Lehrwerkstatt (1958)
Obwohl die Ausbildung Gewerblicher Lehrlinge in betrieblichen L. noch die Regel ist, werden zunehmend für ganze Industriezweige zentrale L., z. T. in Form „Volkseigener Betriebe“, eingerichtet. Diese zentralen L. führen produktive Aufträge von Betrieben aus. Die Lehrlinge erhalten hier beruflich-theoretischen, praktischen und „gesellschaftlichen“, d. h. politischen Unterricht im Sinne der SED. Die Lehrausbilder selbst müssen ständig an Lehrgängen zur „ideologischen Qualifizierung“ teilnehmen. Ihre Anleitungstätigkeit schließt die politische Beeinflussung der Lehrlinge ein. Im ersten Lehrjahr entfallen auf die beruf[S. 192]lich-praktische Ausbildung 3 Tage, im 2. Lehrjahr 4 und im 3. Lehrjahr 5 Tage. Die weiterentwickelte Form der Lehrlingsausbildung sind Lehrkombinate. (Berufsausbildung, Berufsschulwesen)
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 191–192