DDR von A-Z, Band 1960

Leitung, Prinzip der Sozialistischen (1960)

 

 

Siehe auch:

  • Leitung, Prinzip der Sozialistischen: 1962 1963
  • Sozialistischen Leitung, Prinzip der: 1965 1966

 

Ein in verschiedenen Verordnungen z. T. verwirrend wiedergegebenes Beziehungssystem zwischen leitenden und ausführenden Kräften innerhalb der Betriebe, das bestimmte Rangordnungen (z. B. zwischen Brigadier und Brigademitglied) formal zwar gelten läßt, andererseits aber durch das den Kollektivorganen (Mitgliederversammlung, Kommissionen, Aktivs) eingeräumte Gewicht wieder entkräftet. Der Leiter einer Gruppe (z. B. Brigade) ist für deren Leistungen und Verhaltensformen allgemein voll verantwortlich, soll die einzelnen Mitglieder aber gleichzeitig in die Leitungsfunktion einbeziehen. Dieses ideal postulierte System der Mitbestimmung kommt praktisch nie zur Entfaltung, weil eine letztverantwortliche Instanz nicht vorhanden oder anonym und unverbindlich ist (Staat u. Partei). (Komplexe Leitung)


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 245


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.