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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Leucht, Kurt Walter

* 8.6.1913 – ✝ 4.9.2001

Geb. in Ellefeld (Vogtl.) in einer Arbeiterfamilie; 1927 – 31 Kunst- u. Bauschule Plauen, Maurerlehre; 1931 – 33 arbeitslos u. gelegentl. Tätigkeiten als Bauarb.; 1933 NSDAP; 1934/ 35 Wehrmacht (Luftwaffe); 1935 – 41 Mitarb. im Architekturbüro Georg Sagebiel Dresden (Ltr. des Entwurfbüros beim Luftkreiskommando III) bzw. im Büro von Erich Mendelsohn Berlin; Industrie- u. Verw.-Bauten in Berlin, München, Stuttgart u. Salzgitter; 1938 Studienreise durch Italien; 1939 – 41 externes Studium an der…

Wer war wer in der DDR

Leutwein, Friedrich

* 9.8.1911 – ✝ 28.12.1974

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Offz.; aufgew. in Metz (Elsaß-Lothringen) u. Cros- sen (Oder); Realgymnasium mit Abitur; 1929 – 36 Studium der Chemie, Mineralogie u. Geologie in Freiburg i. Br. u. Gießen (mit Unterbrechung wegen schwerer Vergiftung), Diss. in Freiburg i. Br. zu einer geochemisch-petrograph. Thematik; 1936 – 39 Assistent am Mineralog. Inst. der Univ. Freiburg i. Br.; ab 1939 in Freiberg (Sachsen) Assistent im Oberbergamt; 1941 – 45 Ltr. des Forschungslabors für das Berg- u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Levy, Alfred

* 6.1.1885 – ✝ 28.5.1938

Geboren am 6.Januar 1885 in Hamburg, Sohn eines kinderreichen Kaufmanns. Schon in jungen Jahren ging Levy auf die »Walze«. 1906 schloß er sich in Mannheim der Gruppe um die sozialistische Zeitung »Junge Garde« an, Eintritt in die SPD, in verschiedenen Städten als Hilfsarbeiter beschäftigt. Im Weltkrieg Soldat in Rumänien, durch einen Kopfschuß schwer verwundet, zeitweise gelähmt. Rückkehr nach Hamburg, 1917 Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Seit 1919 als Schwerbeschädigter Staatsangestellter, zunächst im Arbeitsamt und seit 1920 im Wohlfahrtsamt. 1920 Führer einer Demonstration, die in bewaffneten Kämpfen endete, deswegen zu einer Strafe von drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner eigenen Aussage erklärte ihm der Staatsanwalt, daß er ein Jahr für die Tat bekäme, ein Jahr weil er Kommunist und ein Jahr weil er Jude sei. Levy brauchte die Strafe nicht ganz zu verbüßen, da er 1924 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt wurde. Wie die Mehrheit der Hamburger Parteiorganisation gehörte auch Levy zum linken Flügel in der KPD; er war Mitglied der BL Wasserkante. Wegen seiner Teilnahme am Oktoberaufstand 1923 am 3.November 1923 verhaftet und als einer der Hauptangeklagten im Prozeß gegen Hugo Urbahns im Januar 1925 zu vier Jahren Festung verurteilt (der Staatsanwalt hatte elf Jahre beantragt). Am 31. Mai 1926 durch eine Amnestie freigekommen, sympathisierte Levy mit der linken Opposition und entfernte sich zeitweilig von der KPD. 1927 als Vertreter der innerparteilichen Opposition nicht mehr in die Bürgerschaft gewählt, schickte ihn das ZK nach Zwickau, wo er als Mitorganisator eines Streiks der Tabakarbeiter hervortrat. Levy kam 1928 wieder nach Hamburg zurück und näherte sich in der ultralinken Periode der KPD wieder an. Im März 1933 verhaftet, am 7. September 1933 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und nach Verbüßung der Strafe ins Lager Wittmoor, das spätere Fuhlsbüttel, überführt. Wegen einer schweren Operation ins Eppendorfer Krankenhaus gebracht, konnte er von dort flüchten, lebte illegal in Hamburg und gelangte im Juni 1935 über Berlin nach Prag. Beim Antrag auf Todeserklärung im Juni 1951 wurde vermutet, daß Levy als Jude bei der Besetzung der Tschechoslowskei von den Nationalsozialisten umgebracht worden ist. Tatsächlich gelangte Levy aber 1936 in die Sowjetunion und wurde dort ein Opfer der stalinistischen Säuberungen. Im März 1938 vom NKWD verhaftet, wurde Alfred Levy am 28. Mai 1938 in Butowo erschossen.

Wer war wer in der DDR

Ley, Hermann

* 30.11.1911 – ✝ 24.11.1990

Geb. in Leipzig; Vater Zahnarzt; 1927 Soz. Schülerbew. u. SPD, 1930 Ausschl.; 1930 KPD; ab 1930 Studium der Zahnmed. an der Univ. Leipzig; Ltr. der kommunist. Studentengr.; Mitgl. im Vorst. des Bundes soz. Geistesarb. in Leipzig; in der NS-Zeit wegen antifa. Betätigung zwei Jahre u. zehn Mon. inhaftiert; während des 2. Weltkriegs Sanitätsoffz.; 1944 Prom. zum Dr. med. an der Univ. Leipzig mit der Arbeit »Die Erkrankung der Zähne u. ihre Beziehung zur Rasse. Eine statist. Untersuchung an 1955…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lieberasch, Arthur

* 20.10.1881 – ✝ 10.6.1967

Geboren am 20. Oktober 1881 in Döbeln, Sohn eines Zigarrenarbeiters; lernte Schlosser. 1901 Eintritt in die Gewerkschaft, 1905 Mitglied der SPD; bald in ganz Sachsen durch seine gewerkschaftliche Aktivität bekannt. 1917 Übertritt zur USPD. Während der Revolution führend im Arbeiter- und Soldatenrat in Leipzig. 1920 Delegierter des Spaltungsparteitages der USPD, kam mit der linken USPD zur KPD. Ab 1921 war er Stadtverordneter in Leipzig, dort 1927 Vorsitzender der Stadtverordnetenfraktion und seit 1922 auch Abgeordneter des Sächsischen Landtages. Der VIII. Parteitag 1923 wählte Lieberasch in die Gewerkschaftskommission. Er gehörte 1923 zum rechten Parteiflügel. 1926 wieder in den Sächsischen Landtag gewählt, Mitglied der KPD-BL Westsachsen und Sekretär für Gewerkschaftsfragen. Während der Auseinandersetzungen 1928 einer der Wortführer der Rechten in Sachsen, deswegen im Januar 1929 aus der KPD ausgeschlossen. Lieberasch trat mit vier weiteren Abgeordneten zur KPO über, wurde Mitbegründer der KPO in Westsachsen und blieb auch nach deren Spaltung in der KPO. Anfang 1933 Emigration in die Schweiz, wurde in Schaffhausen von Walther Bringolf, einem der rechten Führer der KP Schweiz, unterstützt. Seine Lage verschlechterte sich, als Bringolf zur Sozialdemokratie übertrat, Lieberasch jedoch auf seinem KPO-Standpunkt verharrte. Er fand keine Unterstützung mehr und mußte sich im Arbeitshaus von Schaffhausen durch Holzhacken kümmerlich ernähren. Von Schweizer Landstreichern, die ebenfalls dort arbeiteten, als Nazi beschimpft, weil er aus Deutschland kam. Erst als seine Frau im Sterben lag, konnte Lieberasch im Juni 1948 nach Leipzig zurückkehren. Er trat der SED bei und beantragte die Anerkennung als Kämpfer gegen den Faschismus (KgF): »In Schaffhausen habe ich einige Jahre Material nach Deutschland organisiert und an der Schaffhauser Arbeiterzeitung als unbekannter Mitarbeiter mit geholfen ... Ich habe mich dann in kümmerlichster Weise über Wasser halten müssen. Bin politisch heute noch Kommunist und werde es bleiben, wenn auch der Name der Partei, zu der ich mich angemeldet habe, ein anderer ist.« Der Prüfungsausschuß der Kommunalabteilung für die Opfer des Faschismus beim Oberbürgermeister der Stadt Leipzig verweigerte am 14. Januar 1949 seine Anerkennung als KgF, daraufhin legte Lieberasch beim Landesschiedsgericht Einspruch ein und wurde im September 1949 als KgF anerkannt. Er kam ab September 1949 als Sachbearbeiter für Lohn und Tarifwesen in die VVB VESTA Leipzig. Als er es ablehnte, sich im Zusammenhang mit den Parteiüberprüfungen Anfang der fünfziger Jahre von der KPO-Politik zu distanzieren, wurde er 1952 aus der SED ausgeschlossen. Seine »Selbstkriktik« bestand in dem Satz: »Die Bildung der KPO war kein Fehler, sondern nur ein Verstoß gegen die Disziplin.« Bereits im Januar 1951 vermerkte der damalige Landesvorsitzende der SED Ernst Lohagen: »Dieser Lieberasch hat heute nicht nur seine Agenten in der Partei, sondern ist selbst Mitglied unserer SED im Kreis Leipzig. Dieser alte professionelle Parteifeind schrieb vor kurzem in einer Erklärung an die Partei über Brandler folgendes, was einer moralischen Rechtfertigung Brandlers gleichkommt: ?Brandler war genau so ein armes Schwein wie ich und hatte auch nichts anzuziehen?, und so fort.« Im Zuge der »Entstalinisierung« ist Lieberasch 1957 wieder in die SED aufgenommen worden und bekam 1958 die Medaille »Kämpfer gegen den Faschismus«. Arthur Lieberasch starb am 10. Juni 1967 in Leipzig.

Wer war wer in der DDR

Liebich, Stefan

* 30.12.1972

Geb. in Wismar, aufgewachsen in Greifswald u. ab 1983 in Berlin; 1979 – 89 POS, 1991 Abitur; 1989 Mitbegr. des Jugendverb. »Junge Linke«. 1990 PDS; 1992 – 95 Studium an der Techn. Fach-HS Berlin, Dipl.-Betriebswirt; 1995 Mitgl. des PDS-BV Berlin-Marzahn; Dez. 1996 – 99 Vors. der PDS Berlin-Marzahn; seit Nov. 1995 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses (Direktmandat); 1999 – 2001 stellv. Vors., 2001 – 05 Vors. des PDS-LV Berlin (Nachf. von  Petra Pau); 2002 - 06 Vors. der PDS-Fraktion im Berliner…

Wer war wer in der DDR

Liebscher, Fritz

* 13.11.1914 – ✝ 19.2.2009

Geb. in Elstra (Krs. Kamenz); Vater Arbeiter; Volks- u. OS, kaufm. Lehre u. Arbeit als Buchhalter im Hilfswerk für dt. Studenten bzw. in der Buchdruckerei Seifhennersdorf; 1940 – 45 Wehrmacht, 1945 – 50 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifaschule. 1950 Rückkehr in die DDR, 1950 – 52 Buchhalter, Hauptbuchhalter bzw. kaufm. Dir. der Bau-Union Dresden; 1952 SED; Fernstudium an der TH Dresden u. der HfÖ Berlin, 1958 Dipl.-Wirtsch.; 1952/53 Abt.-Ltr. im Min. für Bauwesen, 1953 – 55 stellv.…

Wer war wer in der DDR

Lieutenant, Arthur

* 9.9.1884 – ✝ 10.10.1968

Geb. in Jauer (Niederschles. / Jawor, Polen); Ökonom; nach 1918 zunächst Gründungsmitgl. der DVP in Glauchau, danach ab 1919 Mitgl. der DDP; 1919 Stadtrat u. 1931 – 33 Bürgermstr. von Glogau; 1933 kurzz. Inhaftierung. 1945 Mitbegr. u. 1945 – 48 Geschäftsf. Zentralvorst. der LDPD, 1946 – 49 stellv. Vors.; 1945 – 48 Mitgl. des Zentr. Blockaussch.; 1947/48 Geschäftsf. der Demokrat. Partei Dtl.s; 1948/49 Abg. der Prov. Volkskammer (Präs.-Sekr.); Apr.-Okt. 1948 kommissar. Vors. der LDPD (Nachf. von …

Wer war wer in der DDR

Lindemann, Bruno

* 3.4.1927

Geb. in Mönchhagen (Krs. Rostock-Land); Vater Landarb.; 1933 – 41 Volksschule; 1941 – 43 Musikschule; 1943 / 44 Musiker in der Organisation Todt; 1945 Transport- u. Sägereiarb. 1945 SPD, 1946 SED, FDJ; 1945 / 46 Briefbote; 1946 / 47 Student an der Musikhochschule Rostock; 1947 – 50 Instrukteur der FDJ-KL Rostock; 1950 / 51 Instrukteur der SED-KL Rostock; 1952 Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. der SED-KL Rostock u. Rostock-Land; 1952 – 54 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-KL Bad Doberan; 1954 / 55…

Wer war wer in der DDR

Lindner, Lothar

* 13.1.1928

Geb. in Chemnitz, Vater Maurer; Volksschule, 1942 – 44 Ausbildung zum Maurer; 1944/45 Luftwaffenhelfer u. RAD. 1945/46 Beendigung der Ausbildung u. tätig als Maurer in Baugeschäften in Limbach u. Chemnitz; 1945/46 FDGB; 1947 SED; 1947 Jugendsekr. im Landesvorst. Sachsen der IG Bau-Holz; 1947/48 Jugendsekr. im Bundesvorst. des FDGB; 1948/49 Sekr. für Schulung im Zentralvorst. der IG Bau-Holz; 1950/51 Vors. des Landesvorst. der IG Bau-Holz in Sachsen-Anh.; Jan. 1951 – Okt. 1953 stellv. Vors. u.…

Wer war wer in der DDR

Linke, Dietmar

* 12.8.1944

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Konzertmstr.; 1963 Abitur in Senftenberg; anschl. bis 1968 Studium der Theol. an der HU Berlin; 1964 Wehrdienstverweigerung; 1969/70 Vikar in Luckenwalde; 1970/71 Predigerseminar in Wittenberg; anschl. Pfarrer in Meinsdorf (Krs. Jüterbog); Mitgl. der Synode Berlin-Brandenb.; 1978 – 83 Pfarrer in Neuenhagen (b. Berlin); 1982 Mitbegr. der »Friedenswerkstatt« Berlin; 1983 Mitinitiator der Aktion kirchl. u. opp. Friedensgr. »Fasten für das Leben« in der…

Wer war wer in der DDR

Links, Roland

* 1.3.1931 – ✝ 31.3.2015

Geb. in Kotzman (Krs. Czernowitz, Rumänien); Vater Rechtsanwalt; 1940 Umsiedl. nach Dtl.; OS, 1950 Abitur in Wittenberge. 1950 – 54 Studium der Germanistik, Geschichte u. Kunstgeschichte an der Landes-HS Brandenb./PH Potsdam; 1948 – 90 Kulturbund, 1954 – 78 zunächst Lektor, dann ltd. Lektor im Verlag Volk u. Welt Berlin; 1968 – 91 SED/ PDS; 1972 – 90 Mitgl. der Zentr. Kommission für Literatur beim Bundesvorstand des Kulturbundes; 1978/79 freiberufl.; 1979 – 90 Ltr. der Verlagsgr. Kiepenheuer…

Wer war wer in der DDR

Leupold, Hermann

* 27.6.1900 – ✝ 8.4.1967

Geb. in Charlottenburg (b. Berlin); Vater Tischler, Mutter Plätterin; Volksschule; 1914 – 18 Lehre als Werkzeugmacher in Berlin; 1914 – 18 Mitgl. der illeg. Freien Soz. Jugend; Juni 1918 – Jan. 1919 Militärdienst; 1918 – 21 USPD; Mitgl. eines Arbeiter- u. Soldatenrats; 1919 DMV; 1919 – 26 berufstätig in versch. Berliner Betrieben; 1921 KPD; 1926/27 erwerbslos; 1927 Mitarb. der IAH, u. a. Red. von »Der Mahnruf«; 1929 mit einer Schriftstellerdeleg. in der UdSSR; 1929 Red. der »AIZ«, 1932 deren… Geboren am 27. Juni 1900 in Berlin, Sohn eines Tischlers; lernte Werkzeugmacher. Im Juni 1918 zu einem Eisenbahnregiment einberufen, während der Revolution Mitglied eines Arbeiter- und Soldatenrates, schloß sich der FSJ und der USPD, 1920 der KPD an. Bis 1923 Mechaniker bei der Firma Schwartzkopf in Berlin. 1925 Redakteur der Zeitschrift »Mahnruf«, dem Organ der IAH, seit 1927 Redakteur an der AIZ, von Juli 1932 bis Februar 1933 deren Chefredakteur. Ab 1926 Vorsitzender der IAH Berlin-Brandenburg und seit 1927 Mitglied der IAH-Reichsleitung und Reichsvorsitzender der Arbeiterfotografen Deutschlands. 1933 emigrierte Leupold in die âSR und gab in Prag gemeinsam mit Louis Fürnberg und Franz C. Weiskopf die AIZ, ab 1937 die »Volksillustrierte« heraus. Im März 1939 Emigration nach Großbritannien, Waldarbeiter in Nordwales, leitete die Glasgower Kulturbundgruppe in der Bewegung Freies Deutschland. Im Sommer 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, Redakteur, von 1949 bis 1967 Leiter des Berliner Verlages und Herausgeber der »Berliner Zeitung« sowie ab 1953 auch der »Wochenpost«. Hermann Leupold starb am 8. April 1967 in Ost-Berlin.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Levi, Paul

* 11.3.1883 – ✝ 9.2.1930

Geboren am 11. März 1883 in Hechingen, Sohn eines Webereibesitzers und Vorstehers der israelitischen Gemeinde; besuchte das Gymnasium in Stuttgart und studierte in Berlin und Grenoble. Er promovierte 1905 in Heidelberg mit der Dissertation »Das Verhältnis von Verwaltungsbeschwerde und Verwaltungsklage«. 1906 ließ er sich in Frankfurt/M. als Rechtsanwalt nieder und wurde als Armenanwalt tätig. Mitglied der SPD, war 1913 Delegierter auf dem SPD-Parteitag. Als Verteidiger im großen Prozeß gegen Rosa Luxemburg im Februar 1914 geriet er unter ihren theoretischen und politischen Einfluß. Zwischen ihnen kam es auch zu engen persönlichen Beziehungen, wie die (erst 1983 veröffentlichten) Liebesbriefe aus dem Jahr 1914 zeigen. Im Weltkrieg gehörte er als Gegner der »Vaterlandsverteidigung« und des »Burgfriedens« der Spartakusgruppe an, lebte seit 1916 in der Schweiz, wo er in Kontakt zu Lenin stand. Er nahm als Vertreter der Spartakusgruppe im Februar 1917 an einer Konferenz der kriegsgegnerischen »Zimmerwalder Parteien« in Olten in der Schweiz teil. Nach der Revolution 1918 zählte er zur Führung des Spartakusbundes und zu den Mitbegründern der KPD. Vom Gründungsparteitag, auf dem er sich als Referent vergeblich für die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung einsetzte, wurde er in die erste Parteizentrale gewählt. Nach der Ermordung von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Leo Jogiches leitete Levi seit März 1919 die KPD, er wurde im Juni 1920 (als einziger neben Clara Zetkin) für die kleine KPD (1,7 Prozent der Stimmen) in den Reichstag gewählt. Der Vereinigungsparteitag von KPD und linker USPD im Dezember 1920 hat Levi zusammen mit Ernst Däumig von der USPD zum Parteivorsitzenden der VKPD bestimmt. Er trat jedoch bereits Anfang 1921 wegen Differenzen mit der Komintern zurück, denn er war gegen die Spaltung der Italienischen Sozialistischen Partei und die Gründung der KP Italiens, da er sich für eine Massenpartei und gegen eine Kaderpartei aussprach. Levi blieb auf der Tagung des Zentralausschusses der KPD im Februar 1921 bei seiner Kritik an der Komintern und legte seine Funktionen als Vorsitzender der VKPD und der Zentrale nieder. Er mißbilligte die März-Aktion der KPD, den Aufstand in Mitteldeutschland, scharf. In seiner Broschüre »Unser Weg« bezeichnete er ihn 1921 auch öffentlich als Putsch und Werk Moskaus, deswegen wurde er im April 1921 aus der Partei ausgeschlossen. Nunmehr publizierte er auch Rosa Luxemburgs kritische Schrift »Zur russischen Revolution« gegen Lenin und Trotzki. Levi gründete mit anderen rechten Kommunisten die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG). Doch sein Versuch, eine eigenständige kommunistische Gruppe zu bilden, scheiterte. Über die USPD ging er 1922 zur SPD zurück. Paul Levi bemühte sich, die Politik eines »dritten Weges« zwischen Bolschewismus und Kapitalismus politisch und theoretisch zu fundieren. Er verstand sich als Bewahrer der Ideen von Rosa Luxemburg, eines demokratisch orientierten Kommunismus und radikalen Sozialismus. Privat pflegte er einen großbürgerlichen Lebensstil, bekannt war seine Vasensammlung. Der hochgebildete Mann und Humanist fühlte sich in erster Linie dem kulturellen Erbe verpflichtet. 1924 wurde er für die SPD in den Reichstag gewählt. Levi gab die »Sozialistische Politik und Wirtschaft« heraus und war Führer des linken Flügels der SPD. Der hervorragende Rechtsanwalt befaßte sich immer wieder mit dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Bei der Verteidigung des Schriftstellers Josef Bornstein gegen den Reichsgerichtsrat Jorns 1929 deckte er weitere Hintergründe des Mordes an Luxemburg auf. Paul Levi ist am 9. Februar 1930 in Berlin im Fieberwahn aus dem Fenster gestürzt und dabei ums Leben gekommen; von vielen Seiten wurde er als einer der wichtigsten linken Politiker der Weimarer Republik gewürdigt.

Wer war wer in der DDR

Lewek, Christa

* 19.1.1927 – ✝ 27.3.2008

Geb. in Leipzig als Tochter eines Pfarrers u. Mitgl. der Bekennenden Kirche; nach dem Abitur 1946 – 51 Studium der Philol. an der Univ. Leipzig; anschl. dort wiss. Assistentin; CDU; ab 1952 zunächst Hauptref. in der HA des Min.-Rats »Verbindung zu den Kirchen« (Ltr.  Otto Nuschke), nach Auflösung der Abt. bis 1957 persönl. Ref. des stellv. Min.-Präs. Otto Nuschke (1957); 1958 stellv. Cheflektorin in der Ev. Verlagsanstalt; 1959 Austritt aus der CDU; 1958 – 69 Kirchenrätin bzw. Oberkirchenrätin…

dissidenten.eu

Lezsák, Sándor

* 1949

Sándor Lezsák wurde 1949 in Budapest geboren. Er studierte Geschichte und ungarische Philologie an der Pädagogischen Hochschule Szeged. In den Jahren 1968/69 war er Transport- und Hilfsarbeiter in der Széchényi-Nationalbibliothek. Dort kam er das erste Mal mit Problemen in Berührung, die die ungarischen Minderheiten in den Nachbarländern betrafen. In der Bibliothek hatte er auch die Möglichkeit, Dokumente über die *Ungarische Revolution von 1956 zu studieren, die für normale Leser nicht…

Wer war wer in der DDR

Lieberknecht, Christine

* 7.5.1958

Geb. in Weimar; Vater ev. Pfarrer; POS Großobringen (Krs. Weimar); 1976 Abitur an der EOS in Bad Berka (Krs. Weimar), danach bis 1982 Studium der ev. Theol. an der FSU Jena, Dipl. Theol., FDJ-Sekr. der Theologiestudenten; 1981 CDU; 1982 – 84 Vikariat in der thüring. Landeskirche, Zweites theolog. Examen; 1984 – 90 Pastorin im Kirchenkrs. Weimar; Mitwirkung an der Christl. Friedenskonferenz; seit 1986 Mitarbeit in der Kommission für Kirchl. Jugendarbeit; Sept. 1989 mit  Gottfried Müller…

Wer war wer in der DDR

Liebknecht, Kurt

* 26.3.1905 – ✝ 6.1.1994

Geb. in Frankfurt (Main), großbürgerl. Herkunft; Vater Chemiker (Patentinhaber u. a. für »Persil«), Neffe von Karl L.; Volksschule u. Gymnasium, Abitur; halbjährige Tätigkeit als Maurer u. Zimmerer; 1924 – 29 Architekturstudium an der TH Berlin, Dipl.-Ing.; 1929 – 31 Mitarb. im Büro des Architekten Hans Poelzig (Innengestaltung des Hauses des Rundfunks in Berlin); Ltr. beim Bau der Univ.-Frauenklinik in Berlin; Aug. 1931 als Spezialist in die UdSSR; zunächst Tätigkeit im Büro des Standardstadt-…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Liese, Wilhelm

* 5.4.1879 – ✝ 4.11.1940

Geboren am 5. April 1879 in Jarmen/Krs. Demmin; arbeitete in verschiedenen Berufen und trat 1900 der SPD bei. Während des Krieges schloß er sich in Berlin der Spartakusgruppe an und trat nach dem Kriege in die KPD ein. Liese war an den bewaffneten Auseinandersetzungen in Berlin 1919 beteiligt, deshalb wegen »Landfriedensbruchs und Aufruhrs« zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Seit 1920 Mitarbeiter der »Roten Fahne«, anfangs nebenberuflich, von 1924 an dann verantwortlich zeichnender Redakteur. Deswegen 1924/25 zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Im Dezember 1925 entlassen, ging er nach Prag, wo er in große Not geriet. Sein scharfer Brief gegen die falsche Kaderpolitik der Partei an das ZK der KPD vom Mai 1927 geriet auch in die Hände des SPD-«Vorwärts«, der ihn veröffentlichte. Liese, inzwischen Anhänger der linken Opposition, mißbilligte die Publizierung. Im Mai 1928 schloß ihn die KPD aus, weil er bei der Wahl für den Leninbund kandidiert hatte. Er war noch einige Zeit im Leninbund tätig, trat dann politisch nicht mehr hervor. Wilhelm Liese starb am 4. November 1940.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ligendza, Roman

* 4.8.1891 – ✝ 18.6.1946

Geboren am 4. August 1891 in Zaborze/Krs. Hindenburg in Oberschlesien, Sohn eines Bergmanns; lernte Kaufmann und arbeitete als Häuer. Von 1912 bis 1914 Militärdienst, dann Weltkriegsteilnehmer, zuletzt Unteroffizier. Im April 1920 trat er in die KPD und den Bergarbeiterverband ein, aus letzterem im März 1929 ausgeschlossen, zählte anschließend zu den führenden RGO-Funktionären in Oberschlesien. Delegierter des XII. Parteitages der KPD im Juni 1929 in Berlin. Bis 1931 als Bergarbeiter tätig, war er Mitglied der BL Oberschlesien und gehörte von 1927 bis 1933 der Stadtverordnetenversammlung in Hindenburg an. Im April 1932 wurde er im Wahlkreis Oppeln in den Preußischen Landtag gewählt. Ligendza flüchtete im März 1933 nach Polen, kehrte aber Ende des Jahres nach Deutschland zurück und war Instrukteur der KPD in Berlin und im Ruhrgebiet (unter dem Decknamen Rudolf Schneuder). Dann Obergebietsleiter, Ligendza war verantwortlich für den Wiederaufbau der RGO und der KPD im Ruhrgebiet, Mittel- und Niederrhein. Am 24. April 1934 in Düsseldorf festgenommen, wurde er am 12. April 1935 vom 2.Senat des VGH in Berlin zu zwei Jahren und acht Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Strafverbüßung im Zuchthaus Brieg kam er in »Schutzhaft« in die KZs Sachsenhausen und Buchenwald, aus letzterem wurde er im Sommer 1941 nach Oberschlesien entlassen. Den Erinnerungen des im Frühjahr 1943 über Oberschlesien abgesprungenen deutschen Kommunisten und Angehörigen der Roten Armee Vinzent Porombka (* 1910 – † 1975) zufolge, organisierte er gemeinsam mit Roman Ligendza und anderen oberschlesischen Kommunisten Anfang Januar 1945 Widerstandaktionen gegen das NS-Regime. Ligendza hat sich dann der Roten Armee zur Verfügung gestellt und sprang gemeinsam mit Porombka im März 1945 mit dem Fallschirm bei Chemnitz ab, er kam im Sommer 1945 nach Berlin und begann im Büro von Ottomar Geschke beim Hauptamt für Sozialwesen des Berliner Magistrats zu arbeiten. Roman Ligendza starb unter bis heute nicht geklärten Ursachen am 18.Juni 1946 im Eggersdorfer Forst bei Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lindemann, Rosa

* 21.2.1876 – ✝ 13.6.1958

Geboren am 21. Februar 1876 in Spandau als Rosa Liesegang. Mit acht Jahren kam sie mit den Eltern nach Berlin-Moabit, wo ihr Vater eine Stelle als Wächter gefunden hatte. Verkäuferin in einem Textilwarengeschäft, seit 1895 verheiratet mit Karl Lindemann, gemeinsam traten sie am 1.Mai 1909 in die SPD ein. Mit der linken USPD kam sie 1920 in die KPD, aktiv in der IAH, der RHD und der ARSO. Von 1920 bis 1933 Abgeordnete der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Nach 1933 leitete sie eine Widerstandsgruppe im Bezirk Tiergarten, in der vor allem Frauen aktiv waren. Im November 1944 starb ihr Mann, ihr Sohn Erich fiel vermutlich beim Einmarsch der Roten Armee in Nauen. 1945 Sachbearbeiterin im »Amt für soziale Fürsorge« in Finkenkrug, 1946 als Rentnerin in Berlin-Moabit in der Kommunalpolitik der KPD/SED aktiv. 1953 übersiedelte sie zu ihrer Tochter nach Falkensee. Rosa Lindemann starb am 13. Juni 1958 in einem Pflegeheim in Staaken.

Wer war wer in der DDR

Lindner, Wolfram

* 26.2.1941 – ✝ 17.2.2010

Geb. in Lauenhain; 1959 Abitur mit Berufsausbildung zum Feinmechaniker; 1959 – 65 Mitarb. bzw. Ltr. des Ref. Körperkultur u. Sport beim Rat der Stadt Hainichen; 1965 – 69 Radsporttrainer in Karl-Marx-Stadt; Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Trainer für Radsport; 1970 – 90 Verb.-Trainer Straßenradsport im Dt. Radsportverb.; die von ihm betreuten Sportler gewannen bei Olymp. Spielen 1980 die Silbermedaille im 100-km-Mannschaftsfahren, 1988 die Goldmedaille im 100-km-Mannschaftsfahren u. beim…

Wer war wer in der DDR

Linke, Helmut

* 6.10.1928 – ✝ 30.5.2016

Geb. in Greiz; Vater Klempner; Volks- u. kaufm. Berufsschule; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 amerikan. Kriegsgef. 1945 / 46 kaufm. Lehrling in Greiz; 1946 / 47 Textilfachschule (Abendkurs); 1946 – 48 kaufmännischer Angest. in Greiz; 1948 SED; 1948 –50 Redaktionsvolontär bei der Ztg. »Das Volk« in Greiz, 1950 / 51 Red. ders. Ztg. in Bad Salzungen; 1951 / 52 Studium an der PHS der SED; 1953 – 59 Red. u. Abt.-Ltr. bei der Ztg. »Freies Wort« in Suhl; 1953 – 60 Fernstudium an der Fak. für Journalistik der…

Wer war wer in der DDR

Linnemann, Gerhard

* 13.4.1930 – ✝ 11.12.2001

Geb. in Oschersleben; Volks- u. Oberschule, Lehre als Industrie-Elektromechaniker; 1950 – 53 Studium an der Ing.-Schule für Schwermaschinenbau Magdeburg; SED; 1955 Studium der theoret. Elektrotechnik an der HS für Elektrotechnik in Ilmenau, anschl. dort Assistent, Oberassistent u. Doz.; 1963 Prom. zum Dr.-Ing.; 1970 Honorarprof., 1971 Prof. für Informationstechnik an der TH Ilmenau; 1967 – 71 Techn. Dir. des VEB Transformatorenwerk »Karl Liebknecht« in Berlin; 1971 NP (im Koll.); 1972 – 85…

Wer war wer in der DDR

Leuschner, Bruno Max

* 12.8.1910 – ✝ 10.2.1965

Geb. in Rixdorf (b. Berlin); Vater Schuhmacher; Mutter Heimarb. (Näherin); Volksschule (drei Klassen) u. 1919 – 25 Mittelschule in Berlin-Neukölln; 1922 Mitgl. der Freien Turnerschaft Groß-Berlin / Süd-Ost (FTGB, später »Fichte«); 1925 – 28 Ausbildung zum Industriekfm. in der Konfektionsfabrik Lachmann & Meyer in Berlin; dort nach Beendigung der Lehrzeit zunächst als Expedient, dann als Kalkulator, Verkäufer u. zul. als Mitarb. in der Exportabt. tätig; seit 1928 Mitgl. des ZdA; 1928 – 31 Besuch…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Levien, Max

* 21.5.1885 – ✝ 16.6.1937

Geboren am 21. Mai 1885 in Moskau, Sohn des deutschen Großkaufmanns Ludwig Levien. Er besuchte 1893 das deutsche Gymnasium in Moskau, von 1897 bis zum Abitur 1902 in Meißen. Im Herbst 1905 begann er an der Universität Halle ein Studium, das er wegen seiner Beteiligung an der russischen Revolution und einer Gefängnisstrafe 1907/08 in Moskau unterbrechen mußte. Seit 1906 Mitglied der Partei der Sozialrevolutionäre, setzte er sein Studium im Herbst 1908 an der Universität in Zürich fort. Hier wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, hatte Verbindung zu Lenin und wurde Anhänger der Bolschewiki. Im Sommer 1913 promovierte er und übersiedelte anschließend nach Deutschland. Levien nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und meldete sich am 29.Oktober 1913 freiwillig zum bayerischen Leib-Infanterieregiment, von 1914 bis 1918 Soldat. Im November 1918 ging er nach München, wurde Führer der Spartakusgruppe und Vorsitzender des Soldatenrates und war als Delegierter Münchens auf dem Gründungsparteitag der KPD. Zusammen mit Eugen Leviné führte er die Münchner KPD auch in der Räterepublik. Levien, der nach der Niederschlagung der Räterepublik verhaftet wurde, konnte im Mai 1919 nach Wien flüchten, wurde aber dort erneut festgenommen. Die bayerische Justiz verlangte seine Auslieferung. Nach langen Verhandlungen lehnte die österreichische Regierung das bayerische Ersuchen ab. Ende 1920 wurde Levien freigelassen, er übersiedelte im Juni 1921 nach Moskau und arbeitete zunächst im Komintern-Apparat. Er wurde 1925 Mitglied der KPdSU, wirkte zuletzt als Professor für Geschichte an der Moskauer Universität. Bereits am 10. Dezember 1936 vom NKWD in Moskau verhaftet und im März 1937 zunächst zu fünf Jahren »Arbeitslager« verurteilt, wurde Max Levien am 16. Juni 1937 jedoch zum Tode verurteilt und sofort erschossen.

Wer war wer in der DDR

Lewin, Waldtraut

* 8.1.1937 – ✝ 20.5.2017

Geb. in Wernigerode; Mutter Sängerin; Abitur in Magdeburg; Studium von Germanistik, Latein u. Theaterwiss. an der HU Berlin; 1961 Musikdramaturgin in Halle; 1970 Händel-Preis der Stadt Halle; 1973 Chefdramaturgin u. Regisseurin an der Musikbühne Rostock; 1978 Lion-Feuchtwanger-Preis; seit 1978 freischaff. Schriftst.; seit 1981 in Berlin; ab 1975 als KP, ab 1980 als IM »Wald« beim MfS erf.; 1981 u. 1982 Hörspielpreis des Rundfunks der DDR; 1988 NP; verfaßte das Libretto zur ersten DDR-Rock-Oper…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lichtenstein, Kurt

* 1.12.1911 – ✝ 12.10.1961

Geboren am 1. Dezember 1911 in Berlin; Werkzeugmacher. Kurze Zeit in einer jüdischen Jugendorganisation, seit 1928 im KJVD aktiv und ab November 1931 in der KPD. Von 1931 bis 1933 studierte er an der Deutschen Hochschule für Politik Zeitungswissenschaften, arbeitete u. a. in der Berliner BL der RGO. 1933 zunächst im Saargebiet, die KPD schickte ihn nach Moskau, wo er Abendkurse an der KUNMS besuchte. Nachdem Lichtenstein als Herbert 1934 einen Sonderlehrgang des KJVD in Moskau absolviert hatte, kam er als Instrukteur ins Saargebiet. In der Pariser Emigration übernahm er verschiedene Funktionen, u. a. die Anleitung des Widerstandes in Deutschland von Straßburg aus. Wegen vermuteter Abweichungen gab es mehrere Untersuchungen der Kaderabteilung gegen ihn. Im Herbst 1936 meldete sich Lichtenstein freiwillig zu den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, dort wurde er Politkommissar und Offizier, später Chefredakteur der Zeitung »Pasaremos«. Nach der Niederlage der Republik war er bis März 1941 in Frankreich interniert und anschließend in der französischen Résistance aktiv. Auf Beschluß der Parteiführung ging er im April 1944 von Toulouse nach Deutschland zur illegalen Arbeit und war (getarnt als »Fremdarbeiter« Jules Bardier) in Suhl. Nach dem Krieg blieb Lichtenstein für die KPD im Ruhrgebiet tätig. Zunächst war er Sekretär der BL, 1946 Redakteur am KPD-Organ »Westdeutsches Volks-Echo«, 1947/48 Chefredakteur des KPD-Zentralorgans »Freies Volk« in Düsseldorf, dann bis 1950 in gleicher Funktion bei der »Neuen Volkszeitung« in Dortmund. Von 1947 bis 1950 war er Abgeordneter des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Nach der MfS-Festnahme von Kurt Müller wurde Lichtenstein wegen seiner engen Verbindung zu »Kutschi« abgelöst und nach einem längeren Verfahren 1953 aus der KPD ausgeschlossen. Ende 1954 trat er in die SPD ein und lebte bis 1958 als Hilfsarbeiter. Ab 1959 Redakteur der »Westfälischen Rundschau«, begann er im Oktober 1961 eine Reportage-Reise entlang der DDR-West-Grenze. Dabei wurde Kurt Lichtenstein am 12. Oktober 1961 bei Zichorie von DDR-Grenzsoldaten erschossen. Das erregte großes Aufsehen – war er etwa von seinen früheren Genossen liquidiert worden? 1994 hat Rainer Zunder (»Erschossen in Zichorie«) das Leben Kurt Lichtensteins beschrieben.

Wer war wer in der DDR

Liebermann, Helmut

* 31.10.1923 – ✝ 15.12.2013

Geb. in Niederfrohna (Sachsen); Vater Arbeiter; Volks-, Mittel- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Fotograf, Fotomeister; 1942 RAD; anschl. Fotogehilfe. 1945/46 KPD/SED; ab 1948 selbständiger Fotomeister; 1951 – 54 Dolmetscherstudium am Pädagog. Inst. Leipzig; ab Juni 1954 Mitarbeiter des MfAA, bis 1958 Dolmetscher u. Attaché an der DDR-Botschaft in Peking; 1958/59 Oberreferent in der Abt. Ferner Osten; 1960/61 Studium an der HU Berlin, Dipl.-Sinologe; 1961/62 Hauptreferent in der Abt. Ferner…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Liebknecht, Karl

* 13.8.1871 – ✝ 15.1.1919

(* 1871 – † 1919) Als Sohn des Begründers der deutschen Sozialdemokratie, Wilhelm Liebknecht (* 1826 – †1900), wurde Karl am 13. August 1871 in Leipzig geboren. Er studierte von 1890 bis 1893 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Leipzig und Berlin, leistete 1893/94 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger bei den Garde-Pionieren in Berlin und war anschließend bis 1898 Referendar in Arnsberg und Paderborn. Die Promotion zum Dr. jur. et rer. pol. erfolgte 1897 in Würzburg mit der Dissertation »Compensationsvollzug und Compensationsvorbringen nach gemeinem Rechte«. Karl Liebknecht eröffnete 1899 in Berlin gemeinsam mit seinem älteren Bruder Theodor eine Rechtsanwaltspraxis. Obwohl erst im August 1900 der SPD beigetreten, wurde er bereits im November 1901 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, der er bis 1913 angehörte. Als Kandidat für den Reichtagswahlkreis Potsdam-Spandau-Osthavelland 1903 und 1907 unterlegen, konnte er diesen Wahlkreis dann 1912 für die SPD erobern. Er war Delegierter auf den sozialdemokratischen Parteitagen und ist bereits 1908 ins Preußische Abgeordnetenhaus gewählt worden. Bekannt wurde Liebknecht als politischer Anwalt, vor allem bei der Verteidigung von Funktionären der russischen Arbeiterbewegung. Seit Erscheinen seines Buches »Militarismus und Antimilitarismus unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Jugendbewegung« (1907) trat er als Gegner des Militarismus und als einer der Führer der sozialistischen Jugendbewegung hervor. Von 1907 bis 1910 Präsident der Sozialistischen Jugendinternationale, mußte Liebknecht wegen seines Anti-Militarismus-Buches von Oktober 1907 bis Juni 1909 eine Festungshaft in Glatz absitzen. 1911 unternahm er eine Agitationsreise durch die USA. Im Reichstag wandte er sich gegen die Geschäftspraktiken der Rüstungsfirmen und versuchte bei Ausbruch des Weltkriegs vergeblich, die sozialdemokratischen Abgeordneten für eine Ablehnung der Kriegskredite zu gewinnen. Nachdem Liebknecht in der Fraktion noch gegen die Kredite gestimmt hatte, unterwarf er sich der Parteidisziplin und votierte am 4. August 1914 im Reichstag wie die gesamte Fraktion für die Bewilligung. Liebknecht, der vor dem Krieg als radikaler Einzelgänger noch nicht zum Kern der Linken in der SPD um Rosa Luxemburg, Franz Mehring und Julian Marchlewski gezählt hatte, lehnte sich nun eng an diese Gruppe an. Weil er am 2. Dezember 1914 dann als einziger Abgeordneter im Reichstag gegen die Bewilligung der Kriegskredite stimmte, wurde Karl Liebknecht zur Symbolfigur der Kriegsgegner. Die Begründung seiner Ablehnung wurde Fanal: »Dieser Krieg, den keines der beteiligten Völker selbst gewollt hat, ist nicht für die Wohlfahrt des deutschen oder eines anderen Volkes entbrannt. Es handelt sich um einen imperialistischen Krieg ... Der Krieg ist kein deutscher Verteidigungskrieg ... Ein schleuniger, für keinen Teil demütigender Friede, ein Friede ohne Eroberungen ist zu fordern; alle Bemühungen dafür sind zu begrüßen ...« Seine konsequente Politik gegen den Krieg und die Burgfriedenspolitik der SPD-Führung störten die herrschenden Kreise. Da Liebknecht im Februar 1915 als Armierungssoldat zum Militärdienst eingezogen wurde, war ihm damit – bis auf sein Auftreten im Reichstag und Preußischen Abgeordnetenhaus – jede politische Betätigung untersagt. Dennoch beteiligte er sich aktiv an der Bildung der Gruppe Internationale, die seit 1916 als Spartakusgruppe bekannt wurde. Im Mai 1915 verfaßte Karl Liebknecht das Flugblatt mit der Losung: »Der Hauptfeind steht im eigenen Land!« Er nahm im April 1916 an einer illegalen Tagung der Arbeiterjugend in Jena teil und organisierte zum 1. Mai 1916 eine Friedensdemonstration auf dem Potsdamer Platz in Berlin, dort wurde er verhaftet. Während das Kommandanturgericht Berlin Liebknecht am 28. Juni 1916 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilte, erhöhte das Oberkriegsgericht die Strafe in der Berufungsinstanz auf vier Jahre und einen Monat Zuchthaus. Ab November 1916 ins Zuchthaus Luckau eingesperrt, verfaßte er dort mehrere Schriften, darunter seine philosophischen »Studien über die Bewegungsgesetze der gesellschaftlichen Entwicklung«. Karl Liebknecht, der die marxistische Theorie zwar als Grundidee des Sozialismus erhalten wollte, kritisierte aber sowohl die ökonomischen Kategorien von Marx als auch den historischen Materialismus. Marx’ These vom Wirken »historischer Gesetze« lehnte er ebenso ab wie dessen Schema von ökonomischer Basis und ideologischem Überbau. Philosophisch verstand sich Liebknecht als Agnostiker und Universalist, seine Sozialismus-Vorstellungen beruhten auf der Grundthese von der »Tendenz zur Steigerung der natürlichen und sozialen Solidarität«. Am 23. Oktober 1918 vorzeitig aus dem Zuchthaus entlassen, wurde Karl Liebknecht von seinen Anhängern begeistert in Berlin begrüßt. In der Novemberrevolution führte er gemeinsam mit Rosa Luxemburg den Spartakusbund und war Herausgeber der »Roten Fahne«. Am 9.November hat er vom Balkon des Schlosses in Berlin die »Freie Sozialistische Republik« ausgerufen. In die Revolutionsregierung einzutreten, lehnte er ab und versuchte statt dessen, die Massen gegen die sozialdemokratischen Volksbeauftragten und für eine Räteherrschaft zu mobilisieren. Auf dem Gründungsparteitag der KPD forderte Liebknecht in einem Grundsatzreferat die Trennung von der USPD und die Bildung der neuen Partei, deren Führer er neben Rosa Luxemburg wurde. Liebknecht neigte einem radikalen, revolutionären Kommunismus zu. Mit Beginn der Januarkämpfe 1919 in Berlin erklärte er die Regierung Ebert für »abgesetzt«. Während der Unruhen wurde Karl Liebknecht zusammen mit Rosa Luxemburg von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützendivision festgenommen und beide am 15. Januar 1919 brutal ermordet. Seine (zweite) Frau, Sophie Ryss (* 18. 1. 1884 – † 11. 11. 1964), Kunsthistorikerin, kam 1934 aus London nach Moskau, sie durfte als Stalin-Gegnerin die UdSSR nicht verlassen. Ihr Bruder Adolph wurde 1938 vom NKWD verhaftet, auch ihre Schwester Sylvia kam mit ihrem Mann, dem Physiker Jakow Spielrein, in den Gulag. Karl Liebknechts Sohn – aus erster Ehe mit Julia Paradies (* 20. 7. 1873 – † 22. 8. 1911) – Wilhelm (Helmi) (* 6. 3. 1901 – † 30. 4. 1975) studierte nach dem Abitur Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin, Frankfurt/M. und Wien. Seit 1928 in der Sowjetunion, war er Mitarbeiter am Marx-Engels-Institut. Im August 1940 hatte Nazideutschland ihn ausgebürgert. Weil er Opfern der Säuberungen geholfen hatte, wurde Wilhelm Liebknecht aus der KPdSU ausgeschlossen und im Oktober 1941 nach Usbekistan verbannt. Später freischaffender Übersetzer und Redakteur. Annelies Laschitza veröffentliche 2007 eine neue Biographie über Karl und Sophie Liebknecht.

Wer war wer in der DDR

Lietz, Bruno

* 22.11.1925 – ✝ 11.5.2005

Geb. in Wormstedt (b. Apolda); Vater Arbeiter; Volksschule; 1940 – 43 Ausbildung zum Autoschlosser; 20.4.1943 NSDAP; 1943 – 45 Wehrmacht, anschl. Lazarettaufenthalt. Ab Juli 1945 – 47 Autoschlosser bei der Firma Karl Henn in Apolda; 1947 – 49 Traktorist der VdgB Wormstedt; 1949 – 52 Traktorist, Assistent u. Techn. Ltr. der MAS Apolda, Holbach u. Krölpa; 1949 SED; 1952 – 54 Hauptref. für pol. Massenarbeit bzw. Sektorenltr. im Min. für Land- u. Forstw.; nach einem Fernstudium am Inst. für…

Wer war wer in der DDR

Lilie, Helmut

* 11.3.1923

Geb. in Erfurt; 1945/46 KPD/SED; Besuch der Vorstudienanstalt Jena, Abitur; Studium der Chemie an der FSU Jena; 1953 Prom. über die Chemie der Reineck-Salze zum Dr. rer. nat.; 1957 Habil.; Mitarb. des Dt. Amts für Material- u. Warenprüfung (DAMW); Ltr. eines chem. Prüflabors; Prüfdienststellenltr.; später Fachabt.-Ltr. für techn. Chemie u. Vizepräs.; 1961 – 65 Präs. des DAMW (Nachf. von Max Rüffle); 1963 Prof. für Warenkunde an der HS für Binnenhandel Leipzig; 1965 – 72 stellv. Vors. der SPK;…

Wer war wer in der DDR

Lindner, Gerhard

* 28.4.1929

Geb. in Leipzig; Vater Handelsvertreter; Volks- u. Oberschule in Leipzig, 1947 Abitur; 1946 LDPD; 1947 – 49 Praktikant in einem Rechtsanwaltsbüro in Leipzig; 1948 FDJ; 1949 – 54 Studium der Rechtswiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Jur.; 1954 FDGB; 1954 – 58 Abt.-Ltr. im ZV, ab 1959 Mitgl. des Pol. Aussch., 1966 – 82 Sekr. des ZV der LDPD, ab 1982 stellv. Vors. der LDPD; 1957/ 58 für die HV A Mitarb. einer Residentur in der Bundesrep. Dtl., 1958 – 59 beim MfS als GI bzw. IMS »Hans Reichert« erf.;…

Wer war wer in der DDR

Lingner, Max

* 17.11.1888 – ✝ 14.3.1959

Geb. in Leipzig; Vater Xylograph; Abitur; 1908 – 13 Studium der Malerei an der Kunstakad. Dresden bei Carl Bantzer; 1914 – 18 Militärdienst; 1918 Mitgl. des Soldatenrats, beteiligt am Kieler Matrosenaufstand; 1919 – 22 Bewirtschaftung eines Gehöfts in Born (Darß); als Landschaftsmaler tätig; 1922 – 28 in Weißenfels (Saale) ansässig; Aufn. sozialkrit. u. proletar. Themen: Hinkemann (um 1924/25), Heimkehrende Fabrikarb. (1926), Arbeiterliebe (1928); Ende 1928 Übersiedl. nach Paris; dort vorwiegend…

Wer war wer in der DDR

Linke, Karl

* 10.1.1900 – ✝ 16.5.1961

Geb. in Görsdorf (Krs. Reichenberg, Nordböhmen/Loučna, Tschechien); Vater Arbeiter; 1906 – 14 Volks- u. Bürgerschule; 1914 – 18 Ausbildung u. Arbeit als Bandweber; 1915 SAJ Österreich; 1918 österr. Militärdienst, kurzz. ital. Gefangenschaft; USPD; 1924 – 30 KPČ; 1919 – 21 Abraumarb. in Senftenberg; 1921 – 29 Arbeit in versch. Betrieben der ČSR; 1924 – 30 als Weber in Grottau; 1927/28 führend am Streik beteiligt, dann gemaßregelt; Schleuser der KPD; Arbeit für die »AIZ« in Berlin, Chemnitz u. der…

Wer war wer in der DDR

Linse, Walter

* 23.8.1903 – ✝ 15.12.1953

Geb. in Chemnitz; Vater Postsekretär; 1910 – 24 Schulbesuch in Chemnitz, Abitur; 1924 – 32 Studium der Rechtswiss., Philos. u. Geschichte an der Univ. Leipzig, 1927 Erste jur. Staatsprüfung; 1927 – 31 Referendar in Chemnitz u. Stollberg; 1931 Große jur. Staatsprüfung; 1931 – 33 Assessor in Stollberg u. Leipzig;, Hilfsrichter in Leipzig 1933 – 38 Rechtsanwalt in Chemnitz; 1938 Prom. zum Dr. jur. an der Univ. Leipzig; 1938 – 45 Referent bei der IHK Chemnitz, ab Sept. 1938 zuständig für die »Bearb.…

Wer war wer in der DDR

Leutert, Kurt Gerald

* 16.7.1929 – ✝ 1.6.1999

Geb. in Waldheim; dort 1948 Abitur; 1948 – 53 Studium der Med. an der Univ. Leipzig, dort 1953 Prom. u. 1954 Staatsexamen; klein. Pflichtzeit in den Kliniken der KMU Leipzig, dort 1955 Übernahme der Vorlesung in Histologie u. Stationsarzt in der medizin. Klinik bei  Max Bürger; 1957 Ass. bei Kurt Alverdes mit voller Planstelle am Anatom. Inst. der KMU Leipzig, dort Facharztausbildung, 1958 Oberass., 1961 Habil., 1962 Doz. u. 1967 Prof. mit Lehrauftrag für Anatomie; 1969 ord. Prof. für makroskop.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leviné, Eugen

* 10.5.1885 – ✝ 5.6.1919

Geboren am 10. Mai 1885 in St. Petersburg, Sohn eines Großkaufmanns, der 1886 starb. 1897 mit der Mutter nach Deutschland übergesiedelt, besuchte das Gymnasium in Wiesbaden, nahm 1905 das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg auf und studierte 1904/05 in Berlin. Im September 1905 ging er nach Rußland und nahm an der Revolution teil. Leviné, der Mitglied der russischen Sozialrevolutionären Partei war, wurde 1906 und erneut 1908 verhaftet und mißhandelt; 1909 konnte er nach Deutschland zurückkehren. Er schloß sein Studium der Nationalökonomie in Heidelberg mit der Dissertation »Typen und Etappen in der Entwicklung gewerkschaftlich organisierter Arbeiter« ab. Unter dem Pseudonym Goldberg (dem Mädchennamen seiner Mutter) arbeitete er für die SPD-Presse, er war in der SPD und im Mannheimer »Karl-Marx-Klub« der radikalen Sozialdemokraten aktiv. 1915 wurde Leviné badischer und damit deutscher Staatsbürger, er übersiedelte nach Berlin, wurde im Krieg zum Landsturm eingezogen und war Dolmetscher in einem Lager russischer Kriegsgefangener. Im Mai 1915 heiratete er Rosa Broido (* 18. 5. 1890 – †11. 11. 1979), Tochter eines Rabbiners, die später in der KPD wirkte, Ernst Meyer heiratete und zuletzt in London als Anti-Stalinistin und unabhängige Kommunistin bekannt wurde. Sie veröffentlichte 1972 eine weitverbreitete Leviné-Biographie und 1979 ihre eigenen Memoiren »Im inneren Kreis«. 1916 wurde ihr Sohn in Heidelberg geboren. Eugen Leviné schloß sich der Spartakusgruppe um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht an, trat mit dieser 1917 der USPD bei und arbeitete 1918 in Berlin als Abteilungsleiter der sowjetischen Telegrafenagentur ROSTA. Nach der Novemberrevolution war er für den Spartakusbund im Rheinland tätig, die Arbeiter in Essen sandten ihn als Delegierten zum 1. Reichsrätekongreß. Leviné war Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD, wo er sich – mit der Mehrheit der KPD – gegen die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung aussprach, wie sie Paul Levi gefordert hatte. Leviné nahm an den Januarkämpfen 1919 in Berlin teil und war dann in Braunschweig und im Ruhrgebiet aktiv. Im März 1919 ging er nach Bayern und kam an die Spitze der KPD in München. Diese lehnte unter seinem Vorsitz die Beteiligung an der »Scheinräterepublik« (7. bis 15. April) ab. Am 15. April übernahm Leviné die Führung der kommunistischen Münchner Räterepublik (15. April bis 3. Mai 1919), die er bis zum 27. April leitete. Nach der militärischen Niederschlagung der Räterepublik ging er auf Beschluß der Parteiführung in die Illegalität. Am 13. Mai verhaftet, verteidigte Leviné vor dem Münchner Sondergericht mutig seine kommunistische Überzeugung (»Wir Kommunisten sind alle Tote auf Urlaub«). Eugen Leviné wurde zum Tode verurteilt und trotz zahlreicher Proteste am 5. Juni 1919 in München-Stadelheim erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lewin, Gabriel (Gabo)

* 21.12.1906 – ✝ 14.2.1995

(* 1906 – † 1995) Geboren am 21. Dezember 1906 in Berlin, Sohn einer jüdisch-kleinbürgerlichen Familie; besuchte das Gymnasium, kaufmännische Lehre. 1924 trat er in die Kommunistische Jugend, 1926 in die KPD ein, wurde Funktionär im UB Berlin-Lichtenberg. Seit Herbst 1932 gehörte er dem ZK des KJVD an. Lewin kandidierte im März 1933 zum Preußischen Landtag, wurde gewählt, konnte aber sein Mandat wegen des Naziterrors nicht annehmen. Er emigrierte 1934 in die Niederlande und wurde nach der Verhaftung Fritz Grosses im August 1934 Vorsitzender des illegalen KJVD. Im Februar 1935 in Amsterdam inhaftiert und nach Belgien ausgewiesen, kam im September 1935 in die Sowjetunion. Da Lewin ein Anhänger Fritz Schultes war, im KJVD abgelöst, Redakteur der »Deutschen Zentral-Zeitung«. 1938 vom NKWD verhaftet und wegen »konterrevolutionärer Tätigkeit« zu zehn Jahren Haft verurteilt, er überlebte bis 1953 verschiedene Arbeitslager, darunter Kolyma. Lewin war schwerkrank und arbeitete dann, in Kasachstan zwangsangesiedelt, bis 1955 als Deutschlehrer. Am 16. April 1955 durch das Militärkollegium in Moskau »rehabilitiert«, konnte er einen Monat später in die DDR ausreisen. Hier begann er als Mitarbeiter beim Staatlichen Rundfunkkomitee bzw. beim »Neuen Deutschland« und wurde später Sektorleiter der Westabteilung im ZK der SED, er erhielt den Karl-Marx-Orden. Gabriel Lewin starb am 14.Februar 1995 in Berlin. Seine Lebensgefährtin Herta Reder-Lewin, geborene Gottfeld (* 8. 6. 1908 – † 2. 8. 1997), lernte Kinderpflegerin. 1924 Mitglied der jüdischen bürgerlichen Jugendbewegung »Kameraden«, trat sie im Februar 1928 in den KJVD, 1929 in die KPD ein. 1935 kam sie über Prag nach Moskau, wo sie eine Lebensgemeinschaft mit Gabo Lewin einging. Bis Ende August 1948 war sie als Kinderkrippenschwester und Desinfektor für Kolchose und Sowchose mit ihrem Sohn Andrej in Kasachstan. Bereits 1948 konnten beide in die SBZ ausreisen, wo sie bis 1950 im FDGB Bundesvorstand arbeitete, danach bis 1981 als Mitarbeiterin am IML für die Lenin-Edition mitverantwortlich.

Wer war wer in der DDR

Liebenberg, Otto

* 7.7.1913 – ✝ 3.9.1993

Geb. in Magdeburg; Vater Reichsbahnangest.; Volks- u. Oberschule, 1932 – 35 landw. Lehre; 1935 – 38 Landw.-Studium an der MLU Halle, Dipl.-Landwirt; 1937 NSDAP; 1939 Prom. bei Gustav Frölich mit einer Diss. zur Auswertung von Milchleistungsprüfungen; 1939 – 50 wiss. Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. am Inst. für Tierzuchtforschung Dummerstorf, Forschungen bes. zur künstl. Besamung. 1945/46 SPD/SED; 1950 Habil. an der Univ. Rostock zum Einfluß versch. Umweltfaktoren auf die Befruchtungsfähigkeit der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Liebers, Johannes

* 16.9.1907 – ✝ 16.8.1942

Geboren am 16. September 1907 in Rochlitz; gelernter Dreher, dann Angestellter. 1922/23 in der sozialdemokratischen Jugend, 1924 Mitglied der KPD. 1927 wurde er in den hauptamtlichen AM-Apparat des Nachrichtendienstes übernommen, 1929/30 war Liebers Bezirksleiter im AM-Apparat der KPD. Dann zum ersten Kursus der M-Schule nach Moskau geschickt, trug dort den Decknamen Fred. Nach der Ausbildung wurde er Mitarbeiter der Verwaltung Aufklärung der Roten Armee und zu Spionageeinsätzen ins Ausland geschickt. Vom NKWD am 27. November 1937 in Moskau verhaftet und am 22. Mai 1938 zu fünf Jahren Lager verurteilt. Johannes Liebers kam am 16. August 1942 im Gulag ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Liebler, Ralph

* 14.9.1901 – ✝ 22.11.1953

Geb. in Leipzig; Vater kfm. Angest.; Realschule in Aue (Erzgeb.) u. Oberrealschule der Franckeschen Stiftung in Halle, Abitur; Jura- u. Volkswirtschaftsstudium in München, Tübingen u. Leipzig, Dr. jur.; 1929 – 44 Rechtsanwalt in Zittau; 1929 – 32 DDP; 1930 – 33 Stadtverordn. in Zittau; vom NS-Regime aus pol. Gründen u. aufgrund jüd. Herkunft verfolgt, 1944 inhaftiert. 1945/46 Vors. des Gerichts in Zittau; 1945 LDPD; DSF; ab 1946 Stadtverordn. in Zittau; 1946 – 50 Abg. u. 1948 – 50 Vizepräs. des…

Wer war wer in der DDR

Lietz, Heiko

* 4.10.1943

Geb. in Schwerin; Vater Pastor, Mutter 1945 gest.; 1961 Abitur in Rostock; 1961 – 66 Studium der Theol. an der WPU Rostock, Dipl.-Theol.; 1966/67 Student. Mitarb. in der Geschäftsstelle der Ev. Studentengemeinde Berlin; 1967 – 70 Vikariat in Rostock; dazw. Bausoldat in der NVA u. nach Korrektur seiner Entscheidung Haft wegen Totalverweigerung; ab 1970 Pastor in der Domgemeinde zu Güstrow u. nebenamtl. Studentenpfarrer; ab 1979 Mitarb. in der unabh. Friedensbew. in Güstrow, Kessin u. Rostock;…

Wer war wer in der DDR

Lindau, Rudolf

* 28.3.1888 – ✝ 18.10.1977

Geb. in Riddagshausen (Krs. Braunschweig) in einer Arbeiterfamilie; Transportarb.; 1906 – 19 SPD; 1916 Teiln. der Reichskonferenz der Spartakusgr.; 1919 – 46 KPD; seit 1920 ltd. KPD-Funktionär; 1923 Mitarb. der Zentr. der KPD; nach 1925 Mitarb. der Abt. Agit. u. Prop.; ab 1926 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Wasserkante; 1921 – 24 u. 1927/28 Abg. der Hamburger Bürgerschaft; 1927 – 33 Chefred. versch. KPD-Ztg.; während der Weimarer Rep. publizist. Tätigkeit zur Geschichte der dt. Arbeiterbew., Mitautor… Geboren am 28. März 1888 in Riddagshausen/ Braunschweig, Sohn eines Sattlers; zunächst Arbeiter in einer Bäckerei in Braunschweig, dann Gießereiarbeiter. 1907 siedelte er nach Hamburg über, Transportarbeiter. 1904 trat er der Gewerkschaft bei, 1907 der SPD. 1910/11 arbeitete Lindau als Privatsekretär von Heinrich Laufenberg, der dem historisch Interessierten in seiner »Geschichte der Hamburger Arbeiterbewegung« für die geleistete Hilfe dankte. Im Juli 1911 begann Lindau hauptamtlich als Jungredakteur am »Hamburger Echo«. Mit Kriegsausbruch im August 1914 opponierte er gegen die Politik des PV und zählte in Hamburg zur Richtung der Bremer Linksradikalen. Er leitete die illegale Jugendarbeit der Linksradikalen und war Vertreter Hamburgs auf der I. Reichskonferenz der Spartakusgruppe am 1. Januar 1916. Von September 1916 bis November 1918 Armierungssoldat. Dann von Februar 1919 bis Sommer 1919 Chefredakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung« in Hamburg, anschließend bis zur Abspaltung von der Richtung um Laufenberg und Fritz Wolffheim im März 1920 Sekretär der Hamburger KPD-Organisation. Lindau gehörte zu den wenigen Hamburger Funktionären, die auch nach der Abspaltung der KAPD bei der KPD verblieben und war für sie bis Dezember 1920 Wanderredner. 1921 Sekretär des VKPD-Bezirks Wasserkante und bis Mai 1923 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Er kam 1921 (bis 1924) als Abgeordneter in die Hamburger Bürgerschaft. Auf dem VIII. Parteitag 1923 wurde Lindau, der auf dem linken Flügel der Partei stand, aber kein fanatischer Anhänger von Fischer-Maslow-Thälmann war, in die Zentrale der Partei gewählt. Dort erhielt er, da er von der Brandler-Führung und auch von der linken Opposition unterstützt wurde, die meisten Stimmen. Ab Mai 1923 war er Mitglied des Orgbüros der KPD in Berlin und Redakteur der Zeitschrift »Parteiarbeiter« sowie Herausgeber der »Kommunistischen Parteikorrespondenz«. Nachdem er zur Mittelgruppe übergeschwenkt war, blieb er bis Mai 1924 Polleiter des Bezirks Nordwest (Bremen). Im Mai 1924 mußte Wilhelm Deisen, der als Reichtagsabgeordneter gewählt worden war, zurücktreten, und Lindau erhielt dessen Mandat. Doch noch vor dem Zusammentritt des Reichstags wurde Lindau im Mai 1924 als Mitglied der Zentrale von 1923 verhaftet und verbrachte fast zwei Jahre in Untersuchungshaft. Im Dezember 1924 kein Reichstagsabgeordneter mehr, saß er länger im Gefängnis als alle anderen damals festgenommenen Führer der KPD. Da der vorgesehene Prozeß gegen die KPD-Zentrale von 1923 nie eröffnet wurde, kam er Ende 1925 wieder frei. Ab März 1926 Polleiter des Bezirks Wasserkante, trat energisch gegen Korruption und Mißwirtschaft auf, die schon seinerzeit Ernst Thälmanns Freunde in diesem Bezirk betrieben. Deshalb wurde er im Februar 1927 abgesetzt und John Wittorf zum Nachfolger ernannt. Lindau war 1927/28 nochmals Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Zunächst in der Agitpropabteilung des ZK, zeitweise auch Chefredakteur der »Bergischen Arbeiterstimme« in Remscheid. 1929/30 Mitarbeiter an der »Illustrierten Geschichte der deutschen Revolution«, im August 1930 Chefredakteur des »Kämpfers« in Chemnitz, im Dezember 1931 des »Illustrierten Volksechos« für Sachsen in Leipzig. Anfang 1933 Sekretär der BL Sachsen, hielt Lindau sich bis Januar 1934 in Ostsachsen auf. Ende Februar 1934 emigrierte er in die âSR, von dort in die Sowjetunion, wo er anfangs Lehrer an der Leninschule und später an Antifa-Schulen war. Sein Sohn Rudolf Lindau (*18.5. 1911) wurde am 10. Januar 1934 in Hamburg hingerichtet. Das Gericht beschuldigte ihn, als Funktionär des KJVD am »Altonaer Blutsonntag« im Juli 1932 SA-Leute erschossen zu haben. Lindau lehrte in der Sowjetunion und arbeitete im Nationalkomitee Freies Deutschland mit. 1945 zurückgekehrt, bis Oktober 1947 Hauptreferent in der Abteilung Parteischulung des ZK der KPD bzw. ab April 1946 des ZS der SED. Da er seine bedeutenden Funktionen schon Ende der zwanziger Jahre schrittweise verloren hatte, rückte er auch in der SED nicht mehr in den Vordergrund. Im Oktober 1947 wurde der wortkarge Altrevolutionär Direktor der Parteihochschule »Karl Marx«. Dort im Oktober 1950 abgelöst, Mitarbeiter am IML. Ein ZK-Beschluß beauftragte Lindau mit der Erarbeitung einer Thälmann-Biographie, die er nie fertigstellte. Zur Geschichte des Kommunismus publizierte er einige Broschüren (»Probleme der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung«, Berlin 1947 und »Revolutionäre Kämpfe 1918/19«, Berlin 1960). Die letztere Arbeit wurde von Walter Ulbricht und dessen Anhängern angegriffen und Lindau als »Dogmatiker« verdammt. Er hatte – im Gegensatz zu den damaligen SED-Thesen – die Novemberrevolution 1918 in Deutschland noch immer als sozialistische und nicht als bürgerliche Revolution bezeichnete. Der starrköpfige Lindau hat allerdings (als einziger der angegriffenen Historiker) jede »Selbstkritik« verweigert. Dennoch bekam er von der SED zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1958 den Karl-Marx-Orden. Rudolf Lindau starb am 18.Oktober 1977 in Ost-Berlin.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in der DDR

Lindner, Gerhard

* 26.2.1930

Geb. in Thalheim (Krs. Stollberg); Vater Bauarb.; Volks- u. Mittelschule; 1945/46 Wald- u. Landarb.; 1946 FDJ; 1946/47 Arbeiter beim Betriebsschutz des VEB Feinpappwerke Thalheim; 1947 – 49 Abitur an der ABF Leipzig; 1948 SED; Studium der Rechtswiss. 1949 – 51 an der Univ. Leipzig, 1951 – 56 an der Leningrader Staatl. Univ., Dipl.-Jurist; ab 1956 Mitarb. des MfAA, 1956/57 Referent, 1958 – 61 pers. Referent, 1961 – 64 kommissar. Abt.-Ltr. 1962/63 Ltr. der 4. Europa-Abt. (Nordeuropa) im Min. für…

Wer war wer in der DDR

Lingner, Reinhold

* 27.6.1902 – ✝ 1.1.1968

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Architekt; Gymn. in Berlin-Charlottenburg; 1919 – 21 Ausb. zum Gärtner in den Spätschen Baumschulen Treptow; 1923 – 25 Gasthörer an der TH Stuttgart bei Paul Schmitthenner, Mitarb. in dessen Architekturbüro; 1927 Staatl. Geprüfter Gartenbautechniker; 1927 Entwurf für Soldatenfriedhöfe bei der Amtl. Dt. Kriegsgräberfürsorge in Belgien; 1932 Staatl. Dipl. als Gartenbauinspektor; 1933 mit seiner Frau Alice L. nach Belgien, Mitarb. im Gartenbaubüro von Frank…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Linke, Emil

* 28.1.1901 – ✝ 16.8.1938

Geboren in Apolda/Thüringen, nach Volksschule und Büroausbildung bis 1918 Schreibgehilfe beim Großherzoglichen Rechnungsamt in Apolda, anschließend bis 1920 Verwaltungsgehilfe beim Gemeindevorstand in Bad Sulza. Verzug nach Berlin, 1924 Heirat mit Else Krüger. 1926 schloss sich Emil Linke der KPD an und wurde ehrenamtlicher Funktionär im UB Neukölln. Bei Auseinandersetzungen mit der SA vor dem Lokal „Boewe“ in der Richardstraße in Neukölln 1932 im ersten „Richardstraßeprozeß“ angeklagt, wurde das Verfahren aber aus "Mangel an Beweisen" eingestellt. Nach Machtantritt der Nationalsozialisten kam Linke in das KZ Sonnenburg. Im Zusammenhang mit dem vom NS-Regime inszenierten zweiten Richard-Straße-Prozess flüchtete er 1935 in die Tschechoslowakei und trat dort als Zeuge im Gegenprozess auf. Im März 1936 emigrierte er in die Sowjetunion, wurde dort am 23. März 1938 vom NKWD verhaftet und der "Spionage für Deutschland und des Schriftverkehrs mit Verwandten in Deutschland" beschuldigt. Am 29. Juli 1938 von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt, wird Emil Linke am 16. August 1938 in Butowo bei Moskau erschossen. Seine Frau Else (* 11. 9. 1901- † 18.11.1975) Tochter einer Landarbeiterfamilie kam 1907 nach Berlin, wo der Vater eine Beschäftigung als Gasanstaltsarbeiter hatte. Sie besuchte die Volksschule, lernte und arbeitete als Kontoristin und Schneiderin. 1927 wird sie sie Mitglied der KPD und übte verschiedene ehrenamtliche Funktionen im UB Neukölln aus. Nach 1933 im Widerstand gegen das NS-Regime, emigrierte sie im Oktober 1935 mit ihren drei Kindern zunächst nach Prag, dann im Juni 1936 in die Sowjetunion. Sie arbeitete in einer Schneiderei im Moskauer Gebiet. Nach der Verhaftung ihres Mannes wurde sie im September 1941 nach Süd-Kasachstan verbannt und arbeitete als Schneiderin. Ihre beiden Kinder Martin und Johanna überleben die Verbannung nicht. Else Linke gelang es 1947 mit ihrem Sohn Wolfgang nach Deutschland auszureisen. Sie wurde Mitglied der SED, engagiere sich in der VVN-Ortsgruppe Falkensee und als Gemeindevertreterin.

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Linser, Karl

* 10.9.1895 – ✝ 27.4.1976

Geb. in Pforzheim; Vater Lehrer; Gymna- sium in Karlsruhe; 1914 – 18 Kriegsdienst im 1. Weltkrieg; 1918 – 22 Med.-Studium in Würzburg u. Heidelberg, hier 1922 Prom.; 1922 – 24 Assistenzarzt an der Univ.-Hautklinik in Tübingen u. 1924 in Breslau; 1925 an der Univ.-Hautklinik in Wien; 1925/26 am St.-Louis-Hospital in Paris; 1926 – 33 hautärztl. Praxis in Dresden (gem. mit Eugen Galewsky); 1933 – 45 Ltr. der Hautabt. am Waldparkkrankenhaus u. an der Kinderpoliklinik des Johannstädter Krankenhauses…