...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jahnen, Ewald

* 1901 – ✝ 6.3.1936

Geboren 1901 in Kupferdreh bei Essen, Sohn einer Arbeiterfamilie; Schlosser. Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1925 Mitbegründer des RFB in Essen, er gehörte der Gauführung für das Ruhrgebiet an. 1929 Angestellter der RGO, seit 1930 Mitarbeiter des AM-Apparates der KPD. 1932/33 unter dem Decknamen Egon Kursant an der M-Schule der Komintern in Moskau. Nach Rückkehr stellvertretender Reichsleiter im BB-Ressort des AM-Apparates der KPD, arbeitete eng mit Wilhelm Bahnik und Hans Israel zusammen. Über Jahnen liefen wichtige Informationen aus dem Heereswaffenamt und aus der bei Osram agierenden Gruppe um den Ingenieur Dr. Felix Bobek und Gerhard Diehl zusammen. Diese Nachrichten gelangten über die Tschechoslowakei zur Auslandsleitung der KPD und in die Sowjetunion. Durch Verrat flog die Gruppe auf, Jahnen wurde am 16. Mai 1935 verhaftet. Schwer mißhandelt, unternahm er einen Selbstmordversuch, als die Gestapo versuchte, ihn zum Verrat zu bewegen. Ewald Jahnen starb am 6. März 1936 im Gefängnis Moabit an den Folgen der Folterungen im KZ Columbiahaus. Jahnens Frau Helene, geborene Linde (* 17. 12. 1907 – † 29. 12. 2001), war Verkäuferin und seit 1929 in der KPD, bis 1935 technische Mitarbeiterin im AM-Apparat. Wenige Tage vor der Verhaftung Jahnens konnte sie mit ihrem Sohn Ewald (* 24. 8. 1931) in die Sowjetunion emigrieren. In Moskau unter dem Namen Else Krause Deutschlehrerin, lernte den österreichischen Schutzbündler und Kursanten der Leninschule Eduard Lange, Parteiname Hans Ricker (*1906), kennen. Dieser war bis zu seiner Flucht Schutzbundkommandant von Stadl Paura (Oberösterreich). Ende 1936 als »feindliches Element« von der Leninschule und aus der KPÖ ausgeschlossen, wurde er am 10. Februar 1937 vom NKWD verhaftet und acht Monate später wegen »antisowjetischer Agitation und Propaganda« zu zehn Jahren Lager verurteilt. Lange kam Ende 1942 nach zwei weiteren Verurteilungen im Gulag ums Leben. Als Helene Jahnen die Verurteilung ihres Lebensgefährten dem Leiter der Überführungskommission Walter Dittbender mitteilte, wurde ihre Parteimitgliedschaft aufgehoben. Mit ihren Söhnen Ewald und Heinz Dieter (* 24. 8. 1937 in Moskau) kam sie erst im Juni 1954 in die DDR. 2008 veröffentlichte Siegfried Grundmann über Ewald Jahnen eine Monographie.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jahnke, Paul

* 13.8.1893 – ✝ 27.10.1951

Geboren am 13. August 1893 in Pasewalk; Maschinenbaulehre. 1916 Einberufung zum Militär, aus dem er 50 Prozent kriegsbeschädigt entlassen wurde. Jahnke wurde 1917 Mitglied der USPD, 1919 der KPD und ging 1920 zur KAP. 1922 wieder KPD, Sekretär im UB Berlin-Nordost. Im Mai 1933 Polleiter in der illegalen KPD Bremen. Da Jahnke in dieser Funktion »versagte«, 1934 nach Frankreich in die Emigration abgeschoben. Die Nazi-Justiz verurteilte ihn 1936 in Abwesenheit zum Tode. Von November 1936 bis Februar 1939 kämpfte Jahnke als Angehöriger der Internationalen Brigaden. Er war Politkommissar in Albacete und anschließend technischer Leiter einer Parteischule. 1939 emigrierte er nach Norwegen und kam mit Unterstützung der »Nansen-Hilfe« 1940 nach Schweden. Dort interniert, wurde er zeitweise von der KPD-Gruppe in Schweden »abgehängt«. Während der Internierung begann Jahnke mit Hanna Sandtner eine Lebensgemeinschaft. Beide kehrten im März 1946 nach Deutschland zurück. Er wurde Funktionär in der SED Berlin Prenzlauer Berg. Anschließend Personalchef beim Berliner Verlag, nach Auseinandersetzungen mit dem Chefredakteur Rudolf Herrnstadt schied Jahnke aus dem Verlag aus und trat in die Volkspolizei ein. Er war Innendienstleiter Berlin-Prenzlauer Berg, anschließend Leiter der Pressestelle im VP-Präsidium von Ost-Berlin. 1951 wurde er wegen seiner Westemigration aus dem aktiven Dienst entlassen, war dann Werkleiter des VEB Berliner Aufzugbau. Paul Jahnke starb am 27. Oktober 1951 im Polizeikrankenhaus von Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jäkel, Paul

* 7.4.1890 – ✝ 12.2.1943

Geboren am 7. April 1890 in Kleinhelmsdorf bei Liegnitz/Schlesien, Sohn einer Heimarbeiterfamilie. Lehre und Arbeit als Maurer und Waldarbeiter, ab 1907 Wandergeselle, 1908 Mitglied der SPD. Von 1912 bis 1918 Militärdienst und Weltkriegsteilnehmer. Jäkel war als Angehöriger der Kriegsmarine bei der Küstenartillerie in Belgien stationiert. Anfang November 1918 war er Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Belgien, ging Ende des Monats nach Chemnitz, wo er sich der USPD anschloß, 1919 Übertritt zur KPD. Er arbeitete nach dem Krieg als Maurer in Dresden. 1921 hauptamtlicher Funktionär, zuerst in der Gewerkschaft, dann in der KPD. 1920 2. Vorsitzender des Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter in Chemnitz, nahm Ende 1922 als Delegierter am II. RGI-Kongreß in Moskau teil. Nach Auflösung des Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter und der Rückführung der Mitglieder in die Freien Gewerkschaften wurde Jäkel 1924 Leiter der KPD-Gewerkschaftsabteilung und Mitglied des Sekretariats der BL Erzgebirge-Vogtland. Im Frühjahr 1930 Leiter der neugebildeten RGO-BL Sachsen in Leipzig, er gehörte auch der KPD-BL Sachsen an. Im Februar 1931 wurde Jäkel Sekretär für Gewerkschaftsfragen der BL Sachsen. 1932 vom ZK nach Berlin geholt, nahm er in der RGO eine führende Position ein. Im November 1932 im Wahlkreis Leipzig in den Reichstag gewählt. Er blieb 1933 zunächst Leiter der RGO in Sachsen, im Juli Emigration in die Tschechoslowakei. Dort leitete er unter dem Decknamen Jan Dietrich die RGO-Grenzarbeit. Im Januar 1934 ging Jäkel in die Sowjetunion und war bis 1937 als Sekretär in der RGI und anschließend in der deutschen Sektion der Komintern. Im Oktober 1941 nach Ufa evakuiert, war er dort für die Betreuung von Emigranten verantwortlich. Jäkel arbeitete als Politinstrukteur unter deutschen Kriegsgefangenen und starb am 12.Februar 1943 in einem Kriegsgefangenenlager in Mitschurinsk an Typhus.

Wer war wer in der DDR

Jaldati, Lin

* 13.12.1912 – ✝ 31.8.1988

Geb. in Amsterdam; Vater Obst- u. Gemüsehändler; Grundschule; 1926 – 32 Arbeiterin in einem Textilbetrieb; daneben Tanzstudium; 1932/33 Tänzerin im Niederländ. Ballett, 1934 – 38 in der Revue von Bob Peters u. der Bouwmeesterrevue; 1936 KP der Niederl.; seit 1938 Zusammenarbeit mit dem aus Dtl. emigrierten Pianisten u. Musikwiss.  Eberhard Rebling; 1939/40 eigene Programme mit Solotänzen u. jidd. Liedern; daneben Tanzstudium bei Olga Preobrashenskaja in Paris u. Gesangsunterricht bei Erhard E.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Janka, Albert

* 17.5.1907 – ✝ 7.3.1933

Geboren am 17. Mai 1907 in Chemnitz, Sohn eines Werkzeugmachers; lernte Schlosser. Janka, der mit an der Spitze der Chemnitzer Arbeiterjugend stand, trat dem KJVD und der KPD bei und wurde nach Ausübung mehrerer Funktionen im Jugendverband und in der Partei an die Internationale Leninschule nach Moskau delegiert. Zurückgekehrt nach Deutschland wurde Janka 1930 Sekretär der KPD für den UB Erzgebirge-Vogtland. Als sehr guter Redner erhielt er bei Massenversammlungen viel Beifall, er wurde im Juli 1932 im Wahlkreis Chemnitz als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Am 7. März 1933 verhaftet, in das KZ Reichenbach gebracht und dort gefoltert. Die NS-Presse behauptete fälschlicherweise, er habe sich zur NSDAP bekannt. Wenige Tage vor seinem 26. Geburtstag wurde Albert Janka am 13. April 1933 von der SS erschlagen und zur Vertuschung an einem Kronleuchter im ehemaligen Volkshaus aufgehängt. Walter Janka (*29. 4. 1914 – † 17. 3. 1994), sein jüngerer Bruder, berichtete 1991 in seinen Erinnerungen »Spuren eines Lebens« über den Mord an Albert Janka und dessen Beisetzung in Reichenbach.

Wer war wer in der DDR

Janßen, Horst

* 10.7.1929

Geb. in Marburg (Lahn); Vater kfm. Angest.; 1936 – 44 Volksschule in Magdeburg; 1944/45 Reichsbahnjunghelfer. 1945 – 48 Tischlerlehre; 1948 – 50 Geselle; 1949 SED; 1950/51 Schulungsltr. bei der Bauunion Magdeburg; 1951 Lehrgang an der DVA; 1951 Lehrer für Ges.-Wiss. an der FS für Bauwesen Glauchau; 1952 in der Kaderabt. des Min. für Aufbau tätig; 1955 Eintritt in das MfS, HA III (Sicherung der Volkswirtschaft); 1960 – 65 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1972 Ltr. der Arbeitsgr.…

Wer war wer in der DDR

Jarowinsky, Werner

* 25.4.1927 – ✝ 22.10.1990

Geb. in Leningrad; Vater Arbeiter; in den 30er Jahren nach Dtl. übergesiedelt; Volksschule; 1941 – 43 Ausbildung zum Industriekfm.; 1943 – 45 Wehrdienst. 1945/46 KPD/SED; Jugendfunktionär in Zeitz; Angest. bei der VP; 1945 – 47 Vorstudienanstalt Halle, Abitur; 1948 – 51 Studium der Wirtschafts- u. Rechtswiss. an der MLU Halle u. der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1951 – 56 Doz. an der HU; Diss. über die Planung des soz. Handels, Juni 1956 Dr. rer. oec. an der KMU Leipzig; 1956/57 Ltr. des…

Wer war wer in der DDR

Jendretzky, Hans

* 20.7.1897 – ✝ 2.7.1992

Geb. in Berlin; Vater Buchdrucker; Volksschule; Ausbildung zum Metallarb.; bis 1926 Arbeiter; 1912 – 16 Mitgl. der Metallarbeiterjugend; 1916 DMV; 1919 USPD; 1920 KPD; 1923 Dt. Verkehrsbund; 1919 – 27 gewerkschaftl. Funktionen auf regionaler u. betriebl. Ebene; 1927 – 29 Gauführer des RFB Berlin-Brandenb.; 1929 – 32 Sekr. der KPD-UB-Ltg. der KPD Frankfurt/Cottbus; 1928 – 32 Abg. des Preuß. Landtags; 1933/34 Mitgl. KPD-BL Berlin; 1934 verhaftet, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu drei Jahren…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jensen, Hermann

* 22.10.1898 – ✝ 6.11.1974

Geboren am 22. Oktober 1898 in Hamburg; Vulkaniseur. Seit 1913 Mitglied der Arbeiterjugend, trat 1919 in die USPD und 1923 in die KPD ein. Wegen Teilnahme am Hamburger Aufstand Verhaftung und Verurteilung zu vier Jahren Festung. Nach zwei Jahren freigelassen (Hindenburg-Amnestie), besuchte er von Oktober 1930 bis April 1931 unter dem Schuldecknamen Max die M-Schule der Komintern in Moskau. Nach Rückkehr Mitarbeiter im zentralen AM-Apparat, ab 1932 Kurieraufträge in die âSR, nach Rumänien, Griechenland und Frankreich. Ab Mai 1933 in Moskau, kam er später als Kurier des ZK nach Deutschland. Am 7. Februar 1934 in Nürnberg festgenommen, vom OLG München im Juni 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, zuletzt noch zehn Tage im Gestapogefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin. Nach Freilassung im Juni 1938 Mitarbeiter einer Vulkanisierwerkstatt in Berlin-Charlottenburg. 1945 trat er in Berlin zunächst wieder in die KPD ein, war seit Anfang der fünfziger Jahre parteilos. Angestellter in einem Lichtenberger Baubetrieb, zog 1967 nach Rostock. Dort starb Hermann Jensen am 6.November 1974.

Wer war wer in der DDR

Jentzsch, Bernd

* 27.1.1940

Geb. in Plauen (Vogtl.), aufgew. in Chemnitz; Abitur in Chemnitz; NVA; 1960 – 65 Studium der Germanistik u. Kunstgeschichte in Leipzig u. Jena; 1961 erster Lyrikband (»Alphabet des Morgens«); 1962 Aufn. in den DSV; 1965 – 74 Lektor im Verlag Neues Leben; Gründer der Lyrikreihe »Poesiealbum«; Initiator gesamtdt. Schriftst.-Treffen; 1968 Bobrowski-Medaille; 1976 Dienstreise als freier Verlagsmitarb. in die Schweiz, von dort Protest gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns u. den Ausschl.  Reiner…

Wer war wer in der DDR

Jetzschmann, Frieda

* 2.10.1937

Geb. in Brandenburg; Vater Arbeiter; Grund- u. OS; Lehre als Postbetriebsfacharbeiterin mit Abitur; 1954 – 57 ABF Potsdam; 1957 Praktikantin bei der Ztg. »Freie Erde« in Neubrandenburg; 1958 – 60 Journalistikstudium an der KMU Leipzig (Abbruch); 1960 / 61 Arbeit bei der »Berliner Zeitung«, 1961 – 62 Fortsetzung des Studiums als Fernstudium; ab 1962 Mitarb. u. Red. bei der illustrierten Wochenztg. »Für Dich«; 1964 SED; 1965 – 71 stellv. Abt.-Ltr., 1971 – 74 Abt.-Ltr. (Wirtschaft) bei der »Für…

Wer war wer in der DDR

John, Erich

* 6.2.1932

Geb. in Kartitz (Krs. Tetschen, ČSR/Choratice, Tschechien); 1947 – 50 Lehre als Bauschlosser; 1950 – 53 Studium an der FS für angewandte Kunst Heiligendamm, 1953 – 58 an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; 1958 – 60 künstler. Mitarb. am Inst. für angewandte Kunst Berlin; 1960/61 Aufbau u. Ltg. des ersten Industrieateliers der VVB Eisen-Blech-Metallwaren Karl-Marx-Stadt; 1961 – 66 künstler.-wiss. Mitarb. am Inst. für angewandte Kunst Berlin bzw. am ZI für Formgestaltung;…

Wer war wer in der DDR

Jähner, Horst

* 14.10.1918 – ✝ 30.12.2006

Geb. in Berlin; Vater Industriekfm.; 1929 – 38 Gymnasium; 1938 – 40 Volontär in einem Versicherungsunternehmen; 1940 – 45 Wehrmacht, Ltn.; 1945 – 47 brit. Gefangenschaft. 1947 – 49 Jura- u. Volkswirtschaftsstudium, 1949 – 52 Studium der Kunst- u. Theatergeschichte, Archäologie u. Philos.; 1947 – 63 Kunstkritiker für Presse u. Rundfunk; 1963 – 87 Ltr. des VEB Verlag der Kunst Dresden (u. nach 1990 unter neuen Besitzern bis 1996); 1978 Prom.; 1978 – 85 Honorarprof. für Kunstgeschichte an der HS…

Wer war wer in der DDR

Jahny, Margarete

* 25.5.1923

Geb. in Mittenwalde; 1948 – 53 Studium an der HS für bildende Künste Dresden; 1954 – 63 künstler. Mitarb. am Inst. für angewandte Kunst Berlin; 1963 – 72 wiss. Mitarb. im ZI für Gestaltung, 1972 – 79 im Amt für industrielle Formgestaltung Berlin; 1979 – 83 Lehrtätigkeit an der Kunst-HS Berlin, Fachgeb. Keramik/ Gefäßgestaltung. Umfgr. Werk in Glas, Keramik u. Metall im Spannungsfeld zwischen Unikat u. Serie, u. a. 1958 Entwürfe von Töpfen u. Isolierkannen, 1961 Preßglassatz »Luzern«, 1964 Entw.…

Wer war wer in der DDR

Jakobi, Karl

* 31.8.1904 – ✝ 3.4.1974

Geb. in Straßburg (Elsaß); Vater Fleischer; Volks- u. Bürgerschule; Hilfsarbeiter; 1926 KPD, Mitgl. u. Funktionär der KPD-Unterbezirksltg. Karlsruhe; 1930 / 31 Kursant der Internat. Leninschule in Moskau; nach Rückkehr erneut KPD-Funktionär für Agit. u. Prop.; Febr. – Aug. 1932 Ltr. des Bezirkserwerbslosenaussch. u. bis März 1933 Red. der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim, zuletzt Sekr. der KPD-BL Baden-Pfalz; April – Okt. 1933 inhaftiert im KZ Kislau; später Politltr. der illeg. KPD-BL Hessen in…

Wer war wer in der DDR

Jamin, Erich

* 20.3.1907 – ✝ 29.12.1976

Geb. in Witten (Ruhr); Vater Schlosser; Volksschule; 1917 – 21 Laufbursche; 1921 – 23 kfm. Lehre; 1923 – 28 Lehre u. Arbeit als Bäcker; 1927 – 29 Abendgymnasium; 1928 kurzfr. Bauarb.; 1928 – 33 arbeitslos; 1929 KPD; Juli– Dez. 1933 KZ Brandenb. (Havel); 1934/35 Arbeit als Bauarb. u. Bäcker; 1935/36 arbeitslos; 1936 – 42 Zuchthaus Brandenb. wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1942 – 44 KZ Sachsenhausen, 1944 Strafeinheit Dirlewanger der Wehrmacht; 1944 – 47 sowj. Gefangenschaft. 1947 Einstellung bei…

Wer war wer in der DDR

Janka, Walter

* 29.4.1914 – ✝ 17.3.1994

Geb. in Chemnitz; Vater Werkzeugmacher; 1920 – 28 kath. Schule, dann Humboldtschule in Chemnitz; 1928 – 32 Ausbildung zum Schriftsetzer; 1932 KPD; 1933 Pol.-Ltr. des KJVD im Erzgeb.; 1933 – 35 Haft in Bautzen u. KZ Sachsenburg (Frankenberg); während der Haft Ausbürgerung; Aug. 1935 Entlassung u. Ausweisung als Staatenloser in die ČSR; 1935/36 Exil in Prag; Mitgl. im KJV der ČSR; Gelegenheitsarbeiten, später Arbeit als Typograph u. Grafiker in Prag: enge Kontakte mit Hugo Gräf u.  Wilhelm Koenen;…

Wer war wer in der DDR

Janson, Carl-Heinz

* 13.12.1931 – ✝ 23.9.2015

Geb. in Waltershausen (Krs. Eisenach); Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule, 1950 Abitur; 1948 Mitgl. der FDJ; 1949 SED; ab 1950 Parteisekr. u. Besuch der PHS; 1952 – 58 Studium an der HfÖ Berlin; 1952 – 54 Sekr. der ZPL an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; anschl. Ökonom in einem Betrieb der Buntmetallurgie in Aue (Erzgeb.); 1961 – 89 Mitarb. im Apparat des ZK der SED; in der 1958 neugebildeten u. von  Erich Apel geleiteten Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED tätig; ab 1962 Sektorenltr.…

Wer war wer in der DDR

Jäschke, Martina

* 6.5.1960

Geb. in Merseburg; zuerst Turnerin bei der BSG TZ Merseburg, 1970 Wechsel zum Wasserspringen beim SC Chemie Halle (Trainer: Ingrid Krämer-Gulbin, dann Werner Bänsch); 1978 bei den Weltmeisterschaften: 2. Platz (Turmspringen); 1980 Olymp. Spiele: Siegerin (Turmspringen); danach DHfK Leipzig; lebt bei Braunschweig.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jendretzky, Hans

* 20.7.1897 – ✝ 2.7.1992

Geboren am 20.Juli 1897 in Berlin, Sohn eines Buchdruckers; lernte Schlosser. 1912 Mitglied der Metallarbeiterjugend, 1916 des DMV und 1923 des Deutschen Verkehrsbundes. 1919 USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1926 Schlosser, dann hauptamtlicher Funktionär und Leiter des RFB Berlin-Brandenburg. Im Dezember 1927 durch Karl Olbrysch abgelöst, da er »versagt« hatte (vor allem, weil er gegenüber der Opposition nicht genügend »durchgriff«). Anfang 1928 übernahm Jendretzky erneut die Leitung des Berliner RFB und zog im selben Jahr auch in den Preußischen Landtag ein (1932 nicht mehr als Kandidat aufgestellt). 1930 aus der RFB-Arbeit entfernt, weil er zusammen mit Olbrysch eine Untersuchung gegen den RFB-Führer Willy Leow und dessen finanzielle Manipulationen gefordert hatte. 1929 bis 1932 UB-Sekretär der KPD in Frankfurt/Oder und bis 1933 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg und hier 1932/33 Leiter der Erwerbslosenbewegung. Nach 1933 illegale Arbeit, im Frühjahr 1934 verhaftet, im September 1934 vom Kammergericht Berlin zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis 1937 im Zuchthaus Luckau verbüßte. 1937/38 »Schutzhaft« im KZ Sachsenhausen. Freigekommen, arbeitete er von 1938 bis 1944 als Schlosser in einer Berliner Heizungsfirma. Jendretzky nahm im Frühjahr 1944 Verbindung zu Anton Saefkow auf, wurde am 2.August 1944 erneut festgenommen und am 10. Oktober 1944 vom VGH zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er kam in das Zuchthaus Brandenburg-Görden und anschließend in das Nürnberger Gefängnis, aus dem er am 17. April 1945 fliehen konnte. Zurückgekehrt nach Berlin, wurde er im Mai 1945 Stadtrat für Arbeit des Magistrats von Groß-Berlin. Er war Mitunterzeichner des »Aufrufs der KPD« vom 11. Juni 1945 und wurde durch Kooptierung Mitglied des ZK der KPD. Er gehörte auch zu den Mitunterzeichnern des Gründungsaufrufes des vorbereitenden Gewerkschaftsausschusses für Groß-Berlin und war provisorischer 1. Vorsitzender des Berliner FDGB. Von Februar 1946 bis Oktober 1948 1. Vorsitzender des FDGB-Bundesvorstandes der SBZ und von 1946 bis 1954 Mitglied des SED-PV. Ab November 1948 1. Vorsitzender der SED-Landesorganisation Groß-Berlin, 1950 Kandidat des Politbüro. Zusammen mit Wilhelm Zaisser, Rudolf Herrnstadt u. a. am 26. Juli 1953 aus dem Politbüro ausgeschlossen und seiner Funktion in Berlin enthoben. Jendretzky wurde im Januar 1954 mit einer »Parteirüge« bestraft und auf dem IV. Parteitag im April 1954 nicht mehr ins ZK gewählt. Am 29. Juli 1956 »rehabilitiert« und wieder ins ZK kooptiert. 1950 bis 1954 und von 1958 bis März 1990 Abgeordneter, von 1965 bis 1990 Vorsitzender der FDGB-Fraktion und im Dezember 1989 Alterspräsident der Volkskammer. 1957 bis 1960 Stellvertreter des Ministers des Innern und von 1960 bis 1962 Minister und Leiter der Zentralen Kommission für Staatliche Kontrolle. Auf den SED-Parteitagen von 1963 bis 1986 wieder ins ZK gewählt, er erhielt 1962 den Karl-Marx-Orden. 1990 Mitglied der PDS. Hans Jendretzky starb am 2.Juli 1992 in Berlin.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Jentsch, Karl-Heinz

* 6.12.1921 – ✝ 16.6.2004

Geb. in Lauterbach (Erzgeb.); Vater Holzhändler; Realgymnasium u. Wirtschafts-OS in Leipzig, Abitur; 1940 NSDAP; Kriegsteiln. u. schwere Verwundung; 1942 – 44 Studium der Wirtschaftswiss. an der Univ. Leipzig. 1946 LDPD; 1947 Forts. des Studiums u. Abschl. als Dipl.-Betriebswirt, Dr. rer. pol.; 1947/48 Mitarb. der Chefdirektion der Landeseigenen Betriebe Sachsen-Anh.; 1948/49 Mitgl. der Revisions- u. Treuhandges. der VEB; ab 1950 in Mansfeld; bis 1951 Ltr. der Finanzabt., 1951 – 55 kfm. Dir.,…

Wer war wer in der DDR

Jeschke, Hans-Joachim

* 23.4.1935

Geb. in Forst; Vater Weber; Grund- u. Oberschule, 1950 FDJ; 1953 Abitur; 1953 / 54 Praktikant im VEB Zuckerfabrik Reitzsch; 1954 Prüfer beim Konsum Forst; 1954 – 59 Studium an der TH für Chemie Leuna-Merseburg, Dipl.-Chemiker; 1960 – 65 Ass. / Technologe, Stellv. u. 1966 – 76 Abt.-Ltr. im VEB Synthesewerk Schwarzheide; 1967 SED; 1976 – 78 Dir. Polyurethane im Synthesewerk Schwarzheide; 1970 Prom. zum Dr. rer. nat.; 1979 – 85 1. Stellv. des GD u. Dir. für Prod. bzw. Plandurchführung, 1985 – 90 GD…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jezierska, Fanny

* 7.10.1887 – ✝ 22.11.1945

Geboren am 7. Oktober 1887 in Grajewo/Russisch-Polen, Tochter eines jüdischen Kaufmanns. Von 1905 bis 1909 in der Sozialrevolutionären Partei Rußlands aktiv, kam dann nach Deutschland und wurde Mitglied der SPD. Nach dem Studium an einem polytechnischen Institut wurde sie – damals für eine Frau ganz außergewöhnlich – Ingenieur der Elektrotechnik. Im Weltkrieg war sie mit der Gruppe Internationale und insbesondere mit Rosa Luxemburg politisch und persönlich verbunden, ebenso mit Käte und Hermann Duncker. Sie betätigte sich illegal, schmuggelte z. B. Arbeiten von Karl Liebknecht aus dem Zuchthaus. Seit Frühjahr 1918 arbeitete sie in Berlin in der russischen Botschaft und hatte dort ein eigenes Büro. Nach der Novemberrevolution war sie Sekretärin Rosa Luxemburgs an der »Roten Fahne«, dann geheime Mitarbeiterin der Komintern sowie für Paul Levi und schließlich Jakob Reich (Thomas) tätig. Von 1921 bis 1924 im Einsatz für die Komintern und wohl auch für die russische Spionage in Italien, offenbar auch Mitglied des ZK der KP Italiens, Ende 1924 dort ausgewiesen. Fanny Jezierska blieb dann bis 1928 bei der Komintern in Moskau tätig, vor allem in der Informationsabteilung eingesetzt. In einigen Bänden der Lenin-Werke ist sie als Übersetzerin genannt. Ende 1928 nach Deutschland zurückgekehrt, schloß sie sich mit ihren alten Freunden, etwa Rosi Wolfstein und Paul Frölich, der KPO an. Sie behielt außerdem engen Kontakt zu Clara Zetkin. Bei der Spaltung der KPO 1932 trennte sie sich von der Gruppe, blieb aber weiterhin den internationalen Rechtskommunisten verbunden. 1933 emigrierte sie nach Frankreich, wo es ihr sehr schlecht ging. Sie konnte aber 1940 noch aus Paris fliehen und gelangte zu Verwandten nach Kalifornien. Hier fand sie Arbeit in einem Krankenhaus, später in einer Wohlfahrtsorganisation. Mit ihren ehemaligen kommunistischen Genossen hielt sie Briefkontakt. Fanny Jezierska starb am 22. November 1945 in den USA. Eine ausführliche Skizze über Jezierska hat Ottokar Luban 2003 im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung veröffentlicht.

Wer war wer in der DDR

John, Horst

* 2.6.1922

Geb. in Chemnitz; Volksschule; 1936 – 41 Lehre u. Arbeit als kfm. Angest.; 1941 – 43 RAD; 1943 – 45 Wehrmacht; 1945 sowj. Gefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 kfm. Angest., Planungsltr. in der HO; 1950 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Schwarzenberg; 1953 Versetzung zur Abt. VI (Staatsapparat, Parteien) der BV Chemnitz; 1953 Bez.-Parteischule; 1954 HA V (Staatsapparat, Untergrund), MfS Berlin; 1956 Ltr. des Sekr. der HA V; 1960 – 65 Fernstudium an der KMU Leipzig,…

Wer war wer in der DDR

Jähnichen, Rolf

* 11.5.1939

Geb. in Helmsdorf; OS in Grimma u. Leipzig; 1957 – 63 Studium der Landwirtschaft in Leipzig, Dipl.-Landwirt, Dr. agr.; 1964 – 70 Mitarb. beim Rat des Bez. Leipzig, Abt. Landw., zuständig für Bergbau; 1970 – 90 Prod.-Ltr. u. stellv. Vors. der LPG Neukirchen (Krs. Borna); 1981 CDU; 1984 – 89 Mitgl. des Gemeinderats in Zedtlitz; 1989 / 90 Mitgl. des CDU-Vorst. Zedtlitz; Mai – Nov. 1990 Landrat in Borna. 1990 – 94 Vors. des CDU-KV Borna; 1990 – 98 Minister für Landw., Ernährung u. Forsten des…

Wer war wer in der DDR

Jahoda, Lutz

* 18.6.1927

Geb. in Brno (ČSR/Tschechien); Vater kaufm. Angest. der Wiener Reifenfirma Semperit; Ausbildung zum Einzelhandelskaufm.; 1943 Entdeckung durch den Operettensänger u. Regisseur Erich Elstner, anschl. Aufnahme als Pflegekind durch die Familie Elstner. 1946 erste kleine Rollen in Berlin, 1947 – 50 festes Engagement am Theater Stendal, ab 1952 Engagement am Operettentheater in Leipzig, dort auch erste Rundfunkaufnahmen, z. T. mit eigenen Liedern u. Texten; 1960 erste Filmrolle in »Der Doppelsänger«;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jakobi, Karl

* 31.8.1904 – ✝ 3.4.1974

Geboren am 31. August 1904 in Straßburg/ Elsaß, Sohn eines Fleischers; Hilfsarbeiter. 1926 wurde Jakobi Mitglied der KPD, 1928 Agitpropleiter in Karlsruhe. 1930/31 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, nach seiner Rückkehr wieder Agitpropsekretär in Karlsruhe. Von Februar 1932 bis März 1933 politischer Redakteur der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim. Am 2. April 1933 verhaftet und in das KZ Kislau eingeliefert, anschließend Untersuchungshaft in Mannheim. Im Oktober 1933 entlassen, übernahm Jakobi die Leitung der illegalen KPD im Bezirk Hessen/Frankfurt. Ende 1934 nahm er an der Reichskonferenz des KJVD in Moskau teil. Jakobi emigrierte in die Schweiz und nach Frankreich, ab 1936 war er als Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien. Dort erlitt er schwere Verwundungen, wurde in Frankreich interniert und später nach Deutschland ausgeliefert. Am 21. August 1941 verurteilte ihn der VGH zu lebenslanger Haft. Zunächst im Zuchthaus Brandenburg, ab Dezember 1943 im KZ Sachsenhausen, wo er auf dem Todesmarsch im April 1945 befreit wurde. Ab Juni 1945 Redakteur u. a. der Mecklenburger »Volkszeitung« und der »Landeszeitung« in Schwerin, Von 1949 bis 1951 Chefredakteur dieser Zeitung. Von 1951 bis April 1953 Professor am Institut für Publizistik an der Universität Leipzig. Ab Mai 1953 Chefredakteur der »Volksstimme« Magdeburg, 1958 ADN-Korrespondent in Belgrad, dann ab 1961 Redakteur der Zeitschrift »Dokumentation der Zeit«. Karl Jakobi starb am 3. April 1974.Andreas Herbst

Wer war wer in der DDR

Jänicke, Horst

* 4.1.1923 – ✝ 1.1.2006

Geb. in Strausberg; Vater selbst. Kfm.; Volksschule; 1937 – 40 Lehre u. Arbeit als Bäcker; 1940 – 45 Wehrmacht, Uffz. 1945 – 49 sowj. Gefangenschaft, Antifa-Schüler; 1949 SED; Lehrer an den KPS Briesen u. Schiffmühle; 1950 Ltr. der KPS Treuenbrietzen; 1951 Ltr. der Landesverw.-Schule Königs Wusterhausen; zugl. 1951 – 52 Fernstudium an der DVA; 1952 Einstellung beim APN (ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS), HA I (Staatsapparat der Bundesrep. Dtl.), dann stellv. Abt.-Ltr.; 1953 Abt.-Ltr. in der…

Wer war wer in der DDR

Jankofsky, Heinz

* 28.9.1935 – ✝ 2.5.2002

Geb. in Berlin; Schlosserlehre; 1951 – 68 Lokomotivschlosser bei der DR; 1959 erste Zeichnung für den »Eulenspiegel«; seit 1968 freiberufl. Pressezeichner; illustrierte Kinderbücher, Gestaltung von Kalendern u. Kartenspielen; Karikaturen u. Comics (»Rolf u. Rudi« u. a.) für den »Eulenspiegel«, die »Wochenpost«, »NBI«, »Ostsee-Ztg.«, »Berliner Ztg.« u. a.; Lieblingsthemen: Hochzeiten, Hunde, Katzen, Bürokraten, Banker; gest. in Bebersee (Uckermark).Schnitzler S. (Hrsg.): Das dicke Jankofsky-Buch.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Janus, Richard

* 16.6.1891 – ✝ 5.5.1972

Geboren am 16. Juni 1891 in Berlin; Metallarbeiter. 1909 Mitglied der Sozialistischen Jugend, 1911 der SPD, auf deren linkem Flügel er stand. Seit 1912 arbeitete er als Flugzeugmonteur in Stuttgart. Im Krieg Soldat, trat er 1918 der USPD bei. In Stuttgart im Aktionsausschuß des Spartakusbundes aktiv, kam er von Januar bis Juni 1919 in »Schutzhaft«. Als Mitglied der KPD wurde Janus politischer Redakteur (kurze Zeit auch Chefredakteur) der »Süddeutschen Arbeiterzeitung«. Nach 1923 als Rechter entlassen, aber 1925 wieder Redakteur. Nach seinem Ausschluß aus der KPD 1928 wurde er in der KPO aktiv und war Redakteur von deren »Arbeitertribüne«. 1933 Emigration in die Schweiz, dort 1937 ausgewiesen, kam er über Frankreich nach Schweden. In Stockholm wieder Metallarbeiter und Leiter einer kleinen KPO-Gruppe. Richard Janus starb am 5. Mai 1972 in Solna bei Stockholm.

Wer war wer in der DDR

Jastram, Jo (Joachim)

* 4.9.1928 – ✝ 7.1.2011

Geb. in Rostock; Vater Lehrer; Volksschule, Gymnasium; 1944 Wehrmacht, Gefangenschaft. 1947 – 49 Waldarb. u. Brunnenbauer in Aumühle (Sachsenwald); 1949 NDPD; Lehre als Holzbildhauer; bis 1951 Studium an der FS für angewandte Kunst in Empfertshausen (Rhön), 1951 – 54 Studium an der HS für bildende Künste in Dresden (b.  Walter Arnold), 1954 – 56 Studium an der HS für bildende u. angewandte Kunst in Berlin-Weißensee (b.  Heinrich Drake); 1956 freischaff. in Rostock; 1961 Studienreise in die…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jendrosch, Friedrich

* 22.5.1890 – ✝ 24.7.1944

Geboren am 22. Mai 1890 in Lomnitz/Krs. Rosenberg/Oberschlesien. Besuchte die Fortbildungsschule in Rosenberg und begann nach einer abgebrochenen Bäckerlehre 1908 eine Lehre als Schlosser und arbeitete anschließend bei der Eisenbahn in Hindenburg. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, 1919 Übertritt zur KPD. 1920 Stadtverordneter in Hindenburg/ Oberschlesien und Abgeordneter des Provinziallandtages Schlesien. Im Mai 1924 im Wahlkreis Oppeln in den Reichstag gewählt, aus dem er aber Ende Juni 1924 wegen Neuwahl in seinem Wahlkreis ausschied. Im Dezember 1924 zog Jendrosch für den Wahlkreis Oppeln in den Preußischen Landtag ein, dem er bis 1932 angehörte. Von 1925 bis 1929 Polleiter des KPD-Bezirks Oberschlesien, anschließend übte er nur kleine Funktionen aus. 1932 nicht mehr als Landtagskandidat aufgestellt, er übersiedelte nach Berlin. Nach 1933 arbeitete er als Markthändler und betätigte sich für die illegale KPD. Im Zuge der Gestapo-Aktion »Gewitter« nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 24. Juli 1944 verhaftet und in das KZ Sachsenhausen eingeliefert. Seiner Frau Hedwig Jendrosch, geborene Kroll (* 6. 10. 1894 – † 12. 7. 1991), wurde Ende 1944 mitgeteilt, ihr Mann sei am 28. November 1944 an einer eitrigen Hirnhautentzündung verstorben, er wurde vermutlich ermordet. Frank Wollin veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Friedrich Jendrosch.

Wer war wer in der DDR

Jentsch, Otto

* 16.5.1898 – ✝ 24.10.1978

Geb. in Seifhennersdorf; Vater Angest.; 1904 –10 Volksschule, danach Oberrealschule Warnsdorf, dort 1917 Abitur; 1917 / 18 Studium der Math. u. Physik an der Univ. München; 1918 / 19 Kriegsdienst als Flieger; 1919 / 20 Schlosserlehre in Neugersdorf; 1920 – 24 Maschinenbaustudium an der TH Dresden, Dipl.-Ing.; 1924 – 27 wiss. Ass. an der TH Braunschweig; ab 1927 Ing. bei der Wasser-, Gas- u. Elektrizitätswerke AG in Dresden; 1933 an der TH Braunschweig externe Prom. bei Carl Pfleiderer mit einer…

Wer war wer in der DDR

Jesse, Siegfried

* 1.11.1937

Geb. in Weimar; Vater Tischler; 1954 SED; 1955 Abitur; 1955 Einstellung beim MfS, Abt. KuSch der BV Suhl; 1955 – 57 Zweijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche; 1957 AG Suhl der BV Suhl; 1958 Abt. II (Spionageabwehr); 1965 – 71 Fernstudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1967 stellv. Ltr. der Abt. II; 1973 Offz. für Sonderaufg. bei der HVA-Abt. III (legal abgedeckte Residenturen), MfS Berlin; 1974 bei der HVA-Abt. IX (Gegenspionage), 1980 dort Ref.-Ltr.; 1981 stellv. Ltr., 1983 Ltr. der HVA-Abt.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jogiches, Leo

* 17.7.1867 – ✝ 15.1.1919

Geboren am 17. Juli 1867 in Wilna, stammte aus einer sehr reichen jüdischen Familie. Er war knapp drei Jahre älter als Lenin, begann aber sechs Jahre vor diesem 1885 seine revolutionäre Tätigkeit in der russischen Arbeiterbewegung. In verschiedenen russisch-polnisch-jüdischen Arbeiterorganisationen aktiv, blieb Jogiches zeitlebens für sein konspiratives Geschick bekannt. Er gehörte der Volkstümler-Gruppe an, die 1887 ein Attentat auf den Zaren plante (weswegen Lenins Bruder Alexander hingerichtet wurde). Jogiches selbst war innerhalb der Arbeiterbewegung stets ein Gegner Lenins, er lehnte vor allem dessen Zentralismus-Theorie ab, ebenso die Agrarkonzeption und die Ansichten zur nationalen Frage. In Wilna war Jogiches in der ersten marxistischen Gruppe der russischen Arbeiterbewegung, wurde 1889 verhaftet und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, danach floh er im Juni 1890 in die Schweiz. Dort trat er in Verbindung zu Georgi Plechanow, dem Nestor des russischen Marxismus. Um (gemeinsam mit Alexander Parvus-Helphand und David Rjasanow) die »Sozialdemokratische Bibliothek« herauszugeben, brachte er bedeutende Finanzmittel in einen Verlag ein. In Zürich lernte Jogiches Rosa Luxemburg kennen, mit der ihn bald ein Liebesverhältnis verband. Von Zürich aus gehörte Jogiches 1894 (er hatte die verschiedensten Pseudonyme, das bekannteste war Tyszka) zu den Gründern und Führern der Sozialdemokratie des Königreichs Polen. Seit 1899 Schweizer Staatsbürger, übersiedelte er auf Wunsch Rosa Luxemburgs, die seit 1898 in Deutschland lebte und ihn dazu gedrängt hatte, 1900 nach Berlin. Beide wirkten nun aktiv in der polnisch-russischen Sozialdemokratie, Rosa Luxemburg aber besonders in der SPD. Nach Ausbruch der russischen Revolution 1905 ging Jogiches zusammen mit Rosa Luxemburg nach Warschau, um dort die Revolution gegen den Zarismus zu unterstützen. Beide wurden am 6. März 1906 inhaftiert, aber während Luxemburg im Sommer entkommen konnte, wurde Tyszka im Dezember 1906 zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ihm gelang dann im April 1907 die Flucht und Rückkehr nach Deutschland. Im Jahr 1907 war die Lebensgemeinschaft zwischen Jogiches und Luxemburg beendet, sie lösten zwar ihre Liebesbeziehungen, aber keineswegs ihre engen politischen Bindungen. Über das schwierige persönliche Verhältnis geben vor allem ihre Briefe Auskunft. Beider Wohnung in Berlin-Friedenau mit Bibliothek, Archiv und Arbeitsplatz blieb zunächst gemeinsames Zuhause, bis Rosa Luxemburg 1911 nach Berlin-Südende umzog. Im Mai 1907 nahm Jogiches am Parteitag der russischen Sozialdemokratie in London teil und wurde dort in das ZK der SDAPR gewählt. Von Berlin aus leitete er die inzwischen Sozialdemokratische Partei des Königreichs Polen und Litauens genannte Partei (SDKPiL) und ihre illegalen Zeitungen, er wurde aber wegen seines autokratischen Führungsstils in der illegalen Organisation isoliert, die Auseinandersetzungen mit Lenin und dessen Anhängern verschärften sich. In Berlin lebte Jogiches zurückgezogen. Bei Ausbruch des Weltkrieges zählte er als Internationalist sofort zu den linken Kriegsgegnern in der SPD. Er wurde zum eigentlichen Organisator und nach der Inhaftierung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts 1915/16 Führer der Gruppe Internationale bzw. der Spartakusgruppe. Jogiches’ große Organisationsfähigkeit und die Kenntnisse in der konspirativen Tätigkeit ermöglichten es ihm, die kleine illegale Gruppe zu leiten sowie den Druck und Vertrieb ihrer Schriften – vor allem der »Spartakusbriefe« – zu organisieren. Im »Neudruck« der »Spartakusbriefe«, 1920 von der KPD herausgegeben, hieß es: »Genosse Leo Jogiches hatte die redaktionelle und technische Zusammenstellung bis zu seiner Verhaftung im Frühjahr 1918 in Händen«, er habe sein »außergewöhnliches Talent als Organisator und Redakteur« bewiesen. Unter den Pseudonymen Krumbiegel und Kraft war er der Motor der Spartakusgruppe, unterstützt von Mathilde Jacob und anderen. Er führte die Spartakusgruppe zentralistisch, um sie auf feste, internationalistische Positionen zu bringen. Dabei verfolgte er rabiat seine eigenen politischen Überzeugungen und änderte als Redakteur der »Spartakusbriefe« sogar Artikel von Genossen in seinem Sinne. Er setzte sich auch mit seiner Vorstellung durch, nicht Spaltung der SPD sei die »Parole«, sondern »Zurückerobern der Partei von unten«. Da er gegen die Spaltung der Arbeiterbewegung auftrat, ging die Spartakusgruppe 1917 auch in die USPD und lehnte das Streben der Bremer Linksradikalen ab, eine eigene Partei zu bilden. Während des Berliner Munitionsarbeiterstreiks im März 1918 konnte die Polizei Jogiches, den sie schon lange fieberhaft suchte, in Berlin verhaften, er saß bis zur Novemberrevolution im Gefängnis. Sofort nach der Revolution wurde Jogiches zum Organisator des Spartakusbundes, als Mitglied der Zentrale hatte er maßgeblichen Anteil sowohl an den programmatischen Aussagen als auch am organisatorischen Zusammenhalt und Ausbau der Gruppe. Jogiches’ überragende Rolle im Spartakusbund umschrieb sein innerparteilicher Gegner Karl Radek so: »Durch sein Zimmer im Büro des Spartakusbundes marschierte tagtäglich die ganze Partei durch. Jeder Delegierte von der Provinz wurde in diese Retorte gebracht und kam mit der Meinung je nach seinem Temperament heraus, daß entweder die Parteiorganisation sich in ausgezeichneten Händen befinde oder daß sie unter einer Diktatur ächze.« Freilich waren inzwischen im Gegensatz zu Jogiches viele Spartakusführer und vor allem -anhänger von der Politik Lenins und der Bolschewiki überzeugt und drängten auf die Bildung einer selbständigen Partei. Jogiches war sich mit Rosa Luxemburg nicht nur in der Kritik an der Russischen Revolution sowie der Strategie von Lenin und Trotzki einig, sondern wandte sich auch gegen den Austritt des Spartakusbundes aus der USPD. Mit seinen Organisationsvorstellungen scheiterte er jedoch auf der Vorkonferenz des Bundes am 29. Dezember 1918 in Berlin. Dort wurde gegen drei Stimmen (Leo Jogiches, Karl Minster und Werner Hirsch) die sofortige Bildung einer eigenen Partei beschlossen. Auch bei der Namensgebung auf ihrem Gründungsparteitag konnte sich Jogiches nicht durchsetzen. Gemeinsam mit Rosa Luxemburg hatte er in der Sitzung der Zentrale des Spartakusbundes vorgeschlagen, sie »Sozialistische Partei« zu nennen, um damit die Verbindung zu den Massen wie auch die Abgrenzung von Lenin zu demonstrieren. Für »Sozialistische Partei« votierten nur drei Spartakusführer, aber vier waren für »Kommunistische Partei« ( Paul Levi enthielt sich der Stimme mit der Begründung, ihm sei es gleichgültig, wie die Partei sich nenne). Der Gründungsparteitag der KPD wählte Jogiches zwar in die Zentrale, doch der Kongreß war für ihn eine Niederlage und intern kritisierte er dessen Ergebnisse heftig. Aber nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 trat er sofort wieder an, um die KPD zu leiten. Bereits am 10. März 1919 wurde auch Leo Jogiches verhaftet und am gleichen Tag in einer Zelle im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit ermordet.

Wer war wer in der DDR

John, Joachim

* 20.1.1933

Geb. in Tetschen (ČSR/Děčín, Tschechien); 1945 Ausweisung u. Umsiedl. der Fam. nach Zerbst; 1952 Abitur in Köthen, anschl. Lehre als Chemiewerker in Rodleben; 1954 Bühnenhandwerker am Staatl. Operettentheater Dresden; 1955 – 59 Studium an der EMAU Greifswald, Inst. für Kunsterziehung, Schüler von  Otto Niemeyer-Holstein; 1963 – 65 Mstr.-Schüler in der DAK bei  Hans Theo Richter, wichtige Anregungen auch durch  Fritz Cremer; anschl. freischaff. in Berlin; ab 1977 in Neu-Frauenmark (Mecklenb.);…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jahnke, Karl Hans Heinrich

* 3.2.1898 – ✝ 13.8.1961

(* 1898 – † 1961) Geboren am 3. Februar 1898 in Hamburg; besuchte die Mittelschule, anschließend kaufmännische Lehre. 1919 aktiv in der Kommunistischen Jugend und der KPD, auf deren linkem Flügel er stand. Nach der Spaltung 1920 Übertritt zur KAP, 1921 wieder zur KPD zurück. 1923 aktiv am Hamburger Aufstand beteiligt. 1924 kurze Zeit Agitpropleiter des Bezirks Wasserkante, im selben Jahr Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. 1924 wegen Beteiligung am Hamburger Aufstand zu mehrjähriger Festungshaft verurteilt, Anfang 1926 amnestiert. 1926 Mitarbeiter der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft. Als im Februar 1926 in der Bürgerschaft der Justizsenator erklärte, Hugo Urbahns sei ein »Politischer Verbrecher«, griff Jahnke ihn tätlich an, warf ihm Aktenbündel ins Gesicht und schied danach aus dem Hamburger Parlament aus. Bei den Diskussionen von 1926 bis 1928 stand Jahnke auf dem linken Parteiflügel. Da er in der Wittorf-Affäre 1928 gegen Ernst Thälmann auftrat, wurde er Ende 1928 fristlos von der deutsch-sowjetischen Handelsgesellschaft entlassen und aus der KPD ausgeschlossen. Nach der Abspaltung der Trotzki-Gruppe vom Leninbund schloß sich Jahnke 1929 den Trotzkisten an und gehörte zur Leitung der Hamburger Gruppe. 1931 – nach einer Reise seiner Frau in die Sowjetunion – trennte er sich wieder von den Trotzkisten und kapitulierte vor der KPD, die ihn wieder aufnahm. 1932 Angestellter der RGO in Berlin. Nach 1933 mehrmals inhaftiert, trug er von den schweren Mißhandlungen einen Hörfehler davon. 1945 Mitglied der KPD, Betriebsrat in einer Hamburger Firma. Zunächst Mitglied der DAG, dann Mitglied der Ortsverwaltung HBV des DGB in Hamburg. Karl Jahnke starb am 13.August 1961 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Jahsnowsky, Franz

* 29.9.1930

Geb. in Joudreville (Frankreich); Vater Bergmann u. Schmied; aufgew. in Neusiß (Thür.); Internatsschule Neudietendorf, 1947 – 49 Vorstudienanstalt Jena, Abitur; danach Studium der Romanistik u. Sinologie an der FSU Jena; SED; ab 1955 Dolmetscher im diplomat. Dienst; 1956/57 Presseref. der DDR-Botschaft in Vietnam; ab 1957 Mitarb., 1961 stellv. Ltr. der Dolmetscherabt. im MfAA; 1962 – 73 im diplomat. Dienst in Kambodscha, Guinea u. Kongo-Brazzaville; 1967/68 Sektionsltr. Zentralafrika im MfAA;…

Wer war wer in der DDR

Jakobs, Karl-Heinz

* 20.4.1929 – ✝ 4.11.2015

Geb. in Kiauken (Ostpr.); Mittelschule; 1945 Flakhelfer. 1946 – 48 Gelegenheitsarbeiten (Bauhilfsarb., Bergmann, Hausdiener); Besuch einer Handelsschule; 1948 Maurerlehre; Abendstudium an einer Ing.-Schule; 1950 – 56 Maurer, Sachbearb., Red.-Assistent, Bautechniker, Journalist, Wirtschaftsfunktionär; 1956 Delegierung an das Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1958 SED; seit 1958 freischaff. Journalist u. Schriftst. (Prosa, Reportagen, Essays, Lyrik, Funk- u. Fernseharbeiten); 1959…

Wer war wer in der DDR

Jänicke, Johannes

* 23.10.1900 – ✝ 30.3.1979

Geb. in Berlin; Vater Stadtmissionar; Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin; Soldat im 1. Weltkrieg; Studium der Theol. an den Univ. Berlin u. Basel; 1925 Ordination u. Stadtvikar in Berlin; 1926 Pfarrer in Luckenwalde, ab 1929 in Halle; 1930 – 33 zugl. Hrsg. der Kirchenztg. »Mut u. Kraft«; ab 1934 Mitgl. des Pfarrernotbunds u. der Bekennenden Kirche; ab 1935 in Palmnicken (Ostpr.); im 2. Weltkrieg Dienst als Sanitäter. 1947 kommissar. Pfarrer u. 1948/49 Dir. des Burkhardthauses in Berlin; 1949…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Jannack, Karl

* 23.1.1891 – ✝ 27.5.1968

Als uneheliches Kind am 23. Januar 1891 in Cölln bei Bautzen geboren, auf dem Dorf aufgewachsen, durchlebte eine schwere Jugend. Einige Zeit als Knecht tätig, dann Schuhmacherlehre, anschließend 1909 auf Wanderschaft. 1909 Mitglied der SPD in Bremen, Anhänger der Bremer Linken. 1913 Soldat, 1915 mit dem EK II ausgezeichnet, im Frühjahr 1916 verschüttet, dann Rückkehr nach Bremen. Mitkämpfer der Bremer Linksradikalen und der Gruppe Arbeiterpolitik, deswegen festgenommen. Jannack entzog sich der »Schutzhaft« durch Freiwilligmeldung. Wieder Soldat und bis zur Revolution 1918 in Saarburg/Lothringen. Am 11. November 1918 kam Jannack nach Bremen zurück, auf Vorschlag des USPD-Führers Alfred Henke zum Leiter des Soldatenrates gewählt. Er schloß sich den Internationalen Kommunisten an und nahm als deren Vertreter am Gründungsparteitag der KPD teil. Im Januar 1919 nach Berlin geschickt, um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht nach Bremen, einem für sie sicheren Ort, zu holen, doch die KPD-Führer blieben in Berlin. Jannack gehörte zu den Leitern der im Februar 1919 in Bremen proklamierten Räterepublik; nach deren Auflösung Sekretär des KPD-Bezirks Nordwest. Da dieser Bezirk auf dem II. Parteitag 1919 zur ultralinken Opposition zählte, wurde auch ihr Delegierter Jannack aus der KPD ausgeschlossen. Im Oktober 1919 Mitunterzeichner eines Briefes von Heinrich Laufenberg, in dem es hieß: »Fordert die Zentrale auf, sich bei Euch in Bremen zu verantworten. Der brutalen Vergewaltigung gegen Eure Beauftragten setzt Eure Fäuste entgegen.« Jannack schloß sich aber nicht der KAPD an, sondern kam nach einigen Monaten zur KPD zurück. 1920 Mitglied der Bremer Bürgerschaft und Vorsitzender des KPD-Bezirks Nordwest. Auf allen Parteitagen – von 1920 bis 1923 – in den ZA der KPD gewählt. 1922 als Redakteur zum »Ruhr-Echo« in Essen, anschließend Redakteur in Düsseldorf und Köln. Im August 1923 nach Remscheid berufen, wo ihn die KPD-Mehrheit des ADGB zum Gewerkschaftssekretär wählte. Jannack galt als eifriger Anhänger Heinrich Brandlers, deshalb wurde er Mitte 1924 nach dem Sieg der Linken seiner Funktion enthoben. Weil er die Fraktionsarbeit der Brandler-Anhänger leitete und deren Rundbriefe versandte, schloß ihn die KPD am 10. Oktober 1924 aus. Nach dem »Offenen Brief« und der Überprüfung der Ausschlüsse wurde auch Jannack im Oktober 1925 wieder in die KPD aufgenommen. In den folgenden Jahren als Instrukteur bzw. Sekretär in verschiedenen Organisationen wie der Roten Hilfe, der IAH und dem RFB tätig. Er war für die RGI in Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Frankreich im Einsatz, kam 1927 wieder nach Deutschland zurück, war kurze Zeit Redakteur an der »Sozialistischen Republik«, dann an der »Welt am Abend« in Essen, wo er Bernhard Menne ablöste. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten 1928/29 blieb Jannack auf der ZK-Linie. Von 1930 bis Anfang 1933 Bezirksleiter der Roten Hilfe Niederrhein in Düsseldorf. Jannack arbeitete nach 1933 noch kurze Zeit illegal, emigrierte Ende Mai 1933 nach Lothringen/Frankreich, lebte in Saarburg und arbeitete in der Roten Hilfe und an der Zeitung »Humanité«. Seine Frau, die er im Weltkrieg in Saarburg kennengelernt hatte, flüchtete ebenfalls aus Deutschland (sie starb 1940). Von Januar bis Juni 1940 in Frankreich interniert, wurde er im Oktober 1940 von der Gestapo festgenommen und nach Deutschland transportiert. Um einer Verurteilung durch die NS-Justiz zu entgehen bzw. ein möglichst mildes Urteil zu erreichen, bat Jannack in einem Schreiben an das Reichssicherheitshauptamt vom 8. Februar 1942 (HStA Düsseldorf, Gestapo Akte 3594), ihm »die Gelegenheit zu geben, als Soldat des Führers im deutschen Freiheitskampf mitzuarbeiten«. Er führte weiter aus: »Daß ich vor, während und nach der Internierung für nationalsozialistische Ziele tätig war, wird durch zahlreiche deutschgesinnte Lothringer bestätigt. Mit zugehörig zu den Gründern der Deutschen Volksgemeinschaft in Saarburg stellte ich mich sofort in den Dienst der Organisation, zuerst als Zellenleiter, später als Organisationsleiter der Ortsgruppe.« Ungeachtet dieses Briefes wurde Jannack nach sieben Monaten Gestapohaft in Düsseldorf vom OLG Hamm zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt, die er in Hamm und Wolfenbüttel verbüßte. Anschließend erfolgte die Überführung in das KZ Buchenwald, wo er bis Kriegsende blieb. Im April 1945 ging Jannack zunächst nach Lothringen, kehrte aber im September 1945 nach Deutschland zurück. Mitglied der KPD, ab Oktober 1945 Sekretär der Kreisbodenkommission in Bautzen, 1946 Vorsitzender der SED Lausitz und er gehörte dem LV Sachsen an. Von Dezember 1946 bis April 1949 war er stellvertretender Landrat des Kreises Bautzen. Am 23.November 1949 erhielt Jannack eine »Rüge« wegen »Fehler und Schwächen«. Als Landrat abgelöst, wurde er 1950 Leiter der Kaderabteilung des Bundesvorstandes der Domowina bzw. der Filiale der Deutschen Notenbank in Bautzen. Von Ende 1952 bis Anfang 1955 leitete Jannack die Abteilung Inneres in der Hauptabteilung Sorbische Volksbildung beim Ministerium für Volksbildung der DDR. In seinen Lebenserinnerungen, »Wir mit der roten Nelke«, die Jannack 1959 in Bautzen veröffentlichte, verdammte er seine früheren Freunde von der Opposition. Im April 1966 erhielt er den VVO in Gold. Karl Jannack starb am 27. Mai 1968.

Wer war wer in der DDR

Janz, Karin

* 17.2.1952

Geb. in Hartmannsdorf (b. Lübben); Eltern Lehrer; POS, KJS, Abitur; 1960 – 73 sportl. aktiv als Turnerin beim SC Dynamo Berlin (Trainer: Ellen Bergler, Werner Pöhland); 1974 – 84 Präs.-Mitgl. des DTSB; zweimal Teiln. an Europameisterschaften: 1967 2. Platz (Stufenbarren), 3. Platz (Sprung), 1969 EM im Mehrkampf, beim Sprung, am Stufenbarren u. Schwebebalken, 2. Platz am Boden; bei den Weltmeisterschaften 1970 WM am Stufenbarren, 2. Platz mit der Mannschaft u. beim Sprung, 4. Platz im Mehrkampf;…

Wer war wer in der DDR

Jazdzewski, Ernst

* 14.8.1907 – ✝ 29.5.1995

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer u. Zeichner; 1921 Mitgl. u. Funktionär des KJV; 1922 – 28 Studium (Abendkurse) an der Kunstgewerbeschule Berlin; ab 1923 Mitarb. an kommunist. Kinder- u. Jugendztschr. (»Die Trommel«, »Die Junge Garde«); Plakatgestalter u. Buchillustrator für die Verlage Jugend internat. u. Junge Garde, sowie für den Universum-Verlag; 1928 Mitgl. der ASSO; 1932 KPD; arbeitete bis 1933 im Graf. Atelier des ZK der KPD; 1933 Verhaftung,…

Wer war wer in der DDR

Jennrich, Ernst

* 15.11.1911 – ✝ 20.3.1954

Geb. in Wedringen (b. Haldensleben); Vater Töpfer, acht Geschwister; Volksschule; anschl. Gärtnerlehre, ab 1940 dienstverpflichtet in den Junkerswerken; 1942 Wehrmacht, durch mehrere Granatsplitter schwer versehrt, 1945 Desertion, amerikan. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 SPD/SED, 1947 Austritt; ab 1952 Gärtner in einer LPG in Magdeburg; erfährt am 17.6.1953 auf dem Weg zur LPG-Verwaltung von Demonstrationen, zieht danach mit seinem Sohn durch die Stadt bis zur Haftanstalt Sudenburg, nimmt dort…

Wer war wer in der DDR

Jentsch, Willy

* 22.4.1892 – ✝ 26.5.1966

Geb. in Barschdorf (Krs. Liegnitz, Schles. / Bartoszov, Polen); Vater Maurer; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Fleischer; Wanderschaft; 1911 Mitgl. des Zentralverb. der Fleischer; 1912 SPD; 1914 – 18 Militärdienst; ab 1919 Arbeiter im RAW Berlin; Betriebsrat u. Mitgl. der ADGB-Ortsverwaltung Groß-Berlin; 1923 Bezirkssekr. des Dt. Eisenbahnerverb. für den Osten; Umzug nach Frankfurt (Oder); 1924 – 33 Sekr. des SPD-Unterbez. Frankfurt-Lebus, Ost- u. Weststernberg; 1926 – 33 Stadtverordn. in…

Wer war wer in der DDR

Jesse, Willi

* 14.12.1897 – ✝ 17.8.1971

Geb. in Rostock; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Maschinenbauer; Wanderschaft; 1912 SAJ, 1915 SPD; 1915 – 18 Militärdienst; 1920 Schriftltr. des Mitteilungsblatts der SAJ Mecklenb.; ab 1927 hauptamtl. SPD-Funktionär; ab 1931 Sekr. des SPD-Bez. Mecklenb.-Lübeck in Rostock; Mitgl. des Zentr. Parteiaussch. der SPD; 1927 – 33 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. in Rostock; 1932/33 Abg. des Landtags Mecklenb.-Schwerin; 1933 mehrere Wochen »Schutzhaft«; Lebensmittelhändler; Kontakte zu…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Johansen, Henry (Salter

* 8.5.1905 – ✝ 5.12.1967

(* 1905 – † 1967) Geboren am 8. Mai 1905 in Waren/Mecklenburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Kaufmann. Johansen trat 1921 als Sechzehnjähri- ger in die KPD ein, ging als Bürogehilfe zur BL Mecklenburg und war dort Bezirksleiter der KJD. Ende 1922 übersiedelte er nach Berlin und wurde Mitarbeiter der KPD-Zentrale (Abteilung Kasse). Im Frühjahr 1923 nach Nürnberg geschickt, in der BL Nordbayern war er für die Jugendarbeit verantwortlich. Der vorzügliche und radikale Redner war bald bekannt. Von November 1923 bis 30. April 1924 kam Johansen in »Schutzhaft«. Von der Polizei als »besonders radikal« eingestuft, sind 1924 alle Veranstaltungen verboten worden, auf denen er sprechen sollte. Da er als »geistiges Haupt der kommunistischen Jugend in Nordbayern« galt, wurde er aus Bayern ausgewiesen. Nach der Übernahme der KPD-Führung durch die Linken stieg der noch nicht zwanzigjährige Johansen in der Zentrale 1924 als junger Theoretiker rasch auf, er wurde im AM-Apparat eingesetzt. 1925 schloß er sich den Ultralinken an und war bald einer der Wortführer der Opposition von Karl Korsch. Johansen ging nach Mecklenburg, wo die Ultralinken unter seiner und Hans Ambs Führung Einfluß besaßen. 1926 aus der KPD ausgeschlossen, blieb er bei der Spaltung der »Entschiedenen Linken« auf ihrer Reichskonferenz im September 1926 bei der Korsch-Gruppe und bekämpfte die Anhänger von Ernst Schwarz. Er begann ein Studium und war noch einige Zeit in kleinen linken Gruppen aktiv. 1928 Sekretär des Verbandes der ausgeschlossenen Bauarbeiter in Mönchen-Gladbach, von 1929 bis 1933 freier Schriftsteller, ständiger Mitarbeiter beim »Aufwärts«, Organ des ADGB u. a. Gewerkschaftsblätter. Nach 1933 arbeitslos, lebte er zeitweise illegal, emigrierte in die âSR, kehrte 1934 zunächst nach Mecklenburg und anschließend nach Berlin zurück, wo er zuletzt Schreiber beim Hauptversorgungsamt war. 1943 zu Wehrmacht eingezogen, geriet er im Mai 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und leitete das Antifa-Aktiv in Brünn, später in Kischinjow. Im August 1946 in Berlin SED-Mitglied, trat aber wieder aus, schloß sich der SPD an und wurde durch Vermittlung von Ernst Reuter 1948 Leiter der Ost-Redaktion der amerikanischen »Neuen Zeitung«. Unter dem Pseudonym Ernest J. Salter trat er als Kritiker der Sowjetunion und des Stalinismus in Erscheinung. Seine zahlreichen Publikationen und Artikel (u. a. im »Monat«) machten ihn in den fünfziger und sechziger Jahren als Sowjetologen bekannt, er analysierte vor allem die sowjetische Außen- und Deutschlandpolitik. Eine öffentliche Polemik zwischen ihm und dem Sowjetideologen Eugen Varga fand 1956 das Interesse der Medien. Er gehörte dem »Deutsch-Russischen Freiheitsbund« an. 1959 wegen Mitgliedschaft im regierungsnahen Komitee »Rettet die Freiheit« aus der SPD ausgeschlossen, arbeitete Salter für den »Deutschlandfunk« und für die »Deutsche Welle«. Henry Johansen-Salter starb am 5.Dezember 1967 in West-Berlin.

Wer war wer in der DDR

John, Wilhelm

* 29.7.1885 – ✝ 24.8.1953

Geb. in Berlin; Studium der Volkswirtschaft u. Sozialpolitik; seit 1909 journalist. Tätigkeit im Ullstein-Verlag, im Scherl-Haus, beim »Börsen-Courier« u. bei der »Charlottenburger Ztg.«; 1910 Eintritt in die Demokrat. Vereinigung, ehrenamtl. Funktionär im Berliner Norden u. später 2. Vors. des LV Berlin-Brandenburg; 1914 – 18 Soldat; 1918 – 33 Mitgl. der DDP; 1920 – 1.2.1923 Chef vom Dienst beim »Berliner Lokalanzeiger«; 1.2.1923 – 1.11. 1924 Chef v. Dienst beim »Berliner Börsen-Courier«,…