Lehrergewerkschaft (1958)
Siehe auch die Jahre 1956 1959 1960 1962
Gewerkschaft Unterricht und Erziehung. Zusammenschluß der Ende 1945 gebildeten Landesverbände erfolgte auf der ersten Delegierten-Konferenz im Herbst 1946 in Berlin, 1. Vors. Schallock, bis 1933 Vors. der Freien Lehrergewerkschaft Deutschlands. Die Landesverbände in den ehemaligen Hochburgen der SPD — in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Anhalt — versuchten in den ersten Jahren ihre Selbständigkeit gegenüber dem Zentralvorstand zu wahren und Einfluß auf die Neugestaltung des Schulwesens zu nehmen. Der FDGB und die SED manipulierten seit 1950 mit Hilfe der „Kader-Politik“ die Wahlen für die Vorstände und ersetzten die „Altlehrer“ durch Berufsfunktionäre, d. h. durch Neulehrer, die von Partei- und Gewerkschaftsschulen ausgebildet worden waren. Der gegenwärtige Aufbau der Organisation umfaßt 224 Kreise in 15 Bezirken (einschließlich Ost-Berlin) mit etwa 140.000 Mitgl. Darin sind auch die technischen Kräfte der Schulen (Heizer, Hausmeister, Reinemachefrauen) enthalten. Der Zentralvorstand umfaßt 35 von der SED vorgeschlagene Mitglieder. Sie wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter und 7 Sekretariatsmitglieder. Die Ost-West-Arbeit wird von einer besonderen Abteilung geleitet, die direkt dem Bundesvorstand des FDGB untersteht und in Westdeutschland feste Verbindungsstellen hat.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 191