DDR von A-Z, Band 1960

Kabarett (1960)

 

 

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979 1985


 

[S. 194]Das K. wird „als schärfste Waffe der positiven Kritik und Hilfe beim Aufbau und der Popularisierung unserer fortschrittlichen sozialistischen Idee“ (Peter Pan in „Volkskunst“, April 1958) mit Nachdruck gepflegt, scheitert jedoch immer wieder an der Humorlosigkeit der Doktrinäre, der Einschränkung der Gedanken- und Redefreiheit und den verbindlichen Schablonen des kapitalistischen Erzbösewichts und des positiven Helden; sein Leidensweg ist der gleiche wie in der NS-Ära. Von den zahlreichen Versuchen, Berufs-K. auch als Vorbild für das Laien-K. auf die Beine zu bringen, haben nur zwei („Die Distel“, Ost-Berlin, und „Die Pfeffermühle“, Leipzig) im zermürbenden Kampf mit der Zensur und der Kritik der Kritisierten überdauert. In der kulturellen Massenarbeit spielt das Laien-K. als Darbietung der Agitprop-Gruppen und für bescheidenste geistige Ansprüche eine große Rolle und wird durch die einschlägigen Institutionen angeleitet. (Volkskunst, Laienkunst, Agitation)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 194


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.