur; bis 1949 Red. der »Sächs. Ztg.«, aus pol. Gründen fristlos entlassen; 1951 – 61 Red. der KB-Ztschr. »Natur u. Heimat«; bis 1989 Mitgl. der Zentr.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Giwan, Heinrich

* 1.8.1881 – ✝ 26.2.1957

Am 1. August 1881 in Rosendorf geboren; Hilfsarbeiter, später zum Maschinisten ausgebildet. Nach Ableistung der Militärzeit Übersiedlung nach Berlin. 1902 Eintritt in die SPD, 1917 Übertritt zur USPD, 1920 KPD. Stadtverordneter in Berlin, dort seit 1923 Polleiter des wichtigen Bezirks Wedding. 1924 hauptamtlicher Funktionär zunächst in der Gewerkschaftsabteilung der BL Berlin-Brandenburg, dann in der Orgabteilung. Giwan war einer der Wortführer der Berliner KP in der Ruth-Fischer-Ära. Er war nach der Abspaltung der ultralinken Opposition im Mai 1925 aktiver Anhänger dieser Gruppe. Giwan war Teilnehmer der Erweiterten EKKI-Sitzung im Mai 1925, dort sowohl KPD-Vertreter in der Holländischen Kommission als auch auf der Orgkonferenz der Komintern. Als Delegierter des X. Parteitags 1925 kam er für die ultralinke Opposition in die Politische Kommission des Parteitages. Bei der Spaltung der Ultralinken 1926 ging er zu den »Entschiedenen Linken« von Karl Korsch. Am 1. Oktober 1926 aus der KPD ausgeschlossen »wegen konterrevolutionärer Handlungen gegen Sowjetrußland« (er hatte die russischen Proletarier zu verschärftem Klassenkampf und zur Vorbereitung einer zweiten Revolution aufgerufen). Wieder als Arbeiter beschäftigt, trat Giwan noch 1926 von der Korsch-Gruppe zur Kommunistischen Arbeiterpartei über und war bis 1933 Mitglied der KAP. Da er bereits vor 1933 von Wedding nach Spandau verzogen war, blieb den örtlichen NS-Behörden seine politische Einstellung unbekannt, und er entging dadurch Gestapo-Verfolgungen. Nach 1945 betätigte er sich nicht mehr politisch, wohnte als Rentner in West-Berlin, wo Heinrich Giwan am 26. Februar 1957 starb.

Wer war wer in der DDR

Glaser, Heinz

* 18.1.1920 – ✝ 29.7.1978

Geb. in Dresden; Vater Kleinhändler; Volksschule; Ausb. zum Schlosser, anschl. im Beruf tätig; 1932 / 33 Mitgl. des Arbeitersportvereins Dresden-Neustadt; 1934 / 35 Studium an der Techn. Lehranstalt; 1941 – 45 Wehrmacht. 1945 KPD; 1945 Ltr. der Kaderabt. der KPD Dresden-Radeberg; 1946 hauptamtl. SED-Sekr.; 1947 Studium, 1948 / 49 Lehrer u. Seminarltr. an der SED-LPS Sachsen in Ottendorf; 1949 Mitgl. des Sekr. der SED-KL Dresden; 1950 –52 2. Sekr. der SED-Landesltg. Sachsen (Nachf. von Arthur…

Wer war wer in der DDR

Glass, Bernhard

* 6.11.1957

Geb. in Stapelburg (Harz); Dez. 1970 Beginn mit dem Rennschlittensport in Stapelburg, später bei der BSG Motor Ilsenburg (Harz); 1972 2. Platz bei der Jugendspartakiade; 1973 Wechsel ins Rennschlittenzentrum der DDR; KJS in Oberhof u. Mitgl. des ASK Vorwärts Oberhof (Trainer: Gottfried Legler); Spezialdisz.: Herren-Einsitzer; 1979 3. Platz bei den EM; 1980 Olympiasieger; Studium der Elektrotechnik in Ilmenau; bis Anf. 1990 NVA, Ltn. der NVA a. D. Ab 1992 Rennschlittentrainer in Winterberg;…

Wer war wer in der DDR

Gericke, Hans

* 27.7.1912 – ✝ 15.2.2014

Geb. in Magdeburg; Vater Finanzbeamter; 1918 – 22 Grundschule in Naumburg; bedingt durch die vielfache berufl. Versetzung des Vaters Besuch von Gymn. in Magdeburg, Halle u. Naumburg, 1932 Abitur; 1932 – 37 Architekturstudium an der TH Hannover; 1935 1. Preis beim Wettbewerb Denkmalpflege für die Stadt Goslar; 1937 Stipendium für die Villa Massimo in Rom, Studienaufenthalt in Italien u. Griechenland; 1939 / 40 Wohnungsbauten in Hörnum (Sylt); 1939 – 45 Wehrmacht (Luftwaffenbauverwaltung); 1941 –…

Wer war wer in der DDR

Gerlach, Manfred

* 8.5.1928 – ✝ 17.10.2011

Geb. in Leipzig; Vater Feinmechaniker; dort Volks- u. Mittelschule; 1943 Gründer einer illeg. Jugendgr.; 1944 Justizangest., wegen der Tätigkeit der Jugendgr. gemaßregelt u. im März 1944 Jugendarrest. 1945/46 erneut Justizangest. beim Amtsgericht Leipzig, dann Borna (b. Leipzig); 1945 LDPD; 1946 Mitbegr. der FDJ u. LDPD in Leipzig; 1946 – 50 Jugendref. der LDPD für Nordwestsachsen; 1947 – 52 Beisitzer u. Mitgl. des LV Sachsen der LDPD; Mitgl. des Beirats für Jugendfragen im Zentralverb. der…

Wer war wer in der DDR

Gerstner, Karl-Heinz

* 15.11.1912 – ✝ 14.12.2005

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Botschafter Karl Ritter, Stiefvater Wirtschaftsprüfer, Paul G., seit 1945 verh. mit  Sibylle Gerstner, geb. Boden, Tochter  Daniela Dahn; 1917 – 31 Kaiser-Friedrich Gymnasium; 1921 – 30 Mitgl. der Pfadfinder, 1931/32 der Jugendorg. »dj 1.11«; 1931 – 35 Jurastudium an der Univ. Berlin, Repetitor Kurt Georg Kiesinger; Werkstudent der Dt. Bank; 1931 Mitgl. des Roten Studentenbundes u. ab Mai 1933 der NSDAP; 1935 Referendarausbildung am Amtsgericht Rheinsberg u.…

Wer war wer in der DDR

Geschonneck, Erwin

* 27.12.1906 – ✝ 12.3.2008

Geb. in Bartenstein (Ostpr./Bartoszyce, Polen); Vater Flickschuster u. Nachtwächter; 1909 Umzug nach Berlin, Tod der Mutter; nach dem Schulabschluß Bürobote, Gelegenheitsarb., Hausdiener; Mitgl. des Arbeitersportvereins »Fichte«; seit 1929 wiederholt arbeitslos; 1929 KPD; spielt in Laienspiel- u. Agit.-Prop.-Gruppen, 1930 – 33 im Kabarett der RH u. als Komparse an der Volksbühne; 1932 Statist im Film »Kuhle Wampe«; 1933 Emigr. nach Polen, Lettland, in die ČSR u. in die UdSSR; hier in versch.…

Wer war wer in der DDR

Geyer, Heinz

* 30.4.1929 – ✝ 3.6.2008

Geb. in Lauban (Niederschles./Lubań, Polen); Vater Friseur, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1943/44 Ausbildung zum Friseur; 1944 dienstverpflichtet; Jan. 1945 Soldat der Roten Armee. 1945 KPD/SED; Forts. der Ausbildung; Friseur; 1949 Einstellung bei der VP, Kursant der VP-Schule; 1950 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Görlitz, 1951 Krs.-Dienststelle Leipzig; 1952 Ltr. der Abt. II (Spionageabwehr); 1953 – 64 stellv. Operativ des Ltr. der BV Leipzig; 1958 kommissar. Ltr., Sept. – Dez. 1960…

dissidenten.eu

Ghimpu, Gheorghe

* 1937 – ✝ 2000

Gheorghe Ghimpu wurde 1937 in dem bessarabischen Dorf Colonița (damals Rumänien) in eine bäuerliche Familie geboren. 1960 schloss er sein Physik- und Mathematikstudium am Staatlichen Pädagogischen Institut in Tiraspol, der zweitgrößten Stadt des mittlerweile an die Sowjetunion gefallenen Moldau, ab. 1962–65 arbeitete er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Gemeinsam mit Alexandru Usatiuc gründete Ghimpu im Herbst 1967 die National-Patriotische Front (Frontul Național Patriotic din Basarabia…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Giese, Adolf

* 20.7.1906 – ✝ 7.11.1969

Geboren am 20. Juli 1906 in Thurow/Krs. Neustrelitz, Sohn einer Landarbeiterfamilie; Hofgänger, Land- und Forstarbeiter auf verschiedenen Gütern. Wegen eines Landarbeiterstreiks 1922 gemeinsam mit den Eltern ausgesperrt. Wanderschaft, Tiefbauarbeiter in Hamburg, hier Mitglied des RFB und der RHD. 1926 Rückkehr nach Neubrandenburg, bis 1933 Arbeit auf dem Staatsforst Rowa. 1928 trat er der KPD bei. Als der Leiter der KPD-Ortsgruppe Neubrandenburg und Landtagsabgeordnete Erich Schmidt 1930 mit der Mehrheit der Mitglieder zur KPO ging, baute Giese die KPD Neubrandenburg neu auf. Am 13. März 1932 zog Giese für die KPD in den Landtag von Mecklenburg-Strelitz ein, dem er bis Anfang 1933 angehörte. Er wurde am 2. März 1933 in Neustrelitz durch die Gestapo verhaftet und saß bis Juli 1933 in »Schutzhaft«. Anschließend Tiefbauarbeiter, 1943 zur Wehrmacht einberufen. An der Ostfront verwundet, kam er nach Lazarettaufenthalt nach Norwegen. Im Juli 1945 kehrte Giese nach Neubrandenburg zurück und wurde Bürgermeister der Gemeinde Zirzow im Kreis Neubrandenburg, 1946 Sekretär der KPD in Neubrandenburg und ab April Sekretär der SED. Im Mai 1948 erhielt Giese den Parteiauftrag, die DBD mit aufzubauen und amtierte bis 1950 als Vorsitzender der Bauernpartei in Neubrandenburg. Ab Dezember 1950 Landrat des Kreises Grimmen, 1953 Vorsitzender des Rates des Bezirkes Neubrandenburg und von 1955 bis 1959 Vorsitzender der LPG »Roter Stern« Neustrelitz. Adolf Giese starb am 7.November 1969 in Neustrelitz.

Wer war wer in der DDR

Gigo, Fred

* 4.6.1919 – ✝ 12.4.2004

Geb. in Waltershausen (Thür.); Realgymnasium in Chemnitz; Arbeit als Patroneur u. Musterzeichner; 1933 kurzz. als Werkstudent in den USA; Aufenthalt beim Vater, der dort als Vortragskünstler arbeitete; 1939 – 45 Wehrmacht. Sommer 1945 erster Bühnenauftritt im Allotria-Varieté Chemnitz als Ansager u. Parodist; 22.6.1947 erste Rundfunksendung mit Wilhelm Bendow u. Beate Riehmann; später eigene Reihen bei Dtl.-Sender u. DFF; auch Reporter bei Motorsportveranstaltungen; 1964 – 74 keine…

dissidenten.eu

Ginsburg, Alexander

* 1936 – ✝ 2002

Alexander Ginsburg wurde 1936 in Moskau geboren. Seine Mutter zog ihn allein groß, da sein Vater, ein bekannte Architekt und Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Sovremennaja architektura“ (Zeitgenössische Architektur), 1936 verhaftet worden und im Gefängnis gestorben war. Als Ginsburg Anfang 1953 einen Personalausweis bekam, nahm er aus Protest gegen die im Land entfesselte antisemitische Kampagne den jüdischen Nachnamen seiner Mutter an. 1956 begann er ein Studium an der Fakultät für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gladewitz, Richard

* 30.8.1898 – ✝ 23.11.1969

Geboren am 30. August 1898 in Zwickau, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Kellner; 1917/18 Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Von 1919 bis 1921 Hilfsarbeiter in Chemnitz, von 1921 bis 1923 Kellner in Cuxhaven, zeitweise Ortsvorsitzender der KPD Cuxhaven, danach in Chemnitz. Ende 1928 bis Frühjahr 1929 Sekretär der RHD im Bezirk Erzgebirge-Vogtland, von 1929 bis 1933 Vorsitzender des Mieterverbandes Chemnitz. 1932 vom Reichsgericht zu achtzehn Monaten Festungshaft verurteilt, durch die Weihnachtsamnestie wieder frei. Im Januar 1933 noch zum Stadtverordneten und Stadtrat in Chemnitz gewählt, emigrierte er im Februar in die Tschechoslowakei. Ab Juli 1934 wieder in Deutschland, KPD-Orgleiter in Berlin, von Oktober 1934 bis Mai 1935 Polleiter der KPD in Oberschlesien. 1935 Teilnehmer des VII. Weltkongresses der Komintern in Moskau und der »Brüsseler Konferenz« der KPD. Anschließend übernahm Gladewitz mit Elli Schmidt die illegale Leitung der KPD in Berlin. Ab September 1937 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien, dort 1938/39 Kaderkommissar des »Hans-Beimler-Bataillons«, danach 1939 illegale Arbeit in Frankreich und Belgien, von September 1939 bis 1941 im Lager Gurs interniert. Später in der Résistance und Mitglied der illegalen KPD-Landesleitung. Im August 1945 1. Sekretär der KPD Plauen, von Dezember 1945 bis 1948 Leiter des Informationsamtes der Landesregierung Sachsen. 1950 leitete er die Abteilung Sowjetunion beim Berliner Rundfunk. Am 6.Dezember 1950 wurde Gladewitz in West-Berlin verhaftet und wegen »Menschenraubes« angeklagt, im August 1951 wegen »Mangels an Beweisen« aber freigesprochen. Von 1952 bis 1954 Redakteur bei der »Täglichen Rundschau«, dann stellvertretender Vorsitzender der GST. Von 1956 bis 1962 arbeitete er am IML. Er erhielt 1957 die französische Widerstandsmedaille, 1968 den VVO in Gold. Gladewitz war mit Hilde Janka (* 15.1.1906- † 22.9.1967) verheiratet, einer Schwester von Albert Janka und Walter Janka (* 29.4.1914 – † 17.3.1994). Seine Tochter Sonja heiratete den späteren Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der Bundesrepublik, Ewald Moldt (* 22.4.1927 - † 17.10.2019). Richard Gladewitz starb am 23. November 1969 in Bukarest.

Wer war wer in der DDR

Glaser, Roland

* 23.5.1935

Geb. in Jena; Vater Ing. bei Carl Zeiss u. 1946 – 52 zur wiss. Tätigkeit in der UdSSR zwangsverpflichtet; 1953 Abitur in Jena, anschl. Studium der Biologie an der FSU Jena, 1958 Dipl., 1961 bei  Manfred Gersch Prom. mit Untersuchungen zur radiolog. Gewässerverschmutzung; 1958 – 61 wiss. Mitarb. beim Amt für Kerntechnik, 1962 – 65 am Inst. für Med. u. Biol. der DAW in Berlin-Buch; 1965 Habil. an der FSU Jena, 1965 – 70 dort Doz. für Zoologie; ab 1970 ord. Prof. an der HU Berlin; 1979 korr. Mitgl.…

Wer war wer in der DDR

Glatzeder, Winfried

* 24.4.1945

Geb. in Zoppot (b. Danzig/Sopot, Polen); Vater Arzt (gest. in sowj. Kriegsgefangenschaft), Mutter gelernte Kunstweberin; nach dem Abitur Ausbildung zum Maschinenbaufacharb.; 1965 – 69 Schauspielstudium an der HFF, u. a. bei  Fritz Marquardt u.  Bernhard K. Tragelehn; erstes Engagement am Potsdamer Hans-Otto-Theater; 1971 – 82 Mitgl. des Ensembles der Berliner Volksbühne; u. a. in den Uraufführungen »Weiberkomödie« (1971) u. »Die Bauern« (1975) von  Heiner Müller, in Molières »Der Misanthrop«…