DDR von A-Z, Band 1958

Polytechnische Erziehung (1958)

 

 

Siehe auch die Jahre 1956 1959 1960


 

Die Forderung der PE. geht auf Äußerungen von Marx und Engels zurück. Sie forderten sie im Gegensatz zur „einseitigen“ (monotechnischen) Ausbildung des Arbeiters, weil ihrer Meinung nach die moderne Industrie die Entwicklung der „Totalität der Fähigkeiten erfordere. Die SU war seit der Oktoberrevolution bemüht, die Gedanken beider Klassiker zu verwirklichen. In den letzten Jahren sind die Bemühungen um die Verbesserung der PE. in der SU und der SBZ ständig verstärkt worden. Die PE. zielt auf eine „elementare und dabei doch umfassende technische Bildung“ der Schüler der allgemeinbildenden ➝Schulen. Sie impliziert eine Annäherung der Allgemeinbildung an die Berufsbildung. Die Schüler sollen dabei mit den wissenschaftlichen (ökonomischen, technologischen) Grundlagen der Produktion vertraut gemacht werden. Die PE. zu vermitteln, ist in erster Linie Aufgabe des Werkunterrichts und des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts. Besondere Unterrichtsformen: Arbeit im Schulgarten, auf dem Versuchsfeld, Unterrichtsgänge in Betriebe und — vor allem — Betriebspraktika, die 1956/57 erstmalig durchgeführt wurden. Mit der PE. wird immer [S. 240]auch die „Verbindung des Unterrichts mit der Produktion“ gefordert. (Erziehungswesen)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Vierte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1958: S. 239–240


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.