DDR von A-Z, Band 1960

Aktion Rose (1960)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966


 

Nachdem Ulbricht auf der 2. Parteikonferenz der SED (1952) den Aufbau des Sozialismus proklamiert hatte, bemängelte er auf einer Besichtigungsreise durch die Insel Rügen, daß die Hotels, Pensionen und Fremdenheime an der Ostseeküste noch immer Privatunternehmen waren. Um dem abzuhelfen, wurde im Februar 1953 schlagartig eine Aktion durchgeführt, die unter der geheimen Bezeichnung „Aktion Rose“ lief. Innerhalb weniger Tage wurde wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen in den bekannten Badeorten an der sowjetzonalen Ostseeküste eine große Anzahl von Hotel- und Fremdenheimbesitzern nach vorangegangener Haussuchung, — die meistens keine Ergebnisse erbrachte — verhaftet und in die Strafanstalt Bützow-Dreibergen verbracht. Hier waren eigens für diesen Komplex eingerichtete Sondergerichte tätig, die die Verhafteten in Schnellverfahren zu Zuchthausstrafen und Vermögenseinziehung verurteilten. Während die Freiheitsstrafen in vielen Fällen nach einiger Zeit im Gnadenwege erlassen wurden, blieb die Vermögenseinziehung bestehen. Damit waren begehrte Objekte aus Privathand in Volkseigentum übergegangen.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 16


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.