Eisler, Gerhart (1956)
Siehe auch die Jahre 1953 1954 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966
* 20. 2. 1897 in Leipzig als Sohn eines später in Wien tätigen Philosophie-Professors. Im 1. Weltkrieg österr. Offizier. Nach Kriegsende kommun. Agitator und Journalist. 1923 von Karl Radek aus der Redaktion der „Roten Fahne“ entlassen, von Brandler als Leiter der Staatskanzlei in der damaligen „Sächsischen Arbeiterregierung“ eingesetzt. 1928 rebellierte E. offen gegen die Apparatschiks der Stalin-Gruppe Thälmann/Ulbricht, wofür er am 18. 2. 1951 in der „Täglichen Rundschau“ öffentlich Abbitte leisten mußte. In der NS-Zeit emigriert, 1936 in Spanien, von 1939 bis 1940 in Frankreich interniert, dann in Mexiko, anschließend in den USA. Wegen illegaler Arbeit zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Floh im Sommer 1949 in die SBZ. Von 1949 bis zur Auflösung am 1. 1. 1953 Leiter des Amtes für ➝Information der SBZ. Seit 1954 Leiter des Amtes für Demoskopie im Ministerium für Kultur, seit 18. 10. 1956 Stellv. des Vorsitzenden des Staatlichen Rundfunkkomitees. Von der Universität Leipzig 1949 zum Professor ernannt. 27. 2. 1957 „Vaterländ. Verdienstorden“ in Silber.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1956: S. 72
Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1956 wider.
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Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX https://www.kommunismusgeschichte.de/biolex/article/detail/eisler-gerhart verwiesen.