DDR von A-Z, Band 1960

Zuwachsrate, Industrielle (1960)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966


 

Seit 1958 stellt die Propaganda der SED immer erneut heraus, daß die jährliche IZ. in der SBZ schneller wachse als in der Bundesrepublik. Damit sei die „Überlegenheit“ der SED-Planwirtschaft bewiesen. Eine formale Gegenüberstellung der jährlichen Steigerungsraten scheint diese Behauptung zu stützen:

 

 

Die Erklärung für diese Entwicklung liegt dann, daß die SBZ als Folge der sowjet. Besatzungs- und Reparationspolitik (Reparationen) bis 1953/54 einen im Vergleich zur Bundesrepublik sehr niedrigen Produktionsstand hatte. Der Rückstand betrug damals mehr als ein Drittel. Erst noch Wegfall der Reparationsleistungen setzte in der Zone eine stärkere Investitionstätigkeit ein, die sich ab 1958 in einer sehr beachtlichen Steigerung der Produktion und der jährlichen Zuwachsraten auswirkten. In der Bundesrepublik war zu dieser Zeit die Produktion bereits voll entfaltet, so daß die Steigerungsraten verständlicherweise nicht so hoch waren. Aus den Steigerungsraten in der SBZ geht lediglich hervor, daß die Zone jetzt beginnt, gegenüber dem noch immer bestehenden Vorsprung der Bundesrepublik (Produktivität) etwas aufzuholen. Die sowjetzonalen Zahlen enthalten außerdem in gewissem Umfang Doppelzählungen, da die Statistik der SBZ nach „Bruttoproduktionswerten“, die Statistik der Bundesrepublik jedoch nach Nettowerten rechnet.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1960: S. 470


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

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