Parteilehrjahr der SED (1960)
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Dient in Angleichung an das Schulungswesen der KPdSU der Mitgl.- und Kandidatenschulung. Eingeführt auf Beschluß des ZK der SED vom Juni 1950. Das P. dauert jeweils von September bis Juni. Teilnahme ist für alle Mitgl. und Kandidaten Pflicht. Die Teilnahme interessierter Parteiloser ist erwünscht. Der Unterricht findet einmal monatlich statt. Unterrichtsformen: Lektionen, Seminare. Zirkel und für höhere Funktionäre theoretische Konferenzen. Von 1950 bis 1956 stand im Mittelpunkt aller Lehrpläne für das P. das Studium der Geschichte der ➝KPdSU und des Marxismus-Leninismus, Stalinismus. Seit 1956 stärkere Orientierung auf Fragen der praktischen Parteipolitik, insbesondere der Wirtschaftspolitik. Themen des P. 1959/60: die „Thesen des ZK der SED zum 10. Jahrestag der DDR“ (September/Oktober 1959) und danach „Grundprobleme des Siebenjahrplanes“. Je nach den praktischen und theoretischen Vorkenntnissen werden die Teilnehmer in Stufe I, II oder III des P. eingeteilt. Kandidaten der SED müssen außerdem an einem „Politischen Grundkursus“ teilnehmen, in dem sie das Kommunistische Manifest, das Statut der SED und die Erklärung der kommunistischen Parteien vom 16. 11. 1956 (Revisionismus) durchzuarbeiten haben. Seit Mitte April 1960 ist für leitende Kader der SED der bisherige Themenplan des P. außer Kraft getreten. Sie müssen seitdem in regelmäßigen Schulungskursen das neue ideologische Standardwerk der SED, „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“, herausgegeben von einem sowjetischen Autorenkollektiv unter Leitung von O. W. Kuusinen, durcharbeiten. (Gesellschaftswissenschaftliches ➝Grundstudium, Schulung)
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 303
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