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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Molkenbur, Norbert

* 15.4.1938 – ✝ 6.12.2009

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Orchestermusiker, Mutter Musikalienhändl.; 1944 – 56 Grund- u. Oberschule in Frankfurt (Oder); 1956 Volontariat bei Radio DDR; 1956 – 58 Mitarb. für Volkskunst beim Rat des Krs. Seelow; 1958 – 62 Stud. der Musikwiss. u. Gesch. an der KMU Leipzig, 1963 Dipl.; 1962 – 82 Mitarb. im Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR; Red. der im Hofmeister-Verlag Leipzig hrsg. Ztschr. »Volkskunst«; Aufbau u. Ltg. des Verlags Zentralhaus-Publikation; 1983 – 90 Dir. des Musikverlags…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Möller, Walter

* 2.1.1912 – ✝ 1.10.1992

Geboren am 2. Januar 1912 in Elgersburg/Thüringen, Sohn eines Glasbläsers; technischer Kaufmann. 1927 wurde er Mitglied des KJVD, Polleiter des KJVD in Arnstadt und gehörte der KJVD-BL Thüringen an. 1930 wegen »Rechtsabweichnungen« aus dem KJVD ausgeschlossen, wurde er Mitglied der KPO-Jugend und arbeitete im KPO-nahen Junius-Verlag als Expedient. 1933 illegal tätig, emigrierte zunächst in die Schweiz, im Sommer 1933 nach Prag, und Ende 1933 zu den Eltern, die seit 1931 als Facharbeiter in der Sowjetunion lebten. Möller wurde in Moskau wieder in den KJVD aufgenommen und arbeitete bis 1937 als Laborant. Nachdem sein Vater Otto 1937 vom NKWD verhaftet und erschossen wurde, kehrte Möller mit Hilfe des deutschen Konsulats nach Deutschland zurück. Bereits in Tilsit verhaftet, lehnte er eine Propagandaarbeit gegen die Sowjetunion ab und wurde daraufhin zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. 1939 Arbeiter in einer Glasfabrik in Ilmenau, zog er 1940 nach Hamburg, illegale Tätigkeit für die KPD auf der Deutschen Werft. Von 1945 bis 1947 Angestellter. 1945 Mitglied der KPD, 1947 hauptamtlich, bis 1950 Mitglied des Sekretariats der KPD-Landesleitung Hamburg, von 1947 bis 1953 Abgeordneter der Bürgerschaft. Im Zusammenhang mit den Kampagnen gegen Titoisten wurde Möller wegen angeblicher fraktioneller Tätigkeit in der Hamburger Leitung der KPD (Harry Naujoks, Karl Grunert) im Januar 1950 abgelöst. Möller erhielt eine »Rüge« und für ein Jahr Funktionsverbot; später stillschweigend rehabilitiert, arbeitete er als Angestellter. 1968 trat er der DKP bei, war viele Jahre stellvertretender Vorsitzender der ZRK der DKP und leitete von 1975 bis 1987 das Kuratorium der »Gedenkstätte Ernst Thälmann« in Hamburg. Walter Möller starb am 1.Oktober 1992 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mommer, Elvira

Geboren am 5. März 1905 in Grevenbroich/Rheinland, Tochter eines Drehers, Schwester von Karl und Elisabeth Mommer. Stenotypistin in einem Versicherungsbüro in Neuss, später auch Hausmädchen und Sekretärin beim Senatspräsidenten des OLG, Dr. Josef Herwegen. Seit 1926 Mitglied der KPD, zunächst bei der Peuvag-Filiale, dann im Gaubüro des RFB in Düsseldorf bei Albin Panzer tätig. Durch Vermittlung von Georg Schumann kam sie 1931 nach Berlin und arbeitete im Karl-Liebknecht-Haus. Sie wurde die Lebensgefährtin von Paul Hornick. Von April bis Juni 1933 »Schutzhaft«, am 21. August 1933 erneute Festnahme, Voruntersuchung wegen »Vorbereitung zum Hochverrat«, am 17. November 1934 aus der Haft entlassen. Elvira Mommer emigrierte nach Belgien, arbeitete unter dem Decknamen Käthe in der KPD-AL in Brüssel. In Gestapoüberlieferungen tauchte sie als Hornicks »Geheimsekretärin« auf. Bis zu Hornicks Weggang nach Spanien im Juli 1937 lebte und arbeitete sie mit ihm zusammen. Anschließend unterstützte sie den KPD-Funktionär Hermann Rehse, der bis 1939 für die Rote Hilfe in Brüssel tätig war. Nach der Besetzung Belgiens inhaftiert, Anfang Juni 1941 aus der Haft entlassen. Bis Ende 1944 lebte sie in Brüssel, meldete sie sich Anfang 1945 nach Düsseldorf ab und kam am 20. März 1945 durch Artilleriebeschuß ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Monden, Erhard

* 19.2.1947

Geb. in Berlin; Vater Maler u. Grafiker, Mutter Sekr.; 1953 – 63 POS; 1964 – 66 Theatermaleleve an der Volksbühne Berlin; 1966 – 69 Studium der Theatermalerei an der HS für Bildende Kunst Dresden; 1969 – 73 Kinospezialgrafiker; 1973 – 75 Anlagenfahrer; gegenstandslose Malerei; 1975 – 77 Fotografie u. Fotomalerei; 1979 – 90 VBK; 1977 – 89 26 handlungssymbol. Aktionen u. Performances; seit 1977 Zeit-Raum-Bild Realisationen 01; 1981 Ausstellung in der Galerie Arkade Berlin (Stand- u.…

Wer war wer in der DDR

Moog, Leonhard

* 11.10.1882 – ✝ 6.1.1962

Geb. in Ansbach; Vater Gaswerkmstr.; nach Volks- u. Handelsschule kfm. Lehre u. Handelsvertreter; 1899 – 1933 Mitgl. der Dt. Angest.-Gewerkschaft, ehrenamtl. 2. Vors.; 1920 – 33 deren Vors. in Thür.; 1906 – 33 DDP bzw. Dt. Staatspartei; 1919 – 33 Mitgl. des Stadtrats von Weimar; 1925 – 30 Abg. des Thür. Landtags; 1933 – 45 Handelsvertreter. 29.7.1945 in Weimar Mitbegr. des Landesverb. Thüringen der Demokr. Partei (ab Dez. 1945 LDP) u. bis 1949 Vors. des Landesverb. Thür. der LDP; Mai 1945 – Dez.…

Wer war wer in der DDR

Moreth, Peter

* 28.7.1941 – ✝ 4.2.2014

Geb. in Chemnitz; Vater Einzelhändler; Grundschule; 1955 – 57 Ausbildung zum Maurer; 1957 – 59 als Fachverkäufer; 1959 – 61 Verkäufer; 1961 – 68 Einzelhändler in Mittweida (Sachsen); 1962 LDPD; 1968 Mitarb. ihres Bez.-Vorst. Karl-Marx-Stadt; 1970 stellv. OB von Karl-Marx-Stadt u. Ltr. der Abt. Handel u. Versorgung; 1971 – 83 Vors. des Bez.-Verb. Cottbus der LDPD; ab 1972 Mitgl. des ZV, ab 1977 in dessen Pol. Aussch.; ab 1983 Vors. des Bez.-Verb. Magdeburg; 1968 – 73 Fernstudium…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Morgner, Edwin

* 1.11.1884 – ✝ 31.1.1943

Geboren am 1. November 1884 in Meerane/ Sachsen, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte von 1899 bis 1903 Dreher. Nach Wanderschaft mit Arbeitsstätten in Solingen und Köln, von 1905 bis 1909 in Gera, er war Mitglied und Funktionär des DMV. Bereits 1902 in die SPD eingetreten, beteiligte er sich von 1907 bis 1909 als DMV-Funktionär maßgeblich an Streikaktionen und wurde deswegen auf eine »schwarze Liste« der Unternehmer gesetzt. Seit 1907 mit Gertrud Müller ( Gertrud Morgner) verheiratet, beide übersiedelten 1909 nach Jena, er war dort Dreher in den Optischen Werken von Carl Zeiss. 1916 Mitbegründer der Spartakusgruppe in Jena, Edwin Morgner nahm als Delegierter am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil. Im Anschluß daran gründete er mit Gertrud Morgner die KPD-Ortsgruppe in Jena. Vom V. Parteitag 1920 für Thüringen in den Zentralausschuß gewählt, verließ er 1921 Jena und wurde Abnahmebeamter für Werkzeugmaschinen in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Seit 1931 lebte Morgner wieder mit seiner Frau zusammen und beide reisten im März 1932 in die Sowjetunion. Hier arbeitete er als Spezialist für Werkzeugmaschinen und Inspekteur für die Kontrolle von importierten Maschinen aus Deutschland. Als Politemigrant anerkannt, wurde er im Juli 1938 (offiziell wegen Personalabbaus) von seiner Funktion entbunden und fing als einfacher Kontrolleur für Schneidewerkzeuge in einem Moskauer Betrieb an. Morgner wandte sich mehrmals erfolglos wegen dieser unterqualifizierten Beschäftigung an sowjetische Behörden. In der Nacht zum 11.September 1941 wurde Edwin Morgner in Moskau verhaftet, die näheren Umstände seiner Verhaftung und seines Todes sind bis heute nicht bekannt. Gertrud Morgner erfuhr 1949 lediglich, daß ihr Mann bereits am 31. Januar 1943 gestorben sei.

Wer war wer in der DDR

Most, Edgar

* 21.3.1940 – ✝ 12.12.2015

Geb. in Tiefenort (Thür.); Grundschule, 1954 – 62 Lehrling u. Ökonom bei der Dt. Notenbank in Bad Salzungen; 1962/63 Ökonom in der Dt. Investitionsbank, Sonderbankfiliale Schwedt; 1964 Abschluß eines Fernstudiums an der FS für Finanzwirtsch. Gotha; 1964 SED; 1964 – 67 Abt.-Ltr. in der Dt. Investitionsbank, Sonderbankfiliale Schwedt; 1967 – 74 Dir. in der Industrie- u. Handelsbank, Industriebankfiliale Schwedt; 1971 Abschluß eines Fernstudiums an der HfÖ Berlin, Dipl.-Finanzwirtsch.; 1974 – 90…

Wer war wer in der DDR

Mucchi, Gabriele

* 25.6.1899 – ✝ 10.5.2002

Geb. in Turin; Vater Kunstmaler; Abitur; 1916 – 23 Bauing.- u. Architekturstudium an der Univ. Bologna; 1917/18 Kriegsdienst; 1924 – 25 Arbeit in einem Bauunternehmen in Rom; ab 1927 im Büro des Malers u. Architekten Gigiotti Zanini in Mailand; 1928 – 30 Aufenthalt in Berlin; 1929 Teiln. an einer Ausstellung der ital. Künstlergr. Novecento in Berlin; 1931 – 34 Aufenthalt in Paris; 1932 gem. mit Jenny Wiegmann Ausstellung in der Galerie Bonaparte, Paris; seit 1933 verh. mit  Jenny…

Wer war wer in der DDR

Mückenberger, Joachim

* 11.8.1926 – ✝ 19.3.2020

Geb. in Chemnitz; Vater Bäcker, Bruder von  Erich M.; Volksschule in Chemnitz; Lehre bei der DR, Reichsbahninspektor; Wehrmacht; 1944 NSDAP. 1946 Vorstudienanstalt; 1947 SED; 1947 – 50 Studium an der Univ. Leipzig, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1950 – 61 Mitarb., dann stellv. Ltr. der ZK-Abt. Kultur; 1961 – 66 GD der DEFA (Nachf. von  Albert Wilkening); 1966 Sekr. des Komitees zum 450. Jahrestag der Reformation; 1967 – 90 GD der Staatl. Schlösser u. Gärten Potsdam-Sanssouci; 1970 Vors. der Gewerkschaft…

Wer war wer in der DDR

Mühlberg, Dietrich

* 29.2.1936

Geb. in Berlin; Vater Techniker, Mutter Sozialarb.; aufgew. in Berlin; 1954 Abitur; 1954 – 59 Studium der Philos. (u. a. bei A. Cornu,  Kurt Hager,  Wolfgang Harich,  Wolfgang Heise,  Georg Klaus) mit Spezialisierung Ästhetik sowie Germanistik u. Kunstgeschichte im Nebenfach an der HU Berlin; 1959 – 61 wiss. Assistent an der EMAU Greifswald; 1961 – 63 wiss. Assistent an der Univ. Sofia (Bulgarien); danach Teiln. am Aufbau der 1963 eingeführten Ausbildungsrichtung »Kulturwiss.« an der HU Berlin;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Muhsal, Carl

* 13.2.1899 – ✝ 25.4.1962

Geboren am 13. Februar 1899 in Wuppertal; Gemeindearbeiter in Düsseldorf, aktiv für die KPD. Im September 1930 für den Wahlkreis Düsseldorf-West und im November 1932 für den Wahlkreis Düsseldorf-Ost als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Muhsal leitete 1932 die RGO im Bezirk Niederrhein. Er war Kursant an der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau, flüchtete 1933 aus Deutschland, kehrte aber zurück und lebte in Plettenberg in Westfalen. Muhsal wurde 1940 zur Wehrmacht einberufen. Nach der Kriegsgefangenschaft wieder in Plettenberg, arbeitete in einem heimischen Betrieb, war aber nicht mehr politisch tätig. Carl Muhsal starb am 25. April 1962 in Plettenberg/Westfalen.

Wer war wer in der DDR

Möller, Günter

* 28.3.1934 – ✝ 28.12.2008

Geb. in Förtha (Thür.); Vater Schlosser; Mutter Hausfrau; Volksschule; 1948 – 52 Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Eisenach; dann Kursant an der Schule des MfS Potsdam-Eiche; 1952 SED; 1953 BV Gera, Abt. IV (Spionageabwehr); dann Krs.-Dienststelle Jena des MfS; 1954 Versetzung zur HA II (Spionageabwehr), MfS Berlin; 1964/65 SED-BPS Eberswalde des MfS; 1965 stellv. Abt.-Ltr., dann Abt.-Ltr. in der HA II; 1977 Prom. zum Dr. jur. an der JHS; 1978…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Möller, Heinz

* 1897 – ✝ 1941

Über den 1897 in Tarnow geborenen Heinz Möller ist aus der Frühzeit wenig bekannt, Möller war sein Pseudonym, sein richtiger Name Moses Grzyb. Als Funktionär im »Bund«, der jüdisch-sozialistischen Arbeiterbewegung in Polen, seit frühester Jugend mit Karl Radek befreundet. 1919 kam er nach Deutschland, wurde Mitglied der KPD und wirkte zuerst für die Partei in Chemnitz, wo auch seine enge politische Verbindung mit Heinrich Brandler begann. Nach Berlin übergesiedelt, Redakteur an KPD-Zeitungen. Nach dem KPD-Verbot 1923 ging Möller zunächst nach Moskau, von dort nach China und wurde Pressechef von Tschiang Kai-schek. Er blieb bis 1927 in China und war in der Redaktions- und Übersetzungsabteilung der Politischen Hauptverwaltung der Nordfeldzugsarmee beschäftigt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er als China-Spezialist der »Roten Fahne« und des KPD-Pressedienstes, zeitweise Chefredakteur. 1929 von der Komintern als Brandlerianer ausgeschlossen, war er ab Anfang 1929 aktiv in der KPO, veröffentlichte zahlreiche Artikel in deren Zeitschrift »Gegen den Strom« und war zugleich Redakteur des Offenbacher »Volksrechts«, der Wochenzeitung der KPO. Möller hielt in vielen KPO-Ortsgruppen Vorträge über die chinesische Revolution. Nach 1933 kehrte er (wahrscheinlich über die Sowjetunion) wieder nach China zurück, ob im Auftrag der Komintern, ist nicht geklärt. Er lebte u. a. in Shanghai, schrieb für die KP Chinas auch in linken amerikanischen Zeitschriften und leitete eine Gruppe kommunistischer Emigranten in China. Nach 1939 besuchte er mehrfach die Achte Feldarmee und die Neue Vierte Armee (kommunistische Armee-Einheiten) unter Mao und berichtete in der Presse darüber. Heinz Möller fiel im November 1941 im Kampf gegen die japanischen Truppen im Yimeng-Gebirge, Provinz Shandong in Ostchina. Von Dimitroff 1941 rehabilitiert, ehrte ihn die KP Chinas, indem sie ihn im Revolutionsmuseum in Peking erwähnte und an seinem Todesort 1994 ein Denkmal für Heinz Möller enthüllte.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mommer, Elisabeth

Geboren am 22. Dezember 1903 in Grevenbroich/Rheinland, Tochter eines Drehers, Schwester von Karl und Elvira Mommer. Stenotypistin und Buchhalterin in Grevenbroich und Düsseldorf. Ab 1927 Mitglied der KPD, ab 1930 Sekretärin bei der illegalen Bezirksleitung des RFB Berlin-Brandenburg, anschließend Angestellte der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Elisabeth Mommer lebte mit dem KPD-Funktionär Hermann Wagner zusammen und leistete nach 1933 illegale Arbeit im Berliner Bezirk Lichtenberg. Im Juni 1934 reiste sie zunächst nach Eupen, dann emigrierte sie über Antwerpen in die Sowjetunion, lebte zunächst in Leningrad, dann in Moskau, ab Juli 1934 in Nowosibirsk. Sie arbeitete beim deutschsprachigen Rundfunk, 1936/37 Stenotypistin bei der DZZ in Moskau. Nachdem ihr Lebensgefährte aus der Sowjetunion ausgewiesen wurde, verließ auch sie im März 1938 die UdSSR und gelangte über Finnland im August 1938 nach Deutschland. Sie arbeitete als Sekretärin in einem Patentbetrieb in Düsseldorf und hatte dort Kontakt zu Widerstandsgruppen. 1945 half sie beim Aufbau des Antifa-Komitees in Düsseldorf, trat wieder in die KPD ein und gehörte der Parteileitung in Düsseldorf an. Bis 1951 Sekretärin bei der KPD-BL in Düsseldorf. Seit April 1946 mit Walter Vesper verheiratet, 1952 mußte sie in die DDR übersiedeln und begleitete fortan ihren Mann auf dessen Stationen als Botschafter der DDR in Ungarn und in der ČSSR. Elisabeth Vesper, geborene Mommer, starb am 31. Dezember 1980 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Monden, Richard

* 13.3.1903 – ✝ 21.9.1989

Geboren  in Saerau bei Breslau; Maschinenschlosser. 1920 Mitglied der KJD und der KPD. 1921 wegen Solidarisierung mit Paul Levi ausgeschlossen, aber 1922 Wiedereintritt. 1923 Bezirksleiter der KJD in Breslau, wurde im gleichen Jahr zu vier Jahren Festungshaft verurteilt, nach Amnestie 1925 entlassen. In Berlin im RFB aktiv, 1926 war er Mitarbeiter der Agitpropabteilung des ZK der KPD. 1927/28 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, dort aber wegen »rechter Abweichungen« von der Schule relegiert und lebenslänglich aus der Sowjetunion ausgewiesen. Monden kehrte nach Breslau zurück und schloß sich der KPO an, Mitglied der BL Schlesien. 1933 Emigration über Prag nach Paris, ging Monden 1936 nach Spanien, um als Arbeiter den Aufbau der republikanischen Flugzeugindustrie zu unterstützen. Nach dem Putsch gehörte er zunächst einer Miliz des POUM, dann dem Batallón „Choque“ an und beteiligte sich auf Seiten des POUM an den Mai-Ereignissen in Barcelona. Auch von der KPD-Abwehr überwacht, wurde er im Juli 1937 vom DEDIDE verhaftet und seit 22. Juli 1937 im Modelo-Gefängnis inhaftiert. 1938 entlassen. Nach der Freilassung 1938 zurück in Paris, verließ er die KPO und ging zur SAP. 1941 gelangte er in die USA und war als Fabrikarbeiter beschäftigt. Er hielt Kontakt zu seinen Genossen in den USA und Deutschland, betätigte sich aber nicht mehr politisch. Richard Monden starb am 21. September 1989 in Sun City, Kalifornien.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Moogk, Georg

* 26.5.1900 – ✝ 30.6.1948

Geboren am 26. Mai 1900 in Forst, Sohn eines Schuhmachers. Weber in Cottbus, 1919 gemeinsam mit Berta und Paul Hornick Mitbegründer der KPD in Forst. Anfang der zwanziger Jahre Sekretär des Bezirks Lausitz und Mitglied des Zentralausschusses. Delegierter des XI. Parteitages der KPD 1927 in Essen. Nach 1933 zeitweise inhaftiert, wurde 1939 zur Wehrmacht einberufen und kam Ende 1946 schwerkrank aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Politisch war er nicht mehr aktiv. Georg Moogk starb am 30. Juni 1948 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Morgner, Irmtraud

* 22.8.1933 – ✝ 6.5.1990

Geb. in Chemnitz; Vater Lokführer; 1952 Abitur; 1952 – 56 Germanistikstudium in Leipzig (u. a. bei  Hans Mayer u.  Ernst Bloch); 1956 – 58 Red.-Assistentin bei der Ztschr. »Neue Dt. Lit.«; seit 1958 freischaff. Schriftst. in Berlin (Romane, Erzählungen); verh. mit  Paul Wiens; 1959 erste Erzählung »Das Signal steht auf Fahrt«; 1963 Mitgl., später Vorstandsmitgl. des DSV; 1965 nach Kritik auf dem 11. Plenum des ZK Publikationsverhinderung des schon angekündigten Romans »Rumba auf einen Herbst«,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Moritz (Becker), Martha

* 16.6.1904 – ✝ 8.4.1938

(* 1904 – † 1938) Geboren am 16. Juni 1904 in Hamburg, Kontoristin. Sie trat 1921 der KPD bei und arbeitete bei der BL Wasserkante. Zeitweilig Frauenleiterin und Mitglied im Sekretariat. Mitte der zwanziger Jahre heiratete Martha Moritz den Funktionär Ernst Becker und lebte mit ihm zeitweise in Berlin. 1929 wurde sie als Rechte ausgeschlossen und ging wie Becker in die KPO. Nach dessen Tode im Juli 1932 kehrte Martha Moritz in die KPD zurück. Sie wurde nach Finnland geschickt und war dort für das Auslandsbüro der KP tätig. Im April 1933 emigrierte sie in die Sowjetunion, dort bei der Komintern in Moskau beschäftigt. Vom NKWD im September 1937 verhaftet, wurde Martha Moritz am 8. April 1938 zum Tode verurteilt und erschossen. Das Militärkollegium des Obersten Gerichts in Moskau »rehabilitierte« sie im März 1958.

Wer war wer in der DDR

Mothes, Kurt

* 3.11.1900 – ✝ 12.2.1983

Geb. in Plauen; Vater Ratsbeamter; Volks- u. Oberrealschule, 1918 Kriegsabitur; danach Apothekerlehre u. Apothekenassistent in Plauen; 1921 – 23 Studium der Pharmazie u. Chemie an der Univ. Leipzig, Pharmazeut. St.-Ex.; 1923 – 25 Studium der Chemie, Physiol. u. Pharmakol., 1925 Prom. an der Univ. Leipzig; 1925 – 34 Assistent am Botan. Inst. der Univ. Halle; hier 1928 Habil. für Botanik u. Pharmakognosie; 1927 Approbation als Apotheker; 1935 – 45 ord. Prof. der Univ. Königsberg; 1940 Mitgl. der…

Wer war wer in der DDR

Mucchi-Wiegmann, Jenny

* 1.12.1895 – ✝ 2.7.1969

Geb. in Berlin; 1917 Studium an der Levin-Funcke-Schule in Berlin bei A. Kraus u. L. Corinth, 1918 Studien in München, 1917 – 23 Studium an der HS für Bildende Künste Berlin bei H. Peratoner; 1924 – 25 Aufenthalt in Rom; 1926 – 27 in Hagen (Westf.); 1927 – 30 freischaff. in Berlin; 1927 – 28 Reise nach Spanien u. Italien; 1931 – 33 Aufenthalt in Paris; 1932 Ausstellung in der Galerie Bonaparte; 1933 in Paris Heirat mit  Gabriele Mucchi; Übersiedl. nach Mailand, dort Freundschaft mit Renato…

Wer war wer in der DDR

Mucks, Werner

* 17.11.1919 – ✝ 9.4.2003

Geb. in Berlin; Vater Polsterer; Ausbildung zum Tapezierer u. Dekorateur; Besuch der Kunstgewerbeschule; 1939 – 45 Kriegsdienst. 1945 – 48 Internierung durch die sowj. Besatzungsmacht; ab 1949 Mitarb. im väterl. Handwerksbetrieb in Petershagen (b. Berlin); ab 1952 industrielle Herstellung von Polstermöbeln; ab 1956 mit staatl. Beteiligung, Ausbau des Unternehmens zum Exportbetrieb mit rund 200 Beschäftigten, Lieferung insbes. in die Bundesrep. Dtl. u. nach Schweden; nach der Enteignung 1972 – 85…

Wer war wer in der DDR

Mühlmann, Manfred

* 26.12.1931 – ✝ 4.6.2014

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1946 FDJ u. FDGB; 1950 Transportarb.; 1950 NDPD; 1950 – 54 Jura-Studium an der Univ. Leipzig, Dipl.-Jur.; danach bis 1968 Lehrtätigkeit in Sozial-, Zivil- u. Zivilprozeßrecht an der Jurist. Fak. der KMU Leipzig; 1961 Dr. jur. in Zivilprozeßrecht; 1966 Dr. sc.; seit 1968 ord. Prof. für Zivilrecht; 1969 – 75 stellv. Dir. für Forschung der Sekt. Rechtswiss. an der KMU Leipzig; 1965 – 71 Vors. des Krs.-Verb. Leipzig, 1967 – 90 Mitgl. des Hauptaussch. der…

Wer war wer in der DDR

Müller, Alfred

* 4.7.1926 – ✝ 2.12.2010

Geb. in Berlin; Vater Hilfsarb. u. Taxifahrer; 1940 – 43 Lehre als Mechaniker; Kriegsdienst u. franz. Gefangenschaft. 1949 – 52 Musikstudium; 1952 – 55 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; 1955 erstes Engagement am Theater in Senftenberg, Zusammenarb. mit  Horst Schönemann, u. a. 1956 in »Urfaust« u. 1959 in »Herr Puntila u. sein Knecht Matti«; 1959 – 65 u. 1972 – 84 Schauspieler am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, u. a. in »Der zerbrochene Krug« (1961), »Reise um die Erde…

Wer war wer in der DDR

Möller, Silke

* 20.6.1964

Geb. in Stralsund; begann 1974 bei der BSG Motor Warnowwerft mit der Leichtathletik; 1977 KJS Rostock, SC Empor Rostock (Trainer: Wolfgang Meier), 1979 Bronze bei der Spartakiade 100 m u. 200 m; 1981 Junioren-EM 4 x 100 m; 1982 DDR-Juniorenmstr. 100/ 200 m; 1983 DDR-Mstr. 100/200 m (Bronze); DDR-Mstr. 1986 100 m, 1987 100/200 m, 1989 200 m; 1983 WM 4 x 100 m, 1987 WM 100/200 m u. WM-Silber 4 x 100 m; EM 1986 u. 1990 4 x 100 m, 1986 EM-Bronze 200 m, 1990 EM-Silber 100 m; Hallen-EM 60 m: 1983 u.…

Wer war wer in der DDR

Molt, Rudolf

* 30.5.1952

Geb. in Berlin; Vater Maurer, Mutter Lohnbuchhalterin; 1958 – 66 3. OS Berlin-Prenzlauer Berg, danach 1966 – 70 Abitur an der EOS »Carl v. Ossietzky« in Berlin-Pankow; 1970 – 74 Physikstudium an der HU Berlin; 1974 – 76 wiss. Mitarb. am ZI für Math. u. Mechanik der AdW; ab 1974 Aktivitäten im Arbeiter- u. Studenten-Klub Berlin u. im Jugendclub »Die Box«, Mitwirkung an Veranstaltungen über die Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien u. über gleitende Arbeitszeiten; ab 1975 Beteiligung an versch.…

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Mommer, Karl

* 13.3.1910 – ✝ 3.9.1990

Geboren am 13. März 1910 in Wevelinghofen/Niederrhein, Sohn eines Drehers, Bruder von Elisabeth und Elvira Mommer. 1929 Abitur, Studium der Sozialwissenschaften in Graz, Wien und Berlin. Dort führendes Mitglied der Kostufra und 1930 Mitglied der KPD. 1933 illegale Tätigkeit für die KPD, im Januar 1934 in Düsseldorf verhaftet und zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Im November 1935 flüchtete er vor einer erneut drohenden Verhaftung nach Brüssel. Er setzte das Studium fort und wurde 1938 bei Hendrik de Man mit einer Dissertation »Der junge Marx und der Staat« promoviert. Privatlehrer und Buchhalter, hielt weiter Verbindung zur KPD-Emigrationsleitung in Brüssel. Karl Mommer trat 1938 aus der KPD aus und wurde Mitglied der SPD. Er war bis 1941 in Frankreich interniert und anschließend bis 1944 landwirtschaftlicher Pächter mit Verbindungen zur französischen Résistance. 1945 in Paris Mitarbeiter der Landesgruppe deutscher Sozialdemokraten, im Juli 1946 kehrte er nach Deutschland zurück. Hier war er bis 1949 im Büro für Friedensfragen tätig, Mitglied des SPD-Landesvorstands in Stuttgart, dort saß er 1948/49 im Wirtschaftsrat. Von 1949 bis 1969 war Mommer Abgeordneter im Deutschen Bundestag, von 1957 bis 1966 auch Geschäftsführer der SPD-Fraktion und von 1966 bis 1969 Vizepräsident des Bundestages. Er galt als führender Vertreter des rechten SPD-Flügels, wandte sich besonders scharf gegen die DDR und die anderen kommunistischen Diktaturen. 1969 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Schulterband. Karl Mommer starb am 3. September 1990.

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Mönkemeyer, Gerd

* 25.5.1927

Geb. in Leipzig; 1941 – 44 Berufsausbildung; Wehrdienst. 1946 CDU; 1946 – 50 Studium, Dipl.-Wirtsch.; 1950 – 53 Sachbearb., zul. Abt.-Ltr.; 1953 – 60 Hauptbuchhalter u. Finanzdir. im Außenhandelsmin.; 1958 – 71 Mitgl. der Stadtvertretervers. Berlin; 1960 – 68 FS-Lehrer an der FS für Außenhandel; seit 1966 Mitgl. des Bez.-Vorst. Berlin der CDU; 1968 – 77 Stellv. des Min. für Außenwirtschaft; seit 1977 Vizepräs. der Kammer für Außenhandel; 1968 – 72 Kand., seit 1972 Mitgl. des Hauptvorst. der CDU;…

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Morawiecki, Kornel

* 1941

Kornel Morawiecki wurde 1941 in Warschau geboren. 1959–63 studierte er Physik an der Universität Breslau (Wrocław) und war dort bis 1973 als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Im *März 1968 nahm er an den Studentenstreiks und Demonstrationen in Breslau teil. Im August 1968 verfasste er Flugblätter gegen den *Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei und hängte im Januar 1969 in der Stadt Traueranzeigen für den tschechischen Studenten Jan Palach, der sich aus Protest…

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Morgner, Michael

* 6.4.1942

Geb. in Chemnitz; 1960 Abitur; 1961 – 66 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig bei Harry Blume u.  Irmgard Horlbeck-Kappler; ab 1966 freischaff. in Dittersdorf u. Karl-Marx-Stadt / Chemnitz; 1973 Umzug nach Einsiedel; Gründungsmitgl. der »Galerie oben«, bis in die Gegenwart konzeptionelle Arbeiten für das Programm der Galerie; 1974 Reise nach Irkutsk (Sibirien); 1975 Teiln. an Pleinairs in Ahrenshoop u. Hiddensee, drehte einen 8-mm-Kamerafilm mit Thomas Ranft u. Ralf-Rainer Wasse;…

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Moros, Walentyn

* 1936 – ✝ 2019

Walentyn Moros wurde 1936 als Sohn einer Bauernfamilie in dem damals zu Polen gehörenden, wolhynischen Dorf Chołoniów (Choloniw) geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er bis 1958 Geschichte an der Universität Lwiw und absolvierte im Anschluss ein Fernstudium für Doktoranden. Parallel arbeitete er als Lehrer an einer Dorfschule. Ab 1964 war er Dozent am Pädagogischen Institut, zunächst in Luzk und später in Iwano-Frankiwsk. Zu seinen Forschungsinteressen gehörte die ukrainische nationale…

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Mottek, Hans

* 26.10.1910 – ✝ 24.10.1993

Geb. in Posen (Poznán, Polen); 1929 – 32 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Freiburg u. Berlin; 1932/33 Referendar am Amtsgericht Bernau (b. Berlin); 1933 Emigr. nach Palästina; 1935 KPD; 1936 – 46 Großbritannien; während der Emigr. tätig als Land- u. Bauarb.; nach 1939 zeitw. interniert; Mitbegr. der FDJ. 1946 Jurist in der ZV für Arbeit u. Sozialfürsorge Berlin; 1947 Aspirantur an der Univ. Berlin; 1950 Prom. mit einer Studie über die preuß. Eisenbahnverstaatlichung von 1879; 1950…

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Mucke-Wittbrodt, Helga

* 11.9.1910 – ✝ 4.5.1999

Geb. in Hamburg-Altona; Vater Lehrer u. Reformpädagoge Jens Nydahl; Lyzeum u. Oberlyzeum in Berlin, Abitur; ab 1929 Studium der Med. in Berlin, 1936 med. St.-Ex. u. Prom.; 1929 – 33 SAJ, 1932/33 SPD; 1936 – 45 Volontär-, Hilfs-, Assistenz-, ab 1943 Ober- u. Fachärztin für innere Krankheiten am Urban-Krankenhaus in Berlin; ab Ende der 30er Jahre Kontakte zum kommunist. Widerstand, u. a. Hilfe für Verfolgte durch manipulierte ärztl. Atteste; Heirat mit  Hans Wittbrodt. 1945/46 KPD/SED; 1946 – 48…

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Mueller-Stahl, Armin

* 17.12.1930

Geb. in Tilsit (Ostpr. / Sowjetsk, Rußland); Vater Bankbeamter; Violinstudium am Städt. Konservatorium in Berlin, 1949 Examen als Musiklehrer; abgebrochenes Schauspielstudium; 1952 Engagement am Berliner »Theater am Schiffbauerdamm«; 1954 – 79 Volksbühne, Rollen in klass. Bühnenstücken, u. a. in: »Romeo u. Julia« (Mercurio), »Don Carlos« (Marquis Posa), »Emilia Galotti« (Prinz); Filmdebüt 1956 mit »Heiml. Ehen« (R:  Gustav von Wangenheim); weitere Rollen in DEFA-Filmen u. a.: 1960 in dem…

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Mühlpfordt, Günter

* 28.7.1921

Geb. in Halle; Vater Kfm.; Grundschule u. Absolvent der Franckeschen Stiftung Halle, 1939 Abitur; 1939 RAD; 1939 – 41 Studium der Geschichte, Vor-, Ur- u. Rechtsgeschichte, Philos., Slawistik u. Germanistik an der Univ. Halle; 1941 Prom. über den böhm.-mähr. Raum in der Zeit Maria Theresias u. Joseph II.; 1941 – 45 Kriegsmarine; kanad. Kriegsgefangenschaft. SPD; ab 1946 SED; 1947 Doz. der VHS Halle; 1947 – 52 Assistent u. 1949 – 52 Lehrbeauftr. an der Univ. Halle; 1950 – 51 Lehrbeauftr. an der…

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Müller, Anna-Maria

* 23.2.1949

Geb. in Schnepfenthal (Krs. Gotha, Thür.); erst Leichtathletin, dann Rennschlittensportlerin beim SG Friedrichroda; ab 1967 Mitgl. des SC Traktor Oberwiesenthal; Spezialdisz.: Damen-Einsitzer (Trainer: Walter Jentzsch); 1968 Olymp. Spiele: wie  Ortrun Enderlein disqualifiziert wegen angebl. angeheizter Kufen; 1969 bei den Weltmeisterschaften: 2. Platz; 1970 EM; 1970 Abitur; 1970 – 75 Studium der Pharmazie an der KMU Leipzig; 1972 Olymp. Spiele: Siegerin; seit 1982 Apothekerin in Berlin.Olaf W.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Möller, Werner

* 6.2.1888 – ✝ 5.1.1919

Geboren am 6. Februar 1888 in Barmen, Sohn eines Schuhmachers; lernte Klempner und schloß sich früh der sozialdemokratischen Jugend an. Vor dem Ersten Weltkrieg in der Berliner SPD auf dem linken Flügel aktiv, trat er 1913 als lyrischer Arbeiterdichter hervor. Bei Kriegsausbruch gehörte er zur Berliner oppositionellen Gruppe um Julian Borchardt und publizierte in dessen Organ »Lichtstrahlen«. Möller war führend in der Borchardt-Gruppe Internationale Sozialisten Deutschlands, der ISD, und saß wegen seiner Anti-Kriegsarbeit neun Monate im Gefängnis Cottbus. Er wurde enger Mitarbeiter bei der »Arbeiterpolitik« von Johann Knief. 1918 einer der Führer der IKD, nahm als einer ihrer Delegierten am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 teil. Der linksradikale Aktivist Möller zählte zu den Kommunisten, die am Abend des 5. Januar 1919 das SPD-Organ »Vorwärts« in Berlin besetzten. Er gab dort gemeinsam mit Eugen Leviné den »Vorwärts« als eine kommunistische Zeitung, »Organ der revolutionären Arbeiterschaft Groß-Berlins« heraus. Beim Angriff von Truppen auf das Vorwärts-Gebäude befand sich Möller unter den »Parlamentären«, die eine Übergabe anboten, doch zusammen mit sechs weiteren von ihnen wurde auch Werner Möller am 11. Januar 1919 von Soldaten erschossen. Später wurde er von Linkskommunisten als »Wegbereiter ihrer Bewegung angesehen« (H. M. Bock). Möllers Buch »Krieg und Kampf« erschien posthum 1920 in Chemnitz.

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Moltmann, Carl

* 23.9.1884 – ✝ 5.2.1960

Geb. in Brüz (Mecklenb.); Vater Ziegler; 1891 – 98 Volksschule; 1898 – 1901 Ausbil- dung zum Tischler in Parchim; 1902 SPD; Dt. Holzarbeiterverb.; 1903 – 07 Wanderschaft; 1911 – 15 Vors. der SPD-Ortsgr. Schwerin; 1915 – 18 Militärdienst, Armierungssoldat; 1919 – 28 Parteisekr. für den südwestl. Teil Mecklenb. u. Red. der sozialdemokrat. Ztg.; 1919 – 33 Mitgl. des Landtags Mecklenb.-Schwerin; 1928 – 33 Ltr. des Landesarbeitsamts Schwerin; 1929 – 33 Stadtverordn. u. Stadtrat in Schwerin; 1932/33…

Wer war wer in der DDR

Mönch, Harry

* 25.1.1925

Geb. in Berlin; Vater Gießereiarbeiter, Mutter Arbeiterin; Volks- u. Berufsschule in Berlin; 1939 / 40 Landjahrpflichtiger im Rheinl.; 1940 – 42 Junghelfer bei der DR in Berlin; 1942 kaufm. Angest. in Berlin; 1942 RAD; 1942 – 45 Wehrmacht; Mai / Juni 1945 amerik. Kriegsgef. in Oberösterr. 1945 / 46 Hilfsschlosser in Bietigheim (Württemb.); 1946 / 47 Transportarb. in Berlin; 1947 / 48 Mechaniker-Umschüler in Berlin; ab Januar 1949 Arbeitsgebietsltr. der IG Metall in Falkensee; 1949 SED; 1949…

Wer war wer in der DDR

Montag, Martin

* 12.3.1954

Geb. in Wendehausen (Krs. Mühlhausen, Thür.); 1960 – 68 Grundschule u. POS in Wendehausen u. Diedorf, 1968 – 72 EOS in Eisenach; 1972 – 80 Studium der Theol. in Erfurt u. Neuzelle; 1980 Priesterweihe in Erfurt; 1980 – 83 Stadtjugendseelsorger u. Kaplan in Erfurt; 1983 – 89 Kaplan in Arnstadt; 1989 – 99 Pfarrer in Zella-Mehlis; Sept. 1989 Mitarb. im Neuen Forum, Vorber. von Friedensgebeten, Bittgottesdiensten u. Informationsabenden in Suhl u. Zella-Mehlis; 31.10.1989 Gründung u. Ltg. der AG…

Wer war wer in der DDR

Morche, Helmut

* 25.2.1930

Geb. in Pratau (Krs. Wittenberg); Vater Gleisbauarb.; 1936 – 44 Grundschule; 1944 – 47 Berufsschule, Lehre als Lokomotivschlosser; 1947 – 50 Arbeit als Schlosser im Stickstoffwerk Piesteritz, 1950 / 51 dort FDJ-Sekr.; 1951 Instrukteur, 1951 / 52 Ltr. der Abt. Arbeiterjugend der FDJ-KL Halle; 1952 / 53 1. Sekr. der FDJ-Stadtbezirksltg. Halle 2; 1953 SED; 1953 – 55 2. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Halle; 1955 / 56 Lehrgang an der SED-BPS Halle; 1956 – 61 1. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Halle; 1961 – 63 Ltr.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Morgner, Gertrud

* 8.8.1887 – ✝ 20.7.1978

Geboren am 8. August 1887 als Gertrud Müller in Gera, Tochter eines Webers; Schneiderin. 1907 Heirat mit Edwin Morgner. 1909 Eintritt in die SPD und von 1909 bis 1913 Mitglied des Ortsvorstandes und Leiterin der Frauenabteilung der SPD in Jena, 1916 Mitglied der Spartakusgruppe, 1917 der USPD. Im November 1918 wurde Gertrud Morgner 2. Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates in Jena. Sie nahm als Gast am Gründungsparteitag der KPD teil. 1919 im Vorstand der KPD-Ortsgruppe Jena, zeitweilig Mitglied der BL Thüringen. Wegen ihrer Beteiligung am Mitteldeutschen Aufstand im März 1921 gesucht (als Mitglied des »Revolutionskomitees« in Thüringen), ging sie nach Berlin in die Illegalität. Nach einer Amnestie übte sie von 1922 bis 1926 in Berlin Funktionen in der Reichsfrauenleitung der KPD aus und wirkte als Propagandistin des ZK. Von 1927 bis 1929 war Gertrud Morgner Sekretärin und Lebensgefährtin von Emil Höllein. Danach leitete sie eine KPD-Betriebszelle. Im März 1932 reiste sie mit ihrem Ehemann, Edwin Morgner, in die UdSSR, wurde in Moskau Leiterin des Frauenaktivs der Ausländerabteilung und von Klubs. Im Juni 1941 Redakteurin am Moskauer Rundfunk, aber nach der Verhaftung ihres Mannes Edwin Morgner durch das NKWD im September wurde sie aus der KPdSU ausgeschlossen und später nach Kasachstan evakuiert, Schneiderin in der Siedlung Ossakarowka. Noch im Juni 1953 verweigerte die ZPKK der SED mit den Worten »es handele sich bei Gertrud Morgner um ein ausgeschlossenes Mitglied der KPD« die Genehmigung zu ihrer Rückkehr nach Deutschland. Im Mai 1954 konnte sie dann in die DDR ausreisen. Sie schrieb 1956, durch die Verhaftung ihres Mannes sei sie an tiefen seelischen Erschütterungen erkrankt und könne sich davon nie ganz erholen. Schon in Karaganda hatte sie versucht zu erfahren, was aus Edwin Morgner geworden war, bekam aber erst 1949 die Antwort, daß er bereits am 31. Januar 1943 verstorben sei. In der DDR wurde sie als Parteiveteranin geehrt, aber wie üblich ihr Schicksal und das ihres Mannes in der UdSSR verschwiegen. Sie erhielt 1972 den VVO in Gold. Ihre Tochter Hilde (* 5. 7. 1907 – †6.11. 1980) war mit dem Redakteur der »Roten Fahne« und Angehörigen der Widerstandsgruppe »Rote Kapelle« Wilhelm Guddorf verheiratet. Gertrud Morgner starb am 20.Juli 1978.

Wer war wer in der DDR

Mosler, Heinrich

* 29.1.1911 – ✝ 22.8.1969

Geb. in Schmiedeberg (Krs. Hirschberg, Schles. / Kowary, Polen); Vater Maschinist; Volksschule; 1925 – 29 Lehre u. Arbeit als Glasschleifer; 1927 RFB, 1929 KPD; 1929 –33 arbeitslos; 1932 Mitgl. der KPD-Ortsltg. in Schmiedeberg; nach 1933 illeg. antifasch. Arbeit; im März 1933 festgenommen u. bis Jan. 1934 in Breslau in U-Haft; am 29.11.1933 durch das OLG Breslau wg. »Vorbereitung zum Hochverrat u. Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz« zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 41 in den…

Wer war wer in der DDR

Mrochen, Thomas

* 2.12.1902 – ✝ 12.7.1979

Geb. in Neudorf (Bolko) (Krs. Oppeln, Oberschles./Nowa Wieś Królewska, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Bau- u. Kunstschlosser; 1922 KPD, versch. Funktionen in Schles.; 1932 Kursant der Internat. Lenin-Schule in Moskau; 1933 – 45 Haft im KZ Sonnenburg u. im Zuchthaus Brandenb. 1945/46 KPD-Funktionär in Thür.; 1946 SED; 1946 – 50 zunächst Ltr. des Arbeits- bzw. Jugendamts; anschl. Krs.-Rat in Meiningen; zeitw. Sekr. des FDGB-Krs.-Vorst. Arnstadt; 1950 Eintritt in die…

Wer war wer in der DDR

Mückenberger, Erich

* 8.6.1910 – ✝ 10.2.1998

Geb. in Chemnitz; Vater Bäcker, Mutter Strumpfformerin, Bruder von  Joachim M.; 1916 – 24 Volks- u. Mittelschule; 1924 – 27 Ausbildung zum Schlosser; 1924 SAJ; 1925 – 33 Jungbanner; 1925/26 Jugendltr. in Chemnitz-Gablenz; 1927/28 Krs.-Jugend-Ltr., 1928 – 33 Gaujugend-Ltr. in Chemnitz; 1927 SPD; 1927/28 Höhere FS für Textilindustrie in Chemnitz; 1927 – 30 Schlosser u. Weber in Chemnitz; 1930 – 33 arbeitslos; 1934 – 42 Schlosser u. Automateneinsteller in Chemnitz; 1933 – 35 illeg. Arbeit in…

Wer war wer in der DDR

Mühe, Ulrich

* 20.6.1953 – ✝ 22.7.2007

Geb. in Grimma; Vater Kürschnermeister; POS, Abitur mit Ausbildung als Baufacharb.; 1975 – 79 Schauspielstudium an der Theater-HS Leipzig; 1979 – 82 Engagement in Karl-Marx-Stadt; 1982 Gastspiel an der Volksbühne Berlin; seit 1983 am Dt. Theater u. den Kammerspielen Berlin; 1984 – 90 in zweiter Ehe verh. mit  Jenny Gröllmann; 1985 Kritikerpreis »Die große Klappe«; 1988 Helene-Weigel-Medaille; Mitinitiator der Demonstration vom 4. Nov. 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz. 1990 Dt.…

Wer war wer in der DDR

Mühlpforte, Robert

* 27.3.1911 – ✝ 17.8.1972

Geb. in Halle; Vater Klempner; Volksschule; 1925 – 29 Ausbildung zum Maler, danach im Beruf tätig; 1927 KJVD; 1932/33 Mitgl. der BL des KJVD Halle-Merseburg; 1933 nach illeg. Arbeit verhaftet, 1934/35 KZ Esterwegen; danach erneut illeg. Arbeit; 1937 verhaftet, zweieinhalb Jahre Zuchthaus, dann KZ Dachau; 1944 zum Strafbat. Dirlewanger eingezogen, beim ersten Einsatz im Dez. 1944 zur Roten Armee übergelaufen; Kriegsgefangenschaft bis Sept. 1945. 1945 Rückkehr nach Dtl.; tätig in der KPD-BL…

Wer war wer in der DDR

Müller, Arno Hermann

* 25.8.1916 – ✝ 11.4.2006

Geb. in Erfurt; Vater Förster; 1936 Abitur an der Oberrealschule in Gotha; 1936 – 38 Wehrdienst; anschl. Studium der Geologie an der FSU Jena; während des Krieges nach Fronteinsätzen u. schweren Verwundungen Fortsetzung des Studiums in Jena, Göttingen u. Halle; 1945 – 47 französ. Kriegsgef. 1948 Prom. an der Univ. Göttingen mit der Dissertation »Stratonomische Untersuchungen im oberen Muschelkalk des Thüringer Bekkens«; 1948 – 50 Ass. im Geolog. Inst. bei  Serge von Bubnoff an der EMAU…