Klassenkampf auf dem Lande (1959)
Siehe auch:
Die Folge der unterschiedlichen marxistisch-ideologischen Bewertung des Verhältnisses des Proletariats zur Bauernschaft. Dabei werden die Landarbeiter und bis zu einem gewissen Grade auch [S. 177]die werktätigen ➝Bauern als zugehörig, Mittelbauern als immerhin noch „bündnisfähig“ angesehen, während die Großbauern grundsätzlich außerhalb der „Arbeiter- und -Bauernmacht“ stehen und daher mit unterschiedlichen Mitteln (vor allem wirtschaftlicher Benachteiligung) zu Fall gebracht werden sollen. Mit zunehmender Kollektivierung erstreckt sich der K. mehr auf das Verhältnis zwischen Einzel- und Genossenschaftsbauern; die umfangreiche staatliche Unterstützung letzterer muß als indirektes Mittel des K. angesehen werden. Es stellt den Einzelbauern letzten Endes vor die Entscheidung, in die LPG einzutreten, den Beruf zu wechseln oder Republikflucht zu begehen. Im Rahmen einer taktischen Dialektik und aus staatlichem Produktionsinteresse wird die „enge kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Genossenschafts- und Einzelbauern“ zeitweise gefordert.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1959: S. 176–177