Berliner Außenring (1960)
Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985
Strategisch wichtige, rund 180 km lange Strecke der „Deutschen Reichsbahn“, die Berlin (in teilweise beträchtlichem Abstand von der inneren „Ringbahn“) umgeht. Die SED will vortäuschen, erst ihr Regime habe den BA. wesentlich geschaffen. Doch war er, nachdem der Versailler Vertrag den Weiterbau der 1919 zu fast einem Drittel befahrenen Strecke von 1919 bis 1936 gehemmt hatte, 1943 dann bereits auf fast zwei Dritteln seiner Länge in Betrieb. Am BA., der 1945–46 großenteils demontiert worden war, arbeitete die „Reichsbahn“ der SBZ erst seit 1950, als die Blockade West-Berlins es der SU und der SED nahegelegt hatte, sich von den durch West-Berlin laufenden Bahnstrecken unabhängig zu machen.
Die „Reichsbahn“ machte 1. seit 1950 die Demontagen auf dem BA. wieder rückgängig; baute 2. bis 1951 zwischen Großbeeren (an Leipziger Fernstrecke) und Schönefeld (nahe Breslauer Fernstrecke) eine Parallelstrecke zu einem schon vorhandenen, aber durch den Westsektor gehenden Abschnitt des BA.; schuf 3. von 1950 bis 1955 zwischen Karow (an Stettiner Fernstrecke) und Wustermark (an Kölner Fernstrecke) das vor 1944 fehlende nördliche Drittel des BA.; und baute 4. zwischen Eiche-Golm (westlich Potsdam, nahe Magdeburger Fernstrecke) und Saarmund (nahe Erfurter Fernstrecke), über einen der [S. 61]Havel-Seen hinweg, 1955–1957 eine Abkürzung des ursprünglichen BA., der bisher eine spitze Ausbuchtung nach Seddin hin (an Dessauer Fernstrecke) hatte. Der nun ganz zweigleisig ausgebaute BA. diente an sich dem Güterverkehr, doch werden über ihn auch jene Personenzüge geleitet, die West-Berlin umfahren sollen. — Bei ihrem Versuch, West-Berlin zu schädigen und lahmzulegen, mißbraucht die SED den BA. für rein politische Zwecke. (Eisenbahn, Verkehr)
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 60–61