DDR von A-Z, Band 1962

Lehrergewerkschaft (1962)

 

 

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960


 

[S. 259]Gewerkschaft Unterricht und Erziehung. Zusammenschluß der Ende 1945 gebildeten Landesverbände erfolgte auf der ersten Delegierten-Konferenz im Herbst 1946 in Berlin. Der FDGB und die SED manipulierten seit 1950 mit Hilfe der „Kader-Politik“ die Wahlen für die Vorstände und ersetzten die „Altlehrer“ im Vorstand durch Berufsfunktionäre, d. h. durch Neulehrer, die von Partei- und Gewerkschaftsschulen ausgebildet worden waren. In der L. sind neben Lehrern aller Schulen auch Erzieher organisiert sowie die an Schulen beschäftigten Arbeiter und Angestellten. Die eigentliche Funktion einer Gewerkschaft, die Interessen der Organisierten gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten, wurde auch bei der L. abgelöst durch die Aufgabe, die Lehrer mit Hilfe einer gelenkten sozialpolitischen und kulturellen „Betreuung“ (u. a. Feriendienst, Schulungen) politisch auszurichten und für den Dienst der kommun. Erziehung zu mobilisieren.


 

Fundstelle: SBZ von A bis Z. Siebente, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1962: S. 259


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.