Straßen (1960)
Siehe auch:
Das klassifizierte St.-Netz der SBZ ist 46.000 km lang (BRD = 130.000 km). Davon sind rd. 12.300 km Staats-St. des Fernverkehrs und rd. 33.700 km St. I. u. II. Ordnung. Durch Vernachlässigung während der Kriegszeit und als Folge von Kriegseinwirkungen war das St.-Netz bei Kriegsende in einem außerordentlich schlechten Zustand. Seit Kriegsende sind praktisch nur solche St. notdürftig repariert worden, die den zunehmenden Kraftverkehr aufzunehmen hatten. Die staatlichen St.-Bau- und Unterhaltungsbetriebe waren bisher, wie auch offiziell zugegeben wird, stets nur „im Feuerwehreinsatz“ tätig, d. h. wenn Verkehrsstockungen unmittelbar drohten oder bereits eingetreten waren. Ursache für diese Vernachlässigung sind der Mangel an Baumaschinen, an St.-Baumaterial und an Arbeitskräften. — Durch die im Siebenjahrplan vorgesehene Verstärkung des Güterkraftverkehrs ist die beschleunigte Instandsetzung der St. nunmehr unaufschiebbar geworden. Bis 1965 sollen 2.700 km Staatsstraßen und 5.700 km Bezirksstraßen (also St. I. und II. Ordnung) eine verstärkte St.-Decke erhalten, wobei auch die Fahrbahn verbreitert werden soll. 700 km neue St., u. a. zum Anschluß der neuen Industriegebiete östlich der Elbe, sollen ebenfalls bis 1965 fertiggestellt werden. Schließlich ist auch die Wiederherstellung zerstörter Brücken im Zuge der Staats-St. geplant. Im Jahre 1962 soll mit dem Bau einer 270 km langen Autobahn begonnen werden, die den neuen Seehafen Rostock mit Berlin verbinden soll. Die Durchführung dieser Pläne hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, dafür ausreichend neue, moderne St.-Baumaschinen bereitzustellen.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 407