SPD (1975)
Siehe auch:
Abk. für Sozialdemokratische Partei Deutschlands.
Arbeiterpartei, die als Vereinigung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (den Eisenachern) und dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Lassalleanern) 1875 gegründet wurde; heute mitgliedsstärkste politische Partei in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin. Nach Auffassung der SED verteidigt die Führung der SPD den „Monopolkapitalismus“ und „Imperialismus“ in der Bundesrepublik Deutschland; die SPD sei wesentlich durch politischen „Opportunismus“ gekennzeichnet und vertrete eine aktiv „pro-imperialistische“ Politik. Dies sei bereits aus dem Godesberger Programm von 1959 klar abzulesen (Sozialdemokratismus).
Nach Eintritt der SPD in das Kabinett der Großen Koalition in der Bundesrepublik 1966 wurde die Partei eine Zeitlang von der Propaganda der SED als „SP“ bezeichnet. Gleichzeitig benutzte die SED diese Polemik, um ihre Politik der Isolierung West-Berlins von der Bundesrepublik propagandistisch zu unterstützen: Von der „SP“ wurde die „Westberliner SP“ bzw. „Sozialdemokratische Partei Westberlins“ unterschieden. Nach Bildung des ersten Kabinetts der Kleinen Koalition in der Bundesrepublik 1969 wandelte sich die Haltung der SED-Propagandisten gegenüber der SPD. Einerseits wurde der Ost- und Deutschlandpolitik der SPD ein „gewisser Realismus“ bescheinigt und ihre Leistungen im kommunalen und gesellschaftspolitischen Bereich teilweise als den Interessen der „werktätigen Bevölkerung“ entsprechend anerkannt. Andererseits wird den „rechten Führern“ der SPD im Zuge der Abgrenzungspolitik der SED vorgeworfen, daß sie ihre Machtpositionen zur Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems mißbrauchen.
Fundstelle: DDR Handbuch. Köln 1975: S. 802