DDR von A-Z, Band 1975

Landtechnik (1975)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1969 1979 1985


 

Der L. (Maschinen, Geräte und Anlagen zur Mechanisierung der Agrarproduktion) kommt in der Landwirtschaft der DDR eine zweifache Bedeutung zu. Einerseits dient sie der Entlastung der Arbeitskräfte von körperlich schweren Arbeiten und der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Andererseits werden über die [S. 499]Entwicklung und Bereitstellung der landtechnischen Ausrüstungen agrarpolitische, insbesondere strukturpolitische Ziele verfolgt. Hierzu heißt es: „In der Bereitstellung der Landtechnik realisiert die Arbeiterklasse ihren Führungsanspruch gegenüber der Klasse der Genossenschaftsbauern.“ Es werden insbesondere Großmaschinen entwickelt bzw. importiert (Schnittbreite der neuen Mähdrescher 7,5 m, 6reihige Rübenerntemaschinen, Traktoren mit 100–300 PS, Agrarflugzeuge etc.), deren Ankauf und Einsatz für den einzelnen Betrieb unrentabel sind; oder es wird verfügt, daß mehrere Maschinen als Komplexe (z. B. 5 Mähdrescher, 3 Traktoren etc.) eingesetzt werden müssen. Diesen Komplexen wird die erforderliche Folgetechnik (Strohbergung, Transport, Traktoren und Schälpflüge etc.) zugeordnet, wodurch ganze Maschinensysteme entstehen. Die Anschaffung dieser Maschinensysteme kann ebenfalls nur von mehreren Betrieben gemeinsam vorgenommen werden. Häufig wird der Einsatz von Erntemaschinen bzw. -komplexen zentral von der Kreisbehörde gelenkt. Infolgedessen sind die Landwirtschaftsbetriebe zur Kooperation veranlaßt. Das kann jedoch nur dann realisiert werden, wenn die technische Ausstattung der Einzelbetriebe gering gehalten wird (Agrarpolitik; Landwirtschaft; Landwirtschaftliche Betriebsformen). 1973 verfügte die Landwirtschaft bei 6,3 Mill. ha Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) u. a. über folgende technische Ausrüstung:

 

 

Spezielle Ausbildungsstätten für L. bestehen an der TU Dresden (Dipl.-Ing. für L.) und den Ingenieurschulen für L. in Friesack und Nordhausen (Ingenieur für L.).


 

Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 498–499


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.