DDR von A-Z, Band 1985

Ausländerstudium (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1963 1965 1966 1969 1975 1979


 

Grundlage des A. sind in zunehmendem Maße multilaterale Verträge im Rahmen des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Sie treten an die Stelle bilateraler Regierungsverträge und Kulturabkommen. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen mit internationalen Organisationen, z.B. der Internationalen Studenten-Union.

 

In der DDR studieren gegenwärtig Studenten aus mehr als 100 Staaten. Neben den sozialistischen Staaten stellen die Länder der Dritten Welt das größte Kontingent. Seit 1951 wurden vermutlich etwa 18.000 ausländische Studenten an den Universitäten und Hochschulen der DDR ausgebildet. Die größte Gruppe von ausländischen Studenten kommt seit Jahren aus der Demokratischen Republik Vietnam.

 

Die ausländischen Studierenden erhalten ein Stipendium, dessen Höhe in den Verträgen festgelegt wird. Im Rahmen des RGW besteht ein Stipendienfonds zur Ausbildung von Studenten aus den Ländern der Dritten Welt, über dessen Verteilung die Konferenz der Hochschulminister der sozialistischen Länder entscheidet.

 

Ein Schwerpunkt für das A. ist die Karl-Marx-Universität Leipzig. Hier studieren gegenwärtig über 1000 ausländische Studenten aus mehr als 70 Staaten. Am 1956 gegründeten Herder-Institut der Universität werden die ausländischen Studenten in mehrmonatigen Lehrgängen und Sprachkursen auf das Studium in der DDR vorbereitet. Bislang (1983) haben nach offiziellen Angaben über 17.000 ausländische Studenten das Institut besucht. Seit 1961 besteht an diesem Institut eine besondere Vorstudienabteilung für Studenten ohne Hochschulreife, die in mehrjährigen Kursen neben der deutschen Sprache das erforderliche Fachwissen der Schwerpunktfächer der erweiterten Oberschule vermittelt und zur Sonderreifeprüfung führt. Darüber hinaus ist das Institut für die Förderung deutscher Sprachkenntnisse im Ausland (Germanistik, 3.) verantwortlich. Da die Kapazitäten des Instituts nicht mehr ausreichen, wird die Sprachausbildung immer mehr in die Entwicklungsländer verlagert und werden Lehrer aus der DDR dorthingeschickt. Entwicklungshilfe.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 101


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.