GSOW (1954)
Siehe auch die Jahre 1953 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966
Abk. für „Wirtschaftsverwaltung beim Stab der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland“. Aufgabe: Ausrüstung und Versorgung der Besatzungstruppen aus der laufenden Produktion der Zone. Darüber hinaus müssen deutsche Betriebe in großem Umfange Erzeugnisse jeder Art an GSOW liefern, die nicht für den unmittelbaren Bedarf der militärischen Dienststellen und der Besatzungsangehörigen bestimmt sind, sondern als zusätzliche Reparationen betrachtet werden müssen, über das GSOW-Sammellager in Wildau b. Berlin werden [S. 64]seit Jahren Sammeltransporte nach der SU mit solchen Waren beobachtet. GSOW exportiert auch zum Teil auf eigene Rechnung deutsche Waren nach europäischen Ländern. Unter dem Vorwand „Besatzungsbedarf“ sind der Zone durch GSOW seit 1949 Waren im Werte von mehreren Milliarden Mark über den eigentlichen Besatzungsbedarf hinaus entnommen worden. Diese Entnahmen werden nicht als Reparationen anerkannt. — GSOW unterhält in der SBZ zahlreiche Magazine, Kantinen und sonstige Verkaufsstellen, wo die Besatzungsangehörigen Mangelwaren, die der Versorgung der deutschen Bevölkerung entzogen wurden, zu Überpreisen kaufen können. GSOW zieht daraus hohe Sondergewinne.
Literaturangaben
- *: Die sowjetische Hand in der deutschen Wirtschaft. Organisation und Geschäftsgebaren der sowjetischen Unternehmen. (BB) 1953. 100 S. m. 2 Anlagen.
Fundstelle: SBZ von A–Z. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage, Bonn 1954: S. 63–64