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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krollmann, Maria

* 15.1.1904 – ✝ 13.5.1994

Geboren am 15. Januar 1904 in Wanne-Eickel als Maria Johanna Burbaum. Die Tochter eines Bergmanns besuchte die Handelsschule, anschließend kaufmännische Lehre, arbeitete als Kontoristin und Stenotypistin. Während des Kapp-Putsches im März 1920 war sie Sanitätshilfe und trat zunächst in die USPD und Ende 1920 in die KPD ein. Im Sekretariat der KJD in Bochum tätig, später UB-Leiterin des KJVD Essen. 1926 heiratete sie den Bochumer KPD-und RFB-Funktionär Erich Krollmann. Ende 1928 Instrukteurin der Abteilung Agitprop der BL Wasserkante in Hamburg und in Schleswig-Holstein, zeitweise gehörte sie dem Sekretariat der BL Wasserkante an. 1929 wurde sie Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft. Von Januar 1933 bis Februar 1934 Kursantin an der Internationalen Leninschule in Moskau. 1934 kehrte sie über Prag zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück (Deckname Hertha). Zunächst Instrukteurin und UB-Leiterin in Leipzig, anschließend Oberberaterin für die Anleitung der illegalen Bezirksleitungen in Stuttgart, Frankfurt/M. und Mannheim. Im Januar 1935 in Mannheim verhaftet und nach Leipzig überführt, wo sie am 4. Oktober 1935 vom 1. Senat des VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Sie saß bis zur Befreiung im Zuchthaus Jauer und kehrte 1945 dann nach Lübeck zurück. Inzwischen mit dem bekannten Lübecker Kommunisten Erich Klann verheiratet, gehörte Maria Krollmann Ende der vierziger Jahre zu den Spitzenfunktionären der KPD in Schleswig-Holstein. Die Zeitschrift »Stern« nannte sie 1949 sogar in Anspielung an die rumänische Stalinistin Pauker »Anna Pauker des Nordens«. Aber Anfang der fünfziger Jahre kritisierte Maria Klann die totale Unterordnung der westdeutschen KPD unter die SED. Daraufhin im August 1952 aus der KPD wegen »parteischädigenden Verhaltens« ausgeschlossen, galt sie nunmehr wie üblich als »Titoistin und amerikanische Agentin«. Die »überparteiliche« VVN, deren langjährige Lübecker Vorsitzende sie war, verstieß sie ebenfalls. Ein Antrag auf Mitgliedschaft in der SPD wurde 1954 noch abgelehnt, zwei Jahre später wurde sie in die Reihen der deutschen Sozialdemokratie aufgenommen. Das Landesamt für Verfassungsschutz Schleswig-Holstein warnte aber noch 1958 vor Maria Krollmann-Klann. Sie mußte viele Jahre für ihre Anerkennung als Opfer des Nazi-Regimes kämpfen. Bis 1973 ehrenamtliche Vorsitzende der AWO in Lübeck. Maria Krollmann-Klann starb am 13. Mai 1994 in Lübeck.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kropp, Willi (Wilhelm)

* 3.1.1899 – ✝ 8.8.1961

Geb. in Grünberg (b. Giessen); Vater Kfm., Mutter Bäuerin; Grund- u. Realschule; bis 1916 Anhänger der Wandervogelbew.; 1914/15 Volontär in einer Hamburg Buchhandlung; 1915/16 Eleve auf einem Gut u. Besuch einer Landw.-Schule; 1917 Volontär in der Gartenbaugenossenschaft Eden bei Oranienburg; 1918 Kriegsdienst, Uffz.; 1919/20 Mitgl. einer Siedlergr. in der Nähe der Edertalsperre; 1920 – 22 Bergarb. bei Bochum; 1920 KJVD; KPD; 1921 – 23 KJVD-Bildungsobmann im Ruhrgeb. u. im Bez. Hessen /… Geboren am 3. Januar 1899 in Grünberg/ Hessen, Sohn eines Kaufmanns; lernte Buchhändler. Aktiv in der Wandervogelbewegung, 1915 begann Kropp eine landwirtschaftliche Lehre auf einem hessischen Gut, ab 1917 war er Volontär einer Obst- und Gartenbau-Genossenschaftssiedlung bei Oranienburg. 1918 Soldat, zuletzt Unteroffizier. 1919/20 in einer Landkommune, dann im Ruhrgebiet, Hilfsschlepper auf einer Zeche in Bochum. Er wurde Mitglied der KJD und der KPD, Funktionär der BL Ruhrgebiet, später Leiter der KJD-Gruppe Darmstadt und Mitglied der BL Hessen-Frankfurt, dort für das Ressort Bildung verantwortlich. Im Juni 1923 wurde Kropp wegen seiner kommunistischen Tätigkeit von der französischen Geheimpolizei verhaftet und einen Monat später zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung siedelte er nach Diez/Lahn über, wo er politisch nicht hervortrat. Er wurde im September 1924 Leiter der Partei-Buchhandlung und des Literaturvertriebes in Frankfurt/M., dann in Stuttgart. Dort in der BL Agitpropleiter, er tendierte zu den Linken und führte heftige Auseinandersetzungen mit den Rechten in Württemberg. Im Mai 1925 wurde Kropp UB-Sekretär, außerdem Geschäftsführer der »Niederrheinischen Arbeiterzeitung« in Duisburg. 1925 standen fast alle UB-Sekretäre Wilhelm Schwan, Max Schütz und Arthur König auf der Seite Ruth Fischers, Kropp war damals der einzige Gegner. 1926 holte Wilhelm Florin den Thälmann-Anhänger Kropp als Agitpropsekretär in die BL Ruhr. Er wurde von Dezember 1926 bis 1928 Orgleiter des Bezirks Ruhr in Essen, dann Redakteur am »Ruhr-Echo«. Während der Konflikte mit den Rechten und Versöhnlern tendierte Kropp zu den Rechten, gab im Dezember 1928 eine Erklärung für das ZK, aber gegen die BL Ruhr ab. Im April 1930 zu zwei Jahren Festung verurteilt, schickte ihn das ZK als Instrukteur nach Baden, anschließend im Auftrag des Westeuropäischen Büros der Komintern verschiedene Einsätze. Anfang Mai 1931 stellte er sich nach Absprache mit Wilhelm Pieck den deutschen Justizbehörden und mußte bis 28. Januar 1933 seine Haftstrafe absitzen, da die Weihnachtsamnestie 1932 für ihn abgelehnt worden war. Kropp übernahm die Agitproparbeit in Berlin-Brandenburg und wurde am 4. Mai 1933 durch Verrat verhaftet und im Polizeipräsidium am Alexanderplatz schwer mißhandelt. Ende September 1934 aus dem KZ Sonnenburg entlassen, emigrierte er im November über Saarbrücken nach Paris und kam im März 1935 in die Sowjetunion. Dort arbeitete er bis 1940 als persönlicher Mitarbeiter von Florin im skandinavischen Ländersekretariat des EKKI. 1941 nach Ufa evakuiert, ab Februar 1942 dort Propagandist unter deutschen Kriegsgefangenen, bis Februar 1943 Oberkommissar in einem Lager am mittleren Ural, anschließend an der Zentralschule 27. Im Sommer 1944 unter dem Pseudonym Willi Keller in der als Objekt 12 getarnten deutschen Parteischule. In der zweiten Maihälfte 1945 wurde Kropp zur Verstärkung der Gruppe Sobottka über Danzig nach Mecklenburg geflogen. Im Juli 1945 Leiter der Abteilung Kultur und Schulung der KPD-Landesleitung Mecklenburg in Schwerin, wegen Differenzen mit Gustav Sobottka bereits im September 1945 nach Berlin, Kropp wurde der erste Leiter der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde. Im Herbst 1947 abberufen, wurde er Direktor der Deutschen Verwaltungsakademie in Forst Zinna. Am 9. August 1951 erhielt Kropp wegen »parteischädigenden Verhaltens« eine Rüge und wurde seiner Funktion enthoben, weil er u. a. den ZK-Beschluß über das Verbot des Betretens der Berliner Westsektoren ignorierte. Ab 1951 Redakteur beim ADN bzw. beim »Neuen Deutschland«, im September 1955 wurde er zum Professor an die FDGB-Hochschule Bernau berufen und erhielt den Orden »Banner der Arbeit«. Wilhelm Kropp starb am 8. August 1961 in Weimar.Peter Erler

Wer war wer in der DDR

Krötke, Wolf

* 5.10.1938

Geb. in Berlinchen (Krs. Soldin, Ostbrandenb./ Barlinek, Polen); Vater 1945 gefallen; 1957 Abitur am Philantropinum in Dessau; anschl. Beginn des Studiums der Theol. an der Theolog. Fak. der KMU Leipzig; 1958/59 Haft im Zuchthaus Waldheim wegen »Hetze u. staatsgefährdender Prop. u. Herstellung u. Verbreitung von Hetzschriften«; danach Forts. des Studiums am Katechet. Oberseminar in Naumburg (Saale) u. am Sprachenkonvikt Berlin; 1965 Erstes theolog. Examen; 1967 kirchl. Qualifikationsprüfung…

Wer war wer in der DDR

Krüger, Heinz

* 12.11.1919 – ✝ 10.10.2015

Geb. in Leipzig; Vater Maurer, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule; 1934 – 38 Textilarbeiter; 1938 – 45 RAD u. Wehrmacht; 1945 vier Wochen in brit. Internierung. 1945 – 49 Arbeiter u. Verwalter bzw. Treuhänder kleiner Textilbetriebe; 1945 SPD, 1946 SED; 1949 – 51 Abt.-Ltr. im Rat des Krs., 1951/ 52 Bürgermeister; 1952 / 53 1. Vors. des Rats des Krs. Weißwasser; 1953 1. Sekr. der SED-KL Weißwasser; 1954 – 56 Studium an der PHS »Karl Marx«, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1956 – 59 1. Sekr. der…

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Krüger, Emil Fritz

* 13.11.1872 – ✝ 1933

Geboren am 13. November 1872 in Leipzig; besuchte die höhere Schule. Er lebte einige Jahre in Budapest, kam 1900 nach Berlin. Der gelernte Notenstecher und spätere Krankenkassenangestellte gehörte dem Verband der Notenstecher an und trat in die SPD ein. Von 1906 bis 1909 Inhaber eines Restaurants, dann Schleifer bei Siemens & Halske. Dort wegen seiner Beschwerden über schlechte sanitäre Einrichtungen entlassen, später Krankenkassenangestellter in Charlottenburg und Reinickendorf. Er war Vorstandsmitglied des II. Wahlkreises Groß-Berlin der SPD und der Pressekommission des »Vorwärts« sowie der Branchenkommission des Verbandes der Büroangestellten Deutschlands. Als Mitglied des Zentralvorstandes der USPD von Groß-Berlin gehörte er zu der am 24. März 1918 verhafteten Helfergruppe um Leo Jogiches. Er nahm am Gründungsparteitag der KPD teil, hat dort den Bericht der Mandatsprüfungskommission verlesen und wurde für Berlin in die Programmkommission gewählt. Im Protokoll des Gründungsparteitages ist nur von »Krüger« die Rede. 1919 für einige Wochen in Moabit inhaftiert, trat er in der KPD später nicht mehr in Erscheinung. 1931 als Krankenkassenangestellter pensioniert, 1933 schwer erkrankt, Emil Fritz Krüger starb Pfingsten 1933 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Krüger, Alfred

* 28.9.1920 – ✝ 27.7.1982

Geb. in Emden; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Bäcker; RAD; Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft, anschl. Wald- u. Transportarb. Ab 1946 erneut als Bäcker tätig, dann Konsum-Verkaufsstellenltr. in Schwarzenberg; SED; 1948 – 51 Dir. der HO in Aue, danach Ltr. der HO-Gaststättenbetriebe des Leipziger Hauptbahnhofs; 1958 – 77 GD der MITROPA, später Ltr. des MITROPA-Betriebes auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Andreas Herbst

dissidenten.eu

Krupski, Janusz

* 1951 – ✝ 2010

Janusz Krupski wurde 1951 in Lublin geboren. 1970–75 studierte er an der Katholischen Universität Lublin Geschichte. Er und seine Studienfreunde Bogdan Borusewicz und Piotr Jegliński waren entschlossen, radikale Schritte zu unternehmen, um die Unabhängigkeit Polens zu erreichen. Sie hielten es für möglich, in der Tradition des antikommunistischen Untergrundes den bewaffneten Kampf aufzunehmen. Krupski versuchte sogar, sich in der paramilitärischen staatlichen Liga zur Landesverteidigung (Liga…

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Krzikalla, Anton

* 30.8.1887 – ✝ 22.8.1944

Geboren am 30. August 1887 in Laurahütte/ Oberschlesien, wohnte in Mariendorf bei Aachen; Bergarbeiter. Er war dort von 1919 bis 1921 Gemeindevertreter und Gesamtbetriebsratsvorsitzender, dann wegen Beteiligung am März-Aufstand 1921 längere Zeit inhaftiert. 1929 erneut Gemeindevertreter und im September 1930 im Wahlkreis Köln-Aachen für die KPD in den Reichstag gewählt. Im Juli 1931 gab Krzikalla sein Mandat an den Eisendreher Engelbert Esser ab. Vom 28. Februar bis Dezember 1933 in »Schutzhaft«, er war in verschiedene Hochverratsverfahren verwickelt. Im Juli 1937 erneut verhaftet, kam in das KZ Buchenwald, aus dem er im April 1939 nach Mariendorf bei Aachen entlassen wurde. Im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« wurde er am 22.August 1944 wieder festgenommen und in das KZ Sachsenhausen gebracht. Dort ist Anton Krzikalla als Häftling im Außenkommando (Klinkerwerke) am 5.Oktober 1944 umgekommen. Rainer Böger veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Anton Krzikalla.

dissidenten.eu

Kubišová, Marta

* 1942

Marta Kubišová kam 1942 in Budweis (České Budějovice) zur Welt. 1959 schloss sie die Mittelschule in Poděbrady ab. Dreimal fiel sie durch die Aufnahmeprüfung für ein Medizinstudium in Prag, da ihr die Leitung der Glasfabrik, in der sie arbeitete, eine Studienempfehlung verweigerte. 1962 trat Kubišová am Stop-Theater in Poděbrady auf und wechselte nach zehn Monaten an das Alfa-Theater in Pilsen (Plzeň). Ab August 1964 arbeitete sie für vier Jahre am Rokoko-Theater in Prag. 1966 nahm sie am…

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Küchenmeister, Walter

* 9.1.1897 – ✝ 6.2.1943

(* 1897 – † 1943) Geboren am 9. Januar 1897 in Waldheim/Sachsen, Sohn eines Schuhmachers. Eisendreher und Bergarbeiter, seit 1911 aktiv in der Jugendbewegung und der Gewerkschaft. 1917/18 bei der Marine, beteiligte sich am Aufstand der Kieler Matrosen im November 1918 und ging in Berlin zur SPD, 1921 Übertritt zur KPD. Funktionär in Ahlen, Redakteur der »Westfälischen Arbeiterzeitung« und des »Ruhr-Echos«. 1926 wegen »unproletarischen Verhaltens« aus der KPD ausgeschlossen, er wurde als Polizeispitzel verdächtigt und soll Gelder unterschlagen haben. Anschließend freier Schriftsteller und Inseratenwerber. 1929 Übersiedlung nach Berlin, hier Zusammenarbeit mit Karl Otto Paetel und den Nationalbolschewisten. 1933 und 1934 zweimalige Inhaftierung, u. a. im KZ Sonnenburg. Nach seiner Freilassung Verbindung zu Harro Schulze-Boysen, Küchenmeister gehörte zum Kern der entstehenden Widerstandsgruppe. Er half bei der Herstellung von Flugschriften u. a. »Der rote Stoßtrupp«, organisierte Spendensammlungen für politische Gefangene und politische Schulungen unter Berliner Studenten. Wegen einer schweren Tbc-Erkrankung zum Kuraufenthalt in der Schweiz, trat er in Kontakt mit KPD-Funktionären, z. B. mit Wolfgang Langhoff. Nach seiner Rückkehr wieder im Führungskreis der Schulze-Boysen-Gruppe. Durch die von Wilhelm Guddorf in die Gruppe hineingetragenen Vorbehalte wegen Küchenmeisters früheren Ausschlusses aus der KPD kam es zu Konflikten. Am 16. September 1942 in Berlin festgenommen, vom 2. Senat des Reichskriegsgericht am 6.Februar 1943 wegen Zugehörigkeit zur Widerstandsorganisation »Rote Kapelle« zum Tode verurteilt, wurde Walter Küchenmeister am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Seine Lebensgefährtin Elfriede Paul (*14.1. 1900), die er in die illegale Arbeit einbezogen hatte, wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie war ab August 1945 Landärztin in Burgdorf/Niedersachsen, wieder in der KPD und von 1945 bis 1947 Ministerin für Aufbau, Arbeit und Wohlfahrt in der Landesregierung Niedersachsen, zugleich dort MdL. Ende 1947 übersiedelte Elfriede Paul in die SBZ, wurde Mitglied der SED und Abteilungsleiterin in der Zentralverwaltung für Gesundheitswesen, ab 1949 Leiterin der Medizinischen Abteilung der Versicherungsanstalt von Ost-Berlin. Später am Aufbau des Instituts für Sozialhygiene der Medizinischen Akademie Magdeburg beteiligt, bekam sie dort einen Lehrstuhl bis zur Emeritierung 1964. 1950/51 untersuchte die ZPKK Elfriede Pauls zeitweilige Kontakte nach 1945 zu Kurt Müller, dessen Frau Hedda Fischer und Edu Wald, sie saß deswegen vom 23. August bis 14.September 1951 in der MfS-Untersuchungshaftanstalt Berlin. 1980 erhielt sie den VVO in Gold. Ihre Lebenserinnerungen erschienen 1981 unter dem Titel »Ein Sprechzimmer der Roten Kapelle«. Elfriede Paul starb am 30. August 1981 in Ahrenshoop.

Wer war wer in der DDR

Kuessner, Hinrich

* 29.4.1943

Geb. in Gerdauen (Ostpr. / Železnodorožnyj, Rußland); Abitur in Schwerin; Studium der Theolog. in Rostock; Pfarrer in Berlin-Brandenb.; Verwaltungsausb. in Greifswald; 1973 – 78 Abt.-Ltr. u. Revisor, 1979 – 88 Geschäftsf. des Diakon. Werkes der Ev. Landeskirche Greifswald; 1989/90 Vorsteher der Johanna-Odebrecht-Stiftung in Greifswald; Sept. 1989 Mitgl. des Neuen Forums; Dez. 1989 SDP; 1989/90 Vors. des Untersuchungsaussch. der Stadt Greifswald; 1990 Schatzmstr. der SDP der DDR; März – Okt. 1990…

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Kühl, Bernhard

* 17.6.1878 – ✝ 21.7.1944

Geboren am 17. Juni 1878 in Camminke/Swinemünde; lernte Schriftsetzer und Drucker (Schweizerdegen) in Berlin. 1896 trat er der SPD, 1917 der USPD bei. Kühl war Anhänger der Spartakusgruppe und gehörte im November 1918 zu den Aufständischen, die die Druckerei des »Berliner Lokalanzeigers« besetzten, um dort dann als Drucker und Setzer an der Herausgabe der »Roten Fahne« mitzuwirken. Kühl wohnte in Bernau bei Berlin und war im Januar 1919 Mitbegründer der KPD und einige Zeit Vorsitzender der Ortsgruppe. Auf dem V. Parteitag im November 1920 wurde er erstmals in den Zentralausschuß und als Vertreter Schlesiens auf dem VII. Parteitag im August 1921 in Jena erneut in den ZA gewählt. 1925 von der Zentrale nach Königsberg/Ostpreußen versetzt, wo er die Peuvag-Filiale aufbaute und leitender Mitarbeiter beim »Echo des Ostens« war. 1929 kehrte er nach Berlin zurück, war kurzzeitig Leiter der KPD-eigenen Berliner Friedrichstadtdruckerei. Ab 1930 leitete er die Peuvag-Filiale in Hannover und war im Auftrag der Komintern in Schweden und Norwegen. 1933 in Hannover verhaftet, ging er nach seiner Entlassung nach Berlin zurück. Bernhard Kühl starb nach schwerer Krankheit am 21. Juli 1944 in Bernau bei Berlin.

Wer war wer in der DDR

Krone, Tina (eigtl. Martina)

* 28.2.1957

Geb. in Haldensleben; 1963 Annahme des Namens Rosenkranz vom Stiefvater; 1963 – 71 POS u. 1971 – 75 EOS »Heinrich Heine« in Haldensleben, Abitur; 1975 – 76 Stud. der Lebensmitteltechnol., 1977 – 82 Lehrerstud. mit den Fächern Deutsch u. Engl. an der HU Berlin, Dipl.; ab 1982 Arbeit als Lehrerin; polit. alternatives Engagement u. a. im Friedenskreis Berlin-Friedrichsfelde, der Gruppe »Frauen für den Frieden«, als Red. der illeg. Ztschr. »Friedrichsfelder Feuermelder« sowie in der linken…

Wer war wer in der DDR

Kroske, Gerd

* 4.1.1958

Geb. in Dessau; Vater Prof., Mutter Fremdsprachenlehrerin; 1964 – 74 POS; Lehre als Betonwerker; 1979 Abitur, anschl. Arbeit als Telegrammbote u. in der Jugendkultur; 1980 Stud. der Kulturwiss. an der HU Berlin; 1984 – 89 externes Regiestudium an der HFF »Konrad Wolf« in Potsdam-Babelsberg; ab 1987 Autor u. Dramaturg im DEFA-Dokumentarfilmstudio, u. a. bei Filmen von  Helke Misselwitz,  Volker Koepp,  Jürgen Böttcher; SED; erste Regiearbeit »Cassiber«; 1989 Film »Leipzig im Herbst« (mit…

Wer war wer in der DDR

Krug, Manfred

* 8.2.1937 – ✝ 21.10.2016

Geb. in Duisburg; nach der Scheidung seiner Eltern 1949 mit seinem Vater nach Brandenb. umgezogen; nach der Schulzeit Ausbildung zum Schmelzer im Stahl- u. Walzwerk Brandenb.; Abitur an der Abendschule; ab 1954 eineinhalb Jahre Studium an der Schauspielschule in Berlin-Schöneweide, Exmatrikulation; anschl. Eleve beim Berliner Ensemble; seit 1957 auch freischaff. bei der DEFA u. beim DFF; hier zunächst kl. Rollen in Musikfilmen wie »Mazurka der Liebe« (1956/57) u. »Der Freischütz« (1957), dann…

Wer war wer in der DDR

Krüger, Horst

* 14.12.1942

Geb. in Berlin; Maurerlehre; Mitgl. einer Amateurband in Eisenhüttenstadt (Gesang, Keyboard, Baßgitarre, Schlagzeug); 1960 – 61 Wehrdienst bei der NVA, Sänger im Erich-Weinert-Ensemble, dort musikal. Weiterbildung; anschl. in versch. Jazzformationen, u. a.  Klaus Lenz Band, 1966 Wechsel zum Wolfgang-Brandenstein-Ensemble u. Mitbegr. des Gerd-Michaelis-Chors, 1968 erste eigene Gruppe: Horst-Krüger-Sextett, später erweitert um Bläser zum Septett u. mit Gerti Möller als Sängerin, von Beat-Musik…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Ernst

* 9.1.1895 – ✝ 26.10.1970

Geboren am 9. Januar 1895 in Eberswalde, Sohn eines Lackierers; Schlosser und Metallarbeiter. Von 1915 bis 1918 Soldat. 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1920 trat Krüger in die preußische Polizei ein, war Hilfswachtmeister, quittierte im Februar 1921 den Dienst und war ab 1921 Schlosser in Berlin. Seit Herbst 1923 Sekretär für Betriebsräte der KPD-BL Hessen-Kassel, im Februar 1924 verhaftet und zu neun Monaten verurteilt. 1926/27 Polleiter in Berlin-Moabit. 1928/29 hauptamtlicher KPD-Sekretär für den Bezirk Nord mit Sitz Eberswalde, kam Krüger im Herbst 1929 als Abgeordneter in den Brandenburgischen Provinziallandtag, wurde 1929 Sekretär in der Orgabteilung der BL Berlin-Brandenburg und Instrukteur für den Landarbeiterverband der RGO, 1932/33 Redakteur an der Kasseler Parteizeitung. Am 28. Juli 1933 in Brandenburg verhaftet, wurde er zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte. Im Februar 1936 emigrierte er in die ?CSR, dort Emigrationsleiter. Er ging im Dezember 1936 nach Spanien, Angehöriger der Internationalen Brigaden, anschließend im Juli 1938 nach Frankreich, im September 1939 interniert. Krüger gelangte im Mai 1941 über Trinidad in die USA, dort Mitarbeiter und Geschäftsführer der Zeitung »The German American«. Im Oktober 1946 kehrte Krüger nach Deutschland zurück und gehörte von 1947 bis 1949 dem Sekretariat des FDGB-Bundesvorstandes an, 1948/49 Generalsekretär des Bundesvorstandes. 1949 im Sekretariat der SED-Landesleitung Berlin, aber wegen seiner Westemigration aus dem Parteiapparat entfernt, danach Ende 1950 Magistratsdirektor für Materialversorgung von Ost-Berlin. Später war er Werkleiter des VEB »Schnitt und Formenbau« in Berlin-Köpenick, zuletzt Personalleiter bei den Ostberliner Wasserwerken in Friedrichshagen. Er erhielt den VVO in Silber. Ernst Krüger starb am 26. Oktober 1970 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Krüger, Hans-Dieter

* 10.3.1930 – ✝ 11.2.2012

Geb. in Penzig (Krs. Görlitz / Pieńsk, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Motorenschlosser u. Elektro-Installateur; 1948 SED; Mitarb. der Jugendabt. beim FDGB-LV Sachsen-Anh. in Halle; 1948 – 52 Red. in der Bezirksred. der »Tribüne« in Halle; ab 1952 in der Red. der »Freiheit« Halle; 1952 / 53 Abt.-Ltr. in der Red. »Freie Erde« in Neustrelitz; 1953 / 54 Schüler, Lehrer, später stellv. Lehrgangsltr. an der Sonderschule des ZK der SED für Journalisten in Leipzig, Fernstud. an…

Wer war wer in der DDR

Krusche, Günter

* 25.2.1931 – ✝ 5.7.2016

Geb. in Dresden; Vater kirchl. Angest.; Abitur in Radebeul; 1949 – 54 Studium der Theol. an der Univ. Leipzig; anschl. Predigerseminar in Lückendorf; 1956 Ordination; 1956 – 58 Pfarrer in Taucha (b. Leipzig); danach Studieninspektor am sächs. Predigerseminar in Lückendorf; 1966 – 69 Ref. im Landeskirchenamt Sachsen u. Pfarrer in Dresden; anschl. bis 1974 Studiendir. in Lückendorf; 1970 – 84 Mitarb., ab 1977 Vors. der Studienkommission des Luth. Weltbunds; 1974 Doz. am Sprachenkonvikt in Berlin;…

Wer war wer in der DDR

Kubach, Paul

* 15.6.1918 – ✝ 7.12.1995

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schriftsetzer; 1938/39 RAD, 1939 – 43 Wehrmacht, 1943 – 48 franz. Kriegsgefangenschaft in Algerien. 1948 Rückkehr nach Dtl.; 1948 SED; 1948 – 50 Betriebsabrechner u. 1949/50 Ltr. der Betriebswirtschaft im Sachsenverlag Dresden; 1950/51 Planungsltr. u. 1951/52 Hauptreferent in der Zentrag; 1952 – 57 Abt.-Ltr. Planung, 1957 Instrukteur der Abt. Finanzverw. u. Parteibetriebe im ZK der SED; ab 1963 Dir. für Technik, stellv.…

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Kübler, Karl

* 9.11.1889 – ✝ 13.3.1948

Geboren am 9. November 1889 in Backnang; Schreiner. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, 1917 Übertritt zur USPD, 1920 mit dem linken Flügel der USPD zur KPD. Kübler übte verschiedene Funktionen in Stuttgart aus, war seit 1926 Mitglied der BL Württemberg und wurde 1927 in eine Kommission zur Ausarbeitung eines Aktionsprogramms der KPD in Württemberg gewählt. Da er bei den Auseinandersetzungen mit der starken Gruppe der Rechten in der KP Württemberg 1928/29 zu den eifrigsten Linken zählte, wurde Kübler vom XII. Parteitag 1929 als Kandidat ins ZK berufen. Nach 1933 längere Zeit inhaftiert, trat er nach 1945 politisch nicht mehr hervor. Karl Kübler starb am 13. März 1948 in Stuttgart.

Wer war wer in der DDR

Kuckhoff, Greta

* 14.12.1902 – ✝ 11.11.1981

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Musikinstrumentenmacher; Lyzeum u. Oberlyzeum in Frankfurt (Oder); 1924 – 29 Studium der Volkswirtschaft in Berlin u. Würzburg sowie der Soziol. an der Univ. Wisconsin / Madison (USA), Dipl.-Volkswirtin; 1928/29 »honorary fellow« der soziolog. Fak. u. Assistentin von Edward A. Ross; nach Rückkehr aus den USA freiberufl. Sprachlehrerin u. Übersetzerin für engl. u. amerik. Wirtschaftsrecht; 1930 – 32 Assistentin eines Züricher Rechtsanwalts; danach Lehrerin für…

Wer war wer in der DDR

Kügelgen, Bernt von

* 31.7.1914 – ✝ 30.1.2002

Geb. in St. Petersburg; Vater Schriftst. (Chefred. der dt.-spr. »St. Petersburger Ztg.«); 1921 Übersiedl. nach Dtl.; 1921 – 23 Schüler in Berlin-Zehlendorf; 1928 – 34 Baltenschule in Misdroy (Krs. Wollin), Abitur; 1933/34 Mitgl. des Stahlhelms u. der Wehrstahlhelm-SA; 1934 – 36 Ausbildung als Werbefachmann u. 1938/39 Volontariat im Scherl-Verlag Berlin; Werbetexter für den Anzeigenteil der »Woche«, dann der »Filmwelt«; 1936 – 42 Wehrmacht; 1939 – 42 in Polen u. Frankreich, Ltn.; zul.…

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Kuhls, Georg

* 17.1.1882 – ✝ 14.3.1938

Geboren am 17. Januar 1882 in Stolzenau/Krs. Nienburg. Sohn eines Buchbinders; Dreher. Seit 1903 Mitglied der SPD, 1911 wurde er wegen »Hohenzollernbeleidigung« mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Später Verhaftung, weil er aktive Antikriegsarbeit geleistet hatte und Verurteilung zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Mitglied des Spartakusbundes, 1919 der KPD. Während der Januarkämpfe 1919 an der Besetzung des Ullsteinhauses beteiligt, saß er ab 1921 erneut zweieinhalb Jahre im Gefängnis. Kuhls war ab 1925 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und aktiver Funktionär des RFB und des AM-Apparates. 1933 illegale Arbeit, im August 1933 Emigration in die Sowjetunion. Als Ehrenpensionär anerkannt, wohnte er in Moskau und hatte bis 1936 Postverbindung zu seiner in Deutschland lebenden Frau Anna Kuhls, geborene Stallaschek (* 3. 11. 1881 in Drossen). Am 14. März 1938 vom NKWD verhaftet, der »Verbindungen zum deutschen Nachrichtendienst« beschuldigt, wurde Georg Kuhls zum Tode verurteilt und am 29. Mai 1938 in Butowo bei Moskau erschossen. Sein Sohn Karl (* 26. 10. 1907 in Berlin), Arbeiter, im Juli 1935 vom Kammergericht Berlin zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und anschließend achtzehn Monate im KZ Neusustrum/Emsland. 1942 noch zur Wehrmacht einberufen.

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Kronheim, Erwin

* 1902

Geboren am 7. April 1902 in Wanne-Eickel. Er studierte nach dem Abitur von 1923 bis 1926 Nationalökonomie an der Universität Würzburg und promovierte mit einer Arbeit „Über öffentlich-rechtliche Organisation und Berufsvertretung des deutschen Einzelhandels“. Danach war er in Berliner Firmen tätig. 1922/23 Mitglied der SPD, ab 1925 Funktionär der KPD in Berlin. Kronheim wurde 1930 in den zentralen AM-Apparat der KPD aufgenommen. Vor der drohenden Verhaftung flüchtete er 1932 in die Sowjetunion und wurde unter dem Namen Alfred Markevitsch Mitarbeiter im Komintern-Apparat in Moskau. Zuletzt Instrukteur für Funkwesen an der Zentralschule des Stabes für die Kommandeursausbildung der Verwaltung Aufklärung der Roten Armee. Im Zuge der stalinistischen Säuberungen wurde Erwin Kronheim Ende 1937 vom NKWD verhaftet und wegen Spionageverdachts vom Sondertribunal des NKWD zu 8 Jahren Arbeitslager verurteilt. Am 3. August 1946 entlassen, wurde Kronheim am 1. Juni 1949 durch Beschluß des Sondertribunals beim NKGB erneut wegen „Spionageverdachts“ nach Krasnojarsk deportiert. Am 28. September 1954 aus der Verbannung entlassen. Weitere Daten seines Lebenslaufs ließen sich nicht ermitteln. Kronheim wurde durch Erlaß des Präsidiums des Obersten Sowjet der UdSSR am 19. Januar 1989 rehabilitiert.

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Krosse, Arno

* 30.1.1893 – ✝ 31.8.1951

Geboren am 30. Januar 1893 in Seesen/Krs. Gandersheim; Tischler und Zigarrenarbeiter. Von 1914 bis 1917 Vorsitzender des Gewerkschaftskartells in Seesen, ab 1919 Tischlermeister in Seesen. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Ab 1919 zunächst für die USPD Abgeordneter des Landtages von Braunschweig, ab Oktober 1920 Mitglied der Fraktion der USPD (Linke), ab Ende 1920 für die der VKPD. Bis 1924 gemeinsam mit Hans Sievers für die KPD im Landtag von Braunschweig. Später wieder Mitglied der SPD, stellvertretender Vorsteher bzw. Gemeinderatsmitglied der Gemeinde Lehndorf. Von April 1945 bis März 1946 SPD-Bürgermeister bzw. Stadtdirektor von Seesen. Arno Krosse starb am 31. August 1951.

Wer war wer in der DDR

Krügel, Heinz

* 24.4.1921 – ✝ 27.10.2008

Geb. in Ober-Planitz (b. Zwickau); ab 1927 Fußballspieler bei der SG Planitz, 1948 SBZ-Mstr.; 1948 – 50 bei Vorwärts Crimmitschau, verletzungsbedingte Beendigung der sportl. Laufbahn; ab 1951 Trainer; 1951 Landestrainer Sachsen; 1951 – 53 als jüngster Oberligatrainer beim KVP Vorwärts Leipzig; 1953 – 56 beim SC Rotation Leipzig; 1956 – 59 beim SC Empor Rostock, 1957 Aufstieg in die Oberliga u. FDGB-Pokalfinalist; 1959 – 61 DDR-Nationaltrainer; 1961 – 66 beim Halleschen FC Chemie, 1962…

Wer war wer in der DDR

Krüger, Kurt Hermann Ernst Paul

* 17.9.1925 – ✝ 21.10.2006

Geb. in Jüterbog; Vater Kellner, Mutter Verkäuferin; Grundschule u. OS in Jüterbog u. in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf (b. Saalfeld), 1943 Notabitur; anschl. RAD in Unterried (b. Tamm); ab Juni 1943 Wehrmacht, Sold. in Polen, ab Juni 1944 in der UdSSR, 1944 Uffz.; Sept. 1944 übergelaufen beim Kampf um Jassi, anschl. Frontpropaganda bei der kämpfenden Truppe im Auftrag des NKFD; ab Dez. 1944 sowj. Kriegsgef., zahlr. Sonderaufträge des NKWD in den Lagern Asbest, Resch, Jegorachina,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Frida

* 31.8.1900 – ✝ 15.12.1991

Geboren am 31. August 1900 in Berlin, Tochter eines Schneiders; Büroangestellte, Stenotypistin und Telefonistin in Berlin. 1919 Eintritt in den ZdA und die KPD. Von 1920 bis 1922 arbeitete sie als Stenotypistin im EK der KJI in Moskau, 1922/23 im ZK der KPD in Berlin und dort 1924/25 als Korrespondentin beim »Freien Eisenbahner-Verband«. Von 1925 bis 1927 war sie Korrespondentin in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin und 1927/28 bei der Industrie- und Handelsreklame »Tergprom«. 1928 kam sie zu einem Lehrgang nach Moskau und wurde nach ihrer Rückkehr Frauenleiterin der BL Berlin-Brandenburg. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 wurde Frida Krüger als Kandidatin ins ZK gewählt und im gleichen Jahr Berliner Stadtverordnete. 1930/31 Kursantin an der Internationalen Leninschule, 1931/32 Frauenleiterin im Reichskomitee der RGO. Von 1932 bis 1934 arbeitete sie im Frauensekretariat der RGI in Moskau, von 1934 bis 1937 im Grenzapparat und als Kurierin in der Tschechoslowakei. Ab August 1937 in der Schweiz, lebte in Basel und hielt lose Verbindung zur deutschen Parteiemigration. Im Oktober 1945 nach Berlin zurückgekehrt, wurde Frida Krüger Frauensekretärin des FDGB Groß-Berlin und ab Ende 1948 in der Orgabteilung des LV des FDGB eingesetzt. Nachdem sie im November 1949 von West- nach Ost-Berlin übergesiedelt war, erhielt sie den Auftrag, die Gewerkschaft Handel in Ost-Berlin aufzubauen und war deren 1. Vorsitzende. Ab 1953 Inspekteurin und Referentin beim Vorsitzenden des FDGB-Bundesvorstandes Herbert Warnke. Sie erhielt 1980 den Karl-Marx-Orden. Frida Krüger starb am 15.Dezember 1991 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Krummacher, Friedrich-Wilhelm

* 3.8.1901 – ✝ 19.6.1974

Geb. in Berlin; Vater Pfarrer u. Hofpredi- ger an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche; 1910 – 19 Gymnasium in Potsdam; 1919 – 22 Studium der Theol. in Berlin, Tübingen u. Greifswald; 1923 Erstes Theolog. Examen in Berlin; anschl. Vikar in Neuruppin; 1925 Zweites Theolog. Examen u. Ordination; danach Hilfsprediger in Berlin; 1926 – 28 Provinzvikar in der Kurmark; 1927 Prom. in Tübingen; 1928 – 33 Pfarrer in Essen-Werden u. Synodalvertreter für soziale Arbeit; Berufung in das Dt. Ev.…

Wer war wer in der DDR

Krusche, Werner

* 28.11.1917 – ✝ 24.7.2009

Geb. in Lauter (Erzgeb.) als Sohn eines Predigers; 1937 Abitur am Reform-Realgymnasium in Striegau; 1940 – 44 Kriegsdienst, schwer verwundet; anschl. Studium der Theol. in Leipzig. 1945 – 49 Forts. des Studiums in Bethel, Göttingen, Basel u. Heidelberg; anschl. bis 1954 wiss. Assistent an der Univ. Heidelberg, 1953 Prom. bei Edmund Schlink; 1954 Ordination; danach bis 1958 Pfarrer in Dresden; 1958 – 66 Studiendir. des sächs. Predigerseminars in Lückendorf bei Zittau; 1966 – 68 Doz. für Systemat.…

Wer war wer in der DDR

Kube, Eberhard

* 19.4.1936 – ✝ 22.2.2022

Geb. in Berlin; 1954 – 58 Studium der Geschichte u. Körpererziehung in Berlin; 1958 – 62 Lehrer in Berlin; 1960 Pantomimenunterricht bei Brigitte Soubeyran; 1961 Gründung des Pantomimen-Studios Berlin; 1962 Berufspantomime; 1966 – 87 Lehrbeauftr. an der Theater-HS Leipzig, der Film-HS Babelsberg u. der HS für Schauspielkunst Berlin; 1971 – 87 Ltr. des Pantomimentheaters vom Prenzlauer Berg in Berlin; 1980 NP; Tourneen als Solist u. Doz. in über 15 Ländern; 1982 – 86 Regiearbeit an Theatern in…

Wer war wer in der DDR

Küchenmeister, Claus

* 7.9.1930 – ✝ 13.12.2014

Geb. in Berlin; Vater Walter K. (als Mitgl. der Widerstandsgr. »Rote Kapelle« 1943 hingerichtet); bis 1945 zeitw. Aufenthalt in einem Schweizer Internat; Studium 1949/50 am Dt. Theaterinst. Weimar, 1950/51 am DEFA-Nachwuchsstudio; 1951 – 55 Mstr.-Schüler bei  Bertolt Brecht im Berliner Ensemble; Doz. u. Fachrichtungsltr. an der HS für Filmkunst, Babelsberg; später freier Autor in Berlin; SED; ab 1968 Mitgl. des Vorst. des SV; verh. mit  Wera K.; 1958/59 Preis für Kinder- u. Jugendlit. des Min.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kuczynski, Jürgen

* 17.9.1904 – ✝ 6.8.1997

Geb. in Elberfeld; Vater Bankier u. Statistiker; 1910 – 16 Privatschule in Berlin-Zehlendorf, 1916 – 1922 Gymnasium in Berlin; 1922 – 24 Studium der Philos., Finanzwirtsch. u. Statistik in Berlin, Erlangen u. Heidelberg; 1925 Prom. in Erlangen zum Thema »Der ökon. Wert«; 1925/26 angebl. Kontakte zum sowj. Militärnachrichtendienst (»Karo«); 1926 – 29 USA; 1926 Postgraduate Studies an der Brooking-School Washington; 1927 – 28 Ltr. der Forschungsabt. der American Federation of Labor; 1929 – 34… (* 1904 – † 1997) Geboren am 17. September 1904 in Elberfeld, Sohn des Wirtschaftswissenschaftlers René Kuczynski. Nach dem Gymnasium von 1922 bis 1924 Studium der Philosophie, Finanzwirtschaft und Statistik an den Universitäten Berlin, Erlangen und Heidelberg, 1925 Promotion zum Dr. rer. pol. Er war von 1926 bis 1929 in den USA, dort Leiter der Wirtschaftsabteilung in der American Federation of Labor in Washington. Seit 1930 Mitglied der KPD, war er von 1929 bis 1934 Mitherausgeber der »Finanzpolitischen Korrespondenz« und von 1930 bis 1933 Wirtschaftsredakteur der »Roten Fahne« sowie neben Lehrtätigkeit an der MASCH Leiter der Informationsabteilung in der RGO-Reichsleitung. 1936 Emigration nach Großbritannien, dort leitete er eine Gruppe deutscher Kommunisten, Redakteur und Mitbegründer des Freien Deutschen Kulturbundes. 1944/45 Statistiker in der US-Army, Kuczynski kehrte als US-Oberstleutnant 1945 nach Berlin zurück. Er wurde 1946 Mitglied der SED und Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte an der Berliner Universität. Von Juni 1947 bis Juni 1950 Vorsitzender der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion, dann bis Januar 1951 deren Vizepräsident. Kuczynski leitete von 1949 bis 1953 das Deutsche Wirtschaftsinstitut in Ost-Berlin. Seit 1955 ordentliches Mitglied der AdW, ab 1964 Leiter der Arbeitsstelle für Wirtschaftsgeschichte, später Direktor des Instituts für Wirtschaftsgeschichte. Er war nach seiner Emeritierung 1968 weiter wissenschaftlich aktiv, u. a. setzte er seine 1960 begonnene 40-bändige »Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus« fort und veröffentlichte die »Geschichte des Alltags des deutschen Volkes« in sechs Bänden. Gegen Kuczynski wurden von der SED-Führung in den Jahren 1957 bis 1959 Revisionismusvorwürfe erhoben, besonders seine populärwissenschaftlichen Schriften lösten wiederholt öffentliche Parteikritik aus, die ihn aber nur bekannter machte. Er wurde Nestor der DDR-Gesellschaftswissenschaften. Seinen »Memoiren« 1973 ließ er 1983 das Buch »Dialog mit meinem Urenkel« folgen. 1949 und 1974 erhielt er den Nationalpreis, 1969 den Karl-Marx-Orden. Kuczynski war Berater Erich Honeckers in außenwirtschaftspolitischen Fragen. Auch nach dem Ende der DDR publizierte er weiter: u. a. »Kurze Bilanz eines langen Lebens« (1991) und »Ein linientreuer Dissident« (1992). Jürgen Kuczynski starb am 6.August 1997 in Berlin.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in der DDR

Kugler, Norbert

* 10.4.1906 – ✝ 4.5.1982

Geb. in Schongau am Lech in einer jüd. Familie; Vater Kfm. (im KZ Theresienstadt ermordet); 1912 – 22 Volks- u. Realschule; 1921 – 23 kfm. Lehre in München, danach Ausbildung zum Textilkfm.; 1923 – 27 Verkäufer in München u. Leer (Ostfr.); 1927 – 33 selbst. Textilversand in München; 1933 – 36 Textilvertreter in Straßburg u. Toulouse; 1934/ 35 München; 1936 – 38 Melder, Ordonanzoffz. (von  Ludwig Renn) u. Nachrichtenoffz. im span. Bürgerkrieg; 1938 KPD; 1938 in Frankreich für die FKP tätig;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kuhn, Harry

* 4.7.1900 – ✝ 14.5.1973

Geb. in Leipzig, als siebtes Kind einer Schneiderfamilie (Vater im KZ Buchenwald ermordet); 1907 – 15 Volksschule; 1915 – 19 Ausbildung zum Schneider in Leipzig; 1919 – 21 im Beruf tätig; 1915 SAJ u. Schneidergewerkschaft; 1918 Mitbegr. der Freien Soz. Jugend, 1918 – 21 Pol.-Ltr.; 1921/22 KJVD-Sekr. des Bez. Halle-Merseburg; 1922 – 24 Sekr. des ZK des KJVD; 1923 KPD; 1924 Aufenthalt in der UdSSR u. in England; 1924 – 26 Schneider in Leipzig; zeitw. arbeitslos; 1927 Red.-Volontär der »Hamburger… Geboren am 4. Juli 1900 in Leipzig als siebentes Kind eines Schneiders; lernte das Schneiderhandwerk. Er war 1918 Mitbegründer der FSJ und bis 1921 Polleiter in Leipzig. 1920 Mitglied der KPD, 1921/22 Jugendsekretär der KJD Halle-Merseburg. Ende 1921 wurde er zusammen mit Fritz Gäbler und Eugen Wiedmaier anstelle von Emil Birkert, Walter Gollmick und Eugen Herbst, die sich zur KAG um Paul Levi bekannt hatten, in das Sekretariat der Reichszentrale der KJD kooptiert. Mit der Mittelgruppe bildete er neben Polleiter Heinrich Pütz, Orgleiter Raffael Chitarow und Gertrud Graeser ( Gertrud Rast) Ende 1923 das »Direktorium« der KJD. Bis 1927 arbeitslos, wurde Kuhn 1925 Polleiter des KJVD in Leipzig. 1927 zunächst Redaktionsvolontär an der »Hamburger Volkszeitung«, anschließend Redakteur an der »Neuen Arbeiterzeitung« in Hannover und von 1927 bis 1929 Redakteur im Pressedienst des ZK der KPD in Berlin. 1929/30 erwerbslos, erhielt er 1931 wieder eine Redakteurstelle an der »Arbeiter-Zeitung« in Frankfurt/M., wo er auch zum Sekretariat der BL gehörte. 1933 sollte Kuhn gemeinsam mit Alfred Grade (Polleiter) die Orgleitung der illegalen BL Frankfurt/M. übernehmen, wurde aber bereits im Juni 1933 verhaftet und am 12.Dezember 1934 vom 2. Senat des VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Lukkau verbüßte. Von 1936 bis 1939 Geselle in der väterlichen Schneiderei in Leipzig, dort wurde er mit der gesamten Familie bei Kriegsausbruch verhaftet. Im KZ Buchenwald gefangengehalten, gehörte Kuhn zum illegalen Internationalen Lagerkomitee. 1945 nach Leipzig zurückgekehrt, war er kurzzeitig KPD-Bezirksleiter, danach in Berlin Abteilungsleiter in der Deutschen Zentralverwaltung für Arbeit und Sozialfürsorge. Nach einem Lehrgang an der Parteihochschule »Karl Marx« wurde Kuhn 1949 als Nachfolger von Karl Raddatz Generalsekretär der VVN. Im Februar 1951 erhielt er von der ZPKK wegen »mangelnder Wachsamkeit« eine Rüge und wurde als Generalsekretär abgesetzt, ab 1953 Sekretär des ZV der Gewerkschaft Wissenschaft. Von 1962 bis 1971 war er im DDR-Außenministerium und leitete die Zeitschrift »Außenpolitische Korrespondenz«. Kuhn heiratete nach 1945 Maria Wiedmaier, die Witwe des 1940 ermordeten KPD-Funktionärs Eugen Wiedmaier. Er erhielt 1970 den Karl-Marx-Orden. Harry Kuhn starb am 14. Mai 1973 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Kropinski, Uwe

* 20.2.1952

Geb. in Berlin; beginnt 1966 Gitarre zu spielen; 1968 – 79 Rockmusiker; 1973 – 76 Studium an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin; ab 1976 Jazzgitarrist, zuerst mit dem Posaunisten  Konrad Bauer im Duo u. in dessen Trio u. Quartett (LPs: 1979 »Was ist denn nun?« bei Free Music Production (FMP) u. Live »Jazzbühne Berlin ’79« bei Amiga, 1982 »Round About Mittweida« bei FMP); 1977 erstes Solokonzert, Soloauftritte bei internat. Jazzfestivals 1982 in Berlin, Nürnberg u. Moers, 1983 in Zürich; 1980…

Wer war wer in der DDR

Kroszewski, Gerhard

* 7.3.1921 – ✝ 31.1.1996

Geb. in Erfurt; Vater Heizer u. KPD-Funktionär; 1935 Verhaftung des Vaters, Abbruch der Mittelschule; 1936 – 45 Lehre u. Arbeit als Büromaschinenmechaniker; 1945 Volkssturm. 1945/46 KPD/SED; 1945 Einstellung bei der Polizei, Kriminalamt Erfurt; 1947 Ltr. der Kripo Eisenach; 1948 Lehrer an der Landespolizeischule Erfurt; 1949 Vors. der PKK an der VP-Schule Pirna; 1950 Einstellung beim MfS, Abt.VIIa (ab 1951 HA I, VP-Bereitschaften), später Abt.-Ltr.; 1953 Oberst-Ltn.; 1955 2. Sekr. der SED-PO im…

Wer war wer in der DDR

Krüger, Hans-Peter

* 18.3.1954

Geb. in Potsdam, aufgew. bei Treuenbrietzen, seit 1963 in Berlin; 1972 Abitur; anschl. bis 1979 Studium bzw. Forschungsstudium an der Sekt. Philos. der HU Berlin; 1973 SED; 1974 Eintritt in eine opp. Gruppe um  Bernd Gehrke; nach einer Geldsammlung für das Komitee zum Schutz der Arbeiter-Rechte (KOR) in Polen 1977 Auflösung der Gruppe durch das MfS, Parteiverfahren, Lehr- u. Publikationsverbot bis 1979; anschl. Strafversetzung an die HfÖ Berlin; 1980 Prom. mit einer Diss. über den jungen Georg…

Wer war wer in der DDR

Krüger, Thomas

* 20.6.1959

Geb. in Buttstädt; 1966 – 76 POS; Ausbildung zum Plast- u. Elastfacharb. bei Pneumant in Fürstenwalde, Abitur; 1979 – 81 NVA; 1981 – 87 Studium der Theol. in Berlin; 1987 – 89 Vikariat in Berlin u. Eisenach, Praktikum beim Kunstdienst des Bundes der Ev. Kirchen in der DDR; 1989 Gründungsmitgl. der SDP, Geschäftsf. u. stellv. Bez.-Vors. der SDP in Berlin; 1990 – 92 stellv. Vors. des SPD-LV Berlin; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer; 1990/91 Stadtrat für Inneres u. 1. Stellv. des OB im…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krüger, Hedwig

* 1.4.1882 – ✝ 16.2.1938

Am 1. April 1882 als Hedwig Hennig in Halle/ Saale geboren, besuchte die Mittelschule und zwei Jahre die Volkshochschule. Angestellte in der Ortskrankenkasse in Halle. 1908 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Delegierte des Vereinigungsparteitages 1920, auf dem sie in den Zentralausschuß gewählt wurde. Nach der März-Aktion 1921 verurteilte ein Sondergericht Hedwig Krüger (sie hatte den Arbeiter Krüger geheiratet, der 1927 starb) zu einer langjährigen Gefängnisstrafe, sie kam nach einem Hungerstreik schließlich frei. Im Mai 1924 im Wahlkreis Merseburg anstelle des zu ihren Gunsten zum Rückzug gezwungenen Georg Schumann in den Reichstag gewählt, dem sie bis Oktober 1924 angehörte. Im Dezember 1924 Abgeordnete des Preußischen Landtages. Hedwig Krüger stand auf dem linken Flügel der Partei und war Mitglied der BL Halle-Merseburg. Im September 1926 unterschrieb sie den »Brief der 700« (linken Oppositionellen), distanzierte sich aber auf Druck des ZK sofort wieder von ihrer Unterschrift und erklärte, daß sie »nirgends eine Unterschrift gegeben« habe. Im April 1927 vom ZK erneut verwarnt, weil sie einen Protest gegen den Ausschluß von Jakob Ritter und anderen Linken unterzeichnet hatte. 1928 nicht mehr als Kandidatin für den Landtag aufgestellt. Hedwig Krüger hatte sich zwar von der linken Opposition getrennt, doch fanden in ihrer Wohnung in Halle weiterhin Versammlungen der Führer der Linken ( Otto Kilian usw.) statt. 1933 unter dem Namen Rühle illegale Arbeit, Reisevertreterin für Massage- und Leibhalter einer Leipziger Firma. Am 7.November 1934 in Leipzig verhaftet und nach Halle überstellt, kam sie zunächst in das KZ Lichtenburg, Ende des Jahres in das KZ Moringen, von wo sie am 4. Juni 1935 nach Halle entlassen wurde. An einer Blinddarmentzündung, die wegen ihres illegalen Lebens und ihrer Haft nicht rechtzeitig behandelt und zu spät operiert wurde, starb Hedwig Krüger am 16.Februar 1938.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Krumme, Alfred

Geboren am 23. März 1908 in Köthen, Sohn eines Maschinenbauers; Lehre und Arbeit als Bauschlosser und Monteur. Ab 1922 Mitglied und Funktionär der KJD bzw. des KJVD und ab 1924 der KPD, zeitweise Orgleiter des KJVD Bezirk Westsachsen. Im Sommer 1932 Ausbildung an einer Spezialschule der Komintern in Moskau, Deckname Ludwig Schüler, gleichzeitig, von 1932 bis 1935, Arbeit in der Abt. SS (Spezialdienst) der OMS und Arbeit für die Kaderabteilung des EKKI. 1935/36 Studium an der KUNMS in Moskau. Im Oktober 1936 nach Spanien, von November 1936 bis April 1937 »Kadermann« für die deutsche Sprachgruppe in der Base Albacete, Deckname Fritz Schiller, hatte aus Moskau den Auftrag, die kommunistische Abwehrarbeit in Südspanien zu organisieren. Ab März 1937 Chef des Service Personal Cadres des XX. Bataillons, ab August 1937 Stabschef der 86. Brigada Mixta im Range eines Oberstleutnants, ab September Verwaltungschef dieser Brigade, ab Dezember 1937 Stabschef der 63. Internationalen Division, dann Stabschef der Division Extremadura. Seit Juli 1938 Resident des SIM der Internationalen Brigaden in Valencia. Hier und während seiner gesamten Zeit in Spanien enge Zusammenarbeit mit dem sowjetischen Geheimdienst (»Instrukteuren«) und Anleitung durch diese. Im Zuge der Auflösung der Internationalen Brigaden Ende 1938 leitete er die Delegación (Abwehr) der Internationalen Brigaden im Evakuierungslager Campo »E« bei Barcelona. Als es 1939 zum sogenannten 2. Einsatz der Internationalen Brigaden kommt, kommandierte Alfred Krumme die XI. Brigade und war verantwortlich für über 1000 Freiwillige. Mit dem Rest dieser Brigade ging er über die französische Grenze und gelangte über Paris nach Belgien, dort nachrichtendienstliche Tätigkeit, Fälschung von Dokumenten für den antideutschen Widerstand und Weiterleiten von Geheiminformationen. Am 10.Mai 1940 von der belgischen Polizei verhaftet, Übergabe an die französische Polizei, Internierung im Lager von St. Cyprien, gab sich hier als  Rumäniendeutscher aus. Organisierung des Widerstandes im Lager, Fälschung von "Entlassungspapieren" im großen Umfang. Von 1944 bis 1945 Mitglied der Widerstandsgruppe Auguste Grappe, Deckname Roger, Zusammenarbeit mit der Résistance, Verbindungsmann der CALPO zu den deutschen Kämpfern in der Maquis-Gruppe Bir Hakeim. 1945 mit Hilfe französischer Genossen ins Saarland, von da aus mit gefälschten amerikanischen Papieren Rückkehr nach Leipzig. Mitglied der KPD/SED, zunächst stellvertretender Leiter der Leipziger Ordnungspolizei sowie Leiter der PPA der Leipziger SED. Ab Ende 1946 Einsatz als Personalleiter verschiedener Industrieverwaltungen im Land Sachsen bzw. der DWK und im Ministerium für Schwermaschinenbau. 1953 bis 1957 Vorsitzender des Staatlichen Vertragsgerichts im Bezirk Leipzig. 1956 von sowjetischer Seite gebeten, Wilhelm Zaisser, mit dem er befreundet war und der nach 1945 für ihn gebürgt hatte, aufzufordern, sich um seine Rehabilitierung zu bemühen. April bis Juli 1957 1. Stellvertreter des OB der Stadt Leipzig. 1957 bis 1967 Leiter des VP-Kreisamtes Leipzig. Ständige Kontakte zum KGB über die sowjetische Handelsmission in Leipzig und 1976 Entlassung aus dem Dienst des KGB im Range eines Obersten. Im Oktober 1989 vom sowjetischen Geheimdienst aufgefordert, mit Mitgliedern der BL der SED in Leipzig zu sprechen, damit keine Waffen gegen Demonstranten eingesetzt werden. Er gehörte bis 1989 der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR an. Alfred Krumme starb am 9. Januar 1995 in Leipzig.

Wer war wer in der DDR

Kruse, Otto

* 14.6.1912 – ✝ 27.4.1968

Geb. in Binz (Rügen); Vater Maurer u. Kleinbauer; Volksschule; 1927 – 41 Lehre u. Arbeit als Maurer, ein Jahr arbeitslos; 1927 KPD; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945 / 46 brit. Kriegsgef. 1946 SED; 1946 / 47 Mitarb. im landw. Betrieb der Schwester; 1947 – 50 Verkaufsstellenltr. bei der Konsumgenossenschaft; 1950 Kultur-Ltr. der MTS in Stolpe; 1951 Lehrgang an der SED-LPS Mecklenb.; 1951 / 52 polit. Mitarb. der SED-LL Mecklenb.; 1952 – 54 Sekr. für Wirtschaft, anschl. bis Sept. 1955 2. Sekr. der SED-BL…

Wer war wer in der DDR

Kubiczeck, Walter

* 7.10.1931 – ✝ 21.1.2009

Geb. in Berlin; vom 8. Lebensjahr an Musikunterricht bei Generalmusikdir. Otto Fielitz; mit 17 Jahren Pianist in versch. Big Bands u. Combos; nach dem Abitur 1951 – 54 Stud. der Germanistik an der HU Berlin; 1954 – 59 Lehrer, gleichzeitig am Aufbau des Nachwuchsstudios für Schlagergesang der Amiga beteiligt, das er 1956 – 58 leitete; 1958 – 63 Ltr. der Abt. Tanzmusik von Radio DDR, hier u. a. verantwortl. für die »Schlager-Revue«; 1963 – 73 freischaff. als Komponist, Arrangeur u.…

Wer war wer in der DDR

Küchenmeister, Wera

* 18.10.1929 – ✝ 6.4.2013

Geb. in Berlin; Abitur; seit 1945 freundschaftl. Beziehung zu  Erich Honecker, der sich bei seiner zeitw. Flucht aus dem Zuchthaus bei einer Nachbarin der Skupins aufhielt; 1949/50 Studium am Dt. Theaterinst. Weimar; 1950 – 54 Mstr.-Schülerin bei  Bertolt Brecht; Tätigkeit als Dramaturgin; Doz. an der HS für Filmkunst, Babelsberg; Autorin der DEFA; ab 1966 Chefdramaturgin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters; später Sekr. des Filmbeirats beim Min. für Kultur; freie Autorin in Berlin; verh. mit …

Wer war wer in der DDR

Kuczynski, Thomas

* 12.11.1944 – ✝ 19.8.2023

Geb. in London, Eltern Wirtschaftswissenschaftler, Vater  Jürgen Kuczynski; 1947 Übersiedl. der Fam. nach Berlin, dort aufgewachsen u. 1963 Abitur an der Paul-Österreich-OS; 1966 SED; 1963 – 68 Studium der Statistik an der HfÖ Berlin-Karlshorst, Diplom-Wirtschaftler, 1972 dort Prom. bei  Hans Mottek über »Das Ende der Weltwirtschaftskrise in Dtl. 1932 / 33«; 1972 – 91 Mitarb. am Inst. für Wirtschaftsgesch. der AdW in Berlin, ab 1974 Aufbau u. Ltr. der Abt. Mathemat. Methoden; 1979 Dissertation B…

Wer war wer in der DDR

Kühl, Eberhard

* 26.11.1936

Geb. in Rostock; Vater Kraftfahrer, Mutter Hausfrau; Grundschule; 1951 FDJ; 1952 – 56 Lehre u. Arbeit als Kfz-Schlosser in Rostock; 1956 – 60 Betriebsprüfer, Brigadeltr. u. Sachgebietsltr. in der Abt. Finanzen beim Rat der Stadt Rostock; 1957 – 59 Studium an der FS für Finanzwirtschaft in Gotha, staatl. geprüfter Finanzwirtschaftler; 1960 – 72 Prüfungsltr., stellv. Ltr. der Abt. Finanzen bzw. Preise beim Rat des Bez. Rostock; 1961 – 66 Fernstudium an der WPU Rostock, Dipl.-Wirtschaftler; 1963…

Wer war wer in der DDR

Kuhn, Willi

* 29.8.1911 – ✝ 5.9.1982

Geb. in Königsberg (Ostpr. / Kaliningrad, Rußland); Vater Stellmacher; Volksschule; 1927 – 31 Lehre u. Arbeit als Former; 1927 RGO, KJVD, 1931 KPD; ab 1933 illeg. antifasch. Arbeit; 1933 / 34 »Schutzhaft« in den Lagern Börgermoor u. Esterwegen; 1934 / 35 Arbeit als Former u. erneut illeg. Arbeit, 1935 – 39 wieder inhaftiert, u. a. im KZ Sachsenhausen; 1939 – 42 Arbeit als Former; 1942 – 45 Kriegseinsatz in einem Strafbat. 1945 / 46 Referent beim Magistrat von Berlin; 1945 FDGB, 1946 SED; 1946 –…