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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Elli

* 9.8.1908 – ✝ 30.7.1980

Geb. in Berlin-Wedding; Vater Polizist, Mutter Plätterin; 1914 – 22 Volksschule in Berlin; 1922 – 26 Ausbildung zur Schneiderin; 1926 – 32 im Beruf tätig; 1925 Bekleidungsarbeiterverb. im ADGB; 1926 Arbeitersportverein »Fichte«; 1927 KJVD u. KPD; 1931/32 Ltr. der Abt. Frauen der KPD-BL Berlin; 1932 – 34 Besuch der Internat. Leninschule in Moskau (»Irene Gärtner«); 1934 Rückkehr nach Dtl.; Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Niederrhein; 1935 Teiln. am VII. Weltkongreß der KI; 1935 – 46 Mitgl. des ZK der KPD;… Geboren am 9. August 1908 in Berlin, Tochter eines Polizeibeamten; lernte Schneiderin. Seit 1927 Mitglied des KJVD und der KPD, von 1929 bis 1932 Mitglied der erweiterten KPD-BL Berlin-Brandenburg. Sie arbeitete in der Frauenabteilung der BL, reiste im Oktober 1932 nach Moskau und studierte bis 1934 unter dem Parteinamen Irene Gärtner an der Internationalen Leninschule. Im Herbst 1934 kehrte sie illegal nach Deutschland zurück, war Anfang des Jahres 1935 Polleiterin im Bezirk Niederrhein. Im Sommer 1935 nahm sie am VII. Weltkongreß der Komintern und anschließend an der »Brüsseler Konferenz« in Moskau teil und wurde als Irene Gärtner ins ZK gewählt. Bis 1937 Polleiterin des Bezirks Berlin, von 1937 bis 1940 im Sekretariat des ZK der KPD in Paris tätig, emigrierte sie 1940 in die Sowjetunion. 1941 zeitweilig aus Moskau evakuiert, arbeitete sie ab 1942 am »Deutschen Volkssender« und wirkte innerhalb des NKFD. Anfang Juni 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, unterschrieb sie den Aufruf des ZK der KPD vom 11. Juni 1945 mit ihrem Parteinamen Irene Gärtner, leitete 1945/46 das Frauensekretariat des ZK der KPD und war Vorsitzende des Zentralen Frauenausschusses beim Magistrat von Groß-Berlin. Ab 1946 Mitglied des PV bzw. des ZK der SED und des Zentralsekretariats. Sie war von 1947 bis 1949 Vorsitzende des DFD-Landesverbandes Groß-Berlin, im Mai 1949 wurde sie anstelle von Emmi Damerius-Koenen 1. Vorsitzende des DFD-Bundesvorstands. Elli Schmidt, die seit ihrer Moskauer Zeit mit Anton Ackermann zusammenlebte, bis 1949 mit ihm verheiratet war und zwei Kinder hatte, wurde auf dem III. Parteitag der SED 1950 Kandidatin des Politbüros. Nach dem 17. Juni 1953 gehörte sie zu den schärfsten Kritikern Walter Ulbrichts und forderte dessen Ablösung als Generalsekretär. Deswegen kam sie bei der Neuwahl des Politbüros am 26. Juli 1953 nicht mehr ins Politbüro, erhielt im Januar 1954 eine Rüge und wurde »wegen nicht parteimäßigen Verhaltens« aus dem ZK ausgeschlossen. Am 10. September 1953 verlor Elli Schmidt den Vorsitz des DFD, weil sie, so die offizielle Begründung »in den Tagen der faschistischen Provokation die Interessen der Frauen und des Volkes nicht konsequent vertreten hat«. Die gelernte Schneiderin wurde im Januar 1954 Direktorin des Instituts für Bekleidungskultur, des späteren Deutschen Modeinstituts in Ost-Berlin. Im Juli 1956 formal »rehabilitiert«, lebte sie ab 1967 als Rentnerin in Ost-Berlin, sie erhielt 1978 den Karl-Marx-Orden. Elli Schmidt starb am 30. Juli 1980.Horst Laude /

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Hans

* 24.7.1915 – ✝ 15.12.1995

Geb. in Erfurt; Vater Schlosser; Volksschule; 1929 – 32 Lehre als Klempner u. Installateur in Erfurt; Fachschule der Klempner u. Installateure; 1932 – 35 Geselle in Erfurt; 1929 SAJ; 1935 / 36 RAD; 1936 / 37 erneut Geselle in Erfurt, 1937 – 45 Wehrmacht; 1945 / 46 brit. Kriegsgef. 1946 – 50 Klempner im Synthesewerk Schwarzheide; 1949 Meisterprüfung; 1951 SED; 1950 – 55 Kreisrat bzw. Vors. des Rats des Krs. Senftenberg; 1953 u. 1955 / 56 Stud., später Fernstud. an der DASR Potsdam, 1962…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Heinz

* 17.6.1930

Geb. in Bad Düben (Krs. Eilenburg); Vater Schlosser, Mutter Landarb.; Volksschule; 1945 – 48 kfm. Lehre; 1948 – 51 Justizangest. beim Amtsgericht Bitterfeld; 1949 SED; 1951 Sachbearb. für Landw. in der Stadtverw. Düben; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Bitterfeld; 1955 Arbeitsgr. MTS der BV Halle des MfS; 1956 Abt. III (Sicherung der Volkswirtschaft); 1958 – 60 Zweijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche; 1962 stellv. Ltr. der Abt. III (ab 1964 HA XVIII), 1964 deren Ltr.; 1965 Ltr.…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Max

* 6.1.1932 – ✝ 8.1.2018

Geb. in Mühlhausen; Vater Kellner; nach dem Abitur beschäftigt beim Arbeitsamt u. am Gericht Mühlhausen; 1951 bei der SDAG Wismut in Oberschlema; 1953 SED; FS-Lehrerprüfung für Ges.-Wiss. an der Verw.-Schule in Weimar; anschl. bis 1956 dort als Lehrer tätig; 1954 – 57 Studium der Staats- u. Rechtswiss. an der DASR Potsdam; 1957 – 59 dort wiss. Assistent u. Oberassistent; 1958 jur. St.-Ex.; Dipl.-Staatswiss. u. Dipl.-Jur.; ab 1959 wiss. Mitarb. der Abt. Staats- u. Rechtsfragen beim ZK der SED;…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Wolfgang

* 24.10.1939

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater kfm. Ang., Mutter Näherin; 1945 – 53 Grundschule u. 1953 – 57 Oberschule in Oelsnitz (Vogtl.), Abitur; 1957 – 90 SED, dann PDS; 1957 – 59 Offizierslehrgang an der MfS-Schule Potsdam-Eiche, der späteren JHS; 1959 – 90 Mitarb. der HA V (ab 1964 HA XX, zust. für Überwachung des Staatsapparats, der Kirchen, des Kulturbereichs und des polit. »Untergrunds«) des MfS, ab 1964 Abt.-Auswerter, 1970 Planungsoffz., 1975 Ref.-Ltr. u. 1976 stellv. Ltr. der Ausw.- u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Karl

* 14.8.1897 – ✝ 22.3.1938

Geboren am 14. August 1897 in Prag, Sohn eines Oberstleutnants der österreichischen Armee. Nach dem Gymnasium meldete er sich 1915 freiwillig zur Artillerie. Wie viele durch die Fronterlebnisse radikalisiert, gehörte er 1918 in Brünn dem Soldatenrat an und gründete eine sozialistische Studentengruppe. Seit 1920 in der KP der âSR (u. a. Redakteur), 1921 ging er nach Berlin. In der KPD zunächst Redakteur des theoretischen Organs »Die Internationale«, hat er viele Artikel (unter K.S.) publiziert. Karl Schmidt polemisierte gegen alle Abweichungen, trat vor allem in der Kostufra vehement für die Parteilinie ein. Dennoch wegen ultralinker Tendenzen im September 1926 nach Moskau versetzt, dort Referent in der Agitpropabteilung des EKKI. 1928 wieder nach Berlin in die Informationsabteilung des ZK berufen, war Schmidt aktiv am Kampf gegen die Versöhnler beteiligt. Im Mai 1931 kam er erneut nach Moskau, Mitarbeiter im MELI, erhielt dort wegen »nicht genügender Wachsamkeit« eine Rüge. Um seine Parteiloyalität zu beweisen, meldete Schmidt dem Parteisekretär Fritz Heckert im März 1933, daß er in der Wohnung von Hermann Taubenberger mit seinem Freund Erich Wollenberg und einigen anderen die Wahlergebnisse in Deutschland gehört habe und darüber diskutiert wurde. Er denunzierte Rakow (Felix Wolf), der gesagt habe: »Gott sei Dank, daß der Trottel, der Teddy [Ernst Thälmann] verhaftet ist.« Diese private Zusammenkunft bei Taubenberger nahm das NKWD später zum Anlaß einer großangelegten Säuberung, der dann Karl Schmidt selbst zum Opfer fiel. Im August 1936 wurde auch er aus dem MELI entlassen und im Dezember 1937 aus der KPdSU ausgeschlossen. Am 22. März 1938 verhaftet und wegen »Spionage« am 17. Mai von einer Sonderberatung des NKWD zum Tode verurteilt, wurde Karl Schmidt am 28. Mai 1938 in Butowo erschossen. Seine Frau Hildegard Schmidt, geborene Falk (* 5. 6. 1902), war Zeichnerin, seit 1926 Mitglied der KPD. 1926 arbeitete sie in der Presse- und Verlagsabteilung des EKKI. Nach einem Sanatoriumsaufenthalt reiste sie im Juli 1928 erneut nach Moskau und war während des VI. Weltkongresses technische Mitarbeiterin. Ab Sommer 1931 zunächst am Moskauer Institut für Weltwirtschaft, später am MELI-Institut. Wegen einer Lungenkrankheit wurde sie Invalidin. Am 12. September 1941 in Moskau verhaftet, ist sie am 8. Februar 1942 in Frunse umgekommen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Erich

* 29.12.1895 – ✝ 6.2.1952

Geboren am 29. Dezember 1895 in Neubrandenburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte von 1910 bis 1912 Bürogehilfe, anschließend arbeitete er bei Gasanstalten. Von 1915 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, 1919 Notstandsarbeiter. Im Januar 1919 wurde er Mitglied der SPD, Ende 1919 der USPD, im April 1920 der KPD, Vorsitzender der Ortsgruppe Neubrandenburg und von 1920 bis 1923 Stadtverordneter. Von Juli 1923 bis 1932 gehörte Erich Schmidt als Abgeordneter dem Landtag von Mecklenburg-Strelitz an. Am 6. Mai 1924 verhaftet und am 24. Juni 1925 vom Staatsgerichtshof in Leipzig zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, Ende August 1925 jedoch durch die »Hindenburg-Amnestie« entlassen. Vom März bis Ende 1933 »Schutzhaft«. Ab 1934 Notstandsarbeiter bzw. ab Februar 1943 Lagerarbeiter in Neubrandenburg. Im Zuge der Gestapo-Verhaftungsaktion »Gewitter« im August/September 1944 erneut inhaftiert. 1945 wurde Schmidt wieder Mitglied der KPD, 2. Sekretär der KL Neubrandenburg, 1946 SED, er zog sich aus der politischen Arbeit zurück und war seit dem 1.September 1947 selbständig. Erich Schmidt starb am 6. Februar 1952 in Neubrandenburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Agnes

* 14.10.1875

Geboren am 14. Oktober 1875 in Gotha, vor der Jahrhundertwende Mitglied der SPD, während des Krieges der USPD, 1920 Übertritt zur KPD. Sie wurde 1921 als Abgeordnete in den Thüringer Landtag gewählt. Agnes Schmidt war einige Zeit für die Frauenarbeit in Thüringen verantwortlich. Als Anhängerin der Linken in der KPD zog sie auch 1924 wieder als Abgeordnete in den Thüringer Landtag ein. Zusammen mit Otto Geithner leitete sie 1925 die ultralinke Opposition in Thüringen. Nach dem Ausschluß Geithners aus der KPD solidarisierte sie sich mit ihm und trat 1926 aus der Partei aus. Sie gründete mit Geithner in Thüringen die KAG, eine ultralinke Gruppe, für die sie bei den Thüringer Landtagswahlen 1927 kandidierte, aber nicht gewählt wurde. Politisch trat sie dann nicht mehr hervor. Weitere Daten ihres Lebenslaufs ließen sich nicht in Erfahrung bringen.

Wer war wer in der DDR

Schmidt-Verner, Irma

* 7.5.1905 – ✝ 24.3.1990

Geb. in Berlin; Vater kfm. Angest., Mutter Hausangest.; Schneiderin / Stenotypistin; 1928 KPD; 1929/30 Stenotypistin beim Bund der Freunde der Sowjetunion in Berlin; 1931 – 33 Stenotypistin u. Sekr. beim Neuen Dt. Verlag (»AIZ«) in Berlin; 1934 – 36 Arbeit in der Emigr.-Ltg. der KPD in Prag (»Erna Schäfer«); Arbeit als Näherin; 1938/39 Mitarb. Comité Central in Prag; 1939 nach Oslo; Konfektionsarb.; 1940 Flucht nach Schweden; Internierung in Loka Brunn, anschließend in Lenhovda; 1943 – 45 in…

Wer war wer in der DDR

Schmigalla, Hans

* 7.10.1937

Geb. in Ohlau (Schles. / Oława, Polen); Vater Angest.; 1945 Umsiedl. der Fam., Schulbesuch in Gardelegen, dort 1956 Abitur; anschl. prakt. Tätigkeit in versch. Maschinenbaubetrieben; Studium als techn. Betriebswirt im Maschinenbau an der TU Dresden, dort 1961 Abschluß als Dipl.-Ingenieurökon.; 1962 SED; 1962 – 69 Ass. an der TH »Otto von Guericke« Magdeburg, dort 1966 Prom. mit der Arbeit »Methoden zur Vorausbestimmung des wirtschaftlichsten räuml. Strukturtyps u. zur optimalen Gestaltung räuml.…

Wer war wer in der DDR

Schmitt, Walfriede (Wally)

* 9.3.1943

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Dramaturg, Mutter Schauspielerin (Elfriede Florin); Abitur; Sinologiestudium an der HU Berlin (Abbruch); 1961 Filmdebüt im DEFA-Krimi »Tanz am Sonnabend – Mord?«; 1963 – 66 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1966 – 68 Engagement am Landestheater Parchim, 1968 – 70 am Landestheater Halle (unter  Horst Schönemann), 1970 – 72 am Meininger Theater; Hauptrollen u. a. in »Minna von Barnhelm« (1967), »Pygmalion« (1968), »Der gute Mensch von Sezuan« (1970),…

Wer war wer in der DDR

Schmitter, Ursula

* 9.5.1924

Geb. in Pasewalk; Schauspielunterricht in Düsseldorf; 1945 Debüt am Potsdamer Theater, danach Bamberg; dort Ehe mit dem Bühnenbildner Gerd Holger, der für sie an die 400 Chansons komponierte; mit ihm 1948 erstes Kabarettengagement bei der »Rampe« in Leipzig; 1955 gem. zur »Leipziger Pfeffermühle« (Gerd Holger als musikal. Ltr.), dort eine der wichtigsten Darstellerinnen; seit 1971 auch eigene Chansonabende mit klass. u. mod. Chansons, Kompositionen vor allem ihres Mannes; 1985 aus Altersgründen…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Erhard

* 13.1.1876 – ✝ 6.12.1959

Geb. in Dorpat (Rußland / Tartu, Estland); Vater Physiologe; Studium der Mathematik u. Physik an den Univ. Dorpat, Berlin u. Göttingen; hier 1905 Prom. bei David Hilbert; 1906 Habil. in Bonn; 1908 ord. Prof. in Zürich, später in Erlangen u. Breslau; 1917 als Nachf. von Hermann Amandus Schwarz an die Berliner Univ. berufen, hier bis zu seiner Em. 1950 tätig; 1918 Ord. Mitgl. der Preuß. AdW; 1929 – 30 Rektor der Berliner Univ.; unterstützte in der NS-Zeit den entlassenen Issai Schur. Jan. 1946…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Hans

* 17.1.1923 – ✝ 27.6.1985

Geb. in Klaber (Krs. Güstrow); Vater Arbeiter; Volksschule in Rostock; 1928 – 33 SAJ (Rote Falken); 1937 – 40 Ausbildung zum Metallflugzeugbauer; danach im Beruf tätig; ab 1942 Militärdienst, Flak; zugl. Flugzeugbau-Studium an der Ing.-Schule Stettin, 1943 Abbruch des Studiums; Kriegsdienst (Flak). 1945 – 47 Maschinenschlosser in Rostock; 1946 SPD/SED; FDGB; 1947 Betriebsratsvors.; Mitgl. des Landesvorst. Mecklenb. der IG Metall; 1948/49 Besuch von Partei- u. Gewerkschaftsschulen; 1949 Mitgl.…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Jutta

* 18.5.1919 – ✝ 25.6.1972

Geb. in Halberstadt; Mutter Verkäuferin; Volks- u. Mädchenoberschule; 1933 – 36 Lehre als Rechtsanwaltsgehilfin; 1936 – 45 Sekr. bzw. Buchhalterin in einer chirurg. Privatklinik in Halberstadt. 1945 / 46 Chefsekretärin im Krankenhaus Halberstadt; 1947 – 50 Sekr. u. Geschäftsf. des KB in Halberstadt; 1950 – 57 Referentin, Oberreferentin, Abt.-Ltr. u. zuletzt Generalsekr. des Kulturfonds der DDR in Berlin; 1955 SED; Mai – Dez. 1957 Bundessekr. des KB; 1958 / 59 Hauptreferentin der VVB Film in…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Waldemar (Paul)

* 7.2.1909 – ✝ 21.2.1975

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1923 – 29 Lehre als Schlosser; 1923 – 27 Maschinenschlosser in versch. Berliner Betrieben; 1925 – 30 KJVD; 1928 KPD; ab 1929 erwerbslos; bis 1931 Funktionär im AM-Apparat; Org.-Sekr. im UB Ost; anschl. Pol.-Sekr. im UB Berlin-Friedrichshain; Okt. 1932 – 34 Besuch der Lenin-Schule in der UdSSR; 1934 – 35 illeg. kommunist. Gewerkschaftsarbeit (»Heinrich Wilning«, »Alfred«) in Leipzig, Hamburg u. im Ruhrgeb.; Juli 1935 verhaftet, Aug. 1936 vom VGH wegen…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Wolfgang

* 16.1.1954

Geb. in Berlin; Vater Ernst Sch. Leistungssportler u. Trainer (DDR-Mstr. im Kugelstoßen, Diskus, Fünf- u. Zehnkampf); 1965 – 67 Schwimmtraining beim TSC Berlin; 1967 Wechsel zur Leichtathletik, KJS Berlin, SC Dynamo Berlin (Trainer: Joachim Spenke); 1973 – 76 Lehre als Elektronikfacharb., danach Behördenangest.; VP (Ltn.); DDR-Jugendmstr. 1969 u. 1970 im Diskus, 1971 Kugel u. Diskus; 1973 Junioren-EM im Diskus, Silber mit der Kugel; 1975 – 80 DDR-Mstr. im Diskus; 1976 Olympia-Silber im Diskus,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Hermann

* 24.7.1886 – ✝ 38 oder 19

Geboren am 24. Juli 1886 in Jätschau bei Glogau; Metallarbeiter. Übersiedelte nach Berlin und war von 1907 bis 1918 Mitglied der SPD, von 1918 bis 1920 der USPD und seit 1920 der KPD. Er war einige Jahre im AM-Apparat tätig (Pseudonym Andre Berrat) und später in der Roten Hilfe Berlin. Schmidt war 1933 illegal für die KPD aktiv, er flüchtete wegen drohender Verhaftung am 14. Juli 1934 in die Sowjetunion. Dort im Januar 1937 vom NKWD verhaftet, kam Hermann Schmidt 1938 oder 1939 im Gulag ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Bernhard

* 12.9.1903 – ✝ 15.6.1971

Geboren am 12. September 1903 in Nürnberg, Sohn eines Feinmechanikermeisters und einer Buchhalterin. Nach dem Besuch der Präparandenanstalt zwei Jahre Lehrerseminar in Schwabach, wurde 1921 wegen »Verhöhnung des Religionsunterrichts« von der Anstalt verwiesen. Anschließend Volontär in einer Nürnberger Fabrik, Ende 1922 Statistiker in Holenbrunn. Seit 1922 Mitglied der KJD und der KPD, BL-Mitglied, ab Oktober 1923 illegal tätig, Agitpropleiter für den Oberbezirk Bayern-Württemberg-Frankfurt. Am 15. Dezember 1923 festgenommen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, danach bis Mitte Februar 1925 Literaturobmann der BL Nordbayern. Nach Aufhebung des Parteiverbots Orgleiter der KPD Nordbayern, 1927 Redakteur des KP-Blattes »Nordbayerische Volkszeitung«. Anfang 1928 gemeinsam mit August Creutzburg und Karl Fischer als ZK-Kommissare in den Parteibezirk Pfalz gegen die Opposition unter Hans Weber eingesetzt, Ende 1928/ Anfang 1929 in gleicher Funktion gegen die Opposition um Heinrich Galm und Alwin Heucke in Hessen, anschließend Org- bzw. Polleiter im Bezirk Hessen/Frankfurt. Mitte 1930 in die Orgabteilung des ZK nach Berlin gerufen, übernahm Schmidt im Juli 1931 die Leitung des illegalen Reichsliteraturvertriebs. Im Oktober 1932 wegen Zugehörigkeit zur Gruppe um Heinz Neumann entlassen. Im März 1933 festgenommen, kam in »Schutzhaft« in das KZ Spandau, nach seiner Freilassung illegale Arbeit und 1935 erneute »Schutzhaft«. Im Oktober 1937 vom Berliner Kammergericht zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Unter Anrechnung der U-Haft Entlassung im Januar 1938. Bis 1944 Zuschneider (Heimarbeit) in Berlin. Er übernahm Ende 1945 die Leitung der Brandenburger Parteischule der KPD, ab 1946 der Landesparteischule der SED »Ernst Thälmann« in Schmerwitz. Durch eine Passage in dem Buch des KPD/SED-Funktionärs und thüringischen Ministerpräsidenten Werner Eggerath »Nur ein Mensch« fühlte sich Schmidt 1948 zu Unrecht als Verräter gebrandmarkt. In seiner dokumentarischen Erzählung hatte Eggerath berichtet, daß ihm im Mai 1937 von der Gestapo das Foto eines Mithäftlings vorgehalten und gleichzeitig entsprechende belastende Aussagen vorgelesen wurden. Dieser »Mithäftling«, Bernhard Schmidt, fühlte sich getroffen und forderte eine genaue Prüfung. Daraufhin begann die Kaderabteilung des ZS des SED-PV mit Nachforschungen. Im April 1949 stellte die ZPKK die Untersuchungen ein und sprach Schmidt von allen Anwürfen frei. Er wurde aber 1951 wegen »überheblichen Benehmens und nationalistischen Verhaltens« abgelöst, bis 1961 nur noch Werkleiter des VEB Berliner Werkzeugfabrik, anschließend Leiter der Wirtschaftsstatistik im Magistrat von Ost-Berlin. Er erhielt 1966 den VVO in Silber. Bernhard Schmidt starb am 15. Juni 1971 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Adolf

* 12.9.1886 – ✝ 28.4.1980

Geboren am 12. September 1886 in Neunkirchen/Saar, Sohn eines Bergmanns; Schriftsetzer. 1907 Eintritt in die SPD, 1907/08 Militärdienst, nach Wanderschaft kam er 1913 nach Kempten. Im Krieg schwer verwundet, 1917 Mitglied der USPD und im November 1918 2. Vorsitzender und Geschäftsführer des Kemptener Arbeiter- und Soldatenrates. Am 6./7. April 1919 rief er die »Räterepublik Kempten« aus, die keine Resonanz erzielte. Im Mai 1919 mit sechs anderen Mitgliedern des Arbeiterrates verhaftet und im Juni 1919 in einem Standgerichtsprozeß wegen Hochverrats zu drei Jahren Festungshaft verurteilt, die er in der Festung Niederschönenfeld verbüßte. Im Juni 1920 zunächst für die USPD, dann für die VKPD Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Nach seiner Freilassung im Frühjahr 1922 Setzer in Kempten. Er gehörte der KPD-Leitung Bayern an. Im Sommer 1924 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen von der Politik zurück. Ende der zwanziger Jahre wieder UB-Vorsitzender im Allgäu. Ab 1931 erwerbslos, noch vor der Reichstagswahl am 5. März 1933 als führender Kommunist in »Schutzhaft«, am 20. Dezember 1933 wurde er vom OLG München zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Anschließend bis 1937 KZ-Haft in Dachau, danach Setzer und Korrektor. 1944/45 hielt er sich in Kempten versteckt. Ende April 1945 als bekannter Antifaschist von der US-Besatzungsmacht zunächst als stellvertretender Bürgermeister von Kempten berufen, vom 25. Mai 1945 bis zu den Wahlen im Mai 1946 Landrat von Kempten. Im Juni 1946 auch als Vorsitzender der Kemptener KPD abgelöst, trat er dann nicht mehr politisch hervor und war bis 1951 Leiter der Betreuungsstelle für politisch Verfolgte im Stadt- und Landkreis Kempten. Adolf Schmidt starb hochbetagt am 28. April 1980 in Penzberg.

Wer war wer in der DDR

Schmidt-Wittmack, Karlfranz

* 27.7.1914 – ✝ 23.10.1987

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Zigarrenfabrikant; Besuch des Christianeums in Hamburg-Altona, Abitur; 1936 – 38 Studium der Staats- u. Rechtswiss. in Hamburg; 1938 NSDAP; 1939 – 45 Kriegsdienst, zul. Obltn. der Luftwaffe; April – Juli 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945 Volontär einer Spedition u. Kohlenfirma in Hamburg; 1947 Geschäftsf.; 1948 – 54 Quelle »Timm« der Parteiaufklärung, APN u. MfS-HV A, Führungsoffz.  Walter Vesper (»Peter«); ab 1949 selbst. Kohlenhändler in Hamburg; 1946 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmincke, Richard

* 17.10.1875 – ✝ 19.8.1939

(* 1875 – † 1939) Geboren am 17. Oktober 1875 in Altenritte bei Kassel, Sohn eines Lehrers. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Korbach (Hessen) Studium der Medizin an den Universitäten in Leipzig und Marburg, 1902 Promotion. Anschließend forschte er bei Robert Koch und wurde Mikrobiologe. Bis 1905 als Schiffsarzt tätig, anschließend selbständiger Badearzt in Bad Elster und in Rapallo, während des Weltkriegs kurze Zeit Militärarzt an der Westfront. Schmincke, der bereits vor dem Krieg Mitglied der SPD war, kam über die USPD 1919 zur KPD und wurde einer ihrer Führer im Vogtland. Anfang der zwanziger Jahre hatte er eine Praxis in Sachsen. Beeinflußt durch enge Zusammenarbeit mit Max Hoelz vertrat Schmincke zeitweise ultralinke Positionen. 1923 war er Delegierter auf dem VIII. Parteitag in Leipzig. Er rückte Anfang Mai 1924 für Ernst Schneller, der in den Reichstag eingezogen war, als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag nach und wurde 1926 wiedergewählt. Schmincke reiste mehrmals in die Sowjetunion, behandelte als Arzt dort führende Staats-, Partei- und Komintern-Funktionäre und war 1925 im Auftrag der Komintern in China, wo ihn Sun Yat-sen konsultierte. Im August 1924 übersiedelte Schmincke als praktischer Arzt nach Dresden. Ende 1927 zum besoldeten Stadtrat für Gesundheit nach Berlin-Neukölln (bis Februar 1933) berufen, legte er im November 1927 sein Mandat im Sächsischen Landtag nieder. Auch in Berlin blieb er für die KPD aktiv, 1928 stand er auf der KPD-Reichsliste für die Wahlen zum Reichstag (nicht gewählt), und gehörte 1932 zu den Gründern des kommunistischen »Klubs der Geistesschaffenden«. In der Nacht des Reichstagsbrandes im Februar 1933 verhaftet, verbrachte Schmincke zehn Monate in »Schutzhaft« im Gefängnis Berlin-Spandau. Nach seiner Freilassung unter Gestapo-Beobachtung, bemühte er sich als Arzt um jüdische Bürger und um verfolgte Antifaschisten. 1939 wurde ein Prozeß gegen ihn angestrengt, er verlor wegen »mangelnder nationaler Zuverlässigkeit« seine Approbation. Der beruflichen Existenz beraubt und auch wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes (Glaukom) wählte Richard Schmincke am 19.August 1939 in Berlin den Freitod. Sein Sohn Werner Schmincke (* 19. 12. 1920 – † 13. 4. 2003) studierte Medizin, war nach 1945 Kreis und Bezirksarzt und einer der bekanntesten Sozialmediziner der DDR, zeitweise Rektor der Medizinischen Akademie »Carl Gustav Carus« in Dresden und Präsident der »Gesellschaft für die gesamte Hygiene«.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmitt, Konrad von der

* 30.1.1887 – ✝ 15.9.1951

(* 1887 – † 1951) Geboren am 30. Januar 1887 in Darmstadt; besuchte das Realgymnasium, studierte nach dem Abitur in Gießen, München und in Frankfurt/M. und machte die Prüfung für das höhere Lehramt. Bis 1910 an verschiedenen Schulen in Hessen tätig, von 1915 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. Danach Studienrat in Offenbach/Main. 1920 Mitglied der KPD, wurde er 1925 wegen seiner kommunistischen Aktivitäten von Offenbach nach Alsfeld strafversetzt. Der XI. KPD-Parteitag 1927 berief von der Schmitt in die Agitpropkommission. Er kam im November 1927 als Abgeordneter in den Hessischen Landtag. 1928 schied er aus dem Schuldienst aus und wurde hauptamtlicher KPD-Funktionär, 1931 aber nicht mehr in den Landtag gewählt, war dann bis 1933 im Arbeitsamt in Offenbach beschäftigt. Nach 1933 längere Zeit inhaftiert, u.a. im KZ Dachau. 1945 wieder Mitglied der KPD. Von der Schmitt war zunächst kommissarischer Leiter des Arbeitsamtes Offenbach, dann von 1946 bis 1949 als Schulrat im hessischen Kultusministerium tätig. Er gehörte von August bis November 1946 für die KPD der Verfassungberatenden Landesversammlung und von Oktober 1949 bis November 1950 dem Hessischen Landtag an. Konrad von der Schmitt starb am 15. September 1951 in Langen (Hessen).

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Schmittinger, Emil

* 12.2.1904 – ✝ 23.11.1972

Geboren am 12. Februar 1904 in Berlin, Sohn eines Schneiders; lernte Dreher. 1929 Mitglied der KPD, von 1929 bis 1933 leitete er den AM-Apparat in Berlin-Adlershof. Ende November 1933 emigrierte er in die ?CSR, arbeitete dort zunächst als Instrukteur des ZK und kam im April 1934 zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück, wirkte in Ostsachsen. Schmittinger nahm im August 1935 am VII. Weltkongreß der Komintern und im Oktober an der »Brüsseler Konferenz« teil. Ab Februar 1936 in der Schweiz für die Anleitung von Frankfurt/M. und Mannheim zuständig. Im März 1937 verhaftet und nach Frankreich ausgewiesen, im Mai 1938 in Holland wegen »Paßvergehens« 19 Monate in Haft. Anschließend in Belgien, wurde 1940 interniert, flüchtete nach Südfrankreich und gelangte im April 1944 (getarnt als französischer Fremdarbeiter) nach Kratzau/Sudeten. Dort stellte sich Schmittinger 1945 dem tschechischen Nationalkomitee zur Verfügung und kehrte Ende Mai 1945 nach Deutschland zurück. Zunächst Angestellter bei der Kriminalpolizei in Berlin-Adlershof, später wurde er Angehöriger der Deutschen Verwaltung des Innern bzw. der HVDVP, zuletzt im Range eines VP-Oberrats Stabschef des Wachbataillons von Ost-Berlin. Ab Dezember 1949 in verschiedenen Funktionen tätig, u. a. Personalchef im DDR-Zentralamt für Forschung und bis August 1958 Referent an der DDR-Botschaft in Warschau. Zuletzt Mitarbeiter im Büro des Ministerrates, er erhielt 1971 den VVO in Silber. Emil Schmittinger starb am 23.November 1972 in Ost-Berlin.

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Schmidt, Günter

* 13.1.1929 – ✝ 14.4.2016

Geb. in Johanngeorgenstadt (Erzgeb.); Vater Gasmstr.; Volksschule; 1943 – 46 Lehre als Fernmeldetechniker. 1946 KPD; 1948 – 51 Ing.-Schule Zwickau, Elektro-Ing.; 1951 Ltr. eines Fernmeldeamts; dann im Min. für Post- u. Fernmeldewesen tätig; 1952/53 Fernstudium Elektro- u. Nachrichtentechnik an der TU Dresden, abgebrochen; 1953 Einstellung beim MfS Berlin, Abt. VI (Staatsapparat/Parteien); dann Versetzung zur Abt. S (Sicherstellung); 1957 Stellv. des Ltr. der Abt. O (Operativ-techn.…

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Schmidt, Hans-Dieter

* 29.3.1927 – ✝ 4.6.2007

Geb. in Schwachenwalde (Krs. Arnswalde, Brandenburg / Chłopowo, Polen), aufgewachsen in Perleberg; Vater Lehrer; ab 1933 Schulbesuch in Perleberg mit Unterbrechung durch Arbeitsdienst, Wehrdienst u. Kriegsgef. 1946 Abitur; 1946 – 49 Neulehrer in Kleinow bei Perleberg (nach 1. Lehrerprüfung 1948 Schulamtsanwärter); seit 1949 zunächst Studium der Pädagogik, ab 1951 Studium der Psychol. an der HU Berlin, dort 1953 Dipl.; 1953 – 56 Ass. am Inst. für Psychol. der HU Berlin; 1956 Prom. mit der Studie…

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Schmidt, Karl Ernst

* 10.7.1924 – ✝ 20.11.1998

Geb. in Liebengrün (Krs. Lobenstein, Ostthüringen); Vater Kleinbauer; 1931 – 39 Volksschule; anschl. Lehre als Maschinenschlosser bei der Reichsbahn; 1942 – 45 Wehrmacht. 1945 zunächst Tätigkeit in der Landw.; 1946 Neulehrer, ab April 1946 Besuch der Vorstudienanstalt der FSU Jena u. Studium der Geologie, 1953 Dipl.; 1954 / 55 stellv. Dir. der FS für Geologie Freiberg (Sachsen).; 1955 – 61 Arbeitsgruppen- u. Dienststellenltr. des Geolog. Dienstes Jena; 1961 / 62 Ltr. des VEB Geolog. Erkundung…

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Schmidt, Walter

* 11.5.1930

Geb. in Weide (Krs. Breslau / Widawa, Polen); Vater Arbeiter, 1943 von Nazis ermordet; 1946 Umsiedl. nach Thür.; 1949 Abitur in Greiz; 1949 – 53 Studium der Geschichte, Slawistik u. Pädagogik an der FSU Jena; 1950 SED; 1953 Assistent am IfG; dort 1961 Prom. mit einer Arbeit über Wilhelm Wolff; 1964 – 84 Ltr. des Lehrstuhls bzw. des späteren IfGA; 1965 Ernennung zum Prof. am IfG; 1969 Habil. mit Studien zur Karl-Marx-Friedrich-Engels-Forschung; NP 1974 u. 1979 (im Koll.); 1981 Korr. Mitgl. der…

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Schmidt, Marie

* 10.2.1895 – ✝ 14.6.1971

Geboren als Marie Kühn am 10. Februar 1895 in Egelsbach bei Darmstadt, zweitjüngste von sieben Töchtern eines Landwirts. Sie ging nach Darmstadt »in Stellung«. Im April 1914 heiratete sie den Stukkateur Adolf Theodor Schmidt. Über die proletarische Freidenkerbewegung, wo sich beide stark engagierten, gelangte Marie Schmidt in die KPD. Sie wurde in den Gemeinderat von Egelsbach gewählt und als Rednerin für die KPD in Hessen bekannt. Dabei soll sie sehr aggressiv aufgetreten sein, erhielt deshalb den Namen »Rote Marie«. Am 15. November 1931 als eine der drei weiblichen Abgeordneten in den Hessischen Landtag gewählt, hielt sie ihre einzige kleine Rede im Februar 1932 in der Debatte zu einer Regierungsvorlage. Im März 1933 mit ihrem Mann verhaftet, nach einigen Wochen entlassen. Ihr Sohn Theo flüchtete 1934 ins Saargebiet und ging 1936 nach Spanien, wo er als Angehöriger der Internationalen Brigaden 1937 bei Taragona fiel. Nach dem Tod ihres Mannes 1943 arbeitete Marie Schmidt in einem Frankfurter Postamt. 1945 übersiedelte sie nach Neu-Isenburg zu ihrer Tochter Margot, wurde wieder Mitglied der KPD und des DFD und zog sich dann aus dem politischen Leben zurück. Marie Schmidt starb am 14.Juni 1971 in Neu-Isenburg.

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Schmidt, Heinrich

* 12.10.1894 – ✝ 9.7.1970

Geboren am 12. Oktober 1894 in Essen, Sohn eines Schreiners, in ärmlichen Verhältnissen mit fünf Geschwistern aufgewachsen; Hilfsarbeiter, von 1911 bis 1914 Blechzeichner in einem Essener Blechwalzwerk und im Hüttenbetrieb in Düsseldorf. Vor 1914 Mitglied der SPD, von 1914 bis 1916 Soldat, ab 1916 Vorzeichner bei einer Maschinenfabrik in Düsseldorf, später auch als Schlosser beschäftigt bei den Deutschen Edelstahlwerken, hier von 1927 bis 1929 Betriebsrat. Er wurde 1917 Mitglied der USPD, 1921 der KPD. Von 1924 bis 1929 Gemeindeverordneter für Querenburg, ein Ortsteil der 1929 nach Bochum eingemeindet wurde, sowie von 1929 bis 1933 Stadtverordneter in Bochum. Aktiv in der Freidenkerbewegung, in den dreißiger Jahren Vorsitzender der proletarischen Freidenker in Bochum. 1928 Mitglied der Parteiführung in Bochum. Auf dem XII. Weddinger Parteitag 1929 wurde Schmidt als Kandidat ins ZK berufen. Im gleichen Jahr hauptamtlicher Parteifunktionär, von 1930 bis 1932 UB-Sekretär in Essen, ab Mitte 1932 bis 1933 UB-Sekretär in Oberhausen. Im April 1932 wurde Schmidt im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Preußischen Landtag gewählt. Am 14. März 1933 in Lage/Lippe verhaftet, kam er zu Vernehmungen nach Bielefeld und für längere Zeit ins KZ Börgermoor. Nach seiner Freilassung wandte sich Schmidt im Januar 1935 an den Bochumer Oberbürgermeister, ihn als Arbeitslosen bei der Stellensuche zu unterstützen. Später Vorzeichner bei einer Firma in Wanne-Eickel, soll er 1939 wieder in Bochum gewohnt und als Schlosser gearbeitet haben. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Heinrich Schmidt starb am 9. Juli 1970 in Bonn.

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Schmidt, August Friedrich

* 13.7.1884 – ✝ 3.8.1939

(* 1884 – † 1939) Geboren am 13. Juli 1884 in Königsaue bei Quedlinburg; zunächst Landarbeiter, siedelte 1906 nach Hamburg über, Werftarbeiter am Staatskai. 1907 wurde er Mitglied der SPD, bei Kriegsende der USPD, Ende 1920 ging er mit der Mehrheit der Hamburger USPD zur VKPD. Von 1927 bis 1931 war Schmidt Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Er beteiligte sich aktiv am Aufbau der RGO und gehörte zur Führung des Einheitsverbandes der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer Deutschlands. 1933 leistete er illegalen Widerstand und leitete die KPD im Hamburger Stadtteil Winterhude. Deswegen wurde er am 17. September 1935 verhaftet und 1936 zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 1939 entlassen, starb August Friedrich Schmidt am 3. August 1939 in Hamburg.

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Johann-Lorenz

* 13.12.1900 – ✝ 03.07.1978

Geb. in Budapest in einer jüd. Fam.; Vater Versicherungsangest.; Volksschule u. Realgymnasium in Budapest; anschl. Studium der Phil. u. Geschichte an der Univ. Budapest; flüchtete 1919 nach der Niederschlagung der Ungar. Räterep. nach Wien; dort Forts. des Studiums; Okt. 1920 nach Dtl.; studierte weiter Philos., Soziol. u. Ökon. an der Univ. Heidelberg; 1921 in Wien Forts. des Studiums der Philos.; ab 1922 – 24 erneut Studium in Heidelberg; 1923/24 Angest. einer Buchhandlung in Heidelberg; 1923… Geboren als László Radványi am 13. Dezember 1900 in Budapest, Sohn eines Versicherungsangestellten. 1918/19 Studium der Volkswirtschaft und Philosophie an der Universität Budapest. 1919 flüchtete er nach der Niederschlagung der Ungarischen Räterepublik nach Österreich und setzte an der Universität Wien bzw. von 1920 bis 1923 in Heidelberg sein Studium fort. Hier promovierte er zum Dr. phil., arbeitete als Buchhändler und trat 1924 der KPD bei. Er heiratete 1925 Netty Reiling (Anna Seghers), sie hatten zwei Kinder: Peter (* 1926) und Ruth (* 1928). Von 1925 bis 1930 war László Radványi, der sich in Deutschland Johann-Lorenz Schmidt nannte, als Ökonom Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Außerdem arbeitete er für die Agitpropabteilung des ZK der KPD und war Mitbegründer und von 1927 bis Anfang 1933 Reichsleiter der MASCH in Berlin. Im Februar 1933 emigrierte er mit seiner Familie nach Frankreich, von 1934 bis 1939 Leiter der »Freien Deutschen Hochschule« in Paris. Dort im Januar 1940 verhaftet und interniert. Im Frühjahr 1941 Emigration nach Mexiko, Professor für Ökonomie an der Arbeiteruniversität »Obrera«. Als aktives Mitglied des »Heinrich-Heine-Klubs« gehörte er der von Paul Merker geführten KPD-Gruppe an. Ab 1944 hatte er einen Lehrstuhl an der National-Universität Mexiko-City, wurde 1946 mexikanischer Staatsbürger und war zeitweilig Mitarbeiter der sowjetischen Aufklärung. Im Juni 1952, fünf Jahre später als seine Frau Anna Seghers, kam er in die DDR, erhielt als Mitglied der SED einen Lehrstuhl für »Probleme des gegenwärtigen Imperialismus« an der Ostberliner Humboldt-Universität. Bei der Überprüfung der Westemigranten mehrmals von der ZPKK und dem MfS zu Paul Merker, Erich Jungmann und anderen Mexiko-Emigranten befragt, belastete er diese in seinen Aussagen. Von 1954 bis 1965 war er Abteilungsleiter am wirtschaftswissenschaftlichen Institut der Akademie der Wissenschaften und erhielt 1971 den VVO in Gold. Johann-Lorenz Schmidt-Radványi starb am 3. Juli 1978 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

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Schmieder, Jürgen

* 23.6.1952

Geb. in Jahnishausen (Krs. Riesa); Eltern Kfm.; 1959 – 66 POS, 1966 – 71 OS, Spezialschule mit physikal.-math. Richtung in Riesa, Ausb. zum Hüttenelektriker für automat. Fertigungssysteme, Abitur; 1971 – 73 NVA; 1973 – 79 Studium der Physik, dann Verarbeitungstechnik an der TH Karl-Marx-Stadt, Dipl-Ing. für Heizung, Lüftung u. Klima; 1979 Elektromonteur im Stahlwerk Riesa; Patenting. im Kombinat Umformtechnik Erfurt, Außenstelle Karl-Marx-Stadt, später dort stellv. Abt.-Ltr.; sodann Forschungs-…

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Schmirgal, Otto

* 15.12.1900 – ✝ 24.10.1944

Geboren am 15. Dezember 1900 in Bentschen/ Posen, Sohn eines Eisenbahnschaffners; lernte Rundschleifer und gehörte von 1918 bis 1920 dem rechtsradikalen Freikorps »Ost« an. Dann als Arbeiter gewerkschaftlich aktiv, trat er 1925 in Berlin in die KPD ein. Ab 1927 bei der BVG angestellt, dort Betriebsrat, im November 1932 während des BVG-Streiks von RGO (und NSBO) Mitglied der zentralen Streikleitung. Schmirgal gehörte zur BL Berlin-Brandenburg, im März 1933 kandidierte er noch für die Wahlen zum Preußischen Landtag. Bis August 1933 arbeitete er illegal, wurde dann festgenommen und saß 1933/34 in Brandenburg sowie im KZ Esterwegen in »Schutzhaft«. Nach seiner Freilassung im September 1934 Notstandsarbeiter beim Bau der Autobahn und ab 1937 in seinem Beruf als Rundschleifer. Er bemühte sich in seinem Betrieb in Berlin-Wittenau um Unterstützung für die von Robert Uhrig geleitete Widerstandsgruppe. Deshalb am 4. Februar 1942 verhaftet und im September 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Otto Schmirgal wurde am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Sein Bruder Hans Schmirgal (* 28. 12. 1906 – † 19. 12. 1973) trat 1928 der KPD bei, wurde im Oktober 1933 verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Krieg Verbindung zu seinem Bruder Otto, im Februar 1943 wurde er zum Strafbataillon 999 eingezogen. Nach kurzer sowjetischer Kriegsgefangenschaft im September 1945 wieder in Berlin, trat er der KPD bei. Hans Schmirgal war langjähriger Leiter des VdN-Referats des Ostberliner Magistrats.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmitt, Heinrich

* 6.10.1895 – ✝ 13.8.1951

Geboren am 6. Oktober 1895 in Waldbüttelbronn bei Würzburg, Sohn eines Arbeiters, seine Mutter betrieb eine kleine Landwirtschaft. Er lernte Dreher, ab 1913 Mitglied der SPD. 1915 zum Militär einberufen, wurde verschüttet, arbeitete ab Dezember 1916 bei den BASF in Ludwigshafen/Rh. 1917 trat er zur USPD über, kam 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Schmitt zog 1917 nach Leuna, wurde Schlosser in den Leuna-Werken und übernahm verschiedene Funktionen, galt als geschickter und geschulter Redner. Ab Mitte der zwanziger Jahre Betriebsratsvorsitzender der Leuna-Werke, hier 1928 und 1929 wieder in diese Funktion berufen. Im September 1928 wurde Schmitt als Abgeordneter im Wahlkreis Merseburg in den Reichstag gewählt. Er schloß sich den Versöhnlern an, wurde deswegen von der Partei getadelt und kam 1930 nicht wieder in den Reichstag, verlor auch seinen Posten als Betriebsratsvorsitzender und wurde entlassen. Schmitt blieb aber in der KPD und unterwarf sich der Parteidisziplin, ging 1930 als Facharbeiter in die Sowjetunion, arbeitete zunächst als Dreher im Moskauer Werk »Hammer und Sichel« und besuchte dann die Internationale Leninschule. Im Juli 1931 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde vom ZK als Generalsekretär des Internationalen Komitees der Chemiearbeiter eingesetzt. Ostern 1933 in die Sowjetunion emigriert, war dort wieder Dreher und wirkte ehrenamtlich in der »Internationale der Chemiearbeiter«. Im Juni 1934 nach Prag entsandt, dann ZK-Instrukteur im Saargebiet. Anschließend reiste er mit einem gefälschten Paß auf den Namen Walter Scheublein nach Deutschland und war Oberberater für Gewerkschaftsarbeit im Rheinland. Schmitt wurde am 7.Mai 1935 festgenommen und nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft am 8. Februar 1937 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im April 1945 von den Amerikanern aus dem Zuchthaus Landsberg/Lech befreit, schloß sich Heinrich Schmitt wieder der KPD an, wurde im September 1945 Inspektor der Ortskrankenkasse Würzburg, dann am 5.Oktober 1945 Staatsminister für Sonderaufgaben in der Bayerischen Regierung, u. a. für die Entnazifizierung verantwortlich. Er gehörte dem Sekretariat der Landesleitung der KPD Bayern an und geriet in Konflikt mit der Partei, die ihn kritisierte, seine Geschäftsführung als Minister sei falsch. Daraufhin trat Schmitt am 1. Juli 1946 als Staatsminister zurück und am 26. Oktober 1947 auch aus der KPD aus. Politisch betätigte er sich nicht mehr, baute sich in München ein Geschäft auf. Heinrich Schmitt starb am 13.August 1951 in München. Seine Frau Anna (* 9. 11. 1892 – † 29. 9. 1984), geborene Nawroth, zog mit der Familie 1933 in die Sowjetunion. Sein Sohn Harry Schmitt (*1919 – † 1999) besuchte die Karl-Liebknecht-Schule, 1934 in den Komsomol aufgenommen, arbeitete er als Schlosser in einem Forschungsinstitut. Am 17. Februar 1938 vom NKWD verhaftet, in der Lubjanka schwer mißhandelt und am 10. Oktober 1938 zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt. 1940 aus dem Moskauer Butyrka-Gefängnis entlassen, war Harry Schmitt ab 1942 Freiwilliger in der Roten Armee. Nach 1945 Funktionär der westdeutschen KPD, in der DDR später als Ralf Forster Leiter der geheimen Militärorganisation der DKP. Darüber erschien im »Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung« 2006 eine ausführliche Darstellung.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmitz, Josef

* 5.4.1885 – ✝ 4.6.1954

Geboren am 5. April 1885 in Oberhausen, Sohn eines Schneidermeisters; lernte Weber. Seit 1911 in der SPD, aus der er 1914 austrat. 1914 als Unteroffizier eingezogen, kam nach einer Verwundung als Vizefeldwebel zur Ausbildung von Rekruten nach Berlin. Hier hatte er Verbindung zur Spartakusgruppe. 1917 wegen antimilitaristischer Propaganda verhaftet und wegen »Meuterei« zu drei Jahren Festung verurteilt. Während der Novemberrevolution befreit und im November 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Leipzig, trat dem Spartakusbund und der USPD bei. Ende 1918 zog Schmitz nach Bocholt, gehörte hier dem Arbeiter- und Soldatenrat an und war einer der Mitbegründer der USPD. 1920 Übertritt zur KPD, Mitglied der BL Ruhrgebiet, einige Zeit auch Mitglied des Zentralausschusses der Partei. Er kam 1923 für drei Monate in »Schutzhaft«, seit 1925 Anhänger von Karl Korsch und Leo Trotzki. Von 1919 bis 1933 Stadtrat in Bocholt (von 1919 bis 1927 USPD/KPD, 1927 bis 1930 für die »Gruppe kommunistische Politik« [GKP], 1930 bis 1932 wieder für die KPD, 1932/33 für die SAP). Am 1. März 1933 festgenommen, saß er bis Oktober 1933 im Moorlager Esterwegen. 1936 und 1937 erneut inhaftiert, befand er sich dann unter ständiger Beobachtung durch die Gestapo. 1938 abermals verhaftet und nach einem Jahr U-Haft in das KZ Sachsenhausen überführt, 1945 noch ins KZ Bergen-Belsen. Schmitz wurde 1945 Vorsitzender der KPD in Bocholt. Nach Kritik am Kurs der KPD trat er am 18. November 1948 mit 19 weiteren Mitgliedern aus der Partei aus und engagierte sich danach bei der Gründung einer marxistischen Arbeiterpartei. Josef Schmitz starb am 4. Juni 1954 in Bocholt. Peter Berens veröffentlichte 2007 eine biographische Skizze über Josef Schmitz.

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Hans

* 10.12.1893 – ✝ 18.6.1972

Geb. in Basel; Vater Prof.: 1904 – 12 Gymn. in Basel; 1913 – 17 Studium der Architektur in München, 1917 / 18 Studium an der ETH Zürich; 1922 – 30 Architekt in Basel; 1928 Mitbegr. des Congrès International d’Architecture Moderne (CIAM); 1930 – 32 Wohnsiedl. Neubühl (b. Zürich); 1930 – 37 Architekt in Moskau (mit Ernst May u. Hannes Mayer), 1937 Rückkehr nach Basel wg. polit. Schwierigkeiten während der stalinist. Säuberungen, Realisierung der Stadtplanung von Orsk / Orenburg; 1937 – 55…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Heinz

* 26.11.1906 – ✝ 14.9.1989

Geb. in Halle; Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Bergarb.; 1926 SPD; Mitarb. in versch. SPD-Ztgn.; 1930 – 33 Studium der Staats- u. Rechtswiss. in Halle; 1931 KPD; ab 1933 illeg. Parteiarbeit in Dtl.; 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft in Brandenb.-Görden u. KZ Lichtenburg; 1937 Emigr. über die ČSR nach England; Mitgl. u. ab 1941 Ltr. der dortigen KPD-Landesgr.; 1943 – 45 Chefred. der Ztschr. »Freie Tribüne« in London (»Jack Morell«). 1946 Rückkehr nach Dtl.; KPD/SED; 1946…

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Martin

* 13.6.1905 – ✝ 16.6.1961

Geb. in Köln; Vater Sattler u. Beamter, Mutter Schneiderin; Volksschule u. Gymnasium in Köln, Mainz u. Saarbrücken, 1924 Abitur; 1924 – 26 Ausbildung zum Kfm. in Hamburg; 1926 – 28 Einkäufer für den Nahen u. Fernen Osten; Studium der Wirtschaftswiss.; 1928 – 30 kfm. Angest. in Dresden; 1930 – 32 in Düsseldorf; 1932/33 Ltr. einer Exportabt.; 1929 – 33 Mitgl. der Gewerkschaft ZdA; 1929 KPD Dresden; 1930 Mitarb. des KPD-Nachrichtendienstes bzw. AM-Apparats in Düsseldorf, zuständig für SPD u.… Geboren am 13. Juni 1905 in Köln, Sohn eines Sattlergesellen und späteren Beamten. 1924 Abitur, dann Lehre als kaufmännischer Angestellter, von 1926 bis 1928 Exportkaufmann und studierte Wirtschaftswissenschaften. 1926 Mitglied der KPD, ab 1928 kaufmännischer Angestellter in Dresden, von 1930 bis 1933 in Düsseldorf. Seit 1930 war Schmidt Mitarbeiter des AM-Apparats in Düsseldorf, u. a. zuständig für die »Zersetzung« von SPD und Polizei. Er gehörte ab 1931 der BL Niederrhein an und war 1933 verantwortlich für Agitation und Propaganda im Sekretariat der illegalen BL Niederrhein. 1933/34 absolvierte er einen Lehrgang an der M-Schule der Komintern in Moskau, Schuldeckname Emil. Nach seiner Rückkehr Leiter des AM-Apparats für Nord- und Mitteldeutschland sowie Berlin. Er wurde am 30. Oktober 1935 verhaftet, im November 1936 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, saß bis 1945 im Zuchthaus Brandenburg. Nach der Befreiung war Schmidt bis Mai 1949 stellvertretender Leiter der Magistratsabteilung für Personalfragen in Berlin, nach Spaltung der Stadtverwaltung Ende 1948 Stadtkämmerer für Finanzen des Magistrats von Ost-Berlin. 1954 Stellvertreter bzw. 1. Stellvertreter des Ministers der Finanzen der DDR, von 1955 bis 1958 Professor für Finanzwesen der Humboldt-Universität, danach Präsident der Deutschen Notenbank der DDR. Martin Schmidt starb am 16.Juni 1961.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Schmidt, Wieland

* 23.12.1953

Geb. in Magdeburg; Vater Arbeiter; 1960 – 70 POS; Handballspieler (Torwart) bei der BSG Traktor SW Magdeburg, ab 1966 beim SC Magdeburg; 1970 – 73 Ausbildung zum Dreher; 1973 – 88 im Beruf tätig; 276 (bzw. 179) Länderspiele; 1978 u. 1981 Europacupsieger; 1980 Olymp. Spiele: Sieger; 1981 EM der Klubmannschaften; bei den Weltmeisterschaften 1974: 2. Platz; bei den Weltmeisterschaften 1978: 3. Platz; bei den Weltmeisterschaften 1982: 6. Platz; bei den Weltmeisterschaften 1986: 3. Platz; 1988 Olymp.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Kurt

* 14.1.1905 – ✝ 14.3.1938

Geboren am 14. Januar 1905 in Marten/Krs. Dortmund; Schlosser, zeitweise Betriebsrat in Dortmund. 1927 trat er in die SPD ein, 1931 wechselte er zur KPD. 1932/33 gehörte Kurt Schmidt der Leitung des UB Dortmund an, er wurde am 5. März 1933 in den Preußischen Landtag gewählt, konnte das Mandat aber wegen der einsetzenden Verfolgung durch das NS-Regime nicht ausüben. Nach kurzer Inhaftierung emigrierte er in das Saargebiet, war dort unter dem Decknamen August Hartmann führend in der Emigrationsleitung tätig. Nach der Saarabstimmung ging er nach Frankreich, arbeitete im Koordinierungsausschuß für Spanienfreiwillige und ging Ende 1937 selbst nach Spanien. Als Angehöriger der Internationalen Brigaden war er Führer einer Maschinengewehr-Kompanie im »Edgar-André-Bataillon«. Kurt Schmidt fiel am 14. März 1938 bei Alcansis an der Ebrofront.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Felix

* 13.12.1885 – ✝ 20.4.1932

Geboren am 13. Dezember 1885 in Magdala/ Thüringen; lernte Drucker und ging anschließend auf Wanderschaft. Längere Zeit Arbeit in Hannover und Bremen, 1900 Mitglied des Arbeiter-Turnerbundes, 1904 der SPD und der Gewerkschaft. Während des Krieges war Schmidt in der Leitung der Bremer Linksradikalen. Seit November 1918 Sekretär der Internationalen Kommunisten in Bremen. Er war Delegierter Hannovers auf dem Gründungsparteitag der KPD in Berlin, danach Sekretär der Partei. Schmidt war führend an der Bremer Räterepublik 1919 beteiligt. Ende 1919 Sekretär der KPD in Hannover, 1920 war er für einige Zeit inhaftiert. Felix Schmidt wurde auf dem VII. Jenaer Parteitag 1921 in die Zentrale gewählt, ebenso auf dem VIII. Leipziger Parteitag 1923. Er übernahm in Berlin die wichtige Funktion des Hauptkassierers der Zentrale. Im Herbst 1923 kam er als Polleiter des Oberbezirks Südwest zunächst nach Frankfurt/M., dann übernahm er 1923/24 den Oberbezirk Südost (Lausitz, Schlesien). Bis zum IX. Parteitag 1924 war er nochmals kurze Zeit Hauptkassierer der KPD. Im Mai 1924 in Schlesien als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, mußte er aber als Rechter auf Betreiben der linken Führung sein Mandat niederlegen. Für ihn rückte der später als Polizeiagent entlarvte Alfred Hamann in den Reichstag nach. Bis Dezember 1924 war Schmidt Abgeordneter des Preußischen Landtags, dann wurde er abgeschoben und lebte längere Zeit in Moskau, dort in der Internationalen Roten Hilfe tätig. Als Mitglied der Zentrale von 1923 polizeilich gesucht (Steckbrief: »Hohe Stirn, schwarze Haare, graue Augen, breiter Mund, schmales, fahles Gesicht, gebogene Nase, auffallend lange Arme und große Hände«), konnte erst ab 1926 wieder in Deutschland arbeiten, hier zeitweilig Leiter sämtlicher KPD-Druckereien und auch in der Roten Hilfe führend. Am 14. Juli 1929 als Anhänger der rechten Opposition aus der KPD ausgeschlossen, trat der KPO bei und gehörte zu deren Reichsleitung. Mit der Minderheit der KPO ging er 1932 zur SAP. Felix Schmidt starb nach einer Magenoperation am 20. April 1932.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmidt, Antonie

* 5.3.1898 – ✝ 16.8.1976

Geboren am 5. März 1898 in Spremberg/ Niederlausitz, sechstes und jüngstes Kind einer Arbeiterfamilie. Zunächst Hausmädchen, ab Juni 1917 Industriearbeiterin auf der Deutschen Werft in Kiel. 1920 Eintritt in die SPD, seit Juni 1923 Mitglied der KPD. Wegen ihres politischen Engagements entlassen, zog sie von Kiel im Sommer 1925 nach Hamburg, wurde Hilfspflegerin in der Irrenanstalt Friedrichsberg und später Reinemachefrau. Am 1. August 1931 wegen »Hochverrats« inhaftiert, da sie aber im September 1931 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt wurde, am 4. November 1931 aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen, bis 1933 Abgeordnete. Ab 1933 im Widerstand, deshalb von September 1933 bis August 1936 im Untersuchungsgefängnis, im Zuchthaus Lauerhof bei Lübeck und zuletzt im KZ Mooringen inhaftiert. Im Zusammenhang mit der Gestapoaktion nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20.Juli 1944 kam sie von August bis Oktober 1944 als ehemalige KPD-Mandatsträgerin ins KZ Fuhlsbüttel. Antonie Schmidt, später durch Heirat Antonie Möbis, arbeitete nach dem Krieg als Stationsfrau im Hamburger Hilfskrankenhaus am Weidenstieg, politisch trat sie nicht mehr hervor, sie starb am 16. August 1976 in Hamburg. Ihr zum Andenken gibt es seit 1991 in Hamburg-Eidelstedt den Antonie-Möbis-Weg. Rita Bake veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Antonie Schmidt.

Wer war wer in der DDR

Schmidt-Kolmer, Eva

* 25.6.1913 – ✝ 29.8.1991

Geb. in Wien in einer jüd. Fam.; Vater Arzt, Prof., Mutter Sekretärin; Gymnasium in Wien, 1930 Abitur; 1931 – 38 mit Unterbrechungen Med.-Studium in Wien; 1930 KPÖ; seit 1931 wiss. Forsch. i. A. der F. Pearson Research Foundation; als Mitarb. der Org.-Abt. der KPÖ 1934 mehrmon. Haft; 1938 – 46 Emigr. über die Schweiz u. Frankreich nach London; 1939 – 45 Gen.-Sekr. der Emigranten-Hilfsorg. Aussch. der Österreicher in England in London u. Mitarb. in der Freien österr. Bew. Aug. 1946 mit ihrem…

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Schmieder, Werner

* 11.11.1926

Geb. in Possendorf (Krs. Freital); Vater Arbeiter; Volks- u. Handelsschule, Ausbildung zum Finanzanwärter auf dem Hauptzollamt Dresden, 1944 NSDAP; 1944 Wehrmacht, 1944 – 48 sowj. Kriegsgef. 1948 – 49 Angeh. der DVP; 1949 – 55 Mitarb. der Dt. Investbank in Dresden; 1955 SED; Fernstudium an der FS für Finanzwirtschaft in Gotha u. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtschaftler, später Fernstudium an der Ing.-Schule für Bau- u. Straßenwesen, 1967 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1955 – 62 Dir. der Investbank in…

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Schmitt, Erich

* 11.3.1924 – ✝ 29.12.1984

Geb. in Berlin; Vater Postschaffner; Volksschule; Maschinenschlosserlehre; Einberufung zur Marine; Kriegsgefangenschaft. 1946 nach Schlesw.-Holstein entlassen; 1947 wieder in Berlin; als Schlosser tätig; nebenbei Versuche, als Zeichner eine Anstellung zu finden; Abendkurse an der Pressezeichnerschule in Berlin-Halensee; anschl. als Karikaturist für versch. Ost-Berliner Ztg., zeichnete u. a. seit 1948 die Tageskarikatur der »Berliner Ztg.«, ab 1950 auch Comics für »Frischer Wind« /…

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Schmitt, Georg

* 25.12.1899 – ✝ 1937

Geboren am 25. Dezember 1899 in Hochfelden/ Elsaß; Transportarbeiter. Schmitt wurde 1920 Schutzpolizist und trat der SPD bei. 1921 wegen »Aufwiegelei zum Ungehorsam« entlassen, wurde wieder Arbeiter, 1923 Übertritt von der SPD zur KPD, aktiver Funktionär im Bezirk Ruhr. 1930 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau (Deckname Leo), kam er noch im gleichen Jahr in den AM-Apparat, zunächst bei der BL Ruhr, dann in der Zentrale. Er mußte 1932 flüchten und ging in die Sowjetunion, dort Mitarbeiter des ZK der Internationalen Roten Hilfe. 1936 vom NKWD verhaftet, wurde Georg Schmitt 1937 erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schmückle, Carl

* 9.9.1898 – ✝ 24.1.1938

(* 1898 – † 1938) Geboren am 9. September 1898 in Enzklösterle im Schwarzwald; von 1913 bis 1916 besuchte er ein theologisches Seminar in Maulbronn. 1917 Soldat im Weltkrieg, als Infanterist verwundet. Im November 1918 Mitglied des Ulmer Soldatenrates, wurde Mitglied des »Roten Soldatenbundes« und des Spartakusbundes, schloß sich 1919 der KPD an. Schmückle studierte 1919/20 am Tübinger Stift Philosophie und Theologie und gehörte einer kommunistischen Studentengruppe an. Auf Empfehlung von Clara Zetkin wechselte er dann zur Nationalökonomie und hörte in Berlin Vorlesungen über den Marxismus bei Gustav Meyer und Heinrich Cunow. Von 1921 bis 1923 Student in Jena, belegte Seminare bei Karl Korsch, 1924 promovierte er mit einer Dissertation über »Logisch-historische Elemente der Utopie«. Seit September 1923 Redakteur bei verschiedenen KPD-Zeitungen u. a. Chefredakteur der »Bergischen Volksstimme« in Remscheid, dann Angestellter der Zentrale der KPD. Ende 1924 reiste Schmückle auf Parteibeschluß in die Sowjetunion, war dort bis 1931 wissenschaftlicher Mitarbeiter unter David Rjasanow am Marx-Engels-Institut in Moskau, ab 1926 Mitglied der KPdSU(B). Leiter der Deutschen Gruppe in der Redaktionsabteilung der MEGA und auch schriftstellerisch tätig. In der Zeitschrift »Unter dem Banner des Marxismus« veröffentlichte er 1928 eine zweiteilige Studie zur »Kritik des deutschen Historismus« und übersetzte 1929 den Band 19 von Lenins Werken sowie »Die Grundprobleme des Marxismus« von Plechanow ins Deutsche. Wegen »versöhnlerischer Ansichten« erhielt Schmückle 1929 eine Parteirüge. Bei der Anfang 1931 einsetzenden Parteisäuberung des Instituts, der Entlassung Rjasanows und der Besetzung des Instituts durch die GPU wurde er mit weiteren Mitarbeitern entlassen. Von 1931 bis 1934 Redakteur und verantwortlicher Sekretär der »Deutschen Zentral-Zeitung«, zeitweise auch im Büro der Internationalen Vereinigung Revolutionärer Schriftsteller, von 1934 bis 15.April 1935 kam er als Redakteur der deutschen Ausgabe zur Zeitschrift »Internationale Literatur/ Deutsche Blätter«. Am 27. August 1936 wurde Schmückle in der »Literaturnaja gaseta« mit anderen Mitgliedern des sowjetischen Schriftstellerverbandes öffentlich als »Parteifeind« angegriffen. Daraufhin erfolgte am 2. Oktober 1936 sein Ausschluß aus der KPdSU(B) wegen »politischer Schwankungen und Verbindung zu trotzkistischen Volksfeinden«. Am 30. November 1937 vom NKWD verhaftet, am 24. Januar 1938 zum Tode verurteilt, wurde Carl Schmückle am 14.März 1938 erschossen (1958 vom Militärtribunal Moskaus »rehabilitiert«). Seine Frau Anna Schmückle, geb. Salomon, geschiedene Bernfeld (* 1. 10. 1892 in Hirschberg), war Psychologin. Sie kam 1924 mit Carl Schmückle ans Marx-Engels-Institut in Moskau, verlor wie er dort 1931 ihren Arbeitsplatz und war in der VAA beschäftigt. Nach der Verhaftung ihres Mannes 1937 als Ärztin tätig, dann nach Saratow evakuiert, wählte Anna Schmückle 1941 den Freitod.