DDR von A-Z, Band 1960

Kosmopolitismus (1960)

 

 

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1962 1963 1965 1966 1969


 

Weltbürgertum, Geistesrichtung, die die Zugehörigkeit der Menschen zu einer Nation, Klasse oder Rasse als zweitrangig betrachtet und für eine übernationale Verbundenheit und Gesittung aller Menschen eintritt. Die Bolschewisten setzten dem K. den proletarischen ➝Internationalismus entgegen, der die Ausbreitung der leninistischen Revolution durch die Solidarität des Proletariats aller Länder und die aktive Zusammenarbeit aller „Kommunistischen und Arbeiterparteien“ unter der Führung der KPdSU anstrebt. In der SU hat vor allem Stalin im Zuge seiner antisemitischen Politik (Antisemitismus) den K. bekämpft.

 

Die SED-Propaganda bezeichnet den K. als „heuchlerischen Betrug [S. 216]der Bourgeoisie“, als „Ideologie der kapitalistischen Ausbeutung im Weltmaßstab“, als „Theorie der Weltbörsenjobber“ für die „graue Masse heimatloser Lohnsklaven“ (Einheit Nr. 7/1949, S. 606 ff.).


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 215–216


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.