Markt (1963)
Siehe auch die Jahre 1965 1966 1969
Der Markt ist die Institution, durch die Angebot und Nachfrage auf dem Wege über den Preismechanismus in Überein[S. 299]stimmung gebracht werden. In der freien Wirtschaft unterliegt der M. dem Spiel der freien Kräfte und dient im wesentlichen der Realisierung der produzierten Waren. Auch in der Zentralverwaltungswirtschaft des Sozialismus besteht ein M., solange es noch eine Warenproduktion gibt. Es handelt sich hierbei speziell um Warenmärkte, da die sozialistische Wirtschaftsordnung den Kapitalmarkt und den M. der Wertpapiere sowie den Arbeits-M. nicht kennt. Der Charakter des M. hat sich allerdings im Sozialismus gewandelt. Der überwiegende Teil der Waren wird über den staatlichen und genossenschaftlichen Handel entsprechend den Planungsziffern zu vom Staat festgesetzten Preisen gehandelt. Lediglich auf dem Nahrungsmittelsektor bestehen noch Märkte mit freiem Angebot und freier Preisbildung in Form von „Bauernmärkten“, auf denen Bauern und Genossenschaftsbauern nach Erfüllung ihrer Ablieferungspflicht landwirtschaftliche Erzeugnisse an die Bevölkerung, allerdings unter Einhaltung eines limitierten Höchstpreises, verkaufen können. Die Verschlechterung des M.-Aufkommens, besonders an tierischen Erzeugnissen, macht diese M. bedeutungslos. Wie auch in der freien Wirtschaft gibt es einen inneren M. (Warenabsatz innerhalb des jeweiligen Landes) und einen äußeren M. (Warenabsatz im Ausland). Die kommun. Doktrin ließ zur Integration der Länder des Ostblocks neben dem sogen, kapitalistischen Welt-M. den Welt-M. der sozialistischen Länder erstehen.
Fundstelle: SBZ von A bis Z. Achte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1963: S. 298–299
| Markowitsch, Erich | A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z | Marktforschung, Deutsches Institut für (DIM) |