Bitterfelder Konferenz (1960)
Siehe auch:
Auf Einladung des Mitteldeutschen Verlages in Halle, in Wahrheit als Veranstaltung der SED und unter nachdrücklicher Förderung ihres ZK, fand im April 1959 in Bitterfeld eine Tagung sowjetzonaler Schriftsteller statt, die im Anschluß an ein Referat von Alfred ➝Kurella eine neue Phase der „Kulturrevolution“ einleitete. Nach den Worten von Walter ➝Ulbricht bestand ihr „Erfolg“ darin, „daß die allseitig verstandene Aufforderung „Kumpel, greif zur Feder, die sozialistische Nationalkultur braucht Dich!“ und die Bestrebungen, sich mit den wertvollsten Schätzen unserer Kultur und Kunst vertraut zu machen, als zwei einander bedingende Seiten unserer sozialistischen Kulturrevolution erkannt wurden“. Während die BK. auf der einen Seite die „Bewegung der schreibenden Arbeiter“ (auch „Greif-zur-Feder-Kumpel-Bewegung“ genannt) einleitete, erging andererseits an die „Berufsschriftsteller“ die unmißverständliche Aufforderung, „nicht nur für das Volk, sondern auch mit dem Volk“ zu schaffen, die Gewohnheiten „individuellen Eigenbrödlertums“ preiszugeben, in die Betriebe zu gehen und ihre künftigen Werke in ständiger Auseinandersetzung mit den „Werktätigen“ und ihrer Umwelt zu schaffen. Die Ergebnisse der BK. laufen somit auch auf Verwischung der Grenzen zwischen Kunst und Laienkunst und auf die Unterstellung allen künstlerischen Schaffens unter .die politischen Zielsetzungen des Kommunismus hinaus. (Kulturpolitik, Literatur)
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 72
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