DDR von A-Z, Band 1960

Kupferbergbau (1960)

 

 

Siehe auch:


 

Von den gesamtdeutschen Kupfervorkommen liegen etwa vier Fünftel in der SBZ. Das einzige K.-Unternehmen, die Mansfeld-AG., wurde verstaatlicht. K. und -Verhüttung wurden von 1953 bis Anfang 1960 in zwei wirtschaftlich selbständigen Kombinaten durchgeführt, die seitdem wieder als „Mansfelder Kombinat“ vereinigt sind. Seit 1945 ist die Kupfererzförderung ständig angestiegen, jedoch nahm der Kupfergehalt der Erze stetig ab. 1952 hatte die Erzförderung den Vorkriegshöchststand erreicht: der Kupfergehalt betrug aber weniger als die Hälfte. 1950 ist im Sangerhäuser Raume ein neues reiches Kupferflöz erkundet worden. Man spricht von einem Reinkupfergehalt in Höhe von 340.000 t, was einem Fünfzehnfachen der jetzigen Jahresproduktion entspräche. Die Ausbeutung ist seit 1954 im Gange. Auch in Niederöblingen, südlich von Sangerhausen, wurde im Juni 1959 nach mehrjähriger Ausbauzeit ein neuer Schacht mit Teilen in Betrieb genommen. Der erste Fünfjahrplan sah bis 1955 eine Steigerung der Kupfererzförderung auf 2,65 Mill. t vor. Erreicht wurden jedoch nur 1,33 Mill. t, was einem Reinkupfergehalt von rd. 20.000 t entsprach. Bis 1959 konnte, insbesondere durch Mechanisierung des Abbaus, die Kupfergewinnung aus Eigenerz auf rd. 25.000 t gesteigert werden. Der K. in der SBZ deckt zur Zeit nur etwa ein Viertel des Kupferbedarfs der verarbeitenden Industrien. Der größte Teil wird importiert, ein geringerer Teil aus kupferhaltigem Schrott gewonnen. Kupfer ist daher Engpaß erster Ordnung. Zahlreiche Verwendungsverbote bestehen. Im Siebenjahrplan ist eine Ausbeute von 29.300 t Kupfer vorgesehen. Da mit steigender Industrieproduktion auch der Kupferbedarf ansteigt, bleibt weiterhin eine sehr erhebliche Importabhängigkeit bestehen.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 232


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.