DDR von A-Z, Band 1969

Zeitsummenmethode (1969)

 

 

Siehe auch die Jahre 1963 1965 1966


 

Durch Ministerratsbeschluß vom Okt. 1962 zur allgemeinen Einführung in der mitteldeutschen Industrie vorgesehene Methode zur Messung der Arbeitsproduktivität. Sie besteht darin, daß die Entwicklung der Arbeitsproduktivität nicht mehr durch die Division der Zahl der Arbeitskräfte durch den Produktionswert (pro-Kopf-Methode) ermittelt wird, sondern durch die Addition des effektiven Zeitaufwandes für jeden einzelnen Arbeitsvorgang. Die zahlreichen Kritiker aus der Praxis erklärten, die Z. sei zu kompliziert und erfordere einen hohen Personalaufwand; außerdem lasse sich der Zeitaufwand nicht durchweg für jeden Arbeitsvorgang hinreichend genau erfassen. Die Schwierigkeiten führten dazu, daß die Abrechnung der Arbeitsproduktivität in den Industriebetrieben vielfach fehlerhaft war. Es hatte sich als unmöglich erwiesen, die von der Staatlichen Plankommission auf der Grundlage von Preiskennziffern vorgegebenen Planaufgaben umzurechnen in differenzierte Zeitsummenziffern. In die methodischen Vorschriften zur Einführung des Neuen ökonomischen Systems wurde die Z. nicht aufgenommen. Der Initiator der Z., Prof. Fritz Behrens, bemüht sich indessen weiterhin um die allgemeine Einführung dieser Methode.


 

Fundstelle: A bis Z. Elfte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1969: S. 743


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.