DDR von A-Z, Band 1958

Gegenwartskunde (1958)

 

 

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969


 

Heute bezeichnet als Staatsbürgerkunde, besonderes Lehrfach für die politische Erziehung, z. Z. nur für die 8. bis 12. Klasse vorgesehen (je eine Stunde). Aufgabe: Behandlung der „wichtigsten Fragen“ des politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Lebens der Gegenwart in Übereinstimmung mit dem Marxismus-Leninismus. Die Schüler sollen lernen, „immer klarer politisch zu denken“, d. h. sie sollen nach offiziellen Verlautbarungen lernen, Partei zu ergreifen und alle gesellschaftlichen Fragen vom „Klassenstandpunkt“ aus in ihrer wechselnden Bedingtheit und ihrem Zusammenhang sowie in ihrem Wert und Nutzen für den angeblich sozialistischen Aufbau einzuschätzen. In den amtlichen Direktiven für den Unterricht heißt es: „Nützt es oder schadet es einem sozialistischen Vaterland, das wird eine der Grundfragen des Denkens.“ Neben der Vermittlung von Kenntnissen wird die Herausbildung „sozialistischer“ Gefühls- und Willensmotive gefordert, wobei neben der „Verbundenheit mit der Arbeiterklasse“ und der „sozialistischen Weltbewegung“ das Gefühl der Vaterlandsliebe und des Hasses gegen „imperialistische und militaristische Vaterlandsfeinde“ erwähnt werden. Die Schüler sollen zur aktiven Mitarbeit am „Aufbau“ und an der „Verteidigung“ erzogen werden. Themenkomplexe (1957): Der sozialistische Großbetrieb. In unserem Arbeiter-und-Bauern-Staat üben die Werktätigen die Macht aus und gestalten ihr Leben selbst. Die DDR, Vaterland der deutschen Jugend. Die sozialistische Umgestaltung des Dorfes. Die Perspektiven der Jugend in Westdeutschland. Aufgaben der Jugend beim Aufbau. Die Verantwortung der Arbeiterklasse. Die Staatsmacht der Arbeiter und Bauern in der DDR.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 109


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.