DDR von A-Z, Band 1960

Körperliche Arbeit (1960)

 

 

Siehe auch die Jahre 1959 1962 1963


 

Im Pj. wird als KA. der Einsatz von Funktionären des Partei-, Staats- und übrigen Organisationsapparates in industriellen und landwirtschaftlichen Betrieben („an der Basis“) bezeichnet. Vor der Öffentlichkeit soll mit diesen Einsätzen, die insbesondere Parteifunktionären und Offizieren zur Pflicht gemacht werden, die Verbundenheit der herrschenden Bürokratie mit der arbeitenden Bevölkerung betont werden. Parteiintern wertet man die KA. als Mittel des operativen ➝Arbeitsstils. Die ausgewählten Funktionäre sollen für eine begrenzte Zeit die Probleme in den Betrieben und in den Dörfern und die Reaktion der Bevölkerung auf administrative Anweisungen kennenlernen. Die wirkliche KA. tritt demgegenüber in den Hintergrund. Auch höchste Partei- und Staatsfunktionäre, unter ihnen Ulbricht und Grotewohl, beteiligen sich hin und wieder stundenweise an der KA., z. B. an Aufbauschichten, um mit diesen Propagandaschauen ihren Anspruch zu beweisen, Vorbilder und Führer der Arbeiterklasse zu sein.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 215


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.