DDR von A-Z, Band 1954

Agrarökonomik (1954)

 

 

Siehe auch:


 

Landwirtschaftl. Betriebswirtschaftslehre, wird in der SBZ im marxistischen Sinne entwickelt. E. Hoernle, ihr Inspirator, stellt sie der Wirtschaftslehre Areboes gegenüber, deren kapitalistischen Charakter er angreift. Nach Hoernle sind nicht die Betriebsgrößen (Groß- und Kleinbetrieb) die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale, sondern die „kapitalistische Betriebsform“ und die „einfache Warenproduktion“. Die Existenz der kapitalistischen Betriebe bedingt einen Klassenkampf, der mit der Verdrängung und Verelendung des kleinen Bauern endet Daraus ergibt sich zwangsläufig das Ziel der Umwandlung jeglichen Privateigentums in „sozialistisches“ Eigentum. So ist auch die marxistische Beschreibung der Rentabilität als „Ausdruck eines in Gemeinschaft mit seinem Volke ehrlich erarbeiteten Wohlstandes“ zu verstehen. Das Einkommen des einzelnen setzt sich zusammen aus einem „individuellen“ und einem „sozialen“ Teil. Ersterer dient zur Erhaltung des Existenzminimums, letzterer soll sich in der „Hebung des Volkswohlstandes“ realisieren. Die A. hat die gegenwärtig in der SBZ noch bestehenden drei „wirtschaftlichen Formationen“, den bäuerlichen Familienbetrieb, den großbäuerlichen Betrieb und das volkseigene Gut gesondert zu behandeln; durch die Produktionsgenossenschaften erwachsen der A. neue Aufgaben.

 

Literaturangaben

  • Kramer, Matthias: Die Landwirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone. 2., überarb. u. erw. Ausgabe. Januar 1953. 176 S. m. 31 Tab., 17 Anlagen, 15 Dok.

 

Fundstelle: SBZ von A–Z. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage, Bonn 1954: S. 8


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

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