Mode (1953)
Siehe auch die Jahre 1954 1960 1962 1963 1965 1966 1969
Auch die M. ist in der SBZ ausschließlich auf den Grundsatz ihres Nutzwertes ausgerichtet. Gefällige Formen und Farben sollen die Arbeitsfreudigkeit der Frau und damit indirekt die Arbeitsproduktivität steigern. Eine auffällige Eintönigkeit der Farben und Stoffe ist auf die mangelhafte Leistungsfähigkeit der Textil- und Farbenindustrie zurückzuführen.
Auf Modenschauen werden mit Vorliebe „Modelle, die in unsere Zeit passen und den Wünschen der werktätigen Frauen gerecht werden“, gezeigt. („Tägliche Rundschau“ vom 15. 3. 1951.) Bewohner der SBZ, die sich nach westlicher Mode kleiden, werden als reaktionär und dekadent bezeichnet und häufig öffentlich diffamiert. Dagegen ist die M. der SBZ in die Politik „eingeplant“ und muß sich ihre Existenzberechtigung mit Friedensparolen erkaufen: „Das Modehandwerk stellte seine Modenschau unter das Motto: ‚Nur im Frieden kann das Handwerk gedeihen!‘“ („Berliner Zeitung“ vom 9. 3. 1952.) Im übrigen leidet die M.-„Planung“ unter den Mängeln der Wirtschaftspläne, da immer wieder jahreszeitlich bedingte Artikel erst nach Ende der Saison der Bevölkerung zugänglich werden.
Fundstelle: SBZ von A–Z. Bonn, 1953: S. 96
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