DDR von A-Z, Band 1985

Medizinischer Assistent (1985)

 

 

1951 wurden „Arzthelfer“ als Berufsgruppe des Mittleren medizinischen Personals im Gesundheitswesen der DDR eingeführt, entsprechend dem „Feldscher“ in der UdSSR (wie auch dem „medical assistent“ in den USA). Sie sollten die (damals knappen) Ärzte entlasten, in den staatlichen Einrichtungen der ambulanten medizinischen Betreuung — Polikliniken, Ambulatorien wie auch im Betriebsgesundheitswesen — vorläufige Diagnosen stellen und therapeutische Maßnahmen einleiten. Seit 1957 durften sie auch [S. 883]die Arbeitsbefreiung aussprechen. 1960 wurden ihre Aufgaben auf vorbeugende Tätigkeiten und die Mitwirkung als Anästhesisten im Operationsdienst beschränkt, das Berufsbild also aufgeteilt; zugleich wurde eine gesonderte Ausbildung für den Arbeitshygieneinspektor in der Arbeitshygiene und für den Hygieneinspektor in der Hygiene-Inspektion eingeführt. Die verbliebene Gruppe führt seit 1970 die Berufsbezeichnung MA.

 

Arzthelfer bzw. MA. wurden auf Medizinischen Schulen, seit 1974 ausschließlich an einer Medizinischen Fachschule in Berlin (Ost) ausgebildet, und zwar als Qualifizierung (Weiterbildung) auf der Grundlage abgeschlossener Ausbildung und mehrjähriger Berufstätigkeit in der Krankenpflege. In der Folgezeit ist die Ausbildung eingestellt worden. Die Zahl der noch berufstätigen MA. wird nicht veröffentlicht. Gesundheitswesen, III. C.; Gesundheitswesen, VI. B.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 882–883


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.