DDR von A-Z, Band 1969

Amortisationen (1969)

 

 

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1975 1979 1985


 

A. sind angesammelte Erlösteile, die über die Abschreibungen als Bestandteil der Selbstkosten im Preis realisiert werden.

 

Den Begriff der A. rechnet man der Finanzierungssphäre zu, während die Abschreibungen als Begriff zur Kostensphäre gehören. Die Entstehung der A. setzt einen Umsatzakt voraus. Sofern ein planmäßiger Ersatzbedarf im betrieblichen Investitionsplan vorgesehen ist, wird ein Teil der A. dem Fonds für Investitionen (Fonds) zugeführt. Dieser Fonds existiert als Sonderbankkonto unter diesem Namen bei der für den Betrieb zuständigen Bank. Die A. werden zuvor großenteils auf dem Separatkonto A.-Fonds des Betriebes bei seiner Bank gesammelt. Es ist aber auch möglich, daß die A. direkt auf das Konto Investitionsfonds überwiesen werden.

 

Die A. werden in erster Linie für die Erhaltung und den Ersatz der verbrauchten Grundmittel bei dem Betrieb eingesetzt, der dieses Kapital bildet. Bei Betrieben im Rahmen oiner VVB sind diese jedoch berechtigt, die zeitweilig nicht benötigten A. der Betriebe über den A.-Verwendungsfonds der VVB zwischen den Betrieben ihres Zuständigkeitsbereiches umzuverteilen, um dadurch die Rekonstruktion und Modernisierung aus Eigenmitteln der VVB sicherzustellen.

 

Während vor dem Beginn der Wirtschaftsreform 1963/64 die A. im wesentlichen der Ersatzbeschaffung verbrauchter Grundmittel dienen und darüber hinaus auch noch die Finanzierung von Generalreparaturen und Kleininvestitionen ermöglichen sollten, wurden die A. infolge der Änderung der Abschreibungssätze, des Abschreibungsverfahrens und durch die Neu- und Höherbewertung des in der Wirtschaft eingesetzten Anlagenparks zu einer bedeutenden Quelle für die Finanzierung der volkswirtschaftlichen Bruttoinvestitionen. Diese Reformmaßnahmen stehen im Zusammenhang mit den Bestrebungen der mitteldeutschen Investitionspolitik, durch den Rationalisierungseffekt einer stärkeren Selbstfinanzierung einen effizienteren Einsatz der verfügbaren Kapitalgüter zu erreichen (Prinzip der Eigenerwirtschaftung der Investitionsmittel). (Investitionen)


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 25


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.