Versandhandel (1965)
Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1979
Durch Ministerratsbeschluß vom 5. 8. 1954 eingeführte Form des staatlichen und genossenschaftlichen Handels zur Versorgung der Landbevölkerung mit Industriewaren. Die großen Warenhäuser sollten den V. auf alle Bezirke ausdehnen, erzielten jedoch wegen Warenmangels bis Ende 1955 keine Erfolge. Auf Grund eines Ministerratsbeschlusses vom 28. 10. 1955 und nachträglicher AO vom 12. 3. 1956 wurde zum 1. 1. 1956 ein „volkseigenes“ Versandhaus mit dem Sitz in Leipzig gegründet, das zunächst als einziges Unternehmen den V. mit Industriewaren in der ganzen SBZ betrieb. Ende 1955 haben sich die Konsumgenossenschaften mit dem Versandhaus in Chemnitz in den V. für den spezifischen Landbedarf eingeschaltet. Beide Versandhäuser haben sich umsatzmäßig sehr gut entwickelt und haben im Neuer ökonomischen System eine noch größere Perspektive, da die Betreuung der Arbeiter an den Aufbauschwerpunkten hinzukommt.
Das HO-Versandhaus in Leipzig rechnet 1963 mit 1,6 Mill. Auslieferungen, während für das Konsum-Versandhaus 1,0 Mill. angegeben werden. Es beschränkt sich auf Gemeinden unter 3.000 Einwohner. Wie in der BRD dringt auch der V. über den ursprünglichen Bereich hinaus vor und hält stationär in größeren Gemeinden Verkaufsschauen besonders in Textilien und Konfektion ab, auf denen teilweise guter Umsatz getätigt wird. Seit Okt. 1964 ist der V. auch am Teilzahlungsgeschäft beteiligt. Zu erwähnen ist noch das DSG-Versandhaus in Erfurt, das mit einem breitgestreuten Sortiment an Gemüse- und Blumensamen die Versorgung besonders der Kleingärtner übernommen hat.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 452
| Versachlichung | A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z | Versicherung der Volkseigenen Betriebe |