DDR von A-Z, Band 1963

Zeitsummenmethode (1963)

 

 

Siehe auch die Jahre 1965 1966 1969


 

Zur allgemeinen Einführung in der Industrie der SBZ vorgesehene Methode zur Messung der Arbeitsproduktivität. Die Z. war — wie es offiziell hieß — Ende 1962 in etwa 80 v. H. der zentralgeleiteten Industriebetriebe „mehr oder weniger ausreichend“ eingeführt. Sie besteht darin, daß die Entwicklung der Arbeitsproduktivität nicht mehr durch die Division der Zahl der Arbeitskräfte durch den Produktionswert (pro-Kopf-Methode) ermittelt werden soll, sondern durch die Addition des effektiven Zeitaufwandes für jeden einzelnen Arbeitsvorgang. Die zahlreichen Kritiker aus der Praxis erklären, die Z. sei zu kompliziert und erfordere einen hohen Personalaufwand; außerdem lasse sich der Zeitaufwand nicht durchweg für jeden Arbeitsvorgang hinreichend genau erfassen. Die Z. gilt der Propaganda zufolge „als ein wichtiges Instrument für die sozialistische Wirtschaftsführung“.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 544


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.