DDR von A-Z, Band 1962

Güterstand (1962)

 

 

Siehe auch:


 

Durch die Verfassung sind die früheren gesetzlichen und vertragsgemäßen G. als der Gleichberechtigung von Mann und Frau widersprechend aufgehoben worden (Gleichberechtigung der Frau). Gesetzlicher G. ist seitdem die Gütertrennung. Andere vermögensrechtliche Vereinbarungen der Eheleute sind zulässig. Sie sind jedoch nichtig, wenn sie gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung verstoßen. So ist der frühere gesetzliche G. der Verwaltung und Nutznießung des Vermögens der [S. 168]Frau durch den Ehemann verboten. Der in Gütertrennung lebenden Ehefrau steht im Falle der Auflösung der Ehe ein schuldrechtlicher Ausgleichsanspruch zu. Nach westdeutscher Rechtsprechung richtet sich der G. von Eheleuten, die zur Zeit des Inkrafttretens der Sowjetzonenverfassung am 7. 10. 1949 ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der SBZ hatten oder später dort geheiratet haben, auch nach ihrer Übersiedlung in den Westen nach dem in der SBZ geltenden Recht. Dieser Personenkreis lebt also weiterhin im G. der Gütertrennung und nicht im gesetzlichen G. der Bundesrepublik, der Zugewinngemeinschaft.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Siebente, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1962: S. 167–168


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.