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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Schwanitz, Rolf

* 2.4.1959

Geb. in Gera; 1965 – 75 POS in Gotha; 1975 – 78 Berufsausb. mit Abitur in Erfurt, Baufacharb.; 1979 – 83 Studium der BWL an der FSU Jena, Dipl.-Ing.-ök.; 1983 – 89 Lehrer an der FS für Ökon. in Plauen; 1984 – 90 Jurastudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1989/90 wiss. Assistent an der TH Zwickau-Plauen; 1989/90 Neues Forum, Nov. 1989 SDP; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer für die SPD u. parl. Staatssekr. im Min. der Justiz. Seit 1990 MdB; 1991 – 93 stellv. Vors. des SPD-Unterbez. Vogtland;…

Wer war wer in der DDR

Schwanz, Alfred

* 14.8.1923 – ✝ 1.6.1990

Geb. in Ifta (Krs. Eisenach); Vater Arbeiter; Grund-, Berufs- u. Ingenieurschule; Arbeit als Bauing.; Wehrmacht; 1945 kurzz. amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 Arbeiter; 1946 Studium an der PHS; Anfang der 50er Jahre hauptamtl. SED-Funktionär; zeitw. Sektorenltr. Bauwesen in der Abt. Industrie des ZK der SED; 1954 – 59 Ltr. der Abt. Bauwesen des ZK der SED (Nachf. von  Ernst Scholz); danach Kaderltr., Mitgl. des Kolleg. u. später Ltr. der Betriebsschule für Marx.-Lenin. im Min. für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Heinrich

* 30.5.1875 – ✝ 28.12.1944

Geboren am 30. Mai 1875 in Kassel; Bürgerschule, Lehre und Arbeit als Steinmetz; 1899 Umzug nach Hamburg, dort Mitglied der SPD. Schwarz stand auf dem linken Flügel der Partei und ging 1917 zur USPD, 1920 trat er der KPD bei. Ab 1919 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, 1920/21 Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft und Mitglied der BL Wasserkante. Später soll er wieder in der SPD gewesen sein. Heinrich Schwarz starb am 28.Dezember 1944.

Wer war wer in der DDR

Schwarz, Heinz

* 7.5.1921 – ✝ 24.1.2016

Geb. in Zeitz; Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest.; 1941 Wehrmacht, 1944 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifaschule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1949 – 51 Instrukteur in den Leuna-Werken u. in der SED-Landesltg. Sachsen-Anhalt; 1951/52 Sekr. der SED-KL Leuna; 1952/53 Sekr. der SED-BPO im VEB Elektrochem. Kombinat Bitterfeld; 1953 – 57 1. Sekr. der SED-KL im VEB Leuna; 1957/58 Lehrgang an der PHS der SED; 1958 – 60 Studium am Industrie-Inst. der TH…

Wer war wer in der DDR

Schwarz, Otto

* 28.4.1900 – ✝ 7.4.1983

Geb. in Weimar als zehntes Kind eines Tisch- lermstr.; Bürgerschule u. Realgymnasium Weimar, 1918 Abitur; anschl. Militärdienst; 1919 – 20 Studium der Naturwiss., insbes. Chemie u. Botanik an der Univ. Jena; 1920 – 26 Mitarbeit in der väterl. Firma als Ltr. der Kunst- u. Antiquitätenabt.; daneben Privatstudien am Herbarium Haussknecht in Weimar; Freundschaft mit  Werner Rothmaler bei den »Wandervögeln« u. in der SAJ; Soz. Studentenbund; 1926 KPD; 1926 – 27 Studium der Botanik an der Univ. Berlin…

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Schwebinghaus, Eugen

* 4.1.1906 – ✝ 24.8.1944

(* 1906 – † 1944) Geboren am 4. Januar 1906 in Wuppertal; lernte Bau- und Möbeltischler, 1922 Mitglied der KJD, 1924 der KPD. Ab 1931 arbeitete er hauptamtlich als Leiter der dem BPRS angeschlossenen »Interessengemeinschaft für Arbeiterkultur« (IfA) im Bezirk Niederrhein. Nach 1933 im Widerstand, zunächst in Düsseldorf, dann Mitarbeiter der illegalen Landesleitung unter Robert Stamm. Schwebinghaus emigrierte nach der Verhaftung Stamms zunächst nach Prag, dann in die Sowjetunion. Hier war er unter dem Decknamen Kurt Frank Kursant an der Internationalen Leninschule. Vor Abschluß des Lehrgangs ging er nach Spanien und kämpfte als Angehöriger der Internationalen Brigaden, war zunächst Leutnant, später Politkommissar. Im August 1938 nach Amsterdam geschickt, um Streitigkeiten zu schlichten. Schwebinghaus arbeitete eng mit Erich Gentsch (Alwin), dem Leiter der AL West zusammen, wurde Vertreter der KPD beim Allgemeinen Flüchtlingskomitee, ab März 1940 KPD-Emigrationsleiter. Am 23.April 1943 in Amsterdam verhaftet und vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Eugen Schwebinghaus am 24. August 1944 im Gefängnis Bruchsal hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwenk, Paul

* 8.8.1880 – ✝ 22.8.1960

Geboren am 8. August 1880 in Meißen, Sohn eines Arbeiters; lernte Schlosser und übersiedelte nach Dresden. 1905 Mitglied der SPD, zog 1907 nach Berlin, da er in Dresden auf der »Schwarzen Liste« stand. 1908 Vorsitzender des SPD-Wahlvereins Berlin-Friedrichsfelde, 1912 hauptamtlicher Funktionär, Lokalberichterstatter des »Vorwärts«. Als Kriegsgegner schloß er sich der Spartakusgruppe an und gab im Weltkrieg deren Informationsmaterial heraus. 1917 Mitglied der USPD, in der er auch nach Gründung der KPD verblieb, 1919 Redakteur am USPD-Organ »Freiheit«, 1920 Sekretär der USPD-Fraktion im Preußischen Landtag. Im Dezember 1920 ging Schwenk mit der linken USPD zur KPD und wurde Sekretär der KPD-Fraktion (ohne selbst Mitglied des Landtags zu sein). Im Mai 1924 in den Preußischen Landtag nachgerückt, im Dezember 1924 wurde er als Abgeordneter gewählt und blieb dies ununterbrochen bis 1933, zeitweilig auch Vorsitzender der Fraktion. Schwenk war Mitglied der Berlin-Brandenburger BL, saß ab 1920 in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Seit 1928 auch Mitarbeiter des ZK der KPD (Kommunalabteilung), er galt als Spezialist für Kommunalarbeit und war als KPD-Vertreter in städtischen Aufsichtsräten. Im April 1933 emigrierte er zusammen mit seiner Frau, Martha Arendsee, zunächst nach Paris, war dort für die RHD und die IAH tätig und kam im Mai 1934 in die Sowjetunion. Hier arbeitete er unter dem Parteinamen Paul Scherber im Marx-Engels-Institut und im Apparat der Komintern. Während der Moskauer Säuberung im März 1938 verhaftet, legte Schwenk ein »Geständnis« ab und bezichtigte sich, ein »Spion« zu sein. Fast drei Jahre lang in den Kerkern der NKWD festgehalten, kam er nach langen Bemühungen seiner Frau und seiner Freunde am 13. Januar 1941 frei. Anschließend im Verlag für fremdsprachige Literatur, beim Deutschen Volkssender und bei Radio Moskau beschäftigt. Am 28. Mai 1945 nach Berlin zurückgekehrt, wurde Schwenk im Nachkriegsmagistrat unter OB Arthur Werner dritter stellvertretender Oberbürgermeister und Leiter der Abteilung Planung. Ab März 1947 Pressereferent in der Deutschen Verwaltung für Brennstoffindustrie, bis 1952 in verschiedenen Verwaltungen tätig. Als Parteiveteran erhielt er 1955 dem Karl-Marx-Orden, im gleichen Jahr Ehrenbürger von Ost-Berlin. Paul Schwenk starb am 22.August 1960 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Schwill, Ernst Georg

* 30.3.1939 – ✝ 9.4.2020

Geb. in Berlin; Vater Töpferhelfer (1945 gefallen), Mutter Hausfrau, vier Geschwister; ab 1946 bei einer Tante aufgewachsen, dann im Pestalozzi-Kinderheim in Berlin-Mitte, ab 1953 im Kinderheim Königsheide in Berlin-Johannisthal, dort von Regisseur  Gerhard Klein für Hauptrolle im DEFA-Film »Alarm im Zirkus« (1954) entdeckt; 1954 – 57 Lehre als Fotograf im VEB DEFA-Kopierwerke; 1957 – 60 Studium an der HFF in Potsdam-Babelsberg; daneben Filmrollen, u. a. in »Berlin – Ecke Schönhauser« (1957,…

Wer war wer in der DDR

Seeger, Bernhard

* 6.10.1927 – ✝ 14.3.1999

Geb. in Roßlau (Elbe); Vater Schlosser; Mittelschule; Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt in Köthen; 1944 NSDAP; RAD in Zerbst; 1944/45 Wehrmacht; Mai – Dez. 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1945 Rückkehr; Neulehrerkurs; 1946 SED; FDJ; DSF; KB; 1946 – 52 Lehrer in märk. Dörfern, zul. in Beelitz; Volkskorrespondent der Ztg. »Märk. Volksstimme«; 1952/53 Lektor im Verlag Neues Leben; 1952 DSV; 1953 – 56 freischaff. Schriftst. in Stücken (b. Potsdam); 1954/55 Reporter in Vietnam; 1956/57…

Wer war wer in der DDR

Sefrin, Max

* 21.11.1913 – ✝ 10.8.2000

Geb. in Stambach (Pfalz); Vater Zement- arb.; Volks- u. Oberrealschule in Pirmasens; 1930 – 32 Ausbildung zum Kfm.; 1932 – 37 Ausbildung zum Flugzeugführer, anschl. in diesem Beruf tätig, auch als Einflieger, Ofw. der Luftwaffe; 1945 kurzz. sowj. Gefangenschaft. 1945 – 49 Betriebsltr. u. ehrenamtl. Stadtrat für Handel u. Versorgung in Jüterbog; 1946 CDU; 1949/50 stellv. Dir. des Kommunalen Wirtschaftsunternehmens Jüterbog; 1950/51 Krs.-Rat in Luckenwalde; 1951 – 53 HA-Ltr. in der CDU-Parteiltg.;…

Wer war wer in der DDR

Seibert, Rosemarie

* 2.7.1931 – ✝ 15.10.2012

Geb. in Gotha; Vater Landmaschinenschlosser; Grund- u. Oberschule; 1946 – 51 Lehre u. Arbeit als Industriekaufm.; 1947 FDJ; 1950 – 53 Ltr. der Abt. Ferien u. Wandern bzw. Instrukteurin der FDJ-LL Thüringen, 1953 – 59 2. Sekr. bzw. 1. Sekr. der FDJ-KL Weimar-Stadt; Fernstudium Unterstufenlehrerin; 1955 SED; 1956 / 57 Stud. an der FDJ-Jugendhochschule; 1959 – 62 Ass. bzw. Lehrerin an der SED-BPS »Rosa Luxemburg« Erfurt; 1962 – 65 Stud. an der PHS der SED, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1965 – 68…

Wer war wer in der DDR

Seidel, Helmut

* 21.6.1929 – ✝ 27.7.2007

Geb. in Welkersdorf (Krs. Löwenberg, Schles./ Rząsiny, Polen); Vater Zimmermann; 1943 Abschl. der Grundschule; dann Verw.-Lehre; 1946 Umsiedl. nach Leipzig; ab 1947 Verw.-Angest. beim Rat der Stadt Leipzig; 1948 SED; 1951 Abitur an der ABF Leipzig; 1951 – 56 Studium der Philos. in Leipzig u. Moskau; anschl. Lehre u. Forschung am Inst. für Philos. der KMU Leipzig; 1961 Prom. mit einer Arbeit zur Geschichte der marxist. Philos. in Dtl. 1918 – 33; 1965 Habil. zum Thema »Philos. u. Wirklichkeit –…

Wer war wer in der DDR

Schwanitz, Wolfgang

* 26.6.1930 – ✝ 1.2.2022

Geb. in Berlin; Eltern Bankangest.; OS (mittlere Reife); 1949 – 51 Ausbildung zum Großhandelskfm.; 1951 SED; ab 1951 Mitarb. des MfS; 1954 Ltr. der Krs.-Dienststelle Berlin-Pankow, dann Berlin-Weißensee; 1956 stellv. Ltr., 1958 Ltr. der Abt. II (Spionageabwehr) der Verw. Groß-Berlin; 1960 – 66 Fernstudium an der DASR Potsdam u. der HU Berlin, Dipl.-Jur.; 1966 stellv. Operativ des Ltr. der Verw. Groß-Berlin; 1973 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche, Thema: Bekämpfung feindl. Erscheinungen…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwartz, Paul Anton

* 15.1.1904 – ✝ 12.9.1963

Geboren am 15. Januar 1904 in Bremen; Arbeiter, 1926 Mitglied der KPD, ehrenamtlich in der BL Nordwest. Schwartz wurde im September 1930 im Wahlkreis Weser-Ems in den Reichstag gewählt, als die Partei Betriebsarbeiter in den Vordergrund rückte (der Listenplatzerste dieses Wahlkreises, Wilhelm Pieck, hatte, da er auch in Berlin Listenplatzerster war, den Sitz für Berlin angenommen). 1932 zwar noch auf der KPD-Parteischule in Fichtenau, aber nicht wieder für den Reichstag nominiert, trat Schwartz politisch nicht mehr hervor. Paul Anton Schwartz starb am 12. September 1963 in Bremen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Rudolf

* 3.3.1904 – ✝ 1.2.1934

Geboren am 3. März 1904 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte nach dem frühen Tod der Eltern Schlosser. 1921 Mitglied des KJD, von 1924 bis 1928 Redakteur des KJVD-Organs »Junge Garde« und hauptamtlicher Mitarbeiter des ZK des KJVD. Er leitete ab 1927 die Rote Jungfront in Berlin-Brandenburg, gehörte zur Bundesführung des RFB und war verantwortlicher Redakteur des RFB-Organ »Die rote Front«. Nach dem RFB-Verbot Mitarbeiter des AM-Apparates unter Hans Kippenberger und vor allem für die Tätigkeit unter Reichswehr- und Polizeiangehörigen zuständig. Im Juli 1930 zu acht Monaten Haft verurteilt, die er auf der Festung Gollnow verbüßte. Hier beteiligte er sich maßgeblich an den Gesprächen mit dem Reichswehrleutnant Richard Scheringer, der im März 1931 von der NSDAP zur KPD übertrat. Nach der Freilassung weiterhin enger Mitarbeiter Kippenbergers im AM-Apparat. Ab Mitte 1933 leitete Schwarz unter dem Parteinamen Horst das Abwehrressort und verfaßte noch den Abschlußbericht über die Untersuchungen zur Verhaftung Ernst Thälmanns. Schwarz und Leo Roth vom Abwehrressort trafen sich am 25. Dezember 1933 in Spindlersmühle in der âSR mit Siegfried Rädel, Herbert Wehner und Wilhelm Kox von der illegalen Landesleitung, um die rasche Reorganisation des Kippenberger-Apparates vorzubereiten. Bereits Anfang Januar 1934 geriet Rudolf Schwarz in die Hände der Gestapo und wurde (als Reaktion auf die Erschießung des Spitzels Alfred Kattner) am 1.Februar 1934 beim Transport nach Wannsee am Kilometerstein 23,7 gemeinsam mit John Schehr, Eugen Schönhaar und Erich Steinfurth »auf der Flucht« ermordet.

Wer war wer in der DDR

Schwarz, Jaecki

* 26.2.1946

Geb. in Berlin-Köpenick; spielte bereits in der Schulzeit im Schultheater u. Jugendklub des Dt. Theaters; Abitur; Ausbildung zum Fotochemiefacharb.; 1965 – 69 Studium an der HFF; von  Konrad Wolf für den Film entdeckt, spielte 1967 die Hauptrolle in dessen Antikriegsfilm »Ich war neunzehn«, wurde populär in Filmrollen wie der des liebenswerten Spinners Herb in der Fernfahrergeschichte »Weite Straßen – stille Liebe« (1969); insg. ca. 120 Film- u. Serienrollen bei DEFA u. DFF, u. a. 1974 neben …

Wer war wer in der DDR

Schwarz, Reinhold

* 9.12.1888 – ✝ 29.2.1952

Geb. in Danzig (Gdańsk, Polen); Vater Beamter; 1909 Abitur; 1909 – 12 Studium der Staatswiss. u. Philol. an den Univ. Jena, München u. Königsberg; 1912 Referendarexamen u. Prom. zum Dr. phil.; anschl. im Schuldienst, Studienrat; 1927 – 45 Syndikus in Berliner Unternehmen; Jan. – Mai 1945 Inhaftierung wegen »Heimtücke u. Verächtlichmachung der Reg. sowie Wehrkraftzersetzung«. 1945 LDPD; 1945 – 48 Dezernent in der Krs.-Verw. Berlin-Charlottenburg; April 1948 kommissar., ab Juni stellv. Landesvors.…

Wer war wer in der DDR

Schweinebraden Freiherr von Wichmann-Eichhorn, Jürgen

* 15.3.1938

Geb. in Dresden; Vater 1943 durch Kriegsverletzung gest., Mutter Damenschneiderin; 1959/ 60 Ausbildung als Kfz-Schlosser; 1960 – 65 Studium der Psychol. in Dresden; 1970 – 72 Studium der Industriesoziol. in Berlin; Arbeit im Dt. Hygiene-Museum sowie in der Psychiatrie der Med. Akad. Dresden; ferner beim Staatl. Komitee für Rundfunk u. Fernsehen der DDR u. im Wiss.-techn. Zentrum für Arbeitsschutz u. – hygiene; zul. tätig als Ltr. einer Ehe-, Familien- u. Sexualberatungsstelle in Berlin-Treptow;…

Wer war wer in der DDR

Schwenk, Wolfgang

* 13.2.1933

Geb. in Staßfurt in einer Arbeiterfamilie; Maschinenschlosser; kam über Freizeitsport u. Laienartistik zum neuen Beruf; seit 1959 zuerst mit seiner Schwester, dann mit Ehe- frau Ursula S. Luftdarbietung »Geschwister Schwenk« (Zahnkraftakrobatik), eine der besten dieser Art, u. a. mit dem schwierigen »Aldonwirbel«; Auftritte in vielen Ländern Europas, Asiens, Afrikas u. in Australien; 1978 »Preis von Monaco« beim 5. Internat. Circusfestival in Monte Carlo; ab 1984 Mitgl., ab 1988 Vizepräs. des…

Wer war wer in der DDR

Schwimmer, Max

* 9.12.1895 – ✝ 12.3.1960

Geb. in Leipzig; 1910 – 16 Lehrerseminar Leipzig-Connewitz; 1920 – 23 Studium der Philos. u. Kunstgeschichte an der Univ. Leipzig; 1924 Teiln. am Sommerkurs auf Ischia bei Hans Purrmann; 1926 – 33 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Leipzig; 1933 Entlassung aus dem Lehramt; zeitw. Ausstellungsverbot. 1945 KPD; 1946 Dir. der Leipziger Kunstgewerbeschule; 1946 – 50 Prof. an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; 1951 – 60 an der HS für bildende Künste Dresden; 1952 DAK; dort 1956 – 58 Sekr. der…

Wer war wer in der DDR

Seelig, Marion

* 3.1.1953 – ✝ 12.3.2013

Geb. in Berlin; Vater Zimmermann, Mutter Sachbearb.; 1971 Abitur; zum Studium der Journalistik nicht zugelassen, da der Vater seit 1961 in Berlin (West) lebte; 1971 – 74 Volontärin bzw. red. Mitarb. bei der »Berliner Ztg.«; anschl. bis 1975 Red. im Berliner Haus für Kulturarbeit; seitdem freiberufl. Autorin, Hörspiele für den DDR-Rundfunk (»Eisenhand, 1986, »Die Frühlingsgeige«, 1988, »Prinzessin Tausendschön u. die Südseeinsel Taka-Tuka«, 1990) u. den SFB (»Landaufenthalte, 1988, »Zwischen den…

Wer war wer in der DDR

Segal, Jakob

* 17.4.1911 – ✝ 30.9.1995

Geb. in St. Petersburg; Vater Kfm.; 1919 Übersiedl. nach Königsberg; Biologiestudium in Königsberg, Berlin u. München; Mitarb. im Roten Studentenbund u. in der KPD; 1933 Emigr. nach Frankreich u. Abschl. des Studiums in Toulouse, Licence; 1936 Übersiedl. nach Paris; durch Dtl.-Reisen (mit Ehefrau Lilli S.) in ständ. Kontakt mit dortigen antifa. Widerstandsgr.; Mitarb. am Sinnesphysiolog. Laboratorium des Collège de France; 1940 Prom. an d. Sorbonne z. Docteur des Sciences, Unterbrechung der…

Wer war wer in der DDR

Seibt, Kurt

* 13.2.1908 – ✝ 21.6.2002

Geb. in Berlin; Vater Glasschleifer, Pflegevater Arbeiter, Mutter Arbeiterin; Volksschule; drei Abendsemester Höhere Techn. Lehranstalt für Hoch- u. Tiefbau; 1922 – 26 Ausbildung zum Metalldrücker in Berlin-Oberschöneweide; 1926 – 33 Tiefbauarb., Steinsetzer; zeitweilig arbeitslos; 1922 SAJ; 1924 KJVD; DMV; 1924 – 26 Branchenjugendltr. im DMV Berlin; 1927 – 30 1. Sekr. des KJVD-UB Berlin-Kreuzberg; 1930 – 31 Landesjugendltr. der Roten Sporteinheit Brandenb. u. Mitgl. der KJVD-BL; 1932 KPD;…

Wer war wer in der DDR

Seidel, Karl

* 18.12.1930

Geb. in Nürnberg; Vater kfm. Angest., Stiefvater Arzt; 1937 – 49 Volks- u. Oberschule; 1947 SED; 1949/50 Vorstudienkrankenpfleger; 1950 – 56 Med.-Studium, Prom.; 1956 Assistent; Jan. 1961 – Aug. 1963 Oberarzt u. Ltr. der neurolog. Abt. der Neurolog.-Psychiatr. Klinik der KMU Leipzig; 1963 – 70 1. Oberarzt an der Med. Akad. Dresden; 1967 Habil.; 1968 Berufung zum Doz. für Psychiatrie u. Neurol. u. kommissar. Prorektor für Studienangelegenh. der Med. Akad. Dresden; 1971 – 78 Dir. der Nervenklinik…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwantes, Martin

* 20.8.1904 – ✝ 5.2.1945

Geboren am 20. August 1904 in Drengfurt/Krs. Rastenburg, Sohn eines Uhrmachers; besuchte das Lehrerseminar in Quedlinburg, das er 1924 beendete. Er ging auf Wanderschaft, war Kohlentrimmer auf einem Schiff, kam in die USA, schlug sich dort als Gelegenheitsarbeiter durch und besuchte eine Kunstgewerbeschule. Im Juli 1926 kehrte er nach Deutschland zurück, war bis 1933 Lehrer in Magdeburg-Sudenburg, 1928 schloß er sich der KPD an, wurde 1930 Mitglied der BL Magdeburg-Anhalt und 1932 Sekretär für Agitation und Propaganda. Mit dem Kürzel Que schrieb er für die Parteizeitung »Tribüne«. Nach dem Reichstagsbrand 1933 illegaler Instrukteur der BL Magdeburg-Anhalt, ab August 1933 in Thüringen. Schwantes wurde am 20. Januar 1934 verhaftet, schwer mißhandelt und am 20.August 1934 vom 5. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Anschließend kam er im Februar 1937 ins KZ Sachsenhausen, aus dem er im Februar 1941 entlassen wurde. Danach Lagerverwalter in einer Schuhfabrik in Gommern, erneut im Widerstand, hatte Kontakte zu Franz Jacob und Bernhard Bästlein. Schwantes gehörte zu den Verfassern der politischen Plattform: »Wir Kommunisten und das Nationalkomitee Freies Deutschland«. Am 9. Juli 1944 verhaftet und am 1. November 1944 zum Tode verurteilt, wurde Martin Schwantes am 5. Februar 1945 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Georg

* 27.3.1896 – ✝ 12.1.1945

Geboren am 27. März 1896 in Zwenkau bei Leipzig, Sohn eines Gastwirts; lernte das Bäckerhandwerk, war dann Hilfsarbeiter in einer Malerwerkstatt in Berlin. Im August 1914 noch Kriegsfreiwilliger, wurde er zum entschiedenen Kriegsgegner, schloß sich 1918 zunächst der SPD und Ende November 1918 der USPD an. Er gehörte zum Berliner Arbeiter- und Soldatenrat, zog 1919 nach Leipzig und ging hier zur KPD. Nach längerer Erwerbslosigkeit Metallarbeiter in Leipzig und später Betriebsrat in einer Eisengießerei, ab 1926 Stadtverordneter in Leipzig und Mitglied der engeren BL Westsachsen, von 1928 bis 1933 Sekretär des UB Leipzig-Flöha. Schwarz wurde 1929 in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten in Sachsen stand er auf dem Boden der Thälmann-Führung, war vehement für den Ausschluß der Anhänger Heinrich Brandlers. Im März 1933 verhaftet, saß er bis Ende März 1934 im KZ, dann Steinsetzhilfsarbeiter in Leipziger Betrieben. Er schloß sich im Krieg der illegalen Schumann-Gruppe an, war als Soldat Wachmann eines belgischen Offiziersgefangenenlagers in Colditz. 1943 Rückkehr nach Leipzig und dort im Juli 1944 erneut festgenommen. Vom VGH in Dresden am 24. November 1944 zum Tode verurteilt, wurde Georg Schwarz am 12.Januar 1945 in Dresden hingerichtet. Seine Tochter Sonja (* 1924), später mit Alfred Kurella verheiratet, erinnert in ihrem 2004 veröffentlichten Buch »Im Zwielicht der Erinnerung – Kindheit und Jugend von Sonja Kurella-Schwarz« eindrucksvoll an ihren Vater Georg Schwarz.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Walter

* 30.7.1907 – ✝ 25.6.1982

Geboren am 30. Juli 1907 in Berlin; Schneider. 1925 Mitglied der SAJ, trat im Januar 1930 mit einer Gruppe von SAJ-Mitgliedern zur KJO über. Mitglied der Reichsleitung der KJO, nahm an deren letzter legaler Reichskonferenz in Oelsnitz Pfingsten 1932 teil. Ab 1930 erwerbslos, ging Schwarz im Herbst 1932 auf Wanderschaft u. a. nach Spanien. Er blieb in Barcelona, fand Arbeit in seinem Beruf und schloß sich der Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM) an. Als aktiver Funktionär betreute er während des Bürgerkriegs die deutschen POUM-Sympathisanten und hielt die Verbindungen zwischen KPO und POUM. Er berichtete dem Auslandskomitee und dem Büro der Internationalen Vereinigung der Kommunistischen Opposition (IVKO) in Paris ausführlich über die politische Entwicklung und kämpfte als Soldat bei den POUM-Milizen an der Bürgerkriegsfront. Von der stalinistischen republikanischen Geheimpolizei inhaftiert, kam er Anfang 1939 frei und emigrierte nach Schweden. Nach 1945 nahm er die Kontakte zu den spanischen Genossen wieder auf und zog später für längere Zeit nach Spanien. Walter Schwarz starb am 25. Juni 1982 in Stockholm.

Wer war wer in der DDR

Schwarz, Joachim Chaim

* 7.11.1909 – ✝ 18.4.1992

Geb. in Berlin als Sohn poln.-jüd. Einwanderer; Gymnasium, 1929 Abitur; 1929 – 31 Studium der Lit. u. Geschichte an der Univ. Berlin; ab 1929 Veröff. in der »Voss. Ztg.« u. dem »Berliner Tageblatt«; 1933/34 Ausbildung zum Gärtnergehilfen; 1934 nach Palästina emigriert; 1934/35 Landarb. im Kibbuz; 1936 – 49 Hilfsarb.; 1940 Freiw. der brit. Luftwaffe; 1934 – 50 Romanautor, Veröff. in jüd. Ztgn. in Berlin u. Jerusalem; Freundschaft mit  Louis Fürnberg. 1950 Rückkehr nach Berlin (Ost); 1950 – 55…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Ernst

* 18.1.1886 – ✝ 29.5.1958

(* 1886 – † 1958) Geboren am 18. Januar 1886 in Landsberg/ Warthe; besuchte das Gymnasium in Landsberg und Berlin und studierte nach dem Abitur in Grenoble, Bonn und Berlin. 1915 promovierte er zum Dr. phil. Er hatte keine Verbindung zur sozialistischen Bewegung, soll sogar Mitglied einer bürgerlichen Partei gewesen sein. 1914 bis 1916 war er ununterbrochen an der Westfront eingesetzt. Für seinen Kriegseinsatz wurde er am 2.12.1915 mit dem „Friedrich-August-Kreuz“ am Band ausgezeichnet, dann wieder Studienassessor. Nach der Revolution 1918 in Chemnitz Mitglied der SPD, die ihn während des Kapp-Putsches mit der Kontrolle der Polizei in Chemnitz beauftragte (später hieß es deswegen, er sei dort Polizeipräsident gewesen). Schwarz radikalisierte sich und trat Mitte 1920 zur USPD über, wurde im Sommer 1920 deren Bezirkssekretär in Kiel. Er stand auf dem linken Flügel der USPD und ging mit diesem im Dezember 1920 zur KPD. Für die KPD wurde Schwarz (unter dem Pseudonym Tiede) Bezirkssekretär in Hessen-Kassel. Nach der März-Aktion 1921 geflüchtet, kehrte er nach Berlin zurück, hier im Dezember 1921 verhaftet und nach Kassel gebracht. Nach mehrmonatiger Haft wurde Schwarz im Oktober 1922 Studienrat in Berlin. Auch in der KPD gehörte er zum linken Parteiflügel, war Mitglied der BL Berlin-Brandenburg und Delegierter des VIII. Leipziger Parteitags 1923. Als die Linken auf dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 die Führung übernahmen, wurde Schwarz (Tiede) hauptamtlicher Polleiter von Thüringen. Der »Dicke«, wie er genannt wurde, konnte jedoch den rechten Thüringer Bezirk nicht für die linke Führung gewinnen. Im Mai und im Dezember 1924 zum Reichstagsabgeordneten gewählt, schloß er sich 1925 der ultralinken Opposition um Werner Scholem und Arthur Rosenberg an. Er wurde deswegen von der Ruth-Fischer-Führung seiner Funktion in Thüringen enthoben. Im Mai 1925 kehrte er nach Berlin zurück. Nach dem »Offenen Brief« und dem Auseinanderbrechen der Ultralinken bildete Schwarz zusammen mit Karl Korsch die Gruppe »Entschiedene Linke«, wurde Mitherausgeber der »Kommunistischen Politik«. Er trat am radikalsten gegen die Komintern auf, im Reichstag wandte er sich gegen die »konterrevolutionäre« Sowjetunion. Am 30. April 1926 wurde Schwarz aus der KPD ausgeschlossen. Er trennte sich mit seinen Anhängern im Herbst 1926 von der Korsch-Gruppe, gab ein eigenes Organ heraus (»Entschiedene Linke«) und näherte sich der KAPD. Im Dezember 1927 trat er aus seiner eigenen Gruppe »Entschiedene Linke« aus, weil diese sich mit der KAPD verschmolz und er als Mitglied der antiparlamentarischen KAPD sein Reichstagsmandat hätte niederlegen müssen. Schwarz blieb bis 1928 Reichstagsabgeordneter und ging dann wieder in den Schuldienst. Politisch entfernte er sich von der Arbeiterbewegung, sympathisierte mit der Paneuropa-Bewegung und bemühte sich um eine deutsch-französische Freundschaft. 1937 emigrierte Schwarz nach Frankreich, dann über Kuba und Mexiko in die USA, wo er zunächst in Chicago, später in Washington lebte und 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. 1956 kehrte er nach Deutschland zurück, lebte in Bad Godesberg, trat aber politisch nicht mehr hervor. Ernst Schwarz starb bei einem England-Besuch am 29.Mai 1958 in Twickenham.

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Schweitzer, Bernhard

* 3.10.1892 – ✝ 16.7.1966

Geb. in Wesel (Rheinland); Vater Offizier; 1902 – 11 Gymnasium in Karlsruhe, Abitur; 1911 – 17 Studium der klass. Archäol. u. Philol., Philos., Gesch. u. Kunstgesch. in Berlin u. Heidelberg, dort 1917 Prom., 1919 – 25 Ass. am Archäolog. Inst., 1921 Habil.; 1925 Prof. für Archäol. in Königsberg; 1932 Prof. für Archäol. in Leipzig u. Dir. des archäolog. Inst.; 1938 – 44 Haupthrsg. der Ztschr. »Die Antike«; 1944 korr. Mitgl. der Preuß. AdW; Mitgl. der Sächs. AdW. 1945 / 46 erster Rektor der Univ.…

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Schwertner, Edwin

* 11.2.1932 – ✝ 23.3.2016

Geb. in Reichenberg (ČSR / Liberec, Tschechien); Vater Weber; Volks- u. Oberschule, Abitur; 1946 FDJ; 1949 SED; 1950 – 53 Studium der Wirtschafswiss. an der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1953 – 58 wiss. Assistent u. Aspirant an der HU Berlin; 1959 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1958 – 60 Sekr. der SED-PO an der Veterinärmed. Fak. der HU Berlin; 1960 – 69 pol. Mitarb., 1969 Sektorenltr., 1976 stellv. Ltr. der Abt. Wiss. des ZK der SED; 1986 – 89 Ltr. des Büros des PB des ZK der SED im Range eines…

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Schwindt, Walter

* 20.3.1902 – ✝ 23.4.1969

Geboren am 20. März 1902 in Tilsit, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Tapezierer. Er trat 1922 in die KPD ein, wurde Mitglied der BL Ostpreußen und Stadtverordneter in Tilsit, 1927 wegen »kommunistischer Propaganda im Memelland« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Haftentlassung übersiedelte er 1930 nach Königsberg, war dort zunächst Instrukteur, später zeitweise auch Orgleiter der BL Ostpreußen. Schwindt kam im März 1932 als Nachrücker in den Reichstag und wurde im Juli 1932 im Wahlkreis Ostpreußen als Abgeordneter in das Parlament gewählt, aber im November 1932 nicht mehr aufgestellt. Ab Februar 1933 illegal für die KPD in Königsberg tätig, im Januar 1934 wurde Schwindt verhaftet, vom OLG angeklagt, jedoch im September 1934 freigesprochen. Er arbeitete als Tapezierer. 1945 trat Schwindt der KPD bei und war Hauptabteilungsleiter im Konsumverband Brandenburg, später Grundstücksverwalter. Während der Parteiüberprüfungen wurde er am 7. Dezember 1951 wegen »passiven Verhaltens in der NS-Zeit« aus der SED ausgeschlossen. 1957 beantragte er die Wiederaufnahme in die SED, die 1961 erfolgte. Er wurde Personalchef im Staatlichen Getränkekontor. Walter Schwindt starb am 23. April 1969 in Ost-Berlin.

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Seeliger, Rudolf

* 12.11.1886 – ✝ 20.1.1965

Geb. in München; Vater Astronom; Gymnasium, Abitur; 1905 – 09 Physik- u. Mathematikstudium in Tübingen, Heidelberg u. München; hier 1909 Prom.; 1909 – 11 Assistent an der Univ. Würzburg; 1911 – 18 Mitarb. an der Physikal.-Techn. Reichsanstalt Berlin; Soldat im 1. Weltkrieg; 1915 Habil. an der Univ. Berlin; 1918 a. o. Prof. für theoret. Physik an der Univ. Greifswald; 1921 ord. Prof.; 1940 Dir. des Physikal. Inst. 1946 – 48 Rektor der EMAU Greifswald (Nachf. von  Ernst Lohmeyer); CDU; 1949 –58…

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Segert, Dieter

* 20.4.1952

Geb. in Salzwedel; Mutter Bibliotheksangest., Vater Verwaltungs- u. Bankangest.; 1970 Abitur u. Facharbeiterabschluß als Funkmechaniker; 1970 – 74 Studium der Philos., 1974 / 75 Forschungsstud. an der HU Berlin; 1970 SED; 1975 – 78 Aspirantur u. Prom. an der Lomonossow-Univ. Moskau; ab 1978 wiss. Mitarb. an der Sektion marx.-leninist. Philos. der HU Berlin, 1983 / 84 Gastforschungsaufenthalt in Moskau, 1984 Habil. mit einer Arbeit über Widersprüche im polit. System des Sozialismus, 1985 Doz.,…

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Seidel, Ernst (Friedrich)

* 9.3.1885 – ✝ 6.6.1945

(* 1885 – † 1945) Geboren am 9. März 1885 in Ebersdorf bei Chemnitz/Amtsbezirk Flöha, Sohn eines Zimmermanns; lernte Steindrucker und zog nach der Wanderschaft 1907 nach Barmen-Elberfeld. Mitglied der SPD, aktiv in der Barmer Partei und der sozialdemokratischen Jugendarbeit. Im Weltkrieg Soldat, durch einen Kopfschuß schwer verletzt, kam er nach längeren Lazarettaufenthalt 1916 zurück nach Barmen-Elberfeld. Dort im Sommer 1917 wegen aktiver Antikriegsarbeit inhaftiert und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Während der Novemberrevolution im Arbeiter- und Soldatenrat in Barmen-Elberfeld und später auch in Düsseldorf, Delegierter beim 1. Reichsrätekongreß in Berlin. Gemeinsam mit Rosi Wolfstein und Gustav Triebel nahm Seidel als Vertreter Düsseldorfs am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil, war KPD-Vertreter im Düsseldorfer Aktionsausschuß. Am 9.März 1919 durch britische Besatzungstruppen verhaftet und wegen »kommunistischer Propaganda« zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung Ende 1921 kehrte er nach Barmen zurück, heiratete dort Anfang 1922 Käthe Martin (* 24. 10. 1894 – † 8. 9. 1971). Ab September 1922 besoldeter Bundessekretär des Arbeiter-Abstinenten-Bundes in Berlin, anschließend in der Betriebsräteabteilung der Zentrale der KPD. Später Instrukteur und Referent, u. a. in Pommern eingesetzt. Ab Januar 1924 wieder in der KPD-Ortsgruppe Barmen aktiv. Seidel wurde am 1. März 1933 verhaftet, kam bis August 1934 ins KZ. Wegen Sammlungen für hilfsbedürftige Häftlinge, für Anwaltskosten usw. im Juli 1936 erneut festgenommen und mit seiner Frau wegen politischer Arbeit im »Wuppertal-Komitee« am 6.März 1937 zu sechs Jahren bzw. Käthe Seidel zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Er saß von März 1937 bis Juli 1942 im Zuchthaus Münster, dann nach Dachau überführt, blieb er bis April 1945 in Haft. Ernst Seidel starb am 6. Juni 1945 in einem Krankenhaus in München an den Haftleiden.

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Seidel, Wilfried

* 21.8.1939

Geb. in Bannewitz (Krs. Freital, Sachsen); Vater Rangiermeister; Grund- u. Oberschule; 1955 – 57 Lehre u. Arbeit als Maschinen- u. Reparaturschlosser; 1957 – 59 NVA; 1959 / 60 Reparaturschlosser; 1960 SED; 1960 – 63 Stud. an der Ingenieurschule in Meißen, Ing. für Kraft- u. Arbeitsmaschinen; 1963 / 64 Hauptmechaniker, 1965 Techn. Ltr; 1965 / 66 Lehrgang an der SED-BPS; 1966 – 70 Techn. Ltr.; 1970 – 76 1. Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Zossen; Fernstud. an der TU Dresden,…

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Schwantz, Gustav

* 30.9.1888 – ✝ 9.1.1964

Geb. in Repplin (Krs. Pyritz, Pomm. / Rzeplino, Polen); Vater Landarb.; Volksschule u. Präparandenanstalt, 1908 Berufung zum Volksschullehrer; 1934 wg. »Verstoßes gegen das Genossenschaftsgesetz« zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, anschl. Pächter in der Landwirtschaft. 1945 SPD u. Bürgermeister von Demmin, ab Febr. 1946 Landrat des Krs. Demmin; 1946 SED; 1950 / 51 Landrat des Krs. Pasewalk-Ueckermünde; 1951 – 53 Vors. des Rats des Krs. Schwerin; 1953 – 61 OB von Schwerin (Nachf. von  Johanna…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schwarz, Hans

* 9.11.1909 – ✝ 2.9.1944

Geboren am 9. November 1909 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Bäcker, später Notstandsarbeiter beim Berliner U-Bahnbau. Er schloß sich 1928 dem KJVD und der KPD an, wurde 1932 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. 1933 wurde Schwarz Mitarbeiter im AM-Apparat der Landesleitung in Berlin. Im Oktober 1933 zeitweilig festgenommen, bekam er nach seiner Freilassung den Parteiauftrag, den Gestapo-V-Mann Alfred Kattner umzubringen, die Tat führte er am 1. Februar 1934 gemeinsam mit Kurt Granzow in Nowawes aus. Anschließend gelangte Schwarz mit Hilfe von Leo Roth nach Prag, dann in die Sowjetunion, dort 1934/35 Ausbildung an der M-Schule der Komintern. 1936 kam er als Angehöriger der Internationalen Brigaden nach Spanien. Noch während des Bürgerkrieges wieder in der Sowjetunion, erhielt durch die GRU der Roten Armee weitere Ausbildung zum Funker. Schwarz kam 1940 in die Slowakei, berichtete über Material- und Truppentransporte und bereitete Sprengstoffanschläge vor. Anfang 1942 von der slowakischen Sicherheitspolizei verhaftet und der Gestapo übergeben, machte er umfangreiche Aussagen auch über seine Beteiligung beim Fememord an Kattner. Die Geständnisse von Heinrich Fomferra und Schwarz sollen zur Verhaftung des illegalen Funkers Johann Wenzel in Belgien und zur Zerschlagung des gesamten Organisationsnetzes der »Roten Kapelle« beigetragen haben. Die Gestapo hatte Schwarz und Fomferra an die slowakische Sicherheitspolizei zurücküberstellt, und beide wurden im Januar 1944 vom Bezirksgericht Bratislava wegen Sabotage und Spionage zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Befreit aus dem Zuchthaus Ruzomberok, schloß sich Schwarz einer Partisaneneinheit an. Am 2. September 1944 während des slowakischen Nationalaufstandes im Gefecht bei Telgart soll Hans Schwarz gefallen sein.

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Schwarz, Hanns

* 25.6.1898 – ✝ 27.1.1977

Geb. in Berlin; Mutter Schneiderin; 1914 Adoption durch seine Tante Maria, die mit dem jüd. Journalisten u. Schriftst. Dr. Max S. verh. war; 1917 Abitur am Friedrichswerderschen Gymnasium in Berlin; 1918 – 23 Med.-Studium in Freiburg i. Br., München u. Berlin; 1924 Assistenz- u. 1928 – 32 Oberarzt an der Univ.-Nervenklinik der Charité bei Karl Bonhoeffer; 1924 Prom. über »Beeinflussung katatonischer Zustände«; 1933 – 38 Leitung des Sanatoriums »Berolinum« in Berlin-Lankwitz; wegen »Mischehe« mit…

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Schwarz, Josef

* 2.7.1932 – ✝ 8.7.2019

Geb. in Prag; Stiefvater Heizer, Mutter Blumenbinderin; Mittelschule; 1946 – 49 Landw.-Lehre; 1949 – 52 Schüler an der FS für Landw., Landwirt; 1950 SED; 1952 – 55 DVA, Dipl.-Wirtsch.; 1955 Eintritt in das MfS, BV Potsdam, Abt. III (Sicherung der Volkswirtschaft); 1962 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1968 stellv. Operativ des Ltr. der BV Schwerin des Mfs; 1972 Prom. zum Dr. jur. an der JHS, Thema: Arbeit mit Führungs-IM; 1982 Ltr. der BV Erfurt des MfS (Nachf. von  Martin…

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Schwarzer, Friedrich

* 5.9.1892 – ✝ 2.4.1959

Geb. in Pölschow (b. Rostock); Vater Eisenbahnbeamter; Volksschule; Ausbildung zum Versicherungskaufm. bei der »Mecklenburg. Hagel- u. Feuerversicherungsgesell.; 1913 nach Eintritt in die Gewerkschaft u. Mitgliedschaft im Betriebsrat entlassen; 1914 – 16 Militärdienst, ab 1916 felddienstuntauglich; 1919 SPD; 1919 – 21 Angest. bei der DR; 1921 – 33 städt. Angest. in Neubrandenb., u. a. Hauptdezernent im Wohlfahrts- u. Steueramt, 1929 – 33 besoldeter Stadtrat; 1927 – 32 MdL u. Sekr. der…

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Schweizer, Peter

* 3.1.1921 – ✝ 22.1.2009

Geb. in Erfurt; Vater Architekt; 1939 – 45 Wehrmacht; 1945 – 47 Ausbildung zum Maurer, Fachstudium zum Maurermeister an der Handwerksschule in Weimar; 1948 / 49 techn. Angest. bei Egon Hartmann im Thüring. Hochbauamt in Weimar; 1949 – 51 Studiotheater in Weimar; 1949 / 50 Wiederherstellung Schloß Ettersburg in Weimar; 1950 SED; 1951 Zentr. Verw.-Schule Thür.; 1951 / 52 Heim für schwer erziehbare Kinder Weimar; 1951 1. Preis beim Bauwettbewerb Stalinallee im Kollektiv von Egon Hartmann; 1952 DBA;…

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Schwierzina, Tino-Antoni

* 30.5.1927 – ✝ 29.12.2003

Geb. in Königshütte (Oberschles. / Chorzóro, Polen); Vater Arzt; ab 1933 Schulbesuch in Magdeburg; 1943 Luftwaffenhelfer, RAD, 1944 Wehrmacht; 1945 – 48 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1948 Abitur; 1948 – 52 Jurastudium an der HU Berlin, Wirtschaftsjur.; 1948 – 90 Mitgl. der IG Nahrung u. Genuß; 1950 – 52 FDJ; 1950/51 Arbeit für das Dt. Komitee der Kämpfer für den Frieden bzw. Dt. Friedenskomitee; 1952 – 68 Justitiar in versch. staatl. Kontoren des Fisch- u. des Getränkehandels im VEB Bärensiegel…

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Schwotzer, Kurt

* 31.3.1897 – ✝ 25.6.1980

Geb. in Hartmannsdorf (Bez. Zwickau, Sachsen); Vater Maurer u. Weber, Mutter Textilarb.; 1903 – 11 Volksschule in Hartmannsdorf; 1911 – 14 Ausbildung zum Huf- u. Wagenschmied sowie Besuch der Fortbildungsschule; 1914/15 in Hartmannsdorf u. Berlin im Beruf tätig; 1915 – 18 freiw. Militärdienst; 1919 Schmied in Uelzen (Niedersachsen); 1920 KPD Hamburg; Mitbegr. der KPD Uelzen; dort 1920 – 24 Kassierer; 1924 – 29 Pol.-Ltr.; 1920 – 28 Gelegenheitsarb. u. erwerbslos; 1926 – 28 Pol.-Ltr. im RFB; 1925…

Wer war wer in der DDR

Seemann, Horst

* 11.4.1937 – ✝ 6.1.2000

Geb. in Pyhanken (Landkreis Teplitz-Schönau, ČSR / Běhánky, Tschechien); Vater Musiker u. Verwaltungsangest.; 1956 Abitur; 1958 – 62 Studium der Regie an der Dt. HS für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg; Regieassistenz bei Sergej Gerassimow u.  Günter Reisch; Dipl. mit dem »Stacheltier«-Kurzspielfilm »Der Fluch der bösen Tat« (1962); drei weitere »Stacheltier«-Prod., dann Regisseur im DEFA-Studio für Spielfilme, bei seinen Filmen oft auch Drehbuchautor; erster großer Spielfilm: »Hochzeitsnacht im…

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Seghers, Anna

* 19.11.1900 – ✝ 01.06.1983

Geb. in Mainz in einer jüd. Familie; Vater Antiquitäten- u. Kunsthändler; 1915 – 19 Gymnasium in Mainz, 1919 Abitur; danach Studium der Philol., Geschichte, ostasiat. Kunstgeschichte u. Sinol. in Heidelberg u. Köln; 1924 in Köln Prom. zum Dr. phil. über »Jude u. Judentum im Werke Rembrandts«; 1925 durch Heirat mit László Radványi ( Johann-Lorenz Schmidt-Radványi) ungar. Staatsbürgerschaft; 1925 Übersiedl. nach Berlin; Austritt aus der israelit. Religionsgem.; Besuch der MASCH in Berlin; 1928…

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Seidel, Bernd

* 23.3.1949

Geb. in Burgstädt (Krs. Rochlitz, Sachsen); Vater Rundfunkmechaniker, Mutter Kontoristin; Grund- u. Oberschule; 1963 FDJ; Berufsausbildung als Dreher mit Abitur im VEB »Germania« Karl-Marx-Stadt; 1967 – 74 Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Physiker; 1974 / 75 wiss. Ass. u. Prom. zum Dr. rer. nat.; 1976 SED; 1976 / 77 wiss. Mitarb., 1977 / 78 HA-Ltr. im VEB Maschinenbauhandel Leipzig; 1979 – 83 1. Stellv. bzw. Bürgermeister des Stadtbez. Leipzig-Mitte; 1981 / 82 Stud. an der AfG beim ZK der KPdSU…

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Seifert, Ilja

* 6.5.1951 – ✝ 10.9.2022

Geb. in Berlin; 1958 – 70 Schulbesuch in Sebnitz, Cottbus u. Birkenwerder (b. Berlin), dort Abitur an der Sonderschule für Körperbehinderte; seit dem 17. Lebensjahr durch einen Badeunfall querschnittsgelähmt (Rollstuhlfahrer); 1965 FDJ; 1971 – 75 Studium an der HU Berlin, Dipl.-Germanist; 1975 SED; 1976 – 81 wiss. Mitarb. am ZI für Lit.-Geschichte der AdW; dort Prom. zum Dr. phil. mit einer Diss. über pol.-liter. Ztschr. der Weimarer Rep.; 1981 – 90 wiss. Mitarb. am Berliner Haus für…