x

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sauerland, Kurt

* 12.1.1905 – ✝ 22.3.1938

Geboren am 12. Januar 1905 in Köln, Sohn eines Oberpostbeamten. Nach dem Realgymnasium studierte er Ökonomie, Geschichte und Philosophie. 1923 trat er in die KPD ein und war von Mai 1923 bis Anfang 1927 im Nachrichtendienst der KPD tätig. Vom Sommer 1927 bis Sommer 1928 arbeitete Sauerland im Landesvorstand der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) in Köln und im Ortsvorstand der »Liga gegen Imperialismus«. Im Oktober 1928 zum Leiter des Internationalen Sozialpolitischen Archivs beim ZK der IAH berufen, gehörte er von März 1929 bis Januar 1931 dem Sekretariat des ZK der IAH an. Im Mai 1929 wurde er Chefredakteur der Zeitschrift »Roter Aufbau« – ein Blatt des »Münzenberg-Konzerns«. Während eines Aufenthaltes in London verhaftet und ausgewiesen. Ab Oktober 1931 offiziell Mitglied des Reichsvorstandes der IAH, galt Sauerland als einer der stalinistischen »Chefideologen« der KPD, er veröffentlichte 1932 das Pamphlet »Der dialektische Materialismus«. Ende März 1933 emigrierte er nach Paris, war dort Redakteur an der Zeitschrift »Unsere Zeit« und zugleich freier Schriftsteller. Im August 1934 kam er in die Sowjetunion, wurde als Emigrant anerkannt und Referent im Verlag des EKKI. Als deutsches Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR unter dem Parteinamen Karl Stockinger Mitarbeiter in der Abteilung von Bela Kun. Er wohnte mit seiner Frau und seinem Sohn im berühmt-berüchtigten Moskauer Hotel »Lux«. Kurt Sauerland wurde am 15. Mai 1937 verhaftet, am 22. März 1938 vom Militärtribunal des Obersten Gerichts der UdSSR wegen »Teilnahme an konterrevolutionärer terroristischer Tätigkeit« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Seit 1928 war Kurt Sauerland mit Friedel Lange (*17. 10. 1905) verheiratet, Tochter eines Handwerkers. 1924 Mitglied der KPD, bis Anfang 1933 im Neuen Deutschen Verlag bzw. beim Verlag Roter Aufbau. Sie emigrierte mit ihrem Mann nach Frankreich und 1934 in die Sowjetunion, wo sie an der KUNMS studierte. Am 8.Juni 1936 wurde der gemeinsame Sohn Karl geboren. Sie blieb auch nach der Verhaftung Kurt Sauerlands von Mai 1938 bis März 1940 im Gorki-Institut beschäftigt. Friedel Sauerland, die sich ständig nach dem Schicksal ihres Mannes erkundigte, erhielt 1939 die Auskunft, daß er sich in einem fernen Lager mit Schreibverbot befinde. Vom NKWD getäuscht und zur Mitarbeit gezwungen, wurde sie mit der Lüge, dort ihren Mann zu treffen, nach Berlin geschickt. Hier begann sie 1940 als Verlagsbuchhändlerin beim Nibelungen-Verlag und heiratete im Januar 1943 Kurt Becker. 1945 KPD-Mitglied, kam sie im November 1948 in der SBZ in den Vorstand des Verbandes Deutscher Konsumgenossenschaften (VDK), dort Hauptsekretärin, zeitweise Leiterin der Presseabteilung. Sie heiratete 1950 den aus schwedischer Emigration nach Deutschland zurückgekehrten Paul Friedländer. Da sie sich weiterhin um Aufklärung des Schicksals ihres ersten Mannes Kurt Sauerland bemühte, wurde sie Anfang September 1949 Gegenstand einer parteiinternen Untersuchung. Philipp Daub, der Leiter der Kaderabteilung im SED-Parteivorstand, schrieb an Walter Ulbricht: »Die Genossin Becker wurde als Schülerin für die Parteihochschule vorgeschlagen ... Die Genossin ist eine geborene Lange. Sie war mit Kurt Sauerland verheiratet, mit dem sie 1934 nach Moskau ging. Kurt Sauerland wird Dir ja kein Unbekannter sein, man hat ihn im Jahre 1937 beim Wickel genommen. Friedel Becker war nicht verhaftet. Sie arbeitete – nach ihrer Darstellung – von 1938 bis Anfang 1940 im Gorki-Institut und kehrte Anfang März des gleichen Jahres mit einem deutschen Paß der deutschen Botschaft nach Deutschland zurück. In ihren Unterlagen sowie auf erneutes Befragen erklärte sie, im Auftrage einer bestimmten russischen Stelle gefahren zu sein ... Da also eine Überprüfung ihrer Angaben unsererseits nicht möglich ist, sahen wir uns veranlaßt, die Genossin Becker nicht für die Parteihochschule vorzuschlagen ... Wir bitten nun um Deine Entscheidung und um Deinen Vorschlag, was wir tun sollen.« Nachdem sie bis Ende der fünfziger Jahre vom ZK hingehalten worden war, wandte sie sich 1962 selbst an den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Dieser teilte ihr im Mai 1963 mit, Kurt Sauerland sei am 22. März 1938 verstorben. Empört schrieb sie am 5. Januar 1964 an den ZPKK-Vorsitzenden Hermann Matern: »In diesem Brief geht es um meinen Mann Kurt Sauerland, der mir im Mai 1963 vom Deutschen Roten Kreuz als tot gemeldet worden ist ... Am 15. Mai 1937 wurde er unter falschem Namen von uns, meinem Sohn und mir, weggeholt, 10 Monate später, als 32jähriger Mann, tot. 26 Jahre bemühte ich mich, Licht in das Dunkel zu bringen. Nun steht fest, daß Kurt Sauerland die Moskauer Gefängnismauern nie verlassen hat. Jetzt fügt sich ein Mosaikstein an den anderen, und das Bild steht plastisch vor mir. Oft habe ich Euch gebeten, Nachricht über Kurt Sauerland einzuholen. Immer wieder wurde ich vertröstet. Im Jahre 1962, nach 25 Jahren, erhielt ich von Euch die Empfehlung, selbst zu forschen, da alle Eure Bemühungen erfolglos geblieben seien. Ich tat es. Schon im Mai 1963 bekam ich Antwort vom Roten Kreuz. Bitte, sage mir, wie soll ich noch glauben, daß Ihr alles getan habt, um aus Moskau Nachricht zu bekommen? Genosse Matern, ist das aufopferungsvolle Leben Kurt Sauerlands in den Reihen der deutschen kommunistischen Partei und in der Komintern so wenig Wert gewesen? Ist es nicht unaussprechlich hart, unschuldig in der Emigration, der sowjetischen Emigration, sterben zu müssen und auch noch vergessen zu werden?« Kurt Sauerland wurde auf Beschluß der ZPKK vom 24. April 1964 zwar »rehabilitiert«, Friedel Friedländer-Sauerland im Oktober 1964 aber darüber nur mündlich informiert. Friedel Friedländer-Sauerland starb am 28. Oktober 1994 in Berlin. (Karol) Sauerland (* 8. 6. 1936 in Moskau) lebt in Polen. In den fünfziger Jahren studierte er an der Ostberliner Humboldt-Universität Philosophie und gehörte 1956 zu den oppositionellen Studenten. Er beantragte seine Exmatrikulation und übersiedelte 1957 aus weltanschaulich-politischen Gründen nach Polen, wurde Professor für Philosophie in Warschau und Torun.

Wer war wer in der DDR

Schablinski, Barbara

* 11.5.1941

Geb. in Sondershausen; Vater Postangest.; Grund- und Oberschule; 1959 – 60 Arbeiterin im VEB Braunkohlenkombinat Hoyerswerda; 1960 / 61 Praktikantin bei der Ztg. »Das Volk« in Erfurt; 1961 SED; 1961 – 65 Studium an der Sektion Journalistik der KMU Leipzig, Dipl.-Journalistin; 1966 – 71 Red. im ADN-Büro in Bonn (zus. mit Ehemann  Rolf S.); 1971 / 72 Vorbereitung auf Auslandseinsatz in Moskau, 1972 – 75 ADN-Korresp. in Moskau; 1975 Red., 1981 – 83 Abt.-Ltr. für Leserprobleme bei der…

Wer war wer in der DDR

Schacht, Ulrich

* 9.3.1951 – ✝ 16.9.2018

Geb. im Frauenzuchthaus Hoheneck (Stollberg, Sachsen); Vater sowj. Offz., Mutter bis 1954 aus pol. Gründen inhaftiert; aufgew. in Wismar; bis 1965 Grundschule; bis 1968 Bäckerlehre; Hilfspfleger in der Psychiatrie; Studium der Ev. Theol. in Rostock u. Erfurt; Arbeit am Schweriner Staatstheater; Beobachtung u. Verfolgung durch das MfS seit 1970, OV »Vereinigung«; demonstrierte 1970 in Prag am Grab von Jan Palach, deshalb kurzz. Inhaftierung in der DDR; 1973 Verhaftung wegen seines Einsatzes für…

Wer war wer in der DDR

Schaefer, Wolfgang

* 6.6.1934 – ✝ 19.6.2003

Geb. in Halberstadt; OS in Bitterfeld; Studium der Physik an der MLU Halle; anschl. in der Filmfabrik Wolfen zunächst im Labor für Analysenmeßtechnik tätig, dann Ltr. bei Rekonstruktions- u. Investitionsmaßnahmen, 1972 abgesetzt u. von weiteren Leitungsfunktionen ausgeschlossen; SED; Dez. 1989 SDP; ab Mai Abg. des Kreistags u. Dezernent für Wirtsch. des Krs. Bitterfeld. Okt. 1990 – 2002 MdL Sachsen-Anh., Vors. des Aussch. für Finanzen; 1992 Mitgl. des SPD-LV Sachsen-Anh.; seit Juni 1995 Stadtrat…

Wer war wer in der DDR

Schäfer, Albert

* 7.2.1914

Geb. in Marburg (Lahn); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Dreher; 1928 DMV; 1929 KJVD; nach 1933 illeg. Arbeit, zeitw. inhaftiert; 1943 Wehrmacht; 1945 frz. Kriegsgefangenschaft. 1945 KPD; 1946 SED: Org.-Ltr. der SED im Krs. Ostprignitz; später Instrukteur des SED-LV Brandenb., Studium an der LPS Schmerwitz; 1948 Ref. der Abt. Org. des ZS des SED-PV; Fernstudium an der PHS; 1951 – 53 Ltr. der Abt. Landw. des ZK der SED.Andreas Herbst

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schäfer (Schaefer), Maria

* 17.5.1903 – ✝ 16.2.1995

(* 1903 – † 1995) Geboren am 17. Mai 1903 in Osnabrück; Textilarbeiterin. Sie fand über die Naturfreundebewegung und die Monistische Jugend 1923 Anschluß an die KPD. Bis November 1927 Frauenleiterin im UB Berlin-Schöneberg, dann Kursantin der Internationalen Leninschule bzw. der KUNMS in Moskau. Anfang 1932 zurückgekehrt, wurde sie Mitglied der Agitpropabteilung der BL Berlin-Brandenburg und übernahm 1933 die illegale Frauenarbeit dieser BL. Beschäftigt bei der AEG, gehörte sie mit Alice (Marga Eliassohn), Erich Hanke und Siegmund Spieler zur illegalen Leitung des UB Pankow. Sie war in Berlin bis zur Verhaftung Hankes am 10.August 1935 mit diesem liiert. Maria Schäfer nahm 1935 als Delegierte am VII. Weltkongreß der Komintern in Moskau und auch an der »Brüsseler Konferenz« teil. 1936 illegal in Berlin für die KPD aktiv, emigrierte sie 1936 in die ?CSR. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in das Sudetenland ging sie in die Schweiz, stand dort bis Mai 1939 im Kontakt zur KPD-Leitung unter Hans Teubner. Später heiratete sie den Schweizer Staatsbürger Rasch, zog sich von der Politik zurück und schuf sich mit ihm eine neue Existenz. Maria Schäfer-Rasch starb am 16.Februar 1995 in Winterthur (Schweiz).

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaible, Richard Otto

* 7.11.1900 – ✝ 14.12.1953

(* 1900 – † 1953) Geboren am 7. November 1900 in Leipzig, Sohn eines Buchbinders und sozialdemokratischen Funktionärs. Ab 1915 Kaufmannslehre in Hamburg und Eintritt in die Sozialdemokratische Jugend, Kontakt zur Spartakusgruppe und zu den Bremer Linksradikalen. Im September 1917 verhaftet, im Januar 1918 vom Kriegsgericht wegen Verbreitung illegaler Schriften zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach drei Monaten vom Hamburger Senat begnadigt, mußte er zum Heeresdienst, war Pionier-Minenwerfer in Arys (Ostpreußen). Seit der Revolution in Hamburg bei den Linksradikalen (Internationale Kommunisten) und der kommunistischen »Freien Jugend«. 1919 Mitglied der KPD, Mitarbeit an der »Kommunistischen Arbeiterzeitung«. Im März 1921 Volontär der Berliner »Roten Fahne«, Anfang 1922 in der »Hamburger Volkszeitung« zunächst Gewerkschaftsredakteur, dann politischer Redakteur. Schaible war Teilnehmer am Oktoberaufstand 1923 in Hamburg, deswegen 1924 kurze Untersuchungshaft. Danach Versetzung nach Stuttgart, von Mai bis August 1924 Chefredakteur der »Süddeutschen Arbeiterzeitung«. Schaible wurde 1925 im Prozeß gegen Hugo Urbahns zu zweieinhalb Jahren Festung verurteilt, aber nach sechs Monaten aufgrund der »Hindenburg-Amnestie« entlassen. 1926 Chefredakteur der »Freiheit« in Düsseldorf sowie kurze Zeit Agitpropsekretär der BL Niederrhein, dann politischer Redakteur der »Freiheit«. Ab 1928 im Zentralvorstand der Roten Hilfe in Berlin; Redakteur deren Zeitschrift »Tribunal«. Von 1929 bis März 1931 in der politischen Redaktion der »Roten Fahne«, dann Chefredakteur der »Arbeiterzeitung« Bremen. Am 30. Juli 1933 verhaftet; im März 1934 freigelassen, nochmals – wie seine Frau Elsa – Mitte 1937 etliche Monate inhaftiert. Bei Kriegsausbruch 1939 zum Militär eingezogen, von 1941 bis 1943 Soldat in Afrika. Im Juli 1945 Rückkehr nach Hamburg, wieder Mitglied der KPD, Redakteur und kurz Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«, aber im Mai 1946 für ein Jahr aller Parteifunktionen enthoben. Im Sommer 1949 übernahm er das Redaktionssekretariat der »Hamburger Volkszeitung«, bis dann im November 1949 die Mitteilung des PV der KPD eintraf, daß Schaible bereits 1947 aus der KPD ausgeschlossen worden sei. Ab Mai 1950 Hamburger Korrespondent des Ostberliner Deutschlandsenders, ab 1952 Geschäftsführer des »Komitees zur Verteidigung deutscher Patrioten« in Hamburg. Nach einem Herzinfarkt starb Richard Schaible am 14. Dezember 1953 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Schaller, Johanna

* 13.9.1952

Geb. in Artern (Thür.); leichtathlet. Mehrkämpferin; 1970 Spartakiadesiegerin 100 m Hürden, Weitsprung u. Fünfkampf (Trainer: Siegfried Meißner); ab 1972 Mitgl. beim SC Turbine Erfurt; 1973 – 90 SED; nach einer Handverletzung 1975 auf 100 m Hürden spezialisiert (Trainer: Eberhard König); 1976 Olymp. Spiele: Siegerin; 1976 Heirat mit Hürdenläufer Martin Klier; 1978 EM (seitdem als Johanna Klier); 1980 Olymp. Spiele: 2. Platz; VVO; 1981 endete ihre sportl. Laufbahn; Sportstudium an der DHfK,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaper, Friedrich

* 14.10.1890 – ✝ 27.5.1966

Geboren am 14. Oktober 1890 in Holzminden; in verschiedenen Berufen tätig, kam nach Bayern, wo er als Glasarbeiter in Tettau Beschäftigung fand. Nach dem Weltkrieg Mitglied der USPD, 1920 Übertritt zur KPD. 1928 zog Schaper als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag ein und wurde auch 1932 wieder in das Bayerische Parlament gewählt. Ab 1928 Parteisekretär der KPD im UB Hof, war 1931 Lehrgangsteilnehmer an der KPD-Parteischule in Berlin-Fichtenau. 1933 verhaftet und ins KZ Dachau eingeliefert, zwar Weihnachten 1934 entlassen, doch einen Tag später erneut festgenommen, mißhandelt und für längere Zeit festgehalten. 1945 schloß sich Schaper wieder der KPD an und war für sie in Bayern aktiv. Seit 1955 lebte er als Rentner in Tettau/Krs. Kronach. Friedrich Schaper starb am 27. Mai 1966 in Coburg.

Wer war wer in der DDR

Scharf, Kurt

* 21.10.1902 – ✝ 28.3.1990

Geb. in Landsberg (Warthe, Ostbrandenb. / Gorzów Wielkopolski, Polen); Vater Buchhändler; 1921 – 25 Studium der Theol. an den Univ. Tübingen, Jena u. Halle; 1928 Ordination; anschl. Pfarrer in Friesack; 1933 – 46 Pfarrer in Sachsenhausen (b. Oranienburg); ab 1933 Vizepräses des Pfarrernotbunds; Engagement u. versch. Funktionen in der Bekennenden Kirche (BK), ab Aug. 1934 mehrmals inhaftiert; 1938 Vors. der Konferenz der Landesbruderräte der BK in Dtl.; Publ.- u. Auftritts- sowie…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scharrer, Adam

* 13.7.1889 – ✝ 2.3.1948

Geboren am 13. Juli 1889 in Klein-Schwarzenlohe/Niederbayern, Sohn eines Gemeindehirten; war erst Hirtenjunge, dann Schlosserlehrling. Er ging auf Wanderschaft durch Mitteleuropa, war später Werftarbeiter in Kiel und Hamburg. Im Weltkrieg Infanterist an der Westfront, ab 1917 Rüstungsarbeiter in Berlin, Teilnehmer am Munitionsarbeiterstreik 1918, Mitglied des Spartakusbundes und 1919 aktiv in der Berliner KPD. Mit der Mehrheit der Berliner Kommunisten trat Scharrer 1920 in die KAPD ein und blieb bis 1933 führend in dieser Partei, war u. a. Redakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung« und des theoretischen KAP-Organs »Proletarier«. Scharrer war 1921/22 ein Führer der »Berliner Richtung« gegen Karl Schröders »Essener Richtung«. Ab 1925 veröffentlichte er Erzählungen, 1930 erschien Scharrers Roman mit autobiographischen Zügen »Vaterlandslose Gesellen«, der von der Kritik als erstes antimilitaristisches Buch eines revolutionären Arbeiters über den Weltkrieg gelobt wurde. Er flüchtete 1933 in die Tschechoslowakei, in Prag kam 1934 sein Buch »Maulwürfe« heraus. Scharrer ging 1935 in die Sowjetunion, trennte sich dort von (oder verbarg) seinem Linksradikalismus und arbeitete (obwohl er nicht der KPD angehörte) an Kominternorganen und im Rundfunk mit. Von 1941 bis 1943 in Taschkent evakuiert, lebte er dann bei Moskau und schrieb für Exilblätter, bereits 1942 war sein Roman »Der Hirt von Rauhweiler« publiziert worden. 1945 kam er nach Schwerin, beteiligte sich in Mecklenburg am Aufbau des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung. Adam Scharrer starb am 2.März 1948 in Schwerin.

Wer war wer in der DDR

Schedlinski, Rainer

* 11.11.1956

Geb. in Magdeburg, aufgew. in Schleibnitz (b. Magdeburg); Vater LPG-Vors., Mutter Finanzbuchhalterin; 1974 – 76 Ausbildung zum Wirtschaftskfm.; 1976/77 FS-Studium der Pflanzenzüchtung, abgebrochen; danach in Magdeburg Heizer u. Hausmstr.; 1979 – 89 vom MfS als IM »Gerhard« erf.; 1979 Mitarb. im Vorbereitungskomitee des Nat. Jugendfestivals der FDJ; Arbeit in der Bez.-Filmdir. Magdeburg; 1981/82 Wehrdienst, aus gesundheitl. Gründen ausgemustert; lebt seit 1983 in Berlin; publizist. Tätigkeit u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sawadzki, Johann (Hans)

* 10.6.1895 – ✝ 5.2.1958

(* 1895 – † 1958) Geboren am 10. Juni 1895 in Potsdam, Sohn einer Arbeiterfamilie; Universalfräser. 1909 Mitbegründer und Vorstandsmitglied der katholischen »Deutschen Jugendkraft«, wechselte Ende 1913 zur Arbeiterjugend. Von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, beteiligte er sich aktiv an der Novemberrevolution und den Spartakuskämpfen in Berlin-Lichtenberg. Im Januar 1919 trat er in die USPD ein, wurde Ende 1920 Mitglied der VKPD. Seit Gründung des RFB gehörte Sawadzki dessen Bundesführung an und arbeitete im AM-Apparat der KPD, wurde dann bis 1932 zeitweise als Instrukteur des ZK im Reich eingesetzt. Ab 1925 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Nach der Verhaftung von Hans Pfeiffer wurde Sawadzki im Oktober 1932 Polleiter der BL Mecklenburg. Nach dem Reichstagsbrand einige Monate in »Schutzhaft«, im Oktober 1933 und im Juni 1935 erneut festgenommen. Seit der Freilassung arbeitete er bei der AEG und gehörte zur illegalen Saefkow-Widerstandsgruppe in Berlin. Im Juni 1945 Ortsgruppenleiter der KPD in Berlin-Treptow, ab September 1946 Leiter der Orgabteilung des SED-LV Groß-Berlin. Hans Sawadzki starb am 5. Februar 1958.

Wer war wer in der DDR

Schablinski, Rolf

* 5.10.1932

Geb. in Erfurt; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1946 FDJ; 1951 Volontär bei der Ztg. »Das Volk« in Erfurt; 1951 – 57 Studium der Journalistik zunächst an der Univ. Leipzig, dann an der Shdanow-Univ. Leningrad, Dipl.-Journalist; 1954 SED; 1957 – 59 Red., 1959 – 65 Abt.-Ltr., Mitgl. des Red.-Kolleg. u. Chefred. des SED-Bezirksorgans »Das Volk« in Erfurt (Nachf. von  Erich Richter); 1965 / 65 Chef vom Dienst beim ADN; 1966 – 71 ADN-Korresp. in Bonn (zus. mit Ehefrau  Barbara S.); 1971…

Wer war wer in der DDR

Schade, Günter

* 3.1.1933

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Tischler; 1939 – 49 Schulbesuch u. Tischlerlehre. 1950 – 53 ABF in Potsdam; 1953 – 57 Studium der Kunstgeschichte u. der frühchristl.-byzantin. Kunst an der HU Berlin; 1957 wiss. Assistent an der Staatl. Galerie Moritzburg in Halle; 1959 Ltr. des Sektors Kunst im Museum für Dt. Geschichte in Berlin; 1962 Dir. des Kunstgewerbemuseums der Staatl. Museen zu Berlin, Schloß Köpenick; 1963 Dr. phil.; 1974 Lehrauftrag an der Kunst-HS Berlin-Weißensee; 1980 Berufung zum…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaefer, Jakob

* 20.5.1890 – ✝ 12.4.1971

Geboren am 20. Mai 1890 in Cappel bei Marburg; Schneidermeister, gehörte seit 1919 der KPD an und war Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe und Stadtverordneter in Bad Nauheim. Im Juni 1921 heiratete er Cäcilie Tannenberg ( Cäcilie Schaefer). Von 1927 bis 1931 war Jakob Schaefer Abgeordneter des Hessischen Landtags. Mit seinem Fraktionskollegen Hermann Sumpf begab er sich nach dem RFB-Verbot im Juni 1929 demonstrativ in der Uniform des Rot-Frontkämpferbundes in den Landtag, wurde daraufhin für vier Sitzungstage von den Plenartagungen ausgeschlossen, trat aber sonst wenig hervor. Im Juni 1933 wurde Jakob Schaefer verhaftet, »Schutzhaft« im KZ Osthofen, ab 1934 wieder Hausschneider. Nach dem 20. Juli 1944 erneut festgenommen, kam er in das KZ Sachsenhausen und wurde im Frühjahr 1945 auf dem Todesmarsch nach Mecklenburg befreit. 1945 Mitglied der KPD, wurde Stadtverordneter, gehörte mit seiner Frau der Marburger VVN an, beide engagierten sich nach dem KPD-Verbot 1956 in der Deutschen Friedensunion. 1968 trat er in die DKP ein. Jakob Schaefer starb während eines Kuraufenthaltes am 12. April 1971 in Karlsbad in der Tschechoslowakei.

Wer war wer in der DDR

Schäfer, Egmont

* 7.5.1908 – ✝ 14.1.2004

Geb. in Niederschöneweide (Krs. Teltow; ab 1920 Berlin); Vater Ing.; 1927 Abitur; 1927 – 28 Studium an der Kunstgewerbe- u. Handwerkerschule in Berlin, Tageskl. Grafik; 1928 – 31 Studium an den Vereinigten Staatsschulen für freie u. angewandte Kunst Berlin-Charlottenburg, Grafikkl. bei Emil Orlik; 1932 – 38 arbeitslos u. freiberufl. Grafiker; 1938 Berufsverbot als Maler, Grafiker u. Gebrauchsgrafiker durch die Reichskulturkammer; 1938 – 44 Offset-Hilfsarb. in einer Berliner Großdruckerei;…

Wer war wer in der DDR

Schäfermeier, Reinhold

* 18.6.1913 – ✝ 7.2.1967

Geb. in Berlin; Vater Ziseleur; Volksschule u. Gymnasium; 1937 – 41 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Berlin, Prom. zum Dr. jur.; Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945 SPD; Mitarb. im Magistrat von Groß-Berlin; 1946 SED; 1946 – 49 stellv. Ltr. der Abt. Justiz des ZS des SED-PV; (parität. mit  Karl Polak); ab Okt. 1949 zeitw. Mitarb. im Min. für Justiz; 21.10.1949 Ausschl. aus der SED durch die ZPKK wegen »Fragebogenfälschung«; später Flucht in die Bundesrep. Dtl.; Assessorexamen in…

Wer war wer in der DDR

Schalck-Golodkowski, Alexander

* 3.7.1932 – ✝ 21.6.2015

Geb. in Berlin-Treptow; Vater Kraftfahrer, Mutter Buchhalterin; 1938 – 42 Grundschule in Berlin-Treptow, 1942 – 47 OS mit Internat in Waldsieversdorf; 1947/48 Volontär in Berlin; April – Aug. 1948 Ausbildung zum Mechaniker, abgebrochen wegen Konkurs der Firma; 1948 – 50 Ausbildung zum Feinmechaniker in den Elektro-Apparatewerken »J. W. Stalin« in Berlin-Treptow, vorfr. beendet; dort bis 1951 Arbeitsvorber.; in jener Zeit aktiver Boxer; 1951 FDJ; 1951/52 Materialplaner im RFT-Anlagenbau;…

Wer war wer in der DDR

Schaller, Wolfgang

* 20.4.1940

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); nach dem Studium Lehrer in Görlitz; spielte daneben in versch. Amateurkabaretts; von  Manfred Schubert entdeckt u. zur »Herkuleskeule« nach Dresden geholt; seit 1970 deren Autor u. Dramaturg; schrieb Texte mit  Hans Glauche u.  Peter Ensikat; Sch. u. Ensikat gehörten mit ihren oft nachinszenierten Programmen zu den meistgespielten Autorenduos der DDR; schrieb außerdem Chansons; 1970 – 81 Regie am Betriebskabarett »Die Lachkarte« des VEB Robotron in Dresden, dem…

Wer war wer in der DDR

Schäperclaus, Wilhelm

* 10.7.1899 – ✝ 3.1.1995

Geb. in Hagen (Westf.); Vater Studienrat; Oberrealschule; 1917 – 18 Teiln. am 1. Weltkrieg; 1918/19 Kriegsgefangenschaft; 1919 – 23 Studium der Zool., Hydrobiol., Fischereibiol., Mathematik u. allg. Naturwiss. in Münster u. München; 1923 Prom. mit einer Arbeit über den Stoffwechsel niederer Wassertiere an der Univ. Münster; 1925 Volontärassistent an der Landw. Versuchsstation Münster; 1925 – 46 tätig an der Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin; 1927 Habil. über die Rotseuche des Aals an…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scharf, Erich

* 14.9.1908 – ✝ 7.7.1943

Geboren am 14. September 1908 in Ummerstadt bei Coburg. Bekannt über ihn ist lediglich, daß er Anfang der dreißiger Jahre als Arbeiter in Tambach-Dietharz lebte und für die KPD, deren Mitglied er war, vom 31. Juli 1932 bis März 1933 als Abgeordneter dem Landtag von Thüringen angehörte. Ob er nach 1933 verfolgt wurde, ist nicht belegt. Überliefert ist, daß er im November 1942 zur Wehrmacht eingezogen wurde und zur Ausbildung zum Grenadier-Ersatzbataillon 322 nach Schneidemühl kam. Erich Scharf ist als Soldat am 7. Juli 1943 bei den Kämpfen im Kaukasus gefallen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schätzle, Julius

* 19.11.1905 – ✝ 31.8.1988

Geboren am 19. November 1905 in Furtwangen/Baden, Sohn eines Uhrmachermeisters; Schreiner. 1920 Mitglied der KJD, ab 1924 der KPD und des RFB, leitete im Bezirk Württemberg die RJ. Nach dem RFB-Verbot 1929 im AM-Apparat der BL Württemberg tätig. Von Mai bis Oktober 1931 Kursant der M-Schule der Komintern in Moskau, Schuldeckname Heinz. Nach Rückkehr im AM-Apparat der BL Württemberg, Deckname Pastor (Zersetzung Polizei und Reichswehr), 1932 festgenommen und vom Reichsgericht zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Freilassung 1934 Arbeit als Schreiner, Verbindung zu Stefan Lovacz, dem Polleiter der illegalen KPD Württemberg. 1935 vom OLG Stuttgart zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, anschließend in verschiedenen KZs. Im April 1945 überlebte er als Häftling den Todesmarsch zur »Cap Arkona« und die Bombardierungen durch alliierte Flugzeuge. Im September 1945 Rückkehr nach Stuttgart, Angestellter im Amt für Wiedergutmachung, dann bis 1951 hauptamtlicher Funktionär der KPD-Landesleitung Württemberg. Im November 1946 in den Landtag von Württemberg-Baden gewählt, ab Ende 1951 im KPD-PV. Dann von 1952 bis 1955 Sekretär des Gesamtdeutschen Arbeitskreises Land- und Forstwirtschaft. Bis zum KPD-Verbot 1956 Mitarbeiter des PV, 1969 Mitglied der DKP. Er veröffentlichte 1974 den Erinnerungsbericht »Stationen der Hölle«. Julius Schätzle starb am 31. August 1988 in Stuttgart.

Wer war wer in der DDR

Scheel, Heinrich

* 11.12.1915 – ✝ 7.1.1996

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Besuch der reformpädagog. Schulfarm Insel Scharfenberg in Berlin; 1932 KJVD; 1935 Studium der Germanistik, Geschichte u. Anglistik an der Univ. Berlin; aktiv im Widerstand, seit 1939 Mitgl. der Widerstandsgr. Harro Schulze-Boysen / Arvid Harnack; 1942 Verhaftung u. Verurteilung zu fünf Jahren Zuchthaus, 1942 – 44 Zuchthaus, KZ Aschendorfer Moor, Festung Torgau, Bewährungsbat.; 1944 Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr 1946 SED u. bis 1949 Ltr. der Schulfarm…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scariot, Camillo

* 13.9.1902 – ✝ 14.5.1982

Geboren am 13. September 1902 in Essen, Sohn des aus Italien stammenden Bergarbeiters Peter Scariot; zunächst Gärtnergehilfe, dann Gießereiarbeiter in Essen. Wegen politischer Aktivitäten gemaßregelt, war er später wie seine Brüder Kaminbauer. 1921 Mitglied der KJD, 1928 der KPD. Ab Mitte der zwanziger Jahre einer der führenden Funktionäre des KJVD im Ruhrgebiet, Mitglied der sogenannten Plenar-Zentrale des KJVD. Ab 1929 hauptamtlicher Funktionär in der BL Ruhrgebiet, u. a. UB-Sekretär in Bielefeld, beauftragt, trotzkistische Gruppen in Gütersloh und Paderborn zu »liquidieren«. Scariot nahm im Oktober 1930 unten den Decknamen Harry und Iwanow am zweiten Kurs der M-Schule der Komintern in Moskau teil. Nach seiner Rückkehr wurde er Leiter des UB Essen und gehörte zur Leitung des BB-Apparates der BL Ruhrgebiet. Er hatte 1932 mit dem Nachfolger von Wilhelm Florin, Max Opitz, politische und persönliche Auseinandersetzungen, legte seine Funktion nieder und wurde wieder Kaminbauer. Von März bis November 1933 in »Schutzhaft« in Kleve, betätigte er sich nach seiner Freilassung illegal für die KPD. 1936 erneut verhaftet und im Februar 1937 durch das OLG Hamm zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, im September 1940 entlassen, wurde er am 15. Mai 1943 abermals festgenommen und saß bis zur Befreiung im KZ Buchenwald. Nach Essen zurückgekehrt, wurde er Mitarbeiter der Essener Stadtpolizei und Vorsitzender der Entnazifizierungskommission. 1946 übersiedelte Scariot in die SBZ, zunächst Kaminbauer, dann Offizier der Volkspolizei in Thüringen. Wegen einer schweren Tbc ab 1950 nur noch hauptamtlicher DSF-Funktionär, ab 1958 Rentner. Camillo Scariot starb am 14. Mai 1982 in Wilhelmshorst, Krs. Potsdam. Sein Bruder Gurino Scariot (*12.12. 1905), wie er Mitglied und Funktionär des KJVD, kämpfte ab 1936 auf seiten der Spanischen Republik und fiel als Offizier der XI.Internationalen Brigade am 9.Juli 1937 in der Nähe der Stadt Brunete.

Wer war wer in der DDR

Schabowski, Günter

* 4.1.1929 – ✝ 1.11.2015

Geb. in Anklam; Vater Klempner; 1935 – 39 Volksschule in Berlin; 1939 – Juli 1946 Andreas-Realgymnasium, Abitur; 1939 – 45 Dt. Jugend, Jungschaftsführer; Okt. 1946 – Okt. 1947 Volontär bei »Die freie Gewerkschaft«; 1946 FDGB; Okt. 1947 – Febr. 1950 Hilfsred. der »Tribüne«; anschl. bis 1952 Berliner »Tribüne«; 1950 FDJ; 1950 SED-Kand., ab 1952 Mitgl.; Jan. 1952 Abt.-Ltr. für Gesamtdt. Gewerkschaftspol. u. Mitgl. des Red.-Kolleg. der »Tribüne«; März 1953 – 67 zunächst kommissar., dann stellv.…

Wer war wer in der DDR

Schade, Werner

* 26.3.1934

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Beamter, Mutter Krankenschwester; aufgew. in Breslau, Schweidnitz, Liegnitz u. Luckenwalde; 1952 Abitur in Luckenwalde; 1952 – 56 Studium der Kunstgeschichte, Klassische Archäol., frühchristl.-byzantin. Kunst u. Philosophie zunächst an der Univ. Jena, dann an der HU Berlin; 1956 Prom. in Leipzig; danach wiss. Mitarb. an den Staatl. Kunstsammlungen Weimar, im Kupferstich-Kabinett der Staatl. Kunstsammlung Dresden, am Inst. für Denkmalpflege Berlin, im…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaefer, Cäcilie (Cilly)

* 25.1.1898 – ✝ 18.1.1981

(* 1898 – † 1981) Geboren am 25. Januar 1898 in Friedberg/Hessen als Cäcilie Tannenberg, Tochter eines Schuhmachers; Schneiderin, legte die Meisterprüfung ab. Im Oktober 1918 trat sie in Friedberg der FSJ bei, schloß sich 1920 der USPD und am Ende des Jahres der VKPD an. 1921 heiratete sie den Schneidermeister und Bad Nauheimer KPD-Funktionär Jakob Schaefer und zog mit ihm nach Bad Nauheim, wo sie neben ihrer Arbeit als Schneiderin ehrenamtliche Parteifunktionen ausübte, 1931 Frauenleiterin der BL Hessen-Frankfurt. Cäcilie Schaefer wurde im Juni 1932 in den Hessischen Landtag gewählt. Am 10. März 1933 wurde sie in Bad Nauheim verhaftet und am 5. April vom Sondergericht Darmstadt zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Danach Übersiedlung zum Schwager nach Marburg, dort mit ihrem Mann wieder Hausschneiderin. Beide wurden im August 1944 erneut festgenommen. Cäcilie Schaefer kam in das KZ Ravensbrück, konnte beim Todesmarsch im April 1945 fliehen und gelangte im Mai 1945 nach Hessen. Sie gehörte zu den Gründerinnen der VVN in Marburg, übte ehrenamtliche Funktionen für die KPD aus und wurde 1951 gemeinsam mit ihrem Mann ins Marburger Stadtparlament gewählt. Nach dem KPD-Verbot wirkte sie in der Deutschen Friedensunion und der Ostermarschbewegung, trat 1968 der DKP bei. Cäcilie Schaefer starb am 18. Januar 1981.

Wer war wer in der DDR

Schäfer, Gerd E.

* 14.7.1923 – ✝ 20.9.2001

Geb. in Berlin; Schauspielausbildung in der Akad. »Der Krs.« in Berlin; Engagements in Bautzen, Köln u. Berlin (Dt. Theater); 1956 – 68 einer der beliebtesten Kabarettisten der Berliner »Distel«; danach Mitgl. des Schauspielensembles des Dt. Fernsehfunks; besonders bekannt mit der Serie »Maxe Baumann«; Mitw. in vielen Unterhaltungssendungen; Moderator des »Wunschbriefkastens« (1975 – 89), Filmrollen, Schallplatten; 1961 NP (im Koll.). Nach 1990 in kleinen Fernsehrollen, u. a. 1993 im »Tatort«…

Wer war wer in der DDR

Schaffran, Gerhard

* 4.7.1912 – ✝ 4.3.1996

Geb. in Leschnitz (Krs. Großstrelitz, Oberschles./Leśnica, Polen); Vater Lehrer; Gymnasium in Görlitz; 1932 – 37 Studium der Theol. in Breslau; 1937 Priesterweihe in Breslau; 1938 – 40 Kaplan in Breslau; 1940 – 45 Wehrmachtspfarrer; 1945 – 50 freiw. Gefangenschaft in der UdSSR nach der Übergabe Breslaus an die Sowjetarmee. 1950 Rückkehr in die SBZ; 1950 – 52 Kaplan in Cottbus; 1952 – 56 Rektor des Katechetenseminars in Görlitz; 1956 – 59 Konsistorialrat im Erzbischöfl. Amt Görlitz; 1959 – 62…

Wer war wer in der DDR

Schälike, Fritz

* 19.10.1899 – ✝ 30.1.1963

Geb. in Berlin; Vater Rohrleger, Mutter Arbeiterin; 1905 – 13 Volksschule, Fortbildungsschule; Ausbildung zum Kfm.; 1918 Militärdienst, Luftschiffer; 1919 Buchhalter bei einer Kredit-Anstalt; 1919 Freie Soz. Jugend; 1920 KPD; 1921 – 30 Ltr. des KJI-Verlags in Berlin; 1927 wegen »liter. Hochverrats« vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, sechs Mon. Haft in Gollnow; 1931 Übersiedl. nach Moskau; Mitgl. der KPdSU; 1931 – 39 Mitarb. der Abt. Redisdat des EKKI,… Geboren am 19. Oktober 1899 in Berlin, Sohn eines Rohrlegers; Buchhalter. 1918 Soldat, 1919 Mitglied der FSJ/KJD und der KPD. Er leitete von 1921 bis 1930 den Verlag der KJI in Berlin. 1927 wegen »literarischen Hochverrates« vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. 1931 Übersiedlung in die Sowjetunion, Mitglied der KPdSU, bis Ende 1935 Redakteur im Apparat der Komintern, anschließend Abteilungsleiter in der Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter. Von April 1942 bis August 1943 war er Leiter des deutschsprachigen Jugendsenders Sturmadler und Mitarbeiter beim Deutschen Volkssender, bis Mai 1945 Redakteur am Institut 205. Er traf 1945 als Mitglied der KPD-Gruppe unter Anton Ackermann in Sachsen ein, wurde zunächst Herausgeber und Chefredakteur der »Sächsischen Volkszeitung«, dann in Berlin Leiter des KPD-Verlages Neuer Weg. Nach Gründung der SED bis 1962 Leiter des Dietz Verlages (bis 1948 noch paritätisch mit Kurt Schöpflin), seit 1954 Mitglied der ZRK der SED. Fritz Schälike starb am 30. Januar 1963 in Ost-Berlin. Seine Frau Luise Schälike, geborene Doerwald (*16. 2. 1903 – † 2. 9. 1977), war Kontoristin, seit 1920 in der KJD und der KPD. Ab 1921 im Parteiapparat beschäftigt, von 1923 bis 1928 beim Verlag der KJI, von 1928 bis 1931 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Seit 1931 mit der Familie in der Sowjetunion, Buchhalterin und Stenografin. Im Juni 1946 Rückkehr nach Deutschland, ab Januar 1949 Angestellte im Dietz Verlag. Die älteste Tochter Waltraut Schälike (* 1927) blieb in der Sowjetunion, wurde Historikerin in Kirgisien. 2006 erschienen ihre Erinnerungen (»Ich wollte keine Deutsche sein«), worin sie auch über die Verhältnisse im Moskauer Hotel »Lux« berichtet.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Schaller, Wolfgang

* 26.12.1951

Geb. in Schwerin; Sohn des Shakespeare-Übersetzers Rudolf Schaller; nach dem Abitur Stud. der Opernregie an der HS für Musik »Hanns Eisler« Berlin; nach 1977 Regisseur am Volkstheater Rostock u. Oberspielltr. des Musiktheaters am Theater Senftenberg; 1982 Dir. für Planung u. Org. der Staatstheater Dresden. 1994 Intendant des Musiktheaters Görlitz; 1995 Geschäftsf. der Stadttheater Görlitz GmbH; 1996 Gründungsgeschäftsf. der Neuen Lausitzer Philharmonie; 1999 – 2003 Intendant des Stadttheaters…

Wer war wer in der DDR

Scharf, Joachim-Hermann

* 7.11.1921 – ✝ 22.6.2014

Geb. in Nebra (Unstrut); Vater Buch- u. Kunsthändler; 1940 Abitur am Humanist. Gymnasium der Klosterschule Roßleben; anschl. Kriegsdienst bei der Infanterie, zul. Ltn. u. Kompanieführer; nach Verwundung noch während des Kriegs Aufn. des Med.-Studiums in Wien, anschl. in Mainz. 1950 St.-Ex. u. med. Prom. in Mainz; 1953 naturwiss. Prom.; 1956 Habil. für Anatomie; 1957 Extraordinarius u. Prosektor am Anatom. Inst. der FSU Jena; 1959 – 87 ord. Prof. u. Dir. des Anatom. Inst. der MLU Halle; 1961…

Wer war wer in der DDR

Scharfenstein, Fritz

* 14.6.1925

Geb. in Aue; Vater Werkzeugmacher; Volksschule u. Handelsschule; kaufm. Lehre; 1943 –45 RAD u. Wehrmacht. 1945 – 48 Bauhilfsarbeiter u. kaufm. Angest. in Zwickau bzw. Wilkau-Hasslau; 1945 / 46 KPD / SED; 1948 – 52 Sekr. des FDGB-KV Zwickau; 1950 Studium an den SED- bzw. FDGB-Landesschulen Sachsen; 1950 – 52 Mitgl. des FDGB-LV Sachsen; 1952 – 60 Fernstudium der Binnenhandelsökon. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtschaftler; 1958 – 62 stellv. Vors. des Bezirkswirtschaftsrats Dresden; 1962 – 63…

Wer war wer in der DDR

Schauerhammer, Albrecht

* 3.4.1943

Geb. in Altenburg; Vater selbst. Handwerker; 1949 – 57 Grundschule; 1957 – 61 EOS, Abitur; Lehre als Bergarb.; 1956 FDJ; 1961 / 62 Kipper im Tagebau; 1962 / 68 Studium der Energetik-Kraftwerksanlagen an der TU Dresden, Dipl.-Ing.-Ökonom; 1968 – 70 EDV-Organisator im VEB Kraftwerke Lübbenau-Vetschau; 1970 SED; 1971 / 72 Sekr. der FDJ-GO im VEB Kraftwerke Lübbenau-Vetschau; 1968 – 80 Mitgl. der FDJ-BL Cottbus; 1972 / 73 Lehrgang an der SED-BPS; 1973 Sekr. für Arbeiterjugend, 1974 – 80 1. Sekr. der…

Wer war wer in der DDR

Scheer, Diethelm

* 6.3.1909 – ✝ 18.2.1996

Geb. in Berlin; Vater Buchhändler u. Versicherungsangest.; 1928 – 33 Studium der Zool. u. Fischereiwiss. an der Landw. HS Berlin; 1928 KJVD; 1930 KPD; 1931/32 Vorträge an der MASCH; 1933 – 35 Volontärassistent an der Preuß. Landesanstalt für Fischerei in Berlin-Friedrichshagen, 1934 Prom.; 1935 Verhaftung wegen illeg. Arbeit gegen das NS-Regime, 1937 Verurteilung vom VGH zu fünf Jahren Zuchthaus, anschl. versch. Haftanstalten, 1940/41 KZ Sachsenhausen, 1941/42 KZ Auschwitz; Ltr. der dortigen…

dissidenten.eu

Schabanow, Eldar

* 1940 – ✝ 2020

Eldar Schabanow wurde 1940 in dem Dorf Mischor (Mishor) unweit von Jalta auf der Krim geboren. Sein Vater starb während des Zweiten Weltkriegs. 1944 wurde die Familie nach Bekabad (Bekobod) in Usbekistan deportiert. 1959–63 diente Schabanow in der Baltischen Flotte. Nach seiner Entlassung aus dem Militär arbeitete er als Busfahrer. Schabanows Engagement für die krimtatarische Nationalbewegung begann Mitte der 60er Jahre. Anfang 1966 nahm er zum ersten Mal an einer Beratung von Vertretern…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schabrod, Karl

* 9.10.1900 – ✝ 31.3.1981

Geboren am 9. Oktober 1900 in Perleberg/Krs. Westprignitz, Sohn eines Werkmeisters; lernte Tischler. Er schloß sich während seiner Wanderschaft 1920 dem Holzarbeiterverband, 1921 der Monistischen Jugend an, trat 1922 in die SPD ein und wurde Vorsitzender der SAJ in Karlsruhe. Nach Besuch der bekannten Heimvolksschule in Tinz 1924 Übertritt zur KJD, zog 1925 nach Düsseldorf, wo er zur KJVD-BL gehörte. Ab 1927 Redaktionsvolontär an der »Bergischen Volksstimme« in Remscheid, dann bis Januar 1929 Sekretär des KPD-UB Remscheid. Dort wegen Ablehnung des RGO-Kurses abgelöst, er kehrte nach Düsseldorf zurück und arbeitete für den illegalen RFB. 1930/31 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Anschließend Redakteur bei der »Freiheit« in Düsseldorf, ab Juli 1932 Orgleiter der RGO Niederrhein unter Carl Muhsal und Konrad Skrentny. Am 28. Februar 1933 verhaftet, bis 1. April 1934 in »Schutzhaft«. Nach seiner Freilassung Instrukteur des ZK der illegalen KPD im Ruhrgebiet. Am 28.Juli 1934 in Essen erneut verhaftet, am 22.Dezember 1935 vom OLG Hamm zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Im Mai 1945 aus dem Zuchthaus Werl befreit, ab September 1945 Sekretär für Agitation und Propaganda der KPD-BL Niederrhein, von Februar 1946 bis Juni 1947 Chefredakteur der »Freiheit«. Im Oktober 1946 in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt, dem er bis 1954 angehörte, von Juli 1947 an Vorsitzender der KPD-Fraktion. Nach dem Verbot der KPD im Sommer 1956 wurde er Sekretär des »Zentralrats zur Verteidigung demokratischer Rechte«. Er kandidierte ab 1956 wiederholt als unabhängiger Landtagskandidat, wurde mehrmals verurteilt, so u. a. 1959 zu neun Monaten Haft, 1962/63 zwei Jahre Gefängnis, wurde aber bedingt freigelassen. 1968 war er Mitbegründer der DKP und Mitglied in deren Zentraler Revisionskommission. Karl Schabrod starb am 31. März 1981 in Düsseldorf.

Wer war wer in der DDR

Schädlich, Hans Joachim

* 8.10.1935

Geb. in Reichenbach (Vogtl.); Vater Kfm.; Volksschule in Reichenbach, OS in Bad Saarow u. Templin, 1954 Abitur; 1954 – 59 Studium der Germanistik an Univ. in Berlin u. Leipzig; 1960 Prom. mit einer Diss. über die »Phonologie des Ostvogtländischen«; 1959 – 76 Mitarb. der AdW; daneben freier Übersetzer; seine seit 1969 verf. Erzählungen wurden in der DDR nicht veröff.; Nov. 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung von  Wolf Biermann, daraufhin Entlassung von der AdW; anschl.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schaefter, Erna

* 24.6.1892 – ✝ 5.9.1968

Geboren am 24. Juni 1892 in Berlin als Erna Kosky, Tochter eines Lederarbeiters; Stenotypistin und Sekretärin. Im Sommer 1914 Heirat mit Richard Schaefter (* 1893 – † ?). Dieser war während der Novemberrevolution Kommandant des von Kommunisten besetzten Wolffschen Telegraphenbüros, mußte 1919 fliehen und arbeitete später bei der Russischen Telegraphenagentur ROSTA. Erna Schaefter wurde 1919 Mitglied der USPD, 1922 der KPD, arbeitete in Verlagsunternehmungen der KPD bzw. in der preußischen Landtagsfraktion, später auch in der juristischen Abteilung unter Felix Halle und ab 1928 als Sekretärin bei Eugen Schönhaar. Ab Oktober 1930 in der sowjetischen Handelsvertretung beschäftigt, emigrierte sie 1934 in die Sowjetunion, dort Bibliothekarin in Podolsk. Ihr zweiter Mann war der ungarische Kommunist, Komintern-Funktionär und spätere Redakteur der »Roten Fahne« Béla Vago (* 1889 – † 1939). Er wurde am 28. Februar 1938 in Moskau vom NKWD verhaftet, der Spionage und der Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation beschuldigt, am 10. März 1939 zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Erna Schaefter saß bereits seit August 1937 in NKWD-Haft, wurde am 28. November 1937 wegen »Verdachts der Spionage« aus der Sowjetunion ausgewiesen und traf im Januar 1938 in NS-Deutschland ein. Nach Gestapoverhören fand sie als Sekretärin in Berlin Arbeit und bekam später Verbindung zur Widerstandsgruppe um Robert Uhrig. 1945/46 Mitglied der KPD/SED, zunächst im Magistrat von Groß-Berlin tätig, später in der Generaldirektion Kraftverkehr und Schiffahrtswesen, ab April 1949 bei der Deutschen Reichsbahn. Erna Schaefter starb am 5. September 1968 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schäfer, Paul

* 15.9.1894 – ✝ 11.3.1938

Geboren am 15. September 1894 in Erfurt; Arbeiter in einer Schuhfabrik, Soldat im Ersten Weltkrieg, 1918/19 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates und Mitbegründer der KPD-Ortsgruppe Erfurt. Er war Betriebsratsvorsitzender, 1920 aktiv bei der Abwehr des Kapp-Putsches und 1923 Führer einer Roten Hundertschaft in Erfurt. Dort Mitbegründer des RFB und ab Mai 1924 Stadtverordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der KPD. Ab Sommer 1925 hauptamtlicher IAH-Sekretär für Großthüringen und ab März 1931 in gleicher Funktion im Bezirk Hessen-Frankfurt. Schäfer floh 1933 ins Saargebiet, im März 1935 nach Frankreich, war aktiv in der KPD-Emigration. Dann kam er in die Sowjetunion. Er wurde am 11. März 1938 in Moskau vom NKWD verhaftet und der Spionage für Deutschland beschuldigt. Paul Schäfer wurde am 17. Mai 1938 zum Tode verurteilt und am 26. Juli 1938 erschossen. Rehabilitiert am 12.September 1989. In der DDR-Geschichtsschreibung ist bis zum Ende fälschlich behauptet worden, Paul Schäfer sei im März 1937 als Angehöriger der Internationalen Brigaden bei Guadalajara in Spanien gefallen.

Wer war wer in der DDR

Schahn, Margarete

* 30.5.1903 – ✝ 11.4.1996

Geb. in Forst; Vater Landwirt; Lehre u. Arbeit als Damenschneiderin, Arbeiterin in Forster Tuchfabriken; am 15.3.1945 wg. »Hochverrat u. Spionage« Verhaftung, Einlieferung in das Frauenzuchthaus Cottbus, Apr. 1945 entlassen. 1945 KPD, 1946 SED; 1949 Kreissekr. des DFD; 1950 MdL Brandenburg; 1952 Vors. des Rats des Krs. Forst; Aug. 1953 – Juli 1954 Bürgermstr. bzw. OB von Cottbus (Nachf. von  Hans Bertram), erste Frau als Stadtoberhaupt in der Gesch. der Stadt; gest. in Cottbus.Andreas Herbst

Wer war wer in der DDR

Schall, Ekkehard

* 29.5.1930 – ✝ 3.9.2005

Geb. in Magdeburg; während der Schulzeit Schauspielunterricht; 1946 – 48 Ausbildung am Schauspielstudio Magdeburg; 1947 Bühnendebüt; 1948 – 51 Engagement in Frankfurt (Oder); seit 1952 am Berliner Ensemble (BE); Heirat mit Barbara Brecht (Berg); SED; 1974 Regiedebüt mit »Leben Eduards des Zweiten von England« von  Bertolt Brecht; Mitgl. der AdK; 1977 – 91 stellv. Intendant am BE; Mitgl. des Präs. des Verb. der Theaterschaffenden; 1979 NP. 1991 Rückzug ins Privatleben, gelegentl. Auftritte am…

Wer war wer in der DDR

Schaper, Alwin

* 18.3.1898 – ✝ 24.9.1979

Geb. in Badeleben (Krs. Oschersleben); Vater Handwerker; Volks- u. Oberrealschule; Soldat im Ersten Weltkrieg; ab 1919 Korresp. der Versicherungsgesell. »Wilhelma«, nebenbei Journalist; 1919 Mitgl. der DDP, Ltr. der Abt. Jugend in der DDP-BL Sachsen; 1925 Übersiedl. nach Berlin, Mitarb. der Red. »Magdeburgische Zeitung«; 1926 – 45 Mitarb. im Dt. Nachrichtenbüro. 1945 CDU; 1945 Red., 1947 – 50 Chefred. der Ztg. »Neuer Weg« (Organ des CDU-LV Sachsen-Anh.); 1950 – 52 MdL Sachsen-Anh.; 1950 – 61…

Wer war wer in der DDR

Scharf, Jürgen

* 15.9.1952

Geb. in Salzwedel; 1971 Abitur; Studium der Math. an der TH »Otto v. Guericke« Magdeburg, 1975 Dipl.; 1976 CDU; Arbeit in der Forsch. u. Entw. in der Lacke- u. Farbenindustrie; 1978 – 83 Abg. in der Stadtbezirksvers. Magdeburg-Südost; Mitgl. der Synode der Ev. Kirche der Union; seit 1990 Mitgl. des CDU-Stadtvorst. Magdeburg, Vors.; Mitgl. des CDU-Landesvorst. Sa.-Anh. u. des geschäftsf. Landesvorst. 1990 Mitbegr. des Ökumen. Domgymnasiums Magdeburg; seit 1990 Betriebsratsvors. in der Magdeburg…

Wer war wer in der DDR

Scharrer, Rudolf

* 17.12.1923 – ✝ 22.9.1977

Geb. in Nürnberg; Vater Bauhilfsarb.; 1930 –38 Volksschule; 1938 – 40 Ausfahrer; 1940 – 42 Automateneinsteller u. -dreher; Berufs- u. Fachschule für Mechaniker; 1942 – 45 Wehrmacht; 1945 – 47 brit. Kriegsgef. in Ägypten, hier Gründer u. Ltr. einer demokrat. Jugendarbeitsgemeinschaft. 1948 Rückkehr nach Dtl.; KPD; 1948 Org.-Ltr. u. Jugendltr. der KPD in Nürnberg; im Juni 1948 Übersiedl. in die SBZ; SED; 1948 Sachbearb. für Betriebe, 1948 / 49 Sekr. des FDJ-KV Plauen; 1949 Lehrgang an der SED-LPS…

Wer war wer in der DDR

Schaul, Hans

* 13.12.1905 – ✝ 10.5.1988

Geb. in Hohensalza (Inowrocław, Polen); Vater Kfm.; Volksschule, ab 1915 humanist. Gymnasium in Frankfurt (Oder); 1925 – 28 Studium der Rechts- u. Wirtschaftswiss. an den Univ. Berlin, Freiburg i. Br. u. Heidelberg; 1926/27 Soz. Studentenbund; 1929 Heirat mit der Kinder- u. Jugendbuchautorin Ruth Rewald (1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet); nach dreijähriger Referendarzeit an Berliner Gerichten 1932 Zulassung als Rechtsanwalt in Berlin; 1933 Berufsverbot wegen jüd. Herkunft, Entzug der…

Wer war wer in der DDR

Scheer, Maximilian

* 22.4.1896 – ✝ 3.2.1978

Geb. in Haan (Rheinl.); Vater Schmied, Mutter Bäuerin; Volksschule; anschl. Bürotätigkeit u. in versch. Berufen; kurzer Militärdienst im 1. Weltkrieg; anschl. ltd. Angest. eines Stahlwerks im Ruhrgeb.; nach 1918 Büroltr. einer Stahl- u. Werkzeughandlung in Köln; Ende der 20er Jahre Personalchef, Filialltr. in Essen u. 2. Dir. eines sowj. Exportunternehmens in Dtl.; studierte als Gasthörer Völkerkunde, Theaterwiss. u. Lit.-Geschichte in Köln; Mitbegr. der liter. Vereinigung »Oktobergr.«,…