Koexistenz (1969)
Siehe auch:
Auf Lenin zurückgeführter, erstmalig von Stalin verwendeter, von Chruschtschow zum außenpolitischen Prinzip erhobener Grundbegriff, der auch im gültigen Programm der KPdSU verwendet wird. Dabei wird hervorgehoben: 1. Das „friedliche Nebeneinanderleben von Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen“ sei die „einzige Alternative zum Krieg“; 2. K. sei nötig zur Verbesserung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den Staaten und zugleich vorteilhaft für den Kommunismus und sein Bestreben, den „wirtschaftlichen Wettbewerb mit dem Kapitalismus“ zu gewinnen; 3. K. „bedeutet nicht, daß der ideologische Kampf eingestellt wird“, ideologische K. gilt als Abweichung; 4. K. „bedeutet keineswegs Verzicht auf den Klassenkampf … Die K. ist eine Form des Klassenkampfes zwischen Sozialismus und Kapitalismus“ Zusammenfassend heißt es im 1961 verkündeten Parteiprogramm der KPdSU: „Die friedliche K. bildet die Grundlage des friedlichen Wettbewerbs zwischen Sozialismus und Kapitalismus im internationalen Maßstab und stellt eine spezifische Form des Klassenkampfes zwischen ihnen dar. Indem die sozialistischen Länder sich konsequent für die friedliche K. einsetzen, streben sie nach unablässiger Festigung der Positionen des sozialistischen Weltsystems … Bei friedlicher K. hat die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder günstigere Kampfmöglichkeiten, fällt es den Völkern der kolonialen und abhängigen Länder leichter, für ihre Befreiung zu kämpfen.“
Literaturangaben
- Leonhard, Wolfgang: Sowjetideologie heute, Bd. II — Die politischen Lehren (Fischer-Bücherei, 461). Frankfurt a. M., 1962. 328 S.
- Ahlberg, René: Weltrevolution durch Koexistenz. Berlin 1962, Colloquium-Verlag. 80 S. m. Kt.
- Brzezinski, Zbigniew K.: Der Sowjetblock — Einheit und Konflikt (a. d. Amerik.). Köln 1962, Kiepenheuer und Witsch. 581 S.
Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 333
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