DDR von A-Z, Band 1958

Humanismus, Realer (1958)

 

 

Siehe auch die Jahre 1956 1959 1960 1962 1963 1965 1966


 

Das Stichwort RH. charakterisiert im Pj. verschwommen und idealisierend den Zustand des Oberbaus (Theorie des Marxismus-Leninismus-Stalinismus) im gegenwärtigen Stadium des Aufbaus des Sozialismus in der SBZ. Mit dem klassisch-abendländischen Bildungsbegriff hat dieser RH. offenbar wenig zu tun, was nicht hindert, daß er, besonders vom Kulturbund, ständig als irreführendes Leitmotiv der an die bürgerliche Intelligenz der Zone und an die Außenwelt gerichteten Verlautbarungen verwendet wird. Zweifellos ist der RH. aber auf den von Feuerbach beeinflußten Humanismus Marxens zurückzuführen, der nicht nur die Befreiung des Menschen von Unterdrückung meint, sondern als „unbedingter Humanismus“ (Marx: „Die Wurzel des Menschen ist aber der Mensch selbst.“) auch die Aufhebung Gottes. In diesem Sinne ist der RH. also Atheismus und Pseudo- oder Ersatzreligion.

 

Literaturangaben

  • Gollwitzer, Helmut: … und führen, wohin Du nicht willst — Bericht einer Gefangenschaft. München 1951, Christian Kaiser. 346 S.

 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 137


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.